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57. Texas, California, Oregon

  • Montag, den 22. Oktober 2018, 10:30 a.m., Central Daylight Time, Dumas, TX:

    Ich hatte was getan, was ich schon eine ganze Weile nicht mehr gemacht hatte. Meistens kam ich da einfach nicht zu. Ich hatte hemmungslos ausgeschlafen. Am Vormittag um halb Elf konnte ich dann aber beim besten Willen nicht mehr liegen bleiben. Ich musste einfach mal wieder in die Senkrechte. Außerdem musste ich zur Toilette. Da war liegenbleiben auch nicht wirklich gut.
    Also stand ich auf und nahm mir meine Tasche, die ich mir gestern schon mit meinen Duschutensilien und frischer Kleidung gepackt hatte. Dann ging ich in aller Seelenruhe zum Truckstop und nutzte die Toilette und die Dusche. Auch den anschließenden Kaffee trank ich in aller Ruhe. Trotzdem war ich dann um zwölf mit allem fertig und wieder auf dem Weg zum Truck.
    Da wir ja bei Walmart in der Regel einen 35 Stunden Reset machten, hatte ich noch zwei Stunden zu warten, bis ich wieder fahren konnte. Im Truck schaltete ich dann meinen Laptop an und schaute mich noch etwas bei YouTube um. Die Frau aus Polen, deren Kanal ich seit einiger Zeit verfolgte, war inzwischen wieder aus Kanada zurück und wieder in Europa unterwegs. Dort fuhr sie Schwertransporte. Das war auch immer wieder interessant. Tom Diesel stellte fast täglich eine neue Folge von seinen Touren ist Netz. Und der andere Deutsche, Mirco aus Kanada stellte inzwischen ab und zu mehrmals pro Woche eine Folge ein. Ich fragte mich immer, wo die die Zeit dafür hernahmen, neben Job und Privatleben auch noch die Videos zu schneiden und online zu stellen.
    Was ich etwas schade fand, war, dass keiner der Leute, deren Kanäle ich abonniert hatte, mehr in meinem Bereich unterwegs war. Sie fuhren entweder Flatbed oder Stepdeck, aber keiner fuhr Dry Van oder Reefer. Mirco hatte das früher gemacht, lebte aber inzwischen in seinem neuen Job richtig auf.
    Schließlich war es zwei Uhr und ich begann mit meiner PTI. Eine Viertelstunde hatte ich dann auch meinen Auftrag von Keela bekommen:

    PICKUP: EST-TXDMS
    GATE: 08
    TRAILER: DV45850
    FREIGHT: FIREWORKS
    WEIGHT: 23,048 LB
    DROP: COW-CAOXR
    PRIORITY: URGENT
    REMARKS: ADR 1.4 EXPLOSIVES!!!

    WAT-CASAC-KRY.

    Es gab Sachen, die musste ich nicht verstehen. Ende der Vergangenen Woche musste ich dringend Feuerwerkskörper aus Jackson, Mississippi nach Dumas, Texas zum Walmart Discount Store bringen. Heute bekam ich eine Ladung Feuerwerkskörper vom hiesigen Außenlager nach Oxnard, Kalifornien. Wenn doch im Außenlager, Dumas Feuerwerkskörper lagerten, warum hatte man nicht diese zum Discountstore gebracht?
    Vermutlich waren es andere Feuerwerkskörper oder sie waren erst heute Früh im Außenlager angekommen. Ich hatte mir aber recht früh abgewöhnt, mir solche Fragen zu stellen. Joe Henderson hatte mir ganz am Anfang gesagt, dass es keinen Sinn machte darüber nachzudenken. Außerdem verdiente ich ja mein Geld damit, die Waren zu befördern. Sinnvoll oder nicht.

    Ich startete den Motor, den ich nach der PTI kurz wieder abgestellt hatte und fuhr nun vom Gelände des Truckstops. Eine knappe Viertelstunde später hatte ich das kleine Außenlager, was Walmart hier betrieb, erreicht.
    Im Bürocontainer meldete ich mich an und erledigte den Papierkram. Anschließend fuhr ich zu Tor 8 und sattelte den 45 Fuß Dry Van auf. Nach erfolgter Abfahrtskontrolle konnte ich mich um viertel vor Drei auf den Weg nach Kalifornien machen.

    Zuerst ging es dazu wieder auf die US-287 S, über die es nun wieder in Richtung Amarillo ging. Knappe 50 Meilen später wechselte ich dann bei Amarillo auf die I-40 W in Richtung Albuquerque.
    Wie immer, wenn ich Texas über die I-40 in Richtung Westen verließ, machte ich am Pilot Travel Center in Vega, TX noch mal einen Tankstopp. Auch heute wieder. Ich bekam 193 Gallonen Diesel und ein Wenig DEF in die Tanks. Alleine für den Diesel war ich schon wieder 626 Bucks los. Für die kurze Pause war es mir aber jetzt noch zu früh. Ich holte mir also nur noch einen Kaffee aus dem Truckstop und machte mich danach direkt wieder auf den Weg.
    Etwa eine halbe Stunde später war ich dann in New Mexico. Kurz darauf wurde es voll auf dem Highway und alles bremste. Der Grund für den kleinen Stau war aber nicht auf unserer Seite des Highways, sondern auf der Gegenfahrbahn. Ich musste aber auch erst zweimal hinschauen um es zu glauben. Zwischen zwei Streifenwagen der Highway Patrol stand auf der Gegenfahrbahn eine kleine Propellermaschine. Was zum Geier hatte ein Flugzeug auf der Interstate verloren?

    Offensichtlich war es dem Piloten aber gelungen, die Maschine auf der Interstate zu landen, ohne dass ein Unfall passiert war oder jemand zu Schaden gekommen war. Wenn sich aber die anderen Verkehrsteilnehmer weiter mehr auf das Flugzeug als auf ihren Vordermann konzentrierten, würde das nicht so bleiben.
    Auf meiner Seite löste sich der kleine Stau aber nach der Stelle, wo das Flugzeug stand wieder auf. Nun konnte ich wieder mit Tempomat 66 dahinrollen.

    Es ging an Tucumcari und Santa Rosa vorbei. Schließlich kam ich in den Raum Albuquerque. Da es aber inzwischen nach sieben Uhr am Abend war, hatte sich der Verkehr so weit beruhigt, dass ich auf der mittleren Spur ganz gut durchfahren konnte.
    Ich verließ den Raum Albuquerque wieder und fuhr weiter in den Abend hinein. Das Bemerkenswerteste dabei war ein mit Sicherheit 50 Jahre alter VW Bus, der mit 55 mph auf der rechten Spur dahin zockelte.

    Prompt kamen mir Bilder in den Sinn, die mir Mom von meinen Großeltern gezeigt hatte, die damals viel bei den Blumenkindern in San Francisco waren. Mom war damals sieben oder acht Jahre alt und wurde von meinen Großeltern natürlich mitgenommen. Dort fuhren damals viele solche VW Bullis.

    Meine Gedanken kehrten dann ins Jahr 2018 zurück, weil sich mein Magen mal wieder meldete. Ich war kurz vor der Ausfahrt 102. Also würde mich meine kurze Pause mal wieder nach Sky City führen. Ich fuhr von der Interstate und parkte auf dem Sky City Travel Center. Leider sah es so aus, als käme das Abendessen dann wohl von McDonalds. Da musste ich am heutigen Abend wohl durch. Anschließend ging ich noch ein wenig durch den Shop. Dabei war der Blickfang zwei wunderschöne Motorräder der Marke Indian.
    Den Weg zurück zum Truck dehnte ich dann ein wenig aus und machte noch einen Spaziergang über den Parkplatz des Truckstops. Dabei bewunderte ich noch den einen oder anderen schicken Truck von den Kollegen. Um viertel nach Zehn machte ich mich aber noch mal auf den Weg. Vier Stunden konnte ich noch fahren.

