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Kapitel 134 - Von flügellahmen Drachen, Termin suchen und neuen LKW

  • Für den nächsten Tag hatte ich eigentlich geplant, mal das Internet zu durchforsten. Es war an der Zeit die gemieteten Scania gegen eigene Fahrzeuge auszutauschen. Aber wie so oft kam es komplett anders. Schon seit einigen Tagen hatte ich ein Kratzen im Hals und nun kam, über Nacht, noch Fieber und eine triefende Nase dazu. Mich hatte der gefürchtete ”Männerschnupfen” erwischt. Die nächsten Tage lag ich flach. Erst zum Wochenende hin ging es mir wieder besser, was meine lieben Schwiegereltern in spe wohlwollend zur Kenntnis nahmen, als sie uns am Sonntag Nachmittag besuchten. Nach den üblichen Fragen, ob wir den schon einen Termin oder eine Location für die Hochzeit hätten, was wir beides verneinen mussten, lenkte Friedrich das Gespräch auf die Firma, was Isabelle, genau wie Ihre Mutter, nicht gerade erfreut zur Kenntnis nahm. >>Bleiben die fünf Scania jetzt eigentlich dauerhaft im Fuhrpark?<< >>Definitiv nicht. Die sollen maximal noch bis Ende Februar bleiben.<< >>Und was kommt stattdessen?<< >>So richtig weiß ich das noch nicht. Hab mich mal bei den Herstellern umgeschaut, aber die Preise und Lieferfristen passen mir nicht in den Kram. Deshalb werde ich mich wohl nach jungen Gebrauchten umsehen.<< >>Aha.<< Friedrich kratzte sich am Kinn. >>Mhhmm<< Irgendetwas lag Ihm auf der Seele, so gut kannte ich meinen zukünftigen Schwiegervater inzwischen. >>Was? Dir schwirrt doch etwas im Kopf rum.<< >>Mhhmmm. Kennst du den alten Meier?<< Ich schaute Ihn nur fragend an und schüttelte den Kopf. >>Na Meier. Der bei uns im Ort das kleine Fuhrunternehmen hat.<< >>Ach der. Was ist mit dem?<< >>Der will sich zur Ruhe setzen und sucht jemanden der die Firma übernimmt.<< So langsam dämmerte mir, was Friedrich wollte. Anscheinend sollte ich dieser "Jemand" sein. >>Will er nur den Fuhrpark verkaufen, oder den kompletten Laden mit Grundstück und allem?<< >>Soweit ich weiß hat er für das Grundstück schon einen Käufer und die Halle will wohl ein Pole abbauen und in Polen wieder aufbauen.<< >>Also geht es nur um den Fuhrpark?<< >>Ja und die LKW sind nicht schlecht.<< >>Du scheinst ja bestens informiert zu sein. Da kannst du mir bestimmt etwas über die Trucks sagen.<< >>Der hat sechs Trucks. Zwei Volvo, dann noch nen Actros, nen DAF, nen Scania und nen Renault.<< >>Ist ja ne bunte Mischung.<< >>Du musst grad reden. Unser Fuhrpark ist doch genauso bunt.<< >>Wie alt sind die Trucks?<< >>Bis auf den Scania sind die schon etwas älter. Aber alle mit mindestens Euro 5. Nur der Scania ist fast neu. Genaueres kann ich dir aber auch nicht sagen. Vielleicht solltest du mal persönlich mit dem alten Meier reden.<< >>Mal schauen.<< >>So könntest du zeitnah das Fuhrparkproblem in der Firma lösen.<< Er hatte recht. Wenn die LKW was taugten, wäre das die beste Möglichkeit meinen Fuhrpark wieder aufzustocken. >>Ich werd Ihn morgen mal anrufen.<< >>Und bis dahin wechseln wir das Gesprächsthema.<<

    Schon wenige Minuten später bereute Isabelle den Themawechsel, denn den Rest des Nachmittags ging es nur noch um das Thema Hochzeit. Manu und Friedrich löcherten uns mit Fragen, nach dem Wann und Wo, die wir alle nicht beantworten konnten. Schließlich mussten Isabelle und ich zugeben, dass wir zwar verlobt waren, aber uns darüber noch gar keine Gedanken gemacht hatten. Das wiederum war eine Steilvorlage für Isabelles Mutter. Zig Vorschläge prasselten auf uns hernieder. Als die beiden schließlich gegangen waren und Vanessa im Bett war, ließen wir den Abend auf dem Sofa ausklingen.

