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Ein bißchen Russisch?

  • Die Tage mit Klaus vergingen wie im Flug. Er gab immer wieder alte Stories zum Besten und so manches Mal kullerten Tränen übers Gesicht. So ist das, wenn man vor lauter Lachen heult. Nach diversen kleinen Aufträgen nach Bremen und Aalborg ging es dann für uns heimwärts. Dort wartete eine Riesenüberraschung auf uns. Eins kann man mir glauben, so schnell war der Motor noch nie aus. In der Halle stand ein Haufen Menschen und vor allen, wie zum Gruppenfoto, ein Kinderwagen. "Herzlichen Glückwunsch Opi!" Ein schöner Chor! "Ja herzlichen Glückwunsch Opi. Und das Beste kommt jetzt. Die Kleine heißt Sophia Denise Hartmann und sie ist kerngesund und putzmunter." "Du wusstest das und hast dicht gehalten? Was bistn du fürn Kollege?" Ich buffte Klaus kräftig gegen die Schulter. Dann ging ich zu Nina und drückte sie ganz fest. "Mädel, ich bitte dich. Gib ihr als Rufnamen Sophia." "Das lieber Opa müssen wir uns noch überlegen!" Sie grinste und gab mir nen dicken Schmatzer auf die Wange. Und dann gab es endlich auch einen langen Begrüßungskuss von Corinna.
    In den nächsten Tagen und Wochen gab es viel zu lachen, aber auch jede Menge zu tun. Und es gab seltsamen Besuch auf dem Gelände. Ein Manfred Wusseng von MW-Trans fragte bei Karen an, ob er seinen Zug bei uns abstellen dürfe. Nur für eine Pause versteht sich. Normalerweise würde mich Karen da gar nicht fragen. "Mädel, warum rufst du wegen so etwas an?" "Die Sache ist die, er fährt ne Mülltonne, öhm nen Actros." "Okay normalerweise hätte ich jetzt gesagt nein. Aber der Kerl braucht ne Pause, also kriegt er die. Hoffentlich kommt er beim nächsten Mal mit einem vernünftigen Lkw um die Ecke." "Der Auflieger scheint schon was vernünftiges zu sein. Im ersten Moment dachte ich fast, da kommt einer von unseren rein." "Also ein ordentlicher Trailer hinter ner Mülltonne. Zeig ihm die Sanitärräume und gib ihm nen Kaffee. Den wird er brauchen." "Mach ich Viki. Schönen Abend noch!"
    Im Gegensatz zur landläufigen Meinung steht die Logistikbranche über Weihnachten und Silvester nicht still. Mehrere Touren nach Frankreich und auch nach Afrika standen an. Außerdem sollte wie jedes Jahr ein Transport mit Geschenken nach Griechenland gehn. Hier wurde es knifflig. Normalerweise wollte ich diese Fuhre selber machen. Doch diesmal entspann sich ein richtiger Krach, wer fahren darf. Also mußte der Hut von Olaf dran glauben. Ein kleiner Zettel mit nem Kreuz und jede Menge Zettel die leer waren lagen darin und dann wurde unter großem Tammtamm gezogen. Gewonnen hat Agnieszka, die dann (welch Wunder) Thorben zu ihrem Beifahrer aus erkor. Na von mir aus.
    Für uns ging es im neuen Jahr weiter. Da Corinna momentan im Betrieb aushalf, nahm ich Sven auf die Tour mit. Zunächst sollte ein Bürocontainer nach Erfurt. Das war ja nun kein besonders schwerer Auftrag und so ließ ich Sven fahren.
    Danach wurde es etwas knifflig und ich ahnte schon, das da jemand einen Weg gefunden hat, das Embargo mit Russland zu umgehen. Baumaschinen von Erfurt nach Krasnoslobodsk. Auftraggeber war ein schwedischer Unternehmer, der sich auch um die Rücktour kümmerte. Nun gut, wir fahren von A nach B, mit C haben wir nix zu tun oder so ähnlich. "Wo liechtn das Kaff eijentlich?" "Das, mein lieber Sven, weiß ich auch noch nicht. Aber ich hab mir sagen lassen, das es in Russland liegt." "Iss nich wahr. Wie kommste da druff. Lass mich raten, du hast die Papiere jesehn." "Richtig, mein Freund." "Liegt in der Nähe von Stalingrad, achnee heißt ja jetzt anders. Wolgograd oder so." Der alte Mann wusste wovon er redet. "Mein Vater war dort mit Paulus`s Truppe. Danach hatter Sibiren kennengelernt. Kenne ihn nur von Briefen, ist nie zurückgekommen. Aber die Russen konnten nichts dafür." Es war ein ironischer Unterton in dem was er sagte. "Na dann werden wir mal losreiten." "Gebt auf euch acht. Der Schwede nimmt es sehr genau mit den Touren." "Gut zu wissen, dann wollen wir mal."

