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[KW 37/2018] Nord-Süd. Schwarze Wolken. Zwei Paletten.

  • [KW 37/2018] Nord-Süd. Schwarze Wolken. Zwei Paletten.

    Das Wochenende in Malmö habe ich dafür genutzt ein wenig Bürokram zu erledigen und mich um weitere Fahrzeuge für die Niederlassung Düsseldorf zu kümmern. Nachdem Fahrer Justus im Mai zur Neueinstellung direkt einen neuen Scania S410 übernehmen konnte wird es nun auch Zeit das Eva und Jenny neue Zugmaschinen bekommen. Da der Vertrag mit DHL zudem erweitert wird erhöht sich der Bedarf – im Oktober und zu Anfang Dezember haben wir für diese Niederlassung drei Neueinstellungen: Phil, Harald und Andries. Am Freitag forderte ich bei Adrian Palsson von der Scania Niederlassung ein entsprechendes Angebot an.




    Montag, 10.09.2018, Kopenhagen.

    Es ist kurz nach 06:00 Uhr. Tjelvar setzt den Blinker und fährt vom Øresundmotorvejen ab. Über den Amager Strandvej geht es direkt zum Flughafen Kopenhagen. Tjelvar hält direkt vor dem Terminal. „Guten Flug. Und grüß Michael von mir." "Mach ich. Dir nen ruhigen Arbeitstag.“ „Werd ich schon hinbekommen.“
    Ich mache mich auf zum Checkin und gebe meine Tasche auf. Um 07:20 Uhr soll der Flieger abheben – ich habe also noch Zeit mir einen Kaffee zu holen.







    „Mine damer og herrer, vi har nettopp landet i Trondheim. Vi takker for ditt fly med Scandinavian Airlines og ønsker deg et hyggelig opphold. Ladies and gentlemen, we have just landed in Trondheim. We thank you for your flight with Scandinavian Airlines and wish you a pleasant stay.“

    Es ist 11:30 Uhr und ich hole meine Tasche vom Gepäckband . Wie besprochen wartet Michael vor dem Terminal auf mich. „Hej Micha.“ „Hi Christian. Das klappt ja wie am Schnürchen.“ „Aber sicher doch. Wie sieht's bei dir aus? Hat mit dem Vorladen heute früh alles geklappt.“ „Jo. Der Zug steht jetzt bei mir am Ferienhaus und ist abflugbereit.“ „Sehr gut.“ "Ich find das übrigens super, dass ihr das so möglich macht.“ „Keine Frage. Es gibt für alles Lösungen. Und du hattest den Urlaub ja schon letztes Jahr ziemlich zeitig eingereicht. Da kann Annyka zusammen mit Flo und Conny natürlich auch entsprechend planen. Ist deine Frau schon da?“ „Ja
    klar. Mijlena ist mit den Kindern schon am Samstag hochgekommen. Waren gestern schon schön zusammen unterwegs."

    Wir sind inzwischen unterwegs und fahren in den Helltunnelen ein.











    Michael stellt seinen Mercedes am Ferienhaus, das etwas außerhalb von Trondheim liegt, ab. Ich verfrachte meine Tasche direkt in den Scania. „Kommst du noch auf nen Kaffee mit rein, oder willst du gleich los?“ „Ein Kaffee geht immer.“

    Es ist 14:00 Uhr. Ich habe mich von Michael und seiner Familie verabschiedet. Über den Liavegen und den Malvikvegen fahre ich zur E6, der ich zuerst in Richtung Westen folge. Durch den Stavsjøtunnelen und den Væretunnelen geht es auf Trondheim zu von wo aus es dann Richtung Süden geht. Ulsberg. Kvikne. Tynset. Alvdal. Unterwegs mache ich meine Pause. Bei Magnor geht es dann über die Grenze nach Schweden – der Stop beim Zoll geht auch schnell über die Bühne; da der Auflieger verplombt ist verzichten die Beamten auf eine Inspektion die am Ende eh nur Schreibkram für eben jene bedeuten würde. Ich bin jetzt auf der Route 61 und fahre an Charlottenberg vorbei.









