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Kapitel 1- Gefeuert! Und jetzt?

  • Editierte Fassung!

    Moin zusammen!

    Nach einiger Überlegung habe ich mich entschlossen auch eine Firmengeschichte zu schreiben. Dazu habe ich ein neues Profil auf Map 4.5.6 angelegt. Über Kommentare freue ich mich, also tobt euch aus. Feedback schadet ja nicht. Ich habe mit der ganzen Materie im wahren Leben übrigens nichts zu tun, über fachliche Fehler bitte ich gnädig wegzusehen...
    :)
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    KAPITEL 1

    Es kam wie es kommen mußte.

    Die x-te Auseinandersetzung mit den Dispos endete mit der Ansage „Komm beim nächsten Umlauf in die Personalabteilung“.
    Ich hatte es ja irgendwie auch drauf angelegt, das Klima bei dem großen „Logistikdiensleister“ war von Anfang an ein anderes als bei meinem früheren Betrieb.
    Statt sechs Sattelzügen wurden hier über vierhundert bewegt, alles war immer sagenhaft hektisch, kaum jemand hatte Zeit für ein freundliches Wort.
    Dazu die ständigen Nötigungen der Dispos es mit der Fahrzeit sowie der Lasi nicht so genau zu nehmen. „Stell dich nicht so an! Das machen wir immer so!“ Das war die Standardantwort wenn ich darauf hinwies, daß der Auftrag in der avisierten Zeit nicht legal abzuwickeln war.
    Bei meinem früheren Chef hatte es so etwas nicht gegeben. Womöglich hatte ihm diese Einstellung damals auch das Genick gebrochen.

    Hier war es die Regel.

    Nach sechs Monaten in dieser Klitsche hatte ich genug. Ich ließ binnen einer Woche zwei Aufträge platzen, indem ich auf Einhaltung meiner Ruhephasen pochte. Einen dritten Auftrag verzögerte ich stundenlang, da die Ladungssicherung quasi nicht stattgefunden hatte. Drei Gitterboxen zu je 800 kg standen völlig ungesichert mitten auf dem Trailer. Ich bestand darauf, daß sie anders geladen wurden, fragte nach den Antirutschmatten und bemängelte die vergammelten Gurte.
    Ich hatte schon so eine Ahnung als mein Diensthandy Sturm klingelte.
    Wie erwartet, der Disponent. Ein Wortschwall quäkte aus dem Telefon, er drohte, schimpfte.
    Aber ich hatte mir im Vorfeld genau überlegt wie ich reagieren sollte. Ganz ruhig teilte ich ihm mit, daß der Trailer in dem Zustand nicht von mir bewegt wird. Bei einem Rundgang hatte ich, neben der ungesicherten Ladung, auch noch festgestellt, daß die Bereifung am Ende war und die Beleuchtung nur in Teilen funktionsfähig war. Außerdem schien die Bremsanlage undicht, ein öliger Fleck unter dem Auflieger deutete auf so etwas hin. Die Auseinandersetzung endete mit der Aufforderung bei nächster Gelegenheit in der Personalabteilung aufzuschlagen.

    Aber, ich hatte mir schon nach drei Monaten in der Firma überlegt, daß ich dort nicht alt werden würde. Ich hatte begonnen ein eigenes Fahrtenbuch zu führen. Dort notierte ich fein säuberlich alle Verstöße die mir aufgezwungen wurden. Teilweise schoß ich sogar Bilder für meine eigene Dokumentation.


    Ich vermerkte zahllose Verstöße mit Datum, Uhrzeit, Ort und Name des Disponenten um für Tag X gewappnet zu sein.

    Tag X war ein Dienstag. Ich hatte meinen Umlauf Köln-Dresden-Köln beendet und machte mich, nachdem ich meinen FH ordnungsgemäß an einen Kollegen der Folgeschicht übergeben hatte, auf den Weg ins Personalbüro.
    Dort händigte man mir einen Umschlag aus, ließ sich das ganze quittieren und wünschte mir einen schönen Tag.

