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12. Von Nachtschichten und Fuhrparkerweiterungen

  • Sonntag, der 19. Februar 2017, abends:

    Nach einem schönen Tag mit Katrijn war am Abend das recht kurze Wochenende wieder vorbei. Der Notartermin war aber wichtig gewesen. Schließlich wollten wir nun unsere neue Zentrale beziehen. Ich packte dann am Abend meine Tasche und räumte diese in den Audi. Dann holte ich noch meine Vorräte, die mir Katrijn besorgt hatte. Anschließend verabschiedete ich mich von meiner Stiefmutter und machte mich auf den Weg zur Firma. Wenn alles klappte, war es dann die letzte Woche, wo ich noch zur alten Firma musste. Dort angekommen, packte ich dann meine Sachen in den DAF und parkte dann den Audi. Als ich gerade auf dem Weg war, um meine Papiere aus dem Büro zu holen, fuhr der Golf GTI von Art auf den Platz. Auch er fuhr direkt zum Leihwagen, um seine Sachen umzupacken. Ich ging erst mal zu meinem Mitarbeiter und begrüßte ihn. „Hallo Art, willst du auch schon los?“ „So hatte Joost mir das gesagt. Außerdem bin ich das erste Mal bei DAF im Einsatz. Da muss ich erst mal schauen, wie das läuft.“ „Ich wusste gar nicht, dass du bei DAF eingeteilt bist.“ „Heute Abend schon. Ob das so bleibt, wusste Joost auch nicht.“ Ich reichte dann Art seine Sachen an, die er dann gleich im Fahrerhaus verstauen konnte. Dann gingen wir beide ins Büro und holten unsere Papiere. Ich warf auch noch schnell einen Blick auf die Papiere für Dominic. Er war für Montagmorgen für eine Tour nach Westerlo und zurück eingeteilt und sollte sich anschließend bei Joost melden. Dann schaute ich mit Art über seine Papiere. Man hatte uns wieder eine Tour gegeben, die sonst von einem anderen Spediteur gefahren wurde. Es handelte sich um eine Expresszustellung für Ersatzteile. Art sollte einen Auflieger von dem anderen Spediteur bekommen, der mit einer Hebebühne ausgerüstet war. Dann sollte er über Nacht verschiedene Vertragswerkstätten anfahren und denen die Eiligen Ersatzteile anliefern. Dafür kriegte er sogar einen Schlüsselbund, wo die Schlüssel für diverse Türen dran waren. Damit sollte er die Teile in die Halle stellen. Da Art vorher noch nicht für DAF im Einsatz war, fand ich, dass das ein großer Vertrauensvorschuss war. Andererseits beneidete ich ihn nicht für diese Tour. Die ganze Nacht durch die Niederlande zu fahren und an den Werkstätten die Paletten in die Hallen ziehen. Das konnte, trotz des geringen Verkehrs schon ganz schön hektisch werden. Ich besprach den Ablauf kurz mit Art, dann kümmerte ich mich um meine Papiere. Ich sollte bei Nagel einen Trailer mit Käse für England zum Fährhafen in Calais bringen. Der würde dann von der Fährgesellschaft verladen und in Dover von einem Unternehmer von Nagel Langdons übernommen werden. Da ich dann im Anschluss keinen Auflieger mehr hatte und es keine Ladung zurück zu Nagel gab, hatte mich Joost anschließend für Trailer Trucking eingeteilt. Zuerst sollte ich dann einen Auflieger aus dem Hafen zu unserem Partner in Calais bringen. Dann sollte ich wieder zurück in den Hafen und einen Trailer übernehmen, der nach Zwolle sollte. Dort brauchte ich dann aber erst am Montagabend anliefern. So hatte ich etwas mehr Ruhe, als Art. Ich musste zwar häufig umsatteln, aber musste nicht alle halbe Stunde irgendwo abladen. Wir gingen dann zu unseren Zugmaschinen und sahen zu, dass wir zu unseren Kunden kamen.

    Gegen 23 Uhr kam ich dann bei Nagel Veldhoven an. Der Lagermeister erwartete mich bereits und gab mir meine Papiere. Dann konnte ich den Auflieger übernehmen, der bereits fertig beladen war. Nach meiner Abfahrtskontrolle machte ich mich dann wieder auf den Weg. Es ging zurück auf den Randweg und anschließend auf die A67 in Richtung Antwerpen. Um diese Zeit war nicht wirklich viel los. So kam ich dann gut durch. Nach der Grenze ging es dann über die E34 weiter. Dann umrundete ich Antwerpen südlich und fuhr dann weiter auf der E17 in Richtung Gent. Am Kreuz Zwijnaarde wechselte ich dann auf die E40 in Richtung Oostende.

    Am Dreieck Jabbeke hielt ich mich dann weiter auf die E40 in Richtung Dunkerque. Am Rasthof Mannekensvere hielt ich dann für meine Pause an. Da ich am Sonntagabend nicht mehr geschlafen hatte, legte ich mich dann erst mal in die Koje.

    Gegen halb Vier machte ich mich dann wieder auf den Weg. Nach der Grenze ging es dann über die französische A16 weiter in Richtung Calais. Dort angekommen folgte ich der Beschilderung in Richtung Hafen. Gegen halb Fünf erreichte ich dann den Fährhafen. Dort meldete ich mich dann bei dem Mitarbeiter, der für die Trailer Logistik zuständig war. Er übernahm meine Papiere für die Ladung nach England und übergab mir die Papiere für unseren Partner. Dann sagte er mir, wo ich den Nagel Trailer abstellen sollte und auf welchem Stellplatz der Auflieger stand, den ich wieder mitbekam. Nun konnte ich umsatteln. Dann ging es aus dem Hafen wieder raus und ab in das Industriegebiet, wo unser Partner sein Lager hatte.

    Gegen zwanzig nach Fünf kam ich da an. Der Lagermeister kannte mich inzwischen schon. Er übernahm meine Papiere und quittierte mir die Anlieferung. Dann sagte er mir, wo ich den Auflieger ansetzen sollte. Nachdem ich dann abgesattelt hatte, konnte ich wieder zurück in den Hafen fahren. Nun bekam ich von dem gleichen Arbeiter, wie vorhin die Papiere für Zwolle. Dann sagte er mir, wo dieser Trailer stand. Dann hieß es für diese Schicht das letzte Mal Aufsatteln. Der Trailer war dann von dem gleichen britischen Logistiker, wie der, den ich zu unserem Partner gebracht hatte. Mit dem Trailer sollte es dann wieder zurück in die Niederlande gehen. Ich fuhr zurück zur A16, wo ich dann wieder in Richtung Dunkerque auffuhr. Anschließend ging es wieder über die Grenze nach Belgien, wo es dann auf der E40 weiterging. Langsam wurde es Morgen und der Verkehr nahm entsprechend zu. Bei Jabbeke ging es dann wieder in Richtung Gent weiter und ab Zwijnaarde ging es dann wieder auf die E17 in Richtung Antwerpen. Mit meiner Fahrzeit fuhr ich dann noch bis zum Rasthof Kruibeke. Ich hatte dann zwar noch einen Rest an Fahrzeit, aber am Morgen über den Antwerpener Ring zu fahren kostete immer viel Zeit. Da es deswegen sein konnte, dass ich es nicht mehr bis Wommelgem schaffte, blieb ich lieber gleich hier stehen. Nach einem kurzen Telefonat mit Joost, in dem ich ihn informierte, wie alles geklappt hatte, legte ich mich dann recht schnell hin. Ich hatte immer noch etwas Nachholbedarf beim Schlaf.