    Kurz vor 23:30 erreiche ich den Kreisverkehr an dem die Route 172 auf die Route 61 trifft. Da ich bereits früh am Morgen für den Flug aufgestanden bin wird es absolut Zeit für eine Mütze Schlaf. Ich fahre in den Fallängsvägen und kurz darauf auf das Gelände der OKQ8-Tankstelle.




    Dienstag, 11.09.2018, Arvika.
    Es ist 07:15 Uhr und mein der Wecker in meinem Mobiltelefon reißt mich mit einem fiesen Piepen aus dem Schlaf. Die SD-Card ist also über Nacht mal wieder abgeschmiert.Herrlich. Hatte ich ja lange schon nicht mehr. Ich greife zum Telefon und stelle das Piepen ab. In der Tankstelle mache ich dann eine kurze Morgentoilette bevor ich mir einen ersten Kaffee und ein Brötchen zum Frühstück hole. Direkt neben der Tankstelle liegt praktischerweise ein LIDL-Markt in dem ich mir für die weitere Tour ein paar Vorräte hole.

    Zurück am Scania sehe ich auf dem Telefon einen Anruf in Abwesenheit und eine WhatsApp von Felicia: Wir hatten gestern Besuch aus dem Hause Woltjes. Sven kam
    bei uns auf den Hof und fragte mich ob er eben gegen Barzahlung Tanken und einen Kaffee bekommen kann. Den Kaffee hab ich ihm natürlich nicht berechnet.


    Mir huscht ein Grinsen übers Gesicht. Die Woltjes-Truppe; mit ihren weiß-violetten Fahrzeugen fallen sie schon aus der Masse heraus.






    Ich gieße mir einen Kaffee ein und fülle den Rest in die Thermoskanne. Ein Blick auf die Uhr. 08:45 Uhr. Ich greife zum Tachographen und stelle auf Arbeitszeit. Der
    Kaffee kann kurz abkühlen und ich mache die Abfahrtskontrolle. Punkt 09:00 Uhr stelle ich dann auf Fahrzeit und fahre in Richtung Route 61. Am nächsten Kreisverkehr wechsele ich auf die Route 175, die erst östlich und nach einer Brückenüberfahrt westlich entlang des Glasfjorden verläuft. Der Glasfjorden geht später in den Gillbergasjön über.

    Ich passiere Värmlands Nysäter und verlasse die Route 175. Es geht über kleinere Straßen weiter in die Provinz Västra Götalands län. Ich erreicher Åmål und biege nach rechts auf den Europaväg 45 – dieser ist Teil der E45 und mit einer Gesamtlänge von etwa eintausendsechshundertachtzig Kilometern (von Göteborg bis zur finnsichen Grenze) die längste Straße Schwedens. Es geht vorbei an vereinzelten Gehöften bis die Bebauung dann dichter wird. Über einen Kreisverkehr geht es weiter in Richtung Süden. Am Trafikplats Båberg fahre ich auf die Route 44, die ich am Trafikplats Stallbacka wieder verlasse. Ich folge den Schildern in Richtung Trollhättan C/Göteborg. Mein Navi lotst mich durch ein paar Kreisverkehre. Im Süden von Trollhättan zeigt es dann wieder 'Europaväg45' an.

    Lilla Edet. Göta. Alvängen. Surte.
    Ich erreiche Göteborg. Wenig später fahre ich dann schon in den Götatunneln ein. Der Tachograph beginnt zu blinken – der erste Fahrzeitabschnitt ist also bald durch. Zum Glück hält sich der Verkehr jetzt um die Mittagszeit in Grenzen. Über den Oscarsleden geht es in Richtung Hafen wo ich dann in den Emigrantvägen bis zum StenaLine-Danmarksterminalen fahre. Theoretisch würde ich jetzt sogar die 14-Uhr-Abfahrt nach Fredrikshavn noch erwischen. Ich habe mir im Vorfeld jedoch schon die Überfahrt um 16:45 Uhr gebucht und stelle mich daher jetzt erst einmal für eine Pause an die Seite.







