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Zurück auf Los - Back on the Road with Schosch

    Super Geschichte Schosch! Glückwunsch zur Idee egal wieviel Körnchen Wahrheit enthalten sind und Hut ab mit Verbeugung zur Umsetzung. Das könnte lindenstraßenähnliche Ausmaße annehmen, kriegst Du so viele Fortsetzungen zusammen?

    Kritik. Das arme Wort. Es kann doch garnichts dafür daß es so einen schlechten Ruf hat!

    Gruß FlotterOtto
    Gruß FlotterOtto

    Was die Sahne für die Torte, ist der Scania für Transporte !!!

    Lieber von Picasso gemalt
    als vom Schicksal gezeichnet
    Information
    @svenq
    Sorry, ich wollte mit meiner Geschichte nicht deine Spielsucht unterstützen! :whistling:

    @Xorgan
    Truck aufmotzen?!? ?( ... Was ist das denn??? 8)

    @FlotterOtto
    Ich glaube was Fortsetzungen angeht, wird die Lindenstraße noch für ziemlich lange Zeit unangefochten an der Spitze bleiben. Lassen wir uns einfach überraschen (mich inbegriffen), wie lange diese Geschichte lebt.


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    Kapitel 3 - Voll gesperrt


    Mit gerade mal 15Min. Restfahrzeit bin ich letzte Nacht um 03:15Uhr zu Hause angekommen und bin gleich ins Bett gefallen. Nach einem ausgiebigen Frühstück musste ich meiner Mama erst mal alles von meiner ersten Woche „On the Road“ erzählen. Danach habe ich mich an meinen Laptop gesetzt, um den Kunden meiner ersten Woche meine geleisteten Dienste in Rechnung zu stellen und ich mich im Internet mit weiteren Aufträgen für die nächste Woche zu versorgen. Am Montag Morgen geht es erst mal um 09:00Uhr weiter mit einer Ladung Tomaten von Köln nach Lille. Und von dort weiter mit einem Trailer voll Getränke nach Metz. Damit bin ich bis Dienstag Morgen vorerst versorgt. Bis dahin finde ich bestimmt wieder was. Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, dieses Wochenende selbst daran zu denken mir Proviant für die kommende Woche zu besorgen, aber meine Mama war schneller. So blieb mir nur noch mich wenigstens zu revanchieren, indem ich mich um das Abendessen kümmerte.

    Nach dem Essen bin ich zu Markus gegangen, um ihm nochmal persönlich für die Kühlbox zu danken und ihm bei einem Bierchen von meiner ersten Woche zu erzählen. Und wie das dann oft so ist, aus einem Bierchen wurden 2, dann drei … bis keins mehr da war. Und so liege ich am Sonntag Vormittag mit einem ganz schönen Brummschädel im Bett. Vor ein paar Minuten wurde ich von meiner Mum mit den Worten >>Gleich gibt’s Essen!<< geweckt. Es gibt Zwiebel-Sahne-Schnitzel mit Kroketten und Salat. Ist ja unter normalen Umständen schon ein Genuss, aber nach einer Woche Brot und komischen französischen Essen schmeckte es noch viel besser. Nach dem Essen holte mich Markus ab und wir verbachten den restlichen Sonntag im Zündorfbad und ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen.



    Am Montag Morgen machte ich mich schon um 08:00Uhr auf den Weg zu meinem nächsten Kunden. Eigentlich soll der Auftrag erst um 09:00Uhr abgeholt werden, aber ich war schon wach und vielleicht habe ich ja Glück, und der Trailer ist schon früher abholbereit. Beim Kunden angekommen, wurde meine Hoffnung gleich vernichtet, aber man bot mir an, in der Kaffeeküche zu warten und ich könne mich auch am Kaffee bedienen. Das lies ich mir nicht 2x sagen.



    Um kurz nach halb neun kam eine ältere Frau (geschätzt Mitte 50) in die Küche. >>Kommen Sie bitte mit, ihr Trailer ist jeden Moment fertig und wir können ja schon mal die Papiere fertig machen.<< Ich folgte ihr etwas verwundert zurück in die Dispo. Sie sah gar nicht aus, wie man sich eine Disponentin vorstellen würde, eher wie eine Chefsekretärin Anfang der 90er. Die Brille an einer Goldkette um den Hals, Business-Outfit (Knielanger Rock, Bluse und Sakko) und eine Frisur, die wahrscheinlich durch Unmengen an Haarspray selbst einen Wirbelsturm unbeschadet überstehen würde. Als wir im Büro die Papiere durchgingen fing sie sogar an mit mir zu flirten, und das so offensichtlich, dass ihre Kollegen sich das Lachen verkneifen mussten. Nachdem ich endlich alles unterschrieben hatte steckte ich schnell die Papiere ein und verlies fluchtartig das Büro und sah zu, dass ich so schnell wie möglich vom Hof kam.



    Auf meinem Weg nach Lille kam ich erneut am Airport-Liége vorbei. Und genau in dem Moment setzte ein Flug parallel zur Autobahn zum Start an. Natürlich habe ich das Rennen verloren, aber es war interessant anzusehen, wie sich diese riesige Maschine langsam vom Boden löste und in die Lüfte stieg. Ich war so fasziniert, dass ich kurz der Leitblanke zu meiner Rechten etwas näher kam.



