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[Woche 5, Mo - Mi] James & der Motorroller, Vivien in Berlin, der Kunde mit dem Vierachser

  • [Woche 5, Mo - Mi] James & der Motorroller, Vivien in Berlin, der Kunde mit dem Vierachser


    Montag, Grimsby.
    Morgens 06:00 Uhr. Ich stehe gerade unter der Dusche als mein Telefon klingelt. Wer bitte will um diese Uhrzeit schon was von mir? Ich lasse es weiter klingeln; zurückrufen kann ich immer noch.

    Als ich zehn Minuten später aufs Display gucke sehe ich, dass Yanaa es war, die mich so früh erreichen wollte. OK, früh ist relativ. St.Petersburg liegt auf GMT +3 währen Grimsby auf GMT +1 liegt. Somit ist es in St.Petersburg jetzt gerade 08:10 Uhr. Ich drücke auf Rückruf. Kurz darauf meldet sich eine fröhliche Stimme: „Hey guten Morgen. Wo steckst du? Hab ich dich geweckt?“ „Guten Morgen. Ich bin auf der Insel. Besser gesagt in Grimsby. Und dort hat es in der Fliesenabteilung gerade geregnet.“ Yanaa lacht. „Hast du die Quietscheenten in Ruhe
    gelassen?“
    „Ja. Aber Grund deines Anrufs war sicher nicht um danach zu fragen?!“ „Nein. Es geht viel mehr darum ob ihr kommendes Wochenende zu Hause seit.“ „Sandra sicherlich. Sie fährt ja fast ausschließlich für Scania im Nahbereich und ist ansonsten im Büro anzutreffen. Bei mir ist die Wochenplanung noch offen. Da wollte ich mich heute Nachmittag drum kümmern wenn ich in London in der Niederlassung bin.“ „Dann schau, dass du Freitagnachmittag zu Hause bist. Alex und ich bekommen nächste Woche Montag in Södertälje 2 neue Scania ausgeliefert. Und vorweg haben wir die Möglichkeit für ein Wochenende in Stockholm eine Yacht zu nutzen.“ „Das klingt verlockend. Bei DHL findet sich bestimmt 'ne Tour in Richtung Heimat.“ „Prima. Ich ruf bei Sandra an, damit sie das für sich auch einplant.“





    Nach dem Telefonat räume ich meine Sachen zusammen und gehe Frühstücken. Da ich direkt danach los will
    erledige ich auf dem Weg zu Frühstücksraum auch schon den Check-Out. „Lassen Sie sich ihr Frühstück schmecken. Gute Reise und beehren Sie uns bald wieder, Herr Tänzer.“





    Um 07:50 Uhr betrete ich das Gelände auf dem mein V8 fertig und frisch gewaschen wartet. Alle Formalitäten
    zur Fahrzeugübergabe hatten wir ja bereits am Freitag erledigt. So bleibt mir nur eben die Abfahrtskontrolle zu machen und pünktlich um 08:00 Uhr vom Hof zu rollen.
    Knapp eine Stunde später melde ich mich in Hull im Fährbüro. „Moin. Ich soll für DHL in London
    einen Trailer einsammeln, der heute früh solo mit der Rotterdam-Fähre eingeschwommen ist.“
    Ich nannte die Trailernummer und meine DHL-Kennung. Ein paar Tastenanschläge später bekomme ich den Stellplatz des Trailers mitgeteilt und das Paket mit dem Papierkram ausgehändigt.





