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[KW 44/2018] Mehr oder weniger. Wenn wir jetzt Feierabend hätten... Aushängeschilder.

  • [KW 44/2018] Mehr oder weniger. Wenn wir jetzt Feierabend hätten... Aushängeschilder.



    Montag, 29.10.2018, Uppsala.
    ”Chriiiistian!” Wenn Sandra so intensiv ruft gibt's entweder Mecker oder irgendwas Wichtiges. Ich gehe rüber zu ihr ins Büro. ”Hier ist einer.” ”Komm mal rum, das musst du dir anschauen.” Mein Schatz startet ein Video bei YouTube:

    https://www.youtube.com/watch?v=dDYN2D4MvOM

    Etwas über sieben Minuten später grinsen wir uns beide nur an und schütteln die Köpfe. Sandra holt Luft. ”So... kommen wir zurück zur Arbeit... Morgen fahren wir ab Tunaberg nach LeMans und von dort geht es nach Kassel. Ich hab gesehen, dass du dann Bier als Anschlussladung nach Malmö und Stockholm eingetragen hast. Ich
    vermisse aber Auftraggeber und Ladestelle.”
    ”Verflixt. Da hatte das Telefon geklingelt und ich den Nachtrag vergessen.” ”Ist ja kein Problem. Hast du die Daten im Kopf?” ”Klar. Auftraggeber ist für uns die TransArt von Tom Diesel. Wir laden auch bei ihm auf dem Hof. Ist eine Tour von Martini, die er uns gibt weil er selbst unterwegs ist und seine Leute ebenso. Er sagte mir am Telefon, dass er am Wochenende aber nicht vor Ort ist.” ”Wie kommen wir dann an die Fracht?” ”Tom hat
    das selbe System wie wir. Zugang über Nummerncode.”
    ”Dann kommen wir also auch in die Sozialräume...” ”Ja.” Das Telefon klingelt. ”hansekontor i Uppsala. Sandra Dansör.” ”...” ”Mama! Du bist also nachher im Büro in Stockholm?” ”...” ”Ja. Ich muss noch kurz bei DHL vorbei, dann komm ich rum.” ”...” ”Nein, nicht mit dem Scania. Ich fahr mit dem Alfa.” ”...” ”Vi ses snart.” Sandra legt auf und wendet sich wieder an mich. ”Ich mach mich dann mal eben los. Du gucke mal bitte ins Disposystem. Da hab ich vorhin eine Lufthansa-Tour für 12.11. laden in Arlanda eingegeben.” ”OK, schau ich mir an.” ”Und wenn Mats reinkommt... du wolltest noch
    mit ihm wegen einem neuen Fahrzeug sprechen. Wir beide haben das ja soweit schon durchgesprochen. Ruf mich dann kurz an, dann fahre ich noch zu Scania Kungens Kurva.”
    ”Adrian Palsson wird sich freuen.”
    Ich werde umarmt und fordernd angeschaut. Und natürlich bekommt mein Schatz den Kuss. ”Bis heute Abend dann. Ich fahr nachher von Stockholm aus noch gleich zum Sport.” ”Mach das. Ich liebe dich.” ”Jag älskar dig också.”

    Ich gehe in die Küche und mache mir einen Kaffee fertig, danach bin ich wieder im Büro und mache mich an die Planung für die Tour in der sechsundvierzigsten
    Kalenderwoche.