    Ich fuhr wieder zurück auf die I-40 W in Richtung Gallup.Die Stadt passierte ich dann am späten Abend und fuhr weiter in Richtung Arizona. Nachdem ich die Grenze überquert hatte, durfte ich am Port of Entry noch auf die Waage. Mit 58,009 Pfund hatte ich aber noch reichlich Luft nach oben.
    Es ging dann noch an Holbrook vorbei, danach begann ich dann langsam mit der Parkplatzsuche. Ich hatte aber Glück. Meine erste Wahl war hierfür der Love’s Travel Stop in Joseph City. Einer meiner Stamm Autohöfe. Ich fuhr gerade auf den Parkplatz, als ein Kollege wieder losmachte. Sonst hätte ich keinen Parkplatz mehr bekommen. Manchmal muss man aber auch Glück haben. Ich hatte jetzt zwar gerade erst zehn Stunden Fahrzeit weg, aber ich hatte ja auch zeitig begonnen zu suchen. In den Truckstop wollte ich jetzt mitten in der Nacht nicht mehr. Daher zog ich mich sofort in den Sleeper zurück. Eine halbe Stunde später war ich schon tief im Land der Träume.

    Dienstag, den 23. Oktober 2018, 9:30 a.m., Mountain Standard Time, Joseph City, AZ:

    Ich wurde von dem Prasseln des Regens auf das Kabinendach geweckt. Nach einem Blick auf die Uhr stellte ich aber fest, dass ich sowieso bald hätte aufstehen müssen. Ich stand auf und setzte den Kaffee auf. Dann nahm ich meine Tasche, stellte sie aber wieder hin. Nach einem Blick aus dem Fenster holte ich erst meine wasserdichte Warnjacke und meine Trucker Cap aus dem Schrank. Trotzdem kam ich klatschnass im Truckstop an. Ich wollte aber sowieso unter die Dusche. Nach Toilettengang und Dusche lief ich wieder durch den immer noch kräftigen Regen zurück zum Truck. Ich wusste gar nicht, dass es in Arizona so kräftig regnen konnte. Nach der PTI zog ich mich dann sogar noch mal um, da meine Klamotten total durchnässt waren. Um viertel vor Elf machte ich mich dann aber wieder auf den Weg.

    Es war noch kurz vor Mittag, aber so dunkel draußen, dass man glauben konnte, dass gleich Abend war. Ich fuhr dann auf die I-40 W in Richtung Flagstaff. Dabei wurde es schwierig, mein Wunschtempo von 66 mph überhaupt zu erreichen. Die meisten Leute in Arizona waren so ein Wetter kaum gewohnt und fuhren entsprechend langsam. Da ich aus Nordkalifornien war und es auch kannte, dass sich die Wolken auf dem Weg über die Sierra Nevada über Sacramento abregneten, kannte ich das Wetter schon besser. Trotzdem kam ich dann nur schwer an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbei.

    In den ersten Stunden war ich, glaube ich mehr auf der linken, als auf der rechten Spur. Als ich Flagstaff passiert hatte, regnete es immer noch. Erst zwischen Ash Fork und Kingman ließ der Regen langsam nach und es wurde wieder etwas heller. Als ich Kingman erreichte, war es wieder trocken.
    An der Ausfahrt 53, Andy Devine Ave / Historic Route 66 fuhr ich von der I-40 ab und hielt mich in Richtung Kingman. Ich wollte an meiner Stammtanke die Tanks nochmal füllen, bevor ich nach Kalifornien kam. Ich fuhr also zu der Tankstelle, wo ich um viertel vor Drei ankam. Dort bekam ich dann wieder 115 Gallonen Diesel in die Tanks. Der Preis von $3,58 war aber in Ordnung.
    Ich schüttelte den Kopf. Letztes Jahr hatte ich solche Preise noch in Kalifornien. Dort kostete der Diesel inzwischen mehr als 4 Dollar, die Gallone. Nachdem ich getankt hatte, wollte ich mir noch den Beleg und einen Kaffee holen. „Hey Murdock.“ Sagte der Inhaber der Tanke. „Wir haben heute hausgemachtes Chili hier. Hat meine Frau gekocht. Willst du da was von?“ „Klingt gut.“ „Tu mir einen Gefallen. Fahr eben den Truck von der Säule weg. Du bekommst auch gleich eine Extragroße Portion.“ „Okay. Ich telefoniere aber vorher dann noch eben mit meiner Freundin. Komme dann danach rein.“ „Mach das.“ Ich ging wieder raus und fuhr den Truck von der Zapfsäule weg und stellte mich an die Seite.

    Dann nahm ich mir mein Handy und rief erst zu Hause an, wo Keela gerade Feierabend hatte. Sie war wieder recht fertig nach der Arbeit. Die Oregon Problematik wurde zwar langsam besser, weil sich die Abläufe langsam einspielten. Trotzdem war gerade die Frühschicht immer noch sehr stressig, weil dann auch viele Filialleiter in der Dispatch anriefen, um zu erfahren, wann die bestellte Ware kam. Keela wollte dann gleich noch mit der Harley los, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Sonst gab es aktuell noch nicht viel Neues.
    Nachdem wir eine halbe Stunde telefoniert hatten, wollte Keela dann wieder los. Wir legten auf und ich ging in die Tanke und bekam meine Portion Chili. Um vier Uhr machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Ich fuhr dann auf die W Beale Street und von dort wieder auf die I-40 W in Richtung Los Angeles. Eine knappe halbe Stunde später überquerte ich bei Needles den Colorado River und kam damit wieder nach Kalifornien. Die Fahrt lief nun weiter ruhig mit Tempo 56.
    Es lief erstmal alles nach Plan, bis ich dann gegen halb Sieben an die Weigh Station kam. Der Transponder piepte und blinkte rot. Ich musste also über die Waage. Mit der leichten Ladung kein Problem. Trotz der vollen Tanks pendelte sich die Waage bei 58.340 Pfund ein. Aus dem Lautsprecher kam dann trotzdem die Anweisung: „Bitte mit allen Papieren im Office melden.“ Man hatte mich also mal wieder auf dem Kieker. Ich fuhr auf den Parkplatz und suchte schnell meine Papiere zusammen. Auch an die Auflieger Papiere, die in einem abschließbaren Kasten am Trailer aufbewahrt wurden, nahm ich mit.