    Der Winter war in Deutschland angekommen und die Gegend sah wirklich friedlich aus. Wir gaben gut Gas und schafften in den nächsten Stunden eine ordentliche Strecke. Am Grenzübergang Ludwigsdorf war dann unser Vorwärtskommen erstmal zu Ende. Natürlich gab es erstmal die üblichen Kontrollen wobei den Zöllnern mit tödlicher Sicherheit auffiel, das hier etwas nicht stimmte. "Sie fahren schwedische Baumaschinen von Erfurt nach Russland?" "Joa, so stehts in den Papieren. Stimmt was nicht?" "Sie wissen, das es Sanktionen seitens der EU gegen Russland gibt?" Dieses Frage- und Antwortspielchen gefiel mir. "Ist mir egal. Der Auftraggeber kommt aus Schweden und der sagt mir wohin ich zu fahren habe. Es sind laut Papieren seine Maschinchen und er kann damit machen was er will. Und wenn er in Wolgograd ne Baustelle hat und dort diese Maschinen braucht, dann fahre ich die dahin. Punkt!" "Wir werden ja sehen. Ich muss telefonieren." "Tun sie das!"
    "Das kann ja dauern. Weeßte was mich am meesten ärjert?" "Nöö!" "Das ich zujeschtimmt hawwe mit dir nach Schdalingrad zu fahrn. Das kann ja nur schief jehn." "Ach warts erstmal ab. Der telefoniert jetzt mit Berlin und die sagen ihm, das er keine Handhabe hat. Dann kommt er mit nem griesgrämigen Gesicht wieder und wünscht uns ne gute Fahrt und viel Spaß bei seinen polnischen Kollegen, weil die ja das selbe Spielchen nochmal machen müssen und es dabei nicht so eilig haben. Und siehe da, da kommt er ja schon." Mann zog der ein Gesicht. "Gute Fahrt und viel Spaß bei den Polen. Die warten nur auf solche Fälle wie Euch!" "Dann ist das wohl so! Ruhigen Dienst noch." Ich nahm den Stapel Papiere und tigerte damit zum Polen. Man merke sich: wenn einem Polen etwas mißfällt, dann verlernt er binnen Minuten alle Fremdsprachen, die er je in der Schule gelernt hat. So war es auch mit meinem Gegenüber. Eben noch mit "Guten Abend!" gegrüßt und nach einem Blick auf die Papiere wars vorbei mit der deutschen Sprache. Es ging auf polnisch weiter. Woher sollte er auch wissen, das immer etwas polnisch hängen bleibt, wenn man so oft wie wir hier durch muss. Es fing wie eigentlich immer mit einem "Kurva!" an. dann winkte er einen Kollegen ran und bat ihm, mal über die Papiere zu sehn. Nachdem auch der sein obligatorisches "Kurva!" abgelassen hatte, gings zum nächst höheren Beamten. Der telefonierte dann immerhin zehn Minuten. Dann drückte er seinem jüngeren Kollegen die Papiere mit einem Kopfnicken in die Hand und sagte zu ihm, das wir weiter dürften, da es seitens Warschau auch keine Einwände gab. "Wo verlassen sie Polen?" "Über Terespol nach Brest und von dort weiter über Gomel und Brjansk nach Krasnoslobodsk, einem Ortsteil von Wolgograd!" "So genau wollte ich es gar nicht wissen, also Terespol! Dann wünsche ich Ihnen gute Fahrt. Ich werde meine Kollegen informieren, damit sie nicht wieder länger warten müssen." "Das ist sehr nett von Ihnen, vielen Dank!" "Oh danken Sie mir nicht. Mal sehn was die Weißrussen zu ihren Papieren sagen. Also gute Fahrt!" Sprachs und ging seinen Geschäften nach. Verplombt wurde ja eh nichts, also den Laufzettel geschnappt und dann ab nach Polen.
    Also im Gegensatz zur Einreise nach Polen war die Ausreise kein Problem. Und auch die Einreise nach Weißrussland war kaum der Rede wert. Stempel drauf und ab dafür. Denen war es egal, woher und wohin die Fuhre ging. Und wir hatten endlich freie Fahrt mit satten 70 km/h über diverse Landstraßen nach Gomel. Dort mussten wir notgedrungen bei einer Werkstatt Station machen. Die Beleuchtung unseres Wikingers war der Meinung, sie hätte eine Pause verdient. Die Zusatzscheinwerfer wollten sich einfach nicht zuschalten lassen. Gerade bei Nachtfahrten waren diese Lichtspender unerlässlich, sonst bliebs doch recht dunkel auf der Strecke. Der Fehler war schnell gefunden und nach einem kurzen Einsatz des Lötkolbens und einer Rechnung über 500 Rubel konnten wir weiter. Ich gab dem Mann 10 Dollar und dem Gesellen die 500 Rubel. Die Beiden luden uns zum Essen ein. Normalerweise hätte ich diese Einladung ohne Umschweife angenommen, aber die Zeit drückte und der Terminplan war recht eng gestrickt.

