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Kapitel 2 - Die erste Woche

  • Kapitel 2
    Montag, 10.12.2018 6:21 Uhr


    Nachdem der LKW sauber an der Rampe unseres Kühlhauses am Rande von Sheffield stand, die Handbremse angezogen war, der digitale Wächter auf Arbeitszeit stand und der Motor nicht mehr lief, ging es für mich erstmal in unser Lager.


    Einmal das ganze Personal mit einem „Morgen!“ gegrüßt und zu unserem Lagermeister Joe, eigentlich heißt er John, gegangen. „Morgen Joe, ich bekomm einmal die Nummer 1214 laut Fleetboard.“ „1214? Ich dachte 1213? Die 1214 hatte Rick jetzt schon bekommen?“ „Warte mal…“ Einmal zum Handy gegriffen und nochmal in der Dispo angerufen: „DS Intertrans, sie sprechen mit Bethany Southgate. Was kann ich für Sie tun?“ „Bets, ich bins. Sag mal, hast du mir eine falsche Auftragsnummer über Fleetboard geschickt?Warte kurz, ich guck mal…“ Ein paar Minuten vergingen… „Bist du noch da?“ „Ja, bin zumindest noch nicht tot umgefallen. Und?“ „Ja, hier habs: Nr. 1213 Tomatos. 1213 ist korrekt. Hatte mich wohl vertippt.“ „Kein Problem. Solange das nicht öfters vorkommt.“ „Ja, tut mir auch leid. Aber seit Jack mich mit einer anderen betrogen hat, bin ich nicht immer ganz bei der Sache.“ „Hmm, Mist. Weißte was, du gehst heute mal ein bisschen früher. Vielleicht bekommst du deinen Kopf dann ja ein bisschen frei.Wäre das okay?“ „Ja,möchte aber nicht so viel Zeit zuhause verbringen. Zu viele schlechte Erinnerungen und ich habe immer noch die Bilder im Kopf, wie ich die beiden erwischt habe.“ „Ja, kein Wunder. Der Körper dieses Hodenkobolds ist ja auch keine Augenweide.“ „Ja, dass mag wohl sein.“ „Ich will dann mal arbeiten. Ciao!“ „Ciao!“ So, gute Tat für heute erledigt. „Joe?“ „Ja Meister?“ „Es ist die 1213, kannst anfangen mit dem Laden!“ „Okay, kein Problem! Tomaten, 22 Tonnen. Korrekt?“ „Genau, korrekt.“.

    Also einmal wieder zum LKW, reingesetzt – Waarte mal? War das gerade ein Iveco 6x2/4 mit Chereau Kühler und blau-nikotingelber Beklebung? Das konnte doch nur einer von dieser Firma aus Deeside sein. KLF oder KFL… Jedenfalls irgendwas mit Intertrans. Ich wusste aber eigentlich nur, dass die Bude wohl einem Deutschen gehörte. Hatte wohl mal ne lange Zeit hier auf der Insel gearbeitet, dann aber mit der Liebe wieder nach Deutschland geflogen und jetzt wieder hier mit neuer Flamme & neuer Firma. Naja, jeder wie er es mag. Aber, wehe dir, die klauen uns unsere Aufträge. Der Osten macht uns schon den Skandinavienverkehr streitig, da muss ich jetzt nicht noch Konkurrenz aus den „eigenen Reihen“ haben. Naja egal. Erstmal per blauem Zahn das Handy mit dem LKW gekuppelt und ein bisschen Hard-Style Elektromukke abspielen. Da kommt doch selbst beim Laden Freude auf!

    Irgendwann, eine gute Dreiviertelstunde später, klopfte es und Dick zeigte mir den Daumen nach oben. Also, Musik aus, einmal den Zug vom Tor abgezogen, die Ladung fix mit Antirutschmatten und Sperrbrettern gesichert, die Türen verschlossen, den Kühler auf -18C gestellt und wieder in den LKW. Als ich dann gute 20 Minuten später wieder LKW saß, blinkte mir das kleine Stück Technik, liebevoll genannt Smartphone, an und erzählte mir was von einem nicht abgenommenen Anruf. Also erstmal zurückrufen...