    Ich fahre durch den Færgehavnsvej in Fredrikshavn. Dabei passiere ich das Restaurant 'Blue Burger' in dem ich vor langer Zeit schon mal meine Pause verbracht habe. Heute ist keine Zeit für einen Halt dort. Außerdem habe ich ja bereits auf der Fähre gegessen. Ich setze den Blinker und biege nach links in den Europavej. Damit bin ich dann auch schon wieder auf der E45. Es geht am Militärstützpunkt und am Segelhafen vorbei in Richtung Süden.

    Kurz vor Mitternacht. Auf der E45 ist kaum noch Betrieb als ich den Rastplatz Ustrup erreiche. Wie nicht anders zu erwarten ist hier um diese Uhrzeit kein regulärer Platz mehr frei. Ich stelle den Scania einfach mitten auf den Markt und schalte den Motor ab. Das Standlicht lasse ich an. Dann verschwinde ich eben in Richtung
    Tankstelle zur Toilette.



    Mittwoch, 12.09.2018, E45, Rastplatz Ustrup.

    Zurück am Scania setze ich mir einen Kaffee auf. Mein Telefon klingelt. Mitten in der Nacht? Ein Blick auf das Display verrät Sandra. „Hej älskling.“ „Na du. Kannst du auch nicht schlafen?“ „Nej. Das Telefon hat geklingelt.“ Ich höre meinen Schatz durchs Telefon lachen. „Du Spinner. Hast du schon Feierabend?“ „Noch nicht.
    Ich mache nur gerade Pause. Hab noch knapp zwei Stunden gut um auf die Zehner zu kommen. Und hier ist es so voll, dass ich nicht stehen bleiben könnte. Hab mich jetzt einfach mitten auf den Platz in die Fahrspur gestellt.“
    Wir quatschen knapp eine halbe Stunde. Zwischendrin höre ich Sandra immer wieder gähnen. „Älskling?“ „Min sötnos?“ „Ich werd mich wieder auf die Piste machen. Drück mir die Daumen, dass ich nachher einen Stellplatz finde. Ich denke so bis Rendsburg kann ich es schaffen.“ „Mach ich. Fahr vorsichtig. Haben wir eigentlich bald Wochenende?“ „Du meinst wegen unserem Ausflug zum Starnberger See?“ „Mhm.“ „Ja, bald. Sov gott. Jag älskar dig.”







    Ich passiere die Abfahrt Rendsburg/Büdelsdorf und kurz darauf die Rader Hochbrücke. Am Rastplatz Ohe West setze ich den Blinker und fahre ab. Viel Spielraum in der Fahrzeit habe ich jetzt nicht mehr. Auf dem Parkstreifen der autobahnseitig liegt ist für mich dann aber ein Platz frei. Ich bringe den Kaffee noch um die Ecke und putze mir die Zähne. Dann verschwinde ich in die Koje.









    Es ist 10:00 Uhr. Von der Autobahn kommt ein permanentes Rauschen des Verkehrs. Und auch auf dem Rastplatz ist ein kommen und gehen. Ich mache mich mit Wasser aus dem Kanister frisch und frühstücke in Ruhe. Nebenbei habe ich den Laptop laufen um zu schauen wo ich heute mit Baustellen rechnen muss. Hmmm... allein bis Hamburg sechs Stück.








    Abfahrtskontrolle erledigt. Kaffee entsorgt. Auf geht’s.
    Schon bei der Abfahrt vom Parkplatz habe ich es mit dichtem Verkehr zu tun. Hinter der Abfahrt Warder entspannt sich die Lage dann. Bei Neumünster muss ich den
    Tempomaten dann wieder runterregeln. Zum einen bremst die dortige Baustelle, zum anderen kommt gerade eine Kolonne LKW mit Wechselbrücken vom gelben Riesen huckepack auf die A7 aufgefahren. Ich werfe einen Blick in den Rückspiegel und sehe wie sich ein Fahrzeug der Polizei verdächtig langsam an mir vorbeischiebt. Na ihr fehlt mir jetzt noch. Von hinten kommt ein Kleintransporter angeflogen und überholt auch die Ordnungshüter mit ziemlich hohem Tempo. Ich sehe eine kleine schwarze Wolke aus dem Auspuff des blau-silbernen Kombi...



