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Kapitel 99 - Friss Staub

  • Früh am nächsten Morgen, die Sonne war gerade aufgegangen, klingelte uns der Wecker aus dem Schlaf. Nach dem üblichen morgendlichen Prozedere aus Duschen und Frühstücken, lenkte Stana unseren Lastzug wieder auf die Autobahn.



    Obwohl es gerade die Zeit des Berufsverkehrs war, hielt sich der Verkehr in Grenzen, so dass wir gut voran kamen und schon bald St. Pölten erreichten. Bei unserem Kunden angekommen hieß es an der Einfahrt nur. >>Stellt den Trailer an eine freie Rampe.<< Das wäre aber beinah einfacher gesagt als getan gewesen, denn es war nur noch eine Rampe frei und während ich die Papiere abgab, sattelte Stana ab.



    Kurz darauf waren wir auch schon wieder auf der Straße. Es ging ein Stück aus der Stadt heraus auf das Gelände eines großen Sägewerkes. Dort wartete schon unser nächster Trailer. Die Spannplatten in dem kleinen Container waren für einen Steinbruch bei Salzburg bestimmt. Diesmal kümmerte sich Stana um den Papierkram, aber auch hier ging es zügig.

    Gerade als ich den Sattelzug auf die Landstraße gesteuert hatte, meldete sich lautstark der Bordcomputer zu Wort. Unser Schwede hatte Durst und verlangte schnellstens nach einer Tankstelle. Also war der nächste Rastplatz unser. Erst bekam der Truck einige hundert Liter Diesel eingeschänkt und danach ließen wir uns das Mittagessen schmecken.



    Wieder zurück am Truck verkrümelte sich Stana nach hinten.
    >>Ich mach ein kleines Verdauungsnickerchen..... Fahr bitte sachte.<< dabei grinste Sie mich an. >>Toll, Madame faulenzt und stellt auch noch Ansprüche an meinen Fahrstil.<< dachte ich so für mich. Aber ich tat wie mir befohlen und rollte ganz sachte an. Der Erfolg zeigte sich nach wenigen Minuten. Stanas gleichmäßiges ruhiges Atmen verriet mir, dass Sie eingeschlafen war. Selbst als ich die Autobahn längst verlassen hatte und mich über Landstraßen weiter quälte schlief Sie weiter.

    Erst als ich auf der unbefestigten Straße beim Steinbruch angelangt war, wurde Sie munter und maulte
    >>Heee, warum schaukelt das so. Kannst du nicht ein wenig sanfter fahren. Du musst nicht jedes Schlagloch mitnehmen.<< >>Hier schaukelt's überall.<< Erst jetzt kam Sie nach vorn gekrabbelt und sah wo wir waren.



    Nach einigen weiteren Minuten des durchgeschüttelt Werdens hatten wir den Platz erreicht, wo der Trailer abgestellt werden sollte. Stana schnappte sich die Papiere und hüpfte aus dem LKW. Währenddessen sattelte ich ab und betrachtete danach die Zugmaschine.
    >>Der Cowboy hat ganz schön Staub gefressen.<< Und auch die Lady in red sah ziemlich dirty aus.

    Als Stana wieder kam, ging es wieder hinaus aus dem Steinbruch und mit der dicken Staubfahne die wir beim Befahren der trockenen Piste hinter uns her zogen, sah es schon ein wenig so aus, wie einige Cowboys die durch die Wüste ritten. Kurz bevor wir die Stadtgrenze von Salzburg erreichten um unsere Anschlussfracht abzuholen, rief Jana an.
    >>Hallo ihr zwei. Schlechte Nachrichten. Eure nächste Tour ist geplatzt. Der Trailer wird erst übermorgen früh fertig. Soll ich euch eine andere Tour suchen?<< >>Nö, eine kleine Pause tut uns bestimmt gut.<< >>Okay<< Und wieder einmal wurde ich nicht gefragt. Wer war hier eigentlich der Chef?? ...obwohl, ich hätte genauso geantwortet.

    Das waren zwar nicht die besten Neuigkeiten, aber wer einige zeit im Geschäft war gewöhnte sich daran, dass nicht immer alles klappte. Nun hieß es also umdisponieren. Ich lenkte die Zugmaschine weiter in Richtung Salzburg, während Stana nach einem Hotel für uns suchte.

    Nach einigen Minuten legte Sie das Handy wieder auf die Ablage.
    >>Fündig geworden?<< >>Ja, hab was schönes gefunden.<< dazu zwinkerte Sie mich an. >>Da bin ich ja mal gespannt. Aber such doch bitte noch nach einer Waschanlage für den Truck.<< >>Okay.<< Sie griff wieder zum Handy, aber diesmal mit weniger Erfolg. >>Es gibt hier in der Gegend nur eine Waschanlage und die ist im Moment außer Betrieb. Der Cowboy wird wohl staubig bleiben müssen.<< >>Pech, wär's kein Cowboy geworden.<<

    Inzwischen waren wir in der Stadt angelangt und Stana hatte auch schon die Adresse des Hotels ins Navi eingegeben. Nun lotste uns der kleine Quasselkasten durch die City und schon bald hatte ich den Überblick total verloren. Außerdem bezweifelte ich langsam, dass wir je ankommen würden, denn die Fahrt zog sich nun schon einige Zeit hin. Aber schließlich tönte es aus dem Kasten. >>Sie haben ihr Ziel erreicht.<<

    Nun schaute ich nicht schlecht. Stana hatte nicht irgendein Hotel gesucht. Nein, Sie hatte ein Nobel-Wellness Hotel herausgesucht. Und auch der Typ, der die Autos der Gäste parkt, bekam große Augen als ich zielsicher auf Ihn zu steuerte. Er war eben nur Porsche, Ferrari, Mercedes und Co. gewöhnt. Schließlich hielt ich neben dem verdatterten Kerl und Stana stieg aus der Kabine.
    >>Wir haben reserviert.<< >>Ja, ähhh. Willkommen in unserem ähh Haus.<< Dabei schaute er mit leicht verzweifeltem Gesicht auf den Truck. Ich hingegen machte keinerlei Anstalten auszusteigen, sondern fragte den Typen, wo ich unseren LKW parken könnte. Er wies mir schließlich einen Platz am Rande des eigentlichen Parkplatzes zu, wohin ich den Volvo auch gleich fuhr.

    Gerade als ich nun auch ausgestiegen war, kam ein anderer Angestellter des Hotels in meine Richtung gehetzt. Es war der Gepäckträger, der nun nicht nur unser Gepäck vom Eingang bis ins Zimmer schleppen musste, sondern auch noch über den gesamten Parkplatz. Aber zum Glück reisten Stana und ich ja mit eher leichtem Gepäck an. Der restliche Eincheckvorgang war dann schnell erledigt und schon 10 Minuten später waren wir in unserem Zimmer und ließen uns erschöpft aus Bett fallen.
    Schöne Grüße aus Sachsen

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