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Kapitel 154 - Schwarzer Mittwoch

  • In diesem Kapitel...
    ...verschaltet Ricky sich...
    ...eine treue Seele kriegt eine neue Heimat...
    ...und es fallen italienische Schimpfworte!


    Montag, 08.05.2017

    Morgens verteilte ich erst mal noch Streckenmappen. Luke wusste wie immer, was er zu tun hatte. Hull und zurück, allerdings heute Abend ins leere Haus. Alex schickte ich mit seiner bunten Mischladung nach Esbjerg, Flensburg und Kiel. Timo teilte sich mal wieder mit Alex die Kabine auf der Dänemarkfähre, fuhr in Kolding aber seine Äpfel weiter Richtung Kopenhagen. Merwyn fuhr nach London und Croydon. Daveys Truck war heute ein Fall für Ben und bekam seine Quartalskontrolle, Davey hatte Berufsschule.

    Shawn hatte noch Urlaub und deshalb hatte ich, nachdem alle raus waren, selbst noch eine Mappe mit Frachtpapieren und den Schlüssel für den Scania in der Hand. Ich ließ mich hier im Gewerbegebiet bei Morrisons mit Konserven beladen. Hätte ich gewusst, was Shawn mit dem Truck vorhatte, dann hätte ich mir vorher Aktien bei den Herstellern gelber LED gekauft.




    Um die M1 und den M25-Ring zu vermeiden fuhr ich lieber über die A14 und M11, auch wenn ich mich da streckenweise an die 80 halten musste. Insgesamt war ich so aber trotzdem schneller. Meine Pause machte ich noch im Regen an einer Tankstelle bei der kleinen Ortschaft Thrapston. Weiter südlich klarte es dann auf und ich fuhr bei sonnigem Wetter nach Chelmsford rein.

    Hier nahm ich erst mal die falsche Ausfahrt aus dem ersten Kreisverkehr, suchte mir schimpfend eine Wendemöglichkeit und fuhr wieder zurück in den Kreisverkehr und ein paar Yards weiter in die nächste Querstraße. Dann hatte ich mein Ziel erreicht und wurde im einem Morrions-Markt abgeladen.

    Danach ging es weiter nach London zu einer zweiten Abladestelle und dann ging mir die Zeit aus, um noch zur dritten Abladestelle zu kommen. Also stellte ich mich neben einen anderen Lastzug am Rande des Supermarktparkplatzes. Leider war es ein Fahrer aus Bulgarien, der auch keine andere Sprache konnte. Also machte ich mir in meiner Kabine Abendessen, setzte mich danach aufs Bett, telefonierte mit Luke und sah mir danach einen Film auf dem Laptop an.


    Dienstag, 09.05.2017

    In dem Einkaufszentrum konnte die ganze Nacht angeliefert werden, also fuhr ich los, als meine Pause rum war. Die letzten Paletten mit Aktionsware von Morrisons wurden abgeladen und danach fuhr ich zu ENI und lud Kunststoff als Granulat und Schaumkugeln. Hier wurde auch rund um die Uhr gearbeitet, so dass ich kurz nach 2 Uhr auf dem Weg aus London nach Norden war.




    Wie ich so die M11 rauf fuhr, ganz alleine und ohne Lichtquellen um mich herum, fand ich auch meinen Gefallen an Shawns blauer Innenraumbeleuchtung. "Blaues Licht beruhigt" hatte mal jemand in einer Autowerbung gesagt. Und in der Tat fand ich das sehr angenehm.




    Gegen 4 Uhr wurde es langsam dämmrig und weil sie nicht mehr so viel brachte, schaltete ich die Innenbeleuchtung aus. Die Sonne ging auf, als ich bei Newark-on-Trent die Schnellstraße verließ. Sowohl der Fahrtenschreiber als auch der mickrige 475-Liter-Tank bestanden dann auf einer Pause, also zog ich an einer Tankstelle raus, tankte auf und zog für eine Pause vor auf die Parkfläche. Hier konnte ich mal schauen, ob die anderen Fahrer noch im Plan waren.

    Croydon und London waren auch die Ziele für Justin, der als Springer auf Daveys Zug eingesetzt war. Merwyn dagegen machte sich jetzt von genau dort auf den Rückweg, durch die West Midlands und nach Hause.

    Alex und Timo waren noch auf dem Schiff. Für Timo würde es mit Entladen und Beladen erst morgen früh wieder weiter gehen. Alex sollte in Kiel spät abends mit der ersten Rückladung umdrehen und fuhr dann weiter nach Holstebro.

    Als die Pause rum war, fuhr ich weiter und schaffte es dann an einem Anstieg, den Zorn der Leute hinter mir auf mich zu ziehen. Das Schaltschema von Scania war leider anders rum als bei ZF, was ich in unseren DAF und dem Iveco zuletzt nur noch gefahren war. Anstatt in der großen 4 zu landen, drückte ich den Schaltknüppel also gegen einen Widerstand, wo kein Gang war. Zwar war der Zug nicht so schwer, aber in der Steigung dann schwer genug, dass ich doch, bis ich wusste, wie mir geschah, stehen blieb und im 1. Gang wieder anfangen konnte.




    Nachdem ich die Ladung losgeworden und mit Paletten fabrikneuer Ölfilter wieder unterwegs war, stand auch fest, dass es nicht reichen würde, um bis nach Hause zu kommen. Also fuhr ich Sheffield runter und bei Keith auf den Hof. Hier konnte ich wenigstens duschen, mir was in der Küche zu Essen machen und im Aufenthaltsraum fernsehen. Später legte ich mich dann doch noch ein paar Stunden aufs Ohr, bevor ich kurz nach 20 Uhr wieder los konnte.