    ...



    Ich passiere Hamburg. Im Bereich Seevetal/Maschen ist wie so oft ziemlich dichter Verkehr. Er kommt aber heute mal nicht zum erliegen.
    Bispingen. Soltau. Bad Fallingbostel. Buchholz. Ein Blick auf die Uhr. Hmpf... noch keine zweihundert Kilometer, aber schon bald vier Stunden auf der Karte.

    Parkplatz Osterriehe West. Knapp vier Stunden sind gefahren. Ich fahre kurzerhand ab. Nachher kommt gleich das Kreuz zur Warschauer Allee, aber nicht
    wirklich ne Möglichkeit zum pausieren.







    Ich bin auf der A38 und passiere Merseburg. Auch wenn diese Strecke laut Navi länger dauern soll als über die A2 habe ich mich vorhin für diese entschieden. Auf der Hauptverkehrsroute Richtung Polen wäre mir einfach zu viel los gewesen und der Zeitvorteil nur beim kleinsten Piep auf der Strecke sowieso dahin.

    Es ist 21:05 Uhr. Ich lasse den Scania auf dem Parkplatz Pörstental West ausrollen. Motor aus. Ich rechne kurz im Kopf meine Fahrzeit zusammen. Ein bisschen über acht Stunden. Passt ja ganz gut. Ein Blick in mein Bordtablet lässt mich dann die Miene verziehen. Schietkrams. Zehn Stunden in einem Zeitraum von vierundzwanzig
    Stunden habe ich mal eben gerade um fünf Minuten überzogen – die knapp zwei Stunden vor der Schichtpause...
    Meine Blase drückt und ich mache mich auf zum Toilettenhäuschen.

    Mein Magen meldet sich und ich bin angesäuert. Das Toilettenhäuschen unter aller Sau. Wieder keine Dusche in greifbarer Nähe und dann noch Hunger. Zum Glück hat Michael auch einen Gaskocher im Staufach und ich genug Proviant eingekauft.




    Donnerstag, 13.09.2018, A9, Rastplatz Pörstental West.
    Es ist 05:45 Uhr als mich mein Wecker aus der Koje wirft. Ich gehe nur schnell pinkeln und putze mir die Zähne mit dem Rest Wasser aus meinem Kanister. Nebenbei läuft schon der erste Kaffee. Der muss sein. Ich habe beschlossen eben bis zum Autohof Berg zu fahren und dort in Ruhe unter die Dusche zu springen und Frühstück zu essen. Punkt 06:15 Uhr stelle ich den Tachographen auf Fahrzeit und löse die Feststellbremse.

    Auf der A9 ist, wie eigentlich immer, reger Betrieb. Und so wundert es mich auch nicht, dass ich gleich hinter Weißenfels den Tempomaten wieder runterregeln kann. Als ich an der Tank- und Rastanlage Osterfeld vorbei komme sehe ich auch den Grund warum wohl viele Fahrer abgebremst haben: hier steht ein Convoi mit riesigen Rotorblättern für Windkraftanlagen, was natürlich jetzt in der Dämmerung noch beeindruckender wirkt.

    Am Hermsdorfer Kreuz komme ich dann ohne Verzögerung durch. Zwei Abfahrten später kann ich mir mal wieder das Grinsen ob des bezogenen Ortsnamen nicht verkneifen – Abfahrt 25b/Lederhose.

    Ich fahre über die Saale und erreiche somit den Freistaat Bayern. Das Brückenrasthaus Frankenwald ist hell erleuchtet, kann mich aber nicht zum verweilen locken. Es ist kurz nach 07:30 Uhr und ich fahre wie geplant an der Abfahrt Berg/Bad Steben ab um zum Autohof zu kommen. Da ich mich inzwischen trotz Kanisterwäsche schon selbst riechen kann freue ich mich auf eine Dusche und ein anschließendes Frühstück.







