TruckSim Map Bilder Show

hier könnte auch dein Bild stehen ...

55. Feuerwerk, Dixies, Leermeilen und Bowling

  • Montag, den 8. Oktober 2018, 1:30 a.m., Pacific Daylight Time, Sacramento, CA:

    Um halb Zwei klingelte mein Wecker. Ich machte ihn schnell aus, damit Keela nicht wach wurde. Dann ging ich leise ins Bad und erledigte Toilettengang, Zahnpflege und Dusche.
    Als ich wieder ins Schlafzimmer kam, war Keela doch wach und tippte gerade was in den Laptop. „Habe ich dich doch geweckt?“ „Du nicht. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass Andy jetzt schon mit der Tour fertig ist.“ Andy war einer der Walmart eigenen Trucker die von Keelas Team betreut wurden. „So. Jetzt hat er auch seinen Anschluss.“ „Dann leg dich wieder hin.“ „Könnte dir so passen. Jetzt bin ich wach, jetzt wirst du auch gleich richtig verabschiedet.“
    Zuerst zog ich mich aber an und packte noch ein paar frische Sachen ein. Dann gingen wir in die Küche. Ich setzte mir einen Kaffee auf, während Keela sich um die nachtschlafende Zeit nur ein Glas Milch einschüttete. Während der Kaffee durchlief schaute ich noch nach, was ich noch an Vorräten mitnehmen konnte. Ich hatte aber gestern beim Einkaufen nicht an Vorräte für unterwegs gedacht. Ein Paket Kaffee und eine Dose Suppe fand ich aber noch für mich.
    Schließlich war der Kaffee durchgelaufen und ich füllte ihn in die Thermoskanne um. Dann verabschiedete ich mich mit einem Kuss von meiner Süßen. Natürlich forderte sie heute wieder einen zweiten und dritten Kuss. Bei einer Tour nach Texas rechneten wir damit, uns nicht vor dem Wochenende wieder zu sehen.
    Nun nahm ich meine Sachen und ging nach unten in die Halle. Ich stellte E-Log und ORBCOMM auf PTI, dann verstaute ich zuerst meine Sachen. Anschließend erledigte ich dann die Kontrolle. Als ich die beendet hatte, war vom ORBCOMM auch der mir schon bekannte Auftrag freigegeben worden:

    PICKUP: EST-CASAC
    GATE: 04
    TRAILER: DV53860
    FREIGHT: FIREWORKS
    WEIGHT: 24,002 LB
    DROP: SUC-TXBRF
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: ADR 1.4 EXPLOSIVES

    WAT-CASAC-KRY.

    TXBRF stellte sich dann als Brownfield, Texas heraus. Der Name sagte mir erstmal gar nichts. Ob ich da schon mal war, oder nicht, konnte ich spontan nicht sagen. Wenn überhaupt, dann war ich da aber bisher allenfalls mal durchgefahren.
    Zuerst musste ich aber zum Außenlager nach North Sacramento. Dort sollte ich um diese Zeit aber in einer Viertelstunde ankommen. Ich fuhr aus der Halle und schloss das Tor wieder dann fuhr ich durch die nächtliche Stadt zum Außenlager, dass ich dann gegen halb Drei erreichte. Ich holte mir im Bürocontainer meine Papiere ab und fuhr danach zu Tor 4, wo ich meinen Dry Van aufnehmen konnte. Nach der Kontrolle des Trailers und dem Anbringen der Gefahrgut Labels konnte ich dann um viertel vor Drei losfahren.

    Es ging dann wieder durch das nächtliche Sacramento. Nun aber zum Golden State Highway. Dort fuhr ich schließlich auf die CA-99 S auf.
    Die nächsten knapp vier Stunden rollte ich dann zumeist entspannt mit Tempomat 56 durch das frühmorgendliche Kalifornien gen Süden. Dann hatte ich Fresno erreicht.
    Da ich inzwischen auf Hunger bekommen hatte, fuhr ich an der Ausfahrt 132 vom Highway runter und hielt mich in Richtung des Golden State Boulevard. So kam ich zum Fifth Wheel Truckstop, an dem ich in Fresno meistens hielt, um einen Stopp zu machen.
    Als ich geparkt hatte, telefonierte ich aber zuerst mit Keela die ebenfalls am Frühstücken war. Ihren Bereitschaftsdienst hatte sie ja inzwischen beendet und die Disposition wieder an Jessy übergeben. Während dem Telefonat machte ich mich auch schon mal auf den Weg in den Truckstop, wo ich mir dann mein Frühstück bestellte.
    Nachdem ich dann mein Telefonat beendet hatte, frühstückte ich noch in Ruhe. Anschließend quatschte ich noch mit ein paar Fahrern, die für unsere Läger in Fresno fuhren. Gegen viertel vor Neun machte ich mich dann aber wieder auf den Weg.

    Ich fuhr dann wieder zurück zur CA-99 S in Richtung Bakersfield. Nun rollte ich wieder gemütlich für die nächsten zwei Stunden über den Golden State Highway, bis ich dann Bakersfield erreicht hatte. An der Ausfahrt 24 wechselte ich dort auf die CA-58 E in Richtung Mojave / Tehachapi. Nun ging es mal wieder erst durch die Stadt. Anschließend ging es in Richtung Barstow durch die Mojave. Diese Strecke fuhr ich ja schon bald im Schlaf. Daher rollte ich auch sehr entspannt dahin. Die Klimaautomatik stand auf einer angenehmen Temperatur im Radio lief gute Musik und es lief alles perfekt. So liebte ich meinen Job.

    Nach weiteren zwei Stunden war ich kurz vor Barstow. Ich wechselte an der Ausfahrt 234 A auf die I-15 N in Richtung Las Vegas. Keine fünf Meilen später wechselte ich dann auf die I-40 E in Richtung Needles.
    Nun ging die Rechnerei wieder los. Trotzdem, dass alles geklappt hatte, fürchtete ich, dass ich es nicht bis zur Essex Rest Area schaffen würde. Dazu war heute, am Montagmorgen der Verkehr in Fresno und Bakersfield zu dicht gewesen. Es hatte zwar auf den freien Strecken alles ohne Probleme geklappt, aber in den Städten war auch auf den Highways ein wenig Stop and Go gewesen. Ich wollte auch nicht am ersten Tag nach dem Reset schon wieder die Zeiten versauen.
    Ich entschied mich dann dafür, mal wieder in Ludlow an dem kleinen Truckstop mitten in der Wüste stehen zu bleiben. Ich fuhr dann von Barstow aus noch eine knappe Stunde, dann nahm ich die Ausfahrt 50, Ludlow.

    Heute fuhr ich dann rechts rum. Auf der linken Seite bei der 76 Tankstelle war zwar der Parkplatz größer, Bei der Chevron auf der rechten Seite gab es aber das Ludlow Café. Burger gab es auf beiden Seiten. Im Ludlow Café gab es aber ein recht gutes hausgemachtes Chili. Das zog ich dann doch dem DQ auf der anderen Seite vor.
    Um viertel vor Drei stellte ich den Truck nach etwas über 10 Fahrstunden ab. Das sollte für heute reichen. Anschließend ging ich noch duschen und ein gutes Chili essen. Zurück im Truck schaute ich noch etwas fern, danach legte ich mich hin.