    Unterwegs rufe ich in meiner Münchener Niederlassung an: „hansekontoa in Minga. Sie sprichn mid Onyka.“
    „Moin Anny.“ „Guadn Moang Chef.“ „Annyka, ich weiß, dass du deinen Dialekt liebst. Am Telefon fände ich etwas weniger Dialekt aber schön.“ „Is guad. Äh... tschuldigung. Ist in Ordnung.“ Ich muss ein wenig schmunzeln. „Geb mir mal bitte kurz ne Übersicht was die Mädels machen.“
    „Lilly macht Urlaub.
    Anna ist heute früh in Uppsala los. DHL. In Leipzig muss sie etwas ab- und etwas zuladen. Planmäßig wäre sie dann am Donnerstag in München und hat Freitag frei.
    Maria fährt diese Woche Lufthansa Cargo. München laden für Milano-Malpensa. Von dort nach Frankfurt
    und weiter nach Warschau. Dann Wechsel auf DHL. Warschau – Uppsala. Fähre Danzig - Nynäshamn. Nach dem sie von der Fähre runter ist wäre bei ihr Wochenende, da der Trailer erst am Montag abgeliefert werden soll.“
    „Sie soll danach noch ne Stunde fahren und an der Marina Stockholm stehen bleiben. Dann muss sie nicht alleine rumstehen.“ „OK, gebe ich ihr so weiter. Wer von uns steht dann dort noch?“
    Mit Zugmaschine keiner. Aber Sandra, Yanaa, Alexej und ich werden dort sein." „Aha. Wenn alles klappt, dann ist Roman Samstagnachmittag mit der Ladung für Maier-Flink auch wieder hier.“ „Dich hat's erwischt oder?“ „Jo. Warum aa ned.“ „Ich gönn's dir.“ „Measse. Das würde dann auch gut passen – am Montag mache ich mit Tom die Schulungen und für Dienstag hat Maier-Flink zwei Ladungen avisiert. Er sagte auch, dass er künftig gerne 2 Fahrzeuge im Rundlauf hätte.“ „Bisher hat Alexej uns Roman ja für die Tour zur Verfügung gestellt. Wenn er nix dagegen hat dann lass ich das auch auch so weiter laufen; quasi auf Subunternehmer-Basis. Bespreche ich mit ihm am Wochenende.“ „Des waarad schee wenn des klappt."





    Ohne größere Verzögerungen erreiche ich London. In meiner Lenkzeitunterbrechung hatte ich bereits mit der
    DHL-Dispo telefoniert und kann dadurch direkt zum zugewiesenen Tor um den Trailer abzustellen.
    Um 15:00 Uhr rolle ich auf den Hof meiner Londoner Niederlassung. Wie erwartet ist der Hof leer. James
    sein LandRover steht aber auch nicht. Dafür ein Motorroller, den ich nicht kenne. Ich tanke meinen V8 an der
    Betriebstankstelle und stelle ihn dann in die Halle. Im Bürotrakt riecht es nach frischem Kaffee. „James?“ „Yeah. Hier. Beim Kaffee.“ In der Küche also. Ich begrüße meinen Disponenten mit Handschlag und schnappe mir dann auch eine Tasse. „Wo ist dein LandRover?“ „Zu Hause. Ich hab die Schnauze voll.“ „Vom LandRover?“ „Nein. Vom Londoner Stadtverkehr. Jeden Morgen und jeden Abend stehst du in diesem beschissenen Stau, nur weil es von meinem Dorf aus keinen vernünftigen Anschluss an London Underground gibt. Ich habe mir jetzt einen Motorroller gekauft. Damit fahre ich wie die Italiener einfach da wo Platz ist.“ Im Dispobüro klingelt das Telefon und James verschwindet dorthin. Ich fülle mir noch einen Schluck Kaffee ein und mache mich dann auch ins Büro an meinen
    Schreibtisch um mir eine Tour nach Schweden zu suchen. Als ich meinen Laptop hochfahre klingelt mein Telefon. Im Display Monas Nummer aus der Berliner Niederlassung. Die hat aber Urlaub... „Christian hier.“ „Hi. Vivien hier. Ich hab da mal 'ne Frage. Lucy läuft über James, solange sie Urlaubsvertretung für Steffy macht?!“ „Ja, genau. Ist ja nur noch diese Woche, danach hat sie dann Urlaub. “ „OK. Danke... Diese Woche hat DHL für die ganze Woche einen Fahrer Nahverkehr gebraucht. Das hab ich Katie gegeben. Donald fährt auch DHL. Von Nantes nach Bialystok. Zwischendurch in Frankfurt und Warschau jeweils teilweise abladen und neues zuladen.“ „Gut zu wissen. Wie war deine Prüfung letzte Woche?“ „Die ist gut gelaufen. Glaub ich. Jedenfalls hab ich ein gutes Gefühl. Im mündlichen gab es keine Beanstandungen. Der schriftliche Teil muss noch ausgewertet werden.“ „Na wenn dein Bauchgefühl sagt, dass alles in Ordnung war, dann wird das auch so sein. Sonst noch irgendwas bei dir?“ „Ja. Bei dir in der Dispo steht zur Zeit nichts drin!?“ „Da brauchst du dich nicht drum
    kümmern. Bin gerade in London im Büro und arbeite dran. Gucke aber mal, dass du so ab Donnerstag für mich ab Karlskrona was in Richtung Uppsala bekommst. Lass aber Luft drin - die Strecke ist lang und da kann immer was den Plan durcheinander bringen.“
    „Mache ich.“
    Während des Telefonats mit Vivien bin ich in der Tat bei DHL fündig geworden. Eine Tour nach Karlskrona. Wenn nichts, außer die bekannten Baustellen, dazwischen kommt sind das 24 reine Fahrstunden. Mal gucken ob das so zu schaffen ist.
    Um 17:00 Uhr knattert James mit seinem Motorroller in den Feierabend. Ich mache mich zu Fuß auf zur Pizzeria um die Ecke.





