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56. Sammelladung, YouTuber und ein Hexenschuss

  • Montag, den 15. Oktober 2018, 12:30 a.m., Pacific Daylight Time, Sacramento, CA:

    Um halb Eins in der Nacht klingelte mein Wecker wieder. Ich machte ihn aus und tastete nach Keela. Dann merkte ich, dass sie ja gar nicht da war. Sie war ja noch in Pacifica und schlief in ihrem Van. Ich verstand ja sowieso nicht, warum sie lieber am Montagvormittag durch den Berufsverkehr in der Bay Area fuhr, als am Sonntagabend noch eben die zweieinhalb Stunden nach Hause zu fahren. Das musste sie aber selbst wissen. Keela war alt genug und auch vernünftig genug, um sowas für sich selbst entscheiden zu können. Außerdem kam es natürlich immer darauf an, wie lange sie am Sonntag noch mit den anderen aus der Clique zusammen war.
    Ich hatte jetzt den Vorteil, dass ich nicht leise sein musste, um auf sie Rücksicht zu nehmen. Ich ging ins Bad und erledigte Toilettengang, Zahnpflege und Dusche. Anschließend zog ich mich an. Ich packte auch noch ein paar frische Sachen zusammen.
    In der Küche machte ich dann noch den Kaffee fertig. Außerdem plünderte ich noch ein wenig den Kühlschrank. Ich war am Wochenende irgendwie nicht einkaufen. In Pacifica, in der Nähe vom Campingplatz war zwar ein größerer Lebensmittelmarkt, das war aber ein Safeway. Da kauften wir aus Prinzip schon nicht ein. In Linda Mar das Gleiche. Auch da gab es einen großen Safeway und keinen Walmart. Zum Glück hatte Keela letzte Woche noch was eingekauft.

    Um viertel nach Eins ging ich in die Halle runter. Dort standen beide Zugmaschinen einträchtig nebeneinander. George war aber auch erst am Samstag aus Kamloops wiedergekommen, als wir schon an der Küste waren. Ich räumte meine Sachen ein und erledigte die PTI. Um halb Zwei schaute ich dann im System nach, was Jessy denn mit mir vorhatte:

    PICKUP: CST-CASAC
    GATE: 11
    TRAILER: DV45751
    FREIGHT: FLOUR
    WEIGHT: 45,645 LB
    DROP: TBT-ORPOR
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-JMU.

    Ich hatte irgendwie schon damit gerechnet, dass ich nach Oregon musste. Was mich aber stutzig machte, war das Gewicht. Gut über 45,000 Pfund war schon heftig. Selbst, bei einem 45 Fuß Dry Van. Hoffentlich passte das.
    Ich startete die Maschine und fuhr zum Zentrallager rüber. Um diese nachtschlafende Zeit war ich natürlich in zwei Minuten drüben. Ich ging in die Halle und meldete mich beim Lagermeister.
    „Ach, Murdock Junior mal wieder. Was kann ich denn gegen dich tun?“ Ich verzog einmal kurz die Mundwinkel aufgrund des selbstgemachten Witzes vom Lagermeister. „Eine Ladung Mehl nach Portland.“ „Oh, musst du ins Feindesland?“ fragte er grinsend. Offensichtlich hatte er heute einen Clown gefrühstückt. „Ist das nicht ein bisschen übertrieben?“ „Wenn ich sehe wie alle im Büro, einschließlich deines Vaters, deiner Schwester und deiner Freundin reagieren, wenn man nur Oregon sagt, dann eher nicht.“ „Ich habe gehört, das spielt sich langsam ein.“ „Die Betonung liegt auf Langsam. Bis sich da alles eingespielt hat, haben wir 2019.“ „Wenn du das sagst.“ Er drückte mir die Papiere in die Hand. „Tor 11. Ein 45 Fuß Van.“ „Dann leg dich wieder hin.“ „Sehr witzig.“ „Musst du gerade sagen.“ Ich ging wieder raus und sattelte den Trailer auf.

    Das Manometer, das mir den Druck auf den Luftbälgen der Zugmaschine zeigte, ging direkt in Stück nach Oben. Ich hatte aber die Stützen noch gar nicht hochgekurbelt. Ich tat das dann und verband die Schläuche und das Stromkabel mit dem Trailer. Nun sah der Druck auf den Luftbälgen noch anders aus. Er war aber noch in dem Bereich, der passen sollte. Ich zog von der Rampe ab und schloss die Türen. Bei der PTI kontrollierte ich auch das Manometer des Trailers. Auch dieser Wert war hart an der Grenze. Die Achsen standen aber richtig. Ich kontrollierte weiter und schrieb mein Kontrollprotokoll. Um viertel vor Zwei fuhr ich dann los.

    Ich fuhr dann wieder erst auf die CA-99 N. Ich hielt mich in Richtung Redding und fuhr zur I-5 N. Dann überquerte ich den American River. Nun war ich auf dem Weg nach Norden.

    Als ich an der öffentlichen Weigh Station ankam, ging mir dann ganz schön die Muffe. Ich wusste immer noch nicht genau, ob meine Gewichte passten. Glücklicherweise, hatte man heute wohl keinen Nachtdienst an der Waage.
    Ich fuhr dann weiter bis zu Ausfahrt 554 Road 8. Hier lag das Pilot Travel Center, Dunnigan. Das war die erste Cat Scales Station in Richtung Norden auf meiner Route. Normal fuhr ich eigentlich recht selten wiegen, weil Joe mir das Ausrechnen durch die Achsdrücke auf den Manometern sehr gut beigebracht hatte. Anfangs hatte ich es häufiger gemacht, inzwischen ging das meistens auch so. Heute war ich aber so nervös, dass ich nachwiegen wollte.

    Mit halbvollen Tanks brachte ich dann 79,846 lbs auf die Waage. Das war nicht viel Luft nach oben. Mit vollen Tanks wäre ich zu schwer gewesen. Die Achslasten passten auch, so sparte ich mir wenigstens ein Verschieben der Achsen und eine weitere Wägung. Da hatte ich nachts um halb Drei auch wirklich keine Lust zu. Einigermaßen zufrieden fuhr ich dann zurück auf die I-5 N.

    Bis Redding konnte ich noch einigermaßen rollen. Danach ging es langsam in die Berge. Die Interstate wurde hügeliger und kurvenreicher. Mit dem vollen Lastzug hatte ich auch gut zu tun. Es wollten heute einige der 18 Gänge des Fuller Getriebes benutzt werden. Mit den 510 PS war ich wenigstens nicht untermotorisiert. So musste ich auch das eine oder andere Mal überholen.
    Schließlich passierte ich Hornbrook und kurz darauf die Grenze nach Oregon. Als ich mich dem Oregon Port of Entry näherte, hatte ich nun nicht mehr so ein Herzklopfen, wie am Morgen vor der Weigh Station. Ich durfte halt einfach nicht volltanken, bevor ich den Trailer weggebracht hatte. Da der Transponder dann auch noch auf Grün schaltete, hätte ich mich sonst auch nur umsonst verrückt gemacht.
    Trotzdem war mir die Sache erstmal auf den Magen geschlagen. Als ich in Medford war, fuhr ich dann heute auch weiter. Ich hätte jetzt sowieso nichts essen können.