    Dave, du alter Schlawiner! Alles fitte im Schritte?“ „Martin, du alter Schluchtenscheisser. Alles bestens! Alles klar in eurem schönen Österreich? Was erbringt mir denn die Ehre, dass du mich anrufst?“ „Klar, alles klärchen mein Bester. Ich steh gerade im Stau und hatte Langeweile. Und da wir ja lange nimmer quatscht hatten.“ „Achsoo, so einer bist du also. So ein unverantwortlicher Trucker, der beim Fahren telefoniert?Nee, du weißt doch. Mein XP 570 hat ne Freisprech und ich steh im Stau.“ „Bah, Iveco. Nur entwickelt damit die kleinen Italiener was zum Arbeiten haben…“ „Ja, sei doch still. Deine komischen Schwedenfürze da sind nicht besser.“ „Hast du schonmal einen gefahren?“ „Ne. Kein Interesse!“ „Jaja…“ „Jaja heißt leck mich am Arsch.“ „Ne, gerade keine Lust. Und nur mal so am Rande. Du hälst mich vom Arbeiten ab…“ „Achsoo, hier geht’s auch wieder weit – Auuaaa. Wenn der da lebend rausgekommen ist, dann glaub ich tatsächlich wieder an höhere Mächte. Oh. Schwarzer Mercedes Vito mit Vorhängen vor den Scheiben. Ist er wohl doch nicht.“ „Was ist denn passiert?“ „Hier hat sich so ein AMG – Heini überschätzt und mal eben Ringkampf mit nem Baum gemacht. Hat aber verloren.„Aua. Ich hab ja auch einen, aber ich überschätze mich selber nicht darin.“ „Ist auch besser so, will nicht den Witwentröster machen müssen.“ „Ja, ist gut. Martin. Ich muss arbeiten, also hau rein! Wir sehen uns!“ „Jo, alles klar. Ciau!

    Nur mal so zur Erklärung: Das war einer meiner besten Freunde. Martin aus Österreich. Eigenständig mit einem LKW, fährt er Schubboden mit Iveco Stralis XP 570 im Fernverkehr. Und da ich aufgrund der Schule und meiner regelmäßigen Austäusche mit deutschen Schülern zu meiner Schulzeit fließen Deutsch spreche, gibt’s auch keine Probleme. Und jetzt ab auf die Bahn Richtung Fähre!

    Auf dem Weg zur Fähre in Heysham, von wo ich mit der Fähre nach Irland übersetzen sollte, passierte eigentlich nichts Nennenswertes. Ausser, dass mir wieder ein LKW der Firma, nun kenne ich ihren Namen, KFL Intertrans entgegenkam. Allerdings mit einem deutschen LKW der Marke Volvo und Modelltyp New FH mit Auflieger der Firma Alfred Talke aus Hürth im Schlepptau, der laut Kennzeichen und Google aus der deutschen Stadt Bochum in Nordrhein-Westfalen komme. Also hat der Herr Kaiser wohl die sterblichen Überreste seiner alten Firma an jemanden vererbt und sich dann verzogen. Aber, leben und leben lassen. Auf einmal ging das smarte Phone schon wieder: „DS Intertrans, sie sprechen mit dem Inhaber, Dave Silverman.“ „Guten Tag Herr Silverman. Wir haben hier einen günstigen Handyta-„ „Ja, nen großen Vogel habt ihr. Schüß“… Man, sowas regt mich auf. Und jetzt die letzten Kilometer abspulen und dann ab auf die Fähre, das Mittagessen in Angriff nehmen!