    Viertel nach 11 abends war ich dann in Deeside bei Toyota, wurde abgeladen und dann waren es nur noch 700 Yards zur Firma. Ich räumte den Truck aus und machte ihn sauber. Dann fuhr ich nach Hause, wo Luke schon auf mich wartete, aber einen traurigen Eindruck machte.
    "Was ist los?" "Balu ist tot." Das war der Hund seiner Mutter, ich hatte ihn 2007 als Welpen noch mitbekommen, bevor ich nach Deutschland zurück war. Alt war er also geworden. "Oh." "Er war 10 Jahre. Das war schon älter als die meisten, die meine Mutter davor hatte. Berner Sennenhunde sind keine gesunde Rasse und nur ein Viertel erlebt überhaupt den 10. Geburtstag. Aber es kam eben so plötzlich. Gestern sind sie noch lange am Strand mit ihm spazieren gegangen. Heute Morgen haben meine Eltern ihn tot auf seiner Decke gefunden."


    Mittwoch, 10.05.2017

    Heute wollte ich vor allem meinen Schreibtisch aufräumen, denn es ging in ein verlängertes Wochenende, aber erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt. Dass ich gestern Elijah verpasst hatte, der wiederum seinen Cousin wegen Berufsschule auch verpasst hatte und dem somit nur ein Plauderstündchen mit Philip übrig blieb, war nur eine Randnotiz.

    Ich fuhr zur Arbeit, wie immer waren wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs für den Fall, dass wir abends nicht gleichzeitig nach Hause konnten, weil Luke im Stau gesteckt hatte oder ich kurzfristig jemanden umdisponieren musste. Eins von beiden kam oft genug vor. An einer Ampel blieb Luke mit dem Jaguar vor mir stehen, ich ließ eine Lücke, um jemanden ausparken zu lassen. Es waren bestimmt schon 3 Sekunden, nachdem ich angehalten hatte, als es einen lauten Knall gab, mein Range Rover einen Satz nach vorne machte und den Nissan Micra rammte, der aus der Parklücke halb auf die Straße gefahren war. Beim Blick in den Spiegel sah ich durch den nun leeren Heckscheibenrahmen einen Mercedes Sprinter mit kaputter Front und qualmendem Kühler. Zum Glück war Winston, obwohl es der eigentlich unsichere Platz war, bei Luke im Beifahrerfußraum des Jaguar gewesen, damit er nicht über die Rampe in den Range Rover klettern musste. Denn von dem Kofferraum, wo er sonst gewesen wäre, war nicht mehr viel übrig.
    Luke fuhr, nachdem ich ihm versichert hatte, dass es mir gut ging, in die Firma und machte sich auf den Weg nach Hull. Zum Glück hatte ich die Angewohnheit, mich an Ampeln öfter mal kräftig in die Rückenlehne zu drücken, um etwas Körperspannung aufzubauen. So war mir wohl ein Schleudertrauma erspart geblieben, weil der Kopf an der Stütze angelegen hatte.

    Nachdem der Unfall aufgenommen war und der definitiv schrottreife Range Rover abgeschleppt, nahm ich mir ein Taxi in die Firma, wo Winston in meinem Büro auf seiner Decke lag. Ich machte mich nun daran, alles wegzuarbeiten, was ich Philip nicht hinterlassen wollte. Danach machte ich eine Übergabe mit ihm.

    Am späten Vormittag sorgte Tomas kurz für Ablenkung, als er eine Teilladung drauf bekam und auf einen Tee zu uns ins Büro kam.

    Shawn war via Immingham-Esbjerg auf den Weg nach Norddeutschland. Justin war aus Croydon via die East Midlands wieder nach Hause gefahren. Merwyn war mit Sammelgut und noch einer Ladestelle in Grimsby gewesen, bevor es über Nacht für ihn auf der Fähre nach Rotterdam ging. Timo war aus Kopenhagen mit Getränken auf den Weg nach Leipzig. Alex musste nach der zweiten Ladestelle in Holstebro ein Schiff von Esbjerg auf unsere Insel kriegen und kam dann über Felixstowe fürs Wochenende nach Hause. Den Pendel nach Hull sollte die beiden Tage Justin fahren.

    Apropos Justin, der kam am Nachmittag aus London auf den Hof gekommen, hatte seinen LKW versorgt und kam dann in mein Büro:
    "Kann ich Dich mal kurz sprechen?" Er machte ein ernstes Gesicht. "Ja, klar." Ich zeigte auf den Besprechungstisch, er machte die Tür zu. Das wurde wohl wirklich ernst. "Ich muss mich leider Mitte Juni verabschieden." "Was?" "Ja. Mein Führerschein gilt noch bis einschließlich 14. Juni. Danach ist Schluss. Ich habe die medizinische Prüfung nicht mehr bestanden." "Ich weiß, dass es rechtlich bis zu dem Datum im Führerschein geht und es mich nichts angeht. Aber ich würde dann doch gerne wissen, warum Du nicht mehr fahren darfst. Vorausgesetzt Du willst es mir sagen." Wenn nicht, dann würde er nicht mehr fahren, ganz einfach. Bei einem Springer ging das ja ohne Umstände.
    "Das ist kein Problem für mich. Ich bekomme langsam Altersdiabetes. Dass es mal so sein würde, hatte ich schon erwartet, das liegt in der Familie. Es ist auch jetzt noch nicht so schlimm, dass ich sofort nicht mehr fahren sollte. Aber der Arzt hat halt gesagt, dass er mich nicht mehr ruhigen Gewissens für fünf Jahre frei stempeln kann."
    Ich bedankte mich bei ihm für seine Offenheit und wünschte ihm einen schönen Feierabend. Er war diese Woche noch 2 Tage für Davey eingeplant und genau wenn sein Führerschein auslief wieder. Und dann ging auch noch die Urlaubszeit los, wo ich gerne auf ihn zurückgegriffen hätte.