    Irgendwann kam ich aber nicht drumherum. Ich musste meine Pause machen. Also fuhr ich an der Ausfahrt 99, Canyonville von der Interstate ab. Dann bog ich links ab. Ich musste nun noch ein Stück der Straße folgen, die erst parallel zur Interstate verlief und erst ein Stück später die Interstate unterquerte. Anschließend hatte ich linkerhand das 7 Feathers Truck & Travel Center. Es handelte sich um einen großen und dennoch recht gemütlichen Truckstop.
    Hier war ich neugierig. Zuerst probierte ich aber kurz Keela zu erreichen. Sie war aber noch unterwegs. Daher beschlossen wir das Telefonat noch mal zu vertagen. Ich schaute mich dann im Truckstop um und wurde dabei wieder entspannte. Irgendwann bekam ich dann auch wieder Hunger und konnte dann auch was essen.

    Gegen elf Uhr fuhr ich dann aber doch weiter und sah zu, dass ich noch ein paar Meilen hinter mich brachte. Ich fuhr dann wieder zurück auf die I-5N in Richtung Roseburg. Dann ging es wieder weiter über den hügeligen, kurvigen Highway.
    Im Vergleich zu Kalifornien kam man sich bald vor, wie in einer anderen Welt. Es war viel grüner hier und man hatte eben nicht die geraden ebenen Highways, sondern ein etwas anspruchsvolleres Terrain.

    An der nächsten Weigh Station musste ich dann auch rausfahren. Jetzt wog der Lastzug aber nur noch 79,440 Pfund. Weitere Kontrollen blieben mir erspart und ich konnte direkt weiterfahren.
    Ich kam dann noch an Eugene vorbei. Der Stadt, in der ich vor eineinhalb Wochen schon mal gewesen war. Heute blieb ich aber auf der I-5 N und bog hier nicht ab. Nun wurde die Landschaft auch wieder etwas weniger hügelig und die Interstate hatte auch wieder weniger kurven. Dafür musste ich mir nun langsam überlegen, wo ich denn Feierabend machen wollte.
    Mit meiner Fahrzeit würde ich dann noch so eben bis nach Albany kommen. Schließlich verließ ich dann an der Ausfahrt 233 Albany / Lebanon die Interstate. Dann bog ich links auf die US-20 E in Richtung Lebanon ab. Nach ein paar Yards hatte ich dann rechterhand Jack's Truck Stop.

    Im Gegensatz zu dem Truckstop, an dem ich vorhin gehalten hatte, war dieser geradezu mickrig. Aber erstens reichte meine Fahrzeit nicht weiter, zweitens war es mittags noch kein Problem, hier einen Parkplatz zu bekommen und drittens war hinter dem Truckstop an der nächsten Straße ein Walmart Supercenter. Hier konnte ich dann noch in aller Ruhe Vorräte einkaufen, die ich auch mit meinem „Mitarbeiter Rabatt“ bekam.
    Es war an diesem Truckstop alles etwas alt und leicht vergammelt. Aber es gab hier Toiletten und Duschen. Sollte hier die Sauberkeit zu Wünschen übrig lassen, konnte ich wenigstens die Kundentoiletten des Supercenters nutzen, was laut meiner ORBCOMM Datenbank 24 Stunden geöffnet hatte.
    Ich wurde dann aber eines Besseren belehrt. Die Sanitäranlagen waren zwar alt, aber immerhin sauber. So konnte ich dann auch noch duschen gehen. Essen brauchte ich sowieso nicht mehr. So lange war mein Aufenthalt bei 7 Feathers noch nicht her. Nach dem Duschen ging ich dann aber noch zum Supercenter zum Einkaufen rüber. Als ich wieder zurück war, legte ich mich dann recht schnell hin.

    Dienstag, den 16. Oktober 2018, 12:05 a.m., Pacific Daylight Time, Albany, OR:

    Kurz nach Mitternacht holte mich mein Wecker wieder aus meinen Träumen. Ich hatte recht gut geschlafen. Nur, wie meistens, zu kurz. Nun quälte ich mich wieder aus meinem gemütlichen Bett und stand auf. Dann folgte der übliche Ablauf. Kaffeemaschine, Toilette, Dusche und Kaffee im Truckstop. Um ein Uhr konnte ich dann wieder mit der PTI beginnen und eine Viertelstunde später losfahren. Es ging wieder zurück auf die I-5 N in Richtung Salem / Portland.

    Ich hatte Salem gerade hinter mir, als mein Telefon klingelte. Die Nummer der Dispatch stand im System. „Hallo Jessy.“ Meldete ich mich knapp. „Hi Bruderherz. Ich habe gesehen, dass du wieder unterwegs bist.“ „Natürlich. Wenn ich verschlafe, werde ich immer von meiner Schwester angemeckert.“ „Ja, ja. Deswegen rufe ich aber auch nicht an.“ „Sondern?“ „Weil ich gerade dabei bin zu schauen, was ich mit dir machen kann.“ „Ich mach dir einen Vorschlag. Gib mir einfach eine Ladung. Damit hilfst du uns am Meisten.“ „Sehr witzig.“ „Im Ernst. Wo liegt dein Problem?“ „Ich habe hier eine Ladung, die ich dir gerne geben würde.“ „Ist doch gut. Wo ist der Haken?“ „Zwei Ladestellen in Oregon und von dort aus nach Mississippi.“ „Wie zwei Ladestellen?“ „Wir haben für die Kommission nicht alles am Lager. Daher muss noch bei einem Lebensmittelhersteller Nachgeladen werden.“ „Also eine Sammelladung.“ „Wenn du das bei Zwei Ladestellen schon so nennen willst.“ „Wie wird sowas denn bezahlt?“ „Wie du das abrechnest, weiß ich auch nicht. Keine Ahnung ob Keela das vielleicht weiß. Ich meine, es gibt da zwei Möglichkeiten. Entweder du schreibst zwei Rechnungen, für jeden Ladestelle eine. Also einmal über 21,000 Pfund von Portland nach Vicksburg und eine über 21,000 Pfund von Ontario nach Vicksburg, oder du berechnest einen Zuschlag für das Beiladen.“ „Ersteres klingt lukrativer.“ „Im Zweifel musst du Charlie fragen.“ „Wieso eigentlich Ontario. Du hast doch von zwei Ladestellen in Oregon gesprochen.“ „Ich meine ja auch Ontario, Oregon.“ „Na klar.“ „Würdest du das machen?“ „Von mir aus.“ „Okay. Ich kann dir von dem TidBit, an dem du absattelst noch leere Paletten zum Zentrallager mitgeben. Dann hast du keine Leermeilen.“ „Mach das.“ „Okay. Dann mach’s gut.“ „Ciao, Jessy.“ Wir legten auf.

    Im Süden von Portland hielt ich mich dann weiter auf der I-5 N und überquerte den Willamette River über die Marquam Bridge. An der Ausfahrt 300 wechselte ich dann auf die I-84 E in Richtung Portland Airport / The Dalles. Sieben Meilen später wechselte ich dann auf die I-205 N in Richtung Seattle. An der Ausfahrt 24 verließ ich dann die Interstate und fuhr weiter in Richtung Airport. Kurz darauf borg ich zum Einkaufszentrum Cascade Station neben dem Flughafen ab. In dem Einkaufszentrum lag auch der TidBit Supermarkt, der meine Ladung Mehl bekam.
    Da es morgens um Vier war, als ich hier auf das Gelände fuhr, Musste ich die Anlieferung und Abholung mit dem Sicherheitsdient abfertigen. Dann setzte ich den Trailer ans Dock und sattelte ab. Der Trailer mit meinen Paletten stand an einem anderen Tor. Es war ein Dreiachser Flatbed mit Plane. Ich sattelte auf und erledigte die Kontrolle. Danach konnte ich dann zu unserem Zentrallager in Portland fahren.