    Montag, den 20. Februar 2017, abends:

    Am frühen Abend stand ich dann wieder auf und ging erstmal in die Raststätte, wo ich die Toilette und die Dusche benutzte. Dann trank ich noch in Ruhe einen Kaffee und aß eine Kleinigkeit. Anschließend ging es zurück zum LKW, wo ich dann erstmal den Laptop anwarf. Joost hatte mir nämlich die Dispo auf den Laptop geschickt. Wo ich dann schon einmal in der Speditionssoftware zugange war, schaute ich mir auch gleich an, was die Kollegen machen sollten. Dominic hatte an diesem Montag zwei Mal die Tour nach Westerlo und zurück gefahren und dann einen Auflieger übernommen, der für Rotterdam geladen war. Rotterdam stand dann auch auf dem Plan für Art. Nur dass seine Ladung von Nagel kam und auch wieder eine dorthin zurück sollte. Auf meinem Tourenplan stand, dass ich in Zwolle den Auflieger abstellen sollte und dort einen anderen Auflieger bekam, der mit Elektronikkomponenten für DAF beladen war. Wo Joost den Auflieger aufgetrieben hatte, stand leider nicht dort. Gegen acht Uhr am Abend machte ich mich dann wieder auf den Weg. Der Berufsverkehr war inzwischen abgeebbt, so konnte man dann inzwischen auch vernünftig fahren. Zuerst ging es dann über den Antwerpener Ring. Den verließ ich dann über die E19 in Richtung Breda. Nach der Grenze war das dann die A16, die ich aber direkt am Knooppunt Galder wieder verließ. Dort ging es auf die A58 in Richtung Tilburg. Am Knooppunt Sint Annabosch wechselte ich dann aber auf die A27 in Richtung Utrecht. Vorbei an Oosterhout und Gorinchem ging es dann immer weiter in Richtung Utrecht. Am Knooppunt Rijnsweerd wechselte ich dann auf die A28, die direkt nach Zwolle führte. Dann passierte ich Amersfoort, Nijkerk, Harderwijk und Nunspeet. An der Anschlussstelle Zwolle Zuid verließ ich dann die Autobahn.

    In einem Industriegebiet neben der Autobahn lag dann sie Spedition, wo mein Trailer hinsollte und wo meine Ladung nach Hause auf mich wartete. Nicht nur die Ladung wartete auf mich, sondern auch der Lagermeister, der mir dann sofort die Papiere abnahm. Nach einer Durchsicht der Papiere stand dann fest, wo der größte Teil der Ladung aus England hinsollte. Er wies mir dann das entsprechende Tor zu, an dem ich den Auflieger absatteln sollte. Danach sollte ich mich nochmal bei ihm melden, um meine Ladung für DAF abzufordern. Die Ware, die er auf den Verteilerverkehr aufteilen musste, war ihm im Moment wichtiger. Also sattelte ich den Auflieger am Tor ab und ging dann im Anschluss nochmal zu ihm. Nun hatte er auch Zeit, mir meine Papiere zu geben. Der Auflieger war wohl von einem anderen Spediteur, der ebenfalls für DAF fuhr. Ich bekam dann einen neutralweißen Schwarzmüller Trailer, der dann nicht ganz so gut hinter dem silbernen DAF wirkte. Ich zog den Trailer von der Rampe und schloss die Türen. Dann machte ich mich auf den Weg nach Eindhoven. Es ging zuerst wieder zurück auf die A28 in Richtung Utrecht. Am Knooppunt Hattemerbroek wechselte ich dann aber sofort auf die A50, die ja über Apeldoorn und Arnheim ziemlich direkt in Richtung Eindhoven führte. An der Raststätte Het Veen hielt ich dann aber wieder an, um meine kurze Pause zu absolvieren. Da es mitten in der Nacht war, nutzte ich die Pause dann zum Schlafen.

    Eine Stunde später fuhr ich dann weiter. Ich blieb dann, mit Ausnahme der kleinen Schleife über die A12 bei Arnheim, auf der A50, bis diese im Norden von Eindhoven endete. Dann fuhr ich von Norden her in die noch nächtliche Stadt hinein und hielt mich in Richtung DAF Werk, was im Osten von Eindhoven lag. Gegen viertel vor Fünf erreichte ich dann das Werk. Nachdem ich mich kurz beim Pförtner gemeldet hatte, fuhr ich dann in den Bereich des zentralen Wareneingangs, wo ich den Auflieger abstellen sollte. Es würde wohl noch ein paar Tage dauern, bis mein Firmendesign bei DAF bekannt war.

    Nachdem ich abgesattelt hatte, gab ich dem Platzmeister die Papiere. Da ich erst wieder am späten Nachmittag eingeplant war, konnte ich das Werk verlassen. Dann kam mir eine Idee. Warum sollte ich denn die Zugmaschine jetzt bis in die Stadt zum alten Platz fahren, wenn ich nur wenige 100 Meter von unserer neuen Halle entfernt war. Den Generalschlüssel hatte ich sowieso schon dabei. Ich fuhr mit der Zugmaschine also zur neuen Halle und stellte sie dort hinein. Nachdem ich den Tacho auf Pause gestellt hatte, rief ich mir mit meinem Handy ein Taxi, was mich dann zum alten Platz und somit zu meinem Audi bringen sollte. Auf dem Weg nach Geldrop besorgte ich dann noch frische Brötchen. Als ich dann an Katrijns Haus ankam, schlief sie noch. Ich machte dann leise Frühstück und brachte es Katrijn ans Bett. Dort frühstückten wir dann zusammen. Als Katrijn sich dann fertigmachte, um in die neue Zentrale zu fahren, wo sie mit Tess verabredet war, machte ich mich dann Bettfertig. Am Nachmittag sollte es ja dann auch für mich wieder weitergehen.