    Im Büro ließ ich am nächsten Tag das Gespräch des Vortages noch einmal Revue passieren. Im Internet versuchte ich ein paar Infos über Meiers Laden zu bekommen. Aber nach einstündiger Recherche war ich genauso schlau wie vorher. Also wählte ich die Nummer von Meier.
    >>Erich Meier.<< meldete sich eine polternde Stimme am anderen Ende der Leitung. >>European Power Trans<< >>Habsch schon ma gehört. Wat wolln se?<< >>Ich habe gehört, dass Sie Ihren Fuhrpark veräußern wollen und würde gern näheres über die Fahrzeuge erfahren.<< >>Die Trucks stehen hier auf'm Hof. Komm se vorbei und gucken se sich an.<< >>Würde Ihnen heute Mittag passen?<< >>Aber nich vor ein Uhr.<< >>Okay, bis dann.<< >>Ja.<< Und damit legte er auf. Eine Weile starrte ich noch das Telefon an und wusste nicht was ich von Meier halten sollte.

    Kurz vor Mittag schnappte ich mir Marco und Philipp. Zu dritt schlugen wir kurz nach Mittag auf Meiers Hof auf. Während wir gerade einen ersten Blick auf die LKW warfen, polterte hinter uns eine Stimme los
    >>Ehh was wollt ihr Bürschchen hier?<< >>Wir kommen von EPT. Wir hatten telefoniert. Wir sind wegen der LKW hier.<< Seine Miene hellte sich etwas auf, als er uns musterte. >>Ähh ja. Tja das sin die Trucks. Nicht die neusten aber tip-top in Ordnung.<< >>Auf den ersten Blick stehen die gut da. Was dagegen wenn meine Jungs mal nen genaueren Blick drauf werfen.<< >>Traust wohl meinem Wort nicht.<< polterte Erich wieder los, meinte aber dann. >>Ich hol euch die Schlüssel.<< Damit verschwand er wieder im Haus. >>Das ist ja mal ein Original.<< meinte Marco, während Philipp sich die LKW schon etwas genauer anschaute. Kurz darauf kam Erich mit den Schlüsseln wieder, die er mir in die Hand drückte und dann wieder mit den Worten verschwand. >>Is mir zu kalt hier draußen. Wenn was is, ich bin im Haus.<<

    Die nächste Stunde waren wir damit beschäftigt die sechs LKW genauer unter die Lupe zu nehmen. Erich hatte nicht zu viel versprochen. Alle Trucks waren in einem Top Zustand. Nur kamen für meine Firma eigentlich nur vier der LKW in Frage.

    Zum einen der DAF XF105 510 SSC


    Dann die beiden Volvo FH12 420. Einmal als Globetrotter und einmal als XL.


    Und zu guter letzt noch der Actros 1841 MP3 Megaspace


    Mit den beiden anderen LKW konnte ich in gewisser Weise nichts anfangen. Der Premium war mit Abstand das älteste Fahrzeug in Meiers Fuhrpark und ging mit 980.000 km straff auf die Millionenmarke zu.


    Der Scania war ebenfalls nichts für meinen Fuhrpark. Mit P Kabine, zwar in Highline Ausführung, und lediglich 370 PS entsprach das Fahrzeug nicht den Bedürfnissen für den Fernverkehr.