    Bei der Übernahme der Adresse ins Navi stellte ich fest, dass unser Lager gar nicht in Portland war, sondern in Troutdale. Der Ort lag ein paar Meilen östlich an der I-84 und dem Columbia River. Es wurde aber generell als Lager Portland bezeichnet.
    Ich fuhr dann also wieder zurück zur I-205 S, wo ich erstmal in Richtung Portland / Salem fuhr. An der Ausfahrt 22 wechselte ich dann auf die I-84 E in Richtung The Dalles. Nach Acht Meilen erreichte ich die Ausfahrt 17, Marine Drive, wo ich die Interstate verließ. Dann fuhr ich einmal unter der Interstate durch. Nun hatte ich schon die Straße erreicht, an der das Zentrallager lag. Hier arbeitete mein Dad im Moment also drei Tage die Woche.

    Ich wollte mich, wie immer im Dispatcher Büro anmelden. Aber die Türen waren verschlossen. Dann fiel mir wieder ein, dass hier ja keine Dispatcher mehr saßen. Das war ja von Sacramento übernommen worden. Ich ging also ins Lager und meldete mich dort.
    Der Meister sagte mir dann, wo ich das rote Ungetüm von Trailer abstellen sollte und wo ich meinen Reefer finden würde. Außerdem erledigten wir den Papierkram. Anschließend konnte ich den Trailer tauschen.
    Als ich den Reefer von der Rampe gezogen hatte und die Türen schloss, sah ich dann, dass der Trailer wirklich nur bis zur Mitte beladen war. Das war für mich erstmal ungewohnt. Da Walmart auch kurze Trailer hatte, wurde, wenn weniger Platz gebraucht wurde, eher ein Pup oder ein 45 Fuß Trailer genommen, als einen halbvollen Trailer. Hier sollte aber noch was beigeladen werden.
    Ich schloss die Türen und kontrollierte den Trailer. Anschließend konnte ich weiterfahren.

    Zuerst wollte ich aber Pause machen. Dazu brauchte ich nur wieder unter der Interstate durch, dann hatte ich gleich zwei Truckstops zu Auswahl. Einen TA und einen Love’s. Ich entschied mich für den Love’s. Hier tankte ich erstmal nur ein paar Gallonen nach. Volltanken wollte ich erst, wenn ich wusste, wie voll der Trailer wirklich wurde. Anschließend fuhr ich noch für eine halbe Stunde auf den Parkplatz und machte die vorgeschriebene Pause. Dabei machte ich mir aus meinen Vorräten ein paar Sandwiches. Um halb Sieben machte ich mich dann aber wieder auf den Weg und fuhr weiter.

    Es ging dann wieder auf die I-84 E in Richtung The Dalles. Nun hatte ich noch einige Stunden an Fahrt vor der Brust. Ich war für heute noch bei General Mills angemeldet, wo ich die Beiladung nach Vicksburg bekommen sollte. Ich musste also Gas geben, um das alles noch in meiner Fahrzeit zu schaffen.
    Die Interstate führte jetzt eine ganze Weile am Columbia River entlang und somit auch immer an der Grenze zum Washington State. Erst hinter Boardman ging es vom Fluss weg.
    Bis Pendleton war es dann noch recht eben. Danach ging es in die Berge. Nun schlängelte sich die Interstate in Serpentinen zum Deadman Pass hoch.

    Das Streckenprofil blieb auch anschließend hügelig, es war aber weniger kurvenreich.

    Während der Fahrt telefonierte ich dann auch noch mal mit Charlie. „Hallo Marc, was kann ich für dich tun?“ „Ich habe zum ersten Mal eine Sammelladung für euch. Wie rechne ich sowas ab?“ „Wie viele Ladestellen und Abladestellen hast du denn?“ „Zwei auf, eine ab.“ „Gut. Bei einer zusätzlichen Ladestelle würde ich sagen, schreib zwei Rechnungen. Dann rechne so, als hättest du zweimal einen Pup gefahren. Wenn das noch mehr Ladestellen gewesen wären, hätte ich dich aber nur einen Zuschlag für das Laden abrechnen lassen können. Mit zwei Rechnungen ist das natürlich lukrativer für dich. „Okay. Danke dir.“ „Da nicht für. Du hast ja auch mehr Stress dadurch.“ „Heute schon. Ich soll unbedingt an der zweiten Ladestelle noch laden.“ „Gut. Dann sieh mal zu.“ Zufrieden legte ich auf. So verdiente ich an der Tour richtig Geld.

    Irgendwann meldete mein Navi „Changing Time Zone.“ Das war ein untrügliches Zeichen dafür, dass ich mich meinem Ziel näherte. Schließlich hatte nur ein vergleichsweise kleiner Teil von Oregon Mountain Time.
    Es war dann zwei Uhr Mountain Daylight Time, als ich dann die Ausfahrt 376 A nach Ontario nahm. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass sich hier direkt ein Pilot Travel Center war.
    Zuerst fuhr ich aber am Truckstop vorbei und bog dann rechts in die NE 3rd Street ab. Über die gelangte ich in das Industriegebiet, wo sich auch ein Werk von General Mills befand. Ich hielt beim Pförtner an und meldete mich an.

    „Hallo M.M. Trucking. Ich soll hier für Walmart laden. Ladenummer 258.457.6534. 21,000 Pfund.“ „Moment… ah hier… In Ordnung. Einmal nach Halle 2, Tor 14.“ „Gut, vielen Dank. Wissen Sie zufällig, wie lange das dauert? Ich bin mit meiner Zeit ziemlich durch.“ „Moment mal. Ich kläre das.“ Er nahm sein Telefon und wählte eine Nummer. „Hallo Dick, hier ist Will von Tor 1. Ich habe hier den Abholer für die dringende Walmart Kommission stehen. Wie lange wird das wohl dauern?... Eineinhalb Stunden bis er fertig ist. Kann er den Trailer bei euch absatteln?... Gut dann machen wir das so. Bye.“ Er legte auf.
    „Eineinhalb Stunden brauchen wir. Ich kann dir aber anbieten, dass du den Trailer am Tor absatteln kannst und dann am Truckstop was essen gehst. Bis vier Uhr heute Nachmittag musst du den dann aber noch wieder rausholen, weil wir das Tor brauchen. Also vorher große Pause machen, ist leider nicht drin.“ „Okay. Dann kann ich aber wenigstens vorher schon mal tanken und was essen. Danke. Wieviel Gewicht wird das denn?“ „20,104 Pfund.“ „Gut, das passt, dann kann ich volltanken.“

    Ich fuhr ins Werk hinein und stellte den Trailer ans Dock, wo man mir das gesagt hatte. Dann verließ ich das Werk wieder und fuhr erstmal auf den Pilot Truckstop. Dort fuhr ich zuerst an die Zapfsäulen und tankte den Lastzug voll.

