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Kapitel 36 – Manche mögen es hektisch

  • Das Wochenende verbrachten wir mit gemeinsamen und getrennten Aktivitäten. Meistens tagsüber gemeinsam und abends getrennt. Immerhin ging ich nicht so ganz durchschnittlich aus und zog durch die Kneipen mit der Regenbogenfahne über der Tür.
    Am Montag übernahm ich die erste Runde und fuhr erst einmal zum Flughafen, wo im Gewerbepark bei DB Schenker eine Ladung Diesel auf uns wartete. Mit der Last am Haken ging es an Flugzeugfans vorbei zur Hauptstraße.
    Der weitere Weg führte nach Osten über Landstraße und schließlich, nach einer Rast an einer Tankstelle mit Fahrerwechsel auf die Autobahn. Hinter Nürnberg wechselten wir noch einmal und ich fuhr weiter bis an eine Tankstelle in Österreich.
    Hier übernahm noch einmal Chris und fuhr über den Brenner, bis uns die Tagesarbeitszeit ausging. Die Nachtruhe wurde also auf den Platz an einer Mautstation gelegt, wo es von der Autobahn auf die Landstraße ging.
    Das Frühstück am nächsten Morgen mussten wir aus dem Staufach bestreiten, dann ging es weiter. Nachdem gestern Chris die Premiere überhaupt hatte, durfte nun auch ich selbst endlich mal den Eintritt ins italienische Autobahnnetz bezahlen, ohne dafür anhalten zu müssen.




    Chris übernahm bei Bologna bis an die Fähre und damit waren die ersten zwei Tage schon wieder um. Wir setzten über nach Igoumenitsa und ich fuhr unsere Ladung zu Fercam. Weil die Fähre erst in der Nacht fuhr, wir aber nicht so lange am Hafen stehen wollten, parkte ich den Truck in der Stadt und wir verbrachten den Tag dort.
    Am Nachmittag fuhr Chris zu DHL um unsere Rückfracht abzuholen. Das waren 22 Tonnen Milchpulver für Wuppertal. Die Fähre spuckte uns dann wie gewohnt am nächsten Mittag im Hafen von Ancona wieder aus. Ich fuhr bis in die Nähe von Bologna und überließ dann Chris noch das Steuer bis an die Schweizer Grenze.




    Wir hätten von der Lenkzeit weiter fahren dürfen, aber die Schweiz ließ uns nachts nun einmal nicht rein. Am nächsten Morgen konnten wir nun immerhin ausschlafen, da wir 11 Stunden Ruhezeit voll kriegen mussten. Nach ein Bisschen Frühsport den Rastplatz rauf und runter, anschließender Dusche im Rasthaus und einem ausgiebigen Frühstück waren wir wieder unterwegs.




    Nun galt es zu entscheiden, wie der Tag verlaufen sollte: „
    Sollen wir die Tour knallhart und ohne Stehpause durchziehen? Dann sind wir heute Abend in Bochum. Oder lassen wir es ruhig angehen, aber dann müssen wir je nach Route bei Koblenz oder Montabaur noch mal übernachten?“ „So kurz vorm Ziel? Aber ich habe ja eh nichts davon. Muss ja dann morgen früh noch mal zurückkommen zum Truck putzen.“
    Diese Arbeit teilten wir uns immer am Ende einer Tour.
    „Dann bleibst Du die Nacht auf dem Sofa. Julian wird das schon nicht stören und Marlon wird sowieso wieder bei Judith sein.“ „Dann lass uns durch fahren.“
    Das tat ich dann bis an die schweizerisch-französische Grenze. Hier organisierte ich schnell ein paar belegte Brötchen und schon ging es weiter. Chris reizte seine Fahrzeit aus bis zur letzten Minute und die brach vor einer sich schließenden Bahnschranke an. Also wechselten wir die Plätze, während vor uns ein Güterzug entlang rumpelte.




    Kurz vor Köln bekam ich es dann mit Regen zu tun. Das hieß, dass ich auch beim Absatteln an unserem Ziel bei Hellmann in Wuppertal nass wurde, während Chris im Büro den Papierkram erledigte.
    Dann fuhr er noch nach Bochum und die Woche war zu Ende. Julian hatte uns dankenswerterweise noch was zum Essen gekocht. Danach krochen wir in die Betten.
    Am nächsten Morgen frühstückten wir zu dritt, bevor Chris und ich uns an die Arbeit machten und den Truck abspritzten und aussaugten, verschiedene Teile prüften und die Lebensmittelvorräte wieder auffüllten.
    Als wir fertig waren, war es schon fast Mittag. Julian hatte sich mit dem Opel Astra, den er sich inzwischen mal gekauft hatte, um nicht immer meinen Citroen nehmen zu müssen, auf den Weg zum Einkaufen gemacht und war mit den Zutaten für eine Pizza zurück gekommen. Also blieb Chris noch da und wir machten uns mit viel Alberei die Mafiatorte fertig und futterten sie zu dritt weg. Dann machte sich Chris schließlich auf den Heimweg in seine Bude nach Dortmund.

    In den Wochen vor und nach Ostern blieb der Truck in Bochum. Chris durfte nun erst einmal die übrigen ADR-Scheine nachholen, damit er nicht mehr meine Frachten einschränkte. Auch Julian und Marlon machten Pause, um ihre Gefahrgut-Kenntnisse auszuweiten.
    Nach Ostern würde außerdem die Meisterschaft im Eishockey entschieden. So lange das offen war, wollte ich ohnehin nicht auf Tour gehen. Und auch Julian wollte alle „HAImspiele“, wie es im Kölner Fanjargon hieß, in der Finalserie sehen.
    „Willst Du auch mal mit?“ fragte ich Chris. Der meinte, er hätte das ultimative Argument gefunden, nicht in die verhasste Stadt mit der großen Kirche zu müssen: „Nur wenn Du mit mir noch in dieser Saison zu Fortuna Düsseldorf kommst.“ Deutscher Fußball? War mir sowieso egal, wer da spielte. Und der Krieg zwischen den zwei Städten war es auch: „Abgemacht!“ „Das war nicht die Antwort, die ich erhofft hatte. Halt Dich doch einmal an die Regeln… Jetzt muss ich auch noch zu den Haien.“

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    Die Ansage gilt, bis zum Ende des DEL-Finales wird es von mir in der Tat kein Kapitel mehr geben. Bis da hin wünsche ich Euch allen Frohe Ostern.


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