    Dienstag, den 21. Februar 2017, nachmittags

    Als ich wieder aufstand, war Katrijn immer noch unterwegs. Ich vermutete, dass Katrijn und Tess in ihrer Rolle, das neue Büro einzurichten richtig aufgingen. Ich ging also in Ruhe duschen und rasierte mich noch. Dann zog ich mich an und packte meine Sachen zusammen, die ich mitnehmen wollte. Dann ging ich zum Audi und machte mich auf den Weg zur neuen Firma. Während der Fahrt telefonierte ich mit Joost. „Als ich festgestellt habe, dass deine Maschine nicht hier auf dem Platz war, habe ich mir schon gedacht, dass du die Maschine in der neuen Halle geparkt hast.“ „Warum auch nicht. An der Halle muss ja nichts mehr gemacht werden. Außerdem liegt sie ja nicht nur näher an DAF, sondern auch näher an Geldrop.“ „Ist ja in Ordnung. Es kann halt nur sein, dass du noch Papiere von hier holen musst, solange ich noch hier bin.“ „Dann ist das halt so.“ „Du kannst übrigens schon an der neuen Firma tanken. Die Magnetkarte für die Freischaltung der Tankanlage hat Mama für dich mitgenommen. Sie müsste noch an der neuen Firma sein.“ „Was ist mit AdBlue?“ „Da muss noch etwas umgebaut werden. Da fängt der Hersteller der Tankanlage morgen mit an. Ab nächste Woche solltest du da auch AdBlue tanken können.“ „Gut. Wie sind denn die beiden Anderen eingeteilt?“ „Heute fahren alle drei Lastzüge für DAF. Dominic ist mit einer Ladung Ersatzteile zu DAF nach Bremen und Art hat eine Ladung Leergut nach Rotterdam. Das sind leere Gefahrgutbehälter, in denen Schmierstoffe und so was waren.“ „Du sagtest alle drei. Heißt das, ich bekomme auch was bei DAF?“ „Richtig. Du bekommst eine Ladung Ersatzteile für Frechen. Dort bekommst du dann eine Ladung Reklamierte Ware wieder zurück nach Eindhoven. Da haben die wohl bei DAF Deutschland eine ganze Weile gesammelt, bis sich das lohnt, eine Ladung zurück nach Eindhoven zu schicken.“ „Klingt ja echt super.“ „Besser, als leer fahren.“ „Das stimmt natürlich.“ Wir beendeten das Telefonat, da ich auch gerade an der Halle ankam. Vor dem Büroeingang stand dann auch gerade ein 7,5 Tonner LF von einer Firma für Büromobiliar. Offensichtlich hatten die Frauen Möbel gefunden, die sofort lieferbar waren. Nachdem ich geparkt hatte, brachte ich meine Sachen in die Zugmaschine. Danach ging ich erstmal ins Büro. Dort fand ich zwei Möbelpacker vor, die auf die Kommandos von Katrijn und Tess hin, Büromöbel aufstellten. Bei den Möbeln hatten die Frauen wieder einen guten Geschmack bewiesen. Es handelte sich um Möbel, die sowohl modern, als auch elegant wirkten. Die waren bestimmt nicht billig. Dachte ich mir. „Hallo zusammen.“ Grüßte ich in die Runde. „Das geht ja hier im Expresstempo weiter.“ „Wir wollen schließlich ab kommendem Montag, spätestens aber am Mittwoch hier drin sein. Dann haben wir ja den 1. März.“ „Verstehe. Und ihr meint, dass das klappt.“ „Mit Sicherheit. Spätestens morgen Mittag haben wir alles an Möbeln hier stehen. Dann kommen die IT Leute, die hier die Computer und die Telefonanlage einrichten. Zum Ende der Woche können dann die Sachen, die von der alten Firma noch hier hinmüssen, rübergefahren werden.“ „Klingt gut.“ „Ach, Moment.“ Katrijn wühlte in ihrer Handtasche. „Hier ist deine Tankkarte für die Tankanlage unten. Die Dieseltanks sind schon gefüllt. Nur AdBlue gibt es noch nicht.“ „Hat mir Joost schon gesagt. Danke.“ Dann verabschiedete ich mich und ließ die Damen und die Möbelpacker wieder weitermachen.
    Als ich wieder an der Zugmaschine war, machte ich mich dann startklar. Als meine Pause voll war, fuhr ich an die Betriebstankstelle und tankte den DAF erst mal voll. Dann machte ich mich auf den kurzen Weg zu DAF. Ich konnte inzwischen wieder direkt durchfahren. Unsere aktuellen Maschinen waren jetzt wohl bekannt. Am zentralen Wareneingang stand dann der fertig geladene Trailer mit der DAF Werbung. Das hieß, dass der Leihauflieger und der Auflieger mit der Krone Werbung unterwegs waren. Dabei fiel mir siedend heiß ein, dass ich seit eineinhalb Wochen in Altenberge einen Auflieger abholen wollte. Außerdem stellte ich fest, dass wir immer noch zu wenig Trailer hatten. Der Leihauflieger sollte schließlich nicht ewig im Fuhrpark bleiben.
    Nun meldete ich mich aber erst mal im Büro und holte meine Papiere für Frechen ab. Nachdem ich meine Übernahmequittung geleistet hatte, ging ich wieder zur Zugmaschine und sattelte auf.

    Anschließend machte ich mich auf den Weg nach Frechen. Zuerst musste ich mich dafür durch den Eindhovener Feierabendverkehr quälen, um nach Leenderheide zu kommen, wo ich auf die Autobahn wollte. Nachdem ich dort angekommen war, fuhr ich in Richtung Venlo auf die A67. Dort lief es dann einigermaßen. Am Knooppunt Zaarderheiken ging es dann auf die A73 in Richtung Roermond. Bei Venlo Zuid wechselte ich dann aber in Richtung Mönchengladbach und der deutschen A61. Auf dieser Autobahn konnte ich dann bis zum Kreuz Kerpen bleiben. Dann ging es auf die A4, die ich dann bei Frechen wieder verließ. Gegen viertel nach Sechs am frühen Abend kam ich dann bei DAF Deutschland in Frechen an. Man wies mir meinen Abladeplatz zu, wo ich dann den Auflieger öffnete.
    Dann war Warten angesagt. Aus irgendeinem Grund passierte erstmal bis 19 Uhr gar nichts. Dann wurde ich immerhin schon mal abgeladen. Gegen halb Acht war der Auflieger dann leer. Nun sollte ich wieder warten, da die Retouren wohl noch nicht alle zusammengestellt waren. Ich rief erstmal Joost an, um ihn über die Verzögerungen zu informieren. „Da habe ich ehrlich gesagt schon mit gerechnet. Deshalb hast du einen Anschluss, wo kein Zeitdruck hinter hängt.“ „Den hast du mir ja gar nicht gesagt.“ „Das habe ich wohl vergessen. Andererseits habe ich auch damit gerechnet, dass du dich noch mal meldest, wenn du auf dem Weg bist.“ „Dann sind wir quitt. Aufgrund des Feierabendverkehrs habe ich daran auch nicht gedacht.“ „Geschenkt. Auf jedem Fall stellst du den Auflieger nachher nur bei DAF ab. Dann können die in aller Ruhe die Retouren abladen. Du fährst dann im Anschluss zu Nagel Veldhoven und übernimmst dort einen Auflieger für Cambridge, England. Die Fährreservierung läuft für die Frachtfähre von Europoort nach Harwich. Die fährt etwas früher, als die reguläre Fähre von Hoek van Holland, nämlich schon um halb Elf, morgen Vormittag.“ „Wann komme ich denn mal nach Altenberge, um den Koffer abzuholen?“ „Mist. An den habe ich ja gar nicht mehr gedacht. Vielleicht bekomme ich ja mal eine Ladung nach Versmold für einen von unseren Fahrern. Dann kann der auf dem Rückweg den Auflieger mitnehmen.“ „Nicht, wenn die für DAF fahren.“ „Hallo? Versmold ist vielleicht von Nagel.“ „Sorry. Die Warterei hier bringt mich ganz durcheinander.“ „Mach dich nicht verrückt. Das Einzige, was du heute überziehen kannst, ist deine Schichtzeit.“ „Eben.“ „Das passt schon. Jetzt lass uns aber auflegen. Tess schaut mich schon ganz böse an.“ „Grüß sie von mir. Dann hat sie wieder bessere Laune.“ „Dein Wort in Gottes Ohr.“ Wir beendeten das Telefonat und ich setzte meine Wartezeit fort.
    Vor lauter Langeweile begann ich schon mit dem Handy zu spielen. Gegen viertel nach Acht wurde dann mit dem Laden begonnen. Inzwischen hatte man aber die Retouren zusammengestellt und man konnte in einem durchladen. Gegen 21 Uhr konnte ich mich dann wieder auf den Weg, zurück nach Eindhoven machen. Es ging dann über den gleichen Weg zurück, den ich auf dem Hinweg genommen hatte. Erst auf die A4, dann die A61 und schließlich über die A73 und A67. Gegen 23 Uhr kam ich dann wieder in Eindhoven am DAF Werk an. Ich sattelte den Auflieger am zentralen Wareneingang ab und ließ mir unsere Papiere unter Vorbehalt unterschreiben.
    Gegen viertel nach Elf fuhr ich dann nach Veldhoven zu Nagel. Dort stand dann alles für mich bereit. Auch hier machte ich zuerst den Papierkram. Dann sattelte ich den Nagel Auflieger auf und machte die obligatorische Abfahrtskontrolle. Um zwanzig Minuten nach Mitternacht konnte ich mich dann auf den Weg in den Fährhafen von Europoort machen. An der Anschlussstelle Veldhoven Zuid ging es dann auf den Randweg. Dann weiter über die A58 in Richtung Tilburg und Breda. Auf dem Weg musste ich dann allerdings noch mal für meine kurze Pause anhalten. Auf dem Rasthof Molenheide fand ich dann auch noch eine halbwegs legale Parkmöglichkeit, die ich für die knappe Stunde verantworten konnte.