    In Belgien ist die Landschaft so flach, dass ich kaum bemerkte, dass ich nur 360PS unter der Haube habe. Und so kam ich sogar früher in Lille an als ich dachte. Deshalb gönnte ich mir, nachdem der Trailer mit den Tomaten abgeliefert war, eine kleine Pause und warf einen kurzen Blick ins Internet. Und siehe da, von Metz wollen ein paar Gabelstapler nach Strasbourg gefahren werden. 3…2…1…meiner! Und Sanitätsartikel müssen von Strasbourg nach Torino gefahren werden. 3…2…1…auch meiner! So konnte die Woche weitergehen.



    Also auf zum nächsten Kunden und den Trailer mit den Getränken für Metz abgeholt. Hier wollte keine von den Disponentinnen mit mir flirten, dabei hätte ich bei zweien nichts dagegen gehabt. Aber auch das konnte meiner guten Laune nichts anhaben und so ging es weiter und wieder zurück auf die Autobahn.



    Bei dem Getränkehändler in Metz sind Anlieferungen nur von 06:00Uhr bis 19:00Uhr möglich. Da es bereits 18:30Uhr war, und laut Navi es noch 109km bis zum Ziel waren, bin ich den nächsten Parkplatz angefahren. Eine Strafe brauchte ich nicht zu befürchten, ich hatte Zeit bis Morgen Mittag, um den Trailer abzuliefern. Und so habe ich mir noch ein bisschen die Beine vertreten und mit einem kühlen Bierchen von der Raststätte den Sonnenuntergang genossen, bevor ich mich in meine Koje verkrümelte.



    Obwohl ich mir wirklich Zeit gelassen hatte, bkam ich eine halbe Stunde zu früh in Metz an und musste noch bis 06:00Uhr warten, bis ich den Trailer abliefern konnte. Zum Glück waren die Straßen wie leer gefegt und es störte niemanden, dass ich halb auf der Straße und halb auf dem Bürgersteig darauf gewartet hatte, dass der Getränkehändler endlich seine Tore öffnete.



    Die Mitarbeiter des Getränkehändlers waren wohl noch nicht ganz wach. Zumindest könnte das ein Grund für die langsame Arbeitsweise dort gewesen sein. Es dauert fast eine Stunde, bis ich mich auf den Weg zu den Gabelstaplern etwas außerhalb der Stadt machen konnte. Hier waren die Angestellten wohl schon etwas länger auf den Beinen. Es dauert nicht einmal 15 Min., und ich konnte mich schon um 07:30Uhr auf den Weg nach Strasbourg machen.



    Der Vorteil an der Maut in Frankreich ist, dass sich dadurch viele Leute scheinbar überlegen, ob sie wirklich die Autobahn benutzen wollen oder doch lieber über die kostenlosen Landstraßen fahren. Die Autobahnen sind hier jedenfalls bei weitem nicht so verstopft wie man es aus Deutschland kennt und natürlich sehr angenehm zu fahren. Und als LKW stört einen auch nicht die generelle Begrenzung von 130km/h.



    Was mich aber definitiv stört, sind die Mautstellen. Da ist die Zeit, die man durch die freie Strecke gewinnt gleich wieder verloren, vom Geld mal ganz abgesehen. Aber was hilft es zu jammern, also habe ich brav bezahlt und die letzten Meter bis Strasbourg ohne Probleme hinter mich gebracht.



    Knappe drei Stunden später rollte ich beim Empfänger der Gabelstapler auf den Hof. Auch hier lief wieder alles ohne Probleme. Trailer an die Rampe, Papiere abgeben und schon ging es weiter. Der nächste Kunde war diesmal nur eine Straße weiter, aber trotzdem wäre ich fast an ihm vorbei gefahren. Er hatte, nicht so wie meine bisherigen Kunden, eine sehr schmale Einfahrt und die Laderampen auf der Rückseite des Geländes in einem recht engen Hof.


    Fortsetzung folgt ...





    Kommentare sind ausdrücklich erwünscht! ;)
    Gruß Schosch

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Schosch“ ()



    Hier verlies mich dann wieder mein Glück. Im Büro teilte man mir mit, dass ich noch mindestens eine Stunde warten müsste, bis mein Trailer fertig beladen ist. So stapfte ich erst mal zurück zu meinem Truck und nutzte die Zeit, um auf Google-Maps mir die möglichen Routen nach Torino etwas genauer anzuschauen. Es gab 2 Möglichkeiten. Entweder die kürzere Strecke über Bern und über einen Landstraßenpass über die Alpen, oder die längere Strecke über die A2 durch den Gotthard-Tunnel. Die Landstraße wäre mit Sicherheit landschaftlich sehr interessant gewesen, aber trotzdem wollte ich es meinem Scania nicht antun und entschied mich für die A2.