    Und so gings weiter. Sven war am Lenken und da ich eh nichts besseres zu tun hatte, telefonierte ich mal mit der Zentrale. Zumindest versuchte ich es. Irgendwie hatte keiner so recht Zeit für mich. Nina war eh zu Hause und kümmerte sich ums Töchterchen, tatkräftig unterstützt von einem David, der stolz wie Bolle überall zum Besten gab, das er nun Papa ist. Corinna hatte einen Termin bei Volvo und Karlchen kümmerte sich wie üblich um meine Grazien. Und Karen war dann die Einzige, die einen kurzen Plausch mit mir führte. "Läuft alles wie Butter. Corinna ist in Ninas Auftrag nach Göteborg geflogen. Es geht wohl um einen neuen Lkw. Das soll sie aber dann mit dir klären. Die Mädels machen ihre Arbeit, die wir ihnen auftragen. Mit den Jungs gibts auch keine Schwierigkeiten. Ein paar Kunden sind mit den Zahlungen im Rückstand, hab ich aber schon angemahnt." "Also läuft alles. Wir sind jetzt gleich an der russischen Grenze. Von dort aus, schätze ich, brauchen wir noch zwei Tage. Hat sich unser Auftraggeber schon gemeldet?" "Achja, er hat eine Anschlussfracht nach Linköping für Euch. Die ist nicht so eilig, also weiß er wohl schon, wie der Laden in Russland läuft." "Ja gut, wir werden ja nicht die ersten Spediteure sein, die für ihn fahren." "So isses, er hat einen recht hohen Verschleiß und die Schweden tun sich schwer mit ihm. Hab mal etwas rumtelefoniert im Bekanntenkreis. Er hat nicht den besten Ruf, zahlt aber pünktlich! Nur wenn Termine platzen, wird er ungemütlich. Nun gut, das muß er selber wissen." "Danke für die Info. Schönen Gruß an den Rest der Bande. Ich melde mich dann von Wolgograd." "Macht das und gute Fahrt!" "Danke. Ruhigen Dienst wünsche ich Dir."

