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[KW 11/2019 + 12/2019] Nass und windig. Noch ein paar Jahrzehnte. Respekt.

  • [KW 11/2019 + 12/2019] Nass und windig. Noch ein paar Jahrzehnte. Respekt.


    Die vergangenen Wochen waren arbeitsreich. Da ich ja mit der Busfahrerlaubnis beschäftigt war haben Sandra und ich mal unsere Rollen getauscht. Sie hat mit dem Hauber Touren im Fernverkehr abgerissen und ich die Büroarbeit übernommen. Die Scania-Touren, die Sandra sonst noch mit im Programm hat wurden mal wieder von Tania abgearbeitet, die dafür mit dem rovfågel unterwegs war.
    Sowohl die theoretische als auch die praktische Prüfung habe ich im ersten Anlauf bestanden.
    Trotzdem ist mir die Zeit irgendwie unwirklich vorgekommen. Auf der einen Seite im Nu verflogen. Auf der anderen Seite hat es mich fast zerissen abends alleine zu Bett zu gehen - wenn ich auf Tour unterwegs bin habe ich derart noch nicht gefühlt.



    Samstag, 16.03.2019, irgendwo an der Küste von Östhammar.
    Wir sind über das Wochenende bei Sandras Eltern und haben uns jetzt nach dem Mittagessen erst einmal abgeseilt um ein bisschen für uns zu sein. Das Wetter ist eigentlich genau das, was man für einen Spaziergang an der Küste nicht braucht: nass und ziemlich windig. Aber egal.

    Sandra stellt den Alfa an die Seite und wir machen uns auf in Richtung Wasser. Ich weiß nicht so wirklich wo ich bin. Sandra ist um so viele Ecken gefahren. Aber es ist die Region ihrer Kindheit, sodass ich mir sicher bin, dass sie weiß wo wir sind.

    Ich greife nach ihrer Hand und wir wandern drauf los. Feiner Nieselregen und ein ordentlicher Wind begleiten uns. ”Det är bra att vara här med dig älskling.” Mein Schatz lächelt mich an und drückt meine Hand. ”Ja, das tut es.” ”Wenn du jetzt so auf die Jahre mit mir zurückblickst... würdest du mich nochmal wählen?” ”Alltid. Du weisst doch... Aussehen lockt an. Und Charakter hält fest.” ”Das auf jeden Fall.” Wir bleiben stehen, sie dreht sich zu mir und zieht mich dann an sich heran. Ich gebe ihr einen Kuss. Den zweiten fordert sie dann mit ihrem üblichen
    ”En mer, tack.”

    Weiter geht's. Wir schauen nicht auf die Uhr, drehen dann aber irgendwann doch um. Der feine Nieselregen und der Wind spielen mit uns. ”Meine Hand wird kalt. Lass uns mal die Seite tauschen und die andere nehmen.”

    Zurück am Alfa schaut Sandra auf die Uhr und sagt: ”Oha där var vi nu två timmar på vägen.” ”Zwei Stunden? Kein Wunder dass wir so nass sind.” ”Und ich würde es trotzdem immer wieder so machen. Komm, lass uns zu meinen Eltern zurück fahren.”







    Es ist 20:30 Uhr. Wir sitzen bei Tarja und Rasmus im Wohnzimmer. Der Kamin verbreitet gemütliche Wärme und wir genießen einen Orange-Wine. ”Ich war letztes Jahr mit einer Reisegruppe in Rheinland-Pfalz im Weinanbaugebiet. Es ist schön anzusehen wie der Wein dort wächst. Bei einer Weingutführung wurde uns dann über das Ernten und Verarbeiten erzählt. Es geschieht teilweise mittels einer Maschine – dem sogenannten Vollernter, der preislich mit euren LKW oder unseren Bussen mithält – und teilweise auf die althergebrachte Weise der Handlese. Letzteres ist natürlich wesentlich zeitintensiver – aber bei einigen Qualitätsstufen ist nur diese Methode zugelassen.” ”Klingt interessant. Auf jeden Fall hast du da einen richtig guten Tropfen mitgebracht.”