    Es ist kurz nach 12:00 Uhr als Mats an der Tür klopft. ”Hej Chris.” ”Komm rein.” ”Sandra hatte mir einen Zettel ins Fach gelegt... Ist irgendwas passiert?” ”Mhm. Passiert? Nein. Noch nicht.” ”Das ist gut. Dann wird aber was passieren...” ”Mehr oder weniger. Du hast ja mitbekommen, dass der 730er Bussbygg letzte Woche verkauft wurde.” ”Ja, schade eigentlich. Ich bin den zwischendrin immer gerne mal gefahren und hatte so ein bisschen auf den spekuliert als Ersatz zu meinem Weißen.” ”Haben wir uns schon gedacht. Und wie soll ich sagen... der Weiße wird auch verkauft.” Mats macht ein langes Gesicht. ”Und ich fege dann den Hof?” Vor Lachen verschlucke ich mich fast. ”Natürlich... nicht. Du hast ja mitbekommen, dass wir dieses Jahr den ein oder anderen älteren Scania gegen einen neuen R410 bzw S410 getauscht haben.” Mats nickt. ”Sandra und ich haben uns gedacht, dass wir dir einen R520 kaufen. Wieder als Motorwagen. Mit drei Achsen, Taglift. Ich bin ja die Tour mit dir nach Malmö damals runter und die dreihundertsechzig PS waren für den großen Anhänger einfach zu wenig. Ich denke mit dem Fünfhundertzwanziger fährst du da besser.” ”Wow. Ähm ja. Habt ihr den etwa schon bestellt?” ”So gut wie. Sandra ist gerade in Stockholm...”







    ”Älskling, jag är hemma igen.” ”Alles erledigt in Stockholm?” ”Ja. Klar. Und mit Mama noch in Ruhe was gegessen. Sie meinte dann, dass sie in den
    kommenden Tagen allein zu Hause sitzt. Papa muss nach Mannheim runter für Flixbus.”
    ”Was gibt's da denn?” ”Die haben irgendwie einen Elektrobus zu Testzwecken.” ” Na dann.” ”Mats sein Motorwagen ist bestellt. Liefertermin bekomme ich aber erst im Laufe der Woche mitgeteil.” ”Hast du wegen Urlaub mit deiner Mutter was zusammengewürfelt?” ”Im Groben ja.Sie guckt aber die Tage noch mal genauer wegen Mietwohnmobil und so weiter.” ”Ok. Sind ja eh noch einige Monate bis dahin...”



    Dienstag, 30.10.2018, Tunaberg.

    Fenja Larsson reicht mir die Papiere. Drei Tonnen junge Setzlinge für einen Weinbaubetrieb in LeMans. Mit diesem Ladungsgewicht sollte Sandras Hauber leichtes
    Spiel haben. Ich klettere auf den Beifahrersitz. Auf nach Frankreich.

    Wie so oft, wenn es Richtung südwest geht, ist die E4 unser Revier. Westlich um Stockholm herum herrscht ein bisschen mehr Verkehr aber danach dann wieder freie Fahrt.

    Södertälje.Nyköping. Norrköping. Linköping. Und schließlich wieder entlang des Ostufers vom Vättern. Auf Höhe Jönköping ist es dann Zeit für den Fahrerwechsel.







    Auf dem Parkplatz ist es dann Sandra die mal wieder ihre freche Seite auspackt, denn bevor ich vom Beifahrersitz hoch komme hockt sie schon auf meinem Schoß und grinst mich an. ”So kann ich nicht arbeiten.” ”Du kannst dich freikaufen.” Ich gebe ihr einen Kuss, aber sie denkt noch nicht dran aufzustehen. ”En mer, tack.” Den bekommt sie natürlich auch. ”Wenn wir jetzt Feierabend hätten würde ich ja weiter machen...” ”Hmmm, ich glaub ich auch. Aber wir haben noch keinen Feierabend.” Sandra steht auf und verzieht sich aufs Bett. ”Ich werde ein wenig schlafen, damit ich nachher wieder übernehmen kann.” ”Gör det. Sov gott.”

    Ich tausche die Fahrerkarten und setze mich hinters Lenkrad. 20:45 Uhr.

    Die Fahrt geht weiter die E4 hinab gen südwest bis nach Helsingborg.



    Am Trafikplats Kropp trifft die E4 dann auf die E20. Ich habe das Radio leise mit Rockmusik laufen. Der V8 blubbert vor sich hin und ich stelle wieder einmal fest, dass der Hauber im Innenraum ruhiger ist als mein rovfågel.