    Sven war irgendwie abgelenkt. "Wieso hamm mer eijentlich keene Zeit? Ich würde ja jerne mal e paar Mächens kennenlernen unn hier loofen so viele schnuckliche Mächens rum." "Sag mal, sonst gehts noch oder? Was ist eigentlich mit Svenja." "Mir sinn doch nur Freunde. Ich seh se ja kaum noch." "Das ließe sich ja ändern. Musst halt mal mit ihr reden. Ich seh doch, das da mehr ist." "Naja, eijentlich schon, awer ich weeß nich so recht!" Oh Herr ein Feigling. "Du ziehst schwere Lasten durch ganz Europa und traust dich nicht mit Svenja zu reden? Wasn mit dir nicht richtig?" "Ach komm schon, dass iss doch was janz andres." "Isses das? Junge komm runter. Du streitest dich jeden Tag mit Beamten rum, ärgerst dich mit Kunden und traust dich nicht Svenja mal zu sagen was Sache ist. Das nenn ich mal feige." Ich mußte lachen und beinahe verriss Sven das Lenkrad. "Ich bin nicht feige. Es jibbt Sachen, über die ich nicht reden möchte. Und Punkt." "Halt mal an da vorne. Ich muß was abklären. Du kannst so lange eine rauchen. Und komm wieder runter von deinem Trip. Wohin solche Geheimniskrämereien führen kannste gern mit Corinna klären. Die kennt sich da aus."

    Ein Telefonat mit meiner Liebsten war für mich eine willkommene Abwechslung. Wir unterhielten uns längere Zeit über Gott und die Welt, den neuen Lkw und was sonst noch so lief. Dann gab ich das Telefon an Sven weiter. "Für dich mein Freund!" "Och nee!" "Oh doch!" Ich steckte mir mein Pfeifchen an. Das konnte ja noch ne Weile dauern. Danach machte ich das Abendessen zurecht. "Kommste oder dauerts noch was länger?" "Fang ruhich schon an, das dauert noch eh Stücke." Ich aß in aller Ruhe und nach ner halben Stunde gab mir Sven dann das Telefon. "Sie möchte mit dir reden." "Na Süße, konntet ihr alles klären." "Da haste wohl den richtigen Riecher. War gut das ich mit ihm sprechen konnte. Ist immer gut, wenn man seine Erfahrungen mit jemandem teilen kann. Wir lassen es nicht wieder soweit kommen. Wann seid ihr wieder zurück?" "Ich denke nächste Woche, so um den Freitag rum. Kommt drauf an, was wir von Linköping aus dann bekommen." "Karen wird schon was Gutes finden. Wir sehen uns dann. Schönen Gruß von Nina und der kleinen Denise." Sie lachte. "Lach du nur, ich hoffe Nina wußte was sie tut. Das arme Mädel." Aber im Innersten war ich schon ganz stolz auf Ninas Wahl des Namens auch wenn da ein e zuviel dran war. Sie hats mir ja erklärt. Da sie nicht meine leibliche Tochter war und eine Adoption wohl nicht mehr in Frage kam, wollte sie mir wenigstens etwas zurückgeben von allem. Sie hatte dank mir eine Heimat und ein gute Familie hinter sich. Das war ihre Ansicht und das machte mich so stolz, als wäre ich wirklich ihr Vater.
    Am nächsten Tag gings weiter. "Wir nähern uns so langsam einem wirklich berühmten Flecken Mütterchen Russlands. Brjansk, Woronesch und Kursk sind Städte, die wirklich einen ganz besonderen Stellenwert in der Geschichte des Landes haben." "Ja da war doch was. Jetzt mal abjesehn von der Schlacht um Stalingrad. Was warn das doch gleich?" "Die "größte" Panzerschlacht des zweiten Weltkriegs fand dort statt. In meiner Bundeswehrzeit gabs da sogar ein Buch zu kaufen. Hieß die Schlacht der tausend Panzer. Gut das war etwas übertrieben, aber der Autor wußte es nicht besser. Fest steht, die Narben dieser Schlacht kannste hier überall noch sehn wenn du die Augen offen hältst. Man hat sich nie die Mühe gemacht. die Spuren zu verwischen. Warum auch, die sind hier sehr stolz auf das Geschehene und das Adolf hier ordentlich zurecht gestutzt wurde. Damit hatte der Schnauzbart nicht gerechnet obwohl doch vieles dafür sprach, das sich die Wehrmacht hier ne blutige Nase holt." "Achja, das wars. Gegen die Massen kommt keiner an." "Genau. Weil Adolf noch auf seine neuen Panzer wartete und den Angriff in den Sommer verschob und Stalin mutmaßlich davon wußte, was hier ablaufen sollte. Von wegen Kessel und so. Die Russen leben noch immer von ihrer Stärke in schlechten Zeiten zusammenzuwachsen. Das sollte man nie aus den Augen verlieren."