    Und wenn ein Tag schon beschissen anfing und dazwischen beschissen war, konnte er ja auch beschissen enden. Wir hatten uns gerade mit 2 Mann und Hund in den zweisitzigen Jaguar gefaltet, als mein Handy klingelte. Cristiano meldete sich, dass er heute ein Angebot bekommen hatte, das er nicht ausschlagen konnte und der Iveco 190-T anderweitig verkauft wäre. Ich ließ ihn spüren, dass ich zumindest die Vokabeln für italienische Schimpfworte behalten hatte. An sich war das nicht mein Stil, aber heute war ich einfach dünnhäutig nach allem vorher. Jetzt konnte ich also auch noch meine Anreise nach Bozen stornieren.

    Zu Hause ließ sich Luke erst mal erklären, was ich denn eben auf der Heimfahrt so lebhaft italienisch geschimpft hatte. Danach erzählte ich ihm auch noch, was Justin mir vorhin offenbart hatte.
    "Und jetzt?" "Ich werde wohl einen neuen Springer suchen müssen. Oder wir müssen Ben einen Qualifikationskurs bezahlen, damit er nicht nur Test- und Überführungsfahrten machen kann, sondern auch mal eine Woche Fracht befördern darf."
    "Das sind aber beides keine Möglichkeiten, um die Urlaubszeit zu überbrücken. Freie Springer sind bestimmt längst ausgebucht und einen Platz für so einen Kurs vor den Sommerferien zu kriegen, Führerschein umschreiben und Fahrerkarte erstellen lassen dauert auch bis weit in die Ferienzeit." "Dann fahre ich da mehr. Langsam kommt sowieso wieder das Fernweh." "Na hoffentlich nicht in voller Stärke." "Nein. Ich weiß, dass Du das nicht willst. Ich will aber selbst auch nicht wieder in den vollen Fahrdienst zurück und kann es auch gar nicht. Sonst müsste hier jemand mit umfassenden Vollmachten im Büro sitzen. Aber mehr als eine halbe Woche im Quartal Vertretung zu fahren wäre schon was."
    Ein fragendes Winseln von Winston brachte uns in die Realität zurück.
    "Ja, was wird dann aus Dir? Die Frage ist berechtigt. Ins Fahrerhaus und wieder raus gehoben bekomme ich Dich nicht mehr dreimal am Tag. Und Philip wird sich auch bedanken, wenn er nicht mehr zwei Tage sondern zwei Wochen mit Dir den Tag über Gassi muss." "Vielleicht nehmen Deine Eltern ihn in der Zeit?" "Das wird dann aber auch ein unruhiges hin und her. Ja guck nicht wieder so. Mit dem Blick hat alles angefangen und Du hast mich eingelullt. A dog is for life, not just for Christmas." Das war eine Initiative, die hier jedes Jahr im Dezember darauf aufmerksam machte, dass ein Hund auch nach Weihnachten seine Aufmerksamkeit brauchte und man sich deshalb gut überlegen sollte, ob man über Jahre in der Lage war, dieser Verantwortung nachzukommen. Das hätten wir, besonders Luke, auch mal tun sollen.


    Donnerstag, 11.05.2017

    Schon früh am Morgen standen Lukes Eltern vor der Tür, um Winston für das Wochenende zu sich zu holen. Sie waren schon gestern angereist und hatten in der Nähe in einem Bed & Breakfast übernachtet. Luke und ich hatten von heute bis einschließlich Montag Urlaub und es war trotz der irgendwann mal eingeführten Freizügigkeit für Tiere in der EU noch ein ziemlicher Aufwand, einen Hund von der Insel runter zu nehmen und wieder zurückzubringen. Da war es einfacher, wenn sie ihn zu sich nahmen.
    "Wo habt Ihr Winston eigentlich her?" "Von einem Züchter hier, warum?" "So eine Bulldogge hat doch ein ruhigeres Wesen. Wir werden langsam zu alt für Sennenhunde. Balu war jetzt auch alt und ruhig. Aber einen jungen könnte ich nicht mehr halten. Der reißt mich um, wenn der wo hinter her will. Da haben wir uns überlegt, dass eine Bulldogge auch nicht schlecht wäre. Die sind ruhiger." "Aber auch kräftig." "Ich will ja auch keinen Schoßhund, sondern schon einen etwas stattlicheren. Aber so stark wie ein Sennenhund sind Bulldoggen auch nicht. Zumindest bekommen sie die Kraft mit den kurzen Beinen nicht in dem Maß auf den Boden."

