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Achtung - Attention

 

Liebe TSM Fans,

 

die TSM Map funktioniert mit dem aktuellen Patch 1.26 nicht und führt daher zu Abstürzen.

 

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, unsere Map an den patch anzupassen.

 

Bitte habt noch etwas Geduld.

 

Danke, Euer TSM TEAM


Dear TSM Fans,

 

the TSM Map does not work with the Patch 1.26 and crash. We work with high pressure on adapting our Map to the patch.

 

Please have some patience.

 

Thanks, your TEAM TSM

Kapitel 86 - Der ganz normale Wahnsinn

  • Wider Erwarten blieb es ruhig. Keine Anrufe aus Dänemark. Also konnten wir ins Wochenende starten, bevor in der nächsten Woche der ganz normale Logistikwahnsinn wieder losging.

    Am Montag waren wir schon recht früh auf unserem Hof, wo allerdings das blanke Chaos herrschte. Die Lackierer hatten alle vier Zugmaschinen zurück gebracht. Nur hatten sie die Fahrzeuge einfach kreuz und quer geparkt.

    Bevor wir nun erst einmal Ordnung schafften machte Stana noch schnell ein Foto vom Hof. Wer weiß wann mal wieder alle Fahrzeuge da sind.



    Danach machte ich mich daran den Iveco in die Halle zu rangieren. Denn der Vierachser hatte noch immer keinen festen Fahrer und sollte vorerst als Ersatz-/Reservefahrzeug dienen. Mir war zwar auch schön öfter der Gedanke gekommen den Stralis zu verkaufen, aber irgendwie hing ich doch an ihm. War er doch mein erster eigener LKW.

    Nachdem der Iveco in der Halle stand und ich auf dem Hof war um den nächsten LKW umzuparken, kam Stana aus dem Büro. Schon beim Blick in Ihr Gesicht wusste ich, dass Sie keine guten Neuigkeiten hatte.
    >>Jana ist krank. Sie war grad beim Zahnarzt und hat sich einen Weisheitszahn ziehen lassen. Jetzt ist Sie drei Tage krankgeschrieben.<< >>Na, klasse. Dann müssen wir mal wieder von unterwegs aus disponieren. Hat Silvia schon eine Tour?<< >>Nein und ich glaube auch nicht das wir heute oder morgen noch wegkommen.<< >>Wieso?<< >>Heute Mittag kommt noch jemand zum Vorstellungsgespräch und morgen sind auch noch zwei Gespräche.<< >>Also steht Bürodienst an.<< >>Sieht so aus.<< Sie ging wieder rein um eine Tour für Silvia zu suchen, die ja jeden Moment zur Arbeit kommen müsste.

    So kam es, dass uns schon am ersten Arbeitstag der ganz normale Wahnsinn wieder eingeholt hatte. Als nächstes rangierte ich Beas Volvo in die Garage. Der würde ja auch noch die nächsten zwei Wochen auf dem Hof stehen. Erst dann war Beas vierwöchiges Fahrverbot zu Ende. Silvias Actros ließ ich hingegen gleich draußen stehen. Sie sollte ja heute noch raus - wenigstens einer meiner LKW wäre dann auf der Straße.

    Gerade als ich den anderen FH auch in die Garage fahren wollte kam Silvia.
    >>Einen wunderschönen Guten Morgen<< rief Sie mir lachend zu als Sie aus Ihrem PKW stieg. Mehr als ein kurz angebundenes >>Morgen<< bekam Sie aber nicht zur Antwort. Etwas irritiert ging Sie in Richtung Büro. Nachdem auch der zweite FH in der Halle stand, ging ich ebenfalls ins Büro.