    Nachdem der Kenny genug zu trinken hatte, wollte ich auch noch was haben. Ich ging mit der Quittung in den Truckstop und holte mir einen Kaffee. Als ich auf dem Weg zurück war, sah ich einen Typen, der um meinen Truck schlich.
    Ich ging auf ihn zu und fragte, was er da tat. Er stellte sich als Tom Diesel vor und sagte, dass er sich nur meinen Truck anschauen würde. Irgendwas sagte mir der Name. Mal abgesehen davon, dass er so hieß wie der Kraftstoff, den mein Truck brauchte. Als ich die Kamera entdeckte, die er bei sich hatte, wusste ich wieder, wo mir der Name aufgefallen war.
    Wenn ich die Zeit hatte, verfolgte ich ja mehrere YouTube Kanäle. Vor ein paar Wochen war ich auf den Kanal von ihm aufmerksam geworden, weil er da mit einem alten Kenworth 521 aus der 50ern Unterwegs gewesen war. Zugegeben, damals ein Runtergerocktes Teil. Er hatte den inzwischen aber restaurieren lassen und dann gut verkauft. Nun fuhr er einen Freightliner aus den 90ern. Damit war er mit einem Flatbed unterwegs.
    Tom war aber wohl daran interessiert, was für Verdienstmöglichkeiten im Reefer Bereich möglich waren und wollte sich darüber mit mir unterhalten. Da ich eh noch eine Kleinigkeit essen wollte, sagte ich zu. Ich wollte aber nicht, dass unser Gespräch auf YouTube auftauchen würde. Es musste ja nicht die ganze Welt erfahren, was ich so pro Meile bekam.
    Er schaltete dann die Kamera aus und wir gingen in den Truckstop, wo wir uns dann etwa eine halbe Stunde unterhielten. Als wir wieder am Truck waren, wollte Tom den Kenworth auch mal von innen sehen. Ich ließ ihn mal Probestizen und sich alles ansehen. Dann ließ ich ihn auch die Maschine ein paar Meter um die Ecke fahren.
    Wir tauschen auch noch unsere Visitenkarten aus, damit jeder von dem anderen die Kontaktdaten hatte. Ich musste dann aber wieder los, weil ich ja bis um vier Uhr den Trailer wieder abholen musste.

    Ich fuhr also wieder los und legte schnell den kurzen Weg zu General Mills zurück. Der Pförtner kannte mich noch und winkte mich sofort durch. Ich fuhr dann wieder zu Tor 14 zurück und sattelte den Trailer wieder auf.

    Dann zog ich den inzwischen komplett geladenen Trailer von der Rampe und erledigte noch den Papierkram. Anschließend wurde es Zeit, dass ich endlich Feierabend machte. Meine Fahr- und Schichtzeit waren rappelvoll.
    Ich fuhr also wieder zum Pilot Truckstop zurück. Dort erledigte ich noch eine letzte Amtshandlung. Ich fuhr noch mal auf die Waage, um jetzt mit vollen Tanks und voller Ladung die Achslasten und das Gesamtgewicht zu prüfen.

    Insgesamt hatte ich nun 78,746 Pfund. Da konnte ich besser mit leben, als mit der Ladung Mehl von gestern. Die Achsen am Trailer musste ich noch mal um zwei Löcher nach hinten verschieben, dann würden die Achslasten auch passen. Das machte ich dann auf meinem Parkplatz.
    In den Truckstop wollte ich heute nicht mehr. Ich hatte ja vorhin was gegessen, als ich mit Tom Diesel zusammengesessen hatte.

    Eine Sache brannte mir aber noch unter den Nägeln. Dazu wollte ich unbedingt noch bei Keela anrufen. Auch wenn sie jetzt im Büro war. Ich wählte die Nummer der Dispatch. „Hallo Schatz.“ Wurde ich dann von ihr begrüßt. „Gibt es was Besonderes?“ „Das wollte ich dich fragen. Bei mir hat alles geklappt. Ich habe die Beiladung aus Ontario drauf und mache jetzt auf dem Truckstop hier Feierabend. Laut Charlie schreiben wir auch zwei Rechnungen. Eine für jeden Auftrag.“ „Dann klappt ja bei dir alles. Das ist ja wenigstens was.“
    „Mich wundert aber was anderes. Ich finde gar keine Info, was George gerade macht. Steht da nichts im System?“ „Da kann nichts im System stehen, weil leider auch der Truck steht.“ „Wie bitte?“ „George hat am Wochenende bei seinem Reset einen Hexenschuss bekommen. Er hat in seinem Garten gearbeitet und sich wohl verhoben. Er war dann gestern noch beim Arzt. Der meinte aber, dass er schnell wieder einsatzbereit ist.“ „Na super. Kaum fängt er bei uns an, fangen die Rückenbeschwerden an.“ „Das lange Sitzen auf den Long Haul Touren ist auch nicht gerade dazu geeignet, dass solche Faktoren weniger werden.“ „Und jetzt?“ „Wir müssen abwarten, wie lange er jetzt ausfällt. Außerdem sollten wir mal darüber nachdenken, vielleicht einen Aushilfsfahrer für solche Fälle zu suchen.“ „Glaubst du, das kommt häufiger vor?“ „Ich weiß es nicht. George ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Aber wir brauchen da alleine schon jemanden als Urlaubsvertretung. Irgendwann will George und vielleicht auch mal du Urlaub haben.“ „Da ist was dran. Ich hatte mal überlegt, ob ich da mal Joe Henderson fragen soll?“ „Bei aller Liebe. Joe ist inzwischen über 70. Ich möchte ihn nur noch ungern auf einen Truck setzen.“ „Was schlägst du dann vor?“ „Ich weiß nicht. Gibt es Studenten, die eine CDL haben?“ „Vielleicht. Ansonsten frag doch mal Charlie oder Dad, wo sie Aushilfsfahrer finden.“ „Bei Walmart Transportation läuft das anders. Wir haben immer ein paar Leute mehr, als wir Trucks haben. Weil ja immer irgendwer krank ist oder Urlaub hat. Meistens machen die neuen Leute erst den Springer, bevor sie einen festen Truck bekommen. Bei Zwei Trucks können wir aber keine drei Fahrer einstellen. Das rechnet sich nicht.“ „Vor allem, wie willst du den bezahlen, wenn alle da sind. Geht ja dann schlecht pro Meile.“ „Es sei denn ein Truck würde mit zwei Leuten besetzt und wenn einer Krank wird, fahren sie wieder alleine.“ „Also ich möchte nicht als Doppelbesatzung fahren und ich glaube George auch nicht.“ „Für dich müssten wir wahrscheinlich eine heiße Latina als Fahrerin einstellen, damit du zu Zweit fährst.“ „Da nehme ich lieber dich mit.“ „Das wird es auf keinen Fall. Das habe ich dir schon gesagt.“ „Okay. Müssen wir mal sehen. Sag mir bitte Bescheid, wenn George wieder im Einsatz ist.“ „Mache ich. Was machst du jetzt noch?“ „Nichts. Ich gehe jetzt ins Bett.“ „Dann mal gute Nacht.“ Wir legten auf.
    Ich legte mich danach ins Bett. Einschlafen konnte ich heute aber nicht sofort. So schnell hatte ich nicht damit gerechnet, einen Krankenstand zu bekommen. Dass ein Truck stand und die Kosten weiterliefen musste ich erstmal verdauen.