    08:45 Uhr. Ich sitze wieder im Scania aund rolle in Richtung Ausfahrt. Es geht jetzt aber nicht zurück auf die A9, sondern über die Staatsstraße 2692 einmal querfeldein bis zur A72-Anschlussstelle Hof-Nord. Mein Radio läuft. Wenn's um Rock geht: Barnsteiner. Aaaah, Rockantenne Frühschicht. Barny feuert AC/DC mit It's a long way to the top ab. Danach folgt Van Halen mit Why Can't This BeLove. Am Dreieck Hochfranken wechsele ich auf die A93 in Richtung Regensburg. Auf Höhe Gattendorf bremst mich dann eine Baustelle aus. Hinter Rehau dann wieder freie Fahrt.

    Ich wechsele auf die A3 und lasse Regensburg hinter mir. Bei Wörth fahre ich über die Donau. Blinker rechts. Es ist schon wieder Zeit für Pause.

    Es ist 13:35 Uhr als ich den Parkplatz Wiesenttal wieder verlasse. Ich hatte mir dort ein wenig die Beine vertreten und mir stand die Laune nach einem Cappucino, den ich mir dann auch kurzerhand gekocht hatte.

    Wieder auf der A3 darf ich an der Anschlussstelle Straubing mit einer Baustelle vorlieb nehmen. Soweit so gut. Im Spiegel sehe ich dann wie ein dicker Hummer H2 auf der linken Spur immer dichter kommt. Der will doch nicht etwa... Da neben mir gerade alles frei ist fahre ich ein Stück weiter nach links, so dass der Hummer sich gar nicht erst neben mich setzen kann. Ich ernte ein Hupkonzert und wilde Lichthupe. War mir klar. Ist mir aber egal. Das kann ich ignorieren. Einen Hummer aus dem Radkasten fischen würde mich da eher stören.
    Die Baustelle endet und ich ziehe wieder nach rechts. Der Hummer zieht vorbei und hinterlässt eine schwarze Wolke.

    Ich passiere Deggendorf und Passau. Dann geht es über den Inn nach Österreich. Aus der A3 wird dort die A8, die eine Weile parallel zum Inn verläuft und dann dem Antiesen, einem knapp fünfundvierzig Kilometer langen Fluss, mal nah mal weniger nah folgt bevor sich bei Ort im Innkreis die Parallele verliert. Ich komme gut voran. Immer Richtung Südost. Am Knoten Voralpenkreuz wird aus der A8 dann die A9.

    Trettertunnel. Ottsdorftunnel. Kremsursprungtunnel. Hinterburgtunnel. Kienbergtunnel. Hungerbichltunnel. Eine Brücke über den Fluss Steyr. Klausertunnel. Traunfriedtunnel. Speringtunnel. Falkensteintunnel.
    Schließlich erreiche ich die Abfahrt 36/St.Pankraz-Hinterstoder. Ein Blick auf die Uhr empfiehlt mir den Blinker zu setzen. Ich fahre ab und komme kurz darauf an der Raststation St.Pankraz zum stehen. Punkt 17:30 Uhr stelle ich den Tachographen auf Feierabend. Bevor ich mich auf ein Feierabendbierchen ins Rasthaus aufmache telefoniere ich noch mit Sandra, die noch im Büro ist.



    Freitag, 14.09.2018, St. Pankraz.
    03:40 Uhr. Mein Wecker meckert. Ich schalte ihn aus und tappse ins Rasthaus um fix zu duschen und die Zähne zu putzen, Wach bin ich jetzt zwar immer noch nicht. Aber anwesend genug um einen Kaffee, ein belegtes Brötchen und eine Zeitung zu ordern. Mit dem Frühstück unterm Arm gehe ich wieder zum Scania. Dort verstaue ich erst einmal das Bettzeug und ziehe die Gardine auf.
    Ich breite die Zeitung aus und beiße in mein Brötchen, welches an sich recht lecker ist, aber ein bisschen zu viel gebuttert wurde.