    Stana hatte Silvia schon auf den aktuellen Stand gebracht. Nun wusste Silvia auch warum meine Laune nicht die Beste war. Dafür war Ihre Laune umso besser.
    >>Ich wünsch euch beiden trotzdem ein schönes neues Jahr. Kann ja nur besser werden. Ich geh jetzt mal meine Sachen in den LKW räumen.<< und weg war Sie. Wenige Minuten später kam Sie wieder ins Büro um sich die Auftragspapiere zu holen. >>Sieht schick aus der Schriftzug und die Rose.<< meinte Sie als Sie die Papiere entgegennahm. >>Dann gute Fahrt. Schließlich bist du im Moment die einzige aus unserer Firma, die unterwegs ist.<< >>Dann bin ich so was wie die einsame Kämpferin?<< >>So in etwa.<< Lachend verließ Sie das Büro und rollte wenig später mit Ihrem Actros vom Hof.

    Stana und Ich wandten uns jetzt dem Bürokram zu, der durch Janas Fehlen an uns hängen blieb. Da ja nun ein neues Jahr begonnen hatte, stand auch noch der Jahresabschluss für das letzte Jahr auf dem Plan. Also saßen wir die nächsten Stunden über den Unterlagen.

    Kurz nach Eins kam dann der Bewerber für eine der Fahrerstellen. Es war ein junger Mann, gerade mal 24 Jahre alt, wie mir ein Blick in Seinen Lebenslauf verriet. Mit einem festen Händedruck stellte Er sich als Erik Mahler vor. Der Blick, den er Stana bei der Begrüßung zuwarf, gefiel mir allerdings ganz und gar nicht.

    Im Konferenzraum führte Stana das Gespräch mit Erik, während ich mir seine Qualifikationen anschaute. Aber eigentlich war es eher ein Monolog von Erik, der sich versuchte ins beste Licht zu stellen. Anscheinend hatte er den Rat, bei einem Vorstellungsgespräch nicht zu schweigen, etwas zu sehr verinnerlicht. Seine Zeugnisse und Qualifikationen waren nicht zu beanstanden und ich war durchaus gewillt Ihn einzustellen.

    >>Was stellen Sie sich den so als Verdienst vor?<< Selbst diese Frage brachte Ihn nicht aus dem Konzept und er warf ohne zu Zögern eine Zahl in den Raum. >>...ich weiß was ich kann und dementsprechend sollte mein Gehalt sein. Natürlich müssten dann noch die Spesen dazukommen. Und Weihnachts- & Urlaubsgeld.<< Gerade als ich etwas sagen wollte, redete Er weiter. >>Außerdem bestehe ich auf 30 Tagen bezahlten Urlaub. Und ich will jedes Wochenende zu Hause sein.<< >>Letzteres kann ich Ihnen nicht garantieren, da wir auch bis nach Nordafrika fahren....<< >>Afrika!?! Was soll ich den dort. Nee, da fahr ich nicht hin. Europa ja, aber Afrika nein.<< >>Wohin Sie fahren entscheidet immer noch die Disponentin.<< fuhr Ihm Stana jetzt in die Parade. Inzwischen war die Stimmung gekippt und nachdem Erik einen kurzen Moment sprachlos war, grinste Er Stana jetzt an und meinte. >>Tja Püppi, da wirst du halt mal ein bissel mehr suchen müssen um meine Touren zusammenzustellen.<< Das war zuviel, Stana klappte die Bewerbungsmappe zu und knallte Sie vor Erik auf den Tisch. Danach stand Sie auf und verließ den Raum. Erik schien noch nicht begriffen zu haben, was los war, denn er rief Ihr noch >>Niedlicher Hintern.<< nach.

    Zu mir gewandt meinte er.
    >>Niedlich die Kleine. Nur ein bissel zickig, aber da steh ich drauf.<< Das waren dann aber auch seine letzten Worte, bevor ich Ihn am Kragen packte, aus dem Konferenzraum schleifte und achtkantig raus warf. Draußen drückte ich Ihm noch seine Bewerbungsmappe in die Magengrube. >>Und jetzt verschwinden Sie und sollten Sie nochmal meine Frau anmachen, brauchen Sie einen sehr guten Zahnarzt.<< Im Gehen rief er mir noch zu, dass ich seinen Rausschmiss bei dem heutigen Fahrermangel noch bereuen würde. >>Ich bereue höchstens Sie nicht schon eher vor die Tür gesetzt zu haben.<< Als er das Gelände verlassen hatte, ging ich wieder ins Büro.