    Mittwoch, den 17. Oktober 2018, 1:45 a.m., Mountain Daylight Time, Ontario, OR:

    Irgendwann war ich doch eingeschlafen. Ich hatte aber einen wirren Traum, in dem sich die Ereignisse des vergangenen Tages wiederspiegelten. Aufgrund des stehenden zweiten Trucks war ich zahlungsunfähig geworden und ein Tom Diesel lief mit seiner YouTube Kamera um mich rum und wollte mir zu einem Spottpreis meinen T680 abkaufen. Zum Glück war das nur ein Traum und ich konnte daraus aufwachen.
    Ich stand auf und erledigte den üblichen Ablauf. Kaffeemaschine, Toilette, Dusche und Kaffee im Truckstop. Bei dem Weg über den Parkplatz meinte ich auch den Freightliner von Tom Diesel entdeckt zu haben. Um halb Drei begann ich mit der PTI und eine Viertelstunde später verließ ich den Truckstop.

    Ich fuhr zuerst auf die E Idaho Avenue, die US-30, bog dann aber auf die I-84 E in Richtung Boise ab. Ein paar Minuten später überquerte ich den Snake River und war danach in Idaho.
    Eine knappe Stunde später hatte ich Boise erreicht. Nun war ich wieder in bekanntem Terrain. Ich erinnerte mich kurz an die Tour vom Best Buy in Boise nach Dallas. Die Strecke würde sich nun Wiederholen. Schließlich musste ich über Dallas fahren, um nach Vicksburg, MS zu gelangen. Ich folgte weiter der I-84 E in Richtung Twin Falls.

    Es ging ruhig durch den anbrechenden Morgen. Drei Stunden später nahm ich bei Declo auch wieder die I-84 E in Richtung Ogden / Salt Lake. Eineinhalb Stunden später, ich war inzwischen auf der I-15 S in Utah, hatte ich das Gefühl, ein Déjà-vu zu bekommen. Der Funkverkehr auf dem CB-Funk wurde hektischer und intensiver und wieder wurde von einem schweren Unfall auf der I-84 nördlich von Salt Lake berichtet. Der einzige Unterscheid war der, dass der Unfall dieses Mal nicht bei Mountain Green war, sondern auf der kurvenreichen Bergpassage zwischen Morgan und Croydon. Konnte das sein? War ausgerechnet immer dann ein Unfall auf der Strecke, wenn ich da mal herfahren musste? Das ging doch nicht mit rechten Dingen zu.
    Ich fügte mich in mein Schicksal und fuhr wohl oder übel auch heute wieder über Salt Lake City. Ich blieb also bei Riverdale wieder mal auf der I-15 S und folgte nicht der I-84 in Richtung Cheyenne. Wie beim letzten Mal ging es wieder durch Salt Lake. Nur war heute nicht Sonntag, sondern Mittwoch. Es herrschte also mehr Verkehr, als damals.
    An der Ausfahrt 304 wechselte ich dann auf die I-80 E in Richtung Cheyenne. Nun war ich ein weiteres Mal auf meiner Rennstrecke in den Mittleren Westen. Wenn ich schon hier unten war, wusste ich wenigstens, wo ich Pause machen wollte und was es zu Essen gab. Ich fuhr an der Ausfahrt 146 ab und bog auf die Silver Creek Road. Dann hatte ich rechterhand den Truckstop, zu dem ich hier wollte. Bell’s Silver Creek. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit tankte ich aber heute nicht.

    Ich fuhr direkt auf den Parkplatz. Mein Tank war ja gestern bereits in Oregon gefüllt worden. Ich warf einen Blick auf die Uhr. Viertel vor Zehn. Ich nahm mein Handy und rief bei Keela an. „Ausschlafen darf man bei dir auch nicht.“ Begrüßte sie mich, als sie abhob. „Sorry. Ich habe nicht an die Stunde Zeitunterschied gedacht.“ „Alles Gut. Ich war schon auf.“ Lachte Keela. „Du wolltest mir also nur ein schlechtes Gewissen machen.“ „Jeder, wie er es verdient.“ Lachte sie. „Ich musste bei Salt Lake schon wieder den Umweg fahren. Ich habe das Gefühl, dass da irgendwer was dagegen hat, dass ich dort über die I-84 fahre.“ „Wieder ein Unfall?“ „Scheint so.“ „Das ist wirklich unglaublich. Bist du jetzt wieder in Park City?“ „Genau. Du weißt doch. Einer Pan Pizza kann ich nicht widerstehen.“ „Wenn du meinst. Denk an den Ausgleich. Mit über 200 Pfund surft es sich nicht mehr so gut.“ „Wer hat die denn?“ „Du, wenn du weiter so viel Fast Food isst.“ „Du gönnst mir aber auch nichts.“ „Vielleicht solltest du nicht ständig in den Truckstops essen gehen, sondern dir mal im Truck einen Salat machen.“ „Hast ja Recht.“ „Es gibt übrigens gute Neuigkeiten.“ „Die da wären?“ „Der, der mich heute wirklich aus dem Bett geworfen hat, war George. Morgen kann er wieder anfangen.“ „Das ist wirklich eine gute Nachricht.“ „Sicherheitshalber habe ich aber eingestellt, dass er erstmal ein, zwei Regionaltouren bekommt, bevor er wieder auf Long Haul geht.“ „Macht Sinn. Für seinen Rücken wäre sogar City Verkehr besser.“ „Mag sein. Ich will ihn aber auch nicht vergraulen. Ich hoffe, er sieht den Hexenschuss als Warnung an und tut ein wenig was für seinen Rücken.“ „Das hoffe ich auch. Vielleicht hätten wir doch Robert einstellen sollen. Der war erheblich jünger.“ „Ich habe aber was gegen Diskriminierung. Ich möchte George nicht von vornherein wegen seines Alters schlechter stellen.“ „Gut. Wenn das mit dem Hexenschuss jetzt nicht alle vier Wochen passiert.“ „Seine Krankenakte bei Walmart war vorher einwandfrei. Das hatte ich ja vor der Einstellung geprüft.“ „Hoffentlich fängt das jetzt nicht an. Er wird ja nicht jünger.“ „Ich werde aber auch nicht wegen einem Mal drei Tagen Krankheit ein Fass aufmachen.“ „Stimmt. Sowas kann mir auch passieren.“ „Eben.“
    Bei dem Gespräch merkte ich wieder, dass Keela viel von der Geschäftstüchtigkeit der Ryans mitgekriegt hatte. Für ihre 23 Jahre war sie verdammt vernünftig und führte unsere Firma bald besser, als ich. Das hatte sie wohl im Blut. Wir redeten noch eine Viertelstunde über private Dinge, dann legten wir auf.
    Anschließend ging ich dann zum Pizza Hut Express und holte mir meine Pfannenpizza. Um elf Uhr machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Ich fuhr zurück auf die I-80 E in Richtung Cheyenne. Eine halbe Stunde später war ich dann in Wyoming. Die nächsten Stunden waren dann geprägt von der kargen, hügeligen Landschaft, die man im Westen Wyomings vorfand. Ich fuhr mit Tempomat 66 dahin und spulte meine Meilen herunter.

    Am späten Mittag stellte sich dann langsam die Frage, wie weit ich heute kommen würde. Zwischen Rawlins und Laramie gab es ja reichlich Parkmöglichkeiten. Ich entschloss mich daher, meine Fahrzeit soweit auszudehnen, wie es ging. Bei jeder Ausfahrt zu einem Truckstop oder einer Rest Area überschlug ich kurz, ob ich es bis zur Nächsten noch schaffen würde. Dass ich diese Route schon häufig im letzten Jahr gefahren war, half mir natürlich dabei.
    Mit quasi den letzten Minuten meiner Fahrzeit kam ich dann am Akal Travel Center an. Heute gab es da keine Alternative und ich fuhr dort hin. Hoffentlich gab es keinen Regen, der den staubigen Parkplatz in ein Schlammfeld verwandeln würde.
    Ich ging dann in aller Ruhe duschen. Anschließend hörte ich eine innere Stimme in meinem Ohr. Einerseits war es Keelas Mahnung, nicht so viel Fast Food zu essen und andererseits die guten Bewertungen, die das Taj Mahal hier hatte. Ich traute mich also, heute mal die Indische Küche auszuprobieren. Dazu wählte ich dann das Chicken Tikka Masala mit Reis. Es schmeckte wirklich erstaunlich gut und hatte wirklich viel weniger Kalorien, als ein Burger mit French Fries. Anschließend ging ich zufrieden in meinen Truck und fiel todmüde ins Bett.