    Dienstag, den 9. Oktober 2018, 12:00 a.m., Pacific Daylight Time, Ludlow, CA:

    Um Mitternacht klingelte mein Wecker wieder. Wir hatten nun mal im Moment viel zu tun, da war nicht daran zu denken, die Pausen zu verlängern. Ich stand auf und erledigte die übliche Morgenroutine. Erst wurde der Kaffee aufgesetzt, danach ging ich in die Tankstelle. Ich nutzte die Toilette und die Dusche. Zurück im Truck begann ich dann mit der PTI. Um ein Uhr konnte ich dann wieder losfahren.
    Ich zog wieder zurück auf die I-40 E in Richtung Arizona. Nun ging es wieder ruhig und gemütlich durch die Nacht. Mit 24,000 Pfund Ladung war ich auch nicht allzu schwer, so konnte ich in aller Ruhe im Tempomat dahin rollen.

    Nach 80 Meilen hatte ich dann den Colorado River erreicht. Nachdem der überquert war, war ich dann in Arizona. Da mein Tank noch halbvoll war, fuhr ich heute nicht in Kingman raus, sondern passierte die Stadt nur über die I-40. Ansonsten ging es nun mit 66 mph durch den sehr frühen Morgen.
    Es ging auch an Flagstaff vorbei immer weiter in Richtung New Mexico. Ich hatte beschlossen so Pause zu machen, dass ich mit Keela telefonieren konnte, bevor sie nach ihrer Nachtschicht ins Bett ging.
    Als Gewohnheitstier hatte ich mich dafür entschieden mal wieder den Love’s Travel Stop in Joseph City anzusteuern. Kurz nach halb Sieben erreichte ich dann die Ausfahrt 277. Dann ging es mal wieder zweimal links, dann hatte ich den Truckstop erreicht.
    Um viertel vor Sieben stand der Kenny dann in seiner Parklücke und ich schnappte mir mein Handy und telefonierte mit Keela. Aktuell freute sie sich sogar über die sonst so ungeliebte Nachtschicht. So hatte sie aber weniger Probleme mit der Gebietserweiterung auf Oregon. Trotzdem war sie ziemlich müde und kaputt. Ich war im Gegenzug auch froh, dass ich nicht unbedingt viel mit den Dispatchern sprechen musste. Die Stimmung im Büro in Sacramento war ja im Moment allgemein leicht explosiv. Manchmal reichte ein Funken aus, um wieder einen Dispatcher zum Ausrasten zu bringen.
    Wir telefonierten dann bis etwa halb Acht miteinander, danach ging ich dann zum Frühstücken in den Truckstop. Dazu ging ich dann heute mal in den Subways. Um viertel nach Acht war dann auch mein Hunger wieder weg und ich konnte mich wieder auf den Weg machen.

    Ich fuhr wieder vom Truckstop Gelände und bog rechts ab. Dann hielt ich mich wieder links auf die I-40 E. Nun beschleunigte ich den Lastzug wieder auf 66 mph und schaltete den Tempomat wieder ein. Es ging an Holbrook vorbei und dann weiter nach New Mexico.
    Beim Port of Entry begann mein Transponder wieder zu piepen und rot zu leuchten. Ich musste also über die Waage. Bei den Labeln am Trailer rechnete ich jetzt schon mit einer Ladungskotrolle wegen des Gefahrguts. Mit dem Gewicht hatte ich dann auch überhaupt keine Probleme. Ich hätte sogar noch 20,000 Pfund beiladen können. Weitere Kontrollen blieben mir dann zum Glück auch erspart. Ich durfte direkt wieder auf die Interstate zurück.

    Nun ging es durch New Mexico weiter. Ich fuhr an Gallup vorbei und näherte mich weiter Albuquerque. Die größte Stadt des Staates erreichte ich dann um die Mittagszeit. Das hatte den Vorteil, dass ich nicht allzu viel Verkehr hatte und entsprechend gemütlich fahren konnte.

    Die Zeit auf meinem E-Log gefiel mir aber weniger. Langsam musste ich mich schon wieder auf eine Pause einrichten. Bis halb Drei durfte ich noch fahren, dann war Feierabend angesagt. Meine Fahrzeit reichte dann noch bis zum I-40 EB Rest Stop - Santa Rosa, NM, wie der Autobahnparkplatz offiziell hieß.
    Da ich kurz vorher noch einen langsamen Kollegen vor mir hatte, an dem ich aber auch nicht vorbeikam, fuhr ich dann quasi mit der letzten Minute auf den Parkplatz. Daher beschloss ich dann auch, meine Pause eine halbe Stunde zu verlängern, damit da wieder etwas mehr Luft reinkam.
    Heute machte ich mir dann auch wieder was zu essen im Truck fertig. Ich machte mir eine Dose Bohneneintopf auf und erwärmte den in meiner Mikrowelle. Dazu gab es dann noch ein paar Scheiben Weißbrot. Nach dem Essen vertrat ich mir noch ein wenig die Beine, danach legte ich mich dann in mein Bett.

    Mittwoch, den 10. Oktober 2018, 12:15 a.m., Mountain Daylight Time, I-40 EB Rest Stop - Santa Rosa, NM:

    Mitternacht war gerade erst eine Viertelstunde vorbei, als mein Wecker wieder klingelte. Zum Glück hatte aber auch der eingebaute Wecker im Truck eine Snooze Taste, die dann noch einmal betätigte. Danach quälte ich mich dann aber doch aus dem Bett. Ich setzte den Kaffee auf und ging dann zu dem Toilettengebäude rüber.
    In der kargen Landschaft hier waren die Nächte inzwischen empfindlich kalt. Das machte dann vor allem die anschließende Wäsche mit Wasser aus dem Kanister nicht mehr ganz so angenehm. Aber noch hatten wir keinen Frost. Das würde aber sicher nicht mehr lange dauern.
    Um ein Uhr begann ich mit der PTI, eine Viertelstunde später ging es dann wieder weiter nach Texas.