    Auf der Fähre gab es, da das wohl ein irisches Schiff gewesen sein musste, zum größten Teil irische Spezialitäten. Ich entschied mich nach dem Studieren aller Dinge für „Stew“, einen herzhaften Eintopf mit Lammfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Wasser. Ja, Wasser. Zudem wurde für den guten Geschmack auch noch Nelken, Lorbeerblättern und reichlich Kümmel hinzugegeben. Ziemlich lecker. Während des Essens unterhielt ich mich mit einem meiner alten Kollegen von Stobart… „Und, wie läuft es so? Geht. Die Leitung fängt eben an, die Pläne mit dem Ausflaggen nach Osteuropa weiterzuführen. Heißt, viele Frachten die wir noch früher in und nach Europa gefahren hatten fahren jetzt diese Eselkarrenlenker“, Er war sehr skeptisch den Osteuropäern gegenüber, „welche nicht mal in der Lage sind, die LKW vernünftig zu pflegen. Das, ist doch ein Schlag ins Gesicht für uns Fahrer, die sich um ihre LKW penibel kümmern.“ „Hast du aber mal bedacht, dass die Osteuropäer vielleicht gar nicht die Mittel haben, um den LKW immer schön zu pflegen und zu polieren? Die Leben auch hart am Limit.“ „Ja, mag sein. Interessiert mich aber nicht…“ Ich wusste, dass das zu einem ziemlichen Streitgespräch werden könnte, würde ich jetzt nicht ein bisschen Feuer rausnehmen. Also noch ein bisschen Smalltalk über Gott und die Welt. Ich verabschiedete mich und anschließen besuchte ich nochmal die Keramikabteilung des Schiffes. Ziemlich schaukelig, da muss man gut zielen! Nachdem ich dann die umgewandelten Getränke weggebracht hatte, entschied ich mich nochmal aufs obere Deck zu gehen und die Aussicht zu genießen. Noch schnell ein Foto gemacht und kurz darauf kam auch schon die Ansage, es würde gleich in Belfast, Irland angelegt. Also, ab zum LKW!

    Zuerst ging es auf die M2 Richtung Londonderry. Diese wurde allerdings kurze Zeit später wieder zu einer zweispurigen Landstraße. „Ziemlich nette Landschaft hi - Hallo, du Arschgesicht? Überholverbot?“ Das interessierte den bulgarischen Kollegen, der mich mit seinem ziemlichen neuen XF 480 SSC und einem Auflieger einer großen dänischen Firma mit drei Buchstaben, überholte ziemlich wenig. Auch, dass vor ihm ein Auto nahezu in den Graben fahren musste, um nicht erwischt zu werden, interessierte ihn kaum bis garnicht. Also, einmal schnell zum Handy gegriffen. Normalerweise tue ich sowas nicht, aber hier schien es mir angemessen. „Police Service of Northern Ireland, was kann ich für sie tun?" "Ja, Hallo. Dave Silverman mein Name. Ich möchte einen LKW der Marke DAF und dem Modelltyp XF melden, der mich soeben im Überholverbot überholt und dabei auch fast einen PKW gerammt hatte.“ „Wo ist dieser LKW unterwegs?“ „Eh, auf der Landstraße zwischen Belfast und Londonderry, die vorher noch die M2 war. Kilometer 20 müsste das sein." „Okay, vielen Dank. Ich bräuchte dann noch einmal das amtliche Kennzeichen."„Okay, amtliches Kennzeichen aus Bulgarien ist: CA 7845 XC.“ „Gut, danke. Ich werde sofort Kollegen losschicken.“ „Danke, kann ich auflegen?Ja, können sie.“ „Auf Wiederhören.“ „Auf Wiederhören.“. So, auch das erledigt. Sowas muss nun mal bestraft werden…


    Als ich dann in Londonderry bei der ortsansässigen Nagel Group Ltd. – Niederlassung um 18:07 ankam, war es schon zu spät. Hieß, eine Nacht warten und bis 6 Uhr Feierabend vermutlich. „Scheiße man. Das darf jetzt nicht wahr sein!“ Schnell in der Dispo angerufen: „DS Intertrans, sie sprechen mit Sara Silverman?“ „Schatz, ich bins. Ich stehe hier vor verschlossenen Toren. Könntest du da mal anfragen, wann ich denn abladen könnte?Klar mach ich eben!“ „Okay“ „“ „Noch da?“ „Jup. Und?“ „Also, morgen früh um 6:30. Danach als Anschlussfracht 19 Tonnen Dosenschweinefleisch für Paris, Lisette Logistics. Der Torwächter wird dich dann wohl morgen wachklopfen.“ „Okay, also Feierabend." „Genau.“. Danach folgte dann noch Privates…