    Stana saß in unserem Büro und war stinksauer.
    >>Was hat der Fatzke sich eigentlich eingebildet. Glaubt der echt auf solche Typen stehen die Frauen. Und überhaupt wie der sich als Bewerber auf führt.<< >>Nun beruhige dich doch erstmal. Er ist ja weg.<< >>Zum Glück.<< Sie stand auf und wandte sich der Tür zu. >>Willst du auch einen Kaffee?<< fragte Sie noch. >>Ja, gern.<< Sie drehte sich um und war schon halb aus der Tür heraus. >>Aber in einem hat er recht.<< Sie blieb abrupt stehen und schaute mich an. >>Du hast wirklich einen tollen Hintern.<< grinste ich, Sie aber warf mir nur einen strafenden Blick zu und ging in Richtung Kaffeeküche. Allerdings mit einem äußerst sexy Hüftschwung.

    Den Rest des Tages verbrachten wie wider mit der Buchhaltung. Kurz bevor wir am späten Nachmittag nach Hause fuhren, suchte ich noch eine Anschlusstour für Silvia. Nachdem das erledigt war, fuhren wir heim.

    Der nächste Tag begann im Büro genauso wie der letzte geendet hatte. Die liebe Buchhaltung stand auf dem Programm. Unterbrochen wurde die Zahlenschieberei nur durch das Gespräch mit einem Vertreter des Kunden, für den Bea auf einer festen Linie Spanien-Deutschland unterwegs war. Der Vertrag den wir mit den Spaniern abgeschlossen hatten lief demnächst aus und sollte nun verlängert werden. Das Ganze war allerdings nur eine Formalität, da wir uns schon nach wenigen Minuten einig waren.

    Am Nachmittag dann sollte der zweite Bewerber zu seinen Gesprächstermin auftauchen.
    >>Hoffentlich ist das nicht wieder so ein Idiot.<< >>Da kann ich dich beruhigen. Ich kenne den Mann. Er ist der Vater einer Freundin.<< >>Aha, da bin ich ja beruhigt.<< Sie wandte sich aus dem Büro, blieb aber noch einmal kurz stehen. >>Vater von welcher Freundin??<< >>Isabell.<< Damit gab Sie sich zufrieden, wusste Sie doch nun das keine Gefahr bestand. Auch wenn Sie nie zugeben würde eifersüchtig zu sein.

    Wenig später kam Friedrich, Isabells Vater, zu seinem Gespräch. Er wollte die letzten Jahre vor dem Ruhestand nicht mehr in der ganzen Weltgeschichte herumkurven und suchte einen eher ruhigen Job wo er auch mal unter der Woche zu Hause war. Oder besser gesagt, seine Tochter und sein Frau suchten für Ihn. Die beiden hatten mich gefragt ob ich nicht einen Job für Ihn hätte. Und obwohl wir ja eigentlich fast nur im Fernverkehr tätig waren, fielen doch auch viele Touren im Bereich bis 250 km an und so hatte ich beschlossen Ihm den "ruhigen" Job zu geben.

    Nach knapp einer Stunde verließ Friedrich das Gelände mit seinem neuen Arbeitsvertrag unter dem Arm. Damit war nur noch der Stralis fahrerlos, aber das war zu verschmerzen. Kurz darauf machten auch wir Feierabend und verließen das Gelände. Diesmal brauchten wir noch nicht nach neuen Touren suchen. Silvia war noch unterwegs und Friedrich würde erst in der nächsten Woche anfangen.

    Am nächsten Tag, inzwischen war schon wieder Mittwoch und die halbe Woche herum, wollten wir eigentlich auch mal wieder auf Tour gehen. Aber daraus wurde nichts. Der neu gekaufte Actros stand noch immer beim Lackierer und so stand wieder ein Bürotag auf dem Programm. Wenigstens sollte am darauf folgenden Tag Jana wieder zur Arbeit kommen.