    Ich verließ die Rest Area und fuhr wieder auf die I-40 E. Hier würde ich heute aber nicht mehr allzu lange draufbleiben. Bereits nach 25 Meilen hatte ich dann meine Ausfahrt erreicht. Für den restlichen Tag würde ich heute nicht mehr auf Interstates unterwegs sein, sondern auf den alten US-Routes.
    An der Ausfahrt 277 fuhr ich also von der I-40 ab und wechselte auf die US-84 E in Richtung Fort Sumner. Nun ging es wieder für 42 Meilen durch die Nacht, bis ich Fort Sumner dann schließlich erreicht hatte. Hier war ich ja schon mal. Ich hatte hier seinerzeit sogar einen Reset, bei dem ich mir das Billy the Kid Museum angeschaut hatte.
    Nachdem ich jetzt links abgebogen war und weiter der US-84 E folgte, kam ich dann auch wieder an besagtem Museum vorbei. Zu dieser nachtschlafenden Zeit war es dann natürlich geschlossen.
    Ich fuhr weiter in Richtung Clovis. Das Erreichen der Stadt kündigte sich dann durch die Vorbeifahrt an der Cannon Air Force Base an. Ein paar Minuten später hatte ich dann Texas erreicht.
    Passenderweise war inzwischen auch die Tankleuchte angegangen. Ich beschloss dann aber erst zu tanken, wenn ich wusste, wie es weitergehen sollte.
    Das Nennenswerteste auf den nächsten Meilen war die Ortsdurchfahrt mit dem Namen Sudan. Ich war dann also durch den Sudan gefahren, obwohl ich Texas nicht verlassen hatte.
    :D Etwas später errichte ich Littlefield, ein Städtchen, was hauptsächlich vom Baumwollanbau lebte. Hier verließ ich dann die US-84 und wechselte auf die US-385 S. Ich kam nach Levelland, wo ich zweimal abbiegen musste, um der US-Route weiter zu folgen. Nun hatte ich noch etwa eine halbe Stunde bis zu meinem Ziel.

    Da klingelte mein Telefon mal wieder. Keela rief an. „Hallo meine Süße. Beruflich oder privat.“ „Um diese Zeit eher beruflich.“ Meinte Keela. „Okay. Was gibt’s? Geht es um den Anschluss in Brownfield?“ „Sozusagen. Hast du was dagegen, gute 70 Meilen Bobtail zu fahren?“ „Wenn es denn sein muss. Das weißt du doch selber genauso gut wie ich. Wieso? Hast du nichts in Brownfield?“ „Da steht zwar eine Ladung Leerpaletten, das sind aber Kunststoffpaletten, die wieder zu der Lebensmittelfabrik in Alabama zurücksollen. Das können die Dixies auch gerne selber fahren.“ Ich musste lachen. „Was hast du zu lachen?“ fragte Keela irritiert. „Ich habe ewig Niemanden mehr gehört, der die Südstaatler als Dixies bezeichnet hat. Das ist sicher wieder so eine Midwest Sache. In Kalifornien sagt das kein Mensch.“ „Kann sein. In Minnesota ist das normal.“ „Okay, du Yankee. Was hast du denn sonst anzubieten?“ „Eine Ladung Haushaltsgeräte vom Best Buy Außenlager, Hobbs, New Mexico nach Sacramento. Wie gesagt, es sind etwa 70 Meilen Bobtail.“ „Die geht direkt nach Hause?“ „Sag ich doch.“ „Da fragst du noch? Die nehme ich sofort.“ „Okay. Ist hiermit geblockt.“ „Dann sieht es doch nach einem Reset zu Hause aus.“ „So ist der Plan.“ „Okay Süße. Dann lass uns nachher noch mal telefonieren, wenn du Feierabend hast.“ „Machen wir.“ Wir legten auf.

    Gegen Sieben erreichte ich dann Brownfield. Ich bog rechts auf die Lubbock Road ab, die hier Teil der US-62 war. Über die ging es dann nach Brownfield hinein. Nun ging es links auf die Tahoka Road, die US-380. An der lag das Supercenter.
    Natürlich hatte ORBCOMM die Anschlussfracht angefordert. Da ich aber wusste, was kam, brauchte ich da jetzt noch nicht nachschauen. Ich meldete mich im Centerbüro an, die mein Feuerwerk erwarteten. Auf die Frage, ob ich die Kunststoffpaletten mitnehmen sollte, sagte ich: „Sorry, aber Alabama liegt nicht wirklich auf dem Weg nach Kalifornien.“ Wenn ich Keelas Spruch mit den Dixies weitergegeben hätte, wäre man sicher nicht erfreut gewesen. Auch wenn die Rivalität zwischen Yankees und Dixies mit Sicherheit lange nicht mehr so groß war, wie früher.
    Man wies mir für meinen Trailer Tor 5 zu und unterschrieb mir die Papiere. Dann verließ ich das Büro wieder und ging zum Truck zurück. Um halb Acht hatte ich abgesattelt und stieg wieder in die Maschine ein. Nun warf ich auch einen Blick ins ORBCOMM:

    PICKUP: BBY-NMHBS
    GATE: 05
    TRAILER: DV533401
    FREIGHT: DOMESTIC APPLIANCES
    WEIGHT: 34,616 LB
    DROP: CST-CASAC
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-KRY.

    Es war alles wie besprochen. Eine Sache wunderte mich kurz. Es war kein Vermerk über eine Trailer Gestellung im System. Trotzdem war die Trailer Nummer ungewöhnlich. Da musste ich dann einfach mal abwarten.
    Zuerst wollte ich nun aber die Tanks wieder füllen. Ich fuhr wieder bis zur Lubbock Road zurück. Dann fuhr ich bis zur Main Street. Hier an der Ecke, wo es dann auch in Richtung Hobbs weiterging, war eine Tankstelle. Ich fuhr an die Zapfsäulen und stellte mich so, dass ich an beiden Seiten gleichzeitig tanken konnte.

    Dann tankte ich den Truck wieder auf. Leider war in der letzten Zeit der Dieselpreis drastisch gestiegen. Ob das jetzt am bevorstehenden Winter lag, oder an der Außenpolitik von Trump sei dahingestellt. Auf jeden Fall hatte ich den satten Preis von $3,24 pro Gallone an der Säule stehen. Ich hatte aber gesehen, dass der Preis in Kalifornien inzwischen auch über vier Dollar lag. Also volltanken. Alleine für das Vergnügen hatte ich schon wieder 903 Bucks weniger auf dem Konto. Wenn ich schon für so viel Geld hier tankte, musste wenigstens ein Kaffee für lau drin sein. Ich ging also noch in die Tanke und bekam dort meinen Kaffee. Danach fuhr ich erstmal weiter.

    Ich fuhr aber nicht weit. Ich sah nur zu, dass ich aus Brownfield wieder rauskam. Dann stellte ich mich an die Seite. Zuerst nahm ich dann mein Handy und rief bei Keela an, die inzwischen Feierabend hatte und zu Hause war. Wir telefonierten dann eine ganze Zeit miteinander.
    Irgendwann war Keela dann aber zu müde und wollte sich schlafen legen. Nun machte ich mir aus meinen Vorräten erstmal ein paar Sandwiches und frühstückte in aller Ruhe. Hier war es dann schon zehn Uhr, als ich mich wieder auf den Weg machte.