    Donnerstag, den 18. Oktober 2018, 1:00 a.m., Mountain Daylight Time, Akal Travel Center, Laramie, WY:

    Diese Nacht hatte ich gut geschlafen. Nachdem ich mich hingelegt hatte, schlief ich durch, bis mich um ein Uhr der Wecker aus dem Schlaf holte. Wirre Träume waren mir heute auch erspart geblieben. Nach dem Anstellen der Kaffeemaschine ging wieder zum Duschen in den Truckstop. Zum Glück war es trocken geblieben, so dass der Parkplatz zwar staubig, aber nicht schlammig war. Nach dem Kaffee im Truckstop und der PTI auf dem Parkplatz ging es dann um zwei Uhr weiter.

    Ich fuhr dann wieder auf die I-80 E in Richtung Laramie. Nun ging es wieder mit Tempomat 66 durch die Nacht. Eine gute Stunde später hatte ich dann Cheyenne erreicht. Hier wechselte ich auf die I-25 S in Richtung Denver.
    Nun ging es erstmal stetig bergauf, um zur Mile High City zu gelangen. Denver passierte ich aber nur am frühen Morgen in der Dunkelheit und fuhr weiter Richtung Colorado Springs.
    Heute fuhr ich dann auch nicht bei Fountain von der Interstate. Das Bisquits Café am Tomahawk Truckstop öffnete erst um sieben Uhr. Dafür war ich noch zu früh dran.
    Ich blieb also auf der Interstate und fuhr weiter, bis ich Raton, NM erreichte. An der Ausfahrt 451 fuhr ich dann von der Interstate und wechselte auf die US-87 S in Richtung Clayton.
    Den Raton Truckstop ohne Parkplätze schenkte ich mir. Ich fuhr erstmal noch weiter. Meine Pause konnte ich auch gleich machen. Kurz nach Acht erreichte ich Clayton. Hier gab es wenigstens einen winzigen Love’s Travel Stop. Der hatte auch nur eine Handvoll Plätze, um die Uhrzeit waren die meisten Kollegen aber schon wieder los. So bekam ich auch einen Parkplatz. Zum Essen hatte ich nun die Wahl zwischen Chester’s und Godfather’s Pizza. Ich wollte zwar wirklich nicht mehr so viel Fast Food, bei Pizza konnte ich aber selten widerstehen. Daher war dann auch klar, was ich nun aß. Zum Glück fragte mich Keela anschließend, als ich mit ihr telefonierte nicht, was ich gegessen hatte. Ich konnte Keela nämlich einfach nicht anlügen.
    Die gute Nachricht des Tages war, dass George tatsächlich wieder im Einsatz war. Jessy hatte ihm eine Ladung nach Santa Maria gegeben. Um zu schauen, ob wieder alles in Ordnung war, war das auch weit genug. Um zehn Uhr hatte ich dann genug Pause gemacht und war wieder auf dem Weg.

    Ich fuhr dann wieder auf die US-87 S in Richtung Aspen. Kurz darauf erreichte ich die Grenze nach Texas. Ich durchquerte Dalhart, wo ich dann wirklich jede Ampel an diesem Tag bei Rot erwischte. Eigentlich wollte ich dabei einen Cascadia überholen, der wohl ein paar Pferdchen weniger unter der Haube hatte, oder wo die Automatik zu langsam schaltete. Durch die Ampeln brauchte ich dann aber die komplette Ortsdurchfahrt, bis ich endlich vorbei war.

    Bei Hartley wechselte ich dann auf die US-385 S in Richtung Channing. Als ich Vega erreicht hatte, wechselte ich dann auf die I-40 E in Richtung Amarillo. Nun hatte ich noch mal ein paar Meilen Interstate vor mir.
    Nach 45 Meilen war es dann aber wieder genug mit Interstate fahren. An der Ausfahrt 78 ging es dann auf die US-287 S in Richtung Fort Worth. Hier legte ich dann noch mal 100 Meilen zurück.

    Kurz vor Drei näherte ich mich dann Childress. Hier hatte ich ja bei der Tour von Boise nach Dallas schon auf dem Pilot Truckstop gestanden. Da ich bei Pilot / Flying J immer etwas mehr Rabatt bekam, als bei Love’s, blieb ich dann hier stehen und fuhr nicht mehr weiter bis nach Quanah, was ich auch noch geschafft hätte. Die Fahrzeit würde morgen auch so reichen.
    Außerdem gab es hier einen PJ Fresh Marketplace. Das war im Unterschied zum Fast Food ein Fast Casual Restaurant. Hier gab es auch Homestyle Menus und Salate mit frischen Zutaten, die erheblich gesünder waren, als das Ständige Fast Food.
    Um drei Uhr stellte ich dann den Truck ab und ging erstmal duschen. Anschließend genoss ich dann noch mein Abendessen. Um fünf Uhr war ich dann zurück im Truck. Dort schaute ich dann noch ein wenig YouTube. Dabei entdeckte ich das Video, was Tom Diesel gemacht hatte, als wir uns vorgestern gesprochen hatte

    https://www.youtube.com/watch?v=cLM2uqjVouc


    Ich war also jetzt auf YouTube zu sehen. Ich schrieb Keela noch eine WhatsApp, mit der ich ihr den Link zu dem Video schickte. Anschließend legte ich mich hin. In der Nacht sollte es schon wieder weiter gehen.

    Freitag, den 19. Oktober 2018, 12:45 a.m., Central Daylight Time, Childress, TX:

    So war es dann auch. Um viertel vor Eins holte mich der Wecker wieder aus dem Schlaf. Ich stand auf und erledigte das Übliche. Kaffeemaschine, Toilette, Dusche, Kaffee im Truckstop und zu guter Letzt die PTI. Um viertel vor Zwei fuhr ich dann wieder vom Gelände des Pilot Travel Center auf die US-287 S.

    Eineinhalb Stunden später hatte ich ein paar wenige Meilen Interstate. Bei Wichita Falls benutzten die I-44 und die US-287 die gleiche Trasse. Nach drei Meilen folgte ich aber wieder weiter der US-287 S.
    Gute 100 Meilen später hatte ich dann Fort Worth erreicht, wo ich dann auf die I-35W S kam. Hier blieb ich dann für 15 Meilen drauf, bis ich an der Ausfahrt 45B auf die I-20 E in Richtung Dallas abbog.
    Eine knappe Stunde später hatte ich die komplette Tour, die ich vor ein Paar Wochen von Boise nach Dallas gefahren war, wiederholt. Ich war aber noch nicht am Ziel, sondern folgte weiter der I-20 E IN Richtung Shreveport.

