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[KW 01/2019 bis Mittwoch KW 03/2019] Wer zuerst unter der Dusche ist... Wie ein Vagabund... Kleiner Tank...

  • [KW 01/2019 bis Mittwoch KW 03/2019] Wer zuerst unter der Dusche ist... Wie ein Vagabund... Kleiner Tank...


    Nach den Feiertagen und dem Jahreswechsel gab es wie üblich viel im Büro zu tun um die Jahresabschlüsse zu machen bzw. die von den Niederlassungen zu prüfen. Parallel dazu hatte uns natürlich das normale Tagesgeschäft
    wieder im Griff; allerdings verteilten wir die Touren und saßen erst einmal nicht selbst hinter dem Lenkrad. Zwischendrin verschwand Sandra immer mal wieder für ein paar Stunden aus dem Büro, wollte
    mir aber nicht verraten wohin. Ich fragte da auch nicht weiter nach, auch wenn es mir schon irgendwie merkwürdig vorkam, da wir sonst immer über alles frei sprachen.




    Montag, 14.01.2019, Uppsala.
    05:30 Uhr. Dong. Dong. Dong. Sandras Wecker holt uns auf die gewohnte Art und Weise in den ersten Tag der nächsten Arbeitswoche. Mein Schatz reckt und streckt sich. Nach einem herzhaften Gähnen legt sie den Arm um mich. „Kom, älskling. Få upp. Vem är i duschen först ...” Und schwupps ist sie auf den Füßen in Richtung Badezimmer.

    Ein paar Minuten später genießen wir gemeinsam das warme Wasser. Ich seife Sandra den Rücken ein und gebe ihr einen Kuss. ”Dein Bart kratzt.” Sie grinst mich an und fordert sich dann lachend noch einen weiteren Kuss ein.







    Es ist 10:30 Uhr. Wir sitzen zusammen mit Tania und Airin im Dispobüro. ”... soweit die Planung. Sandra, du fährst nächste Woche wieder die Scania-Touren oder wie schaut es bei dir aus?” ”Mhm. Wenn nichts dazwischen kommt dann läuft es ab nächste Woche Mittwoch wieder alles wie gewohnt.” ”Was ist mit Montag und Dienstag?”
    ”Montag bin ich mit Christian noch in Hamburg. Wir müssen noch etwas bezüglich Finnland mit Josephine besprechen. Ich fliege Samstag runter. Christian müsste das von den Zeiten her auch bis Samstag schaffen. Nach der Besprechung fahre ich dann mit dem rovfågel eine Tour für Lufthansa bzw. Scandinavian nach Arlanda. Das heißt ich bin Dienstagabend wieder in Uppsala. Christian hat dann ab Hamburg mal ein paar Tage einen anderen Wagen. Genaueres weiß ich da aber auch erst die Tage.” ”OK. Wann soll die Tour nach Lillehammer und Stjørdal
    heute losgehen?”
    ”Das stand vorhin noch nicht so ganz fest. Ludvig hat deinen Chereau vorhin zur Beladung nach Tunaberg gezogen. Frau Larsson wollte rechtzeitig anrufen wenn sie den fertig haben.” Sandra wirft einen Blick auf die Uhr. ”Oh, ich muss los.” ”Wohin?” ”Ich hab noch einen Termin in Stockholm. Und zu Muttis Reisebüro dort muss ich auch noch um was zu erledigen. Bis ich wieder da bin wirst du wohl unterwegs sein. Fram till lördag i
    Hamburg, min älskling.”
    Ich nehme meinen Schatz in den Arm und gebe ihr einen Kuss. ”Mach keinen Blödsinn, Süße.” ”Klar, wie immer.” Ich bekomme ein freches Grinsen, dann spitzt sie noch einmal die Lippen: ”En mer, tack.”

    ...

    ”Tania, weißt du was Sandra hat? Sie verschwindet immer zwischendrin und erzählt nix...” ”Nej, nicht wirklich. Ich hab sie schon gefragt und als Antwort nur bekommen, dass es kein anderer Kerl ist.” ”Hmmm. Nagut. Irgendwann wird sie die Bombe platzen lassen. Wenn Frau Larsson anruft... ich bin drüben im großen Lager.”







