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Kapitel 92 - Kontrolle, Unfall und ein neuer Truck

  • Aber wie sollte es anders sein, direkt vor uns kam die Kelle und der Beamte lotste uns auf den Parkplatz. Dort stellte ich den Lastzug auf eine der freien Stellflächen. Nebenan wurde schon fleißig der Fahrer eines Kenworth kontrolliert. Gerade als ich den Motor abgestellt hatte, traten auch schon zwei Beamte an den LKW heran. Als ich schließlich die Tür öffnete, stellte sich einer der beiden vor. >>Guten Tag, Meier von der Schwerlastgruppe Münster...<< bei diesen Worten wurde mir ganz anders. Damit stand wohl fest, dass die Kontrolle länger dauern würde, denn dafür war die Schwerlastgruppe ja bekannt.

    Als erstes wollten die Polizisten alle Papiere sehen. Nachdem ich ihnen unsere Führerscheine sowie die Mappe mit den Zulassungen für Zugmaschine und Auflieger und den Frachtpapieren gereicht hatte, wollten sie, mit Blick auf die in den Papieren aufgeführte Ladung, deren Sicherung überprüfen. Ich stieg also aus und ging mit einem der Beamten zum Heck des Trailers und öffnete die Türen. Währenddessen las der andere Beamte beide Fahrerkarten aus.

    Da die Ladung nach hinten gut gesichert war, hatte der kontrollierende Beamte hier nix zu meckern. Aber ich hatte mich zu früh gefreut, denn nun wollte er auch die ordnungsgemäße Sicherung der Ladung zur Seite hin überprüfen. Also durfte ich die komplette linke Seite des Trailers öffnen. Derweil begutachtete der Polizist den Allgemeinzustand des Fahrzeuges.

    Schließlich hatte ich den Auflieger soweit offen, aber von Polizist Meier war weit und breit nichts zu sehen.



    Erst als ich einmal um den LKW herum ging sah ich Ihn. Das heißt, eigentlich sah ich nur seine Beine, denn mit dem Oberkörper lag er unter dem LKW und schaute sich den Zustand von unten an. Nach einigen Minuten kam er wieder hervor gekrabbelt.
    >>Technisch ist die Zugmaschine in gutem Zustand.<< Ein anderes Urteil hätte mich, angesichts des Alters unseres Benz, auch schwer gewundert.

    Jetzt wandte er sich der Ladungssicherung zu. Jeden einzelnen Gurt schaute er sich Zentimeter für Zentimeter, ob nicht irgendwo ein Einriss zu sehen war. Aber mit den Gurten war alles in Ordnung. Aber als er von der Ladefläche wieder herunterkam meinte er aber.
    >>Die Sicherung ist geradeso ausreichend. Das nächste Mal nehmen Sie ein paar Gurte mehr.<< Ich verkniff mir jeglichen Kommentar dazu und nickte nur stumm.

    Während ich nun die Klemmbretter wieder einsteckte, machte sich Stana bereit die Gardine wieder zu schließen. Unterdessen war Meier unter dem Auflieger verschwunden und suchte nach etwaigen Mängeln am Trailer. Die nächsten Minuten hörten wir Ihn nur auf seinem Rollbrett unter dem LKW hin und her rollen, wobei er das ein oder andere unverständliche in seinen Bart murmelte. Als er wieder zum Vorschein kam meinte er.
    >>Technisch okay, aber verdammt schmutzig da unten.<< >>Sorry, das nächste mal werden wir eine Unterbodenwäsche vornehmen.<< konnte sich Stana jetzt eine Spitze nicht verkneifen.

    Aber anscheinend verstand Meier keinen Spaß. Er schaute uns beide bitterböse an und machte noch einmal einen Rundgang um das Fahrzeug. Ich wurde das Gefühl nicht los, das er jetzt erst recht auf der Suche nach etwas war, was er uns vorwerfen konnte. Erst jetzt fiel sein Blick auf das zugeklappte Gefahrgutschild an der Front der Zugmaschine.
    >>Ich möchte ihre Gefahrgutausrüstung sehen.<< war dann auch der nächste Satz von Ihm. Aber auch hier konnte er uns nichts vorwerfen. Alles war in zweifacher Ausführung vorhanden, nichts war beschädigt oder abgelaufen.

    Gerade als ich alles wieder in den Fächern verstaut hatte, kam sein Kollege zurück. Anscheinend war er mit der Auswertung der Fahrerkarten fertig.
    >>Im Großen und Ganzen ist alles in Ordnung. Nur jeweils ein kleiner Verstoß je Fahrerkarte. Einmal zwei Minuten und einmal vier Minuten.<< Jetzt haben sie also doch noch was gefunden dachte ich so bei für mich. Und war das nicht ein leichtes Grinsen auf Meiers Gesicht?