    Dann ging es weiter durch die Nacht. Ich folgte der A16 und A15 weiter in Richtung Rotterdam. Schließlich erreichte ich dann aber den Fährhafen von Europoort, wo ich dann auf der Vorstaufläche eine Parkmöglichkeit fand, die besser war, als die bei der kurzen Pause. Nachdem ich mich am rund um die Uhr besetzten Meldebüro angemeldet hatte, legte ich mich dann in die Koje, um noch etwas zu schlafen.Gegen halb Zehn klopfte es und der Einweiser lotste mich an Bord der Fähre. Nachdem der Lastzug seine Parkmöglichkeit gefunden hatte, ging ich erstmal in das Bordrestaurant, um eine Kleinigkeit zu essen. Hinterher war ich dann unschlüssig, wie ich die Überfahrt verbringen wollte. Ich hatte ja schon etwas geschlafen, aber mir war auch klar, dass ich, wenn wir in Harwich ankamen, die nächste lange Schicht vor mir hatte. Schließlich ging ich dann doch in die Kabine und versuchte, noch etwas zu schlafen.

    Mittwoch, den 22. Februar 2017, 18:30 Uhr

    Ein paar Stunden hatte ich dann doch noch geschlafen. Zwar nicht mehr viel, aber genug, dass ich die Nacht ohne Probleme schaffen sollte. Bevor die Fähre dann in Harwich ankam, suchte ich noch mal das Bordrestaurant auf und aß noch etwas.
    Die Fähre legte dann pünktlich an. Ich kam dann auch recht schnell von Bord. Nachdem ich dann mein Navi die beiden Alternativen nach Cambridge durchrechnen lassen hatte, einmal nördlich über die A14 und einmal südlich über den Londoner Ring und dann über die M11, entschied ich mich für die etwas kürzere Strecke über den Londoner Ring. Über Tag hätte ich vermutlich eher die andere Strecke genommen, um diese Uhrzeit sollte das aber funktionieren. Wenn ich nur nach der Landkarte gegangen wäre, hätte ich vermutlich auch die nördliche Route genommen, da sie mir kürzer erschien. Das schien aber zu täuschen. Quer durch, über die Dörfer war für mich keine Option.
    Ich fuhr dann durch den abendlichen Hafen und hielt mich in Richtung der A120, die mich dann in Richtung Colchester führte. Von dort aus sollte es dann über die A12 in Richtung London weitergehen. Es war ruhig auf den Straßen, was mich in meinem Entschluss bestärkte, die südliche Route genommen zu haben. Kurz vor London ging es dann kurz auf den Ring, die M25, die ich dann kurz darauf wieder nördlich über die M11 verließ. Nun ging es auf direktem Weg in Richtung Cambridge. Auf dem Motorway konnte ich denn DAF dann auch richtig ausfahren und bis zum Begrenzer laufen lassen. Hier lohnte sich dann auch die lange Übersetzung des Antriebsstrangs.
    Schließlich erreichte ich die bekannte Universitätsstadt und tauschte die Autobahn wieder gegen eine Schnellstraße, die mich in Richtung des Stadtzentrums führte. Kurz vor dem Stadtzentrum erreichte ich dann ein Industriegebiet, wo sich die Niederlassung der deutschen Discounterkette befand. Es war mit Aldi so vereinbart, dass wir den Trailer nur an die Rampe stellen brauchten. Der sollte dann nach der Entladung von einem Fahrer von Nagel Langdons wieder abgeholt werden.
    Nachdem ich abgesattelt hatte, schaute ich erstmal nach, was Joost denn für mich vorgesehen hatte. Ich fand dann folgende Nachricht vor: „Hallo Marc, Nachdem du den Trailer abgestellt hast, fahr bitte zur Niederlassung von Schenker, die sich in der gleichen Straße befindet. Dort bekommst du über Timocom einen Walking Flor mit Rindenmulch für einen landwirtschaftlichen Großbetrieb in Lotte, bei Osnabrück. Anschließend kannst du dann den Trailer bei Schmitz abholen. Der wird dann morgen Abend rausgestellt und mit Überführungskennzeichen versehen sein. Die Papiere findest du dann auf der Ladefläche. Sonst haben wir keine Chance, den Trailer zu übernehmen. Du bist dann wieder für die Frühfähre von Harwich nach Rotterdam gebucht, die um 7:45 Uhr fährt. Angenehme Nachtschicht. Joost.“ Ich startete den DAF und fuhr zur Schenker Niederlassung, die sich tatsächlich schräg gegenüber befand. Dort wurde ich auch bereits erwartet und konnte den Schubbodenauflieger direkt übernehmen. Anschließend machte ich erstmal meine kurze Pause.
    Nachdem ich mir einen Kaffee organisiert hatte und mir einen kleinen Imbiss zubereitet hatte, ging ich mit dem Laptop online und schaute nach, was denn die beiden anderen Fahrer machen mussten. Nach der Bremen Tour, die Dominic von DAF aus gefahren hatte, bekam er eine Zwischentour von DAF nach Frechen und zurück. Im Gegensatz zu meinen Retouren hatte er aber nur Leergut zurückbekommen. Für den Donnerstag war er dann bei Nagel eingeplant, wo er eine Ladung nach Strasbourg bekommen sollte. Art bekam nach seiner Rotterdam Tour eine Ladung leerer IBC Container, die zur ENI Niederlassung nach Duisburg gehen sollten. Dabei stellte ich mit Erstaunen fest, dass ENI eine Niederlassung in Duisburg hatte. Da hatte ich noch nie was von gehört.
    :whistling: :D Dann sollte er mit dem leeren Trailer wieder zurückkommen, den Auflieger bei DAF abstellen und dann bei Nagel für Dover laden.
    Ich war zufrieden. Joost hatte die Firma gut im Griff. Da brauchte ich mir wohl keine Gendanken machen. Ich fuhr den Laptop wieder herunter und machte mich dann langsam auf den Weg zurück nach Harwich.

    Inzwischen hatte es mal wieder zu Regnen begonnen. Offensichtlich wollte mich die Insel nie ohne das Klischeewetter lassen. Nur Nebel hatte ich bereits länger nicht mehr hier gehabt. Für den Rückweg hatte ich dann wieder die südliche Route geplant. Also fuhr ich wieder über die Schnellstraße zurück zur M11. Dort ging es dann auch wieder in Richtung London. Via M25 und A12 fuhr ich dann weiter in Richtung Colchester, wo ich mich dann wieder auf die A120 in Richtung Harwich hielt. Gegen halb Drei erreichte ich dann wieder den Fährhafen, wo ich am Abend losgefahren war. Dort suchte ich mir einen Platz auf der Vorstaufläche und meldete mich am Terminal an. Anschließend legte ich mich in die Koje, bis mich der Einweiser wieder aus meinen Träumen riss. Nachdem ich den Lastzug auf der Fähre abgestellt hatte, ging ich erstmal frühstücken. Anschließend legte ich mich wieder hin.

    Donnerstag, den 23. Februar 2017, nachmittags:

    Nachdem ich noch mal ein paar Stunden geschlafen hatte, stand ich dann auf und machte mich fertig. Dann ging ich noch eine Kleinigkeit essen. Den Verdauungsspaziergang an Deck sparte ich mir aber. Es regnete nämlich aus Kübeln. Offensichtlich hatten wir das Klischeewetter von der Insel irgendwie mitgenommen. Gegen halb Vier am Nachmittag legte die Fähre dann bei strömendem Regen an. Der Kontinent war wieder erreicht. Da ich recht weit vorne gestanden hatte, war ich dann auch einer der ersten, der die Fähre verlassen konnte. Durch die dichten Regenwolken war es heute bereits am Nachmittag so dunkel, wie sonst am Abend. Zusammen mit den anderen Fahrzeugen, die aus dem Bauch der Fähre gekommen waren, machte ich mich nun auf den Weg durch den Hafen in Richtung zur N15. Dort versuchte ich mich dann in den Berufsverkehr einzufädeln. Schließlich war ich auf der N15, die kurz darauf zur A15 wurde. Am Dreieck Benelux wechselte ich dann auf die A4 in Richtung Amsterdam und Schiphol. Auch hier herrschte reger Verkehr. Dass es dabei regnete, machte die Sache auch nicht wirklich besser. Vorbei an Den Haag und Leiden ging es dann mäßig fließend in Richtung Amsterdam. Dort nahm ich die Südliche A10 um die Hauptstadt und hielt mich dann weiter in Richtung Hilversum, um auf die A1 zu kommen.