    Über die US-62 W ging es dann via Wellman und Seagraves nach Seminole. Von hier ging die US-62 zusammen mit der US-180 nach New Mexico. Nach gut 25 Meilen war ich dann wieder in New Mexico.
    Nun musste ich noch durch Hobbs, um zum Best Buy Lager zu kommen. Da es jetzt wieder eine andere Zeitzone war, kam ich dann um halb Elf am Lager an. Ich meldete mich beim Pförtner und erledigte den Papierkram. Danach konnte ich auf den Hof fahren, um aufzusatteln.
    Dort stellte ich dann auch fest, warum die Trailer Nummer so merkwürdig war. Der Trailer war zwar wieder ein Dry Van, der für den Hersteller von Speichermedien, Kingston Technology warb, der Trailer hatte aber drei Achsen.
    Wofür wir dreiachsige Trailer hatten, war mir allerdings nicht ganz klar. Für 80,000 Pfund reichten zwei Achsen. Nachdem ich aufgesattelt und vorgezogen hatte, wurde es dann klarer. Es war ein Trailer von Walmart Kanada und er war in Alberta zugelassen. Die Kanadier hatten ja eine etwas höhere Zuladung im Inlandsverkehr.
    Ich war dann mal neugierig, wie sich der Trailer fahren würde. Außerdem mochte ich mir gar nicht vorstellen, was an den Waagen los sein würde. Mit unter 35,000 Pfund Ladung würde ich aber auch mit der zusätzlichen Achse unter 80,000 Pfund bleiben. Nach der PTI machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Zuerst fuhr ich aus Hobbs raus, dann machte ich mich auf den Weg über die I-62 W. Da blieb ich aber nur noch 12 Meilen drauf. Dann ging es rechts auf die NM-529 weiter.
    Über diesen Highway ging es nun durch die Ölfelder zur US-82 weiter. Überall waren hier die Pumpen zu sehen, mit denen das schwarze Gold aus der Erde geholt wurde.
    Nach 30 Meilen wechselte ich auf die US-82 W in Richtung Alamogordo. Für die nächsten 130 Meilen ging es nun durch die immer hügeliger werdende Landschaft. Auf der kurvenreichen Strecke merkte ich dann deutlich, dass der Trailer wegen der zusätzlichen Achse steifer war, als die Zweiachser. Ob sich der Trailer auf den Verbrauch auswirkte, konnte ich nur vermuten. Das Streckenprofil war nicht dafür geeignet, um da Vergleiche anzustellen.

    Gegen viertel nach Zwei kam ich dann in den Raum Alamogordo. Nun wurde es für mich Zeit, stehen zu bleiben. Ich fuhr dann für meine Pause zum Kent Kwik Convenience Store. Das war eine Texaco Tankstelle mit einem rund um die Uhr geöffneten Restaurant und den entsprechenden Truck Parkplätzen. Hier machte ich dann für diese Schicht Feierabend.
    Ich ging dann noch zum Duschen in den Truckstop. Anschließend testete ich dann noch das Restaurant aus. Um vier Uhr war ich dann zurück im Truck, wo ich mich dann sofort hinlegte.

    Mittwoch, den 10. Oktober 2018, 11:30 p.m., Mountain Daylight Time, Alamogordo, NM:

    Um halb Zwölf klingelte mein Wecker wieder. Ich war schon wieder mehr und mehr in den Bereich der Nachtschichten gerutscht. Dabei war es auch kein großer Trost, dass Keela ebenfalls Nachtschicht hatte. Ich quälte mich aus dem Bett und setzte den Kaffee auf. Anschließend ging ich duschen. Auch den ersten Kaffee der Schicht nahm ich wieder im Truckstop ein. Um halb Eins begann ich dann mit der PTI und eine Viertelstunde später machte ich mich auf den Weg in die Nacht.

    Ich lenkte den Lastzug aus Alamogordo hinaus und fuhr zur US-70 W in Richtung Las Cruces. Bis dahin waren es etwa 65 Meilen. Also würde ich jetzt wohl eine Stunde bis dorthin brauchen.
    So war es dann auch. Nach einer Stunde erreichte ich die ersten Vororte der Stadt. Hier wechselte ich erstmal auf die I-25 S in Richtung El Paso. Nach circa sechs Meilen wechselte ich dann aber auf die I-10 W in Richtung Deming. Ich hätte in der Nacht zwar auch den kürzeren Weg durch die Stadt nehmen können, so ging es aber schneller und bequemer.

    Die nächsten Stunden verbrachte ich mit einer eintönigen Fahrt durch die Nacht und den anbrechenden Morgen. Ich passierte auf der I-10 Deming und Lordsburg. Dann erreichte ich die Grenze nach Arizona. Als diese überquert war, stimmten Log Zeit und Realzeit wieder überein.
    Der Staat begrüßte mich dann auch mitten in der Nacht mit der Aufforderung, über die Waage zu fahren. Nun war ich gespannt, was die zusätzliche Achse am Trailer ausmachte. Mit 72,100 lb war ich aber noch weit von den 80,000 lb entfernt.
    An San Simon, Willcox und Benson vorbei ging es weiter nach Tucson. Die Universitätsstadt in der Sonora Wüste erreichte ich am frühen Morgen. Der Berufsverkehr hatte aber noch nicht eingesetzt. Die Stadt wollte ich aber noch hinter mich bringen, bevor ich meine kurze Pause machte.

    In Eloy, an der Ausfahrt 200, kurz vor dem Abzweig zur I-8, fuhr ich von der Interstate in Richtung Arizona City. Neben der Ausfahrt lag hier das Petro Stopping Center, an dem ich auch schon öfter Halt gemacht hatte. Hier fuhr ich dann auch heute für die kurze Pause hin. Da es schon viertel nach Sieben war, rief ich als Erstes zu Hause an. Keela wollte ja auch irgendwann ins Bett. Vorher telefonierten wir aber noch eine ganze Weile.
    Das Interessanteste dabei war, dass George inzwischen seine erste grenzüberschreitende Tour für uns fuhr. Er war mit verpackten Lebensmitteln zu einer Vistaprint Druckerei in Kamloops, BC unterwegs. Also nach Kanada. Als Rückladung sollte es für ihn Druckerzeugnisse geben, die direkt für das Zentrallager, Sacramento gedacht waren. George hatte damit also die gewünschten, weiten Touren.
    Nach dem Telefonat ging ich dann frühstücken. Auf Fast Food hatte ich keine Lust. Da es sich um einen Petro Truckstop handelte gab es hier aber auch ein „Iron Skillet“ Restaurant als Full Service Restaurant. Hier wurden die Gerichte, wie der Name schon sagte, auf kleinen Eisenpfannen serviert. Ich bestellte mir dann heute eine Chicken and Sausage Combo. Diese wurde dann mit einer rauchigen Barbecue Sauce serviert und schmeckte echt lecker. Dazu gab es mal wieder eine Coke. Um neun Uhr hoffte ich, dass sich der Verkehr in Phoenix soweit beruhigt hatte, dass ich wieder weiterfahren konnte.