    So kam es, dass wir erst am Donnerstag auf die Straße kamen. Die Lackiererei hatte den neuen Actros schon am frühen Morgen auf unserem Gelände abgestellt. Während ich nun unsere Sachen in den LKW räumte, war Stana im Büro bei Jana. Zum einen um die Auftragspapiere zu holen und zu anderen um Jana auf den neuesten Stand zu bringen. Aber schon eine halbe Stunde später rollten wir im neuen Truck aus der Halle.



    Keine viertel Stunde danach hatten wir auch schon unseren ersten Trailer für dieses Jahr auf der Sattelplatte. Es ging mit einem Kühlcontainer nach Hannover.



    Auf den Autobahnen und Landstraßen merkte man, dass viele Leute noch immer Urlaub hatten, denn die Straßen waren doch noch ziemlich leer. So kamen wir auch auf den Landstraßen noch zügig voran. Sofern man die in Deutschland erlaubten 60 Km/h als zügig bezeichnen konnte. Kurz bevor wir in Hannover ankamen rief Jana an um uns mitzuteilen, dass unser Folgeauftrag geplatzt war. Also ging es nicht, wie eigentlich geplant, nach Kopenhagen hoch. Stattdessen hatte Sie schon eine neue Tour für uns. Ein leerer Tieflader sollte nach Berlin. Viki würde den Anblick unseres Knallbonbons also noch länger ertragen müssen.

    Aber auch diese neue Tour hatte einen Haken. Der Trailer stand erst am nächsten Tag bereit. Wir hatten also einen frühen Feierabend. Den Nachmittag verbrachten wir zum Großteil auf der Hotelterrasse in der Sonne. So einen milden Winter gab es schon lange nicht mehr. Aber ich könnte mich daran gewöhnen.

    Am nächsten Morgen holten wir unseren Trailer ab und machten uns auf den Weg nach Berlin. Wie nicht anders zu erwarten hatte der Actros mit seinen 550 PS keine Probleme mit dem leeren Trailer. Ganz anders als der Iveco der sich ein paar Autos vor uns mit einer schweren Planierraupe abrackern musste.



    So erreichten wir schon Mittags die Bundeshauptstadt. Am Ziel unserer Tour, einer Filiale der "Archer Daniels Midland Company" erwartete uns dann allerdings ein ungewohntes Bild. Einige Demonstranten belagerten den Eingang. Sogar ein Fernsehteam hatte auf der gegenüberliegenden Straßenseite Position bezogen.



    Zwei der Demoteilnehmer patroullierten direkt auf der Einfahrt und standen Stana beim befahren dieser im Weg. Sie quittierte dies mit einem kurzen Hupkonzert, was die anwesenden Polizisten auf die zwei im Wegsteher aufmerksam machte. Einige Beamte forderten die beiden jetzt dazu auf, Platz zu machen, was sie dann auch taten. So konnten wir endlich auf das Gelände fahren.

    Stana parkte den Trailer, während ich im Büro die Papiere abgab.
    >>Ist schwer hier rein zu kommen.<< meinte ich zu der Mitarbeiterin, die mir die Papiere abnahm. Sie seufzte tief und sagte dann >>Die sind noch Überbleibsel aus der Zeit, wo hier noch Monsanto war.<<

    Aus dem Gelände heraus kamen wir dann deutlich schneller, als herein. Jana hatte uns schon vorher mitgeteilt, dass es ab Berlin keine vernünftigen Aufträge gab. Also beschlossen Stana und ich Solo nach Dresden zu fahren. Schließlich kamen wir am späten Nachmittag im strömenden Regen in Dresden an und hatten damit unsere erste Arbeitswoche im neuen Jahr hinter uns gebracht.



    Wenngleich wir weniger Zeit hinterm Lenkrad verbracht hatten als ursprünglich geplant. Aber das war er eben.

    DER GANZ NORMALE WAHNSINN.

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