    "Kaum zu glauben, das es genau solche Waffen waren. Heute würdest du damit keinen Blumentopf gewinnen, aber ich denke zumindest der T-34 springt sogar noch an. Die Dinger sind unverwüstlich und doch so simpel in ihrer Technik. Da konnte jeder Bauer, der einen Trecker fahren kann, so ein Ding fahren. Deswegen haben es die russischen Firmen auch heute noch nicht so sehr mit Computern in ihren Fahrzeugen. Kann ich durchaus nachvollziehen, wenn ich mir so überlege, wie oft wir wegen einem Defekt in der Computertechnik in die Werkstatt müssen." "Warum fahrn mer dann eijentlich keenen Ural oder KamaZ?" Sven grinste. "Bei 100 Litern auf 100 Kilometern überlegst du dir das mindestens zweimal. Aber für Sibirien und die Tundra sind die Dinger unersetzlich. Da haste über Tage keine Werkstatt und kein Dorf. Wenn da die Technik streikt, musste dir selber helfen können." "So wie beim W50?" "Nee, der streikt bei den Temperaturen. Da kannste den laufen lassen in der Nacht und am Morgen ist das Getriebe dennoch eingefroren. Ich bin schon froh, das wir hier im europäischen Teil unterwegs sind. Hier sind auch westliche Lkw im Einsatz und die meisten Werkstätten kennen sich mit dem Gröbsten aus. Für die Feinheiten musste dann aber schon mal nach Moskau oder Sankt Petersburg. Schon deshalb halten sich die Russen, die nicht nach Westeuropa müssen, an russische Fabrikate. Und die Preise sind auch sehr viel günstiger. Dazu kommt noch, das so manche russische Firma, wie zum Beispiel MAS mit westlichen Partnern zusammenarbeitet. Technik auf neuerem Stand verpackt in robuste Karossen. Wenn du dich umsiehst wirst du viel sehen, was einem MAN oder Mercedes sehr ähnlich sieht. Wenn du mal Zeit hast, kannste gerne danach googeln." "Soso, also tut sich was bei denen. Man hat ja so in seiner Kindheit gerne mal die Fotos vom Vadder anjeguckt. Der war beim Kraftverkehr. Die hatten da ooch MAS, aber die sahn so richtich knuffich aus." "Sicher, ich hatte als Erstes einen der neueren MAS. Ha, den hab ich wirklich geliebt. Bis ich dann mal den Turbo hochgejagt habe. Deshalb lass ich heute noch den Lkw nachlaufen, wenns ne harte Etappe war. Sowas lernt man dann schon ganz schnell. Du weißt ja, das hätte mich fast ruiniert, wenn da Hartmut nicht gewesen wäre. Und natürlich Corinna. Wir haben schon verdammt viel durch gemacht. Und auch wenn der Alte sich immer wieder durchs Leben poltert, Verlass ist auf den Mann immer, wenns eng wird. Und er kennt sich mit fast allem aus. Mal sehn, ob wir es dieses Jahr mal wieder zu nem Truck-Treffen schaffen. Sein KRAZ brauch mal wieder ne Ausfahrt." "Hab schon jehört, das er son Schätzchen stehn hat. Würdch schon jerne mal darmit fahrn." "Oh nein, das willst du nicht wirklich. Glaub mir, du würdest binnen einer Minute ausm Lkw fliegen. Egal was du da machst, das ist immer verkehrt. Und wenn dem Höllending was passiert, dann solltest du dich am Sinnvollsten in Luft aufgelöst haben, bevor er dich beim Schlaffitchen hat. Da hilft dir kein Gebet mehr, glaubs ruhig!" "Stell ich mir jerade vor. Verdammt ich krieche Erpelhaut." Wir lachten Beide. Kurze Zeit später mussten wir von der Route runter. Sven schaute mich fragend an. "Der Tank ist fast leer und wenn wir dieser Straße folgen, kommen wir an ne günstige Tanke ran. Auf der Hauptroute kommt erstmal ne ganze Weile nichts, was wie ne Tankstelle aussieht. Und ob da ein Tankwagen am Straßenrand steht, weiß man nie und man sollte sich auch nie drauf verlassen." Diese uralte Art der Betankung ließ immer mehr nach. Auch den Ordnungshütern war dieser wilde Verkauf von Kraftstoffen ein Dorn im Auge und von daher gabs diese Art der Betankung auch nur noch sehr selten.