    Ich fuhr dann wieder auf die I-10 W in Richtung Phoenix. Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich dann die Stadt erreicht, in der mich mein Navi immer wieder im Stick ließ und ich mich daher öfter mal verfuhr. Die letzten Male war aber alles gut gegangen, darauf hoffte ich auch heute Vormittag. Aufgrund des Verkehres lotste mich das Navi dann von der I-10 herunter und schickte mich auf die AZ-143 N in Richtung Sky Harbor. Nach vier Meilen sollte ich dann auf den AZ-202 Loop W fahren. Die Strecke kannte ich noch von letzter Woche. Dort war ich auch hergefahren, als ich die Ladung beim Best Buy in Phoenix abgeholt hatte. So hatte ich den Stau umgangen und kam kurz darauf wieder auf die I-10 W in Richtung Los Angeles.
    Wenn jetzt auch weiter alles klappen würde, sollte ich mit meiner Fahrzeit heute noch bis zum Flying J nach Ehrenberg kommen. Da wollte ich sowieso die Tanks noch mal füllen. Es würde dann zwar morgen nicht bis nach Hause reichen, dafür müsste ich heute noch bis nach Palm Springs kommen, was absolut nicht drin war. Trotzdem stand einem Reset zu Hause nichts im Weg.

    Der weitere Plan ging dann auch auf. Punkt 12 Uhr mittags kam ich beim Flying J in Ehrenberg an. Ich bekam dann noch mal 144 Gallonen Diesel in die Tanks. Bei einem Dieselpreis von $ 3,58 pro Gallone war ich dann wieder 516 Bucks ärmer. In Kalifornien hätte ich aber weit mehr zu Zahlen.
    Nachdem der Kenny jetzt wieder genug zu trinken hatte, konnte ich ihn parken. Meine Schicht war damit beendet. Ich reservierte mir eine Dusche und ging mich dort erstmal wieder frisch machen. Zu Essen holte ich mir im Truckstop aber nichts. Meine Pause in Eloy war auch noch nicht so lange her. Da reichte es, wenn ich mir noch ein, zwei Sandwiches im Truck machte. Ich zappte dann auch noch etwas durchs Fernsehprogramm, bevor ich mich hinlegte.

    Donnerstag, den 11. Oktober 2018, 11:15 p.m., Mountain Standard Time, Ehrenberg, AZ:

    Am späten Abend um viertel nach Elf klingelte leider schon wieder der Wecker. Im Moment war das aber so, da musste ich mit leben. Ich war schon froh, dass ich nicht noch überall den Truck selbst entladen musste, wie es Marc Mulder von Europa berichtet hatte.
    Als erstes setzte ich wieder die Kaffeemaschine in Gang, dann ging es, wie üblich zum Duschen und auf den ersten Kaffee in den Truckstop. Um Mitternacht begann ich dann mit der PTI und eine Viertelstunde später ging es wieder weiter.

    Ich fuhr wieder zurück zur I-10 W, auf die ich in Richtung LA auffuhr. Kurz darauf war ich dann wieder in Kalifornien. Es ging an Palm Springs vorbei, dann kam ich langsam wieder in den Großraum Los Angeles.

    Bei Redlands wechselte ich wieder auf die CA-210 W Richtung Pasadena. Bei Glendora wurde diese dann zur I-210 W. In Pasadena folgte ich dann weiter der I-210 W. Hier stand dann auch Sacramento auf dem Wegweiser. Bei Sylmar ging es dann auf die I-5 N. Nun lag der Tejon Pass vor mir.

    Nachdem der Pass Überquert war, blieb ich weiter auf der I-5 N. Nun wollte ich langsam meine Pause machen. Es war ja inzwischen der nächste Morgen und Keela hatte inzwischen auch Feierabend.
    Ich fuhr mal wieder an der Ausfahrt 257 runter und auf den bekannten TA Truckstop in Buttonwillow. Hier telefonierte ich dann zuerst eine ganze Weile mit Keela. Sie berichtete mir, dass sie inzwischen mit Sandra Dansör telefoniert hatte und ihr erzählt hatte, dass wir Katrijn und Marc Mulder kennengelernt hatten, die sie und Christian ja auch kannten.
    Dann erzählte sie noch ein wenig von der Arbeit. Das Oregon Geschäft spielte sich zumindest auf der Nachtschicht langsam ein und der Stress wurde weniger. Ansonsten war nicht damit zu rechnen, dass wir vor dem Jahresende weniger zu tun hatten. Gegen acht Uhr legten wir auf, weil Keela ins Bett wollte.
    Ich hingegen ging dann in den Truckstop, wo ich frühstückte. Außerdem traf ich auch noch eine kleine Gruppe unserer Regional Driver die hier auch gerade Pause machten, bevor sie sich in den Verkehr in Richtung LA stürzten. Gegen neun Uhr fuhr ich dann auch wieder. Zum Glück aber nicht in Richtung LA. Das hatte ich ja schon hinter mir.
    Ich fuhr zurück auf die I-5 N und beschleunigte den Truck wieder auf 56. Dann legte ich den Tempomat ein. Nun konnte ich die nächsten Stunden entspannt dahinrollen.

    Nachdem ich dann dreieinhalb Stunden dahingerollt war, musste ich mir überlegen, wo ich Feierabend machte. Bis nach Sacramento würde ich heute leider nicht mehr kommen. Da Keela in der kommenden Nacht aber auch noch mal arbeiten musste, war das nicht ganz so tragisch. Wir würden dann eh erst morgen Früh nach Pacifica fahren.
    Ich hatte erst die Westley Rest Area im Kopf, entschied mich dann aber kurzentschlossen dagegen. Dann wäre ich ja morgen wieder mal ungeduscht, wenn ich nach Hause kommen würde. Ich fuhr also an der Rest Area vorbei und hielt mich dann nicht, wie üblich, in Richtung Sacramento, sondern nahm die I-580 W Richtung Tracy / San Francisco.
    An der Ausfahrt 72, Corral Hollow Road fuhr ich dann von der Interstate ab und hielt mich in Richtung Tracy. Nach sechseinhalb Meilen bog ich dann rechts ab, dann hatte ich noch eine Meile bis zu meinem gewählten Ziel.

    Am N Tracy Blvd lag der Tracy Truck & Auto Stop. Ein kleiner, aber feiner Truckstop. Diesen hatte mir Joe Henderson seinerzeit schon mal empfohlen. Abends bekam man dort nur sehr schwer einen Parkplatz. Jetzt war es aber ein Uhr am Mittag. Bis auf ein paar Regional Driver, die gerade ihre Mittagspause machten, war der Truckstop jetzt noch leer.
    Ich machte dann hier Feierabend und ging erstmal duschen. Anschließend ging ich zum „Krispy Krunchy Chicken“, wie der Systemgastronom im Style eines KFC hier hieß. Nach dem Essen machte ich noch einen kleinen Verdauungsspaziergang, dann legte ich mich hin. Am Abend stand mir ja die nächste Nachtschicht bevor.

    Freitag, den 12. Oktober 2018, 11:15 p.m., Pacific Daylight Time, Tracy, CA:

    Ich stand am Abend um die gleiche Uhrzeit, wie am Abend zuvor auf. Auch der Ablauf der Morgenroutine war ziemlich genau, wie gestern. Kaffee kochen, Toilette, Dusche und Kaffee im Truckstop. Auch heute begann ich dann um Mitternacht wieder mit der PTI. Um viertel nach Zwölf machte ich mich dann auf den Endspurt nach Hause.