    Falls es eines war, verschwand es aber im nächsten Moment.
    >>Aber die Verstöße liegen schon länger zurück und sind geringfügig, so dass wir darüber hinweg sehen können.<< Ich war erleichtert, denn schließlich wäre das ganze für mich doppelt teuer geworden. Allerdings schienen sich die Polizisten nicht so ganz einig zu sein. Jedenfalls diskutierten sie die nächsten Minuten angeregt miteinander. Aber das Ergebnis blieb das selbe. Keine Strafe für die beiden kleinen Verstöße auch wenn Meier das nicht passte.

    Eigentlich dachten wir, das die Kontrolle damit beendet wäre. Aber jetzt fing Meier an Scheinwerfer zu zählen.
    >>Bisschen viele Lampen.<< war der knappe Kommentar. >>Besser als zu wenig.<< war meine ebenso knappe Antwort. >>Sie kennen die Gesetze und Regelugen?<< >>Sicher, ist ja auch alles regelkonform.<<

    Nachdem noch einmal alle Scheinwerfer durchgeschalten waren und sich die beiden Polizisten davon überzeugt hatten, dass von den fünf Dachscheinwerfern nur zwei für Fernlicht waren, die anderen drei waren Arbeitsscheinwerfer, durften wir dann endlich unsere Fahrt fortsetzen. Insgesamt hatte uns diese Kontrolle ca. anderthalb Stunden gekostet.

    Wir hofften, dass wir wenigstens der Rest der Tour ohne Verzögerungen hinter uns bringen konnten, denn sonst würde es mit dem Liefertermin eng werden. Aber das Glück war uns nicht hold. Nicht nur, dass der Rest der Strecke über Landstraßen führte, nein es gab auch noch eine Baustelle, die uns bremste.



    Anstatt direkt auf der Ortsumgehung fahren zu können, waren wir gezwungen durch den kleinen Ort zu rollen. Die Bewohner sehnten mit Sicherheit den tag herbei, an dem die Baustelle verschwunden sein würde, denn jetzt rollte der gesamte Verkehr über die kleine Dorfstraße. Das diese auch noch gepflastert war tat für die Lärmbelästigung der Anwohner ihr übriges.



    Aber trotz aller Widrigkeiten erreichten wir unser Ziel noch rechtzeitig und konnten am späten Nachmittag unseren Trailer parken. Aber auch hier gab es wieder Verzögerungen, denn es war Samstag und die Suche nach einem Mitarbeiter gestaltete sich für Stana etwas zeitaufwendig. Aber auch diese Klippe umschifften wir.

    Eine halbe Stunde später hing dann auch schon der nächste Trailer hinter der Zugmaschine. Diesmal ging es mit Textilien nach Newcastle. Da abzusehen war, dass wir mit unserer Restfahrzeit nicht mehr zum Hafen kommen würden, steuerte Stana schon bald einen Rastplatz an. Die Kontrolle hatte einfach zuviel Zeit gekostet,

    Leider war um diese Zeit auf dem Parkplatz kaum noch eine Lücke frei und so musste Sie den LKW an einer der Durchgangsspuren parken. Es würde also eine unruhige Nacht werden. Aber jetzt stand erst einmal eine Dusche und der anschließende Besuch des Restaurants an.

    Als wir nach zwei Stunden wieder zurück am LKW waren, gab es eine böse Überraschung. Irgend jemand war vorn gegen die Frontschürze gefahren. Die ganze Verkleidung war an verschiedenen Stellen gebrochen. Der Verursacher hatte sich aber anscheinend aus dem Staub gemacht. Jedenfalls war weit und breit niemand zu sehen.

    Während Stana die Polizei anrief um den Unfall zu melden, ging ich in die Tankstelle. Ich wollte wissen, ob auf den Bildern der Überwachungskameras vielleicht zu sehen war, wer uns gerammt hatte. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd, denn der Bereich wo unser Lastzug geparkt war, wurde von keiner der vielen Kameras erfasst.

    Mies gelaunt ging ich zurück zum LKW und wartete mit Stana zusammen auf die Polizei. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam ein Streifenwagen mit zwei Beamten. Diese begrüßten uns ausgesprochen freundlich und nahmen den Unfall auf, allerdings machten sie uns wenig Hoffnung, dass der Verursacher ermittelt werden könnte. Schließlich gab es keine Aufzeichnungen der Kameras und auch keine Zeugen. Also würden wir wohl auf dem Schaden sitzen bleiben.

