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Kapitel 95 - Desperado

  • Zwei Kaffee später rauschte ein mir wohl bekannter Škoda Superb die Straße entlang. Es waren Stana und der neue Fahrer. Stana parkte den Wagen direkt vor dem Actros. Dann kamen die beiden auf mich zu. >>Kreativen Parkstil hast du da.<< begrüßte mich Stana, gefolgt von einem schnellen Kuss. Dann stellte Sie mir unseren neuen Fahrer vor. Während des folgenden Frühstücks besprachen wir mit Eddie, so hieß der Neue, noch die nächsten Abläufe. Danach war es an der Zeit aufzubrechen. Für Eddie hatte Jana schon eine Tour nach Wolfsburg besorgt. Von da aus sollte es dann regelmäßig im Linienfernverkehr für einen Kunden aus der Automobilbranche auf Tour gehen.

    Die Übergabe des LKW ging zügig von statten, da ich meinen Kram schon zusammengepackt hatte. Fünf Minuten später war Eddie dann auch schon verschwunden um seinen Trailer abzuholen und für Stana und mich war es an der Zeit nach Schweden zu starten.

    Auf dem Weg nach Norden bekamen wir auch nach langer Zeit mal wieder so etwas wie Winterfeeling. Es wurde merklich kälter. Das war man gar nicht mehr gewöhnt. Am Nachmittag erreichten wir Rönninge und räumten unsere Sachen aus dem Auto. Gleich darauf telefonierte Stana mit Ihren Eltern, die uns auch gleich für den nächsten Tag zum Essen einluden. Denn Rest des Tages kamen wir erst einmal zur Ruhe und genossen die Zweisamkeit. Am nächsten Tag machten wir uns kurz nach dem Aufstehen auf den Weg zu Stanas Eltern. So verging der Sonntag.

    Am Montag ging es dann nach Södertälje, wo Benny uns schon erwartete. Die nächsten Tage standen nun einige Winterfahrtrainings auf dem Programm. So bekamen wir auch mal wieder Schnee zu Gesicht. War ja schließlich ein seltener Anblick in diesem Winter. Die Woche verging recht zügig und schon war Freitag. Ein besonderer Freitag - Valentinstag.

    Aber vor dem romantischen Abend hieß es noch den letzten Tag der Trainings hinter uns zu bringen. Aber als dieses letzte Fahrtraining abgeschlossen war und die Teilnehmer wieder in den Fahreralltag entlassen waren, konnten wir in unser romantisches Wochenende starten, das leider wieder einmal viel zu schnell vorüber ging.

    Montagmorgen wollten wir gerade das Haus verlassen und uns auf den Weg nach Kopenhagen machen um den Volvo von Olaf abzuholen, als dieser anrief.
    >>Hallo Olaf, wir wollten uns grad auf den Weg machen.<< >>Deshalb ruf ich an. Ich brauch noch ein paar Tage mehr. Die Teile sind noch nicht da.<< >>Okay, und wann ist der Truck dann fertig?<< >>Ende der Woche. Sorry<< >>Kein Problem, ist ja nicht deine Schuld.<< >>Okay, bis dann.<< Nach dem Gespräch nahm ich die beiden Reisetaschen, die ich gerade erst ins Auto gepackt hatte, wieder aus dem Kofferraum und trug sie wieder ins Haus. An der Tür kam mir Stana entgegen und schaute mich mit großen Augen verwundert an. >>Was wird das denn?<< >>Planänderung. Der Volvo ist noch nicht fertig.<< >>Zwangsurlaub??<< >>Ja.<<

    Jetzt griff Stana zum Handy, um Jana mitzuteilen, dass wir diese Woche nicht fahren konnten. Als Sie aufgelegt hatte trat Sie auf mich zu und lächelte mich an.
    >>Und was machen wir jetzt?<< Ich umarmte und küsste Sie. >>Da wird uns schon was einfallen.<<

    Die Woche verbrachten wir in Schweden und fanden sogar ein Wintersportgebiet, wo wir zum ersten Mal in diesem Winter Ski fahren konnten. So kamen wir doch noch zu unserem Winterurlaub. Aber so ganz konnten wir es beide nicht lassen. Immer mal wieder lief der Laptop und wir schauten nach unseren E-Mails. Aber es gab keine Katastrophen. Jana hatte den Laden voll im Griff und auch die beiden neuen Fahrer fügten sich gut in unser Team ein.

