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Kapitel 93 - Wachstum

  • Nach einigen Stunden Schlaf im Hotel machte ich mich kurz vor fünf auf den Weg zur örtlichen MB Niederlassung. Ich doch ziemlich gespannt auf den neuen LKW. Beim Händler angekommen sah ich auch gleich unseren Neuen. Er glänzte in der untergehenden Sonne. Während ich eine Runde um den Truck drehte, kam auch schon der Verkäufer auf mich zu und nach der obligatorischen Begrüßung ratterte er die Technischen Daten der Zugmaschine herunter. Natürlich waren mir die Daten schon bekannt. Als ich mich vom Zustand des LKW überzeugt hatte, ging es daran den Papierkram zu erledigen, was glücklicherweise ziemlich schnell ging und so konnte ich schon eine halbe Stunde später das Gelände verlassen.

    Auf dem Weg zum Kunden konnte ich erste Fahreindrücke sammeln, die durchaus positiv waren. Kurz darauf erreichte ich meinen Kunden. Leider war der Trailer ein normaler Gardinenauflieger. Aber so hatte ich wenigstens Gelegenheit die höhenverstellbare Sattelkupplung auszuprobieren. Alles funktionierte problemlos und ich konnte mich auf den Weg nach Rotterdam machen, dem Ziel der Ladung Mehl, die im Auflieger war.

    Aber bevor ich losfuhr, schoss ich noch schnell ein Foto vom Lastzug. Der Abstand zwischen Zugmaschine und Stirnwand des Trailers war schon grenzwertig. Aber einen Vorteil hatte das Ganze, man hatte viel Platz beim Leitungen anschließen.



    Auf dem Weg zur Autobahn machte sich die Mehlladung allerdings deutlich bemerkbar. Die 410 PS Maschine des Actros hatte an jeder Steigung schwer zu kämpfen. Das war kein Vergleich zu den 550 PS in dem Truck mit dem Stana jetzt unterwegs war.

    Da ich beim Verlassen des Hotels nichts gegessen hatte, beschloss ich am nächsten Rastplatz eine kleine Pause einzulegen und einen Happen zu essen. Gerade als ich wieder zurück am LKW bimmelte mein Handy.
    >>Hi Schatz.<< >>Na du, wie läuft der Neue?<< >>Langsamer als deiner , aber sonst ist er in Ordnung.<< >>Okay... ach ja, ich hab vorhin mit Jana telefoniert. Sie hat morgen zwei Bewerbungsgespräche.<< >>Na mal sehen was draus wird.<< >>Wird schon. ich muss jetzt weiter. Hab dich lieb.<< >>Ich dich auch.<<

    Jetzt war es auch für mich Zeit weiterzufahren. Auf der weiteren Fahrt sammelte der Lowliner noch einige Pluspunkte. Besonders der Fahrkomfort war meiner Meinung nach besser als bei den Zweiachsern. Das lag wahrscheinlich an der luftgefederten Vorderachse, aber bestimmt auch an dem langen Radstand.

    Kurz vorm Ziel in den Niederlanden konnte ich es mir sogar erlauben auf die Überholspur zu ziehen. Es dauerte zwar ewig bis der kleine Motor meine Marschgeschwindigkeit von 86 Km/H erreicht hatte, aber wenn er sie einmal drauf hatte, biss er sich doch zäh fest und ich konnte mich auch mit stärkeren, wie dem vor mir fahrenden Volvo, anlegen.



    Kurz nach Elf kam ich am Ziel an. Zum Glück kannte man bei ND das Wort Feierabend anscheinend nicht, denn es herrschte noch reger Betrieb. So wurde ich auch recht schnell meine alten Papiere los und bekam die der neuen Tour. Diesmal ging es mit Tiernahrung nach Reims und es war sogar ein Megatrailer, der jetzt auf der Sattelplatte ruhte.



    Unterwegs nach Frankreich war ich gezwungen irgendwo im Belgischen Nirgendwo meine große Pause einzulegen. Lediglich der kleine Parkplatz einer Tankstelle direkt an einer viel befahrenen Landstraße bot eine Abstellmöglichkeit für mein Gespann. Aber so bekam ich gleich zwei ungewöhnliche Fahrzeugkombinationen vor die Linse der Kamera.

    Zum einen meinen Actros Lowliner mit seinem ellenlangen Fahrgestell und zum anderen den Lastzug eines Kollegen, der mit seinem vierachsigen Scania ein Containerchassis durch die Gegend zog.



    Wie nicht anders zu erwarten war der Schlaf alles andere als erholsam. Der Lärm der Landstraße war einfach zu laut. Außerdem vermisste ich die übliche Weckmethode. Statt eines Kusses von Stana, bekam ich nur das nervige Piepen des Handyweckers.

    Mehr schlecht als gut gelaunt machte ich mich auf den weiteren Weg. Erst nach einem kurzen Gespräch mit Stana hatte sich meine Laune merklich gebessert. Unterwegs hielt ich dann noch einmal an einem Rastplatz an und machte Mittagspause.