    Ich wollte mir, nachdem Lukes Eltern mit Winston weggefahren waren, einen neuen fahrbaren Untersatz suchen und abends wollten wir in Hull sein. Sonst war die ursprünglich nur für Luke mit Hund und Auto gebuchte Fähre auch noch reif zur Stornierung. Und zurück brauchten wir drei Sitze oder mussten noch kurzfristig ein Flugticket auf die Firma buchen.
    "Eine Stufenhecklimousine? Denk an den Hund! Und an Deine Modellbahn!" "Brauchen wir für Winston einen Kombi? Ich glaube, ungesichert und nur mit Trenngitter im Kofferraum hätte er bei dem Unfall keine guten Karten gehabt. Mit einem Geschirr auf der Rückbank angeschnallt ist vielleicht besser. Und die Eisenbahn kann in den ProAce, wenn ich damit auf eine Ausstellung will. Ben braucht den am Wochenende nicht."
    Dem hatte Luke nichts entgegenzusetzen und dank der unbürokratischen Behörden im Empire ging es am Nachmittag mit dem neuen Auto durch die Midlands. Durch den bevorstehendem Modellwechsel war der Wagen direkt aus der Ausstellung des Händlers für seine Preisklasse günstig zu bekommen gewesen. Die verschärfte Farbe Tansanitblau kannte ich ja noch von meinem letzten Auto in Deutschland.




    Freitag, 12.05.2017 bis Sonntag 14.05.2017

    Auf der Fahrt von Rotterdam nach Marsberg fragte mich Luke:
    "Und Du willst wirklich regelmäßig Urlaubsvertretung fahren?" "Ich würde schon gerne. Ich weiß, dass Dir nicht gefällt, wenn ich wieder dauerhaft fahre und das kann ich auch gar nicht wegen Winston und der Arbeit Büro." "Über Winston habe ich heute Nacht viel gegrübelt. Ich gebe zu, es war unüberlegt und spontan, ihn zu nehmen. Dass das früher oder später Schwierigkeiten macht, hätte mir klar sein müssen." "Du willst ihn weggeben?" Ich war überrascht und schockiert.
    "Langsam, lass mich erklären. Erstens werde ich ihn bestimmt nicht weggeben, wenn Du das nicht willst. Ich wollte ihn mehr haben als Du, aber erstens führen wir ein gemeinsames Leben und zweitens ist er inzwischen von der Zeit, die wir mit ihm verbringen, mehr Dein Hund. Also hast Du da eine Menge mitzureden. Und ich würde ihn nie einfach an irgendwen geben. Aber als meine Mutter sagte, dass sie keinen Sennenhund mehr will, sondern eine Bulldogge, kam mir eine Idee. Solltest Du mehr fahren wollen und wir kommen zu dem Ergebnis, dass wir einfach keinen großen Hund mehr haben können, könnten wir ihnen Winston geben. Er kennt sie, sie kennen ihn und wir sehen ihn immer noch regelmäßig." "Das ist sicher richtig, wird ihn aber auch sehr verwirren." "Das wird sich legen. Irgendwann wird er merken, dass wir die Besucher sind." Je länger ich darüber nachdachte, umso mehr Sinn machte dieser Plan allerdings.

    Bei meinen Eltern, meiner Schwester und ihren Kindern verbrachten wir ein paar schöne Tage und feierten wir den Geburtstag meines Patenkindes.

    Am Sonntagnachmittag machten wir uns auf den Weg zurück zum Ärmelkanal. Allerdings stand ein kleiner Zwischenstopp auf dem Programm, denn wir mussten noch unseren Praktikanten abholen. Der hatte sich für den einfachen Weg entschieden, bei uns mitzufahren, anstatt zu fliegen und dann mit dem Zug von Manchester nach Deeside zu kommen.




    Als wir uns dann mit André auf den Weg zur Fähre machten, war das Wetter auch schlechter geworden. Wie Judith und ich es seinerzeit angedacht hatten, sollte André zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung noch mal ein Bisschen was anderes sehen und zwei Wochen bei uns in Deeside in der Niederlassung mitarbeiten.


    Montag, 15.05.2017

    Immerhin kam André schon mal mit uns zum Traditional Breakfast, auch wenn ich ihn darüber aufgeklärt hatte, dass es ein Deck tiefer ein kontinentales als Alternative gab. Und wer brav sein englisches Frühstück aufisst, wird auch auf der Insel mit gutem Wetter belohnt.




    Gegen 13 Uhr waren wir in der Firma. Ich stellte André die beiden Mitarbeiter in der Niederlassung vor, Ben in der Werkstatt und Philip im Büro. Luke holte in der Zeit an einem der Imbisswagen Mittagessen. Der Einfachheit halber hatte er sich für zwei Pizzen entschieden, machte ein Viertel Salami und ein Viertel Hawaii für jeden.