    Schließlich war die Woche zu Ende und es war Freitag. Eigentlich der Tag an dem wir nach Dänemark fahren wollten um endlich den Volvo abzuholen. Aber das hätte auch bedeutet, dass wir am Wochenende auf Tour sein würden. Darauf hatten wir beide nicht so richtig Bock. Also verschoben wir die Übergabe auf den nächsten Dienstag. So hatten wir noch ein paar Tage Urlaub.

    Am frühen Dienstagmorgen war es dann aber soweit und wir fuhren zurück nach Kopenhagen. Gegen neun Uhr erreichten wir Olafs Hof, nur vom Volvo war nix zu sehen. Also erst einmal ins Büro, wo uns Olaf auch gleich begrüßte. Dann brachte er uns in die Werkstatt und da stand der FH16 540 und strahlte im Neonlicht. Nachdem wir uns von der Erstklassigkeit der Arbeiten überzeugt hatten, ging es an den Papierkram und die Rechnung.

    Kurz darauf rollten wir vom Hof und überlegten was wir jetzt machen sollten, denn unsere Fracht konnten wir frühestens Mittag abholen. Also beschlossen wir Viking Transport einen kleinen Besuch abzustatten, auch wenn es recht unwahrscheinlich war dort auf Corinna und Viki zu treffen, schließlich war es ja mitten in der Woche.

    Als wir auf den Hof rollten war auch kein LKW aus Vikis Flotte auf dem Hof zu sehen. Nur Karen kam mit Niklas um die Ecke des Gebäudes gelaufen. Also parkte ich den Truck und schon war Stana auch schon ausgestiegen.
    >>Hi ihr beiden. Lange nicht gesehen.<< >>Uns hat es eben nicht hierher verschlagen.<< >>Schön euch zu sehen. Aber was ist das? Hattet ihr nicht mal eine einheitliche Firmenlackierung?<< >>Ja, aber so ein paar auffällige LKW sind doch nicht verkehrt.<< >>Ein paar? Du meinst den pinken Scania noch mit dazu?<< >>Nö, der ist ein Privatprojekt. Ob der jemals im normalen Alltagsbetrieb läuft, weiß ich noch nicht. Aber zu diesem Volvo wird es noch zwei weitere geben.<< >>Aha, da bin ich ja mal gespannt. Sieht ja nicht schlecht aus. Westernstyle?<< >>Ja, ist aber leider schon in einen Hinterhalt geraten.<< >>Du meinst die Einschusslöcher.<<





    Nachdem Karen sich den LKW von allen Seiten angeschaut hatte und Niklas seine Geschäfte in den nahe gelegenen Blumenbeeten erledigt hatte, gingen wir ins Gebäude und tranken einen Kaffee. Die Zeit verging wie im Flug und nach knapp zwei Stunden machten wir uns wieder auf den Weg. Beim Abschied baten wir Karen noch den anderen (Corinna, Viki, Nina & David) schöne Grüße auszurichten. Danach fuhren wir zu unserem Kunden, wo unser Auflieger inzwischen abholbereit sein sollte. Es ging mit Holzbauteilen nach Felixstowe. Während der Fahrt zum Hafen von Esbjerg konnte man beim Blick nach draußen glatt vergessen, dass immer noch Winter war. Überall nur grün.