    An meinem Auto angekommen, öffnete ich den Umschlag. Wie erwartet, enthielt er meine Kündigung. Zu meinem großen Erstaunen war sie fristlos, u.a. wurde mir „Störung des Betriebsfriedens“ und „Arbeitsverweigerung“ vorgeworfen.
    Ich entschied mich, statt nach Hause, direkt zu dem Arbeitsrechtler zu fahren, zu dem ich bereits vor längerer Zeit Kontakt aufgenommen hatte. Glücklicherweise waren an diesem späten Nachmittag keine weiteren Mandanten in der Kanzlei und ich konnte direkt mit ihm sprechen.
    Ich hatte dem guten Mann bereits vorher regelmäßig von meinen Arbeitsbedingungen berichtet, der Tipp mit dem eigenen Fahrtenbuch kam auch von ihm. „Wer weiß wofür es mal gut ist“, meinte er und sollte Recht behalten.
    Wir berieten das weitere Vorgehen und entschieden gemeinsam, der Firma zunächst mitzuteilen, daß die fristlose Kündigung nicht akzeptiert wird und um ein klärendes Gespräch gebeten wird.
    Schon zwei Tage später saß ich mit meinem Anwalt in einem Besprechungsraum meines Noch- Arbeitsgebers.

    Siegessicher und reichlich überheblich marschierten der Personalchef der Niederlassung, ein leitender Disponent sowie ein Firmenanwalt in den Raum. Ich wurde komplett ignoriert, lediglich mein Anwalt wurde kühl begrüßt. Der Personalchef begann direkt meine angeblichen Verfehlungen aufzulisten, freundlich assistiert vom Disponenten.
    Wir hörten uns das alles recht entspannt an, bis mein Anwalt ohne weitere Umschweife mitteilte, daß ich umfangreich dokumentiert hatte, zu welchen Manövern man mich gezwungen hatte. Er legte dem Personaler einen gut gefüllten A4- Ordner hin und teilte mit, daß dies eine Kopie für ihn sei, mit dem Original würden wir bereits am kommenden Dienstag beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) sein.
    Mein Anwalt führte ausführlich aus, welche Konsequenzen dies für die Firma haben würde, von horrenden Strafzahlungen über strenge Auflagen bis zu ständigen Kontrollen der Firma.
    Da aus meinen Unterlagen hervorging, daß die Verstöße systematisch waren, belegbar von oben angeordnet, könnten sogar Haftstrafen drohen.
    Nun war erstmal Schweigen auf der anderen Seite des Tisches. Die Siegesgewissheit war aus ihren Gesichtern verschwunden, die Herrschaften wurden doch etwas blass um die Nasenspitze.
    Der Personaler erholte sich als erster, wutschnaubend griff er sich den Ordner und verließ Türknallend den Raum.

    Mein Anwalt schob dem Firmenanwalt seine Visitenkarte rüber, ergänzt um den Hinweis, daß bis zum folgenden Montag ein umfangreiches Abfindungsangebot vorliegen sollte. Andernfalls würden wir am Dienstag beim BAG sitzen. Wir wünschten den noch anwesenden Herren ein schönes Wochenende und verliessen die Räumlichkeiten des Logistikdienstleisters.

    Draußen besprachen wir uns noch kurz, mein Anwalt wollte sich am Montag melden, wenn ein Angebot vorliegen sollte. Wir verabschiedeten uns voneinander und ich konnte in mein wohlverdientes Wochenende starten.

    Den restlichen Donnerstag vertrödelte ich gepflegt in meiner kleinen Butze am Rande von Köln. Im Prinzip gefiel mir die Stadt gut, nicht so hektisch wie Hamburg, wo ich auch schon einige Jahre gelebt hatte. Aber irgendwie fehlte mir die salzige Luft, der Wind und das Platt- Geschnacke.
    Meine Zelte in Köln würde ich wohl abbrechen, zumal es noch Bindungen in den Raum Weser- Ems gab. Bremen schien mir eine gute Wahl für die Zukunft. Ähnlich entpannt wie Köln, nur halt mit Seeluft.