    Luke verdrehte nach dem Essen die Augen und machte sich auf den Weg nach Hause. Ich beschloss nämlich, den Urlaub einen halbe Tag früher zu beenden. Also ging es für André in eine kleine Einweisung in unsere Dispositions- und Abrechnungssoftwarelösungen. Wir hatten von Duncan den Alptraum britischer Flottentrucker übernommen - Isotrak. Mit dieser Software quetschten die bekannten Marktgrößen jeden Cent aus ihrer Flotte und überwachten ihre Fahrer lückenlos.
    Das könnten wir theoretisch auch, machten es aber praktisch nicht so konsequent wie der große grüne und sein blauer Erzfeind. Für die Logistik von Planenzügen war es jedoch wesentlich besser geeignet als die Nischensoftware in Deutschland. Vielleicht sollten Marlon und Julian mal, Softwarefirma im Gebäude hin oder her, eine andere Lösung suchen, wenn da jetzt mehr Planen hinzukamen.
    Ein weiterer Vorteil von Isotrak waren die kleinen On-Board-Units in den Zugmaschinen. Anstatt dass die Leute sich über ein Tablet einloggen mussten, was ohne Risiko nur im Stillstand ging, hatten sie ein Display mit ein paar Tasten und konnten da drauf Routenänderungen und Anschlussfrachten aus der Dispo empfangen, Verspätungen direkt ins System melden anstatt anzurufen und es im Büro eingeben zu lassen und einiges mehr. Das ging ungefähr wie den Radiosender zu wechseln. Ein Haken im Büro war allerdings, dass wir eine separate Buchhaltungssoftware hatten, weil Isotrak eine reine Logistikplattform war und nur Frachten und Fahrzeuge verwalten konnte, aber keine Buchhaltung.
    Ich nutzte die Gelegenheit gleich, um in Isotrak zu schauen, wo die Jungs sich herumtrieben und wie voll sie geladen hatten. Immerhin hatte jede Zugmaschine einen GPS- und einen Telemetriesender. Dank denen konnte ich zu jeder Zeit außerdem sehen, wie viel Diesel ein Fahrzeug aktuell brauchte, wie schnell es fuhr und wie voll der Tank war. Zusammen mit dem Daten, die die Software sich selbst ausrechnete, wie Ankunftszeit, Restlenkzeit und Reichweite des Fahrzeugs konnte man so wirklich die Effizienz der Fahrer und Fahrzeuge maximieren, wenn man wollte. Wir hatten kein Geld zu verschenken, aber einen Ruf als guter Arbeitgeber zu verlieren. Also nutzte ich das nur in Maßen aus.

    Alex hatte mal wieder den obligatorischen Kurs nach Schleswig-Holstein gezogen und war mit Papier in Immingham am Hafen. Merwyn war mit Gemischtwaren auf dem Weg nach Antwerpen. Davey war heute Hull gefahren und uns vorhin schon entgegen gekommen. Shawn war uns auch entgegen gekommen, bei ihm wusste ich aber erst jetzt warum. Er war nach Grimsby gefahren und sollte dann nach Hull auf die Fähre. Timo war mit Mehl auf dem Weg nach Calais.

    Luke holte uns nachmittags mit dem BMW ab. Wir lieferten André in dem Bed & Breakfast ab, wo wir ihn eingemietet hatten und fuhren dann nach Hause.


    Dienstag, 16.05. bis Freitag, 19.05.2017

    André arbeitete in dieser und der kommenden Woche in allen Bereichen unseres Büros. Und weil Philip ab Mittwoch für den Rest von Andrés Praktikum Urlaub hatte, lernte er nicht nur mal was anderes kennen sondern war mir auch eine willkommene Entlastung.

    Als erstes lernte er am Dienstagmorgen Davey kennen, der seine Frachtpapiere für den Tag abholte. Er hatte eine Runde Zustelldienst durch Wales auf der Agenda

    Ich merkte allerdings, wieviel mehr Spaß ihm die Dispo mit Isotrak noch mal machte. Er war halt Dispatcher aus Leidenschaft. Da würden sich die Jungs mal zwei Wochen etwas wärmer anziehen müssen als sonst. Und auch sonst war seine Auffassungsgabe nicht schlecht:
    "Warum haben denn die LKW alle so schlechte Verbrauchswerte?"
    "Isotrak rechnet die Vorgabe optimal, was auch Automatikgetriebe bedeutet. Unsere Fahrzeuge haben aber alle Handschaltung. Da kommst Du einfach nicht ran. Die alten Hasen wie Merwyn und Luke holen mit 85% Bewertung so ziemlich das Maximum aus den Maschinen, sind ja auch hellgrün markiert. Klar, bei Shawn und erst recht bei Davey gibt es noch eine Menge zu verbessern. Das kommt mit der Erfahrung." "Und dann schreibst Du keine Automatik vor?" "Nein, das macht die Industrie doch von alleine. Seit vor ein paar Wochen MAN den überarbeiteten TGX rausgebracht hat, kriegst Du nur noch Volvo FH und DAF XF als Neuwagen mit Schaltgetriebe. Die Frage ist nur wie lange noch."

    Timo hatte noch von Philip den Auftrag, von Calais weiter nach Brüssel zu fahren und dort Äpfel abzuladen, die er in der zweiten Kammer des Trailers hatte. Dafür gab es dort Möhren für Leipzig. Aus der Region Halle-Leipzig kam er dann mit Tiefkühlerbsen zurück nach Deeside.

    Merwyn fuhr weiter nach Eindhoven, wo er den Rest seiner Fracht abladen konnte. Dann nahm er eine Ladung Fahrzeugteile bei DAF mit, die für diverse Werkstätten in Schottland vorgesehen waren. Nachdem er in Oban leer war, kam er mit Dünger zurück und verteilte den am Freitag auf diverse Empfänger in Nord- und Mittelwales.

    Shawns Weg auf dem Kontinent ging nach Zürich weiter. Von dort kehrte er über Calais und dank ein paar Paletten Gefahrgut mit dem Schiff nach Dover zurück und war Freitag wieder in Deeside.

    Alex fuhr, nachdem er Abladestellen in Flensburg, Kiel und Hamburg bedient hatte, über Bremen und Neuss nach Calais weiter zur letzten Ladestelle auf dem Kontinent. Zurück auf der Insel musste er aber noch einen Umweg über Grimsby und Hull einlegen, bevor er nach Hause kommen durfte.