    Ich fuhr dann hier auf die I-205 E. Nach sechs Meilen wechselte ich dann bei Lathrop wieder auf die I-5 N in Richtung Sacramento. Downtown Stockton fuhr ich dann von der I-5 ab und wechselte kurz auf die CA-4 E. Kurz darauf ging es dann über die CA-99 N weiter Richtung Heimat. Nun hatte ich nur noch 42 Meilen vor mir, bis ich bei Walmart auf dem Hof stehen würde.

    Um Viertel nach Zwei kam ich am Zentrallager an und ging erstmal ins Büro. Dort begrüßte ich Keela erstmal mit einem langen Kuss. „Hallo meine Süße.“ „Hallo Schatz.“ „Und jetzt Trailer ans Dock und Feierabend?“ „Warum willst du denn jetzt schon Feierabend machen? Ich muss doch auch noch arbeiten.“ „Stimmt auch wieder. Aber wo willst du mich denn jetzt noch hinschicken?“ „Ich hätte noch einmal San Francisco und zurück anzubieten. Das solltest du ja vor deinem Reset noch schaffen.“ „Müsste passen.“ „Gut.“ Keela druckte die Papiere aus. „Du fährst dann bitte zum Außenlager und übernimmst dort einen 53 Fuß Dry Van mit Kleidung für Hawaii. Die Ladung soll zum Pier 80. Dort bekommst du dann einen Reefer mit Tiefkühlkost, Importware, die dann wieder hier zum Zentrallager soll.“ „Hätte man eigentlich auch den Reset in San Francisco machen können? Dann hätte ich mir das hin und herfahren geschenkt.“ „So verdienst du aber noch was und der Truck steht vernünftig in der Halle.“ „Das ist ein Argument.“ „Okay. Setze den Trailer hier an Tor 5. Der Trailer am Außenlager steht an Tor 8.“ Sie gab mir die Papiere.
    „Fährst du dann nachher vor?“ „Natürlich. Wir müssen sowieso mit zwei Autos fahren. Ich fahre direkt nach Feierabend nach Rockaway Beach.“ „Okay. Muss ich noch was mitnehmen?“ „Nur die Klamotten, die du anziehen willst. Die Surfsachen sind schon komplett im Van.“ Gut, also nur die Sachen, die ich für abends und für morgen brauche.“ „Genau.“ „In Ordnung. Dann treffen wir uns gleich am Rockaway Beach.“ Ich gab Keela noch einen Kuss, dann ging ich wieder.

    Draußen setzte ich dann den Trailer aus Hobbs an Tor 5 an und sattelte ihn ab. Danach machte ich mich auf den Weg zum Außenlager. Etwa eine Viertelstunde später kam ich dort an.
    Da ich meine Papiere schon hatte und auch wusste, wo der Trailer stand, ging ich gar nicht erst zum Bürocontainer, sondern fuhr direkt zum Tor 8, wo ich den Trailer aufsattelte. Dann zog ich vor, schloss die Türen des Dry Vans und erledigte die PTI. Um drei Uhr fuhr ich dann heute das erste Mal in Richtung San Francisco ab.

    Ich fuhr wieder auf die Truxel Road, an der das Außenlager lag und fuhr dann über diese zur Interstate. Hier fuhr ich dann auf die I-80 W in Richtung San Francisco. 75 Meilen und eineinhalb Stunden später fuhr ich dann bei Emeryville weiter über die I-80 W in Richtung Bay Bridge.
    Ein paar Minuten später war ich wieder 25 Bucks ärmer. Soviel kostete das Befahren der Bay Bridge für 5 Achsige Fahrzeuge.
    Nachdem ich die Bay überquert hatte, wechselte ich auf die US-101 S. Dann bog ich links auf die Cesar Chavez Street ab, an der die Pier 80 war. Um sechs Uhr war ich am Ziel.

    Der Seehafen Carrier, mit dem wir in San Francisco zusammenarbeiteten, hatte hier eine alte Wellblechhalle, wie man sie viel in Häfen findet. In der Halle wurden sowohl Waren in Container verladen, als auch Ware aus Containern entladen und in normale Trailer umgeladen. Sperrige Ladungen wurden hier auch auf Flatbeds oder Tieflader gepackt. Dazu hatte man hier große Gabelstapler und auch Krananlagen.
    Ich fand es hier immer wieder interessant, auch wenn für uns in der Regel nur Dry Vans oder Reefer mit den Inhalten der Container gefüllt wurden.
    Ich meldete mich beim Meister an. „Hallo. Firma Walmart. Ich habe hier eine Ladung Bekleidung für Hawaii.“ „Wieviel soll das denn sein?“ „Knapp 30,000 Pfund.“ „Ach das wird die Ladung für den 40 Fuß Container sein.“ „Ist auf einem 53 Fuß Dry Van.“ „War der denn voll?“ „Nicht wirklich. Außerdem nicht allzu hoch gestapelt.“ „Dann sollte das passen. Du kannst den Trailer in der Halle absatteln.“ „In Ordnung.“ „Bekommst du auch wieder was mit?“ „Ja. Eine Ladung Tiefkühlware. Fernost Import.“ „Die ist schon fertig umgeladen. Ist der weiße Reefer da vorne. Da haben wir einen 40 Fuß und einen 20 Fuß Container reingequetscht. Sind 41,000 Pfund.“ „Also rappelvoll.“ „So isses.“
    Wir erledigten dann sofort den ganzen Papierkrieg. Danach konnte ich den Trailer in die Halle bringen. In der Halle war es mal wieder recht voll und daher entsprechend eng. Das hatte ich hier aber schon früher mal gehabt. Heute merkte ich dann wieder, dass ich mit dem T680 etwas wendiger war, als mit dem W900. Es war nur etwas schwieriger, das vordere Ende des Trucks einzuschätzen, als bei dem W900, wo man genau sah, wo die Haube zu Ende war.
    Durch die Zusatzspiegel auf meiner Haube hatte ich aber einen guten Richtwert. Es gab viele, die diese Spiegel nicht mochten, weil sie angeblich die Ästhetik der Trucks störten. Ich fand sie aber praktisch. Hier ging dann bei mir eindeutig die Funktionalität über die Optik.

    Als der Trailer dort stand, wo er hinsollte, sattelte ich ab. Dann fuhr ich aus der Halle und nahm den Reefer wieder auf. Nach erfolgter PTI konnte ich mich dann um halb Sieben wieder auf den Weg zurück nach Sacramento machen.
    Ich fuhr über die Cesar Chavez Street wieder zurück zur US-101. Hier fuhr ich dann in Richtung Bay Bridge wieder auf. Langsam dämmerte es und man sah, dass es wohl heute nicht Sonnenschein und blauen Himmel geben wird. Hoffentlich war es dann beim Surfen nachher nicht ganz so kalt.

