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[KW 3/2019 - Donnerstag + Freitag] Rumstehen in Oslo. Bierchen mit einem Niederländer. Willkommen auf der A7.

  • [KW 3/2019 - Donnerstag + Freitag]
    Rumstehen in Oslo. Bierchen mit einem Niederländer. Willkommen auf der A7.



    Donnerstag, 17.01.2019, Dombås.

    Ein schrilles Piepen reißt mich aus dem Schlaf und ich verfluche mein Mobiltelefon mal wieder – die SD-Karte hat sich also mal wieder vom Rest des Gerätes abgemeldet und meinem Wecker dadurch einen Serienklingelton zugewiesen. Ich schalte den Weckton ab und krabbel aus der Koje. Es folgt der übliche morgendliche Ablauf: Toilette und Waschen in der Tanke, Kaffee und Frühstück im Fahrzeug.

    Es ist 03:00 Uhr. Ich starte den rovfågel und beginne mit der Abfahrtkontrolle.
    Alles in Ordnung. Ich klettere wieder ins Fahrerhaus und löse die Feststellbremse. Im Radio wird Europe mit The Final Countdown eingespielt.











    Ich fahre auf dem Ring 3 von Oslo gen Süden. An der Abfahrt nach Ryen setze ich den Blinker rechts. Im folgenden Kreisverkehr nehme ich die erste Abfahrt und biege in den Svartdalstunnelen ein. Von dort aus geht es weiter durch den Operatunnelen. Wieder zurück über der Erde fahre ich über Rådhusgata, Langkaia und Akershusstranda bis zum Fährterminal.
    Ich greife zum Telefon und wähle. Nach kurzem Freizeichen wird abgenommen: ”God dag. Du snakker med Danny.“ „Hej. Och du pratar med Christian.” ”Gut gut. Bist du in Oslo?” ”Jo. Hab gerade am Stena-Terminal geparkt.” ”Alles klar. Dann komm ich eben rum. Halbe Stunde, dann bin ich da. Setz schonmal nen Kaffee auf.” ”Aber ganz sicher. Bis gleich.”

    Es ist kurz nach 10:00 Uhr als es an meiner Beifahrertür klopft. Ich öffne sie und draußen steht Danny.
    ”Hej Danny. Schön dich zu sehen. Komm rein. Kaffee ist fertig.” Er klettert in die Kabine und macht es sich auf dem Beifahrersitz bequem. ”Erstmal soll ich dich von meinem Schatz grüßen.” ”Danke.” ”Du wolltest mit mir sprechen?” ”Mhm. Ich brauche mal deinen Rat. Und zwar fahre ich ja nun schon ewig als Einzelunternehmer durch Norwegen und Europa. Ein Kunde von mir fragte mich letztens ob ich ihm auch mehr Kapazitäten zur Verfügung
    stellen könne.”
    ”In wiefern?” ”Mein Kunde ist ein Lebensmittelgroßhändler. Und er hätte wohl die Möglichkeit
    regelmäßige Touren zwischen Oslo und Neapel zu ordern. Runter mit Fisch, rückzu mit Nudeln und anderen italienischen Lebensmitteln. Gegebenfalls mit Zwischenstationen in Deutschland. Das Ganze als Exklusivvertrag.”
    ”Klingt an sich nicht verkehrt.” ”Problem ist nur, wie soll ich meine anderen Kunden noch bedienen. Und er hat
    in Neapel kein Lager. Das wäre mein Part, den ich mit einbringen müsste.”
    ”Hat er dir ne Frist gesetzt bis wann du dich entscheiden musst?” Danny nickt. ”Nächste Woche Freitag.” ”Hast du Rücklagen um zu investieren
    und jemanden einzustellen?”
    ”Eine Zugmaschine kaufen und einen Fahrer einstellen sollte machbar sein. Einen Kühlauflieger könnt ihr mir sicher auch kurzfristig verleasen.” ”Das ist kein Problem.” ”Nur beim Thema Lager bin ich mir absolut nicht sicher. Davon habe ich weder Ahnung worauf ich alles achten muss noch in welchen Regionen ich mich da bewege, selbst wenn ich nur miete.” ”Verstehe. Ist das Lager grundsätzlich von Beginn an Bedingung deines Kunden?” ”Er würde es sich wünschen. Er sagte aber auch das er sich bewusst ist, dass dieser Punkt Zeit kostet. Also eher nicht grundsätzliche Bedingung um den Vertrag abzuschließen, aber geldbringende Option” ”Ok. Ich hab kommende Woche in Hamburg mit Sandra und den Mädels ne Besprechung.” ”Mädels?” ”Vivien, Mona und Josephine.” ”Achso.” ”Ich werd das Ganze mal ansprechen was wir da machen können.” ”Du meinst also, ich sollte das machen?” ”Was spricht dagegen?” ”Kosten?” ”Pack den Schottenrock weg. Nur mit Investition wirst du weiter kommen. Und du kannst drauf zählen, dass Sandra und ich dir zur Seite stehen. In welcher Form auch immer. Ich sage mal so... du bist jetzt schon weiter als wie ich bevor es den hansekontor gab. Sandra und ich haben damals auch gewagt. Es hat hat zum Glück funktioniert. Und ich denke wenn du in kleinen
    Schritten wächst wird es schon passen. Sprich erstmal einen Angestellten und dann weitergucken. Habe Mut zur Lücke.”
    ”Hm, ok. Was meinst du, kann Sandra sich den Vertrag mal anschauen?” ”Ich denke schon. Mein Schatz ist zwarz zur Zeit selbst irgendwie ständig unterwegs aber ich glaube schon, dass sie das macht. Maile ihr das Ding mal rüber. Wie gesagt... ich bespreche das Montag mit den Mädels in Hamburg bezüglich Neapel und dann rufe ich dich wieder an. Zum Thema Trailer... Chereau oder Krone? Du kennst beide ja bereits.” ”Der Chereau ist schon schick. Aber ich denke für das Projekt nehme ich dann einen Krone.” Ich tippe kurz etwas in meinem Laptop. ”Krone Coolliner in weiß haben wir in Hamburg stehen. Sofort verfügbar.” ”Das klingt gut, Ich habe die Tage
    schon geschaut ob Volvo was aufm Hof stehen hat.”
    ”Und? Haben sie?” ”Mhm. Verschiedene FH. Weiß, schwarz, pink...” ”Ich foliere dir den Auflieger auch in pink.” ”Ich wusste, dass du das sagen würdest. Kannst du aber vergessen. Ich bleib farbtechnisch wie bei meinem FH. Nur ohne die Motive an der Rückwand und an den
    Seitenverkleidungen. Die Beschriftung macht ihr mir drauf?”
    ”Na gut. Und klaro... wenn du den Trailer abholst kann der Volvo auch gleich mit gemacht werden. Die Dateien für die Folien haben wir ja noch da.”
    Unser Gespräch geht noch gut zwanzig Minuten weiter über dies und das. Dann muss Danny wieder los und ich verspreche ihn am Montagabend anzurufen.