    Es dauerte noch fast zwei Stunden, bis ich mich endlich auf den Weg nach Torino machen konnte. Dadurch schaffte ich es heute natürlich nicht mehr bis nach Italien und musste am Rastplatz Neuenkirchen-Ost raus, um meine Ruhepause anzutreten. Nachdem ich einen Parkplatz gefunden hatte, warf ich erst mal einen Blick ins Internet, brauchte ja noch einen Auftrag von Torino nach irgendwo. Und da war mein Glück wieder, ein paar Auto’s müssen von Torino nach Zürich gefahren werden und ein Trailer Milchpulver von Zürich nach Genéve. Mit dem guten Gefühl, die nächsten Aufträge sicher zu haben, ging ich zur Toilette und musste dabei feststellen, dass die Sanitären-Anlagen hier einen sehr sauberen Eindruck machten. So entschied ich mich noch mal zurück zum Truck zu gehen, und meine Duschsachen zu holen. Wer weiß, wann ich das nächste Mal eine so saubere Dusche finden würde. Nach dem Duschen kam ich am Restaurant der Raststätte vorbei, welches fast bis auf den letzten Platz voll war. Ein Aufsteller vor dem Eingang verriet mir auch warum. Heute Abend gab es „Buffet 19“, saisonales Gemüse, Grillspezialitäten und hausgemachte Desserts für nur CHF 24,90. Zwei Stunden später kam ich ziemlich überfressen und um ein paar Truckergeschichten meiner Tischnachbarn reicher zurück zu meinem Truck. Ich gönnte mir noch eine letzte Zigarette in der Hoffnung, mein Bauch würde sich nachher nicht mehr wie kurz vorm Platzen anfühlen (negativ) und wuchtete mich irgendwie in meine Koje.



    Als mein Wecker klingelte fühlte ich mich, als hätte ich gerade mal eine halbe Stunde geschlafen. Mein ganzer Körper war so mit der Verdauung des Buffets beschäftigt, dass ich erst sehr spät eingeschlafen bin. Ich quälte mich aus meiner Koje, ging noch kurz auf die Toilette und machte mich weiter auf den Weg nach Torino. Um kurz nach Mitternacht hatte ich dann auch den Gotthard-Tunnel passiert. Jetzt waren es nur noch ein paar Kilometer bis „Bella Italia“.



    Um 05:00Uhr erreichte ich den Empfänger der Sanitätsartikel in Torino. Dort wurde bereits gearbeitet und ich konnte den Trailer direkt an einer Rampe abstellen. Die Papiere nahm einer der Lagerarbeiter an sich und ich konnte gleich weiter zu meinem nächsten Kunden. Auch bei diesem brannte schon Licht und es wurde gearbeitet. Scheinbar will man hier so viel Arbeit wie möglich erledigt haben, bevor heute Mittag die Sonne gnadenlos vom Himmel brennt. Mir war es recht, denn so konnte ich mich bereits um 06:00Uhr schon wieder auf den Weg Richtung Zürich machen.



    Ich war noch nicht lange auf der Autobahn und hatte Torino kaum hinter mir gelassen, da fing es an zu regnen. Da hat sich das mit der brennenden Sonne heute Mittag bestimmt erledigt. Zum Glück wussten die Italiener das nicht vorher, sonst hätte ich vielleicht doch Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.



    An der letzten Mautstelle vor der schweizer Grenze war meine Lenkzeit zu Ende und ich schnappte mir den nächsten freien Parkplatz. Es regnete immer noch in Strömen, also musste das „Beine vertreten“ diesmal ausfallen. Aber da meine letzte Ruhepause eh nicht so erholsam war, war ich auch dem entsprechend müde, zog die Vorhänge zu und viel sofort in einen tiefen Schlaf.



    Um 20Uhr klingelte mein Wecker. Ich krabbelte auf den Fahrersitz und schaltete erst mal das Radio ein. >>Und nun zu den Verkehrsnachrichten mit Hartmut.<< Das nenne ich Timing! >>Schwerer Verkehrsunfall auf der A2 kurz vor der Einfahrt zum Gotthard-Tunnel in Richtung Luzern. Ein LKW-Fahrer hat die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und ist umgekippt. Dabei wurde der Tank beschädigt und mehrere hundert Liter Diesel sind ausgelaufen. Der Fahrer wurde zum Glück nur leicht verletzt. Zur Zeit sind die Hilfskräfte damit beschäftigt den LKW zu bergen. Anschließend muss die Fahrbahn gereinigt und das verseuchte Erdreich am Fahrbahnrand entfernt werden. Laut Polizei dauert die Vollsperrung noch bis mindestens 01:00Uhr heute Nacht.<< Das hatte mir gerade noch gefehlt. Ich kramte nach meinem Laptop und ging direkt auf Google-Maps. Die einzige Möglichkeit die Vollsperrung zu umfahren ist ab Arbedo-Castione über die A13, eine einspurige Autobahn. Und so wie es aussah mit vielen Serpentinen, was viele Höhenmeter bedeuten könnte. Na zum Glück ist der Trailer mit den Auto’s nicht so schwer dachte ich mir. So machte ich mich auf den Weg und hoffte, dass der Stau noch nicht bis Arbedo-Castione ging und ich es noch auf die A13
    schaffen würde.



    Ich habe es noch vor dem Stau bis zur A13 geschafft. Und kaum hatte ich die ersten Kilometer auf eben dieser hinter mir, ging es immer steiler bergauf. So steil, dass ich streckenweise nicht schneller als 30km/h schaffte. Ich wollte mir gar nicht ausmalen wie langsam ich gewesen wäre, wenn ich einen wirklich schweren Trailer dran gehabt hätte. Immerhin konnte ich mir bei der Geschwindigkeit die atemberaubende Landschaft in Ruhe anschauen.



    Und wo es lange bergauf geht, geht es auch irgendwann wieder bergab. Auf dieser Seite waren die Serpentinen wesentlich enger und ich musste ganz schön aufpassen, wenn mir mitten in einer Kurve ein Kollege entgegen kam. Trotzdem habe ich die Fahrt und die Landschaft genossen (solange ich davon noch was sehen konnte bevor es dunkel wurde).