    Nach dem abendlichen Telefonat mit Sandra lege ich mich schlafen.




    Dienstag, London.

    Es ist 01:30 Uhr. Von der Pizza am Abend bin ich immer noch gut satt. Aber auf einen Kaffee verzichte
    ich nicht. Eine dreiviertel Stunde später ist meine große Pause voll. Ich starte den V8, mache meine Runde. Um 02:30 Uhr erreiche ich das DHL-Gelände. Trotz der frühen Uhrzeit herrscht reger Betrieb. „Guten Morgen.“ „Guten Morgen. Ich bin vom hansekontor und soll bei Ihnen für Karlskrona einen Trailer einsammeln.“ Nach kurzem
    Check in seinem System überreicht mir der Sachbearbeiter die Papiere. „Tor 44. Gelber KRONEfridge. Ist bereit zum abziehen.“ „OK, aber gelb sind die doch fast alle hier bei euch.“ „Das stimmt wohl. Gute Fahrt.“

    Ich fahre zu Tor 44 und sattele auf. Etwa 2 Stunden später rolle ich auf das Gelände des Eurotunnel in Folkestone.

    In Frankreich angekommen fahre ich in Richtung Dünkirchen. Begleitet werde ich dabei von englischem Mistwetter (wieso eigentlich; bin doch eigentlich von der Insel runter) und ziemlich zähflüssigem Verkehr aufgrund eines Unfalls.

    Weiter geht es über die E40 nach Gent, wo ich auf die E17 nach Antwerpen wechsele. Hinter Antwerpen habe ich dann freie Fahrt. Als ich die belgisch-niederländische Grenze erreiche ist es Zeit für die große Pause. Da es laut Uhr jetzt Mittagszeit ist nutze ich die Pause zuerst um mir ein paar Pommes am Imbiss zu holen. Anschließen schreibe ich Sandra eine SMS, dass Sie mich gegen 22:00 Uhr mit einem Anruf wecken soll und lege mich in die Koje.






    Mein Telefon klingelt. Mit nem halben Auge auf greife ich nach dem Krachmacher und nehme ab. „Elefantenwaschanlage Uppsala.“ „Hier ist der automatische Weckservice. Ich hätte da 9 Elefanten zu waschen.“ „Hi mein Schatz.“ „Na du. Ausgeschlafen?“ „Abgebrochen. Das Telefon hat geklingelt.“ „Achso. Wenn's eh geklingelt hat, dann kannst du ja jetzt auch aufstehen und dich auf deinen Nachtflug vorbereiten.“
    „Mhm. Ich freu mich schon drauf, wenn ich wieder bei dir bin.“ „Da freue ich mich auch drauf. Ich werd mich jetzt aber gleich ins leere Bett legen – morgen hab ich im Büro viel zu tun.“ „Schlaf
    gut und träume was schönes.“
    „Dir eine gute Fahrt. Bussi.“ „Bussi.“

    Nachdem ich aufgelegt habe mache ich mir einen Kaffee und zwei Scheiben Toast als Frühstück.



