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Kapitel 69- France et à l'arrière

  • Nachdem ich von Iris seit der Weihnachtsfeier nichts mehr, mal abgesehen von einer Silvester- SMS, gehört hatte, trafen wir erst am vierten Januar wieder aufeinander. Der Engtanz blieb unerwähnt, von meiner Seite ohnehin. Da ich doch reichlich beim Aquavit zugeschlagen hatte, war ich mir eh nicht mehr so sicher, was an dem Abend überhaupt passiert war. Auch von ihr kam nichts zu dem Thema.
    Während die Jungs schon wieder unterwegs waren, hatte ich einen Banktermin wegen Hexe Reimann. Eigentlich hätte ich auch fragen können, ob sie in unschuldigen Seelen bezahlt werden will. Vermutlich hätte sie sogar eingewilligt…

    Der morgendliche Termin bei meinem Bankberater verlief deutlich angenehmer als befürchtet. Wäre alles überhaupt kein Problem, die Rückzahlung der bestehenden Kredite liefe ja anstandslos, Sicherheiten wären ebenfalls ausreichend vorhanden. Ganz so einfach hatte ich das nicht erwartet, Schwertmann hatte wohl doch Recht. Wieder einmal…

    Mit dem Banker- OK rief ich Schwertmann an. Glücklicherweise erreichte ich ihn sogar direkt.
    „Moin Herr Schwertmann!“
    „Na Jung? Wo iss´t?“
    „Alles gut, ich wollte nur das OK für den Notar geben. Der Banker war ganz zutraulich.“
    „Hebb ik di doch seggt, de willn ok blot verkopen. Ik geef di dann Bescheed wenn ik wat weet. De Zeeg rööp ik dann ok an.“
    „Ziege? Find ich auch passend. Und vielen Dank, daß sie mir den Anruf bei ihr abnehmen. Die will ich nur noch einmal in meinem Leben sehen und zwar beim Notar. Vielleicht nochmal als Fußgängerin auf der Autobahn…“
    „Ja, de is besünners…“
    „Besünners!? Eher bösartig…, naja, wie auch immer. Es kann jedenfalls weitergehen. Den Berni kennen sie nicht zufällig mit vollem Namen? Falls er nicht bei mir anruft, würde ich mich bei ihm melden wollen. Kann ja auch für mich fahren.“
    „Ne, ik weet ook nich, wo dat arm Blood heet. Aber ik wull di dat ook all seggen, de kann ja för di wiederfohren, kenn´t ja aals.“
    „Eben drum. Der weiß Bescheid, kennt das Reimannsche Inventar genau und weiß vor allem, wie es im Feederverkehr läuft. Wenn er will, bleibt er an Bord.“
    „Ik meld mi wegen Notar, dürt aber seker´n paar Daagen.“
    „Passt schon. Wenn sie was wissen, melden sie sich bei Iris. Die muß mich dann wieder nach Hause lotsen.“
    „Aal up stee, bit denn!“
    „Tschüß!“

    Nachdem ich Iris noch auf den neuesten Stand in Sachen Reimann Transporte gebracht hatte und wir verabredeten, daß ich den LKW im Zweifelsfall irgendwo stehen ließ und nach Bremen einflog, gabs die ersten Frachtpapiere in 2016. Die Tour war wieder eine von diesen, wo man sich als Verbraucher fragt, was dieser Irrsinn soll. Aber…das liegt wohl nicht in meiner Hand.
    Also machte ich mich von Bremen aus mit angeblich „frischem“ Seefisch auf den Weg an die Atlantikküste, wo er weiterverarbeitet werden sollte.
    Der erste Abschnitt der Frankreich- Tour verlief gänzlich unspektakulär. Mittags landete ich auf der A73 bei Venlo für den ersten Zwischenstopp.


    Während ich mich durch das holländische Fastfood- Sortiment futterte, klingelte das Telefon.
    Laut Iris war im Raum Weser- Ems der Notstand ausgebrochen, Eisregen hatte für ein veritables Chaos gesorgt. Ich blieb von solchen Kapriolen wohl verschont, wie ein schneller Blick auf die Wettervorhersage verriet. Mit Regen war zwar zu rechnen, da sich die Temperaturen allerdings über null Grad hielten, sollte es keine Probleme geben.
    Auch der nächste Abschnitt nach Frankreich verlief weitgehend ruhig, auch die kurze Überprüfung an der Grenze war schnell abgehandelt. Ganz ausreizen konnte ich die Schichtzeit allerdings nicht. Laut Radio waren die Parkplätze wieder einmal gnadenlos überlaufen, daher warf ich den Anker etwas eher. Hier konnte ich wenigstens stehen, auch wenn es nicht besonders ruhig zuging.