    Ich bin am Knoten St. Michael und wechsele von der A9 auf die S6. Inzwischen ist auch recht ordentlich Verkehr unterwegs, die morgendliche Rushhour wo alle ins Büro wollen...
    Ich blinke rechts und folge den Schildern in Richtung Graz auf die S35. Diese schlängelt sich zusammen mit dem Fluss Mur gen Süden. Bei Deutschfeistritz wundere ich mich kurz, denn mein Navi führt mich wieder auf die A9. Im Radio läuft gerade der Verkehrsfunk und es wird von einer Vollsperrung wegen eines Wohnmobilunfalls auf der A9 berichtet. Damit ist mir klar, dass mein Navi diese Info schon lange vor mir bekommen hatte...

    An der Abfahrt Graz-Nord verlasse ich die Autobahn und fahre die letzten sechs Kilometer durch die Stadt.

    Es ist kurz nach 07:30 Uhr als ich mich an der Warenannahme des Möbelgeschäfts anmelde: „Moin. Ich hab da im Auftrag Maier-Flink etwas aus Trondheim für Sie.“ Ich reiche die Papiere an den Lageristen und dieser macht ein paar Eingaben im Computer.“ „Alles klar, Herr Maier. Fahren Sie gleich mal an Tor drei.“ „Mache ich. Aber mein Name ist Dansör.“ „Achso? Sagten Sie nicht Maier?“ „Im Auftrag Maier-Flink.“ „Hmm. Auch gut. Wollen Sie nen Kaffee, während meine Jungs entladen?“ „Danke, gerne.“ „Dann stellen Sie den Trailer ans Tor und kommen wieder zu mir.... Elfrieeeeede? „Jahaaaa?“ „Sei doch bitte so gut und mache uns Kaffee fertig.“






    Ich hatte während des Kaffeetrinkens noch kurz mit Conny in der Dispo München telefoniert. Aus Richtung Graz gab es nicht wirklich viel zu fahren heute. Aber zwei
    Europaletten, die zu Lufthansa Cargo in München sollen könnte ich bei Firma Langbauer in Graz einsammeln. Nicht wirklich effektvoll, aber immer noch besser als leer rumzukutschen. Da Conny mich dann dort direkt avisiert hatte konnte ich acht Minuten nach der Ankunft auch schon wieder vom Hof rollen.







    Ich fahre die Strecke vom Morgen jetzt im Endeffekt genau wieder zurück, fahre dann aber an St. Pankraz noch vorbei. An der Abfahrt Klaus setze ich den Blinker und fahre zum nahegelegenen Herndlreith-Stüberl. 13:42 Uhr. Ich mache für den heutigen Tag Feierabend. Ich nutze das gute Wetter und gehe ein wenig in der Gegend spazieren und telefoniere später noch mit Sandra, die schon am Morgen von Arlanda aus nach München geflogen ist.



    Samstag, 15.09.2018, Klaus an der Pyhrnbahn.
    Es ist kurz vor 01:00 Uhr. Andere sind um diese Zeit noch nicht mal von der Freitagsparty zurück und ich sitze beim Frühstück im Scania. Wie üblich ist es mir ziemlich egal wie früh oder spät es gerade ist – nach dem Schlaf gibt es Kaffee und was Essbares. In diesem Falle ein banales Nutellabrötchen. Ich nehme den letzten Bissen und mache mich dann an die Abfahrtskontrolle. Punkt 01:00 Uhr setze ich meinen Zug wieder in Bewegung und fahre auf die A9 um meine gestrige Tunnelsammlung noch einmal von der anderen Richtung aus zu betrachten.