    Mittwoch, 31.10.2018, Malmö.
    Ich erreiche den Trafikplats Kronetorp und die E20 teilt sich bis zum Trafikplats Petersborg die Trasse mit der E22. Sandra kommt aus der Koje wieder nach vorne und gibt mir fix einen Kuss bevor sie sich auf den Beifahrersitz setzt und anfängt uns einen Kaffee zu machen.
    An der Mautstation zur Øresundbrücke setze ich den Blinker rechts und bringe den Zug zum stehen. Die Fahrerkarten wechseln die Schächte, mein Schatz und ich die Sitzplätze.






    ...




    Mittwoch, 31.10.2018, Hamburg.



    Es ist 19:00 Uhr. Unsere Angestellten, bis auf Josephine, sind inzwischen im Feierabend. Und auch Josy hätte eigentlich längst Dienstschluss. Als Niederlassungsleiterin nutzt sie jedoch die Gunst unserer Anwesenheit um die bevorstehende monatliche Telefonkonferenz als Abendgespräch vorzuziehen. Wir sitzen gemeinsam beim Essen.
    ”Aaaalso, wie gesagt... die Verkäufe dieses Jahr haben ordentlich angezogen. Sowohl bei den Neufahrzeugen als auch bei den Gebrauchten. Auch im Leasingbereich war bisher eine deutliche Steigerung zu den Vorjahren drin.” ”Das klingt gut. Wie siehts im Warehousing aus?” ”Gleichbleibend gut. Unsere vier Jungs haben gut zu tun. Ich bräuchte aber im Verkauf wohl noch jemanden zusätzlich damit Francesca sich auf die Buchhaltung konzentrieren kann. Und auch im Mechanikerteam sollten wir noch jemanden einstellen – wenn jetzt einer Urlaub hat oder krank wird kriegen die anderen das nur mit Überstunden aufgefangen.” ”Mhm. Das ist auf Dauer keine Lösung. Schau, dass du die beiden Stellen besetzt bekommst, oder siehst du das anders Schatz?” Ich schlucke mein Käsebrötchen runter. ”Ich
    seh das genauso. Wenn möglich zum 02.01.2019.”
    ”Oki, da setze ich morgen dann was auf.” Unser Gespräch geht noch über dieses und jenes weiter.

    Es is kurz nach 20:00 Uhr als Josy sich verabschiedet. Sandra guckt mich an. ”Und was machen wir jetzt mit dem angefangenen Abend?” ”Wenn wir nicht fahren müssten, wäre es die perfekte Zeit für Käse und Wein. Aber so.... Gemeinsam duschen?” ”Warum nicht; ist ja keiner hier der uns stört...”



    Donnerstag, 01.11.2018, Hamburg.

    Punkt Mitternacht geht unsere Tour wieder los. Sandra steuert den Hauber auf die Obenhauptstraße und wir fahren einmal quer durch die Stadt.



    Obwohl um diese Uhrzeit kaum Verkehr herrscht brauchen wir eine gute halbe Stunde bis wir über B75 und A255 dann auf die A1 kommen.

    Sandra lässt den Hauber entspannt bei Tempomat auf 85 km/h rollen. Wie üblich haben wir im Hintergrund Musik laufen. Plötzlich wird unsere Ruhe vom CB-Funk unterbrochen: ”Hi Kollege. Schönes Leuchtenensemble. Solltest du weiter Richtung Münsterland fahren lass dich nicht vom Baumann aufhalten.” ”Danke fürs Lob. Für den Herrn habe ich keine Zeit”



    Dann ist auch schon wieder Ruhe im Funk. Sandra blickt zu mir rüber – denn auch wenn wir meistens schwedisch miteinander sprechen gehören Deutsch und Englisch bei ihr zum normalen Arbeitsalltag. ”Wen meinte er eben mit dem Baumann?” ”Polizeioberkommisar Thorsten Baumann von der Schwerlastkontrollgruppe Autobahnpolizei Münster. Er ist in der Szene bekannt dafür, dass ihm nicht serienmäßige Beleuchtung an LKW ein Dorn im Auge ist. Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass er dabei wohl auch schon mal übers Ziel hinausgeschossen ist.” Mein Schatz schüttelt nur den Kopf. ”Ich sag jetzt lieber nicht, was ich dazu denke...” ”Brauchst du auch nicht, Süße. Dafür kenne ich dich lang genug.”