    Auf dieser durchquerte ich dann die Niederlande einmal komplett in West – Ost Richtung. Ich muss glaube ich mal mit Joost sprechen, damit ich mal wieder im Hellen unterwegs bin. Dachte ich bei mir. Diese Fahrerei im Dunkeln nervte mich ein wenig. Manchmal machte zwar Sinn, so wie gestern in England. Auf die Dauer mochte ich das aber nicht.
    Als ich die deutsche Grenze passierte, war es tatsächlich immer noch am Regnen. Es war also kein Schauerwetter, sondern ein richtiger Landregen. Während der Fahrt ging dann auf einmal das Telefon. Es war Joost. „Hallo Brüderchen. Regnet es in Eindhoven auch so doll, wie hier?“ „Den ganzen Tag schon. Gut, dass wir nicht mehr lange auf den alten Platz müssen. Auf dem unbefestigten Platz kann man wahrscheinlich eine Kneipp Kur machen. Hoffentlich bleibt mein Rollstuhl gleich nicht stecken.“ „Wie weit sind die Damen denn in der neuen Zentrale?“ „Tess hat mir gerade ein paar Bilder per WhatsApp geschickt. Sieht schon ganz gut aus. Morgen kommen nur noch die IT Leute, für die Telefon- und Internetanschlüsse, dann können wir hier alles dichtmachen. Ich habe hier nur noch einen PC und einen Aktenschrank mit Ordnern stehen und meinen Schreibtisch natürlich. Die paar Sachen fahren wir morgen Nachmittag rüber. Hier steht übrigens noch dein alter Golf in der Ecke und gammelt vor sich hin. Was machen wir damit?“ „Den soll sich irgendein Autoverwerter zum Ausschlachten abholen. Für mehr taugt der nicht mehr.“ „Gut. Dann mal zu deiner Tourenplanung. Du bringst jetzt den Auflieger nach Lotte und sattelst den dort ab.“ „Wär‘ ich alleine nicht drauf gekommen.“ „Geht ja noch weiter. Dann holst du den Trailer in Altenberge ab. Ist alles, wie besprochen. Der steht draußen und die Papiere liegen hinten drauf.“ „Gut. Mogeln wir wieder und fahren beladen mit Überführungskennzeichen, oder geht es dann leer zurück?“ „Wenn du mich so fragst. Was würdest du in der Nacht bei so einem Wetter machen? Da kontrolliert doch eh keiner.“ „Hast du auch wieder Recht. Dann nach Versmold?“ „Nee, nach Rheine. Ich schicke dir die Adresse gleich noch durch. Eine Ladung Fertiggerichte für Nagel, Veldhoven. Anschließend musst du mal schauen, ob du in Veldhoven stehen bleibst, oder noch zum Platz kommst. Morgen geht es dann wahrscheinlich ab Nagel weiter.“ „Ich werde aber auf jedem Fall zum Tanken vorbeikommen müssen.“ „Das kannst du ja auch noch morgen machen.“ „Dann schau ich mal.“ „Denk daran, dass morgen Freitag ist. Es macht vielleicht mehr Sinn, bei Nagel stehen zu bleiben und die Pause zu verkürzen, als auf einen Zehner zu gehen.“ „Da ist was dran.“ „Dann mache ich jetzt Feierabend.“ „Pass gleich wirklich auf, dass du dich nicht mit dem Rollstuhl festfährst.“ „Dann muss ich Tess anrufen. Die ist wohl noch in der neuen Firma.“ „Komm gut nach Hause.“ Wir beendeten das Telefonat und ich konzentrierte mich auf den Verkehr auf der A30.
    Gegen 20 Uhr erreichte ich die Anschlussstelle Lotte. Ich verließ die Autobahn und musste noch ein Stück über Land fahren.

    Lotte war von der Fläche her nicht gerade klein, das meiste war aber Wald und Felder. Etwa zehn Minuten später erreichte ich dann den Gutshof, der den Rindenmulch bekam. Als ich auf den Hof fuhr, schlugen die Hunde bereits an. Ich ging also davon aus, dass es nicht lange dauern würde, bis jemand auftauchte. Kurz darauf leuchtete der Kegel einer Taschenlampe auf. Dem Lichtkegel folgte dann eine dunkle, untersetzte Gestalt. Er leuchtete kurz auf mein Kennzeichen und kam dann zur Fahrertür. „Ich erwarte doch gar nichts aus Holland.“ Brummte er nur. „Guten Abend.“ Erwiderte ich erstmal. „N‘ Abend.“ Brummte er zurück. „Zeich ma deine Papiere.“ „Kommt ja auch nicht aus Holland.“ Sagte ich, als ich ihm die Papiere gab. „Frischer Rindenmulch aus England.“ „Ach das Zeuch.“ Brummte er zurück. „Bleibt der Auflieger hier, oder willste noch abladen?“ „Nee, lass mal. Das könnt ihr morgen im Hellen machen.“ „Auch gut.“ Brummte er zurück. „Klingst gar nicht, wie ‚nen Kaaskopp.“ Da er wohl dachte, einen deutschen Fahrer eines Holländischen Spediteurs vor sich zu haben, meinte er auch noch pampig werden zu können. „Werd‘ mal nicht frech.“ Sagte ich nur warnend. „Warum? Du bist doch garantiert Deutscher.“ „Das hat doch damit nichts zu tun.“ Das waren die richtigen. Arbeitet für einen internationalen Agrarkonzern und schimpft über Ausländer. „Ich bin immerhin zur Hälfte Niederländer.“ „Is mir egal. Stell den Auflieger da vors mittlere Tor und sieh zu, dass du weiterkommst. Ich will hier am Abend meine Ruhe haben.“ Eigentlich hatte ich vor, zu fragen, ob ich hier meine kurze Pause machen konnte. Darauf verzichtete ich aber gerne. Da stellte ich mich lieber in eine Bushaltestelle. „Dann mach deinen Friedrich-Wilhelm unter den Frachtbrief, dann bin ich sofort weg.“ Ich startete den DAF und ließ ihn demonstrativ zweimal aufheulen, bevor ich den Gang einlegte. Dann zog ich eine Schleife zum Wenden so, dass er einen Satz zur Seite machen musste. Er drückte mir dann schimpfend meine Papiere in die Hand und verschwand wieder im Dunkeln. Ich sattelte den Trailer ab und fuhr mit der Zugmaschine vom Hof. Dann suchte ich mir eine Ecke, wo ich meine kurze Pause machen konnte. Während der Pause goss ich mir als Snack eine Fünf Minuten Terrine auf und löffelte diese in Ruhe.