    Mittwoch, Grenze Belgien-Niederlande.
    Mitternacht. Neuer Tag. Neue Schicht. Ich beginne mit der Abfahrtskontrolle und begebe mich kurz darauf auf
    die A67 in Richtung Venlo. Die Straßen sind ruhig. Das bleibt zum Glück auch auf der weiteren Strecke durch den Ruhrpott so.
    Der Nachtflug verläuft stressfrei mit fast keinem Verkehr. Um kurz vor 04:30 Uhr fahre ich bei Vechta auf
    den Rasthof Oldenburger Münsterland. Die 230 LKW-Stellplätze gut voll; aber nicht überbelegt. Ich stelle den V8 ab und gehe in den Autohof um mir einen Kaffee, ein belegtes Brötchen und eine Zeitung zu holen.
    Nach der Pause geht es zurück auf die A1. Mal gucken was der Verkehr um Hamburg herum in den Morgenstunden
    zu bieten hat.





    Wie erwartet hat mir der einsetzende Berufsverkehr bei Hamburg einen Stau gebracht. Inzwischen bin ich
    kurz hinter Lübeck. Da ich bis zum Fährterminal auf Fehmarn kommen wollte beschließe ich noch einmal Pause zu machen und dann auf einen 10er zu gehen.





    Ich habe Glück; hinter Lübeck habe ich freie Fahrt. Meine Rechnung geht somit auf und ich rolle mit knapp unter 10 Stunden Fahrzeit auf das Gelände von Scandlines. Ich stelle den Scania auf den Parkplatz und gehe zum Terminal um mich für die Abfahrt um 23:15 Uhr zu buchen. Da die Überfahrt nach Rødbyhavn nur 45 Minuten dauert würde es mir nichts bringen die Pause auf die Fährpassage zu legen.
    Ich mache einen Spaziergang ans Wasser und schaue zu wie die 'Prins Richard' ausläuft.





    Um 21:30 Uhr klingelt mein Wecker. Wie üblich mache ich mir einen Kaffee fertig und wähle Sandras Nummer im Telefon. Nach kurzem Warten nimmt sie ab: „Na du. Wie weit bist du gekommen?“ „Die Tour letzte Nacht lief bis auf paar Kleinigkeiten gut. Bin mit nem 10er bis Puttgarden gekommen. Die große Pause ist nachher um 22:30
    Uhr voll. Um 23:15 läuft dann die 'Prinsesse Benedikte' aus.“
    „Dann dürftest du morgen früh in Karlskrona ankommen. Vivien hat dir inzwischen auch schon Folgeaufträge eingebucht. Da wäre vom Fährterminal in Karlskrona ein Container zu DHL Växjö zu bringen. Im Anschluss bei DHL wieder einen Koffer oder Plane aufnehmen der zu Drekkar hier in Uppsala muss.“ „OK.“ „Und wir müssen Freitagnachmittag noch kurz was von der Werkstatt mit dem Tieflader zu Bauer Larsson, Tunaberg, bringen.“ „Wenn du dann nicht unterwegs bist können wir das ja zusammen mit dem Vierachser-Sternpanzer machen. Danach ruft dann das Wochenende mit
    Alex und Yanaa in der Marina Stockholm. Maria wird übrigens auch da sein. Ich hab angeordnet, dass sie die paar Kilometer von Nynäshamn aus noch fahren soll, damit sie da nicht alleine rumsteht.“
    „Das
    find ich gut. Apropos Sternenpanzer. Ein Kunde aus Norwegen war heute hier mit seinem Vierachser. Der hat sich den bestellten Leasingtrailer abgeholt. Die Kombi Vierachser mit Standardtrailer schaut schon komisch aus.“
    „Das kann ich mir vorstellen. Ich muss jetzt auflegen – muss mich bereit machen um auf die Fähre zu kommen. Ich liebe dich.“ „Ich dich auch. Fahr vorsichtig wenn du nachher Kilometer machst.“








    Pünktlich um 23:15 Uhr legt die Fähre ab.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!

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Kommentare 4

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    alaskabaer01 -

    Gut geschrieben. Macht auch bei dir immer Spaß zu lesen. :)

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Warst leider am Mittwochmorgen etwas zu früh dran, um bei Mulder Logistiek auf einen Kaffee vorbeizufahren. ;)

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      infinity -

      Ja. Und am Abend zuvor war die Lenkzeit alle. Vielleicht beim nächsten Mal dann ;)