    Schließlich kam Erich wieder aus dem Haus
    >>Und was meent ihr. Die LKW sin doch gudd.<< >>Ja und ich würde die Trucks gern kaufen. Aber nur vier, der....<< weiter kam ich nicht, da Erich wieder los polterte. >>Nee nee Jungchen. Nur komplett. Entweder alle oder keenen.<< Sein Tonfall machte deutlich, dass dieser Punkt nicht verhandelbar war. Also musste ich wohl in den sauren Apfel beißen und alle sechs Trucks nehmen. Auch die weiteren Verhandlungen entwickelten sich schwieriger als gedacht, aber am Ende wurden wir uns doch einig und ein halbes Dutzend Trucks wechselten den Besitzer. Die beiden Volvo nahmen wir sofort mit. Die vier anderen Fahrzeuge sollten dann am nächsten Tag abgeholt werden.

    Marco und Philipp sollten die FH sofort zu Sven in die Lackierer bringen. Ich fuhr mit dem CC voraus um Sven schonend beizubringen, dass er noch mehr Arbeit von uns bekommen sollte. Dementsprechend war er auch etwas entsetzt, als ich Ihm mitteilte, dass vier weitere LKW auf dem Weg zu Ihm waren. Schließlich einigten wir uns darauf, dass die vier Neuzugänge in unserem Standarddesign foliert werden sollten und er danach an den beiden Airbrushtrucks weiter machen sollte. Die Trailer sollten erst danach folgen.

    Auf dem Rückweg von der Lackiererei fuhr ich noch mal im Büro vorbei. Nachdem ich Jana & Katja auf den neusten Stand gebracht hatte, verzog ich mich in mein Büro. Ich wollte den Renault und den Scania ins Internet setzen. Da ich die beiden nicht brauchte, wollte ich sie schnellst möglich wieder abstoßen. Neben den üblichen Börsen setzte ich auch eine Rundmail an die Speditionen in unserem Netzwerk ab. Auch wenn ich bezweifelte das Ricky, Marc, Tjark, Viki & Co. Interesse an einem der Trucks hatten.

    Danach wollte ich nach Hause fahren, wurde aber von Jana und Katja abgefangen.
    >>Hast du noch ne Minute, bevor du abhaust.<< >>Sicher. Was habt ihr auf dem Herzen?<< >>Bei dem Brand sind ja auch der Superb und der A6 abgebrannt. Seitdem haben wir keine Dienstwagen mehr. Soll das so bleiben oder bekommen wir irgendwann neue Autos?<< >>Vielleicht denkt er auch, das Drachen ja fliegen können.<< grinste Katja. >>Könnt ihr nicht?.... Ich dachte ich könnte mir sparen euch neue Dienstwagen zu kaufen.<< >>Nee wir haben Flugverbot.<< >>Ich werd die nächsten Tage mal schauen.<< >>Wenn du uns ein Budget gibst, könnten wir uns auch selbst etwas suchen.<< >>Ihr habt ja bloß Angst, dass ihr Autos bekommt, die euch nicht in den Kram passen.<< >>Deshalb wäre es ja besser, wenn wir uns selbst was suchen.<< >>Und was habt ihr so ins Auge gefasst?<< >>Noch nix. Wir wollten erst einmal wissen, ob wir überhaupt neue Autos kriegen.<< >>Dann macht euch bis morgen mal Gedanken.<< >>Okay dann bis morgen. Ciao<< >>Ciao<< Jetzt hatten es die beiden Ladys sehr eilig wieder in ihr Büro zu kommen.

    Der nächste Morgen begann mit einem Anruf des Škoda Autohauses. Mein Octavia war, nach über neun Monaten, endlich abholbereit. Da Isabelle frei hatte, ging es also nicht ins Büro, sondern zum Autohaus, wo ich meinen Octavia in Empfang nahm.
    >>Was wird jetzt eigentlich aus dem CC? Willst du den verkaufen?<< wollte Isabelle wissen, als wir wieder zuhause waren. >>Wahrscheinlich nicht. Ich denke ich werde ihn als Firmenwagen nutzen.<<