    Am nächsten Morgen, ich war zwar schon wach, hatte mir gerade den zweiten Kaffee eingegossen und mein Brot geschmiert, da klopfte es. „Guten Morgen. Ich bin noch am Essen!“ „Gute Morge, nix Problem. Papiere bitte.“ „Sie sehen aber nicht aus wie ein Polizist.“ „FRACHTpapiere bitte.“ „Hier, haben sie sie.“ „Danke.“ „Du hast also die 22 Tonne Frische Fisch dabei?“ Er sprach mit stark polnischem Akzent. “Ja, sind im Aufliger.“ „Wo auch sonst? Sie wollen verarschen mich?“ „Ehh, nein?“ „Gut so. Sonst sorgen für noch mehr Wartezeit.“ „Jaja, sonst ich sorgen für Antritt bei Cheff!“ „Kurwa!“ „Mein Freund. Weder bin ich weiblich noch verdiene ich mein Geld mit körperlichen Dienstleistungen. Und nur weil ich hier im LKW sitze, bin ich nicht der Dumme!“. Damit stempelte er mir ab und ging wieder in sein „Büro“. Ich aß noch ziemlich verärgert mein Brot auf.Also den LKW an die Rampe gestellt, Tachograph auf Pause gestellt, was ja eigentlich nicht erlaubt ist, Türen aufgemacht und eigenständig mit der Ameise abgeladen. Danach, wieder eigenständig, den LKW mit 19 Tonnen feinstem Dosenfraß aus Schweinefleisch beladen, die Türen wieder geschlossen den Kühler auf 0 Grad gestellt und wieder in den LKW. Da ploppte auch schon etwas auf dem Tablet

    PICKUP: UKLDY-NG
    DESTIN: FRPAR-LL
    TRAILER: CHEREAU9225
    LOAD: CANNED PORK
    WEIGHT: 19000
    DISPATCH: UKSHF-DS-SS

    Lustig. Ich habe schon geladen und die Meldung kommt nun. Aber egal, ich wusste wo es hingeht, das Navi auch! Also wieder auf die Landstraße. Und guck, am Rande stand ein XF 480 SCC mit blauem Auflieger mit Polizeibegleitung. Was ein Zufall… Aus der Landstraße wurde später die M2, welche mich wieder zur Fähre nach Belfast führte.

    Also, eingecheckt, den LKW geparkt und in die Kabine. So 2 Stunden Schlaf tun doch ganz gut. Auf der Fähre entschied ich mich aber auf der Kabine zu bleiben und den Laptop zu quälen. Also trieb ich mich auf einigen Spotterseiten rum und informierte mich über diese Plage namens KFL…

    Als es dann wieder von der Fähre runterging, fuhr ich auf die M6 und am Kreuz Birmingham auf die M2. Dort machte ich dann bei nächster Gelegenheit 11 Stunden Pause da meine Fahrzeit aufgebraucht war. Also auf den Rastplatz gefahren, schnell noch einen Platz gesucht & gefunden, den Tacho auf Pause gestellt und die Gardinen zugezogen. Auf Restaurant hatte ich bei den Preisen und der Qualität hier keine Lust. Also hieß es Wurstbrot & Milch bevor ich mich ins Land der Träume begab.

    Am nächsten Morgen ging es dann weiter Richtung Dover & Eurotunnel. Allerdings erreichte ich auch zu meinem Pech den Ring um London zu einer ziemlich ungünstigen Zeit. Alles war voll Autos und jeder wollte irgendwo hin. Das spiegelte sich auch in der Fahrweise einiger gut wieder. Dann erreichte ich schließlich Dover wo ich kurz vor dem Eurotunnel nochmal eine Dreiviertelstunde Pause auf dem Seitenstreifen machen musste. Es ist ziemlich gefährlich. Mir blieb aber nichts anderes übrig. Dann erreichte ich den Eurotunnel. Einmal schnell eingebucht, den Weg zum Zug gemacht und geparkt. Der Rückweg dürfte lustig werden. Aber, der LKW ist gut verschlossen und sobald ich merke, dass da jemand probiert reinzukommen, hab ich ja den großen Schraubenschlüssel alias Migrantenkontrolle unter dem Fahrzeug zur Hand. Die Zugfahrt war recht entspannt. Und dunkel.