    Inzwischen hatte mir nicht nur der Kenny durch das Aufleuchten der Tankleuchte gezeigt, dass er Durst hatte, mein Magen meldete sich nun ebenfalls zu Wort und knurrte hörbar. Ich war also quasi überstimmt und suchte mir eine Möglichkeit zum Tanken und Frühstücken. Die Möglichkeit bot sich mir an der Ausfahrt 523, Wills Point / Canton. Hier befand sich Duke’s Travel Plaza, Canton. Ein kleiner, aber gemütlicher Truckstop, der keinen Hehl daraus machte, dass er sich in Texas befand. Selbst auf den Lehnen, der urigen Holzstühle im Gastraum prangte der Lone Star. Ganz abgesehen von den zahlreichen Texas Fahnen.
    Zuerst gab ich aber dem Kenny wieder was zu trinken. Bei 256 Gallonen Diesel zum Preis von $3,24 war ich dann schon wieder 830 Dollar meines sauer verdienten Geldes los. Wenigstens bekamen Kunden, die hier tankten, einen Essensgutschein und einen gratis Kaffee.
    Nachdem ich den Kenny dann von der Tanksäule weggefahren hatte und ihn auf einem regulären Parkplatz abgestellt hatte, ging ich dann ins Restaurant und löste den Gutschein ein. Hier gab es dann heute mal hausgemachtes Essen nach Texas Art. Also very spicy. Um viertel vor Sieben machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Dazu fuhr ich wieder zurück auf die I-20 E. Es ging nach Louisiana. Dort ging es bei Shreveport über den Red River, der seinem Namen mit der Rotbraunen Farbe wirklich alle Ehre machte. Diese hatte er durch die roten Tonpartikel, die sich im Wasser befanden. Es ging weiter durch den Staat.
    Ich passierte gerade Monroe, als mein Telefon mal wieder klingelte. In der letzten Zeit kam das dann doch etwas häufiger vor, dass die Dispatcher irgendwas klären wollten. Heute war es Danny, der anrief. „Hallo Danny. Alles klar?“ „Sicher. Soweit schon. Leider habe ich eine nicht ganz so gute Nachricht für dich.“ „Jetzt sag nicht, George ist schon wieder ausgefallen.“ „Quatsch. Dem geht es gut. Er möchte auch wieder weiter weg. Ich denke mal, dass ich ihn nach Portland hochschicke.“ „Was ist es dann?“ „Ich bekomme absolut nichts in Vicksburg. Dann kommt noch dazu, dass ich es vermutlich nicht verhindern kann, dass du von Jackson geblockt wirst.“ „Warum denn das?“ „Weil die noch jemanden brauchen, der Feuerwerk fahren kann.“ „Du weißt aber schon, dass ich nicht mehr allzu viel Fahrzeit habe.“ „Mit der Fahrzeit sollte sich das gerade ausgehen.“ „Aha.“ „Die Ladung soll von Jackson nach Dumas, Texas.“ „Dann geht es ja wenigstens wieder in Richtung Westen. Wie viele Meilen Bobtail werden das denn?“ „Laut System 75 Meilen.“ „Das geht ja noch.“ „Dann machst du das?“ „Habe ich denn eine Wahl?“ „Nicht wirklich.“ „Dann kennst du ja die Antwort. Gibt es denn wenigstens ein paar Leerpaletten von Vicksburg dahin?“ „Nee. Da liegt gar nichts.“ „Dann sparen wir wenigstens etwas Diesel.“ „Du versuchst auch immer das Positive darin zu sehen.“ „Soll ich mich jetzt wegen der Leermeilen ärgern? Das ändert auch nichts an der Tatsache.“ „Stimmt auch wieder.“ Okay, Danny. Dann mach‘s Gut.“ „Du auch. Gute Fahrt noch.“ Wir legten auf und ich war weiter auf dem Weg nach Mississippi.

    Schließlich erreichte ich den Fluss und die Grenze zum gleichnamigen Staat. Es ging über die Vicksburg Bridge, die neben der alten Brücke stand, über die damals noch Straße und Schienen zusammen über den Fluss ging. Aber auch diese Brücke war schon betagt und noch recht schmal.
    Mein Ziel, Vicksburg lag dann direkt hinter der Grenze. An der Ausfahrt 4B fuhr ich dann von der Interstate und kam auf die Clay Street, über die ich dann nach Vicksburg reinkam. Etwas später musste ich dann noch einmal rechts abbiegen, dann war ich an dem Supermarkt, wo meine Ware hinsollte.
    Ich meldete mich an und erledigte den Papierkram. Dann durfte ich ans Dock setzen und absatteln. Um viertel nach Zwölf konnte ich mich dann mit der Zugmaschine auf den Weg nach Jackson machen.

    Über die Clay Street ging es dann zurück zur Interstate. Dann fuhr ich wieder auf die I-20 E in Richtung Jackson. An der Ausfahrt 46 wechselte ich dann auf die I-55 N in Richtung Grenada / Memphis. An der Ausfahrt 96B fuhr ich dann von der Interstate ab und folgte der Beschilderung in Richtung State Capitol. Dann bog ich rechts in das Gewerbegebiet ab, das neben der Interstate lag. Hier waren dann auch Zentral- und Außenlager von Walmart in Jackson.
    Ich fuhr dann zum Außenlager, wo ich dann meinen Trailer mit dem Feuerwerk abforderte. Ich bekam wieder einen 53 Fuß Dry Van. Diesen sattelte ich auf und erledigte die PTI. Um halb Drei hatte ich alles erledigt und konnte wieder losfahren.
    Viel Fahrzeit blieb mir dann heute nicht mehr. Gerade mal eine Stunde hatte ich noch. Ich suchte mir einen Truckstop in der Nähe und meine App gab mir das Petro Stopping Center, Jackson an. Ich übernahm die Adresse ins Navi und machte mich auf den Weg.

    Dazu musste ich erst noch mal zurück auf die I-55 S. Es ging wieder zur I-20 zurück, wo ich dann aber die erste Ausfahrt wieder runterfuhr. Dann musste ich noch ein, zweimal abbiegen, dann stand ich auf dem Truckstop.
    Als erstes telefonierte ich dann mit Keela. Lange konnten wir nicht mehr sprechen, da sie in der nächsten halben Stunde ins Büro musste. Es gab jetzt aber auch nichts Neues zu besprechen. Morgen würde Keela natürlich wieder nach Pacifica fahren. Ansonsten hatte sie erstmal nichts zu berichten. Als wir dann aufgelegt hatten, weil Keela losmusste, ging ich dann in den Truckstop.
    Zuerst ging es unter die Dusche. Anschließend ging ich noch was essen. Hier hatte ich mal wieder ein Iron Skillet Restaurant, wo die Gerichte in den kleinen Pfannen serviert wurden. Um fünf Uhr war ich dann wieder im Truck, wo ich mich dann recht bald hinlegte.

    Samstag, den 20. Oktober 2018, 12:45 a.m., Central Daylight Time, Jackson, MS:

    Ich hatte den Wecker auf der gleichen Weckzeit stehen gelassen, die ich gestern schon gebraucht hatte. So hatte ich zwar die Pause ein wenig verlängert, das störte mich aber nicht. Ich stand also wieder um viertel vor Eins auf und ließ dann den üblichen Ablauf mit Kaffeekochen, Duschen und so weiter folgen. Um halb Zwei begann ich dann wieder mit der PTI und eine Viertelstunde später war ich wieder auf dem Weg gen Westen.