    Den Freitag verbrachte ich größtenteils mit haushaltlichen Pflichten, nach meiner vierten Scheidung war ich wieder allein verantwortlich für diese Dinge. Die Bude wurde geputzt, ein ganzer Stapel Wäsche gemacht und dazu diverser anderer Kram. Am Abend gönnte ich mir ein halbes Blech Selfmade- Pizza, auf den Fertigfraß konnte ich gut verzichten. Dazu ein, zwei, sieben kühle Becks und ein bißchen Berieselung aus der Glotze.

    Den Samstag nutzte ich, nach ausgiebigem Frühstück, um meine Zukunft zu planen.Ich wollte erstmal nicht wieder auf große Fahrt, lieber, zumindest vorläufig, einen gepflegten nine-to-five-Job, der mir genügend Spielraum für andere Dinge ließ. Spontan schickte ich eine Online- Bewerbung an eine Bremer Verteilerspedition, welche Auslieferungsfahrer suchte. Sollte daraus tatsächlich etwas werden, könnte ich bestimmt vorläufig bei einem Bekannten in Vegesack unterkommen, zumindest bis ich was eigenes gefunden hatte. So hätte ich was zu tun und konnte mir überlegen wie es weitergehen soll.

    Der Gedanke „Selbstständigkeit“ spukte mir schon eine Weile im Kopf herum. Sollte mein bisheriger Brötchengeber eine ordentliche Abfindung ausspucken, konnte ich mich damit zumindest näher befassen.

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    Soweit alles lesbar? Was sagt der Beauftragte für die schlecht Sehenden? Mo? Format ok?
    Munter blieben!
    Deichgraf

    Kapitel 71 >Über Schweden nach Luxemburg< m
    eines Tagebuches ist frisch veröffentlicht!
    trucksim-map.com/blog/index.ph…DiekTrans-GmbH-Deichgraf/

    Log-Datei posten? So gehts:
    Posten der game.log/Posting game.log

    1.088 mal gelesen

Kommentare 4

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    Tomlaker -

    Ich fange erst jetzt an das zu lesen und es macht richtig Spass, ist ziemlich realtitätsnah (stelle ich mir zumindest so vor) und erzeugt eine hohe Motivation fürs Spiel. Jetzt werde ich nach und nach das Kommende lesen und hoffe steht schön so weiter.

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      Deichgraf -

      Hallo! Freut mich daß du her gefunden hast. Ob das realistisch ist, kann ich allerdings nicht sagen, da ich Schreibtischtäter in einer ganz anderen Branche bin... ;)

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      Tomlaker -

      Dito, jedoch ich habe selbst vor 7 Jahren gegründet und nun selbst ein zwei Unternehmen. Daher wohl meine hohe Affinität zu speziell diesem Blog. Du hast einen schön flüssigen Schreibstil, mit unzähligen ausschmückenden Details, welche deine Geschichte zum Leben erwecken. Es könnten neben den ganzen Höhen auch mehr Tiefen rein, aber dafür haben wir ja noch das reale Leben. :) Bin jetzt bei Kap. 23 und richtig gefangen. Großes Kino! :)

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    Deichgraf -

    Ich füge hier mal die bisherigen Kommentare, die sich auf die Geschichte beziehen, ein: Turbostar schrieb: "Endlich haben wir Dich auch so weit". maikelsinn schrieb:"Danke sehr interessante Geschichte, bin zwar kein Trucker aber das klingt nach realem Leben (wie teilweise heute üblich ist). Bin zwar nicht Mo aber auch von der schlecht sehenden Sorte, die Schrift lies sich gut lesen." MO schrieb:"Toller Anfang, - sehr interessant geschrieben und das Format ist ebenfalls bestens, - thx ... bin schon sehr gespannt wie es weiter geht".