    Um 02:00Uhr erreichte ich meinen Empfänger in Zürich. Hier war noch Licht an und ich konnte die Auto’s auch gleich abliefern. Anschließend suchte ich mir einen Platz für die nächste Ruhepause. Ich hatte zwar noch ca. 4Std. Lenkzeit übrig, aber der Trailer mit dem Milchpulver ist nicht vor 09:00Uhr abholbereit. Bevor ich wieder an der Matratze horchte, warf ich noch einen Blick in die Frachtbörsen und wurde erneut fündig. Diesmal sogar direkt nach Köln, wo ich nach meiner Berechnung dann am Freitag Mittag eintreffen sollte. So konnte ich völlig sorgenfrei einschlafen.



    Um 11:00Uhr rollte ich auf den Hof meines nächsten Kunden, um das Milchpulver abzuholen. Der Disponent im Büro warf einen Blick auf seine Armbanduhr, gab aber keinen weiteren Kommentar ab. Ich machte mir auch keine Gedanken, da der Trailer bis spätestens 19:00Uhr in Genéve sein sollte, was ich immer noch locker schaffen sollte. Mit den Papieren unterm Arm ging ich zu meinem Truck, sattelte auf und bahnte mir meinen Weg durch Zürich in Richtung Autobahn.



    Ca. 100km vor Genéve musste ich einen Tankstopp einlegen. Mit nur noch 40ltr. im Tank könnte es verdammt eng werden, und selbst wenn ich es geschafft hätte den Trailer noch abzuliefern, müsste ich anschließend immer noch eine Tankstelle suchen. Also kein Risiko eingehen und erst mal schön volllaufen lassen für über 2.000,-€. Ich hoffe, dass ein paar meiner Kunden ihre Rechnungen schon bezahlt haben, sonst könnte es demnächst ganz schön peinlich beim bezahlen werden.



    Um 15:45Uhr erreichte ich Genève und musste zwangsläufig an den Disponenten von heute Mittag denken. Was sollte der blöde Blick auf die Uhr? Ich war mehr als 3 Std. vor der Deadline am Ziel, stellte den Trailer an die Rampe und ging ins Büro. Der Disponent dort warf einen kurzen Blick auf meine Papiere >>Sie sind ja früh!<<, und ich verstand gar nix mehr. Ich nickte ihm einfach nur zu und nachdem er mir den Empfang bestätigt hatte, machte ich mich auf den Weg zu meinem nächsten Auftrag.



    Ja, zum Ende der Woche wollte ich es dann nochmal wissen, und hab mich dafür entschieden einen 25 Tonnen schweren Raupenbagger nach Köln zu kutschieren. Ich kann mich noch daran erinnern, das mein Paps früher auch mal einen MAN mit nur 360PS hatte, und irgendwie mussten die schweren Maschinen vom Straßenbau ja auch von ihm von A nach B gefahren werden. Also warum sollte ich das nicht auch schaffen? Ein Mitarbeiter grinste zwar etwas blöde, als ich gerade dabei war den Tieflader aufzusatteln, und er wohl die PS-Zahl vorne an meinem Scania gelesen hatte, aber das tangierte mich überhaupt nicht.



    Am Rastplatz Battenheim an der A35 wurde es Zeit für meine nächste Ruhepause. Ich ging mir noch ein wenig die Beine vertreten, plauderte kurz mit dem Kollegen neben mir und verkrümelte mich anschließend in meiner Koje. Morgen früh um 07:00Uhr sollte es weiter gehen. Es waren noch knapp 400km bis Köln, welche ich unbedingt vor dem Freitag-Nachmittag-Pendlerverkehr hinter mich bringen wollte.



    An diesem Morgen musste ich feststellen, dass ich schon länger keinen Kaffee mehr getrunken hatte und wunderte mich, dass mir das erst jetzt auffiel. War ich doch nicht so süchtig nach der schwarzen Brühe? Sollte ich es mir ganz abgewöhnen, oder mir eine kleine Kaffeemaschine für in meinen Truck besorgen? Hin- und hergerissen startete ich den Motor und fuhr los. Ab Strasbourg ging es wieder über die Landstraße in Richtung Mannheim. Auf dieser Strecke gab es ein paar mehr Steigungen als auf der Autobahn, wodurch die Nerven der hinter mir Fahrenden teilweise sehr strapaziert wurden.



    Kurz vor Mannheim gab es wieder schlechte Neuigkeiten in den Verkehrsnachrichten >>Die A5 Mannheim in Richtung Frankfurt, Vollsperrung zwischen Zwingenberg und Seeheim-Jugendheim. Hier ist ein Kleinlaster verunglückt. Die A61 Koblenz in Richtung Köln zwischen Rheinbach und Swistal. Hier kann es zeitweise zu Vollsperrungen wegen Baumfällarbeiten kommen.<< Also auch ab Mannheim weiter über die Landstraße. Hier gab es zwar auch eine kurze „Vollsperrung“, diese wurde aber bereits nach 10 Minuten wieder aufgehoben. Und wie immer, wenn ich an einem Bahnübergang stehen bleiben musste ging mir die Frage durch den Kopf, warum diese blöden Schranken immer schon 5 Minuten bevor der Zug auch nur in der Nähe ist, mir den Weg versperren.