    Es ist 20:00 Uhr. Ich habe meinen Chereau in Tunaberg aufgesattelt und die Abfahrtskontrolle erledigt. Von Ove, dem Sohn der Larssons, bekomme ich meine Papiere. ”Brauchst du noch einen Kaffee für unterwegs?” ”Gerne, danke. Kann nicht schaden.” Ich reiche ihm meinen Thermobecher, den er sogleich mit dem schwarzen Grundnahrungsmittel befüllt. ”Milch? Zucker?” ”Nö. Pflegeleicht – einfach nur schwarz.” ”Alles klar. Hier, für dich... Bis die Tage.”

    ...

    Ich starte den rovfågel und stelle das Radio auf RockAntenne. Dank mobilem Internet lässt sich mein Lieblingssender fast überall in Europa empfangen.
    Blinker links und ab auf die Route 55. Am Trafikplats Annelund wird diese zur E18 und führt mich an Enköping und Västerås vorbei zum Trafikplats Västjädra. Ich bleibe auf der E18.



    22:45 Uhr. Kurz vor dem Trafikplats Adolfsberg steht plötzlich ein schlecht beleuchteter und nicht abgesicherter Pannen-LKW mitten auf der Fahrbahn. Ich mache eine Vollbremsung und da ich im Vorfeld für die Abfahrt schon langsamer geworden war schaffe ich es auszuweichen.



    Mit Warnblinkanlage und eingeschalteter Rundumleuchte stelle ich den rovfågel etwa einhundert Meter hinter dem Pannenfahrzeug ab, ziehe mir meine Warnjacke über und laufe zurück um zu schauen was los ist – nicht dass da ein Kollege ein gesundheitliches Problem hat und keinen schert es. Jedenfalls hat es weder den Bus noch den Kleintransporter interessiert die vorhin vor mir fuhren. Am Pannenfahrzeug angekommen sehe ich schon jemanden neben dem Fahrzeug stehen. Ein Blick aufs Kennzeichen. Hmpf, toll... Klischee erfüllt. Ostblock. Auf englisch spreche ich den Fahrer an.



    Dienstag, 15.01.2019, Rastplats Stora Vilingen.

    Auch wenn dem Kollegen mit dem Pannenfahrzeug vorhin nichts fehlte geistern mir hier in der Pause so einige Gedanken durch den Kopf. Für eine Panne kann keiner was. Warum aber hatte er weder Warnblinkanlage eingeschaltet noch ein Warndreieck aufgestellt? Einen Truckservice hatte er mangels regionaler Kenntnis auch noch nicht informiert.

    Ich schaue auf die Uhr. 00:45 Uhr. Zeit wieder Meter zu machen.
    Der V8 erwacht mit einem dumpfen Grollen. Es geht zurück auf den Örebrovägen. Vorbei an Kristinehamn, Skattkär und Karlstad. Am Kreuz Bergviksmotet wechsele ich dann auf die Route 61 in Richtung Arvika. Zwischendurch verrät mir der Blick auf den digitalen Wächter, dassich entweder Feierabend oder noch einmal Pause zu machen habe. Ich entscheide mich für letztere Option und reize dann die zehn Stunden Fahrzeit aus um bis nach Arvika zu kommen.

    Es ist 02:40 Uhr. Der rovfågel ist frisch betankt und ich reif für die Koje. Ich verschwinde noch kurz im Sanitärtrakt der Tankstelle und ziehe anschließend die Gardinen zu.








    23:14 Uhr. Der Tag war an sich ereignislos.







    Kongsvinger, Hamar, kurzer Stop an der ersten Abladestelle in Lillehammer und dann weiter an Dombås
    vorbei.





    Auch Trondheim schaffte ich noch zu passieren. Inzwischen steht mein Tachograph auf Pause und ich bin irgendwo zwischen Trondheim und Stjørdal.



