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[KW 33/2018 - KW 35/2018] Schreckmoment. Nahverkehr. miles&more.

  • [KW 33/2018 - KW 35/2018] Schreckmoment. Nahverkehr. miles&more.


    Nachdem wir am vergangenen Samstag erst um 02:00 Uhr von unserer Tour zurück waren wurde zuerst ausgeschlafen und später der Hauber mit einer Handwäsche wieder auf Hochglanz gebracht. Die Waschmaschine hatte parallel dazu auch gut zu tun. Am Abend wollten wir dann in die Altstadt etwas Essen gehen. Sandras Eltern kamen aus Forsmark um uns zu begleiten. Zu meiner Überraschung waren sie nicht alleine. Ich durfte mich über einen spontanen Besuch meiner Eltern freuen, die von Tarja und Rasmus am Flughafen Arlanda eingesammelt wurden.
    Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Familien – gemütlich frühstücken, viel erzählen und wie die Touristen durch die Stadt schlendern. Nach der Verabschiedung brachten Sandras Eltern meine wieder zum Flughafen. Für meinen Schatz und mich gab es dann genau einen Ort um den Rest des Abends zu verbringen: die Couch.



    Montag, 13.08.2018, Uppsala.
    Unsere Fahrerin Meja hat Urlaub und ihre Touren sind meine Wochenaufgabe. Nach den langen Touren der vergangenen Wochen stört es mich aber nicht wirklich. Im Gegenzug darf ich mich Abends darauf freuen zu Hause zu schlafen. Mein 'rovfågel' hat allerdings Pause, denn an einige Ladestellen komme ich mit einem Sattelzug platzbedingt nicht ran. Meine letzte Tour auf einem DAF ist auch schon etwas länger her, sodass ich mir Mejas Motorwagen für diese Woche nehme. Für Sandra gibt es im Büro so viel zu tun, dass ich zusätzlich auch eine ihrer Fahrten ab Södertälje übernehme. Mit dem DAF, was mir dort in der Chassiporten-Dispo einen flachsigen
    Spruch von Magnus einbringt.










    Sonntag, 19.08.2018, Uppsala.
    Am Vormittag waren wir ein wenig mit unseren Kajaks und den Stand-Up-Boards unterwegs.
    Jetzt stehe ich im Schlafzimmer und packe meinen Koffer. Besser gesagt ich versuche ihn zu packen. Mein Schatz kommt zur Tür rein und ...

    Eine Stunde später packen wir dann gemeinsam alles was ich für zwei Wochen brauche.

    Es ist 18:00 Uhr. Während ich den Salat schnippel und der Kartoffelauflauf im Ofen vor sich hin duftet kuschelt Sandra sich an mich an. „Allt bra, älskling?” ”Mhm. Es ist nur...” Sie schluckt kurz. ”... ab morgen bist du erst einmal wieder unterwegs und das Bett dann neben mir leer. Irgendwie hab ich mich die letzten Wochen dran gewöhnt mich an dich zu kuscheln und...” Ich drehe mich um und gebe ihr einen Kuss. ”En mer, tack.” Sie legt ihre Hände auf ihren Bauch. Sie bekommt einen weiteren Kuss und mir fährt ein Gedanke eiskalt den Rücken herunter. ”Är du gravid?” ”Ich? Schwanger?” Ich nicke und habe dabei Fragezeichen in den Augen. Ihr huscht ein Grinsen übers Gesicht. ”Ich meine nur.... weil du deine Hände gerade...” Jetzt bekomme ich einen Kuss. ”Nej. Jag är inte gravid. Jag är hungrig. Aber
    dein Gedanke könnte mir gefallen.”


    Wir genießen das Abendessen und eine Flasche kalifornischen Rotwein. ”Wo ich die Flasche gerade sehe fällt mir ein, was ich dir noch erzählen
    wollte.”
    ”Bei der Kombination wird es sicher was von Keela aus Sacramento sein.” ”Ja, genau. Ich habe vorhin kurz mit ihr telefoniert. Marc und sie planen M.M.Trucking zu erweitern und wollen eine weitere Zugmaschine einsetzen. Gestern hatten sie ein paar Vorstellungsgespräche.” ”Das klingt gut. Da drücke ich den
    beiden die Daumen dass sie den passenden Kandidaten finden. Hat sie was über die Bewerber erzählt?”
    ”Nur über einen. Den hat Marc ziemlich bestimmt vor die Tür gesetzt.” ”Oha. Hat der etwa die falsche Marke als Arbeitsgerät gewünscht?” ”Das wohl auch. Aber Keela hat erzählt, dass dieser Daniel sie wohl mit den Augen
    förmlich ausgezogen und vor Marc volle Kanne angegraben hat.”
    Ich hatte eigentlich gerade einen Schluck Wein nehmen wollen, stelle das Glas aber dann doch erstmal auf den Tisch zurück. ”Nicht ernsthaft, oder?” ”Doch.” Ich schüttele den Kopf. ”Den hätte ich dann aber auch rausgekantet.” ”Das glaube ich dir aufs Wort.
    Keela sagt, das Marc beim 'RAUS' die Hände so ziemlich zur Faust geballt hatte. Ein Satz mehr und da wäre dann so richtig die Kuh geflogen.”
    ”Das stellen wir uns jetzt bitte bildlich vor.” Wir müssen lauthals lachen.