    Dann machte ich mich auf den Weg nach Altenberge. Dort angekommen, folgte ich der Beschilderung zu Tor 1 von Schmitz Cargobull. Dort war ja auch das Gebrauchtfahrzeugcenter. Als ich dort ankam, sah ich den Auflieger schon auf einem Parkplatz stehen. Zum Glück wusste ich, was ich für einen Trailer mitnehmen sollte. Es standen dort nämlich mehrere Gebrauchte zur Abholung bereit. Ich sattelte auf und machte meine Abfahrtskontrolle. Dann holte ich die Papiere vom Trailer und machte mich wieder startklar. Über die B54 und die B70 ging es dann nach Rheine. Zum Glück arbeitete die Firma dort rund um die Uhr.
    Joost hatte gut geplant. Pünktlich zu meinem Zeitfenster kam ich an der Ladestelle an. Dort bekam ich dann zum Glück eine Ladung, die genau aus 33 Paletten bestand. So hatte ich wenigstens einen kompletten Formschluss und brauchte die Ladung nicht sichern. Ich hatte an Ladungssicherungsmitteln nämlich nur das dabei, was ich für alle Fälle in der Zugmaschine hatte. Der Trailer musste zu Hause ja noch ausgerüstet werden. Da um diese Zeit nicht viel los war, kam ich dann relativ schnell weiter. Über die B70 ging es zurück auf die A30, wo ich dann in Richtung Amsterdam wieder auffuhr. Dann ging es wieder zurück über die Grenze in die Niederlande. Auf der A1 ging es dann weiter in Richtung Amsterdam, bis ich am Knooppunt Beekbergen auf die A50 wechselte. Dann ging es in Richtung Arnheim. Dann mal wieder auf die A12 in Richtung Utrecht und wieder auf die A50 in Richtung Nijmegen. Schließlich folgte ich der A50 weiter in Richtung Eindhoven, bis ich am Randweg ankam. Dem folgte ich dann bis zur Anschlussstelle Veldhoven Zuid. Ein paar Minuten später war ich dann bei Nagel angekommen. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich dann wirklich besser bei Nagel stehen blieb. Ich sprach mich mit dem Lagermeister ab, wo ich den Auflieger hinstellen konnte. Dann sattelte ich ab und setzte mich auf die Seite. Dann machte ich Feierabend. Ich wollte erstmal ein paar Stunden schlafen, dann würde ich mich mit Joost in Verbindung setzen.

    Freitag, der 24. Februar 2017, später Vormittag:

    Nachdem mich mein Wecker aus der Koje geklingelt hatte, ging ich erst mal bei Nagel in den Sanitärbereich für Fahrer. Dort machte ich aus mir wieder einen Menschen. Anschließend ging ich kurz in die Dispo, um mir einen Kaffee zu holen. „Dein Auflieger ist noch in der Beladung.“ Begrüßte mich Jan. „Dir auch einen guten Tag. Ich weiß noch gar nicht, was ich fahre. War gerade duschen und wollte jetzt gleich Joost anrufen. Ich wollte mir nur schon mal einen Kaffee holen.“ „Du bekommst eine Ladung für Calais von uns. Joost war heute früh schon hier und hat die Trailer Papiere geholt. Außerdem hat er Ladungssicherungsmittel für den Trailer mitgebracht. Entweder wollten er oder seine Freundin zur Zulassungsstelle fahren, um den Trailer zuzulassen.“ „Verstehe.“ „Der Meister hat uns heute Morgen gesagt, dass du vor zwölf nicht losfahren kannst.“ „Stimmt. Dann habe ich erst die neun Stunden um.“ „Bis dahin haben wir auch deinen Auflieger fertig und ich denke, bis dahin hast du auch ein Kennzeichen und die Papiere.“ „Gut. Dann werde ich jetzt mal eben Joost anrufen.“ Ich ging zum LKW und telefonierte mit Joost. „Hallo Marc. Schön, dass du dich meldest.“ „Da ist ja schon wieder ganz schön was los. Was ist das mit der Zulassung?“ „Ist mir in der Nacht eingefallen. Wenn du am Vormittag noch stehst, können wir doch den Trailer direkt zulassen. Ich habe Tess eine Vollmacht mitgegeben und sie gebeten, das für uns zu machen.“ „Hat sie denn im neuen Büro nichts mehr zu tun?“ „Da ist alles so gut wie fertig. Der IT Onkel macht gerade die letzten Sachen, dann kann es losgehen. Mama macht die letzten Kleinigkeiten. Da ist sie aber auch bis Mittag mit fertig. Für den restlichen Umzug habe ich Art heute aus der Planung genommen. Wenn der aus Rotterdam wieder da ist, kommt der hier zum Platz. Ich habe auch noch ein, zwei Kumpels zum Schleppen verpflichtet und dann ist die alte Bude Geschichte. Ich hätte das ja auch mit Art alleine gemacht, aber ich bin nicht mehr so ein guter Möbelpacker. Oder hast du schon mal einen Möbelpacker im Rolli gesehen?“ Joost lachte herzhaft. „Gibt es denn von Calais was zurück?“ „Mit Sicherheit. Von Calais habe ich bisher immer was bekommen. Da arbeite ich aber noch dran.“ „Dann will ich dich nicht länger aufhalten.“ Wir beendeten das Telefonat. Kurz darauf kam Tess auf den Hof und brachte mir das Kennzeichen und die Papiere.

    Wie versprochen, war der Auflieger um zwölf Uhr fertig beladen. Ich startete den DAF und sattelte den Trailer wieder auf. Dann schloss ich die Türen und brachte das Kennzeichen an. Anschließend holte ich meine Frachtpapiere aus dem Büro und machte mich auf den Weg. Mein erstes Zwischenziel lag aber in Eindhoven. Ich musste nochmal zum Platz, um zu tanken.