    Der Verkehr hatte schon zugenommen, als ich um 15:00Uhr endlich den Kölner Dom erblickte. Jetzt nur noch schnell den Bagger abliefern und ab nach Hause und endlich eine Tasse Kaffee und eine Zigarette genießen. So saß ich eine gute Stunde später bei strahlendem Sonnenschein auf dem Balkon, dachte über die Erlebnisse der vergangenen Woche nach und bin dabei im Liegestuhl eingeschlafen ...


    Fortsetzung folgt...

    Gruß Schosch

    Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „Schosch“ ()

    Wenn du einen Verleger gefunden hast, dann hätte ich gern ein handsigniertes Exemplar :thumbup: . Super Geschichte, toll geschrieben .... jetzt komme ich noch weniger zum Fahren :rolleyes: .
    Danke für die kurzweilige Geschichte, freue mich schon auf die Fortsetzung.
    Gruß Wolfgang
    Gruß Wolfgang
    Moderatorenleiter



    Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen ... die sind alle noch oben !

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    Also es wurde schon alles geschrieben was ich hätte schreiben wollte!

    HUT ab :thumbup:

    Wirklich super geschrieben @Schosch :thumbsup:

    Mach weiter damit :)
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    Ist heute mal wieder angenehm ruhig im Büro, und weil der sonst noch anwesende Kollege noch Urlaub hat konnte ich die ganze (bisherige) Geschichte grad das erste mal in Ruhe bei der einen oder anderen Tasse Kaffee durchlesen

    Was soll ich sagen... Du beschreibst glaub ich unser aller (zumindest meinen) Traum! :thumbsup: Außerdem beeindruckt mich Deine Konsequenz bei dem, was Du schon im Titel "Back to the Roots" genannt hast. Wenn ich bedenke, dass ich in meinem aktuellen ETS2-Profil fünf von fünf State-of-the-Art-Trucks in der Garage stehen habe, von denen ich ohnehin nur einen fahren kann, komme ich mir im Vergleich ein bisschen albern vor... :roll: ;)

    Bitte auf jeden Fall mehr davon! :thumbup:
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    Kapitel 4 - Glück hält nicht ewig!

    Als ich die Augen wieder öffnete, war die Sonne bereits hinter der Hausecke verschwunden und es wurde merklich kühler. Auf dem Weg nach drinnen überkam mich die Neugier, ob vielleicht schon der ein oder andere Kunde aus meiner ersten Woche seine Rechnung bezahlt hatte, und wie überhaupt mein Konto aussehen mochte. Ich ging runter zu meinem Scania, packte meine ganzen Klamotten, die Reste aus der Kühlbox und meinen Laptop zusammen (Eben einfach abgestellt und direkt zur Kaffeemaschine gelaufen – die Sucht ist scheinbar doch noch nicht überwunden), und schleppte alles rein. Wenig später saßich mit dem Laptop auf den Oberschenkeln wieder in der Sonne und staunte nicht schlecht, als ich meinen Kontostand sah. Obwohl schon beide Tankrechnungen abgebucht wurden, war immer noch eine nette Summe übrig geblieben. Über die Zahlungsmoral meiner ersten Kunden konnte ich mich also nicht beschweren.

    Gut gelaunt packte ich den Laptop wieder weg, zog mein Handy aus der Tasche und rief Markus an. „ei Gude! Wieder im Lande?“ trällerte Markus durchs Telefon. „Schon seit gut 2 Stunden. Lust irgendwo was zu futtern und anschließend ein bissl Snookern? Oder hast schon was vor?“ Er überlegte kurz „Gib mir eine Stunde, ok!?“ „Passt super!“ antwortete ich. „kommst mich abholen?“ „Mach ich, also bis gleich!“ sagte Markus und bevor ich noch etwas sagen konnte, hatte er schon aufgelegt. Nach einem fairen 3:3 beendeten wir unsere Snooker-Partie. „Gehen wir noch irgendwo ein paar Bierchen trinken?“ fragte mich Markus hoffnungsvoll, aber ich musste ihn leider enttäuschen „Ich bin ziemlich platt und hab morgen früh noch was vor. Ist ja auch schon wieder kurz nach Mitternacht. Lass uns das auf morgen Abend verschieben.“ Markus konnte seine Enttäuschung nicht ganz verbergen, startete aber keinen weiteren Überredungsversuch und fuhr mich nach Hause.

    Am nächsten Morgen fuhr ich in eine Werkstatt. Ich wollte mit der ersten verdienten Kohle meinen Scania endlich ein bisschen vom Standard-Aussehen befreien und schenkte ihm …



    … einen Lampenbügel und 4 Angel-Eyes. Kostete mich schlappe 7.000,-€ inkl. Montage, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Anschließend fuhr ich noch eine kleine Runde durch Köln, bevor ich mich zu Hause an meinen Laptop setzte und wieder Rechnungen schrieb und nach neuen Aufträgen für die nächste Woche suchte.

    Da ich befürchtete, dass mir das Glück bei den Aufträgen nicht ewig treu bleiben würde beschloss ich, mich diesmal mit so vielen Aufträgen wie möglich zu versorgen. Nach einer knappen Stunde suchen, Kilometer und Fahrzeiten ausrechnen um die möglichen Aufträge zu ermitteln stand meine Route bis Donnerstag Morgen fest. Los geht es Montag Morgen um 03:00Uhr hier in Köln mit einer Ladung Lebensmittel nach Rotterdam. Zufrieden klappte ich den Laptop zu, warf einen Blick auf die Uhr und musste feststellen, dass ich noch 25 Minuten Zeit hatte, bis Markus wieder vor der Tür stehen würde.