    Ich ging in das Office und blickte in ein bereits bekanntes Gesicht. Neben zwei DOT Beamten fand ich dort heute noch Lt. Poncherello vor. „Hallo Lt. Poncherello. Wo haben Sie denn Captain Baker gelassen.“ Grüßte ich freundlich. „Im Revier in Barstow. Ich hatte auf Streifenfahrt auch nur einen kurzen Zwischenstopp hier gemacht.“ „Und dann haben Sie sich gedacht, den M.M. Trucking könnten Sie mal wieder kontrollieren.“ „Das haben wir aus einem bestimmten Grund gemacht.“ „Lassen Sie mich raten. Aktuell haben Sie Sonderkontrollen von Gefahrgut Trucks.“ „Keine Sonderkontrollen. Wir waren nur überrascht, dass ein Walmart Truck Gefahrgutbeschilderung hat. Die Papiere bitte.“ Ich reichte ihm die Papiere. Er blätterte darin. „Sie haben Feuerwerkskörper geladen?“ „Korrekt.“ „Kommt hin.“ Meinte einer der DOT Leute von hinten. Das war ja eine leichte Ladung.“ „Das schwerste sind dabei die Feuerwerks Batterien. Die klassischen Raketen wiegen ja kaum was. Da ist ja mehr Luft verpackt als sonst was.“ „Wie ist die Ladung gesichert?“ „Formschluss. Das ist ja viel Volumen. Nach hinten sind dann Klemmbalken dahinter.“ „Okay.“ „Passt das mit den Endorsements?“ fragte der DOT Mann von hinten. „Ja. Alle erforderlichen Endorsements sind vorhanden.“ „Dann ist von unserer Seite alles okay.“ „Gut. Ich möchte mir aber noch die Ladung und die Sicherung ansehen.“ Sagte Poncherello. „Kein Problem.“ Ich nahm meine Papiere und wir gingen nach draußen zum Truck. „Nach unserer letzten Begegnung habe ich noch zwei Beamte von Ihrer alten Truppe getroffen.“ Sagte ich zu Poncherello. „Echt? Wen denn?“ „Ihre Kollegen Grossman und Clark.“ „Die sind jetzt im Norden. Oder?“ „Richtig. Das war nördlich von Sacramento auf der I-5.“ „Mann ist das alles lange her, als wir noch zusammen in LA Dienst hatten.“ Wir waren am Truck und ich öffnete die Türen des Trailers. Poncherello leuchtete mit seiner Stablampe hinten rein. Dann kletterte er noch hoch und warf einen Blick über die Paletten. „Okay. Das sieht alles gut aus. Dann verzichten wir auch heute auf eine Kontrolle der Fahrzeiten. Gute Weiterfahrt.“ „Vielen Dank.“ Poncherello ging zurück zum Office und ich verstaute erst die Trailer Papiere wieder in dem Kasten. Dann stieg ich wieder in den Truck. Dort räumte ich dann auch die Papiere wieder weg. Anschließend machte ich mich wieder auf den Weg.

    Es ging zurück auf die I-40 W, über die es dann nach Barstow weiter ging. Dort wechselte ich erst auf die I-15 S in Richtung Los Angeles. Vier Meilen später ging es dann aber wieder auf die CA-58 W in Richtung Bakersfield. Nach knapp eineinhalb Stunden wich ich dann aber von meiner gewohnten Strecke ab. An der Ausfahrt 167 wechselte ich dann auf die CA-14 S in Richtung Mojave. Auf der CA-14 blieb ich dann noch eine gute Stunde. Dann wurde es Zeit für den Feierabend. Bei Palmdale fuhr ich dann auf eine Tankstelle, die auch eine Handvoll Truck Parkplätze hatte. Um halb Zwölf stellte ich dann hier den Motor ab. Anschließend ging ich dann noch mal kurz in die Tankstelle um die Toiletten zu benutzen. Zurück im Truck legte ich mich dann recht bald aufs Ohr.

    Mittwoch, den 24. Oktober 2018, 9:15 a.m., Pacific Daylight Time, Palmdale, CA:

    Um viertel nach Neun wurde ich wieder wachgeklingelt. Ich schaltete den Wecker aus und stand auf. Ich hatte recht gut geschlafen und war entsprechend gut drauf. Nachdem die Kaffeemaschine ihren Dienst begonnen hatte, ging ich zur Tankstelle rüber. Duschen konnte ich hier zwar nicht, aber immerhin gab es eine Toilette, die ich benutzen durfte. Entsprechend folgte die Körperpflege mal wieder mit Wasser aus dem Kanister. Um zehn Uhr begann ich mit der PTI und eine Viertelstunde später ging es weiter nach Oxnard. Wobei das Lager an sich gar nicht in Oxnard war. Meiner Meinung nach war es eher Santa Paula. Vielleicht gehörte aber auch die südliche Seite des Highways noch zu Oxnard. So genau wusste ich es nicht.
    Jetzt fuhr ich aber erstmal wieder zurück auf die CA-14 S in Richtung Los Angeles. Nach 33 Meilen erreichte ich Sylmar, wo ich dann auf die I-5 N in Richtung Sacramento wechselte. Weitere zehn Meilen später ging es an der Ausfahrt 172 auf die Newhall Ranch Road, die CA-126 W in Richtung Ventura. Weitere 33 Meilen später war ich am Ziel. Das Costco Lager lag links neben dem State Highway.
    Inzwischen meldete ORBCOMM auch: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Ich schaute nach und stellte fest, dass ich hier direkt einen Anschluss bekam:

    PICKUP: COW-CAOXR
    GATE: -----
    TRAILER: RE45XPO
    FREIGHT: FROZEN FOOD
    WEIGHT: 27,500 LB
    DROP: NMA-CASAC
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: TRAILER IS PROVIDED BY XPO-LOGISTICS

    WAT-CASAC-KRY.

    Es sah also so aus, als würde ich die kommende Nacht nicht im Truck verbringen, sondern zu Hause. Zuerst ging ich aber hier zur Anmeldung. „Hallo, M.M. Trucking. Ich habe eine Ladung Feuerwerk von Walmart für euch.“ „Kann ich mal die Papiere sehen.“ Sagte die hübsche, junge Frau, die mich hier abfertigte. Ich gab ihr die Papiere. Sie tippte die Bestellangaben in ihren Computer. „Ah, hier habe ich es. Gut. Machen Sie drop and hook?“ „Genau.“ „Bekommen Sie hier auch was?“ Ich gab ihr die Angaben an, die ich von Keela bekommen hatte. „In Ordnung. Stellen Sie Ihren Trailer bitte am ersten Dock ab. Der Reefer für Sie steht an Rampe 4.“ „Okay.“ „Dann bekomme ich hier noch zwei Unterschriften von Ihnen.“ Ich unterschrieb ihr die Papiere.
    Im Gegenzug unterschrieb sie mir auch die Quittungen. Die Übernahmequittungen liefen generell unter Vorbehalt einer späteren Mengen- und Qualitätsprüfung. Daher konnten wir das immer ruhig im Voraus unterschreiben. Nachdem der Papierkram erledigt war, ging ich zurück zum Truck. Dann setzte ich den Trailer mit den Feuerwerkskörpern ans erste Dock und übernahm den Reefer.
    Heute bekam ich einen Trailer von XPO Logistics. Irgendwie war mir das auch lieber, als einen Trailer mit Costco Werbung zu ziehen. Ich sattelte auf und erledigte die Kontrollen. Anschließend konnte ich mich auf den Weg nach Hause machen.

    Es ging dann wieder auf die CA-126 E. An Santa Paula vorbei ging es nun nach Santa Clarita zurück. Dort angekommen wechselte ich wieder auf die I-5 N in Richtung Sacramento. Nun ging es mal wieder über den Tejon Pass. Mit gerade mal 27,500 Pfund in dem Reefer war das aber kein Problem. An der Gabelung nach dem Pass folgte ich dann weiter der I-5 N.
    Es war dann drei Uhr vorbei, als ich mich der Ausfahrt 257 näherte. Für mich stand fest, dass ich jetzt also nach Buttonwillow fuhr, um meine Pause zu machen. Ich wollte duschen und ich hatte Hunger. Also runter von der Interstate und rauf auf den Truckstop.
    Um viertel nach Drei hatte ich den Truck geparkt und mir eine Dusche reserviert. Frisch geduscht ging es hinterher noch in den Popeyes, wo ich noch einen Chicken Burger nach Louisiana Art verspeiste. Das Ganze natürlich mit French Fries und Coke. Um halb Fünf machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Hause.