    Abfahrt 65 / Ort im Innkreis. Mein Navi bittet mich hier auf die B148 / E552 abzufahren. Ich folge dem Straßenverlauf in Richtung Westen. Als ich die Gemeinde Altheim passiere muss ich grinsen – auf dem Straßenschild wird die Ortschaft Pirath ausgeschildert. Wenig später fahre ich über den Inn. Damit geht die Fahrt dann über die B12 weiter. Diese trifft auf die B20, der ich für knapp fünf Kilometer folge. Bei Marktl geht es dann auf die A94 – bis nach Heldenstein wo ich auf die Staatsstraße 2840 wechsele.







    Ich bin ohne Pause bis zum Münchener Flughafen durchgekommen. Ich liefere die beiden Paletten ab und stelle mich dann für meine Pause an die Seite.







    Es ist kurz vor 07:30 Uhr. Ich stelle Michaels Scania in die Halle. Nicht ganz neunundvierzig Fahrstunden für diese Woche. Über dreitausend Kilometer.
    Ich gehe in den Bürobereich wo Sandra gerade in der Küche wirbelt. „Hej. Du bist ja schon da.“ Mein Schatz umarmt mich und bekommt einen Kuss. „En mer, tack.“ Wie immer bekommt sie den.

    Den Kamaz hat mein Schatz gestern schon fürs Wochenende fertig gemacht, sodass wir direkt nach dem Frühstück starten können. Ich will gerade hinter das Lenkrad klettern als Sandra hinter mir steht. „Rutsch rüber. Ich fahre.“





    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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Kommentare 14

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    alaskabaer01 -

    Tolle Geschichte mit klasse Fotos.

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    elwime -

    Schöne Geschichte inkl. künstlerische Freiheit.

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    Sauerlaender -

    Schöne Sonntagmorgenlektüre. Auch heute konnte ich mir das eine oder andere Schmunzeln nicht verkneifen.

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    Viking1971 -

    Also Elfriede ja? :D Ein schönes Kapitel.

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      infinity -

      Scheinbar schon. Vielleicht weiß ja einer welchen Film ich in dem Moment des Schreibens nebenher laufen hatte...

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      Viking1971 -

      Naja ich würde auf Werner tippen, die Krankenhaus-Szene ist aber auch zu komisch.

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      infinity -

      Genau das trifft es :)

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    Werner 1960 -

    Klasse geschrieben.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Aber Dein Wohnmobil darfst Du dann nicht mehr allzu weit fahren. Alle Länder in der EU außer Deutschland haben kein "Kraftfahrzeug Sonderaufbau" im Repertoire. Deshalb zählt das Ding in Schweden als LKW und für die schreibt die EU vor, dass bei allen Fahrzeugen über 7,5 Tonnen ein Scheiben-Fahrtenschreiber oder Digitaltachograph verbaut sein muss. Entfernen eines vorhandenen ist übrigens auch in Deutschland nicht gestattet und wenn einer drin ist, muss er auch benutzt werden. Du bist nur in Deutschland durch "KFZ Sonderaufbau" von der Pflicht entbunden, einen nachzurüsten, wenn Du ein Fahrzeug umbaust, das vorher keinen Tachographen hatte, also Stadtbus, Fahrbücherei, etc.

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      infinity -

      Abgelastet auf 7,49t und in München zugelassen :D Zudem ausschließlich nichtgewerblich genutzt. Wie auch immer... die EU regelt alles tot; im Zweifel ist es hier dann künstlerische Freiheit.

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      TurboStar -

      Abgelastet auf 7,49 Tonnen? Dann kann aber außer einem Luftbett nicht viel in dem Aufbau drin sein :D Ein Atego 818 Trockenkoffer mit Heckantrieb und seinen lustigen 17" Spielzeugrädern wiegt leer 4 Tonnen. Und so ein Kamaz hat Allrad, dickere Reifen und bestimmt auch einen dickeren Rahmen. Zumindest im Tagebuch werde ich ja auch langsam zum Brexiteer, wenn mir mal wieder eine EU-Vorschrift nach der anderen doof kommt ;) "Privatfahrten" gibt es über 7,5 Tonnen keine mehr.

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      Viking1971 -

      Übrigens gibt es den KAMAZ sehr wohl mit Fahrtenschreiber. :)