    Bis die Fähre am Abend ablegt habe ich noch etliche Stunden Zeit, die ich für ein wenig Büroarbeit und ein Mittagessen beim Asiaten um die Ecke nutze.



    Freitag, 18.01.2019, Fredrikshavn.

    Die Fährüberfahrt erfolgte gewohnt unspektakulär aber nicht langweilig. Wie der Zufall es wollte war auch Marc von Mulder Logistiek auf dem Rückweg von einer Norwegen-Tour sodass wir uns auf ein Bierchen zusammen gesetzt hatten bevor jeder in seine Kabine zur Nachtruhe verschwunden war. Nach einem wiederum gemeinsam
    eingenommenen Frühstück erreichten wir dann auch schon Fredrikshavn und die Wege trennten sich wieder, da Marc vor dem Weg gen Niederlande noch zu einer Ladestelle in Skagen muss.

    Mein Weg heißt E45 – südwest. Aalborg. Randers.Kolding. Dreihundertvierundsiebzig Liter tanken. Kilometer fressen.





    Es ist 13:00 Uhr. Der Verkehr verlangsamt sich und kommt dann gar zum Stillstand. Herzlich Willkommen... du bist auf der A7. Über Funk kommt die Meldung, dass die linke Spur wegen einem LKW-Unfall blockiert ist. Na das kann dauern.
    Ich wähle die Mobilfunknummer von Josy in Hamburg, die sich fröhlich meldet: ”Hey Chef, Josy hier.” ”Heyho. Ich hab da ein Problem...” ”Lass mich raten... du stehst auf der Sieben im Stau?” ”Genau das. Hier hat's geklappert und die Polizei führt einspurig an der Unfallstelle vorbei. Ich bin demnächst durch. Allerdings geht mir die Fahrzeit aus bevor ich beim gelben Riesen ankommen würde. Bist du heute schon auf Karte gefahren?” ”Du willst mir also den Feierabend versauen?” ”Könnte man so nennen. Tut mir leid.” ”Schon ok. Muss ich dir unterwegs entgegenkommen?” In dem Moment bin ich an der Unfallstelle vorbei und kann den Zug wieder in Fahrt bringen. ”Ich denke nicht. Bin jetzt gerade an der Engstelle durch. Sehe schon die Raststätte Hüttener Berge. Bis zur
    Niederlassung sollte ich das noch schaffen.”
    ”Ok, passt. Dann warte ich hier auf dich. Unter einer Bedingung.” ”Die wäre?” ”Ich wollte heute Abend mit Judith zu Schweinske Schnitzel essen. Da musst du dann mit.” ”Geht klar. Und auf meine Rechnung.”




    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+ZaregonNorthMap+Sardinia+SwedishIslands

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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