    Als ich an der Firma ankam, packte der IT Mann gerade seine Sachen ins Auto. „Hallo, alles fertig?“ fragte ich ihn. „Soweit schon. Im Laufe des Nachmittags stellt die KPN dann noch den Anschluss hierhin um, dann ist alles erledigt. Ich habe Ihrem Bruder empfohlen, die Rufumleitung auf sein Handy zu stellen, damit er erreichbar bleibt. Nach der Umstellung ist der alte Anschluss ja tot.“ „Dann kann es ja hier losgehen.“ „Dem steht nichts mehr im Wege. Sie haben ja jetzt ein richtig schickes Büro. Wie bei einer großen Spedition.“ „Vielleicht werden wir das ja mal.“ "Ich verabschiede mich. Einen Kunden habe ich noch, bevor es ins Wochenende geht.“ Er stieg in sein Auto und fuhr los. Ich tankte eben den DAF voll und ging dann anschließend noch mal ins Büro hoch.
    Ich war beeindruckt. Die Damen hatten ganze Arbeit geleistet. Es wirkte wirklich, wie in der Zentrale einer größeren Spedition. Es fehlten nur noch die wenigen Sachen, die noch bei Joost im alten Büro waren. Wobei es dabei in erster Linie um die Unterlagen ging. Die Rechner und Möbel waren sowieso neu gekommen. Genau, wie die Telefonanlage. Das war auch das einzige, was noch nicht funktionierte. Eben erst nach der Umstellung durch die KPN. „Dann kann es ja richtig losgehen.“ Stellte ich fest. „Sobald der Anschluss freigeschaltet ist, läuft alles. Ein Testlauf ist bereits gemacht worden. Alle Einstellungen passen. Ab heute Nachmittag sind wir hier vernetzt. Der alte Rechner von Joost wird, genau wie der alte Schreibtisch unten ins Lagerbüro gebracht. Da muss das dann auch nur eingesteckt werden. Dann können die Fahrer da ihre Spesenabrechnung machen.“ „Dann kann ich ja beruhigt nach Calais fahren.“ „Wann kommst du denn wieder?“ fragte Katrijn. „Normalerweise in der Nacht. Calais und zurück passt in einer Schicht.“ „Du kommst in einer Schicht hin und zurück?“ „Sag ich ja.“ „Nimmst du mich dann mit?“ „Wie bitte?“ „Pieter hatte mir das immer schon versprochen, dass er mich mal mitnimmt. Aber irgendwie hat das nie geklappt, weil er nie wusste, wann er wieder zurück ist. Ich wollte immer schon mal mitfahren.“ „Ich fahre aber in ein paar Minuten.“ „Kein Problem. Wir sind hier fertig.“ „Macht ruhig.“ Sagte Tess. „Die letzten Kleinigkeiten mache ich. Bis dahin ist Joost dann auch hier.“ „Okay, dann komm.“ Wir gingen zum LKW runter, wo Katrijn erstmal kritisch den Auflieger begutachtete. „So ganz passt er ja nicht zur Zugmaschine.“ „Das geht aber noch. Bei einem Gebrauchten wird das nie so ganz zusammenpassen.“ „Eigene Werbung wolltet ihr ja eh nicht auf den Aufliegern.“ „Wir hatten gedacht, die Flächen für Kundenwerbung zu lassen. Das erhöht ja auch die Kundenbindung.“ „Jetzt haben wir aber schon zwei Auflieger mit Werbung für Trailer Hersteller. Da fahren wir doch gar nicht für.“ „Dann ist es eben nicht nur Kundenwerbung, sondern auch Lieferantenwerbung.“ Grinste ich. Wir stiegen ein und machten uns auf den Weg.
    Während ich mich durch Eindhoven auf den Weg nach Leenderheide machte, sah sich Katrijn erstmal gründlich in der Zugmaschine um. „Ganz Nett hier. Ich hatte mir das immer etwas anders vorgestellt.“ „Wie denn?“ „Weiß auch nicht. Anders halt.“ "Auch im LKW hält inzwischen immer mehr Fortschritt Einzug. Karge Armaturenbretter gibt es eigentlich seit den 80er und 90er Jahren nicht mehr. Lenkräder mit Bedientasten sind allerdings erst in diesem Jahrzehnt üblich geworden. Die Automatik im LKW etwa seit dem letzten Jahrzehnt. Bald wird es schwierig, noch einen LKW mit Schaltknüppel zu finden.“ „Nur an dem Hartplastik sollte man vielleicht noch was ändern.“ „Das sieht bei anderen Marken inzwischen aber auch schon anders aus. Außerdem ist das im neuen XF auch schon besser. Die Materialien werden auch hier hochwertiger.“ „Aha.“ Wir fuhren auf die Autobahn und hielten aus auf die A67 in Richtung Antwerpen. Ich beschleunigte den Lastzug und stellte den Tempomat auf 82. „Nervt das nicht, die ganze Zeit so langsam zu fahren?“ „Es geht. Man gewöhnt sich dran. Aber du wirst gleich noch sehen, wenn wir Antwerpen näherkommen, dass das schon seinen Sinn hat. Wir haben ja auch einen gewissen Anhalte Weg. Ganz Zeitgemäß sind die Tempolimits für LKW vielleicht nicht mehr, immerhin wurden diese beschlossen, als die Technik weder Scheibenbremsen, noch ABS oder die meisten anderen Sicherheitsfeatures im LKW beinhaltete.“ „Dafür ist der Verkehr inzwischen dichter.“ „Das ist ja das, was ich meinte. Wenn wir gleich im Freitagnachmittag Verkehr durch Antwerpen müssen, merkst du das schon.“ Wir passierten die belgische Grenze und kamen an Turnhout vorbei. Schließlich erreichten wir das Dreieck Ranst, wo wir dann wirklich kurz vor Antwerpen waren. Dort war der Verkehr dann bereits erheblich dichter geworden. Passenderweise ging dann das Telefon. Joost war dran. „Hallo kleiner Bruder. Was gibt’s?“ „Ich habe gerade deine Rückfracht angenommen. Die wollte ich dir eben durchgeben.“ „Katrijn, kannst du mitschreiben? Ich muss mich auf den Verkehr konzentrieren.“ „Ja, klar.“ „Mama? Was machst du denn da?“ „Ich wollte doch mit Papa schon immer mitfahren. Das hat nicht geklappt, jetzt fahre ich halt eine Tour mit Marc mit.“ „Hast du überhaupt irgendwelche Sachen mit?“ „Wofür? Calais ist doch eine Tagestour.“ Sagte ich. „Jetzt nicht mehr. Die Rückladung muss nach Rotterdam. Dann schafft ihr das nicht mehr nach Hause.“ „Das auch noch.“ „Ich wusste ja nicht, dass Mama mitfährt.“ „Dann muss ich halt im LKW schlafen.“ Sagte Katrijn. „Hier sind doch zwei Liegen drin.“ „Aber kein Bettzeug für die zweite Liege.“ „Absagen kann ich die Ladung nicht mehr.“ „Dann suche ich uns nachher ein Hotel oder Motel.“ „Geht ja nicht anders.“ „Das geht schon für eine Nacht.“ Sagte Katrijn versöhnlich. Joost gab dann die Angaben durch, die Katrijn mitschrieb. Dann sagte er: „Ihr seid aber nicht die Einzigen, die erst am Samstag reinkommen. Dominic ist auch noch auf dem Weg nach Flensburg. Der ist aber fast da. Morgen braucht er nur noch zurückfahren. Er bekommt Sammelgut von Padborg für Nagel Veldhoven. Zum Glück hatten die eine Ladung für eine Plane da.“ „Dann passt das ja.“ „Ich bin gleich nur noch über Handy erreichbar. Wir klemmen gleich die Sachen im alten Büro ab. Ab dem späten Nachmittag bin ich dann im neuen Büro erreichbar.“ „Viel Spaß beim Umzug.„Euch auch viel Spaß.“ Wir legten auf.
    Inzwischen hatten wir Antwerpen und den dichten Verkehr hinter uns gelassen. Nach dem Kennedytunnel lief wieder alles normal. Nun ging es über die E17 in Richtung Gent. Bei Zwijnaarde wechselten wir auf die E40, der wir dann auch später bei Jabbeke folgten. „Können wir wohl gleich mal anhalten?“ fragte Katrijn. „Irgendwie habe ich heute noch nicht viel gegessen. Mein Kreislauf macht sich gerade bemerkbar.“ „Kein Problem. Wir müssen wohl sowieso vor Calais noch mal stehen bleiben. Durch den Verkehr bei Antwerpen schaffen wir das nicht in einer Rutsche bis Calais. Außerdem habe ich auch Hunger.“ Am nächsten Rasthof machten wir dann Pause und gingen was essen.

    Trotz der Nachricht, dass wir nicht nach Hause kamen, war Katrijn aber sehr gut gelaunt. „Irgendwie macht mir das Spaß, mit dir mitzufahren.“ „Das freut mich.“ „Vielleicht sollte ich das öfter mal machen.“ „Denk daran, dass du auch genug im Büro zu tun hast. Joost hat mit seiner Dispo schon genug um die Ohren. Zumal er das nicht gelernt hat. Wir haben ja ab nächste Woche noch einen Fahrer mehr, den er einteilen muss. Ihr hattet ja noch einen eingestellt.“ „Stimmt. Womit soll der eigentlich fahren?“ „Wir werden wohl noch einen zweiten Leihwagen brauchen. Ich hatte gedacht, ich würde mehr Gebrauchte finden. Aber als Dreiachser ist das nicht so einfach.“ Wir aßen dann erstmal in Ruhe zu ende. Dann machten wir uns wieder auf den Weg nach Calais. Nach der Grenze ging es auf der A16 weiter. Dort konnten wir den Lastzug auf 90 Km/h beschleunigen.
    Gegen viertel vor Sechs erreichten wir dann Calais. Als wir durch das Industriegebiet fuhren, kamen wir an einem MAN Händler vorbei. Dabei entdeckte ich auf dem Platz, wo die Gebrauchten standen, einen TGX, der meine Aufmerksamkeit erweckte. „Wir müssen mal kurz da anhalten.“ Sagte ich zu Katrijn und fuhr auf den Platz des MAN Händlers.