    Der Samstag Abend verlief zum Glück nicht so wild, wie ich erst befürchtet hatte. Irgendwie kam in keiner Kneipe so richtig Stimmung auf und so befanden sich Markus und ich bereits um 01:00Uhr schon wieder auf dem Weg nach Hause. Rückwirkend betrachtet fand ich das auch gar nicht so schlimm, denn so hielt sich mein Kater am Sonntag in Grenzen und ich konnte den ganzen Tag faulenzend in der Sonne genießen. Nach dem Abendessen legte ich mich nochmal für ein paar Stunden auf’s Ohr, bevor ich mich mitten in der Nacht auf den Weg zu dem Trailer mit den Lebensmitteln machte. Dieser war erfreulicher Weise schon fertig und ich konnte nach dem unterschreiben der Frachtpapiere gleich aufsatteln und mich auf den Weg nach Rotterdam machen.



    Die Woche begann sehr ruhig. Verkehr war quasi fast nicht vorhanden und dass ich in den flachen Benelux-Ländern auch mit meinen 360PS zügig voran kommen konnte, hatte ich ja bei meinen Touren nach Liége und Lille bereits festgestellt. Und so erreichte ich Rotterdam um 08:00Uhr und hatte auch den Empfänger der Lebensmittel schnell gefunden. Trailer an der zugewiesenen Rampe abgestellt, ins Büro und Empfang quittieren lassen und schon ging es weiter zum nächsten Kunden, so konnte es weiter gehen.



    Ein Belüftungsrohr musste nach Hamburg gefahren werden. Auch hier war schon alles fertig vorbereitet. Ich sattelte den Trailer auf, kontrollierte noch schnell die Spanngurte, holte meine Papiere in der Dispo ab und schon war ich wieder zurück auf der Autobahn. Langsam wurde es mir etwas unheimlich, wie gut bisher alles geklappt hatte. Kein mürrischer Disponent, keine Wartezeiten, kein Stau, das würde bestimmt nicht ewig andauern. Ich versuchte so schnell wie möglich diese Gedanken wieder aus meinem Kopf zu verdrängend, drehte zur Unterstützung das Radio etwas lauter und rollte weiter gut gelaunt über die A1 in Richtung Hamburg.



    Um kurz vor 12:00Uhr erreichte ich die deutsch-holländische Grenze und steuerte erst mal den nächsten freien Parkplatz an. Ich musste dringend mal austreten und wollte etwas gegen das knurren meines Magens tun. Während ich gemütlich mein Brot verspeiste warf ich einen Blick auf mein Navi und den Fahrtenschreiber und dieser verriet mir, dass mir eine gute Stunde fehlte, um noch vor meiner nächsten Ruhepause Hamburg zu erreichen. Ich überlegte kurz und entschied mich, die Ruhepause gleich hier zu machen. Das Belüftungsrohr musste erst morgen früh in HH sein und hier hatte ich einen netten Parkplatz. Ich könnte dann heute Nacht gemütlich weiter fahren und wäre immer noch viel zu früh am Ziel.



    Und so war es auch. Um 01:00Uhr in der Nacht erreichte ich den Empfänger und stand vor einem verschlossenen Tor. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich, einfach hier stehen zu bleiben. Die Einfahrt vor dem Tor war lang genug, so dass der Trailer nicht mehr auf der Straße stand und mit Parkplätzen für 40tonner sah es hier ansonsten eh auf den ersten Blick nicht so besonders aus. Ich lies für alle Fälle das Standlicht an und verkrümelte mich noch für ein paar Stündchen in die Koje. Um kurz vor 06:00Uhr wurde ich von ein paar verärgerten Arbeitern geweckt. Sie fanden meine Idee, hier direkt vor dem Tor zu parken offensichtlich weniger gut als ich und zeigten dies unmissverständlich mit gewissen Handzeichen und Gesten. Ich sprang sofort auf den Fahrersitz und räumte die Einfahrt.



    Ich weiß nicht, ob es eine Art Strafe sein sollte, oder was sonst der Grund dafür war. Jedenfalls lies man mich über eine Stunde warten, bis man mir eine Rampe zuteilte und ich den Trailer endlich abstellen konnte. Dadurch wurde die Zeit für meinen nächsten Auftrag ganz schön knapp. Eine Ladung Orangen soll von Hamburg nach Magdeburg transportiert werden und spätestens um 13:00Uhr am Bestimmungsort eintreffen. Zum Glück wurde ich dort nicht weiter aufgehalten und konnte mich um 08:00Uhr auf den Weg nach Magdeburg machen.



    Um 12:45Uhr standen die Orangen an der Rampe, wo die Mitarbeiter ohne Zeit zu verlieren sofort mit dem Entladen des Trailers anfingen. Ich schnallte den Trailer ab, stellte meinen Scania am Rande des Geländes ab und brachte noch schnell die Papiere ins Büro, bevor ich mich auf den Weg zum nächsten Kunden machte. Eine Ladung „gemischte Güter“ für nach Brno. Diesmal ohne Deadline. Nachdem ich die Zieladresse ins Navi eingegeben hatte stellte ich fest, dass mich dieses bis Dresden nur über Landstraßen lotsen wollte. Da es keinen Zeitdruck gab entschied ich mich, den Anweisungen des Navi’s Folge zu leisten und rollte gemächlich vom Hof.