    Davey fuhr am Mittwoch wieder eine Tagestour, diesmal nach Carlisle. Donnerstag und Freitag dann war er mit Außenübernachtung in Glasgow unterwegs.

    Am Mittwoch kam Maxim vorbei, um bei einer der Lebensmittelfirmen hier im Gewerbegebiet zu laden und seine Pause zu machen. Für Mittagessen war er zu früh dran, also nur Tee und Kekse.


    Samstag, 20.05. und Sonntag, 21.05.2017

    Unter der Woche hatte Luke alle beteiligten überzeugt, dass es für seine Eltern, für Winston und für meinen Wunsch mehr zu fahren das Beste wäre, wenn er bei ihnen bliebe. Auch seine Eltern waren von der Idee angetan, nachdem er ihnen unsere neue Situation erklärt hatte und sie auch überzeugt hatte, dass ich nicht wieder jede Woche in der Weltgeschichte herumfahren konnte und wollte.
    Im Normalfall waren wir beide damit zufrieden, dass wir jeden Abend zu Hause sein konnten. Aber manchmal bekam ich doch diese Unruhe. Also packten wir die Sachen, die von Winston noch bei uns waren und nicht für Besuche hier bleiben sollten, ins Auto und fuhren in die Stadt, aus der der Earl kam, der als General im Krimkrieg der1850er Jahre die Strickjacke eingeführt hatte, um seine Soldaten vor der Kälte zu schützen: Cardigan. Wegen des klischeehaften Wetters nahmen wir den BMW.




    Als es am Sonntag Zeit wurde, wieder zu fahren, machte Winston nicht mal Anstalten, mit uns kommen zu wollen.
    "Na Du treulose Tomate? Verabschiede Dich wenigstens vernünftig, wenn Du schon nicht den Versuch machst, mit uns zu wollen. Wir sehen uns schon noch wieder!" Er war ja gerade in den letzten Monaten schon öfter mal und auch länger bei Lukes Eltern gewesen. Jetzt war auch noch dieses schwarz-weiß-braune Riesenviech mit dem langen Fell verschwunden, das ihn hier immer in die Schranken gewiesen hatte und Lukes Mutter hatte ihm frisch im Ruhestand bestimmt eine Menge Aufmerksamkeit gewidmet, die er bei uns selten in dem Umfang bekam.


    Montag, 22.05. bis Freitag, 26.05.2017

    Diese Woche konnte André dann vor allem immer wieder mal zwischendrin in der Umsetzung sehen, was er geplant hatte. Und seine Begeisterung für Isotrak wurde scheinbar stündlich größer. Zu seinem Pech und zum Glück für die Bochumer Fahrer gab es Isotrak aber nur in Großbritannien und Irland sowie in Übersee.

    Luke fuhr Montag bis Donnerstag nach Hull. Weil wegen des Feiertags in NRW aber am Freitag kein Trailer in Hull ankommen würde, machte er stattdessen einen freien Tag. Dafür musste er am kommenden Montag fahren, obwohl hier Feiertag war.

    Die Fähre von Hull war in der Nacht auf Dienstag fest in unserer Hand. Shawn war der erste, er fuhr dann auf dem Kontinent mit seinen Gemischtwaren weiter nach Amsterdam. Dort bekam er Getriebe für Mercedes PKW geladen und fuhr damit nach Bremen. Danach musste er besonders vorsichtig sein, denn er lud Frieslandgeschirr und fuhr damit zurück nach Amsterdam. Dort bekam er eine Ladung Honig, die zu einem Supermarktgroßlager bei Edinburgh musste. Dass ausgerechnet Shawn dann Schafwolle nach Grimsby bringen musste, war auch Kalauerverdächtig. Mit Kabeln für Toyota kam er am Freitag nach Hause.

    Timo war ebenfalls auf der Fähre, er fuhr mit Pflaumen nach Rostock. Die Region um Shrewsbury war für britische Verhältnisse überraschend trocken und sonnig, daher gab es hier einiges an Obst und Gemüse. In Rostock schaffte er dann scheinbar das unsinnige Kunststück, "Käse für Holland" zu laden. Erstens ging es aber nach Eindhoven, was gar nicht in Holland lag sondern in Brabant und zweitens war es Schafkäse, der in den Niederlanden selbst kaum hergestellt wurde. Mit Bier fuhr er dann zurück auf die Insel und hatte einige Entladestellen auf dem Weg nach Hause.

    Merwyn war der dritte, der von Hull nach Rotterdam übersetzte. Seine Ladung war ein Behälter für eine Raffinerie, der dann auch gleich in Rotterdam blieb. In der Randstad genannten Region sammelte er dann Stückgut ein und fuhr wieder zurück nach Deeside. Dort bekam er Ersatzteile bei Toyota für Schottland. Freitags kam er mit Doschenfisch zurück.

    Und Alex komplettierte die Fährentruppe, er war ebenfalls mit Ersatzteilen aus dem benachbarten Toyota-Werk unterwegs nach Belgien. Nachdem er einen Teil bei Antwerpen abgeladen hatte, fuhr er mit dem Rest ins Rhein-Main-Gebiet. Dort musste er Fliesen laden und fuhr damit nach Chelmsford und London. Am Freitag kam er mit Süßigkeiten für das hiesige Supermarktgroßlager von Morrisons zurück.