    Ich folgte dann weiter der Beschilderung in Richtung Bay Bridge / Oakland auf die I-80 E. Als ich die Bay wieder überquert hatte, hielt ich auf dem kleinen Parkplatz an der Mautstelle an. Ich machte mir ein paar Sandwiches und frühstückte dann erstmal in Ruhe. So kurz vor dem Wochenende blieb ich dann aber nur die vorgeschriebene halbe Stunde stehen. Um viertel nach Acht war ich dann wieder auf dem Weg.

    Ich hatte eigentlich gedacht, dass mir Keela mit ihrem Savana entgegenkommen müsste. Gesehen habe ich sie aber nicht. Entweder kam sie mir auf der Bay Bridge entgegen, als wir auf zwei verschiedenen Ebenen waren, oder sie ist an mir vorbeigefahren, als ich gerade im Sleeper das Frühstück fertiggemacht hatte.
    Ich hielt mich dann wieder auf die I-80 E in Richtung Sacramento. Als ich wieder dort ankam, fuhr ich noch mal kurz auf die CA-99 S, die ich dann beim Zentrallager verließ. Gegen zehn Uhr fuhr ich dann auf den Hof des Zentrallagers.

    Ich meldete mich dann eben beim Lagermeister, der mich dann an Tor 3 ansetzen ließ. Nachdem ich abgesattelt hatte, sah ich zu, dass ich schnell zu meiner Halle rüberfuhr. Dort stellte ich den Truck in die Halle und erledigte noch schnell die letzten Sachen, die vor dem Reset zu tun waren. Um halb Elf standen dann alle Systeme auf Reset. Nun ging ich nach oben und zog mich schnell um. Ich wollte ja nicht in den Fahrersachen nach Pacifica fahren. Das Duschen schenkte ich mir, ich kam ja schließlich gleich noch in eine große, kalte Badewanne mit Wellenbad.
    :whistling:

    Nachdem ich mir noch schnell ein paar Sachen zusammengepackt hatte, ging ich wieder runter. Nun stieg ich in meinen Ford und machte mich zum zweiten Mal in Richtung San Francisco auf den Weg. Ich fuhr erstmal wieder auf die CA-99 N zurück. Nach drei Meilen wechselte ich wieder auf die I-80 W in Richtung Sacramento nun hatte ich den gleichen Weg, wie heute früh, nur das Auto war jetzt etwas kleiner und schneller.
    Es ging dann auch ein zweites Mal heute über die Bay Bridge. Anstatt mit 25 $ war ich nun auch nur noch mit 4 $ dabei. Danach konnte ich dann wieder die Brücke überqueren und den schönen Blick auf San Francisco genießen.

    Es ging auch erst wieder auf die US-101. An dem Abzweig zum Hafen fuhr ich dieses Mal aber vorbei. Dafür bog ich kurz darauf rechts ab. Dann ging es auf die CA-1 S und es stand endlich Pacifica auf den Schildern.

    Als ich dann endlich in Rockaway Beach war, zeigte die Uhr dann auch schon halb Drei an. Wegen des nicht ganz so sonnigen Wetters war heute nicht ganz so viel los. Das hatte den Vorteil, dass ich noch ohne Probleme einen Parkplatz für den Ford bekam. Keelas Savana hatte ich natürlich schon entdeckt.
    Da ging ich dann auch hin und zog mich erstmal aus. Zu meinem Erstaunen riefen schon die ersten Leute „Hallo Marc.“ rüber. Da hatte ich jetzt noch gar nicht mit gerechnet.
    Ich war dann gerade dabei, mich in den Neoprenanzug zu zwängen, als Keela vom Wasser hochkam. „Hallo Schatz.“ Ich bekam gleich den ersten salzigen Kuss. „Hi, Süße.“ „Ich hatte gedacht, du wärst schneller hier.“ „Keine Chance. Frisco und zurück, dann noch eine halbe Stunde Pause. Um halb Elf war ich dann zu Hause. Dann noch umziehen und wieder hier rüber.“ „Sorry, aber die Ladung musste noch raus.“ „Alles gut.“ „Ich habe dir übrigens noch einen Helm gekauft. Ich habe einen leichten Helm genommen, den man sonst zum Bergsteigen nimmt. Bei der Größe habe ich mich nach deinem Motorradhelm gerichtet. Sollte eigentlich passen.“ „Probiere ich gleich aus.“

    Beverly und Jeff kamen rüber und begrüßten mich auch. „Hallo Marc. Heute ist es recht frisch draußen. Ich hoffe, das macht dir nichts.“ „Hallo Ihr beiden. Der Anzug hält ja auch ein wenig warm, wir werden sehen.“ Ich probierte den Helm und passte ihn an. Er passte dann wie angegossen. Dann nahm ich mein Longboard und paddelte heute das erste Mal mit Keela zusammen raus.
    Der Pazifik schien heute, bei dem bedeckten Wetter wirklich noch etwas kühler zu sein, als sonst schon. Aber die Wellen sahen gut aus. Es klappte dann auch wieder alles wunderbar. Trotzdem ging ich nachdem ich fünfmal rausgepaddelt war, erstmal wieder zum Van.
    Keela kam dann hinterher. „Hast du keine Lust mehr?“ „Schon. Ich habe aber auch Hunger.“ „Geh doch eben ins Nick’s und iss eine Kleinigkeit.“ „Genau das hatte ich vor.“ „Und ich dachte schon…“ „Alles Okay. Nur hungrig.“
    Sie lief wieder zurück zum Wasser und ich trocknete mich schnell ab und zog mir was über. Dann ging ich auf eine Portion Fish and Chips ins Nick’s.

    Nachdem ich mich gestärkt hatte, ging es dann auch wieder zurück aufs Board. So verging der Nachmittag eigentlich viel zu schnell und der Abend brach fast herein.
    Wir standen gerade am Van und pellten und aus den Surfanzügen. Da kam Jeff noch mal an. „Kommt ihr heute Abend mit zum Bowlen?“ „Wo denn?“ fragte ich. Er zeigte den Hügel hoch. „Da drüben beim Sea Bowl.“ „Ich weiß ja nicht.“ Meinte Keela. „Bist du zu müde?“ fragte ich. Wir waren schließlich beide schon lange auf. „Mich hat das Meerwasser wieder wach gemacht, ich dachte, du hättest keine Lust.“ „Doch. Ich finde die Idee gut.“ „Okay, wir kommen mit.“ „Dann um Acht am Sea Bowl.“ Jeff ging zu seinem Vandura und er und Beverly fuhren los.