    Dazu ging es zurück auf die I-5 N. Kurz darauf durfte ich noch mal über die Waage, war aber unter 65,000 Pfund. Also keine Probleme und sofort weiter. Die nächsten drei Stunden rollte ich dann wieder ruhig und entspannt in den Abend hinein. Es gibt auch nichts Besonderes dazu zu berichten.

    Bei Vernalis folgte ich an der Gabelung weiter der I-5 N in Richtung Sacramento. Eine halbe Stunde später erreichte ich Stockton. Hier wechselte ich dann über die CA-4 E zur CA-99 N und nahm dann den State Highway weiter nach Sacramento.
    In meiner Heimatstadt angekommen, fuhr ich an der Ausfahrt 293A auf die Florin Road. An dieser lag der Neighborhood Market, zu dem die Ware sollte. Um halb Zehn kam ich dort an.
    Der Security Mann war auf seiner Runde gerade vorne am Eingang. Ich ging auf ihn zu. „Hallo. Soll ich mich drin melden, oder weißt du auch, wo die Tiefkühlware abgeladen werden soll?“ „Tiefkühlware? Natürlich am ersten Tor.“ „Ist das frei?“ „Sonst hätte ich das nicht gesagt. Kommst du da dran?“ „Ist doch nur ein 45 Fuß Trailer. Kein Problem.“ „Gut. Dann setz da mal an. Ich mache inzwischen deine Papiere fertig.“ „Bringst du mir die Papiere für die Leerpaletten mit? Das System hat mir gerade den Abholauftrag gegeben.“ „Na klar.“ Ich ging wieder zum Truck und rangierte den Lastzug dann an das erste Tor. Ich musste dabei noch mal kurz daran denken, wie schwierig ich das am Anfang, letztes Jahr fand. Vor allem anfangs mit dem Mack. Der war zwar kürzer, hatte aber keine Servolenkung.

    Als ich abgesattelt hatte, war der Security Mann auch mit den Papieren zurück. Ich unterschrieb noch die Übernahme der Paletten und erhielt dann meine Papiere. Dann konnte ich das STAA Double, was aus zwei Schubplanentrailern bestand, aufsatteln. Um zehn Uhr hatte ich alles erledigt und konnte wieder losfahren.

    Über die CA-99 fuhr ich dann quasi zu Hause vorbei, um zum Außenlager nach North Sacramento zu kommen. Um viertel nach Zehn kam ich da an und konnte das Double für den Shunter Fahrer an die Seite stellen. Die nächste Anweisung war dann unmissverständlich:

    10-H BREAK

    WAT-CASAC-DSN.

    Danny schickte mich also in die wohlverdiente Pause. Ich machte mich also auf den Weg zu meiner Halle, wo ich dann um viertel vor Elf Feierabend machte. Anschließend ging ich dann direkt durch bis ins Schlafzimmer.
    Keela lag sowieso schon im Bett. Sie wurde aber wieder wach, als ich mich auszog. „Ich hatte früher mit dir gerechnet.“ Murmelte sie verschlafen. „Sorry. Während meiner kurzen Pause musste ich auch noch duschen gehen und jetzt eben hat mir Jessy als letzte Amtshandlung des Tages noch eine Ladung Leerpaletten vom Neighborhood Market zum Außenlager aufs Auge gedrückt.“ „Okay. Das wusste ich ja nicht.“ Ich legte mich ins Bett, wo sich Keela ankuscheln wollte. „Brr. Bist du kalt.“ Bemerkte sie dann. „Draußen ist Herbst. Da gehen zumindest abends und in der Nacht die Temperaturen in den Keller.“ „Dann muss ich mir das Ankuscheln noch mal überlegen.“ „Wieso? Du kannst mich doch auch mal aufwärmen.“ „Na gut überredet.“

    Donnerstag, den 25. Oktober 2018, 4:30 a.m., Pacific Daylight Time, Sacramento, CA:

    Um halb Fünf klingelte dann Keelas Wecker. Da sie immer noch an mich gekuschelt im Bett lag, hatte sie natürlich einen weiten Weg bis zum Wecker, um ihn auszuschalten. Als das endlich geschehen war, hatte uns der Wecker beide aus dem Schlaf geholt. „Sorry, Schatz. Willst du denn wieder weiterschlafen?“ „Quatsch. Ich stehe jetzt auch auf.“ „Wir haben aber keine Zeit jetzt gemeinsam zu duschen.“ „Das ist mir klar. Lass mich aber eben auf die Toilette, bevor du ins Bad gehst.“ „Okay, dann bleibe ich noch fünf Minuten liegen.“ Ich verschwand im Bad und Keela drehte sich nochmal um. Als ich dann wieder aus dem Bad kam, war sie nochmal eingeschlafen. Ich weckte sie wieder. „Och Mann. Ich war gerade wieder eingeschlafen.“ „Du willst doch keinen Ärger mit Danny, weil du zu spät kommst.“ „Auch wieder wahr.“ Sie stand auf und ging ins Bad. Ich ging in die Küche runter und setzte eine Kanne Kaffee auf.
    Als der durchgelaufen war, brachte ich Keela wieder eine Tasse hoch. Auch heute erwischte ich sie wieder, als sie gerade aus der Dusche kam. „Machst du das jetzt immer, wenn du zur gleichen Zeit aufstehst?“ fragte sie mich. „Warum den nicht?“ fragte ich zurück. „Wenn ich dann immer einen Kaffee bekomme, kannst du gerne öfter vorbeikommen.“ Ich ließ sie dann erstmal weitermachen und ging wieder in die Küche. Dort trank ich dann auch erstmal einen Schluck Kaffee.
    Eine Viertelstunde später kam Keela dann auch in die Küche. „Wann kannst du denn wieder fahren?“ fragte sie mich. „Neun Uhr.“ „Und was machst du jetzt die ganze Zeit?“ „Georges Truck stand doch gestern Abend in der Halle, als ich Feierabend gemacht hatte.“ „Der wird auch jetzt noch dort stehen. Er macht ja gerade seinen Reset.“ „Dann hat er doch sicher Papiere abgegeben.“ „Da gehe ich von aus. Musst du mal in seinem Fach schauen.“ „Dann mache ich gleich die Rechnungen fertig. So bleibt das dann nicht immer an dir hängen.“ „Danke. Das wäre nett.“ „Für dich doch immer.“ „Okay. Du wirst vermutlich noch mal nach Oregon hochmüssen.“ „Von mir aus. Wenn du mich aber zu weit wegschickst, sitzt du bei deiner Bereitschaft wieder alleine zu Hause.“ „Schon klar. Wieviel Stunden hast du denn noch bis zum Reset?“ „36 Stunden.“ „Also gerade Halbzeit.“ „Kann man so sagen.“ „Gut. Dann schauen wir mal.“ Dann schaute Keela auf die Uhr. „Schon zwanzig vor Sechs. Ich muss rüber.“ „Okay, Süße. Bis gleich.“ Wir umarmten uns. Den Kuss sparten wir uns, weil ich meine Zähne noch nicht geputzt hatte.
    Nachdem Keela gegangen war, ging ich dann ins Bad und machte mich fertig. Anschließend zog ich mich an und packte mir noch mal ein paar Sachen zum Mitnehmen ein. In der Küche füllte ich noch den restlichen Kaffee in die Thermoskanne, anschließend ging ich nach unten.
    Dort räumte ich zuerst meine Sachen in den Kenny. Anschließend holte ich die Papiere aus dem Fach und ging ins Büro. Seit George wieder am Arbeiten war, schien es ihm wieder richtig gut zu gehen. Er hatte in der Woche je eine Tour nach Santa Maria, Portland, Oregon und Tucson, Arizona gefahren. Das war schon nicht schlecht. Schließlich hatte ich in der Halben Woche jetzt gerade mal eine Tour von Texas nach Oxnard und die Tour von dort nach Hause gefahren. Offensichtlich machte es ihm richtig Spaß, jetzt auch mal aus Kalifornien raus zu kommen.
    Ich machte dann Georges Rechnungen der Woche und auch meine Rechnungen für die beiden Fahrten fertig. Den Rest hatte ich ja schon am vergangenen Wochenende abgerechnet. Dann mailte ich die Rechnungen zu Walmart. Da ich dann noch etwas Zeit hatte, schaute ich noch ein paar Minuten im YouTube, was die anderen Trucker, deren Kanäle ich abonniert hatte, so machten. Um viertel vor Neun begann ich dann mit der PTI und um Neun war ich dann startklar. Die Anweisung von Keela war dann auch im System:

    PICKUP: EST-CASAC
    GATE: 04
    TRAILER: DV28954 / DV28787
    FREIGHT: DOMESTIC APPLIANCES
    WEIGHT: 29,753 LB
    DROP: THD-ORBND
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: STAA-DOUBLE, DOLLY NO. (CA)4DJ2568

    WAT-CASAC-KRY.

    Leider schickte mich Keela zum Außenlager zum Laden. So würden wir uns wohl nicht mehr sehen. Für mein Ziel musste ich aber erstmal auf den Empfänger klicken, um zu sehen, was das war. Weder der Kunden Matchcode, noch der für den Ort sagten mir so was. THD stellte sich als die Baumarkt Gruppe „The Home Depot“ heraus. ORBND war schließlich der Matchcode für Bend, Oregon. Ich startete den Kenny und machte mich auf den Weg zum Außenlager.

    Über die CA-99 N machte ich mich auf den Weg zur Truxel Road, wo sich das Außenlager befand. Dort meldete ich mich eben im Bürocontainer an und machte den Papierkram. Anschließend sattelte ich mein Double an Tor 4 auf. Um halb Zehn war alles kontrolliert und ich konnte mich auf den Weg machen. Ich fuhr zur I-80, auf die ich dann kurz auffuhr.

    An der Ausfahrt 86 wechselte ich dann aber auf die I-5 N in Richtung Redding. Nun konnte ich auf 56 mph beschleunigen und den Tempomat einlegen. Dann rollte ich gemütlich gen Norden.
    Nach 225 Meilen erreichte ich die Ausfahrt 747. Dort wechselte ich auf die US-97 N in Richtung Weed und Klamath Falls. Anschließend ging es durch das kleine Städtchen Weed. Nach der Ortsdurchfahrt führte mich die US-97 weiter in die Berge.

    Hier in diesem Bereich von Nordkalifornien war es schon richtig grün. Dagegen war es sogar bei uns in Sacramento noch vergleichsweise trocken. Es ging in weiten Kurven durch die Hügelige Landschaft. Das Fahren machte mir dabei richtig Spaß.
    In dem kleinen Städtchen Dorris wurde es noch mal etwas enger, weil die US-97 mitten durch den Ort führte. Mit dem Double Pup am Haken war ich aber erheblich wendiger, als mit einem vergleichbaren 53 Fuß Trailer.
    Kurz darauf hatte ich die Grenze zu Oregon erreicht. Nun ging es bergab in das Tal des Klamath Rivers und auf Klamath Falls zu. Hier wollte ich nun meine Pause machen. Immerhin war es schon fast halb Fünf am Nachmittag. Ich fuhr dann auf den Pilot Truckstop, der hier direkt an der US-97 lag.

    Als ich mein Gespann an die Seite gestellt hatte rief ich erstmal bei Keela an. Dabei merkte ich, dass sie irgendwas hatte. „Hey Süße. Was ist los mit dir?“ „Ich hatte heute einen stressigen Tag. Aber mir geht es sicherlich um einiges besser, als Gina.“ „Wieso denn das?“ „Sie hatte heute einen Unfall.“ „Um Gottes willen. Ist ihr was passiert?“ „Körperlich ist sie unversehrt. Auch ihre Maschine ist noch ganz. Ich möchte aber nicht wissen, wie es ihr seelisch geht.“ „Wieso?“ „Ich habe nur mit David gesprochen. Aber Der Typ, der Gina hinten in den Trailer geknallt ist, ist wohl an der Unfallstelle gestorben.“ „Oh Mann. Sowas ist heftig.“ „Hoffentlich steckt sie das weg. Ich kann sie gerade wegen ihrer fröhlichen, temperametvollen Art besonders gut leiden.“ „Danny offensichtlich ja auch.“ „Der hätte sich ja am liebsten sofort in seinen Camaro gesetzt und wäre nach Arizona gefahren.“ „Das kann ich gut nachvollziehen. Wäre mir genauso gegangen.“ „Auf jeden Fall habe ich dabei mal wieder realisiert, dass du auch jeden Tag auf den Straßen unterwegs bist und dir auch sowas passieren kann.“ „Stimmt schon. Ich kann dir auch nur versichern, dass ich immer aufmerksam und konzentriert fahre. Das ändert natürlich nichts, wenn dir einer reinknallt. Was ist denn nun eigentlich am Truck kaputt?“ „Am Truck gar nichts. Der Trailer ist aber vermutlich Schrott. Man kann zwar angeblich einen neuen Achsschlitten einsetzen, ich weiß nur nicht, ob das wirtschaftlich Sinn macht. Das müssen Charlie und dein Dad entscheiden.“ „Kommt darauf an, wie alt der Trailer war.“ „Wie gesagt, ist nicht meine Baustelle.“ „Wenn du mal mit Gina sprichst, dann grüße sie ganz lieb von mir und sag ihr, sie soll die Ohren steifhalten.“ „Okay.“ Wir sprachen dann noch eine Weile über private Themen. Schließlich gewann aber mein Hunger die Überhand und wir legten auf, damit ich was essen gehen konnte.
    Dazu ging ich dann in den Subway des Truckstops. Um Viertel vor Sechs fuhr ich dann wieder weiter. Ich fuhr zurück auf die US-97 N. Nun hatte ich an diesem Abend noch mal 136 Meilen vor mir.

    Es ging weiter durch die schönen Landschaften von Oregon. Soweit ich diese heute Abend im Dunkeln noch sah. Zweieinhalb Stunden später fuhr ich an der Ausfahrt 135B vom Highway ab und bog auf den Empire Blvd. Kurz darauf bog ich rechts in die Boyd Acres Road ein. An dieser Straße lag das Zentrallager der Baumarktkette. Bis heute wusste ich gar nicht, dass wir auch eine Kooperation mit „The Home Depot“ hatten. Man lernt aber nie aus. „Neuer Auftrag eingegangen.“ Holte mich mein ORBCOMM wieder aus meinen Gedanken. Ich schaute dann nach, ob ich hier einen Anschluss bekam:

    PICKUP: THD-ORBND
    GATE: 10
    TRAILER: DV45374
    FREIGHT: HOUSEWARES
    WEIGHT: 24,624 LB
    DROP: DST-ORAST
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-JMU.

