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Kapitel 98 - Revanche

  • Kurz vor zwölf klingelte der Wecker und nach einer ausgiebigen Dusche ging es zur Stärkung ins Restaurant. Danach war es an der Zeit die letzten Kilometer unter die Räder zu nehmen. Spätestens an der Stadtgrenze merkte man, dass Samstag war. Die Straßen quollen fast über vor Autos und zu allem Überfluss war unsere Abladestelle die Rampe eines großen Supermarktes, dessen Parkplatz gut gefüllt war. Ungeduldige Einkaufswütige machten das rangieren auch nicht gerade einfacher. Aber mit der nötigen Routine und meiner Einweisung drückte Stana den Kühlauflieger gekonnt an die Rampe. Die Abgabe der Papiere gestaltete sich allerdings nicht weniger anstrengend. Niemand in den Lagerräumen fühlte sich zuständig und der Chef, der hier wahrscheinlich alles abzeichnete, war erst nach einer halben Stunde wieder auffindbar.

    Aber schließlich konnten wir den Parkplatz verlassen. Aber auch das war leichter gesagt als getan. Einer der Pkw Fahrer die vorhin noch wild gehupt hatten, als Stana beim rangieren die Fahrbahn blockierte, war nun selbst dabei seinen großen SUV aus einer Parklücke zu fahren. Dabei stellte er sich aber reichlich ungeschickt und sehr langsam an und wir mussten warten. Es war nun also an der Zeit für eine Revanche und so ließ ich die mächtigen Drucklufthörner ertönen und mit einem Mal schaute der ganze Parkplatz auf die Szenerie. Der SUV Fahrer wurde nun leicht hektisch und selbst durch die geschlossenen Scheiben konnte man den knallroten Kopf des Fahrers sehen. Als er seinen Wagen schließlich aus der Lücke hatte, verschwand er mit quietschenden Reifen vom Parkplatz. Stana und ich folgten grinsend und verließen ebenfalls das Gelände.

    Nur ein paar Straßen weiter wartete schon unser neuer Auflieger auf uns. Es war wieder ein Kühlauflieger und auch das Livery des Trailers war das selbe. Diesmal führte die Tour jedoch nach Nürnberg, was im Rahmen der zur Verfügung stehenden Lenkzeit ohne Probleme zu schaffen sein sollte. Kurz darauf rollten wir mit unserem Kühlzug über hügelige Landstraßen in Richtung Süden.



    Wie immer, wenn wir auf Landstraßen unterwegs waren, konnten wir wieder die wildesten Überholmanöver beobachten. Egal ob Pkw, Transporter oder Bus, alles und jeder musste an den unmöglichsten Stellen überholen, während wir brav mit reichlich 60 Km/h über die Landstraße cruisten.



    Bis auf den obligatorischen Fahrerwechsel verlief die restliche Fahrt ohne besondere Vorkommnisse und so erreichten wir die Frankenmetropole um kurz nach neun. Nun war es wieder an Stana den Trailer zu parken und auch gleich den neuen aufzusatteln, denn der stand erfreulicherweise auf dem gleichen Gelände. Ich hingegen versuchte jemanden im Büro zu finden, was mir auch ohne Probleme gelang. Schon eine viertel Stunde später waren wir wieder auf der Straße. Unser Ziel war Graz, aber soweit würden wir eh nicht mehr kommen. Also war das erste Etappenziel ein Rasthof wo wir unsere Pause einlegen konnten.

    Kurz nach Mitternacht rollten wir auf den Parkplatz der Rastanlage und fanden sogar noch ein Plätzchen für die Nacht, allerdings direkt an der Fahrbahn, so dass wir jedes Fahrzeug hörten, dass über den Rasthof fuhr. Aber es ging nunmal nicht anders, der Digitacho verlangte nach einer Pause.

    Ich weiß nicht wann am nächsten Morgen der Wecker geklingelt hatte, denn als ich schließlich aufwachte wurde ich nicht dadurch sondern mit einem Kuss und einem
    >>Aufwachen Schlafmütze.<< geweckt. Danach ging es zur Morgentoilette und zum Frühstück, bevor es weiter in Richtung Österreich ging. Kaum hatten wir die Grenze passiert bremste uns auch schon einer dieser elendigen Mautstationen aus.



    Pünktlich zum Mittag passierten wir die ersten Häuser in Graz. Bis zu unserer Lieferadresse war es nur noch ein Katzensprung. Inzwischen hatte sich auch Jana mal wieder gemeldet und uns die Daten unserer nächsten Tour durchgegeben. Außerdem teilte Sie uns mit, dass Silvia über Ostern in Schweden bei Tommy sein würde und auch den LKW dorthin mitnehmen würde. In letzter Zeit war Sie meistens mit Tommy im Konvoi gefahren und solange Jana dafür immer eine passende Tour fand war das auch kein Problem. Auch sonst lief alles rund, außer das sich der Vertrag mit den Spaniern etwas verzögern würde. Aber das war kein allzu großes Problem denn noch waren die beiden anderen Volvos nicht fertig und mit dem Dritten waren wir ja unterwegs. Wahrscheinlich würden die drei Trucks erst im Mai auf der festen Spanienroute rollen. Das verschaffte Jana auch noch etwas mehr Zeit um nach passenden Fahrern zu suchen.

    Nachdem wir nun unseren Trailer losgeworden waren und die Bürobelegschaft in der Mittagspause gestört hatten, beschlossen wir nun auch erst einmal eine Kleinigkeit Essen zu gehen bevor wir den neuen Trailer abholten.

    Frisch gestärkt ging es wieder aus Graz heraus und einige Kilometer ins Umland. Bei einem großen Holz verarbeitenden Betrieb stand unser neuer Auflieger und wartete darauf in die Slowakei gebracht zu werden. Unter der Plane versteckte sich eine gebrauchte Forstmaschine, die ihr zweites Leben in den Wäldern rund um Banska Bystrica verbringen sollte.

    Die Fahrt verlief ruhig und ereignislos und so erreichten wir mit den letzten Sonnenstrahlen unser Ziel. Dort hatten wir wieder einmal Glück. Zum einen war trotz der fortgeschrittenen Stunde noch jemand im Büro und zum anderen konnten wir auch gleich unseren neuen Trailer aufsatteln. Es war wieder ein vierachsiger Jumbotrailer, aber dieses Mal schlummerte unter der Plane eine neue Baumaschine, die nach St. Pölten sollte. Während Stana mit dem Papierkram beschäftigt war, machte ich meine Runde um den Lastzug, dabei tauchte die Abendsonne den LKW in ein warmes Licht.



    Gerade als die Sonne hinterm Horizont verschwand verließen wir die Stadt. Es war ein schöner Abend und für die Jahreszeit auch noch sehr mild. Aber das änderte sich schon bald darauf. Es wurde merklich kühler und als wir unseren Parkplatz für die Nacht ansteuerten hatte sich Nebel gebildet, außerdem nieselte es leicht. Zusammen mit der Beleuchtung des Parkplatzes ergab das ein diffuses Bild.



    Hoffentlich war der Nebel am nächsten Tag verschwunden, denn jetzt war das Wetter einfach nur Bääähh um es mal mit den Worten eines bekannten Fernsehwetterfrosches zu sagen.
    Schöne Grüße aus Sachsen

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