    Davey fuhr zuerst mit Mehl nach Portsmouth. Zurück kam er am Dienstag mit Tanks fürs Toyota-Werk. Am Mittwoch stand für ihn mal wieder Nahverkehr in Wales auf dem Programm. Donnerstag bekam er dann Gasflaschen für Newcastle. Danach musste er leer nach Carlisle und kam mit Milchpulver nach Deeside.

    Am Freitagmorgen führte ich nur noch das Abschlussgespräch mit André. Er hatte in der Tat einen Narren an Isotrak gefressen und war ein Bisschen enttäuscht, als ich ihm sagte, dass es das in Deutschland nicht gab. Aber ich war mir sicher, dass Julian und Marlon ein ähnliches Spielzeug für ihn finden würden. Dann fuhr ich ihn nach Manchester zum Flughafen, bei gutem Wetter natürlich im offenen Jaguar.

    Auf dem Rückweg rief mich dann jemand aus Schweden an.
    "KFL Intertrans, Eric Kaiser. Hello!" "Nordic Logistic, Dominik Birkner." Na der musste auch nicht so förmlich sein. "Wie, Nordic Logistic? Fährst Du nicht mehr für Deinem Onkel seine Fabrik?" "Für meinen Onkel ja und für die Fabrik nein. Er macht keinen Transport mit LKW seiner Fabrik mehr. Die ganze Logistik ist ausgegliedert in eine separate Gesellschaft in seinem Besitz und fährt jetzt auch im freien Markt. Und ich bin der Geschäftsführer in dem Bereich geworden." "Na dann herzlichen Glückwunsch. War wohl ein Glücksgriff für Dich, nach Schweden zu gehen?" "Ja. Aber fahren kann ich jetzt als Chef kaum noch." "Das kenne ich. In Bochum hatte Marlon freiwillig dieses Los gezogen, da ging das noch. Hier unmöglich."

    "Was anderes, ich habe im Truckerforum gelesen, dass Du Dich so über den italienischen Kollegen aufgeregt hast, der den alten Iveco verkauft hat, obwohl er Dir zugesagt hat, ihn Dir zu reservieren und Du jetzt keinen Showtruck hast, um nach Geiselwind zu fahren." Das hatte ich da geschrieben. Irgendwo musste ich mit meinem Ärger hin. "Ja." "Mit Iveco kann ich natürlich nicht dienen, aber ich hätte hier was, wenn Du daran interessiert bist. Der Fahrer ist vor zwei Wochen in Rente, jetzt kann der LKW, den er über 20 Jahre lang nicht abgeben wollte, auch in Rente." "Was hast Du denn da für einen?" Es kamen nur jeweils 2 Modelle von Volvo und Scania in Frage, wenn sie "über 20 Jahre alt" sein sollten. Scania 3, Scania 4, Volvo F12/16 oder Volvo FH 1993. Das war bei beiden Marken so die Modellwechsel-Zeit gewesen. Ausländische Marken hatten sie nie gehabt, hatte Dominik mir mal erzählt.
    Von dem Truck, den er dann nannte, hatte ich ganz am Anfang geträumt, bevor bei Mahler aus meiner Zweckehe mit Iveco echte Liebe wurde.
    "Wird nur teuer, so eine Brikettfabrik anzumelden." "Partikelfilter mit Euro 4." "Ich dachte, für den Motor gibt es so was nicht." "In Deutschland oder Großbritannien vielleicht nicht. In Schweden schon! Der Motor ist hier Kult!" "Und wie sieht er aus?" "Sehr schwedisch, wie sich das hier gehört! Aber Du wirst ihn wahrscheinlich neu lackieren müssen. So gut steht er nicht mehr da. Ist aber ein 6x2 mit gelifteter Zwillings-Hinterachse und nicht gelenkte Mittelachse, wie Du sonst immer hast. Bis auf den nicht stärksten damals verfügbaren Motor eine typische 60-Tonner-Konfiguration. Die ist er zum Glück aber deshalb auch nicht so oft gefahren wie seine stärkeren Brüder. 2000 haben wir dafür die ersten Scania 164-580 bekommen und die Volvo FH16 ab 2003 haben dann sowieso alles unter 550 PS auf 40-Tonner verdrängt. Um Verschleiß durch Gewicht musst Du Dir keine Sorgen machen. Aber ich sage ehrlich, dass 1,1 Millionen Kilometer trotzdem nicht spurlos an einem Nutzfahrzeug vorbei gehen."
    "Das ist mir schon klar. Ich komme Dienstag rüber nach Schweden. Dann schaffe ich es bis Freitag auf jeden Fall nach Geiselwind, wenn ich ihn nehme. Überführungskennzeichen ist unbürokratisch?" "Hier ist nichts unbürokratisch. Von mir aus kannst Du ihn auf unsere Firma zugelassen überführen. Bist ja nicht irgendwer. Dann kannst Du Dir sogar auf dem Weg was verdienen."
    "Freut mich aber, dass Du ihn vielleicht nimmst. Habe ich bei dem Modell gar nicht mal unbedingt mit gerechnet, aber einfach mal gefragt. Ich habe immer den Eindruck gehabt, dass Du alles außer Iveco nur kaufst, wenn es jemand anders will." "Als ich meinen Iveco TurboStar noch gehasst habe, war das mein Traum-Truck. Habe ja genug von gesehen, als ich in Skandinavien unterwegs war. Vielleicht sogar genau den." Und so schnell hatte man doch wieder die Möglichkeit, einen schon ziemlich historischen LKW zu bekommen. Dazu war der auch noch alltagstauglicher als ein Iveco 190-T - mit halbwegs brauchbarer Schadstoffklasse, Kabine mit Kühlschrank, bequemerem Bett und fahrerorientiertem Cockpit, warum auch immer eine Standklima und nicht nur die in Skandinavien obligatorische Standheizung und für die heutige Zeit immer noch gut durchschnittlicher Motorleistung.