    Nach Dusche und Abendbrot verzog ich mich auf die Liege und sah noch ein bißchen fern, ehe ich wegschlummerte.

    Morgens um 3h saß ich nach Katzenwäsche und kleinem Frühstück wieder auf meinem Platz und bewegte den FH in Richtung Paris. Der Regen ließ immer noch auf sich warten, sonderlich traurig war ich deshalb aber nicht. Ich hatte mich morgens noch ein bißchen im Netz über die Wetterlage in Weser- Ems informiert, dort sah es ganz anders aus. Die Winterdienste waren zwar permanent unterwegs, trotzdem wuchs auf vielen Straßen der Eispanzer. Gerade die nicht so stark befahrenen Strecken waren nur noch mit äußerster Vorsicht zu passieren, die Krankenhäuser meldeten pausenlos Neuzugänge mit gebrochenen Handgelenken, die Müllabfuhr fiel aus und so weiter…
    Da hatte ich es eigentlich ganz gut getroffen. Auch meine Fahrer waren von dem Chaos nicht weiter betroffen, zumindest wenn ich deren Dispodaten richtig im Kopf hatte.
    Im Morgengrauen, damit vor dem Berufsverkehr, umkreiste ich die französische Hauptstadt und rollte weiter Richtung Orléans. Der dichter werdende Verkehr verhinderte allerdings schnelles Vorankommen und so landete ich morgens auf einem Rasthof vor der Stadt. Wenigstens war Frühstückszeit, auch wenn ich mich immer noch nicht an das labberig- süsse Frühstücksallerlei der Franzosen gewöhnt hatte. Irgendwie fehlte da immer eine ordentliche Scheibe Schwarzbrot…

    Später enterte ich noch kurz die Waschräume, ehe die letzten Kilometer bis Nantes anstanden.
    Der Regen ließ immer noch auf sich warten, auf französische Wettervorhersagen war also ebenso viel Verlass wie auf die deutschen…


    Der weitere Weg war ausgesprochen monoton, unterwegs gab es praktisch nichts zu sehen. Einzig die obligatorischen Mautstationen boten ein klein wenig Abwechslung. Davon abgesehen konnte ich den FH mehr oder weniger durchgehend mit 90 km/h rollen lassen. Ich war heilfroh, als ich in Nantes angekommen war. Hier herrschte wenigstens ein bißchen Leben, als ich mit dem Lagerpersonal am frühen Nachmittag den Fisch entlud.


    Zeit hatte ich ohnehin, da die nächste Ladung erst am Mittwochmorgen zur Abholung bereit stand. Nachdem der FH etwas abseits geparkt war und ich mir den Fischdunst abgeduscht hatte, nutzte ich meine freie Zeit für einen Ausflug ins Zentrum von Nantes. Eine Auffrischung meines Kleiderschranks war überfällig und hier gab es ein großes Einkaufszentrum mit diversen Markenshops. Ich kam sogar mit meinem Nicht- Französisch und ein paar englischen Brocken gut in der Passage Pommeraye zurecht und verließ die Passage nach ein paar Stunden unter anderem mit einem neuen Anzug. Zwar Stangenware, saß aber trotzdem gut.
    Da ich die Nacht geldsparend im FH zubringen würde, genehmigte ich mir am Abend noch einen Restaurantbesuch, der allerdings eher unerfreulich endete. Irgendetwas hatte ich wohl nicht vertragen und rannte fast die ganze Nacht zwischen FH- Kabine und dem Sanitärtrakt für die Fahrer hin und her. Eine sehr unruhige Nacht…

    Noch etwas wackelig auf den Beinen sattelte ich Mittwoch frühmorgens einen Trailer mit Rindfleisch auf, der in Paris erwartet wurde. Von dort sollte es dann laut Iris wieder Richtung Heimat gehen.
    Nachdem ich die Papiere abgeholt und den Trailer von der Rampe gepflückt hatte, legte ich zunächst einen kleinen Zwischenstopp auf dem Parkplatz ein und sah nach der Ladungssicherung und überprüfte die Beleuchtung. Im Anschluß gings zur Autobahn.