    Eine Viertelstunde später machten wir uns auch auf den Weg zum Campingplatz. Gut zehn Minuten später waren wir da. Dort freuten wir uns erstmal auf eine warme Dusche.
    Frisch geduscht gingen wir dann zurück zum Van. „Ich hab ja gar keine Bowlingschuhe mit.“ „Ich auch nicht. Die müssen wir uns wohl leihen.“

    Um viertel vor Acht fuhren wir also wieder zurück nah Rockaway Beach und dort zum Bowlingcenter. Dort trafen wir dann fast die ganze Clique. Da wir zusammen so viele waren mieteten wir uns zwei der 32 Bowlingbahnen.
    Außerdem nahmen wir uns eins der günstigeren Group Party Packages. Da waren dann zwei Stunden Bowling, der Schuhverleih und eine Runde Getränke drin. Wir hatten die Variante Pizza Buffet genommen, wo dann auch noch eine Große Pizza für alle dabei war.
    Der Abend machte mit der Clique richtig viel Spaß. Leider ging dann auch diese Zeit viel zu schnell vorbei. Es war dann hinterher fast Mitternacht, als wir dann schließlich wieder zum Campingplatz fuhren.
    Dort kletterten Keela und ich dann todmüde, aber glücklich in den Savana. Keela kuschelte sich dann im Bett an mich und war fast augenblicklich eingeschlafen. Ein paar Minuten später war ich dann auch im Land der Träume.

    Sonntag, den 14. Oktober 2018, 8:00 a.m., Pacifica, CA:

    Die Morgensonne schien durch die Fenster des Savana und kitzelte mich langsam wach. Zu meinem Erstaunen war Keela noch nicht aufgestanden, sondern lag noch in meinen Armen.
    Ich streichelte ihr über den rotblonden Lockenkopf und küsste sie auf ihre Nasenspitze. Darauf reagierte sie zuerst damit, dass sie die Nase kräuselte, dann machte sie langsam die Augen auf. „Guten Morgen meine Süße.“ „Hallo Schatz.“ Murmelte sie noch verschlafen. „Na, gut geschlafen?“ „Sehr gut. Es gibt keinen schöneren Platz zum Schlafen als diesen hier.“ „Unser Matratzenlager im Savana auf einem Campingplatz am Pazifik?“ „Blödmann, in deinen Armen natürlich.“ „Das wollte ich hören.“ „Wann musst du eigentlich nach Hause fahren?“ „Willst du mich schon loswerden?“ „Quatsch. Ich will wissen, wie viel Zeit wir heute noch zusammen haben.“ „Ich werde am Nachmittag irgendwann fahren. Dann kann ich noch ein paar Stunden schlafen, bevor ich wieder losmuss.“ „Also haben wir noch etwas Zeit.“ „Ich dachte, heute Vormittag surfen wir noch zusammen. Nach dem Mittagessen werde ich dann trocken bleiben und dann irgendwann fahren.“ „Dann lass uns nicht noch lange hier rumliegen, raus aus den Federn.“ „Ich sehe nur Steppdecken.“ „Klugscheißer. Raus jetzt.“

    Wir standen auf und gingen erstmal in den Sanitärtrakt zum Duschen. Anschließend holten wir die Campingmöbel noch mal raus und frühstückten neben dem Savana mit Blick auf den Ozean. „Ich gebe zu, ich verstehe, warum du die Wochenenden hier verbringst.“ „Hat schon was, nicht wahr?“ „Das könnte auch ewig so weitergehen. Gestern Abend fand ich auch klasse.“ „Du hast ja auch ein paar schöne Strikes geworfen.“ „Hat unser Team gut nach vorne gebracht.“ Grinste ich. „Beverly sagte gestern noch zu mir, dass Jeff wohl nächstes Mal deine Billard Kenntnisse testen will.“ „Macht er da jetzt so ein Wettkampfding mit mir?“ „Keine Ahnung. Manchmal verstehe ich Jeff auch nicht so ganz. Er ist in der Clique zwar sowas wie der Boss, deshalb sind wir aber noch lange nicht sein Eigentum.“ „Ich dachte, dass wir das hinter uns haben, dass er dich vor mir beschützen will.“ „Ich glaube, das ist jetzt wieder was anderes.“ „Egal. Ich werde die Herausforderungen schon bestehen. Solange er sich nicht beim Surfen mit mir messen will. Da ist er definitiv besser.“

    Nach dem Frühstück räumten wir zusammen ab und spülten eben das Geschirr weg. Danach packten wir zusammen und machten uns auf den Weg nach Rockaway Beach.
    Die meisten der Anderen waren auch schon da, als wir unsere Autos parkten. Eine Viertelstunde später hatten wir unsere Neoprenanzüge an und liefen das erste Mal heute zum Wasser. „Hey Keela, die Wellen sind heute super.“ Rief einer rüber. „Schauen wir mal.“ Rief sie zurück.
    Dann ging es ins Wasser. „Mann ist das kalt.“ Rief ich rüber. „Stell dich nicht so an.“ Rief Keela zurück.
    Das war wieder etwas, was mich immer wieder erstaunte. Die meisten Frauen froren sehr schnell. Keela überhaupt nicht. Vielleicht, weil sie aus Minnesota kam, wo es ja immer kälter war, als hier.

    Wir paddelten raus und warteten dann auf eine passende Welle. „Da, die nächste ist gut.“ Rief Keela und machte sich bereit. Während mich diese Welle dann im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischte, nahm Keela sie perfekt. Es war immer wieder ein toller Anblick, wie geschickt sie sich auf dem Board bewegte. Das war halt total ihr Ding.
    Ich nahm dann die nächste gute Welle, die ich dann auch ganz passabel bezwang. Am Strand bekam ich dann auch meinen salzigen Kuss zur Belohnung. „Du wirst immer besser.“ „Die erste hat mich aber glatt vom Board geschmissen.“ „Das passiert jedem. Selbst Profi Surfer fallen dann und wann mal rein. Los komm, Übung macht den Meister.“ Wir paddelten dann wieder raus.



    Der Vormittag verging mal wieder wie im Flug. Wir hatten viel Spaß und ich gewöhnte mich dann auch an das kalte Wasser.
    Am Mittag gingen wir dann wieder alle zusammen ins Nick’s. Hier gab es ja auch immer eine reichhaltige Auswahl. Egal, ob man nun Fisch oder Meeresfrüchte wollte, oder einfach nur einen Burger oder ein Steak.

    Als sich die anderen nach dem Essen dann wieder zum Surfen fertig machten, blieb ich dieses Mal am Strand. Ich schaute Keela noch eine gute halbe Stunde beim Surfen zu, dann mussten wir uns voneinander verabschieden. Keela machte mich bei ihren Abschiedsküssen beinahe wieder klatschnass. Schließlich paddelte sie dann aber wieder raus und ich stieg in meinen Ford. Dann machte ich mich auf den Weg nach Hause.

    Über die CA-1 N, US-101 N und I-80 E ging es dann wieder nach Sacramento.
    Am Nachmittag gegen Fünf kam ich dann wieder zu Hause an. Dort schrieb ich Keela eine WhatsApp, dass ich gut wieder angekommen war. Ich machte mir dann noch eine Kleinigkeit zu Essen. Nachdem ich aufgegessen hatte, ging ich nach oben und sah zu, dass ich ins Bett kam. In der Nacht sollte es schon wieder rausgehen.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

    731 times read

Comments 11