    Als die Polizisten wieder weg waren, machte ich mich daran die gesplitterten Stellen notdürftig mit Klebeband zu fixieren. Letzten Endes hatte ich fast eine ganze Rolle Klebeband verbraucht, als ich müde ins Fahrerhaus kletterte.



    Irgendwie war das nicht unser Tag gewesen. Aber dafür schliefen wir fast augenblicklich ein und wachten, als der Wecker uns aus den Träumen riss, auch einigermaßen ausgeruht auf.

    Bevor es weiter Richtung Hafen ging begutachtete ich nochmals mein Kunstwerk vom letzten Abend und musste doch ein wenig schmunzeln. Das Ganze sah frei nach dem Motto "Ist das Kunst oder kann das weg?" doch ziemlich wüst aus. Aber ich wollte ja damit auch keinen Schönheitspreis gewinnen.

    Die weitere Fahrt zu Hafen verlief glücklicherweise ohne Probleme. Auch die Überfahrt nach England brachte keine neuen Katastrophen, mal abgesehen von der Aussicht auf das Englische Essen auf der Insel.
    8o

    Da wir wussten, dass in Newcastle eine Mercedes Benz Niederlassung war, versuchten wir dort einen Werkstatttermin zu bekommen. Auch wenn ich wenig Hoffnung auf Erfolg hatte, es war schließlich Sonntag. Aber wir hatten Glück und erreichten jemanden. Allerdings hatte die Werkstatt lediglich eine Frontschürze vorrätig Diese war allerdings nicht so wie unsere lackiert sondern aus schwarzem Kunststoff. Trotzdem machten wir einen Termin aus und da ich den Schaden eh selbst bezahlen musst, war ich gar nicht mal so unglücklich darüber, das die Lackierarbeit wegfiel.

    Gegen Mitternacht legte die Fähre im Englischen Hafen an und wir nahmen die letzten Kilometer nach Newcastle hinein unter die Räder. Zum Glück war bei unserer Zieladresse rund um die Uhr jemand da, so dass wir den Papierkram schnell hinter uns bringen konnten. Danach ging es zur Werkstatt. Wir hatten diese ja schon telefonisch vorgewarnt, dass wir mitten in der Nacht ankommen würden. Was wir dann sahen erstaunte uns doch sehr. Nicht weniger als vier Mechaniker nahmen sich unverzüglich unseres lädierten Actros an und nach weniger als zwei Stunden war die Reparatur beendet. Das war mal eine fixe Arbeit.
    :)

    Während die Mechaniker noch geschraubt hatten, suchten Stana und ich nach einem neuen Auftrag. Aber es war schwierig kurzfristig etwas zu finden. Erst nach einiger Suche wurden wir fündig und entschieden uns für eine Tour nach Kiel. Gefüllt war der Trailer mit 18 Tonnen Joghurt. Also ging es mit dem neuen Trailer wieder zurück zum Hafen.

    Nach nur reichlich sechs Stunden verließen wir auch schon wieder die Britische Insel und waren auf dem Weg nach Esbjerg. Dementsprechend kurz schliefen wir auch nur und waren schon nach wenigen Stunden wieder munter. Und so beschlossen wir einen Wellnesstag einzulegen. Denn die Fähre bot dafür ideale Möglichkeiten. Doch gerade als wir uns auf den Weg in den Wellnessbereich machen wollten, klingelte das Handy und so ging Stana schon einmal vor, während ich telefonierte.

    Es war ein Kunde aus der Automobilebranche, für den wir schon einige Touren erledigt hatten, am anderen Ende der Leitung. Er wollte wissen, ob wir nicht an einer engeren Zusammenarbeit interessiert wären, da sie doch einige Frachten zu vergeben hatten. Allerdings wär für die Durchführung dieser Fahrten die Anschaffung einer Lowliner Zugmaschine erforderlich.

    Letztlich einigten wir uns darauf, dass meine Firma erst einmal mit einer Zugmaschine einsteigen würde, um Erfahrungen mit diesen speziellen Fahrzeugen zu sammeln. Damit war der Wellnesstag für mich gestorben, denn als nächstes setzte ich mich an den Laptop und machte mich auf die Suche nach einer entsprechenden Zugmaschine. Leider war die Auswahl doch sehr beschränkt, da ich nach einem Fahrzeug mit höhenverstellbarer Sattelkupplung suchte. Etwas anderes kam nicht in Frage, da ich mir die Möglichkeit offen halten wollte auch normale Trailer mit der neuen Sattelzugmaschine zu ziehen.