    Regen hatte ich immer noch keinen bemerkt…
    Kurz nach dem Start, noch auf der A11, fuhr ich noch schnell eine Tankstelle an um etwas Diesel aufzufüllen. Die Tankanzeige des FH neigte im Gegensatz zu der des XF 106 zum unangebrachten Optimismus, daher war ich lieber ein bißchen übervorsichtig.
    Im Anschluß murmelte ich die unspektakuläre bis langweilige Strecke Richtung Orléans wieder zurück, den FH immer schön im Begrenzer. Bis Paris würde es trotzdem nicht reichen, das war schon klar. Ein bißchen in Sorge war ich ohnehin wegen meines Ziels in der Hauptstadt. Die Anschläge rund um St. Denis waren noch nicht lange her, obendrein war der Anschlag auf Hebdo jetzt ziemlich genau ein Jahr her. Ich erwartete viele kontrollierende Kräfte und die damit einhergehenden Verzögerungen.
    Gegen 11h erreichte ich einen Parkplatz für die kleine Unterbrechung. Auf einen Besuch des Rasthauses verzichtete ich allerdings, lebte stattdessen aus der Kühlbox und versuchte mich ein bißchen über die Zufahrt nach Paris herein schlau zu machen. Sonderlich viel fand ich, auch mangels Französischkenntnissen, nicht heraus, es blieb wohl nur das Prinzip try & error…
    Das obligatorische Telefonat mit Iris brachte auch nichts erhellendes, immerhin bekam ich die Daten für die nächste Fracht. Schwertmann hatte sich außerdem gemeldet und den Termin für die Übernahme angesetzt. Auch waren die Angebote von Volvo und Mercedes inzwischen in schriftlicher Form eingegangen. Telefonisch hatte ich zudem schon mal die Lieferfristen bei Ruud und Iveco Hamburg abgefragt.
    Bei Iris war außerdem eine Initiativbewerbung eingegangen, die ich mir, ihrer Meinung nach, mal ansehen sollte.

    Einen weiteren Tee später machte ich mich wieder auf den Weg, gut neunzig Minuten lagen noch vor mir.
    Paris präsentierte sich wie erwartet schwierig, viel Betrieb auf den Straßen, dazu überall schwerbewaffnete Sicherheitskräfte. Immerhin hielt sich das Gedrängel an meiner Abladestelle in Grenzen, ich konnte den Trailer sofort an eine Rampe setzen und entladen.


    Eine knappe Stunde später saß ich leicht angeschwitzt wieder in der Kabine, wollte gerade das Navi neu programmieren, als Iris wieder anrief.
    „Chef, kleines Problem. Ich muß dich nochmal umdisponieren.“
    „Das heißt was genau?“
    „Für dich heißt das zunächst mal ein bißchen Freizeit in Paris.“
    „Aha, damit ließe sich notfalls leben. Dummerweise hatte ich gerade erst Freizeit und war in Nantes shoppen. Das hätte ich vermutlich besser hier erledigt. Naja…gut. Und dann? Wie gehts weiter?“
    „Heute Abend kannst du wieder laden, Ziel Hamburg. Ging nicht anders.“
    „Ok, ich weiß Bescheid. Wir sehen uns!“

    Ich fuhr zunächst mal zu meiner nächsten, etwas außerhalb liegenden, Ladestelle. Vielleicht konnte ich den Zug da stehen lassen, eventuell auch gleich vorladen.
    Vorladen war natürlich nicht möglich, an den Rampen herrschte Hochbetrieb, aber immerhin durfte ich den Parkplatz und die Sozialräume nutzen.
    Mit einem Touristenticket machte ich mich nach einer heißen Dusche auf den Weg ins Zentrum. Dort schloß ich mich einer Gruppe an und ließ mir zumindest ein paar Sehenswürdigkeiten nahe bringen. Auch jetzt sah ich jede Menge bewaffnete Kräfte, ein ungewohnter Anblick für einen Deutschen. Die Pariser schien es weniger zu beeindrucken, vermutlich hatte man sich mittlerweile daran gewöhnt.
    Am späten Mittwochabend saß ich wieder am Lenkrad, im Rücken knapp 20 to Fertiggerichte.
    Das Navi schickte mich zunächst über Land zur A26, ehe ich auf der A2 Richtung Belgien weiter fuhr. An der Grenze wurde stichprobenartig kontrolliert, auch ich war dran.