    Mein Schatz kuschelt sich an mich und ich gebe ihr einen Kuss. ”Jag älskar dig.” ”Jag älskar dig också. Sov
    gott.”
    Sie schnappt sich noch meine Hand, legt diese an ihre Brust. Einen Moment später merke ich wie sie tief und fest schläft. Und auch mir fallen die Augen zu.




    Sonntag, 17.03.2019, Forsmark.
    Wir haben uns keinen Wecker gestellt. Da es aber inzwischen morgens ja schon wieder zeitig hell wird bin ich bereits um kurz nach 07:00 Uhr aufgewacht. Sandra liegt noch schlafend in meinem Arm, als hätte sie sich nachts nicht einmal gedreht. Ich genieße den Moment.

    Es ist kurz vor 08:00 Uhr. Ich höre Geräusche im Haus – Tarja und Rasmus sind also inzwischen auf den Beinen und bereiten wohl das Frühstück vor. Sandra wacht auf und blinzelt mich ein wenig verschlafen an. ”God morgon, älskling.” ”God morgon, vacker kvinna. Sov du bra?” ”Wie ein Stein. Und du?” ”Wie zwei Steine. Nur nicht so lange.” Sie lacht. ”Du Spinner. Aber nur so will ich dich. Gehen wir vor dem Frühstück noch unter die Dusche?” ”Klar.” ”Na dann auf auf.” Wir verlassen das Zimmer in Richtung Bad. Unterwegs ruft Sandra noch kurz ”Mama? Vi tar bara en snabb dusch.” ”Ta din tid. Papa holt noch Brötchen.”
    ”Hmmm... Frische Brötchen.” Wir verschwinden im Bad, sperren ab und …







    Wir sitzen frisch geduscht und mit einem zufriedenen Lächeln am Frühstückstisch. Und auch Tarja und Rasmus sehen aus als wenn sie das Wochenende genossen haben. Sozusagen freie Fahrt für Frühlingsgefühle bei Aprilwetter im März.
    Apropos Aprilwetter... gerade kommt wieder eine dicke Husche Regen herunter und einhundert Meter weiter ist strahlender Sonnenschein. Ich greife zu meiner Kaffeetasse und will sie zu den Lippen führen. Ich muss jedoch Ebbe feststellen. ”Tarja, hast du noch Kaffee da?” ”Självklart. Det är en häftmat.” Sandras Mutter füllt meine
    Tasse wieder auf.







    Es ist Sonntagnachmittag und wir sind wieder auf dem Rückweg nach Uppsala. Ich sitze am Lenkrad von Sandras Alfa und lasse diesen gemütlich über die Route 290 rollen. Wir haben wie üblich Rockmusik im Radio laufen. Bei Österbybruk muss ich dann dann anfangen zu lachen. Der Sender haut mit Alter Mann von Knorkator einen deutschsprachigen Titel über die Kurzwelle

    KNORKATOR - Alter Mann (OFFICIAL VIDEO) - YouTube

    Sandra lacht mit mir, zumal sie ja eh fließend deutsch spricht und versteht. ”So weit, dass dich das alles nicht mehr angeht, bist du zum Glück noch nicht.” ”Zum Glück. Wir haben da noch ein paar Jahrzehnte vor uns, min älskling.”



