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[KW 36/2018 - Mittwoch bis Freitag] Bad Waldsee. Hamburg. Malmö.

  • [KW 36/2018 - Mittwoch bis Freitag] Bad Waldsee. Hamburg. Malmö.



    Mitwoch, 05.09.2018, Stuttgart.
    Die Jacht ist abgeladen und die Papiere fertig. Ich mache noch mal eine Runde um den Auflieger um zu schauen, ob ich keinen Gurt habe liegen lassen. Alles ok. Ich klettere ins Fahrerhaus und starte den Motor. Die Vorlaufachse hat jetzt Pause und wird geliftet.
    Über die B10, B313 und die A8 geht es erst einmal wieder Richtung Ulm. An der Abfahrt Ulm-West vermeldet mein Navi: Auf A8 bleiben. Sperrung B10 für den Durchgangsverkehr. Aha? Davon hast du mir vorhin nix erzählt. Wie vom Navi gewünscht bleibe ich auf der A8. Anscheinend habe ich ja vorhin das Durchfahrtsverbot ignoriert. Fordere ich mein Glück also jetzt nicht heraus.
    Am Kreuz Ulm/Elchingen wechsele ich auf die A7.

    Mein Telefon klingelt. Ohne aufs Display zu gucken nehme ich ab. „Dansör.“ „Här är också Dansör.” ”Hej älskling.” ”Wie kommst du voran?” ”Die Jacht ist
    abgeladen. Ich fahre bei Ulm gerade einmal um den Pudding. Mein Navi hat mich freundlicherweise an das Verbot für den Durchgangsverkehr auf der B10 erinnert.”
    ”Tyskland och dess förbud ...” ”Du säger det. Men vi måste leva med det. Hast du schon mit Conny telefoniert?” ”Ja. Vi gör det så … Ich fahre morgen eine Tour
    bei Mats mit nach Malmö runter. Ich übernehme dann von dir am Freitag sobald du auf den Hof rollst und du fliegst am Montagmorgen von Kopenhagen aus nach Trondheim hoch.”
    ”Ok. Warte mal kurz bitte.” Ich nähere mich dem Dreieck Hittistetten. Kurzer Blick aufs Navi. Ja... hier ab auf dei B28 in Richtung Ulm/Senden. ”So, jetzt bin ich wieder da. Ab Kopenhagen also. Ist das dann ein Direktflug?” ”Nein. Du musst in Oslo einmal umsteigen. Michael holt dich dann am Flughafen Trondheim ab. Er lädt Montag früh noch vor.”







    Ich passiere Biberach und Oberessendorf. Kurz darauf erreiche ich Bad Waldsee.
    Ich setze den Blinker rechts und verlasse die B30 in Richtung Bad Wurzach. Sie haben ihr Ziel erreicht. Danke, Navi. Ich stelle den rovfågel mit eingeschalteter Warnblinkanlage an die Seite. Es ist 16:15 Uhr.
    ”Guten Tag.” ”Hallo. Was kann ich für Sie tun?” ”Ich bin vom hansekontor und soll für Stockholm laden.” ”Ah, sehr schön. Frau Diesl meinte der Chef persönlich würde vorbeikommen.” ”Macht er gerade.” Ich werde von dem Mittfünfziger gemustert. ”Ich muss ehrlich sagen, ich hätte jetzt mit jemanden in meinem Alter
    gerechnet.”
    ”Kein Problem. Wie sieht es aus; sind der Caravan und das Wohnmobil abfahrbereit?” ”Ja. Sie stehen draußen auf der Straße, oder?” Ich nicke. Mein Gegenüber greift zum Telefon und gibt ein paar Anweisungen durch. Dann wendet er sich wieder an mich. ”Sie bleiben einfach da stehen und machen bitte die Auffahrrampen runter.”







    Ich bin auf der L267 und erreiche Äpfingen. Von der Ulmer Straße biege ich in die Biberacher Straße ein und fahre einmal durch den Ort. Blinker rechts. Ich fahre in die Ostergasse. Am Straßenrand bleibt ein alter Mann stehen und zeigt mir einen Vogel. Komische Grußform.

    Ich fahre über die Iller und bin einen Augenblick später auf bayrischem Boden. Knapp drei Kilometer später fahre ich auf die A7 auf und beschleunige. Bei 84 km/h setze ich den Tempomaten und lasse den Zug laufen.

    Ich passiere das Dreieck Hittistetten zum dritten Male an diesem Tag. Jetzt halt wieder aus Süden kommend. Es geht vorbei am Flugplatz von Giengen an der Brenz, einem Verkehrslandeplatz für Segelflugzeuge und kleine Motorflieger bis zwei Tonnen Abfluggewicht. Ein Blick auf die Uhr. Es wird Zeit für Feierabend. Diesen läute ich dann kurz darauf nahe der Abfahrt Heidenheim auf einem Park&Ride-Parkplatz Punkt19:01 Uhr ein.



    Donnerstag,06.09.2018, P&R-Parkplatz A7 Abfahrt 116.

    Ich bin vorhin um 05:30 Uhr aufgestanden. Der übliche Ablauf am Morgen – Toilettengang, Katzenwäsche aus dem Wasserkanister, Tasse Kaffee und ein Käsebrötchen. Bei der Abfahrtskontrolle stelle ich ein defektes Glühobst am Auflieger fest. Ich schraube fix die Lichtkappe ab und tausche die Birne. Dann geht es zurück auf die A7.







    Hier und da gab es heute eine Baustelle. Das übliche auf der A7 halt. Dafür bin ich bis jetzt aber ziemlich gut durchgekommen. Zur Pause war ich dann
    schon am Lohfeldener Rüssel. Inzwischen passiere ich Rosengarten und muss wegen einer Baustelle abbremsen.
    Moorburg. Altenwerder. Elbtunnel. An der Abfahrt Stellingen fahre ich ab und bin zwanzig Minuten später an meiner Niederlassung.