    Jessy schickte mich also noch weiter von zu Hause weg. Falls ich es nicht mehr zum Reset nach Hause schaffen sollte, konnte sich Keela bei ihr bedanken. Der Vorteil war, dass ich hier nur den Trailer tauschen brauchte.

    Ich meldete mich an und man sagte mir, wo ich das Double absatteln sollte. Der Papierkram wurde bei der Gelegenheit auch gleich erledigt. Anschließend sattelte ich das Double an der Seite ab und fuhr zu Tor 10, wo ich dann den neutralen Dry Van aufsatteln konnte. Nach der PTI konnte ich dann um neun Uhr wieder losfahren.
    Da ich schon zehn Stunden Fahrzeit auf der Karte hatte, suchte ich mir heute nur noch eine Parkmöglichkeit. Dazu kreiste ich durch das Gewerbegebiet, bis ich endlich eine Möglichkeit gefunden hatte, wo ich über Nacht stehen bleiben konnte. Um halb Zehn machte ich dort Feierabend. Da ich ja auch bereits seit halb Fünf am Morgen auf war, ging ich dann anschließend bald ins Bett.

    Freitag, den 26. Oktober 2018, 7:00 a.m., Pacific Daylight Time, Bend, OR:

    Um sieben Uhr klingelte mein Wecker. Ich hatte ausgezeichnet geschlafen. In Gewerbegebieten stand man doch immer noch etwas ruhiger, als auf Truckstops. Auch, wenn ich als Reefer Fahrer normalerweise einen gewissen Geräuschpegel gewohnt war. Der Nachteil in Gewerbegebieten war dann aber ganz klar das Fehlen von sanitären Anlagen. So musste ich heute in die Büsche verschwinden, um meinen Toilettengang zu erledigen. Auch die anschließende Körperpflege fand mal wieder mit Wasser aus dem Kanister statt. Um viertel vor Acht begann ich dann mit der PTI und um acht Uhr sah ich zu, dass ich aus dem Gewerbegebiet verschwand, bevor mich die hier arbeitenden Leute mit ihren Autos vollends zugeparkt hatten.

    Ich fuhr auf die NE Butler Market Road in Richtung Westen. An der Pizzeria Round Table Clubhouse bog ich rechts auf den Highway 20 ab. Über die US-20 W sollte es dann auch die nächsten Meilen weitergehen. Im Örtchen Sisters gab es dann eine Sache, die sich die Amerikaner bei den Europäern abgeschaut hatten und die zunehmend mehr wurde. Aktuell aber noch recht selten in den USA war. Ein Kreisverkehr.
    Nun führte der Highway 20 durch das Oregon der Klischees über den Staat. Es wurde zunehmend hügeliger und es gab viele Wälder. Eine ganze Weile später kam ich in Lebanon an. Ich schüttelte wegen dem Ortsnamen mal wieder den Kopf. Aber warum nicht. Ich war ja auch schon durch den Sudan gefahren, warum dann nicht auch durch den Lebanon. Hier war es dann auch etwas enger. Der Highway 20 führte als Einbahnstraße mitten durch den Ort.
    Zwölf Meilen später erreichte ich dann Albany. An Jack’s Truck Stop hatte ich ja vor kurzem erst übernachtet. Heute fuhr ich hier nur dran vorbei.

    Anschließend wechselte ich dann auf die I-5 N in Richtung Portland.
    Ich kam dann an Salem vorbei, der Hauptstadt von Oregon. Hier hatte mein bester Freund aus Kindertagen, Tom Hardy seine Transportfirma. Inzwischen fuhr er hier mit vier Trucks Holz. Sein Dad war im Staatsdienst und hatte früher bei der Regierung in Sacramento gearbeitet. Als Tom und ich vierzehn Jahre alt waren, wurde sein Dad nach Salem versetzt. Dadurch war er hier gelandet. Seine Kunden saßen zwar nicht direkt in der Hauptstadt, Tom hatte trotzdem seinen Firmensitz hier. Leider hatten unsere Firmen keine Gemeinsamkeiten, so dass wir nicht zusammenarbeiten konnten. Kontakt hatten wir aber trotzdem. Sollte das bei mir wiedererwartend mal mit Walmart schief gehen, könnte ich bei ihm mit meinen Maschinen sofort einsteigen. Auch wenn meine Maschinen nicht dafür geeignet waren, im Wald Holz zu laden. Dann müsste ich im Zweifel mit einem Open Deck Schnittholz von den Sägewerken ausliefern. Im Augenblick war das aber Utopie. Bei Walmart lief alles und ich wollte lieber für den Handel fahren, als für irgendwelche Sägewerke.

    Etwas später erreichte ich Portland, wo ich dann auf die I-405 N in Richtung City Center wechselte. An der Ausfahrt 3 wechselte ich dann auf die US-30 W in Richtung Saint Helens. Von der Brücke, auf die ich nun fuhr, hatte ich dann einen wunderbaren Blick über Portland.

    Nun ging es wieder mal am Columbia River und somit an der Grenze zum Washington State entlang. Dieses Mal aber in westlicher Richtung von Portland aus. Nach 90 Meilen erreichte ich dann Astoria. Über den Marine Drive ging es nun direkt durch die kleine Hafenstadt. Es war ein sehenswerter Ort und auch die imposante Astoria – Megler – Bridge, die über das Flussdelta nach Megler, Washington führte, prägte den Ort.

    Leider durfte ich heute nicht über diese Brücke. Außerdem stellte ich fest, dass die Herrschaften in Bentonville, die die Daten anlegten, mal wieder zwei Orte zusammengefasst hatten. Der Discountstore, zu dem ich auf dem Weg war, lag nicht in Astoria, sondern in Warrenton, auf der anderen Seite der Youngs Bay, dem Mündungsgebiet des Youngs River in den Columbia River.
    Am Abzweig zur Astoria – Megler – Bridge endete die US-30 und ich war auf dem Oregon Coast Highway, wie die US-101 hier hieß, angekommen. Ich fuhr dann über die New Youngs Bay Bridge, die inzwischen sicher alles andere, als neu war. Zum Glück war die Hubbrücke nicht angehoben, so dass ich sofort passieren konnte.

    Nach der Überquerung hatte ich Warrenton erreicht, wo sich auch mein Ziel befand.
    Ich fuhr auf das Gelände des Discount Stores und dort zum Wareneingang. Noch bevor ich dort war, meldete ORBCOMM: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Bevor ich mich also am Wareneingang meldete, schaute ich nach, was ich für einen Anschluss bekam:

    PICKUP: DST-ORAST
    GATE: 08
    TRAILER: DV28116 / DV28121
    FREIGHT: USED PACKAGING
    WEIGHT: 40,154 LB
    DROP: CST-CAEUE
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: STAA-DOUBLE DOLLY NO. (OR) 916-ITJ

    WAT-CASAC-KRY.

    Sacramento wäre mir zwar lieber gewesen, als Eureka, zumal ich nicht wusste, ob ich es so noch nach Hause schaffen würde. Da Keela das aber eingeteilt hatte, wusste sie ja selbst, dass sie nun vielleicht wieder einmal am Wochenende alleine zu Hause war.
    Ich meldete mich nun am Wareneingang an und erledigte den Papierkram. Anschließend konnte ich den Trailer ans Dock setzen. Mein Double stand aber auf der anderen Seite, wo die Leerpaletten und Altverpackungen lagerten, bis sie abgeholt wurden.
    Ich fuhr da rüber und sattelte auf. Nach der PTI fragte ich den Kollegen hier, ob ich den Truck hier für eine kleine Pause stehen lassen konnte. Da heute keiner mehr hier in diesem Bereich erwartet wurde, erlaubte mir der Kollege das.
    Ich ließ den Truck stehen und schloss ihn ab. Dann ging ich auf die andere Seite des Gebäudekomplexes, wo der Haupteingang war. Neben dem Discount Store befanden sich unter anderem ein Pizza Hut und ein Starbucks in dem Center.