    Montag, 18.03.2019, Uppsala.
    Ich sitze in meinem Büro. Sandra ist bereits wieder auf einer ihrer Touren die uns Magnus von Scania in Södertälje zugeteilt hat. Mein Telefon klingelt. ”hansekontor i Uppsala. Christian Dansör. Hallå?!” ”Hej.” ”Hej Schatz. Hatte gar nicht aufs Display geschaut... Was gibt's?” ”Nur das übliche. Ich wurde gerade angerufen und gefragt ob wir am Flughafen Arlanda gemischtes Stückgut laden können und dieses nach Deeside schaffen. Ist wohl irgend eine Zulieferfirma für Toyota. Das Ganze so zeitnahe wie möglich.” ”Nichts ist unmöööööglich. Also vom Prinzip spricht nichts dagegen. Wie viele Stellplätze?” ”Zwanzig Europaletten. Etwa zehn Tonnen. Stückgut ungekühlt.” ”Passt. Dann schaufel ich mir noch die fünf Paletten für Swansea drauf." Ich wende mich an Airin, die gerade an der Tür vorbeigeht: ”Airin, ruf mal bitte drüben im großen Lager an. Pat soll mir eben die Paletten für Swansea auf
    meinen Koffer mit den Seitentüren schieben. Der steht an Tor sechs. Sie weiß dann schon Bescheid.”
    ”Mach ich.” ”Wann bist du du heute von der Tour zurück?” ”Das kann spät werden.” ”Hmmmmm... Dann bin ich schon unterwegs. Was solls... ich schick dir einen digitalen Kuss durch die Leitung.” Mit enttäuschter Stimme entgegenet mir meine Süße: ”Na toll, ich hätte jetzt lieber einen richtigen...” ”Jag också.” ”Naja, da können
    wir jetzt nix machen. Jag älskar dig. Telefonieren wir heute Abend noch mal?”
    ”Na klar. Bis dann.” Wir legen auf und ich gehe in unseren Wohnbereich um meine Tasche für die kommenden Tage zu packen.

    Als ich zurück im Bürobereich bin gibt mir Airin, die gerade mit Ludvig telefoniert, durch winken mit Frachtpapieren zu verstehen, dass Pat meinen Trailer so weit vorbereitet hat.
    Airin legt auf und verzieht das Gesicht. ”Hej Christian.” ”Hej Hej.Wieso verziehst du das Gesicht? Hab ich was falsch gemacht?” ”Nej, du nicht. Ich musste Ludvig eben gerade erstmal wieder runterholen. Der ist stinksauer.” ”Was ist los?” ”Er war gerade an einer Ladestelle und ist da in eine Runde reingeplatzt wo wohl eine langjährige Kollegin verabschiedet wurde. Er sagt, dass der dortige Lagermeister einfach irgendwas gemacht hat; aber eben die Frau nicht mal angeguckt oder auf irgendeine Art verabschiedet hat.” Ich muss schlucken. ”So was respektloses. Da kann ich mir vorstellen das Ludvig sauer ist. Wenn ich sowas mitbekomme bin ich auch sauer,
    selbst wenn ich die andere nicht kenne. Ge respekt för respekt!.”
    ”Ich auch. Und gut gesagt. Das habe ich schon mal bei einer Truppe englischer Biker gehört – give respect to get respect.” ”Genau da kommt der Satz her. Und lässt sich in jeden anderen Bereich übertragen. Ist Ludvig heute Abend wieder auf'm Hof?” ”Wenn nix dazwischen kommt ja. Der bekommt dann erstmal eine dicke Umarmung. So eine Aktion die er da mitbekommen hat schleppt er sonst noch mit ins Bett.” ”Mach das. Ich bin dann erstmal los.”

    Ich schnappe mir noch fix einen Kaffee und mache mich dann auf in die Halle um alles im rovfågel
    zu verstauen. Auf die Abfahrtskontrolle verzichte ich erst einmal – die wird gleich zusammen mit dem Trailer am großen Lager durchgeführt.

    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+ZaregonNorthMap+Sardinia+SwedishIslands

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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Comments 2

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Na da bin ich mal gespannt, was oder wer da kommt. Wenn ich nicht ein halbes Jahr im Hintertreffen wäre, könnte man mehr draus machen :(

    • User Avatar

      infinity -

      Ich weiß es selbst noch nicht... Komme auch derzeit nicht wirklich dazu Touren abzufahren. Schauen wir also mal.