    Montag, 20.08.2018, Arlanda.

    Sandra stellt ihren Alfa Romeo auf dem Kurzzeitparkplatz des Flughafens ab und wir gehen gemeinsam in Richtung Terminal. Ich greife ihre Hand und bekomme ein dankbares Lächeln von ihr. Da wir am Morgen noch einiges im Büro zu erledigen hatten sind wir recht spät los gekommen und ich habe nicht viel Zeit bis ich zum CheckIn für Berlin muss. Ich gebe meinem Schatz einen langen Kuss und umarme sie. „Ich liebe dich, Süße.“ „Ich dich auch. Rufst du nachher an, wenn du
    in Berlin gelandet bist?“
    „Wenn ich in Brandenburg im Hotel bin, ok?“ „Ja, det är okej.” Sandra zeigt auf ihren Mund und grinst mich an. Nach dem Kuss verschwinde
    ich in Richtung Flieger – eine CRJ900 von CityJet/SAS wartet auf mich.







    Der Transfer vom Flughafen Berlin-Tegel zum Hotel in Brandenburg/Havel war problemlos verlaufen. Aus dem Flieger ging es direkt in einen Minibus, der mich erst zum Hotel und anschließend auch zur Regattastrecke gebracht hat. Ich wähle unsere Büronummer und melde mich wie versprochen bei Sandra. ”...” ”...” ”Wenn
    du nächste Woche in Berlin bist bin ich auch unterwegs. Ich hatte eine Anfrage ob wir kurzfristig eine Jacht von Stockholm nach Neapel umsetzen können.”
    ”Kurzfristig... mal eben.” Ich höre Sandra lachen. ”Wie immer halt. Gibt ab Neapel auch direkt einen Folgeauftrag vom selben Kunden.” ”Was wäre das?” ”Wieder
    eine Jacht. Die muss dann zum Neckarhafen in Stuttgart.”
    ”Dann hast du ja gut zu tun.” ”Du aber auch.” ”Wieso?” ”Du musst am nächste Woche Sonntag dann von Berlin nach Neapel runter fliegen und ich am Montag in aller Frühe wieder nach Hause. Tania hat dann Urlaub.” ”Ah ok. Das kriegen wir hin. Fährst du die
    Tour mit dem Hauber?”
    ”Nej. Ich will mal den 'stora rovfågeln' fahren. Der steht sich hier schon die Reifen platt.“ Ich muss laut lachen. „Älskling, jag måste klara mig lite på kontoret. Jag älskar dig.“ „Jag älskar dig också.“ Ich stecke das Telefon in die Tasche und gehe zum Orgabüro der Regattastrecke, wo schon einige RaceOfficials für die European Nations Dragonboat Championships zusammen sitzen.










    Montag, 27.08.2018, Brandenburg/Havel.
    Eine anstrengende aber auch schöne Woche Europameisterschaft im Drachenbootsport liegt hinter mir. Der Dienstag vergangene Woche stand den Teams für Trainingseinheiten zur Verfügung, die es zu koordinieren galt. Bis Dienstagabend waren dann auch die letzten RaceOfficials angereist und entsprechend bunt die Runde dann im Hotel. Am Mittwoch hieß es ein letztes Mal ausschlafen und Vorbereitungen machen. Am Nachmittag zog die Eröffnungszeremonie die Sportler und uns Organisatoren/RaceOfficials in ihren Bann – gefolgt vom Nations Dinner im griechischen Restaurant, das direkt an der Regattastrecke liegt. Donnerstag, Freitag und Samstag verbrachte ich dann als Dockmarshall für die High Performance Raceboats im Einstiegsbereich. Direkter Kontakt zu den Sportlern. Auch Anke und
    Jörg, mit denen ich letztes Jahr im Oktober in Hamburg unterwegs war, waren für die deutsche Nationalmannschaft dabei. Am Sonntag wechselte ich den Bereich und war als Schiedsrichter auf dem Wasser unterwegs. Dazu gab es es seitens des Ausrichters ein umfangreiches Rahmenprogramm und natürlich gesellige Abende im Hotel.

    Die Uhr zeigt kurz nach 07:00 Uhr und ich sitze mit Brötchen und Kaffee im Restaurant des Hotels. Einige von uns RaceOfficials mussten arbeitsbedingt bereits gestern Abend wieder in Richtung Heimat aufbrechen. Der verbliebene Rest trudelt jetzt nach und nach zum Frühstück ein bevor wir uns nachher wieder in alle
    Himmelsrichtungen verstreuen.