    Ich suchte zuerst den Pizza Hut auf, wo ich mir eine Barbecue Lovers als Pan Pizza gönnte. Als diese verzehrt war, ging ich zum Starbucks rüber, wo ich mir noch einen Kaffee holte. Mit diesem setzte ich mich vor dem Center auf eine Bank und rief dann zu Hause an. „Ich habe mir schon gedacht, dass du mich anrufst.“ Sagte Keela. „Ich wollte dir auch nur sagen, dass du selbst schuld bist, wenn du das Wochenende alleine zu Hause bist.“ „Das weiß ich auch. Leider konnte ich die Ladung nicht umdirigieren.“ „Dann musst du wohl damit leben.“ „Klar. Geht aber nun mal nicht anders.“ „Gibt es was Neues von Gina?“ „Wir haben sie erstmal in Urlaub geschickt. Danny übrigens auch. Die nächsten zwei Wochen hast du dann mal wieder Charlie in der Dispatch.“ „Ich hoffe Danny bringt sie auf andere Gedanken.“ „Das kriegt er hin.“ „Was macht George?“ „Er fängt erstmal mit einer Tour nach San Diego an.“ „Okay.“ „Alles Weitere wird sich zeigen.“ „Was machst du heute noch?“ „Einkaufen. Am Wochenende komme ich ja nicht vor die Tür.“ „Auch wahr.“ „Sollen wir dann heute Abend noch mal telefonieren?“ „Können wir machen.“ „Dann fahre ich jetzt erstmal.“ „Mach das.“ „Okay. Bis dann. Ich liebe dich.“ „Ich dich auch.“

    Nachdem wir aufgelegt hatten, blieb ich noch eine Weile sitzen und schaute den Leuten zu, die hektisch den Wochenendeinkauf machten. Gegen drei Uhr ging ich dann langsam zum Truck zurück. Eine Viertelstunde später machte ich mich dann auch auf den Weg.

    Ich fuhr dann wieder zum Oregon Coast Highway zurück. Hier bog ich dann auf die US-101 S in Richtung Seaside ab. Bei Nehalem ging es dann wieder durch die kleine Ortschaft.
    Das war das Schöne an den alten US Highways. Man sah viel mehr von Land und Leuten, als auf den Interstates. Das waren die Seiten, die ich an dem Job liebte.

    Eine Weile später ging es durch Rockaway Beach. Am Ortseingang hielt ich kurz mit Warnblinker am Straßenrand an und machte ein Foto von dem Welcome-Schild. Das schickte ich Keela per WhatsApp rüber. Auch wenn es sich nicht um „unser“ Rockaway Beach handelte. Ich fand die Namensgleichheit witzig.

    Gegen halb Sechs erreichte ich Newport, Oregon. Da inzwischen meine Tankleuchte angegangen war, beschloss ich hier einen Tankstopp zu machen. An der Kreuzung zur US-20 befand sich an der Ecke eine Tankstelle. Hier hielt ich dann an und füllte meine Tanks wieder. Bei einem Preis von 3,35 $ pro Gallone war ich hinterher wieder 930 Bucks ärmer. Um sechs Uhr ging es dann weiter.
    Ich musste wieder linksrum von der Tanke auf die US-101. Um diese Zeit eine schwierige Angelegenheit. Es war dann ausgerechnet ein Safeway Trucker, der mich dann rein ließ. Damit hatte ich am wenigsten gerechnet. Drei Stunden konnte ich heute noch fahren. Viel Lust hatte ich eigentlich nicht mehr. Ein Stück wollte ich aber noch fahren. Zumal ich in Newport keine Möglichkeit sah, wo ich mit einem Double hätte parken können.

    Nachdem dann die Sonne im Pazifik versunken war, wurde es auch schnell dunkel. Trotzdem fuhr ich dann noch eine Weile den Oregon Coast Highway runter. Ich machte meine Fahrzeit aber nicht mehr voll.
    Am Washburn Memorial State Park fand ich dann eine Parkmöglichkeit. Im Sommer hätte ich hier keine Chance, was zu bekommen. Ende Oktober ging das aber. Um halb Neun stellte ich den Truck hier ab. Dann telefonierte ich noch eine ganze Weile mit Keela. Anschließend machte ich mir noch ein paar Sandwiches als Abendessen. Schließlich legte ich mich dann hin.

    Samstag, den 27. Oktober 2018, 6:45 a.m., Pacific Daylight Time, Florence, OR:

    Um viertel vor Sieben klingelte mein Wecker wieder. Ich stand auf und machte erstmal ein Fenster auf. Ich wollte etwas von der gesunden Seeluft in meine Kabine bekommen. Danach machte ich dann, wie üblich erstmal Kaffee. Leider musste ich dann das Fenster erst noch mal vorübergehend schließen. Schließlich sollte mir keine meine Sachen aus dem Truck klauen, während ich auf Toilette war. Sogar duschen war hier für den Obolus von zwei Dollar möglich.
    Zurück am Truck nahm ich noch ein paar tiefe Atemzüge der Seeluft. Um halb Acht erledigte ich die PTI und eine Viertelstunde später machte ich mich wieder auf den Weg nach Eureka. Ich fuhr dann zur US-101 S, auf die ich dann in Richtung Coos Bay fuhr.

    Die Stadt durchquerte ich dann eine Stunde später. Es ging dann weiter in Richtung Bandon und Brookings. Nachdem ich letzteren Ort passiert hatte, kam dann kurz darauf die Grenze nach Kalifornien. Den ganzen Morgen führte der Highway immer mal direkt an der Küste, mal ein wenig weiter davon entfernt gen Süden. Dabei passierte ich auch viele der Wälder, für die Oregon berühmt war. Außerdem überquerte ich auch viele interessante Brücken. Daran änderte sich auch in Kalifornien vorerst nichts. Hier im Norden war es ja auch noch viel grüner, als weiter im Süden meines Heimatstaates.

    Auch hier ging es nun mal an der Küste entlang, dann mal wieder durch die Wälder.