    Als der Zug in Calais ankam, hieß es erstmal runter und gucken niemanden zu überfahren. Gefühlt wurde das hier immer alles schlimmer… Als ich dann an den riesigen Lagern der Migranten vorbeikam, stockte mir doch kurz der Atem. Sowas ist eigentlich unmenschlich und sollte niemanden zugemutet werden… Aber naja. Ich konnte eh nichts ändern und somit fuhr ich weiter Richtung Paris.

    Zwischenzeitlich musste ich noch einen kurzen Tankstop einlegen, da der Scania aufgrund der 6x2/4 Konfiguration kein so großes Tankvolumen hatte. Eigentlich ist das Mist, und da Matthew ja demnächst einen neuen LKW bekommen würde, der seinen altersschwachen XF105 460 ersetzen würde und er Iveco – Fanatiker ist, könnte man ja mal über die Investition in einen Stralis XP nachdenken, um diesen zu testen. Das ist aber noch alles Zukunftsmusik und auch nichts worüber man beim Steuern eines S500 und dem Lauschen toller Musik wie „Jägermeister“ von Da Tweekaz überlegen sollte. Muss ich mal mit dem dortigen Iveco-Verkäufer bequatschen.

    Da ich ja laut Telematik in Paris anliefern sollte, wunderte es mich schon, dass die Firma in Poissy, einer Nachbargemeinde von Paris lag. Hmm... Aber, ich bin der Führ – ähh Fahrer und nicht der Denker. Also aufs Gelände gefahren, den LKW kurz abgestellt und reingegangen.

    „Uhlala!“ War mein erster Gedanke. Wäre ich jetzt nicht schon glücklich vergeben, hätte ich glaube ich mal wieder geflirtet. Vielleicht 25 Jahre alt, brünette, wunderschöne Augen… Toll.

    „Bonjour!“ „Bonjour!“ „English?“ „Yes!“ (Anm. d. Red. Gespräch wird zum besseren Verständnis auf Deutsch weitergeführt, ist aber eigentlich auf Englisch.) „Hier einmal die Papiere. Ich habe die 19 Tonnen Dosenschweinefleisch geladen. An welches Tor?“ „Danke. Hier eine Unterschrift, da der Stempel… Bitte einmal an das letzte Tor, wenn Sie von rechts ranfahren.“ „Okay, danke!“

    Also wieder ab zum LKW. Motor an, einmal um das Lagerhaus gefahren und den Zug abgestellt.



    Dann einmal ans Tor geklopft um den Insassen Bescheid zu geben, dass sie arbeiten könnten. Ruckzuck ging die Ladung vom Auflieger. Also einmal schnell für die Schnelligkeit bedankt, abgezogen, Türen geschlossen und den Kühler ausgestellt. Dann einmal in der Telematik Bescheid gesagt, dass ich leer sei. Zurück kam nur:

    11h Break.


    Also hieß es, die nächste Parkmöglichkeit aufsuchen und ab ins Bett!


    Am nächsten Morgen bimmelte es und ich hatte den neunen Auftrag schon bekommen:

    PICKUP: FRPAR-LL
    DESTIN: UKLON-LL
    TRAILER: CHEREAU9225
    LOAD: BEEF
    WEIGHT: 21000
    DISPATCH: UKSHF-DS-BS

    Also ging es für die gleiche Firma wieder ins UK. Allerdings diesmal mit 21 Tonnen Rindfleisch aus Frankreich. Sowas würde in Zukunft auch weniger vorkommen, wenn der Brexit erstmal am Rollen ist… Also wieder zurückgefahren, im Büro alles erledigt, den LKW ans Tor gestellt und geladen worden. Auch heute ging es wieder verdammt zügig und ich konnte nach gut 40 Minuten schon wieder weg. Also auf die A16 Richtung Calais/Eurotunnel. Auf dem Weg dorthin wurde ich dann nochmal von einem Spotter erwischt.