    Nachdem wir rund 720 Liter in den Tank gepumpt hatten, machten wir uns wieder auf die Socken. Vier Stunden später kämpften wir uns schon durch Wolgograd. Es gab nicht viele Zufahrten nach Krasnoslobodsk und die wenigen waren in einem eher miserablen Zustand. Als wir dann endlich an der Abladestelle abkamen wars schon arschdunkel. Ein Sicherheitsmann nahm uns in Empfang. Im Büro wartete dann schon ein echter Hüne. "Mit Euch hab ich heute gar nicht mehr gerechnet. Ich wollte grade ins Hotel. Schön, das ihr es so schnell geschafft habt. Ich bin Sigurd Ammundsen, von allen hier nur der Schwede genannt. Ihre Anschlußfracht steht schon bereit. Wir haben Betonrohre übrig, die ich hier nicht verkaufen will. Die müssten wieder nach Linköping in mein Lager. Sind Sie damit einverstanden?" "Zunächst quittieren Sie uns erstmal den Empfang der Baumaschinen. Und dann satteln wir um. Ich will nur nach Hause. Mein Enkelchen wartet dort auf mich und meine Lebensgefährtin kann es auch nicht erwarten." Der Papierkram war in Rekordzeit erledigt und wir sattelten den neuen Auflieger auf. Da wir diesmal nur eine Grenze überqueren mussten, viel der Papierkram auch sehr viel kleiner aus. Ich weiß nicht, warum der Schwede einen so schlechten Ruf hatte. Ich kam gut mit ihm klar. Er hatte eine sehr genaue Vorstellung von dem, was er verlangen durfte. Und er verlor keine Zeit. Mit kurzen Worten, er war so ganz nach meinem Geschmack. "Wenn ich wieder was zu fahren habe, würde ich gern wieder auf ihr Unternehmen zurückgreifen. Ihre Arbeitsmoral gefällt mir. Ich wünsche eine gute Fahrt."
    Mit freundlichem Gruß Viking1971
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Kommentare 12

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    44th MAC Bagger -

    Klasse geschrieben :) und ne möglichkeit meinen Russischen Liebling ( Kamaz 54-64-65 ) ins spiel zu Bringen gleich mitgeliefert :) :-)...danke . Im moment schwächel Ich noch ein wenig aber bisserl Fahren tu Ich schon wieder und an meiner Firma bin Ich auch am gerüsteln :-).

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    manni_112 -

    Eigendlich müsste ick ja hier mal nen Daumen runter machen. Einfach meinen LKW als Mülleimer bezeichnen Tzö :D

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      Viking1971 -

      Ob du es glaubst oder nicht, es gab hier schon ein Kapitel von mir, da hamm wir son Mülleimer direkt beim Händler hingeschmissen. :)

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      manni_112 -

      Komm ich das nächste mal halt mit nem schweden :P

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      Iceman684 -

      Ich hab ja auch schon öfter meine Mülleimer bei dir geparkt. Aber den Vogel abgeschossen habsch damals mit Pinky. ;)

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    alaskabaer01 -

    Schön geschrieben Viking 1971. Aber der Sven sollte nicht den Fehler machen den ich bei Petra vor Jahren machte, sonst wird auch er zur Hochzeit seiner Herzdame eingeladen. ;) Sag ihm das bevor es zu Spät ist..

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    TurboStar -

    Wo wenn nicht in der EU liegt Schweden denn dann seit 1995?

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      Viking1971 -

      Oh Herr, ich hab Scheiße gebaut. Liebe Freunde nehmt es mir nicht übel!

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      Viking1971 -

      Ich hab die entsprechende Passage gelöscht. Da der Rest der Geschichte diese Sanktionen nicht betrifft, der Bauunternehmer ist Eigentümer der Maschinen, gehts dennoch ganz normal weiter.

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      TurboStar -

      Passt schon. Habe auch schon mal im Tagebuch Bayer und BASF verwechselt ;)