    Am Nachmittag hatte Isabelle einen Friseurtermin und ich nutzte die Zeit um im Büro vorbeizuschauen. Dort wurde ich von den beiden Drachen auch sofort überfallen.
    >>Endlich kommst du mal vorbei.<< >>Was gibt's denn so dringendes?<< stellte ich mich blöd. >>Stell dich nicht dümmer als du bist. Du weißt genau wovon ich rede. Wir haben uns Gedanken gemacht. Nur ohne Budget ist es schwierig eine Auswahl zu treffen.<< >>Und was habt ihr euch ausgeguckt?<< >>Audi A6, Škoda Superb, Mercedes E-Klasse, Jaguar XE oder vielleicht....<< Sie machte eine Pause und warf einen unsicheren Blick auf Katja. >>Was?<< >>Tesla Model S<< >>Sonst noch Wünsche? Warum nicht gleich nen Porsche oder Lambo?<< >>Zu unpraktisch. Denk wenigstens mal drüber nach.<< >>Okay, aber ich verspreche nichts.<< Ich schaute noch schnell im Büro nach dem Rechten. Vor allem interessierte mich der Füllstand der Firmenkriegskasse, die trotz der gestrigen Ausgaben noch immer prall gefüllt war. Mit einem guten Gefühl fuhr ich den Rechner runter und verließ das Büro. Unten in der Halle herrschte gähnende Leere, bis auf meinen Scania und zwei LKW die im Werkstattbereich standen.

    Ich holte Isabelle vom Friseur ab und wir gingen zum Italiener essen. Später am Abend saßen wir noch in einer Bar bei einem Drink und unterhielten uns über Gott und die Welt. Schließlich landeten wir beim Thema Hochzeit. Nach einigem hin und her waren wir uns darüber einig, dass wir im Mai heiraten wollten. Auch bei den Locations hatten wir am Ende des Abends eine Vorauswahl getroffen und vier Orte gefunden, die in der näheren Auswahl standen.

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    Mal wieder ein neues Kapitel von mir. Allerdings noch ohne Bilder von LKW in Aktion. Fahrzeuge auf der Straße kommen erst im nächsten Kapitel wieder. Jedenfalls ist so der Plan. Bis dahin wünsche ich euch allen ein schönes Osterfest, viel Spaß beim Eier suchen und hoffentlich schaut ihr nicht so griesgrämig wie der hier.

    Schöne Grüße aus Sachsen

    1.234 mal gelesen

Kommentare 14

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    44th MAC Bagger -

    Es geht voran :-)....Schönes stimmiges kapitel :) wird interessanr zu sehn wenn Besuch in die Firma kommt und 2 Fette schlitten aufem Personalparkl platz stehn und auf die Frage "Geschäftsleitung?" die antwort kommt " neee Firmeautos für die Bürodamen" und dem Besuch alles aussem gesicht fällt wenn die Raumpflegerin in nem Jaguarkombi daneben parkt und ihren kram auspackt :)

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      TurboStar -

      Ja, die Gratwanderung mit den Autos. Sind sie zu klein und von einer Allerweltsmarke wie Opel oder Ford, heißt es Du bist kurz vor der Pleite. Sind sie zu fett und nobel, heißt es "Ach da bleibt unser Geld. Ich hab schon immer gesagt die sind zu teuer!" Unvermeidliche Preisverhandlung inbegriffen. Fürs Büro würde ich niemals über Premium-Mittelklasse hinaus gehen. Also A4, 3er oder C-Klasse die Richtung. Wenn sich der Geschäftsführer persönlich eins höher ansiedelt, dann ist das was anderes. Wobei von 4 Geschäftsführern in meiner Real Life Karriere auch nur einer obere Mittelklasse hatte (5er BMW). Der Rest hatte Passat, A4 oder 3er BMW.

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    elwime -

    Schön das wieder da bist

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    manni_112 -

    Da hab ich mich gerade vom Anfang bis zum Ende durch gekämpft und schon steht das nächste Kapitel da :) Klasse geschrieben. Auch wenn ich bei einigen Kapiteln ganzschön Schlucken musste :O

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    Werner 1960 -

    Dann Dir auch ein schönes Osterfest im RL und das Dich im TB die Bürodrachen nicht zu doll ausnehmen.