    Wir stiegen aus und wollten gerade zu der Zugmaschine gehen, als ein Verkäufer auf uns zukam und uns auf Französisch ansprach. Ich verstand ihn im ersten Moment nicht. Katrijn aber, die zwar kein Deutsch konnte, aber dafür umso besser französisch sprach, hatte ihn verstanden. „Er sagt, dass sie in ein paar Minuten schließen.“ Übersetzte sie es mir. „Sag ihm, dass ich eine Zugmaschine gesehen habe, die ich mit großer Sicherheit kaufen werde. Vielleicht hat er dann etwas mehr Zeit.“ Sie übersetzte es ihm. Offensichtlich war das Argument gut genug. Der Verkäufer lächelte und gab uns die Hand. Die Aussicht, in dieser Woche noch eine satte Provision einzustreichen, entschädigte wohl für die Überstunden. Wir gingen zu der Zugmaschine, die ich entdeckt hatte. Es war ein TGX der letzten Modellreihe, bevor die Euro6 Modelle kamen. Laut Typenschild an der Tür hatte er die 440 PS Maschine und war mit der XLX Kabine ausgerüstet. Die Achskonfiguration war genau, wie ich sie haben wollte, mit Vorlaufachse. Der Verkäufer sagte wieder etwas, was Katrijn mir dann übersetzte: „Er fragt, ob er die Maschine in die Verkaufshalle fahren soll. Da ist es heller, als hier draußen.“ „Wenn das keine Umstände macht.“ Der Verkäufer lief sofort los und holte die Schlüssel. Dann setzte er den TGX in die Verkaufshalle.

    Dort redete er wie ein Wasserfall. Katrijn musste ihn immer zwischendurch stoppen, um mir das Wesentliche zu übersetzen. Der TGX war etwas jünger, als der DAF, mit dem wir hierwaren. Er war bereits in der Schadstoffklasse EEV. Von der Laufleistung lag er auch etwas unter der, des DAF. Er war von einem Spediteur, der für Michelin fuhr. Für diesen hatte das Fahrzeug Linienverkehr auf die Insel gefahren. Daher die Version mit der Vorlaufachse. Der Spediteur hatte aber inzwischen seinen Fuhrpark auf Euro6 umgestellt und gab deshalb die Maschine ab. Die Ausstattung war okay, Der Preis war angemessen. Die Lackierung passte auch gut für uns. Es musste nur die Werbung für Michelin entfernt werden und unsere aufgeklebt werden. Das Fahrzeug war sehr gepflegt und von Außen, wie von Innen wie neu. Ein bisschen verhandelten wir noch um den Preis, was nicht ganz so einfach war, da Katrijn alles übersetzen musste. Schließlich war ich aber mit dem Preis zufrieden und hatte dem Händler noch die Überführung zu unserer Werkstatt nach Eindhoven aus dem Kreuz geleiert. Inzwischen hatte der Händler bereits seit einer halben Stunde Feierabend, lächelte aber glücklich und zufrieden, als er uns verabschiedete.
    Nun konnten wir uns wieder auf den Weg zu unserer Entladestelle machen. „Doch keinen zweiten Leihwagen.“ Sagte ich zufrieden. „Ich dachte, wir hätten nach gebrauchten DAF gesucht.“ Sagte Katrijn. „Aber der MAN ist auch schick.“ „Wir müssen nur mehr, als 50 % DAF im Fuhrpark haben, um die Klausel im Vertrag mit DAF zu erfüllen. Ich wollte sowieso einen Fuhrpark aus zwei bis drei Marken haben. So kann man immer besser verhandeln, wenn es irgendwann um Neufahrzeuge geht.“ „Verstehe.“ Zehn Minuten später erreichten wir die Spedition, wo wir dann abladen und wieder laden sollten. Hier konnte ich mich auch wieder anmelden, da hier auch englisch gesprochen wurde. Man wies uns ein Tor zu, wo wir dann ansetzen konnten. Während ich mich um die Be- und Entladung des Aufliegers kümmerte, telefonierte Katrijn vom Fahrerhaus aus mit Joost und berichtete ihm von unserer Neuanwerbung.

    Gegen halb Acht am Abend konnten wir uns dann auf den Weg nach Rotterdam machen. Wir fuhren zurück zur A16 in Richtung Dunquerke. Dann ging es über die Grenze nach Belgien. Ich merkte langsam, dass Katrijn wohl müde wurde. Sie redete immer weniger und starrte aus dem Fenster. „Hast du was?“ fragte ich sie. „Einerseits bin ich müde, andererseits denke ich gerade über etwas nach.“ „Kann ich dir dabei irgendwie helfen?“ „Ich weiß nicht genau. Ich stehe vor einer Entscheidung, bei der ich noch nicht ganz sicher bin.“ „Willst du darüber reden?“ „Bin mir nicht sicher.“ „Du weißt schon, dass reden hilft. Vor Allem, wenn man die ganze Sache Problemorientiert betrachtet.“ „Vielleicht hast du recht.“ „Mit Sicherheit.“ „Ich denke mal darüber nach.“ Sagte sie. Dann schaute sie wieder schweigend aus dem Fenster.
    Inzwischen hatten wir Jabbeke hinter uns gelassen und näherten uns Gent. Am Kreuz Zwijnaarde ging es dann auf die E17, in Richtung Antwerpen. „Kann ich mich etwas langlegen?“ fragte mich Katrijn. „Selbstverständlich. Nimm aber bitte die untere Koje. Das ist während der Fahrt besser. Ich hoffe, mein Bettzeug stört dich nicht.“ „Überhaupt nicht.“ Sie zog die Schuhe aus und legte sich dann in meine Koje. Während ich auf dem Ring um Antwerpen herumfuhr, wusste ich nicht, ob Katrijn schlief, oder ob sie immer noch grübelte. Ich hatte auch keine Ahnung, was sie da beschäftigte. Es schien ihr aber immens wichtig zu sein.
    Hinter Antwerpen ging es dann über die E19 in Richtung Breda weiter. Nach der Grenze ging es dann über die A16 immer weiter in Richtung Rotterdam. Bei Ridderkerk wechselte ich dann auf die A15 in Richtung Rotterdam. Wenige Minuten später konnten wir dann die Autobahn verlassen. Die Spedition, zu der die Ladung ging, kannte ich inzwischen schon. Hier war ich in den letzten Wochen bereits ein paar Mal gewesen. Als ich dann dort ankam, suchte ich mir den Lagermeister. Mit ihm sprach ich dann ab, dass ich den Auflieger bis zum Mittag dort stehen lassen konnte. Dann wollte ich ihn wieder abholen. Nachdem das abgeklärt war, sattelte ich den Auflieger an dem Tor ab, was mir genannt worden war. Dann fuhr ich zu einem Hotel in der Nähe.

    Dort angekommen, weckte ich Katrijn und wir gingen hinein. Ein Doppelzimmer war noch frei, sonst war alles belegt. „Gut. Dann nimm du das Zimmer. Ich schlafe im LKW.“ Sagte ich zu Katrijn. „Bitte komm mit rein.“ Sagte Katrijn. „Ich habe mich entschlossen, mit dir über das zu reden, was mich vorhin beschäftigt hat.“ „Wenn du meinst…“ sagte ich zögernd. „Wir sind beide erwachsen. Was soll schon passieren, wenn wir uns ein Zimmer teilen.“ „Na gut.“ Sagte ich.
    Als wir im Zimmer ankamen, ging Katrijn erstmal ins Bad und machte sich frisch. Nachdem sie herauskam, ging ich dann ins Bad. Auch ich wusch mich noch schnell. Als ich dann zurück ins Zimmer kam, war ich dann erstmal erstaunt, was mich erwartete…

    Fortsetzung folgt…
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

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