    Zum Glück war die von Jana gebuchte Fähre ein Dänisches Schiff und so war die Überfahrt wie ein weiterer Urlaubstag. Nur Zeit des Aufstehens am nächsten Tag erinnerte uns daran, dass es eben doch kein Urlaub war. Denn in den Ferien würde bei uns kein Wecker um fünf Uhr klingeln. Mit der aufgehenden Sonne machten wir uns dann auf die letzte Etappe der Tour. Es waren ja nur noch ein paar Kilometer bis zu unserem Ziel.



    Am Ziel angekommen lief die Abgabe des Trailers problemlos. Anscheinend waren die Mitarbeiter im Büro morgens noch ziemlich motiviert. Jedenfalls ging die Papierabgabe mehr als zügig. Kaum zehn Minuten nach unserer Ankunft rollten wir auch schon wieder vom Hof. Leider ging es beim nächsten Kunden nicht so schnell. Es dauerte mal wieder ewig bis Stana aus dem Bürotrakt zurück kam. Aber schließlich konnten wir uns auf den Weg nach Sheffield machen.

    Die Tour verlief fast ohne Probleme, nur kurz vorm Ziel bremste eine Baustelle unser zügiges Vorankommen. Und in England hielt man sich in Baustellen besser peinlich genau an die Geschwindigkeitsbegrenzung, wenn man nicht ein Bußgeld riskieren wollte.



    Gegen Mittag kam unser Ziel in Sicht und wir passierten das Ortsschild von Sheffield. Leider lag unser Abladeort mitten in der Stadt, was zu einer kleinen Verzögerung führte, da jede Ampel der Meinung war kurz vor uns auf Rot springen zu müssen. Dafür ging es beim Kunden selbst umso schneller. Ich war noch nicht einmal damit fertig den Trailer zu parken, als Stana schon aus dem Büro zurück kam.
    >>Na Alterchen, wie lange brauchst du denn?<< neckte Sie mich dann auch gleich und stieg auf der Fahrerseite ein. Kaum das ich auf der Beifahrerseite eingestiegen war fuhr Sie auch schon los. Auf dem Weg zu unserem nächsten Trailer gab es wieder das selbe Spiel. Alle Ampeln waren gegen uns.

    Aber nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir den Hof der Firma, wo unser nächster Auflieger schon auf uns wartete. Es ging mit einer Ladung Milchpulver nach Groningen. Während Stana den Trailer aufsattelte ging ich ins Büro die Papiere holen.
    >>Du wirst immer langsamer.<< begrüßte Sie mich grinsend als ich wieder am LKW ankam. >>Was kann ich dafür, wenn die hier ewig brauchen.<< gab ich mich beleidigt. >>Ja ja, immer sind die anderen schuld.<< lachte Sie und drückte mir einen Knutscher auf den Mund bevor wir einstiegen.

    Die Fahrt aus Sheffield heraus, lief so, wie die bisherigen Fahrten durch die Stadt. Wieder hieß es an jeder Ampel bremsen. Dafür ließ es Stana auf der Autobahn umso schneller rollen. Mit über neunzig Sachen spulten wir einen Kilometer nach dem anderen herunter. Erst kurz vorm Hafen ging es wieder deutlich langsamer voran, denn im Hafengelände war mächtig Betrieb. An fast jeder Kreuzung bildete sich sekundenschnell ein Stau. Zu unserem Glück allerdings meist auf der Gegenfahrbahn, so dass sich unsere letzten Meter zum Hafen nur wenig verzögerten.



    Auf dem Parkplatz des Fährhafens hieß es dann aber doch warten. Die Fähre hatte gerade erst angelegt und die Entladung begonnen. So durften wir erst nach einer knappen Stunde Wartezeit auf das Fahrzeugdeck der Fähre fahren, wo der Lastzug mit schweren Eisenketten festgezurrt wurde.
    Schöne Grüße aus Sachsen

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Comments 1

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    44th MAC Bagger -

    Der Desperado is geil :-)...schönes Auto...wo Ich Volvo doch sowiso mag :-)...nach meinem Kennworth natürlich :)