    Meine Papiere wurden überprüft, der Zug außen abgesucht, anschließend musste ich noch kurz den Trailer öffnen. Der war allerdings zum einen randvoll und zum anderen gut gekühlt, daher wurde auf nähere Begutachtung verzichtet.
    Etwa 90 Minuten später legte ich einen Zwischenstopp am Rande von Brüssel ein und aß eine Kleinigkeit. Ich hielt mich allerdings nicht länger als nötig auf, das Parken auf unbefestigten Grünstreifen war immer mit einem gewissen Risiko verbunden.
    Eine weitere Stunde durch die Nacht verließ ich die belgische E19 und gondelte in östliche Richtung aufs Ruhrgebiet zu. Unterwegs konnte ich der Temperaturanzeige beim Sinken zusehen, es wurde ganz offensichtlich frischer. Blieb abzuwarten ob es tatsächlich frieren würde. Ich könnte gut darauf verzichten, stört nur bei der Arbeit…

    Morgens auf der A1 bei Osnabrück war die Reise vorläufig zu Ende, die zarte Hoffnung auf Schichtende in Bremen zerschlug sich mit einem gepflegten Stau.


    Der schöne Plan mit der Pause an der eigenen Halle war damit zerstört, autobahnnah fand sich auch keine vernünftige Parkgelegenheit, daher verließ ich die A1 und suchte mir eine Lücke in der Osnabrücker Peripherie. Aber wie das meistens so ist…alles dicht. Am Ende wurde es ein Supermarktparkplatz. Und das auch nur wegen eines Kniefalls vor dem Marktleiter. Um das Bild abzurunden fiel dann auch der erwartete Regen…


    Ich brauchte zwar nichts, aber so ganz undankbar wollte ich auch nicht sein, daher ging ich noch kurz einkaufen.
    Anschließend versuchte ich ein wenig zur Ruhe zu kommen, krähende Kinder und ebenso krähende Mütter bei Ein- und Ausparkversuchen waren allerdings nicht sonderlich hilfreich dabei.
    Am Abend machte ich mich gegen 19h wieder auf den Weg. Das Wetter war immer noch äußerst bescheiden, blieb zu hoffen, daß ich von Blitzeis und ähnlichem Mist verschont bleiben werden würde.


    Unterwegs, ich passierte gerade Bremen, entschied ich mich spontan dazu, die Nacht im Auto in Hamburg zu verbringen. Dann könnte ich morgen früh noch kurz den Iveco- Händler besuchen, ehe ich danach bei hoffentlich besserem Wetter entspannt ins Wochenende fuhr.
    Neunzig Minuten später drückte ich den Cooler an die Rampe, abladen fiel für mich aus, daher verkrümelte ich mich auch sofort. Ein Parkstreifen war das nächste Ziel, von dem ich mittels Stadtbus ins Zentrum fuhr und dort ein ziemlich teures Steakhouse enterte. Irgendwie war mir nach was edlem, daher gönnte ich mir zum Abschluß der Woche ein 14oz New York Strip mit Speckbohnen und gegrillten Champignons, dazu einen ziemlich guten Roten aus Südafrika.

    Es war fast Mitternacht, als ich mich gut 300 € ärmer in ein Taxi setzte und zum FH zurück fuhr. Eigentlich einigermaßen bizarr für eine einzelne Mahlzeit so horrendes Geld auszugeben, aber da ich mir sonst kaum mal was Exquisites gönnte, war das zu verschmerzen.
    Ziemlich bettschwer plumpste ich schließlich auf die Liege und schlief fast augenblicklich ein.
    Am nächsten Morgen war ich immer noch satt, daher verzichtete ich auf ein nennenswertes Frühstück und beschränkte mich auf eine kleine Scheibe Brot und eine ordentliche Ladung Tee. Ein bißchen Flüssigkeit war nötig, der Rote gestern Abend hatte es ganz schön in sich…
    Munter blieben!
    Deichgraf

    Kapitel 76 >Der Shopping- Trip< m
    eines Tagebuches ist frisch veröffentlicht!
    trucksim-map.com/blog/index.ph…DiekTrans-GmbH-Deichgraf/

    Log-Datei posten? So gehts:
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