    Ich mache mich gerade fertig um ins Bett zu verschwinden als mein Telefon klingelt. Im Display Sandras Nummer. ”Hej, min älskling.” ”Hej Schatz. Du hattest vorhin angerufen.” ”Ich wollte deine Stimme hören. Die Tour heute war ziemlich eintönig. Wenig Verkehr. Bin aber bis fast nach Stjørdal gekommen.” ”Tut mir Leid, dass ich dich da nicht unterhalten konnte. Aber ich war noch unterwegs und hatte das Telefon lautlos.” ”Ich bin neugierig. Wo warst du?” ”Unterwegs. Samstag erzähl ich es dir. OK? Nur so viel: eifersüchtig musst du nicht sein.” ”Hmpfgrml.” ”Ey, du bist ja doch eifersüchtig...” ”Nej älskling. Jag litar på dig.” ”Hast du für die Nacht eigentlich nen guten Standplatz bekommen?” ”Ich schlaf heut wie ein Vagabund. Unter ner Brücke.” Sandra lacht. ”Du Spinner. Immerhin hast du deinen Humor nicht verloren.” ”Warum sollte ich auch. Ich hab schon schlechter gestanden.” ”Gut, Süßer. Ich verschwinde jetzt ins Bett. Sov gott. Jag älskar dig.” ”Jag älskar dig också. Godnatt.” Ich schicke noch einen Kuss durch den Hörer, dann legen wir auf.
    Ich sitze auf meinem Bett und grübele. So geheimnisvoll war Sandra lange nicht. Ich glaube ihr, dass ich keinenfalls eifersüchtig sein muss. Naja... Samstag weiß ich mehr.



    Mittwoch, 16.01.2019, E6 – vor dem Væretunnelen.
    Ich habe unruhig geschlafen und bin vor dem Wecker wach geworden. Ich verschwinde kurz in die Botanik und mache mich anschließend mit Wasser aus dem Kanister frisch. Danach ist Zeit fürs Frühstück.
    Kurz vor 10:00 Uhr beginne ich mit der Abfahrtskontrolle; eine Viertelstunde später setze ich den Blinker und starte in Richtung Stjørdal.

    Ich passiere den Ortseingang und fahre auf ein Tankstellengelände. Mal wieder macht sich der kleine Tank am rovfågel negativ bemerkbar. Im relativ dicht besiedelten Bereich vom Großraum Stockholm oder in Deutschland wo es an jeder Milchkanne eine Tankstelle gibt ist das eher kein Problem. Hier oben nahe dem Polarkreis hingegen sollte man nicht allzu sehr pokern.



    Ich greife zum Zapfhahn und schlucke... 1,60€ je Liter Diesel. Und fünfhundertsechsundfünfzig davon passen jetzt in den Tank.







    Die Uhr zeigt 13:30 Uhr. Ich habe am nahegelegenen Trondheim Lufthavn geladen. Ziel: der gelbe Riese im Süden von Hamburg.



    Ich verlasse die Værnesgata, fahre durch den Kreisverkehr und nehme dann den Mellomriksvegen und zwei weitere Kreisverkehre. Ich passiere einen kleinen Parkplatz bei Vikhammer. Im Radio habe ich meinen USB-Stick laufen. Es ertönt Engel von Rammstein.
    Grillstadtunnelen, Kroppan Bru, ein Kreisverkehr - einmal quer durch Trondheim und dann auf die E6 in Richtung Süden.








    Es ist kurz vor 18:00 Uhr. Ich zirkel meinen Zug auf das Gelände der CircleK-Tankstelle. Der V8 stellt das Brabbeln ein und ich schalte das Licht aus.



    Wieder einen Arbeitstag geschafft. Zuerst gehe ich, wie meistens wenn ich in Dombås stehen bleibe, im Moskusgrillen zu Abend essen. Anschließend folgt ein kurzes Telefonat mit Sandra. Dabei vermeide ich jedoch
    nachzufragen ob sie heute wieder in 'geheimer Mission' unterwegs war – sie hat mir ja versprochen am Samstag das Geheimnis zu lüften. ”...” ”...” Ich werfe einen Blick auf die Uhr. ”Min älskling, ich werde jetzt schlafen gehen. Ich will morgen zeitig los.” ”Wann geht deine Fähre in Oslo?” ”Abends erst. Aber Danny hat mich heute angerufen, er will sich noch mit mir im Fährhafen treffen und ein paar Sachen besprechen.” ”Grüß Danny von mir.” ”Mache ich.” ”Älskling?” ”Ja???” ”Ich liebe dich. Och jag har lite av ett skyldigt samvete.” ”Pssst... Davon möchte ich erst Samstag hören.” ”Du bist sauer, oder?” ”Hmmm... wer weiß. Aber ich liebe dich trotzdem. Sov gott.” Ich schicke meinem Schatz einen Kuss durch die Leitung. Ich höre sie tief Luft holen bevor sie noch antwortet: ”Du också.” Dann legen wir auf.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+ZaregonNorthMap+Sardinia+SwedishIslands

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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