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    Und wieder einmal gibt es eine Menge zu erklären, bevor diese zwei Themen in den Kommentaren ausarten. Zum Beispiel dass die dezenten Hinweise vor ein paar Wochen durchaus angekommen sind, dass ich mehr fahren sollte. Mache ich inzwischen auch gerne wieder, aber damit ist ein großer und schwerer Hund realistisch betrachtet leider nicht vereinbar, den man nicht mehr in ein Fahrerhaus bekommt, was aber notwendig ist, wenn beide Halter LKW fahren. Deshalb musste ich Winston schweren Herzens raus scripten.

    Der Iveco 190-T ist aufgeschoben aber bestimmt nicht aufgehoben. Aktuell sind mir allerdings die Möglichkeiten noch zu eingeschränkt. Es gibt inzwischen Versionen, bei denen man ein paar Anbauteile verwenden und ihn einfarbig umlackieren kann. Das ist mir aber noch zu wenig. Es wird erst einmal einen anderen Spielzeugtruck geben, der mehr Optionen bei Farben und optischer Veredlung bietet. Außerdem ist er dem heutigen Alltag, in dem er auch mal eingesetzt werden soll, besser gewachsen. Dazu mehr im nächsten Kapitel. Bis ich ihn auch hier kaufe, werde ich mit dem Iveco T außerhalb des Tagebuchs fahren.

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Kommentare 21

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    Tomlaker -

    Ein wirklich schönes Kapitel mit einigen Andeutungen für die Zukunft. Schön auch, dass du wieder mehr fährst. Im Übrigen ist die Lackierung des Scania sehr gelungen.

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      TurboStar -

      Danke. In den Scania stecken auch wieder ein paar Stunden Photoshop drinnen. Ich freue mich aber selber, wenn ich dann so ein Ergebnis habe und den Truck im Spiel sehe.

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    alaskabaer01 -

    Toll geschrieben. Achja und schicker BMW.

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      TurboStar -

      Danke, freut mich, dass ich Euch nach über 150 Kapiteln noch unterhalten kann. Beim BMW macht die Sonderfarbe Tansanitblau (eigentlich unwahrscheinlich, dass die ein Vorführer hätte, das ist ein Farbton von BMW Individual aber einfach nur geil) optisch viel aus. Habe auch ein paar Versuche gebraucht, bis ich zufrieden mit der Nachbildung war.

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      Tomlaker -

      Wie sit das eigentlich mit dem BMW? Kommt der Perspektivwechsel gelungen rüber? Macht bestimmt Laune mal mit etwas anderem über die Karte zu fahren un dann wieder in einen LKW zu steigen.

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      TurboStar -

      Die "Freude am Fahren" hält sich in Grenzen, weil man bei diesem Mod durch nicht richtig gerenderte Teile des Cockpits den Asphalt sieht. Generell muss ich sagen, dass der Perspektivwechsel in der Tat Spaß macht. Wenn man nicht beim 3D-Modell auf die Kompromisse bezüglich britische Kennzeichen und verspiegelte Scheiben angewiesen ist wie ich, auf jeden Fall mal eine feine Sache. Aber noch ein Tipp - ich habe mir statt dem vorbildgerechten 5-Liter V8 schon den kleineren 3,5 Liter L6 eingebaut und der Wagen ist immer noch hoffnungslos übermotorisiert. Wahrscheinlich rüste ich da noch mal ab. Einmal innerorts an der Ampel das Gaspedal kräftig angeschaut und man hat ein Knöllchen. Nun weiß ich nicht, wie sich ein M5 fährt, da ich in meinem Leben bisher als am besten motorisierte Fahrzeuge "nur" einen BMW 530d und einen Camaro IROC-Z 5.7 gefahren bin. Die waren beides keine Kinder von Traurigkeit beim Beschleunigen, aber zumindest konnte man mit mehr als einer Zehenspitze aufs Gas, bevor sie so einen Satz nach vorne machten. Such Dir einen PKW-Mod aus, es gibt genug und mach Deine eigenen Erfahrungen. Kostet ja nix, außer ein Bisschen virtuellem Geld ;)

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    Sauerlaender -

    Wieder ein schönes Kapitel. Trotzdem: Da wildert jemand in meinem Revier und meldet sich nicht mal bei mir... Was soll ich denn davon halten? ;)

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    Iceman684 -

    Schönes Kapitel. :) Eine Frage. Was is'n das für'n BMW Mod?

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      TurboStar -

      BMW_M5_F10byDiabloFix aus Litauen - ich denke Du bist VW/Skoda-Mann und holst Dir den neuen Passat-Mod :P Ist aber innen falsch gerendert (es sind nur Teile der Inneneinrichtung da) und hat noch ein paar andere Macken. War aber der einzige, dem man sein Linkslenker-Dasein nicht ansiehet und der sich die Nummernschilder aus dem Spiel zieht (wegen verschiedene Farben vorne und hinten). Als Brite muss man da mit Kompromissen leben.