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Plastik? Was ist das?


  • Meine Laune war endgültig im Keller. Nicht nur das unser Volvo in Süditalien bei einem Baggertransport die Arbeit eingestellt hatte. Nein, der Zöllner vor meiner Nase ging mir seit zwei Tagen mehr oder weniger auf die Nerven. Egal wie oft ich ihm auch erklärte, das es keine weiteren Stempel geben würde, die diese Transportpapiere vervollständigen könnten. Er beharrte darauf, das ein Stempel eines Veterinärs von Nöten wäre. >Bei Gott, Allah und was weiß ich noch alles. Es ist Kunstoffgranulat und nichts zu essen! Kunststoff!!!< >Ich weiß, Granulat! Deshalb Veterinär!< Punkt, Aus, Feierabend. >Ich stelle dir den Trailer da draußen hin. Mir reichts . Das kann doch gar nicht sein. Das ist nicht irgendwelches Granulat sondern Plastik!< Warum ist mir dieses verfluchte Wort nicht eher rausgerutscht? Plötzlich erhellte sich sein sonst so trübe dreinblickendes Gesicht, das durch meine Anwesenheit in den letzten Tagen auch noch merklich ergraut war. >Warum sagen sie nicht gleich es ist Plastik?< Ich schüttelte nur den Kopf.
    Gemeinsam gingen wir auf den Parkplatz, wo der Zöllner die Werksplombe an einem Domdeckel löste und sich einen Überblick über die Ladung verschaffte. Hätte er das doch nur gleich gemacht! >Alles in Ordnung, so kann ich Ihnen die Weiterfahrt gestatten!< Sprachs und drückte mit einer altertümlich wirkenden Plombenzange sein amtliches Siegel fest. Natürlich waren alle geplanten Fährverbindungen längst abgelaufen. Karen war schon längst im Feierabend. So blieb uns nichts Anderes übrig, als vor Ort eine Überfahrt nach Marseille zu buchen. Dazu schickte ich Corinna in den Bürotrakt. Ich konnte da nicht mehr rein ohne mich zu übergeben. Sie ging, aber auch nur noch mit Murren. Mein Handy bimmelte. >Hey Viki, wie kommt ihr in Nordafrika voran? Karen meinte zu mir, ihr seid da unten in den Streik getreten.< Nina lachte. >Junge Dame, ich wäre ja ganz ruhig an deiner Stelle! Und außerdem möchte ich mich gar nicht darüber unterhalten. Wie läufts bei Euch?< >Ganz gut. David ist gerade auf Toilette. Wo ist Mama?< >Im Fährbüro. Sie versucht eine Überfahrt nach Frankreich zu organisieren. Ich bestell ihr Grüße von Euch okay?< >Gut, mach das. Ich melde mich dann!< Damit legte sie auf. Just in diesem Moment ging die Beifahrertür auf. >Wir haben Glück. Es gibt noch einen Stellplatz. Ein Lkw ist in der Wüste liegen geblieben. Wir dürfen mit, wenn du nur endlich Gas gibst Schatz. Sonst sind zwei Tage Wartezeit angesagt.< Ich gab dem Volvo zu saufen. Noch zwei Tage auf diesem Terminal und man konnte mich in die Psychatrie schicken.
    Die Überfahrt war gut zur Erholung. Das Schiff war modern und noch recht gut in Schuss. Zunächst verschwanden wir im Wellness-Bereich, wo wir es uns gut gehen ließen. Danach war das Restaurant dran, wo wir ein paar alte Weggefährten trafen. So verging der Abend und wir legten uns einigermaßen erfrischt in die Koje. Nach einem doch recht genießbaren Frühstück gings von Bord.

    Marseille begrüßte uns mit schönstem Wetter. Allerdings konnte uns das erst mal nicht sonderlich erfreuen. Der Zoll wollte sich mal unsere Ladung ansehen. Es begann die übliche Odyssee übers Gelände. Von Gebäude A nach Gebäude B und von dort mal eben noch übern Platz zum Verschussgelände, wo eine Probe gezogen wurde, die dann ins Labor ging. Wir verbrachten drei Stunden damit und dann konnten wir endlich weiter. Corinna war dran, den Bock über die Strassen zu lenken. Man merkte ihr schnell an, das sie sich erst jetzt wieder wohl fühlte. Sie fluchte wie ein Bierkutscher über jeden Franzosen, der ihr im Weg rumdümpelte. Und davon gabs um diese Zeit so einige.

    Erst an der ersten Mautstation legte sich die Spannung in ihrem Gesicht zu einem zufrieden Lächeln.
    >Wenn wir in Arhus abgeladen haben gehts nach Hause. Mir ist das egal, ob Karen jetzt noch was für uns findet oder nicht.< >Na Schatz, dann sollten wir sie aber langsam informieren. Sonst gibts wieder so nen Marathon, wie in Süditalien.< Ich erinnerte mich immer noch sehr lebhaft ans Ende unseres Volvos. Die Hitze ist ihm wohl gar nicht bekommen. Kolbenfresser und Wandler defekt. Außerdem hatten sich einige Gänge im Getriebe in die sprichwörtliche Luft aufgelöst und sich am Magneten der Ölablassschraube gesammelt. Unser aktuelles Gefährt war ein stinknormaler 750er ohne irgendwelche Modifikationen. Ein neuer Volvo ist bestellt, dauert aber noch einiges an Zeit.

