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[KW 08/2019] Niicht wiiichtig. Teilbare Ladung. Einfach nur abarbeiten.

  • [KW 08/2019] Niicht wiiichtig. Teilbare Ladung. Einfach nur abarbeiten.]



    Nach dem Telefonat mit Mona am vergangenen Freitag war an ein Wochenende zu Hause nicht zu denken gewesen. Bereits um 21:30 Uhr befand ich mich dann auf der Fähre nach Naantali – die auch auf der Nachtüberfahrt einen kurzen Zwischenstop auf Långnäs einlegte. Von Naantali aus musste ich zuerst im Hafen von Helsinki um meinen Tieflader abzustellen. Anschließend ging es dann in unsere Niederlassung – die Büromöbel waren inzwischen geliefert worden und wollten mal eben nebenbei aufgebaut werden. Für den weiteren Streckenverlauf nach Luga hatte Mona mir eine abendliche Überfahrt gebucht, sodass ich letztendlich am Samstag um 23:00 Uhr Tallin erreichte. Von dort waren es dann noch knapp vierhundert Kilometer durch die Nacht und den beginnenden Sonntagmorgen.


    ...
    ...



    Montag,18.02.2019, Luga.

    Es war eine Kaserne an der ich den Trailer für Viborg aufnehmen sollte.Ich hatte mich nach der Ankunft in der Wache angemeldet und dann viel Zeit zum Warten. Diese nutzte ich um mich in Ruhe der Augenpflege hinzugeben und später dann aus meinen Vorräten etwas essbares zu zaubern.

    Es ist 01:00 Uhr. Ein zivil Gekleideter tritt an meinen Actros und klopft. Ich öffne die Tür. ”Доброе утро. Ich bin Vitalij. Der Trailer und unser Begleittrupp sind fertig. Fahren Sie bitte auf das Kasernengelände und satteln auf.” Ich stelle meinen Tachographen auf Fahrt und rolle auf das Gelände. Nach dem Aufsatteln stelle ich meinen Wächter auf Arbeit um die Abfahrtskontrolle zu machen. Als ich fertig bin wende ich mich an Vitalij: ”Ich bin abfahrbereit. Ich weiß nur noch nicht wo genau es hin geht.”Daas iist aauch niicht wiiichtig.”, meint er. ”Sie folgen dem Begleitfahrzeug. Ich begleite Sie in Ihrem Fahrzeug und wir fahren ohne Pause am Stück durch. Es werdennuuur eeetwa zeehn Stunden Fahrt.” ”Damit mache ich mir meine Zeiten auf der Fahrerkarte kaputt.” ”Diiee iiinteressiiiiert hiiiier in Russland beim Militär keinen.” Er zückt eine Fahrerkarte und legt sie im Schacht 2 ein. ”Uund damit es später keinen iiinteressiert stellen Sie auf Doppelbesatzung. Heeute siind Sie zwei Fahrer.” Ob des Wissens dass diese Tour bereits mit einem ziemlich guten Wert bezahlt ist löse ich die Feststellbremse und
    folge dem Begleitfahrzeug das schon auf die Straße vorgerollt ist.



    Keine Fragen. Keine Nachverhandlungen. Nur von A nach B.



    Die Herausforderung bei diesem Spezialtransport liegt weder in der Breite noch im Gewicht von knapp sechzig Tonnen Zuggewicht. Sie liegt vielmehr in der Länge des Aufliegers mit dem ich die beiden gepanzerten Fahrzeuge transportiere. Und hier in Russland, speziell im Bereich des Militärtransports, scheinen die Uhren anders zu gehen... in Westeuropa hätte ich bzw. der Kunde so keine Transportgenehmigung bekommen, da es sich um eine teilbare Ladung handelt.







    Vitalij sitzt auf dem Beifahrersitz und schaut gelangweilt in der Gegend umher. Wir fahren dem Sonnenaufgang entgegen, sind also schon einige Stunden unterwegs. Nicht schnell, aber immer am rollen.





    ”Hej Vitalij...” ”Hä? Ja? Was?” ”Machen Sie uns mal bitte einen Kaffee.” ”Guuutes Idee.”








    Wir fahren auf eine Straße in der Nähe zur E18 auf. Am Straßenrand stehen zwei recht gelangweilt aussehende Polizisten, die uns an dieser Stelle den Weg frei halten sollen.





    Mit Bedacht zirkele ich den Zug über die Kreuzung und brauche dabei auch den gesamtem zur Verfügung stehenden Bereich.







    Es ist 11:17 Uhr. Das Ziel eine ganze Ecke außerhalb von Viborg, augenscheinlich ein Truppenübungsplatz, ist erreicht.



    Der Fahrer des ersten Begleitfahrzeugs wechselt ein paar Worte mit Vitalij, der mir sodann mitteilt wo ich den Trailer abstellen soll.
    Zwanzig Minuten später steht dieser dann abgesattelt am gewünschten Platz und ich verabschiede mich von Vitalij. ”Wo müssen Sie jeeetzt als näächstes hin?” ”Nach Helsinki.” Er reicht mir zwei Umschläge. ”Wenn Sie aan der Greeenze zu Finnland sind geben Sie diesen aan die Beamten. Deer Rest ist daaann bereits eerleedigt.”

    Ein paar Kilometer fahre ich noch, dann beschließe ich für den Rest des Tages Pause zu machen – vor Mittwoch muss ich eh nicht in Helsinki sein und an der Grenze dürfte mich mit Vitalijs Umschlägen kaum Wartezeit haben.



    Ich überfliege in Gedanken kurz die gefahrene Strecke. Vierhundertsechsundfünfzig Kilometer. Zweihunderteinundvierzig Liter Diesel. Macht nicht ganz dreiundfünfzig Liter je einhundert Kilometer – für den Vierachser ein akzeptabler Wert.









    Mittwoch, 20.02.2019, Naantali.
    Ich bin gestern problemlos bis nach Helsinki gekommen. An der Grenze wurden mir nach der Übergabe der Umschläge weder von den russischen noch von den finnischen Beamten irgendwelche Fragen gestellt. Auch der Transport des Teils einer Windkraftanlage nach Turku war für mich einfach nur das abarbeiten eines Auftrages. Nichts ungewohntes. Nichts spektakuläres. Man muss einfach nur Vertrauen in die Zugmaschine haben und die Maße im Hinterkopf behalten.

    Jetzt ist es 18:00 Uhr und ich fahre mit dem inzwischen wieder leeren Tieflader in den Fährhafen von Naantali ein. Geplante Abfahrt nach Kapellskär: 21:30 Uhr.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+ZaregonNorthMap+Sardinia+SwedishIslands

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