    Ich war gerade mal ein paar Kilometer unterwegs, da wurde ich auf Grund einer Kotflügelverbiegung auf einer Kreuzung mitten im Nirgendwo zu einem unfreiwilligen Zwischenstopp gezwungen. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis unser sogenannter „Freund&Helfer“ erschien. Und anstatt dafür zu sorgen, dass der Verkehr endlich weiter rollen konnte, diskutierten diese erst noch eine gefühlte Ewigkeit mit den Unfallbeteiligten, bevor man endlich die beschädigten Fahrzeuge von der Kreuzung räumte. Am Ende hatte mich der Unfall über eine Stunde gekostet.



    Durch diese unfreiwillige Pause habe ich es nicht mehr bis zur Autobahn geschafft. Und anstatt auf einem schönen großen Rastplatz mit sauberen Sanitären-Anlagen, einem leckeren Steak und einem kühlen Bierchen in einem gemütlichen Trucker-Restaurant oder der Gleichen musste ich mich mit einer kleinen Tankstelle am Rande der Landstraße zufrieden geben. Hier gab es nicht mal eine heiße Bockwurst oder gar einen heißen Kaffee, also musste ich mich wieder mit belegten Broten aus meiner Kühlbox zufrieden geben. Bevor ich mich zum Schlafen hinlegte schaute ich noch kurz im Internet nach neuen Aufträgen. Von Brno würde es morgen noch weiter nach Firenze/Italien gehen, weitere Aufträge hatte ich bisher nicht. Nach ein paar Minuten klappte ich enttäuscht den Laptop zu und krabbelte in meine Koje.


    Fortsetzung folgt ...
    Gruß Schosch

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Schosch“ ()

    Jetzt weiss ich warum die Begrüßung der neuen Moderatoren so lange warten musste ^^ . Klasse geschrieben,mehr davon ...
    Gruß Wolfgang
    Gruß Wolfgang
    Moderatorenleiter



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    War ja klar, irgend einem musste es ja auffallen. ;) Durch den Mapwechsel von 1.5 auf 2.0 und dem damit verbundenen Neustart des Profil's waren die AngelEyes das einzige, was ich nicht direkt anpassen konnte, da ich nicht mit JustPlayMod spiele und die Scheinwerfer noch nicht freigeschaltet waren. Wenn das nicht gewesen wäre, hätte den Wechsel keiner mitbekommen. Naja, vielleicht kriege ich es ja beim nächsten Wechsel besser hin. 8)
    Gruß Schosch
    hajaja immer diese details^^ schreib mir das nächste mal ne pn für die sachen die du brauchst und ich schreib dir ein entlockmod für

    dann bin ich ja mal auf deine italientour gespannt, wer weiss vielleicht trifft man sich.

    lg
    Ich bin kein Modder, kein Mapper oder sonst was, nur jemand der ein besseres Trucksim haben will.

    Keine technischen Anfragen per PN bitte!!!






    Um kurz nach 08:00Uhr erreichte ich Brno und machte mich auf die Suche nach der Abladestelle. Diese war nach wenigen Ampeln gefunden. Zum Glück sprachen hier fast alle Mitarbeiter zumindest ansatzweise Deutsch und so konnte ich mich kurze Zeit später schon auf den Weg zu meinem nächsten Kunden machen, wo ich einen Trailer mit Molkereiprodukten übernehmen sollte. Aber vorher warf ich schnell wieder einen Blick in die Frachtbörsen, aber leider gab es immer noch keinen brauchbaren Auftrag von Firenze in Richtung Heimat. So machte ich mich leicht geknickt auf den Weg zum letzten Trailer auf meiner Auftragsliste.



    Als mir der Mitarbeiter aus der Dispo meinen nächsten Trailer zeigte, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. „Der ist ja knuffig“ schoss es mir durch den Kopf und ich musste an den Film „Didi auf vollen Touren“ mit Dieter Hallervorden denken. Nachdem ich den kleinen aufgesattelt hatte betrachtete ich mein Gespann noch einmal mit einem breiten Grinsen, schwang mich hinters Steuer und rollte los.



    Am Rastplatz Guntramsdorf kurz hinter Wien war dann erst mal Schluss. Ich stellte meinen Truck auf einem viel zu großen Parkplatz ab. Die Räder meines Scania’s waren kaum zum Stillstand gekommen, da hatte ich schon den Laptop aufgeklappt. Eine halbe Stunde später schlenderte ich leicht deprimiert in die Raststätte. Um die Mittagszeit gab es hier ein wirklich ansprechendes Angebot, so dass ich den fehlenden Folgeauftrag für kurze Zeit vergessen hatte und anschließend in einen wohligen Schlaf fiel. Um 21:00Uhr beendete mein Wecker die Stille im Führerhaus. Ich rappelte mich auf und gönnte mir erst mal eine Dusche in der Raststätte und lies mir auf dem Rückweg noch meinen Thermobecher mit Kaffee füllen. Zurück im LKW stellte ich zwei Dinge fest. Zum einen, dass mir die Frachtbörsen immer noch nicht wohl gesonnen waren. Und bei einem Blick auf die errechnete Ankunftszeit meines Navi’s, dass ich gerade mal eine halbe Stunde Puffer zwischen Lenkzeit und Ankunft hatte.