    Ich bin gerade dabei ein wenig Wagenpflege zu machen als ein Bulli auf den Hof fährt. Martin und Simone steigen aus. ”Hi Christian.” ”Hej ihr zwei. Was verschlägt euch hier her?” ”Wir haben deinen Truck gesehen als wir vorhin zu einem Kundengespräch gefahren sind. Jetzt auf dem Rückweg haben wir Zeit. Wie schaut es bei dir aus?” ”Ich hab Feierabend. Heute Nacht um 01:00 Uhr geht's wieder los.” ”Puh, Mitten in der Nacht.” Ich zucke kurz mit der Schulter. ”Termine,
    Termine, Termine. Nachts ist die Bahn dann wenigstens frei.”
    "Na denn lass uns zu Schweinske fahren. Son Schnitzel zum Abendessen...” ”Gute Idee.”





    Freitag, 07.09.2018, Puttgarden.

    Es ist kurz nach 03:00 Uhr. Das Schnitzelessen gestern Abend war eine gemütliche Sache. Aber viel zu früh vorbei, damit ich noch ein bisschen Schlaf bekommen konnte. Die Tour durchs nächtliche Hamburg und über die A1 an Lübeck vorbei verlief bisher reibungslos. Ich hatte vorsichtshalber eine etwas spätere Fährüberfahrt nach Rødby gebucht, wodurch ich Zeit hatte noch in Ruhe zu frühstücken.

    Es ist kurz nach 05:00 Uhr als ich auf den Sydmotorvejen fahre. Die Vogelfluglinie nutze ich inzwischen öfter, weil sie mir zeitlich meistens besser passt als die Fährlinie Rostock – Trelleborg.

    Es geht an Køge vorbei auf die E20. Im Radio hab ich mir wieder einen meiner Standardsender eingestellt und es läuft U.D.O. mit Rose in the
    Desert.

    Je näher ich Kopenhagen komme umso dichter wird der Verkehr. Dänemark startet halt langsam in den Arbeitstag. Ich fahre überdie Højbroen und damit über Skrædderholmen. Anschließend geht es am Flughafen Kopenhagen vorbei und über die Øresundbroen rüber nach Schweden.

    Blinker links. Ich fahre auf mein Gelände in Malmö. 08:11 Uhr. Motor aus. Die Fahrerkarte nehme ich aus dem Schacht und mache mich dann auf in Richtung Büro. An der Rampe ist Lagerist Ron gerade dabei einen Container zu entladen. Tjelvar und Sandra finde ich im Büro. ”God morgon.” Sandra springt auf und umarmt mich. Ich gebe ihr einen Kuss. ”Jag behöver en kaffe.” ”Och jag har en annan kyss.” Dabei grinst sie mich schon wieder frech und gut gelaunt an.

    Wir haben kurz ein paar Sachen durchgesprochen – unter anderem auch das Logistikzentrum, was der Bär zwischen Köln und Düsseldorf errichtet. Die ursprünglich geplante schnelle Bauzeit konnte aus verschiedenen Gründen nicht gehalten werden. Bisher haben wir zum Glück mit den Kapazitäten noch nicht geplant. Für Düsseldorf müssen wir aber in nächster Zeit durchaus ein wenig weiter planen, da DHL sowohl ab dem Paketzentrum Krefeld als auch ab dem Expresszentrum in Ratingen weitere langfristige Touren an uns vergeben will. Das heißt weitere Fahrzeuge und weiteres Personal an Land bekommen.

    Es ist 08:30 Uhr. Sandra schnappt sich meine Hand und einen Rucksack. Am rovfågel macht sie kurz die Abfahrtkontrolle. ”Schatz, ich brauch ne Glühbirne. Am Auflieger ist eine durch.” ”Schon wieder? Ich hab<doch gerade erst gestern rechts getauscht. Heute früh in Hamburg war noch alles in Ordnung.” ”Jetzt ist links hin.” ”Hm, na denn.” Ich gehe kurz ins Lager und hole eine Neue. In der Zwischenzeit hat Sandra das Navi mit den Zieldaten gefüttert und die Fahrerkarte eingelegt. Sie hüpft aus dem Fahrerhaus und umarmt mich. ”Soooo, dann wollen wir mal. Was hälst du davon nächstes Wochenende noch mal zum Starnberger See zu fahren mit dem Kamaz?” ”Da bin ich voll für zu haben.” Sandra huscht ein Lächeln übers Gesicht. Dann bekomme ich einen Kuss und sie klettert hinters Lenkrad. ”Vi ringer senare. Älskar dig.”


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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Kommentare 8

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    elwime -

    Schöne Geschichte

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    Sauerlaender -

    Wie gewohnt ein sehr schönes Kapitel von dir. Diesmal hast du mich aber mit dem schnellen nächsten Kapitel überrascht. :)

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      infinity -

      Das war am Freitag schon fast fertig und brauchte nur noch etwas Feinschliff. Zeit hatte ich gestern Abend dann auch noch. Bis zum nächsten wird es wieder etwas dauern (auch wenn die Touren selbst schon thematisch bis in den Oktober rein gefahren sind und ich "nur noch" schreiben muss.

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      Sauerlaender -

      Je nach Tour sitze ich auch länger am Schreiben, als am Fahren. :)

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    Werner 1960 -

    Klasse geschrieben.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel wie immer.

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    loddi51 -

    Schönes Kapitel.

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    Tomlaker -

    Hat was von Genusslesen. :)