    Am Mittag bekam ich dann auch langsam Hunger. Um viertel nach Eins hielt ich dann an der Redwood Creek Picnic Area an. Diese lag wieder direkt am Pazifik.
    Ich ging in meinen Sleeper und machte mir aus meinen Vorräten ein Mittagessen fertig. Ich wärmte mir eine Dose Tomatensuppe auf und machte mir ein paar Sandwiches dabei. Beim Essen genoss ich dann den Blick aufs Meer.
    Nachdem ich mich gestärkt hatte, schloss ich den Truck ab und ging noch ein paar Schritte am Wasser spazieren. Dabei telefonierte ich mit Keela, die ja leider zu Hause festsaß, weil sie Bereitschaft hatte. Schon das Rauschen der Brandung, was sie durchs Telefon hörte, machte sie richtig neidisch.
    Um davon abzulenken, wechselte sie das Thema irgendwann auf das Berufliche. „Wie viel Wochenfahrzeit hast du denn jetzt weg?“ „So 62 oder 63 Stunden.“ „Was denkst du, wie lange du noch nach Eureka brauchst?“ „Zwei, zweieinhalb Stunden etwa.“ „Dann hast du also 65 Stunden voll, wenn du in Eureka bist.“ „Mindestens. Vielleicht auch schon 66 Stunden.“ „Kommst du in vier, fünf Stunden von Eureka nach Hause?“ „Keine Chance. Das sind 300 Meilen. Das geht schon theoretisch nicht bei einem Tempolimit von 55. Ohne den Verkehr zu berücksichtigen.“ „Mist.“ „Ich hätte von Astoria direkt nach Sacramento gemusst, um das zu schaffen. Der Umweg über Eureka war zu viel.“ „Was kannst du denn von Eureka noch schaffen?“ „Was weiß ich. Redding oder Ukiah. San Rafael ist auch schon zu weit.“ „Dann ziehe ich dich vielleicht noch nach Redding. Da stehst du verkehrsgünstiger.“ „Von mir aus. Soll ich mir dann morgen ein Auto mieten und nach Sacramento kommen?“ „Wofür? Um mir dann hier bei der Arbeit zuzuschauen?“ „Natürlich um bei dir zu sein.“ „Spar dir das Geld für den Leihwagen. Ich bin ja selbst schuld, dass ich dich nicht nach Hause bekommen habe.“ „Musst du wissen.“ „Du sitzt dann morgen fünf Stunden im Auto, nur um ein paar Minuten hier zu sein. Du sollst dich ja auch beim Reset entspannen.“ „Okay. Dann bleibe ich da oben.“ „Genau.“ Wir wechselten wieder das Thema und ich ärgerte Keela noch ein wenig damit, dass ich am Meer war. Um drei Uhr beendete ich dann aber meine Pause und machte mich wieder auf den Weg nach Eureka.

    Ich fuhr also wieder zurück auf die US-101 S. Die nächsten zwei Stunden rollte ich dann wieder entspannt dahin.
    Schließlich erreichte ich Eureka, wo ich den Weg zum dortigen Zentrallager nahm. „Anschlussfracht wird angefordert.“ Meldete dann auch ORBCOMM. Kurz vor dem Lager kam dann die Meldung: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Keela hatte es wohl wahr gemacht und holte mich noch von Eureka weg. Ich schaute dann im System, was ich denn noch machen musste:

    PICKUP: CST-CAEUE
    GATE: 11
    TRAILER: DV28577
    FREIGHT: FLOUR
    WEIGHT: 27,209 LB
    DROP: 711-CARDD
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-KRY.

    Ich wurde also meine doppelten Welpen los und durfte dann mit einem einzelnen Welpen nach Redding fahren. Das war auch gut so. die hügelige, kurvenreiche CA-299 war sicherlich besser mit einem kurzen Trailer zu befahren.
    Ich meldete mich am Zentrallager an und konnte mein Double für den Shunter Fahrer an die Seite stellen. Dann nahm ich den einzelnen Pup auf und erledigte die Kontrolle des Trailers. Um viertel vor Sechs begann dann der Endspurt für diese Woche.

    Ich fuhr noch mal zur US-101 N in Richtung Arcata. So musste sich noch mal ein kleines Stück wieder zurück in die Richtung, aus der ich gekommen war. An der Ausfahrt 716A wechselte ich dann auf die CA-299 E in Richtung Redding. Nun hatte ich noch mal 130 Meilen mit anspruchsvoller Streckenführung vor mir. So ging es dann für mich in den Samstagabend.

    Gegen halb Neun erreichte ich dann schließlich den 7Eleven Markt in Redding, der direkt an der E Cypress Ave lag. Ich meldete mich beim Marktleiter, der noch Dienst hatte. Dieser schaute zu meinem Truck rüber. „Sieht aus, als hättest du nur einen kurzen Trailer dabei.“ „Stimmt.“ „Den bekommst du doch locker an das erste Tor.“ „Selbstverständlich.“ „Dann stell ihn dort mal ab.“ „In Ordnung.“ Er unterschrieb mir meine Papiere und ich stellte den Trailer weg. Die anschließende Anweisung war dann keine Überraschung:

    35H-BREAK

    WAT-CASAC-KRY.

    Natürlich wollte ich für den Reset kein Motel nehmen. Das hatten Keela und ich ja so vereinbart. Ich fuhr dann noch zum Redding Truck Stop. Einem der kleineren Truckstops. Für mein Bobtail würde ich aber sicher noch einen Platz finden. Der Truckstop befand sich an der S Market Street, in der Nähe vom Costco Lager.
    Nach zehn Minuten hatte ich den Truckstop erreicht und machte dort Feierabend. Da ich nun doch recht müde war, machte ich heute nicht mehr viel. Ich legte mich dann recht bald hin.

    Sonntag den, 28. Oktober 2018, Redding, CA:

    An diesem Sonntag stellte ich dann mal wieder fest, dass es nicht immer möglich war, irgendwo den Reset zu machen, wo es was Schönes zu unternehmen gab. In Redding gab es nicht viel mehr zu tun, als sich noch in der Natur zu bewegen.
    Dazu lud zum Beispiel der Bereich um den Sacramento River herum ein. Hier gab es seit 2004 auch die Sundial Bridge, eine freitragende Schrägseilbrücke. Diese hat außerdem einen Glasboden. Die Funktion als riesige Sonnenuhr funktionierte aber nicht so, wie es geplant war.
    Ansonsten hätte man schon wieder aus der Stadt raus gemusst, um zum Wyiskeytown Lake oder zum Shasta Lake fahren müssen. Das wollte ich dann aber auch nicht.
    Ich nutzte also einen Teil des Sacramento River Trails um Joggen zu gehen und mich ein wenig auszupowern. Den restlichen Teil des Tages verbrachte ich mit Rechnungen schreiben, YouTube schauen und mit Keela telefonieren. Irgendwie bekam ich den Tag dann auch rum und war dann hinterher gespannt, was die kommende Woche bringen würde.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

    266 mal gelesen

Kommentare 15

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    Werner 1960 -

    Klasse geschriebenes Kapitel.

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    loddi51 -

    Schönes Kapitel.

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    ramocharly -

    Was ein Sportflieger auf der Interstate verloren hat ? Erst Geschwindigkeit, dann Höhe :) . Schönes Kapitel

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      Sauerlaender -

      Solange er sein Leben dabei nicht auch noch verloren hat, geht das doch alles noch. :)

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    infinity -

    Die Oregon-Bilder lassen mich derzeit überlegen wo die Dansörs nächstes Jahr wohl Urlaub machen.... Feierabendlektüre zum Wochenende; so lass ich mir das gefallen. (Grinseklammern wieder drinne, nachdem ich mich gestern geärgert hab, weils für Rostock keine Rammstein-Tickets mehr gab und meine Laune heute daher nicht so doll war...)

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    Biker3976 -

    Schön geschrieben und tolle Fotos von der Landschaft in Oregon

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      Sauerlaender -

      Vielen Dank. Ich musste mich schon zusammenreißen, nicht noch mehr Fotos zu machen. :D

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      infinity -

      Das kommt mir bekannt vor. Selbst wenn man auf Strecken unterwegs ist, die man ständig fährt. "Ach, einer geht noch..." :D

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Warum soll Dich denn ein Safeway-Fahrer nicht raus lassen? Ist doch ein Kollege, auch wenn er für einen anderen fährt. Dass sich die Vorstände bekämpfen muss sich ja nicht auf der Straße äußern

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      Sauerlaender -

      Ist natürlich was dran. Das kam auch nur so durch, weil ich in den letzten Kapiteln immer ein wenig auf der Rivalität herumgeritten bin. ;)

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    elwime -

    Ich sehe Du hast die CHP's noch nicht vergessen schöne Geschcihte