    Der Weg zum Zug war verhältnismäßig ruhig. Klar, es gab einige die es Versuchten. Da die Straße aber verschneit und glatt war, legten sich die meisten auf die Nase. Lustig anzusehen teilweise, aber auch verdammt gefährlich, wenn sie Richtung Reifen rutschten. Schlussendlich stand der LKW gesichert auf dem Zug und ich konnte den Weg auf die Insel antreten.


    Da ich schon auf dem Zug und an der Rampe 45 Minuten Pause vollhatte, konnte ich direkt meinen Weg nach London antreten. Die Abladestelle lag in der Londoner Innenstadt, also ziemlich eng und eigentlich nicht für richtige LKW geeignet. Was mich aber am meisten verwirrte, war, dass die Abladestelle eine Baustelle war. Was zum Geier sollen 21 Tonnen Rindfleisch auf einer Baustelle?





    Man klärte mich aber auf und es war so, dass nur der vordere Teil eine Baustelle war. Der hintere Teil war ein edles Hotel mit Restaurant. Hmm, vorne Pfuii, hinten Huii. Also schnell mit dem Hubwagen die Ladung ins Gebäude gefahren. Dann in den LKW und das Tablett kontrollieren. Und siehe da, neuer Auftrag und ich konnte direkt hier laden:

    PICKUP: UKLON-LL
    DESTIN: UKLIV-DB
    TRAILER: CHEREAU9225
    LOAD: GRAPES
    WEIGHT: 20000
    DISPATCH: UKSHF-DS-BS


    Einmal 20 Tonnen Trauben, die wohl zu viele Stellen hatten und deswegen nicht verwertet werden konnten, für DB – Schenker in Liverpool, die den Mist dann in die Verwertung kutschieren würden.Gekühlt werden brauchte hier nichts, da die Früchte eh nicht mehr gebraucht wurden. Also einmal gefragt ob ich mir eine kleine Portion nehmen könnte, da die eh niemand mehr brauchte und mir die Stellen nichts ausmachten. Dies wurde bejat und ich hatte Trauben für lau.

    Auf den Autobahnen war nicht viel los und so ratterte der Spurhalte-Assistent immer öfter. Also auf den nächsten Rastplatz und 9 Stunden Pause gemacht. Also nochmal zuhause angerufen: „Düüp, Düüpp, Düüp…“ „Ja?“ „Hallo Schatz, ich bins. Alles gut?“ „Klar, alles bestens. Und bei dir?“ „Auch gut. Was machst du so gerade?“ „Ich tröste Bets. Sie ist immer noch nicht drüber weg.“ „Achso. Scheiße. Dann will ich mal nicht weiter stören! Liebe dich!“ „Ich dich auch!“ Haua. Irgendwie hab ich das Verlangen diesem Drecksdeppen Jack die Nase ausm Hinterkopf zu jagen…

    Nach der Pause ging es dann wieder fit wie ein Turnschuh und mit guter Musik weiter. Nach guten 4 Stunden Fahrt erreichte ich Liverpool. Das übliche Prozedere und dann ins Büro.“ „Tag, einmal die Firma DS Intertrans. Ich hab die reklamierten Trauben dabei.“ „Achsoo, ich dachte das käme in einem Schubboden. War gerade ein bisschen erstaunt..“ „Ja, kein Problem. Ich bräuchte einmal die Unterschrift etc." „Jap. Kein Problem. Hier haste sie.“ „Welches Tor?“ „3.“ „Okay, danke!“ „Kein Problem.“ Es gibt doch tatsächlich noch freundliche Menschen in den Büros dieser Welt…


    Als ich dann leer war und alles wieder abfahrtsbereit, bekam ich den Befehl:

    EMPTY RETURN. NO LOADS AVAILABLE.

    Also eine Leerfahrt von gut 3 Stunden nach Hause und dann Wochenende!