    Die Ergebnisse in den einschlägigen Börsen ernüchterten mich allerdings. Entweder waren die Fahrzeuge zu alt oder hatten zuviel runter. Oder beides.

    Aber schließlich wurde ich doch noch fündig. Auch wenn ich bei dem Fahrzeug immer noch gewaltige Kompromisse eingehen musste. Es handelte sich nicht um einen von mir bevorzugten Zweiachser, sondern um eine dreiachsige Zugmaschine mit zwillingsbereifter Nachlaufachse. Das wäre ja noch kein Problem gewesen, aber was das ellenlange Chassis sollte war mir schleierhaft. Dadurch würde ein ziemlich großer Abstand zwischen Zugmaschine und Trailer entstehen. Aber es war das einzig kurzfristig verfügbare Fahrzeug und so schaute ich mir die Anzeige genauer an.

    Nach intensivem Überlegen, kam ich schließlich zu dem Ergebnis, dass es trotz aller Abstriche, die ich bei diesem Fahrzeug machen musste, doch dieser LKW werden sollte. Auch wenn er von der Ausstattung her, eher das Modell "Kassenlösung" war. Lediglich ein Dachspoiler war dem Truck von seinem Vorbesitzer spendiert worden. Ansonsten war alles eher Basisausstattung. Auch der Motor war mit seinen 410 PS kein Brüller.

    Aber schließlich sollte das Fahrzeug ja als Versuchszugmaschine für uns dienen. Also rief ich den Händler an und kurz darauf war der Actros 2541 MP3 6x2 gekauft. Bis zur Abholung sollte er noch in unseren Firmenfarben lackiert werden. Die entsprechenden Vorlagen ließ ich der MB Niederlassung in Wuppertal zu kommen.

    Damit hatte die Flotte von European Power Trans wieder Zuwachs bekommen und ich konnte mich nun endlich auch in den Wellnessbereich begeben. Dort wurde ich von Stana erst einmal gefragt, was so lange gedauert hatte. Nachdem ich Ihr dann Bericht erstattet hatte, einigten wir uns darauf, dass ich vorerst den Lowliner fahren sollte. Denn bis zum Start des festen Vertrages mit dem Automobilzulieferer war noch etwas Zeit und so wollte ich mir selbst ein Bild vom Fahrverhalten dieser doch ungewöhnlichen Zugmaschine machen. Außerdem war es ja inzwischen so etwas wie Tradition in unserer Firma, dass ich alle neuen Fahrzeuge einfuhr. Stana wollte derweil mit unserem bisherigen Actros weiterfahren.

    Später suchten wir am Laptop noch eine Fracht, die uns von Kiel nach Wuppertal führen würde und wurden auch schnell fündig. Danach war es auch schon an der Zeit uns für das Verlassen der Fähre bereit zu machen. Denn die Dänische Küste war schon in Sicht. Am späten Montagnachmittag verließen wir dann auch den Hafen von Esbjerg.



    Obwohl wir gut voran kamen, erreichten wir Kiel erst gegen elf Uhr abends. Also begann mal wider das Suchspiel nach einem Mitarbeiter. Allerdings war es dieses Mal ein kurzes Suchen und wir konnten schon nach wenigen Minuten weiter.

    Kurz darauf standen wir beim nächsten Kunden und sattelten den neuen Trailer auf. es war wieder ein mit Papierrollen beladener Auflieger. Hoffentlich kamen wir dieses Mal ohne Kontrolle durch.

    Aber anscheinend machten alle Kontrollorgane nachts Pause und wir konnten ohne Probleme in Richtung Ruhrgebiet fahren und erreichten mit den ersten Sonnenstrahlen unser Ziel. Nachdem der Trailer geparkt war gingen Stana und ich in einem kleinen Café, dass um diese Zeit schon auf hatte, etwas frühstücken. Danach war mal wieder Abschied nehmen angesagt. Etwas was wir immer wieder hassten. Nach einem langen Kuss machte sich Stana dann auf dem Weg zu Ihrer Ladeadresse, während ich noch einige Stunden totschlagen musste. Der neue LKW sollte erst am späten Nachmittag fertig sein.

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    Ich möchte betonen, dass ich nichts gegen Polizisten und Polizeikontrollen habe.
    Schöne Grüße aus Sachsen

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Comments 1

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    Albenmark -

    Schade eine virtuelle Kontrolle. Vielleicht hätten wir uns dann gesehen! :)