    Etwa hundert Kilometer vor Genf meldete sich Corinna und riss mich so aus den nicht gerade erfreulichen Gedanken. >Schatz, du bist gleich dran. Kuck mal nach, wo wir wechseln können.< Ich sagte nicht, das wir gerade an der letzten Chance vor der schweizerischen Grenze vorbeigefahren waren. So lange mußte sie sich jetzt gedulden. Etwas mürrisch verteilte sie dann auch gleich erstmal Seitenhiebe in alle Richtungen. Natürlich war auch ich da fällig. >Du hättest aber auch was sagen können. Muss ich denn alles alleine machen?< Dabei grinste sie schelmisch, so dass ich getrost davon ausgehen konnte, das sie meine Gedanken erkannt hatte.
    Wir wechselten an der Grenze die Plätze und ich zog an diesem Tag noch bis kurz vor Mannheim. Da war dann aber auch endgültig Schicht im Schacht. Nach einem Abendessen aus der Konserve gings ab in die Koje. Stress machten wir uns nun nicht mehr. Wir waren eh zu spät dran, als das wir noch den Bonus hätten abfassen können.

    Am nächsten Morgen ließ ich den Motor schon mal laufen, während Corinna noch eben frischen Kaffee kochte. Noch schnell die Toilette besucht und dann aber nichts wie ab nach Hause. Wir kamen gut an Frankfurt vorbei und so erblickten wir gegen Mittag die Kasseler Berge in ihrer ganzen Pracht. Der Volvo brummelte zufrieden vor sich hin und das Telefon blieb ausnahmsweise mal ruhig. Karen wußte Bescheid und hatte uns für den Rest der Woche kurzerhand frei gegeben. Na alles Andere wäre ihr aber auch nicht so gut bekommen. Wenn die Chefin sagt, es ist genug, dann reichts auch. Das ich nichts mehr zu melden habe, ist keinem entgangen, der uns nur etwas beobachtet. So kanns gehen.

    Die Baustellen auf der A7 kurz vor Hannover bremsten uns nur kurz aus. Danach konnte es wieder mit voller Kraft voraus gehen. Die Landschaft wurde langsam eintöniger und so kündigte sich dann auch Dänemark an. An Kolding vorbei näherten wir uns Arhus. Der Himmel zog sich langsam zu, aber das war jetzt auch egal. Erstmal ankommen und den Trailer abstellen. Sechs Wochen in Südeuropa hatten ihre Spuren hinterlassen. Und das nicht nur an der Technik, sondern auch an uns.


    An der vorletzten Ampel links und dann zweimal rechts und dann bei FERCAM aufn Platz gestellt und fertig. Soweit passte alles. Nur der Büroheini kam uns wieder mal schräg. Wie eigentlich immer ritt er auf dem Liefertermin rum und ich zeigte ihm die Papiere und darauf dann die Einfahrtszeit im Terminal in Algier. >An uns lags nicht, also krieg dich wieder ein. Ich kann nichts dafür, wenn der Mann kein Englisch versteht.< >Trotzdem zu spät. Bonus ist nicht.< >Du mich auch. Unterschreib und wir sind raus hier!< Er leistete seinen Otto und Corinna rannte sofort zum Lkw. Ich konnte kaum mithalten und dann waren wir endlich wieder auf dem Weg nach Kopenhagen. Es interessierte Corinna nicht sonderlich, das es anfing zu regnen. Bei unser Ankunft in der Heimat gabs dann was zu sehen.

    Corinna sprang nur mit T-Shirt und Jeans bekleidet aus dem Auto und hüpfte wie ein kleines Kind durch den Regen. Unter den mißtrauischen Blicken einer kleinen Wollsocke zeichneten sich so langsam ihre Rundungen unterm Shirt ab und ich schickte sie nach oben. >Rein mit Dir. So schön der Regen auch ist, so rennst du mir nicht über den Platz. Was sollen die Leute denken?< >Das ist mir aber sowas von egal!< >Aber mir nicht also ab nach oben mit dir.<
    Mit freundlichem Gruß Viking1971
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Comments 5

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    Albenmark -

    gesehen, gefreut und gelesen..... ;) Ich freue mch auf die zu erwartenden Folgen der Geschichte. Für die OP schon einmal "Alles Gute!"

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    Viking1971 -

    Liebe Freunde, ich war in letzter Zeit etwas eingebunden. Jetzt darf ich eine längere Wartezeit bis zu einer OP überbrücken. Also werden wohl noch so einige Touren hier zu lesen sein. Es macht halt doch immer noch viel Spaß, mal so ein paar kleine Stories zu schreibseln ;)

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    Iceman684 -

    Unser Vikinger ist zurück :)

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      TurboStar -

      Ich merke es auch mit Freude. Hatte schon die nächste Unternehmensaufgabe befürchtet...