    Ich fuhr dann auf die I-20 W in Richtung Vicksburg und beschleunigte den Lastzug auf 66 mph. Dann stellte ich den Tempomat ein und rollte entspannt durch die Nacht. Es ging an Vicksburg vorbei und dann wieder über den Mississippi nach Louisiana. Den Staat durchquerte ich dann einmal in Ost – West – Richtung und fuhr dann weiter nach Texas.
    Es war dann bereits halb Acht am Morgen, als ich dann an der Ausfahrt 523 von der Interstate fuhr. Meine Pause wollte ich wieder an Duke’s Travel Plaza machen. Ich parkte den Lastzug und ging dann in das gemütliche Restaurant zum Frühstücken.
    Zurück im Truck, rief ich dann bei Keela an, die bereits auf war, weil sie ja zeitig nach Pacifica wollte. Wir telefonierten dann noch eine gute halbe Stunde miteinander, dann wollte Keela weitermachen. Auch ich hatte ja noch einiges vor mir. Es war dann neun Uhr, als ich mich wieder auf den Weg machte.

    Ich fuhr dann wieder zurück auf die I-20 W in Richtung Dallas. Dort folgte ich weiter der I-20 Richtung Fort Worth. Dort wechselte an der Ausfahrt 437 auf die I-35W N in Richtung Denton. Gute 14 Meilen später wechselte ich auf die US-287 N in Richtung Decatur. Via Wichita Falls sollte es dann in Richtung Amarillo weitergehen.



    Gegen halb Zwei näherte ich mich dann Amarillo. Ich wechselte noch mal kurz auf die I-40 W und verließ dann an der Ausfahrt 75 die Interstate um Feierabend zu machen. Um bis nach Dumas zu kommen, reichte meine Fahrzeit absolut nicht mehr aus. Ich musste wohl in der kommenden Nacht die letzten paar Meilen zum Ziel fahren.
    Ich fuhr auf den Pilot Truckstop an der Ausfahrt und suchte mir dort einen Parkplatz um Feierabend zu machen. Um viertel vor zwei stand mein Truck auf dem Parkplatz. Nachdem ich geduscht hatte, konnte ich mir aussuchen, ob ich zu McDonalds oder zu Subway wollte. Heute nahm ich dann den Subway. Zurück im Truck legte ich mich dann bald hin. In der Nacht musste ich ja noch mal los.

    Sonntag, den 21. Oktober 2018, 12:45 a.m., Central Daylight Time, Amarillo, TX:

    Einen dritten Tag in Folge stand ich zur gleichen Zeit auf. Das gab es bei mir auch selten genug. Es tat mir aber mal gut, eine gewisse Regelmäßigkeit zu haben. Sie wäre aber noch besser gewesen, wenn sie tagsüber gewesen wäre und nicht mitten in der Nacht.
    Wie üblich setzte ich zuerst einen Kaffee auf. Anschließend folgte Toilettengang und Dusche im Truckstop. Auch heute war um viertel vor Zwei die PTI beendet und ich war wieder auf dem Weg.

    Ich fuhr dann heute auch nicht zurück zur Interstate, sondern fuhr rechts vom Truckstop weg. Nun war ich auf dem TX-335 Loop, einer Art Ringstraße, die um Amarillo herumführte. Im Norden von Amarillo ging es dann auf die US-87 N, die mich direkt zu meinem Ziel führen sollte. Um halb Drei hatte ich dann den Walmart Discount Store im Süden von Dumas erreicht. Das Center lag direkt an der US-87. So blieben mir umständliche Fahrten durch eine enge Stadt erspart.

    Ich meldete mich im Centerbüro an und erledigte den Papierkram. Leergut konnte ich nicht übernehmen, da ich mit meinen 70 Stunden genau bis hierhin gekommen war. Meine Fahrzeit war von den Kollegen aus Jackson sozusagen bis aufs Letzte ausgereizt worden.
    Ich fuhr noch mit dem Trailer in den Wareneingangsbereich und sattelte den Trailer am Dock ab. Meine Recherche über meine Truckstop App hatte ergeben, dass im Norden von Dumas ein neuer Love’s Travel Stop eröffnet hatte. Dort musste ich dann wohl meinen Reset verbringen.
    Ich stellte das E-Log auf Privatfahrt und machte mich auf den Weg zu dem Truckstop. Nun hatte ich noch drei Meilen vor mir, bis ich den Truckstop erreichte. So hatte ich dann um drei Uhr schon wieder Feierabend und meinen Reset. Da ich hier mitten in der Nacht nichts mehr erledigen konnte und wollte, legte ich mich dort erstmal wieder ins Bett und schlief noch ein paar Stunden.

    Gegen zehn Uhr stand ich dann wieder auf. Ich machte es mir in meinem Sleeper gemütlich und nahm mein Handy. Ich ging davon aus, dass Keela auch schon wach war, da es in Kalifornien auch bereits acht Uhr war.
    Sie saß gerade vor ihrem Van und war am Frühstücken. Vom Wetter her hatte sie strahlenden Sonnenschein, auch wenn die Temperaturen inzwischen bei Höchstwerten von 15 Grad Celsius lagen. Jetzt am Morgen war es noch etwas frischer, weswegen sie in Jacke am Frühstückstisch saß. „Wenn ich mich auf dem Board bewege, ist das kein Problem.“ Meinte sie auch nur dazu. Ihr Tagesplan stand fest. Bis etwa vier Uhr am Nachmittag wollte sie noch am Rockaway Beach surfen und dann die Heimfahrt nach Sacramento antreten. Schließlich hatte sie in der kommenden Woche Frühschicht. Dadurch, dass George seine Woche erst später angefangen hatte, arbeitete er dieses Wochenende durch, berichtete sie mir noch. Das hatte ich aber einkalkuliert. Nachdem wir dann etwa eine halbe Stunde gesprochen hatten, drängte Keela aber dazu, aufzulegen. Wenn die Wellen auf sie warteten, hatte ich keine Chance.

    Als Nächstes nahm ich mir meinen Laptop und schaute im Netz, was man denn in Dumas unternehmen konnte. Da hatte ich aber Pech. Die einzige angegebene Sehenswürdigkeit des Städtchens mit knapp 15.000 Einwohnern, das Window On the Plains Museum hatte ausgerechnet am Sonntag geschlossen. Mir blieben also nur Truck und Truckstop.
    Da ich den Laptop nun einmal anhatte, erledigte ich erstmal Bürokram. Ich schrieb die Rechnungen für die vergangene Woche und schaute mir noch die aktuellen Zahlen an. Nach zwei Stunden hatte ich aber auch alles erledigt und mir die Zahlen schon das dritte Mal angesehen. Also schaltete ich den Laptop wieder aus und ging in den Truckstop.
    Nach dem Besuch von Godfather’s Pizza und dem Verzehr einer solchen ging ich aber wieder zurück zum Truck. Dort zog ich mir Sportsachen und meine Laufschuhe an und absolvierte dann eine größere Joggingrunde durch den Norden von Dumas.

    Zurück am Truck ging ich dann duschen. Danach machte ich ein wenig Innenreinigung. Irgendwann waren dann aber auch Fahrerkabine und Sleeper wieder wie aus dem Ei gepellt und sogar das Armaturenbrett und die Scheiben geputzt. Zum Glück hatte ich den Tag dann so gut wie rumgekriegt. Den Abend verbrachte ich dann im Sleeper vor dem Fernseher. Für den morgigen Montag nahm ich mir dann vor, erst einmal auszuschlafen. Mein Reset endete ja erst am Mittag um Zwei.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

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