    Obwohl ich mich bei Villach kurz verfahren hatte, habe ich Firenze noch vor Ende meiner Lenkzeit am frühen Donnerstag morgen erreicht. Schnell den Kleinen an die Rampe gestellt und einen Schlafplatz gesucht. Nach erfolgreich beendeter Parkplatzsuche ging die Suche im Internet weiter. Von Firenze gab es einfach keine Aufträge nach Deutschland. Also vergrößerte ich den Radius immer weiter, bis ich endlich etwas fand. Ein Druckbehälter sollte von Ancona nach München gefahren werden. München war zwar noch kein Köln, aber vielleicht ergibt sich bis dahin ja wieder was Neues dachte ich mir. Also nahm ich den Auftrag an.



    Die gut 300km bis Ancona wollte ich aber ungerne leer fahren, also machte ich mich erneut auf die Suche und fand eine Ladung Erbsen von Bologna nach Ancona. So musste ich nur 100km Leerfahrt in Kauf nehmen. Ich klappte den Laptop zu und legte mich erleichtert auf meine Pritsche. Am späten Nachmittag machte ich mich dann auf den Weg nach Bologna.



    Die Erbsen in Bologna hatte ich ohne größere Probleme gefunden und rollte wenig später auf der A14 in die Dämmerung.


    Um kurz nach 21:00Uhr erreicht ich mein Ziel in Ancona. Erst hier bemerkte ich, dass Empfänger der Erbsen und Auftraggeber der Druckbehälter ein und die selbe Firma waren. So brauchte ich wenigstens nicht nochmal suchen, gab im Büro die alten Papiere ab und nahm gleich die neuen in Empfang, wechselte die Trailer und war ruckzuck wieder zurück auf der Autobahn.


    An der letzten Mautstelle vor der Grenze zu Österreich war es dann mal wieder Zeit für meine nächste Ruhepause. Ich warf noch schnell einen Blick in die Börsen und es sah so aus, als würde ich das nächste Wochenende in München verbringen. Ich beschloss mich damit abzufinden. Es gibt schließlich schlimmere Art und Weisen sein Wochenende zu verbringen als in München dachte ich mir. Also fing ich an mir ein Hotel in München zu suchen, da ich keine Lust hatte das ganze Wochenende im Scania zu verbringen. Ich wollte nicht mitten in die Stadt, da würde ich mit meinem LKW wahrscheinlich auch gar keine Parkmöglichkeit finden. Aber in so ein Standard 3-Sterne Hotel wie z.B. Etap oder BestWestern wollte ich auch nicht. Diese Dinger sind mir zu unpersönlich. Und so entschied ich mich für das Hotel Laimer Hof. Eine kleine familiäre Hotelvilla im Stadtteil Neuhausen ganz in der Nähe vom Schloss Nymphenburg. Ich kramte mein Handy hervor und rief dort an. Nachdem wir die Formalitäten alle erledigt hatten fragte ich >>Gibt es bei Ihnen auch eine Parkmöglichkeit für die Zugmaschine eines Sattelschleppers?<< der Mann am anderen Ende der Leitung antwortete zuerst mit einem Schweigen. >>Nur die Zugmaschine!<< Verdeutlichte ich erneut >>Die ist nicht länger als ein großer SUV, nur vielleicht ein bisschen breiter und natürlich höher!<< ich hörte wie er aufatmete >>Achso! Dafür werden wir bestimmt irgendwo noch ein Plätzchen finden.<< Nachdem das Gespräch beendet war legte ich mich hin.



    Gut geschlafen hatte ich nicht an der Mautstelle. Ständig beschleunigende Motoren und Hupen, weil die Leute mal wieder unfähig waren sich richtig einzufädeln. So war ich schon fast froh, als mich mein Wecker endlich weckte und ich meine Fahrt mit der Vorfreude auf ein ruhiges Hotelzimmer fortsetzen konnte.



    Um kurz nach 15:00Uhr überquerte ich die Grenze zu Deutschland. Von dort waren es nur noch knapp drei Stunden bis München. Unterwegs war mir der Gedanke gekommen, ob es wirklich notwendig wäre 80,-€/Nacht für ein Hotelzimmer auszugeben. Aber diese Zweifel warf ich schnell wieder über Bord. Ich war der Meinung, dass ich es verdient hätte und mir als Unternehmer zustehen würde.

    Kurz vor 19:00Uhr hatte ich das Hotel erreicht, nachdem ich vorher noch den Trailer abgeliefert hatte. Das Hotel war mitten in einem Wohngebiet mit reichlich einspurigen Einbahnstraßen. Aber ich habe es dennoch geschafft meinen Scania so zu parken, dass jeder fähige Autofahrer daran vorbei kommen sollte. Ich packte alles was ich für zwei Übernachtungen brauchen würde in meine Tasche und steuerte den Eingang des Hotels an.



    Fortsetzung folgt ...
    Gruß Schosch
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    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Schosch“ ()

    Keine Sorge, der Anfang von Kapitel 5 schlummert friedlich im Word-Ordner zusammen mit den bisherigen Kapiteln und wartet darauf weitergeschrieben zu werden. Also selbst wenn bei dem Crash etwas verloren gegangen wäre, habe ich alles zu Hause noch auf meinem Rechner. 8)
    Aber kaum zu glauben, ich habe auch noch ein reales Leben. ;) und leider kam ich die letzten Tage nicht so viel zu schreiben/fahren, wie ich eigentlich vor hatte. Aber es wird in den nächsten Tagen Kapitel 5 geben. Bitte noch ein bisschen Geduld.

    Gruß
    Gruß Schosch
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