    Es ist den ganzen Tag über nicht richtig hell geworden. Passend zum ersten Tag des Novembers also freundliches novembergrau in der Landschaft. Gegen 15:30 Uhr, wir sind gerade an Chartes vorbei, schafft es die Sonne dann doch noch irgendwie durchzukommen.

    Ichlasse den Hauber mit Tempomaten über die L'Océane, die A11, rollen. Der V8 murmelt gleichmäßig vor sich hin.
    Illiers-Combray. Frazé. Authon-du-Perche. Beillé.

    Kurz vor 18:00 Uhr erreichen wir den Weinbaubetrieb wo man bereits auf uns wartet. Sandra hatte wie abgesprochen von unterwegs angerufen und unsere ungefähre Ankunftzeit avisiert.




    Freitag, 02.11.2018, Liege.
    Es ist 15:30 Uhr und wir sind seit kurz nach 06:00 Uhr mit dem Tiefkühlfisch unterwegs nach Kassel. Wie gestern hat sich auch heute das Wetter wieder von der trüben Seite gezeigt. Bis eben, denn jetzt kommt die Sonne wieder durch. Als wenn sie vor dem Sonnenuntergang noch einmal Hallo sagen will.





    Wir passieren den Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch und halten uns in Richtung Köln. Und wie sollte es anders sein... dort nehmen wir volle Kanne den Feierabendverkehr mit. Sandra, die am Steuer sitzt nimmt es gelassen und dreht einfach das Radio lauter und grinst mich frech an – sie genießt die Tour in ihrem Hauber sichtlich. Langstrecke ist halt doch was anderes als Regionalverkehr.

    Wir steuern auf das Kreuz Leverkusen zu. Inzwischen hat sich die Tankkontrollleuchte zu Wort gemeldet und auch der Tachograph fängt an zu blinken. An der Abfahrt Burscheid setzt Sandra den Blinker und fährt von der A1 ab. Zeit für Pause. Zeit für Fütterung von Mensch und Arbeitsgerät.

    Die Zapfsäule bleibt bei eintausenddreihundertneunundfünzig Litern stehen. Das macht dann eintausendsiebenhundertvierundfünfzig Euronen an der Kasse. Als ich die Tankkarte durch den Leser ziehe schlucke ich ein wenig ob der Summe. Aber ich muss knapp dreitausendeinhundert gefahrene Kilometer seit dem letzten Tankstopp dagegensetzen. Im Vergleich mit unseren S410 liegt der T730 mit seinen Verbrauchswerten jenseits von gut und böse. Aber was soll's. Mein S730 verbraucht nicht weniger und als selbst fahrender Chef und Chefin sind der Hauber und der rovfågel irgendwie Aushängeschilder der Firma und Hobby zugleich. Sandra sieht das zum Glück genauso und rechnet lieber an anderer Stelle mit dem spitzen Bleistift.







    Es ist 23:00 Uhr. Ich fahre auf das Gelände der TransArt und stelle den Hauber an die Seite. Motor aus. Tachograph auf Pause. Ich gucke zu Sandra rüber. ”Bleib noch kurz sitzen bitte.” Sie guckt mich fragend an, bleibt aber sitzen während ich aus dem Fahrerhaus klettere. Ich gehe um die Front herum und öffne die Beifahrertür.
    ”Jag är helt k.o. Ge mig en säng.” Ich öffne meine Arme und mache eine kleine Kopfbewegung. Sandra versteht und hüpft mir entgegen. Ich mache mir einen Spaß daraus und trage sie zum Eingang von Toms Firmengebäude. Sandra gibt den Zahlencode ein.

    Nach einer gemeinsamen Dusche springt die Uhr inzwischen auf Samstag um und wir gehen in einem der Fahrerräume gemeinsam in ein Bett, dass eigentlich für
    eine Person gedacht ist. Mein Schatz ist wenige Augenblicke später an mich gekuschelt eingeschlafen und ich folge ihr ins Traumland.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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