    So, das war mein zweites Kapitel und mein Letztes… Für dieses Jahr! :P :D Euch allen einen guten Rutsch und bleibt gesund & munter. Wir sehen uns nächstes Jahr! 8)
    Euer Daniel alias schwedentrucker :)

    1,137 times read

Comments 27

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    alaskabaer01 -

    Schön geschrieben und klasse Bilder. Auch dir ein frohes neues. :)

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    infinity -

    Über die Formatierung sag ich nix - wurde ja schon von den anderen erwähnt. Zum Thema Osteuropäer, Ausflaggen etc. sag ich auch nix - außer dass da immer Menschen hinterm Lenkrad sitzen. Was mich dann noch wundert... Tomaten laden. Kühler auf -18 und Fisch ausliefern? :P Wie auch immer... es braucht Zeit sein Konzept zu entwickeln. Im Youtube wäre man da auf der einen Seite im lockeren Let'sPlay oder halt im Bereich von schlüssiger Serie. Aus meiner Sicht liegst du derzeit für mich im erstgenannten Bereich (bitte nicht als negativ verstehen).

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      schwedentrucker_09 -

      Ich nehm es nicht als Kritik auf. Alles gut. Ich lese deine Kapitel auch gerne, hadere aber immer wieder mit deinen Fahrzeug ala Scania T. :P

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    TurboStar -

    Und noch einen für die Haarspalter. Aber da ist SCS schuld dran, weil sie nur Yorkshire als solches und nicht die drei Zulassungsstellen kennen. Dein Truck ist nicht in Sheffield zugelassen sondern in Leeds. Entweder war er dort erstzugelassen (z.B. auf den Händler, man muss nicht ummelden) oder Du musst mit World of Trucks die ersten Buchstaben von YG auf eine Kombination im Bereich YL bis YU ändern. Außerdem ist Sommer 2015 zu alt für den New Scania. Sogar als Trucker.de den Erlkönig im September 2015 noch schwach verkleidet erlegt hat, wurden schon 65er Kennzeichen vergeben :P *Duckundrenn*

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      schwedentrucker_09 -

      Renn du nur. Mich hier für die Fehler von SCS anprangern. Ich glaub es hackt. :D

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      TurboStar -

      Du kannst sie ja über WoT korrigieren. Meine Fahrzeuge haben alle korrekte Kenzeichen auf jeden Screenshot. Dabei sind Cheshire, Shropshire und Flintshire (Kennbuchstabe D) nicht mal bei SCS vergeben :P Und die Erstzulassung noch gerade in die Zahl rein stricken ist auch kein Ding. Ansonsten siehe den Wikipedia-Eintrag zu britischen Kennzeichen oder mein Kapitel 139, wo ich Marlon so ein aktuelles Kennzeichen seziere. Die alten brauchst Du nicht, wenn Du nicht gerade einen Truck mit Erstzulassung vor 2001 in die Flotte aufnimmst

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    loddi51 -

    Klasse geschriebenes Kapitel.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Freut mich wenn man uns ernst nimmt :D Mal sehen, ob ich dieses Jahr noch "antworten" kann.

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      schwedentrucker_09 -

      Ernst nehmen... Aber warte ab. Mit dem neuen LKW der bald kommt, gibt auch ein neuen Aufliger. Und keinen Kühler... :D

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      TurboStar -

      Ganz vergessen die Realismus-Keule auszupacken. In Nordirland gibt es aus unserer Sicht anständige Maßeinheiten (also Meilen). Nur die Republik ist metrisch. Und wie "versaut" ich schon bin, wenn ich ETS2 fahre, ist mir eben aufgefallen, nachdem ich die ganze Zeit im Kopf die Geschwindigkeitsbegrenzungen vom Meilen-Navi auf den Kilometer-Tacho umgerechnet habe und erst mitten in der Oblast Murmansk feststelle, dass da doch was nicht so ganz übereinstimmt :D

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      schwedentrucker_09 -

      Ups. Da kommt der RL - Deutsche durch. Danke für die Korrektur. :D