    Gegen zwei rollte ich auf das Gelände meines Kunden und parkte den Trailer. Da es im Büro etwas länger dauerte, bot man mir einen Kaffee an um die Wartezeit zu verkürzen. Schließlich waren nach zwanzig Minuten alle Papiere abgegeben, aber trotzdem konnte ich noch nicht weiter. Denn nun musste ich noch auf die Unterlagen für den neuen Trailer warten, was nochmal eine halbe Stunde und einen Kaffee dauerte. Aber dann konnte ich mich mit dem leeren Containerchassis im Schlepp auf den Weg zurück nach Rotterdam machen.



    Die fahrt verlief recht ereignislos, auch wenn ich an manchen Stellen doch etwas von der Landschaft links und rechts der Straße erstaunt war. Es machte eben doch einen riesigen Unterschied, ob man eine Strecke am Tag oder in der Nacht befuhr.

    Kurz vor Rotterdam legte ich eine kurze Pause ein, schließlich lag ich gut in der Zeit, was aber auch kein Wunder war. Mit dem leeren Trailer hatte selbst dieser LKW keine Probleme.



    Während ich die letzten Sonnenstrahlen des Tages erhaschte, meldete sich mal wieder das Handy.
    >>Hallo Jana, was gibt`s?<< >>Hi Dirk. Diesmal sind die Gespräche gut verlaufen. Wir haben jetzt einen Fahrer für den Iveco und auch für den Actros, den du gerade fährst.<< >>Das sind ja mal gute Nachrichten. Sonst noch was?<< >>Ja, der Kunde aus Spanien, für den Bea im Linienverkehr fährt hat sich gemeldet.<< >>Und was wollen die? Ist etwas nicht in Ordnung?<< >>Im Gegenteil. Die sind daran interessiert die Zusammenarbeit zu erweitern. Von einem LKW der fest für sie fährt auf vier.<< >>Also bräuchten wir noch drei Zugmaschinen?<< >>Genau, oder wir nehmen die bestehenden.<< >>Nein, wenn dann kommen Neue. Ich möchte nicht fast mit dem ganzen Fuhrpark von einem Kunden abhängig sein. Ich schau mal im Internet nach passenden Fahrzeugen.<< >>Tu das, aber lass dir Zeit. Frühestens Anfang März gilt der neue Vertrag mit denen.<< >>Da haben wir noch etwas Zeit zur Fahrzeugbeschaffung und Personaleinstellung.<< >>Ja, das war's auch schon.... oder nein warte. Silvia würde gern Mitte Februar Urlaub nehmen. Explizit will Sie am Valentinstag frei haben.<< >>Das glaub ich gern. Wenn es von der Planung her klappt ist es kein Problem. Aber Sie soll Tommy von mir grüßen.<< >>Ich werde es Ihr ausrichten. Gute Fahrt.<< >>Danke.<<

    Nach der nun doch etwas länger gewordenen Pause machte ich mich wieder auf den Weg. Aber schon kurz darauf klingelte wieder das Handy.
    >>Hi Schatz<< >>Hi, na noch unterwegs? Oder machst du irgendwo Pause?<< >>Nix Pause. Bin unterwegs nach Rotterdam.<< Wir redeten jetzt noch über alles mögliche, unter anderem auch über die beschlossene Fuhrparkerweiterung. >>Da haben wir dann neun LKW?<< >>Nein, zehn du hast den Scania vergessen. Und davon laufen dann vier für die Spanier, einer für die Autozulieferer und vier im normalen Tagesgeschäft. Der Scania bleibt erst einmal in der Halle.<< >>Und wann sehen wir uns wieder?<< >>Ehrliche Antwort?? Ich weiß es noch nicht.<< >>Hoffentlich dauert es nicht so lange. Ich vermiss dich.<< >>Ich dich auch.<< Da ich jetzt langsam in den Stadtverkehr von Rotterdam kam, beendete ich da Gespräch.

    Einige Straßen weiter kam mein Ziel in Sicht. Ich parkte den Lastzug, koppelte den Trailer ab und gab die Papiere ab. Dann ging es auch schon weiter. Ein mit Säure beladener Tankauflieger wartete darauf von mir nach Aberdeen gebracht zu werden.

    Glücklicherweise langte meine Restfahrzeit noch für den Weg zu Hafen. Im Hafengelände wurde ich erst einmal auf einen gesonderten Parkplatz gelotst. Hier wurden alle Gefahrguttransporter überprüft. Hauptsächlich ging es dabei darum, ob irgendwo etwas auslief und ob die Warntafeln ordnungsgemäß angebracht waren.



    Als sich die Kontrolleure davon überzeugt hatten, dass mit meinem Lastzug alles in Ordnung war, durfte ich auf die Fähre fahren. Dort begab ich mich erst in meine Kabine und danach ins Restaurant. Nach dem Essen machte ich noch einen kleinen Deckspaziergang bevor ich mich wieder in meine Kabine zurückzog.

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    Ich werde neue Fahrer in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen namentlich erwähnen, da es sonst zu viele Personen werden und wahrscheinlich dann keiner mehr durchsieht. ;)
    Die Fahrer, die ich aber schon eingestellt habe (Bea, Silvia & Friedrich) werden auch weiterhin in dem ein oder anderen Kapitel auftauchen.
    Schöne Grüße aus Sachsen

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