    Der Minibus hält vor meiner Niederlassung in Berlin und ich verabschiede mich vom Fahrer, der zum Team der Regattastrecke gehört.
    Ich gehe hoch in den Bürotrakt. Meine Niederlassungsleiterin Mona sitzt an ihrem Schreibtisch und legt gerade das Telefon zur Seite. Sie dreht den Kopf in Richtung Tür und springt dann erfreut auf. „Chris!“ Ich werde stürmisch begrüßt. „Hej, Schnucki. Alles gut?“ „Jo. Ick freu mich. Schön dich mal wieder
    zu sehn. Wie war deine Woche in Brandenburg?“
    „Erzähl ich dir gleich. Ich brauch nur eben einen Kaffee.“



    ...



    Es ist 19:00 Uhr. Inzwischen bin ich alleine im Büro. Mein Telefon klingelt; Sandras Nummer im Display. “Hej älskling. Hur mår du? Var är du just nu?” ”Hej Süßer. Gut geht es. Aber du fehlst mir. Mit der Abholung der Jacht hat alles geklappt. Ich bin jetzt in der Niederlassung in Malmö. Morgen früh geht es weiter.” ”Du hast es bis zur Niederlassung runter geschafft? Bist du tief geflogen?” ”Nej. Felicia ist mir mit dem Sprinter entgegen gekommen und hat in Ljungby übernommen bis Malmö. Wir mussten noch einiges an Bürokram besprechen. Oppa Ole kam dann auch noch auf nen Kaffee rein. Der freut sich wie ein Schneekönig, dass wir aus seiner kleinen Einmann-Firma eine so gut laufende Niederlassung gemacht haben.” ”Das darf er größtenteils seiner Tochter Felicia anrechnen.” ”Hab ich ihm auch gesagt. Ich werd gleich ins Bett. Will morgen zeitig los.” ”Fährst du via Trelleborg-Rostock?” ”Ja. Bis Trelleborg fährt Felicia und ich hab dann ab Rostock Lenkzeit. Auf der Fähre will ich ein bisschen Bürokram machen. Und ich hoffe, dass ich dann bis Berg durchziehen kann.” ”Okej älskling. Sova bra och dröm något sött.” Sandra schickt mir einen Kuss durch die Leitung und legt auf.










    Sonntag, 02.09.2018, Berlin.
    Da mein Nahverkehrsfahrer Mick die Woche Urlaub hatte hieß es für mich mit einem Actros-Tandemzug um den Fernsehturm zu kreisen und Supermärkte ansteuern. Die Touren verliefen weitestgehend unspäktakulär, aber der Berliner Stadtverkehr ist trotzdem eine Herausforderung.



    Es ist 09:15 Uhr und der kleine Eurowings-Gurkenschneider – der Propellerflieger Bombardier Dash-8 – hebt ab in Richtung Stuttgart. Anderthalb Stunden später setzt die Maschine wieder auf und wird vom FollowMe-Fahrzeug in Empfang genommen um zur Parkposition geleitet zu werden.







    Es ist kurz nach 15:00 Uhr. Der Flug von Stuttgart nach Neapel ist mit Verspätung rausgegangen und hat diese Zeit unterwegs nicht wieder herausholen können.
    Ich steige in ein Taxi und nenne dem Fahrer die Adresse vom Hotel, das Sandra uns gebucht hat.

    Den Nachmittag und den Abend verbringen wir mit einem gemeinsamen Stadtbummel in den engen Gassen der Altstadt und einem leckeren italienischem Abendessen. Von fliegenden Händlern haben wir uns dabei fern gehalten. So sind wir unbehelligt wieder im Hotel angekommen.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

    577 mal gelesen

Kommentare 10

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    Tomlaker -

    Gerade die kleinen und großen Dinge um das fahren selbst, machen doch ein spannendes und abwechslungsreiches Tourentagebuch aus. Ich melde mich bei Gelegenheit mal wegen eines offenen Leihtrailers für Tom Diesel auf Youtube. ;)

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    loddi51 -

    Klasse Kapitel.

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    Werner 1960 -

    Schön geschriebenes Kapitel.

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    Sauerlaender -

    Sehr schönes Kapitel von dir. Ich finde es klasse, dass du dein eigenes RL mit in dein Tagebuch einbaust.

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      infinity -

      Es gibt einfach zu viele Momente, die ich gerne mit anderen teile. Und wenn ihr schon nicht real dabei sein könnt, so gibt es euch doch zumindest ansatzweise einen Blick auf meine weiteren Hobbies. Und wer weiß... vielleicht ließt das irgendwann einer der selbst dabei war...

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Nicht immer nur fahren, auch mal Hobby und Privatleben :)

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      infinity -

      Wer viel arbeitet darf sich zwischendrin dann auch das Hobby erlauben. Ich denke es wäre unrealistisch diesen Part im Leben außen vor zu lassen.

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      Sauerlaender -

      Das sehe ich auch so. Ich versuche das ja mit dem Surfen und Biken mit Keela auch ein wenig einzubauen. Aus dem RL weiß ich aber auch, wie wenig Zeit in dem Job für die Hobbies bleibt.

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      infinity -

      Das bringen viele Jobs mit sich. Ich bin im RL ja nicht auf der Straße unterwegs - aber im Schichtdienst in Verbindung mit einiges an Überstunden siehts am Ende genauso aus. Die richtige Balance zu finden ist die Kunst.