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[KW32/2018] Begegnungen. Stramt program. 22 Stunden.

  • [KW32/2018] Begegnungen. Stramt program. 22 Stunden.



    KW32/2018
    Montag, 06.08.2018, Rozenburg.
    Gegen 23:00 Uhr sind wir aus Lopik zurück am Hauber gewesen und haben unsere Wochenendtasche aus dem Elefantenrollschuh wieder umgeladen. Anschließend hatte Sandra den Zug an die Rampe gestellt, da wir ja noch ein wenig für Lyon zuladen mussten.

    Inzwischen ist die zweiundreißigste Woche des Jahres angebrochen. Der V8 blubbert durch die Nacht. Außer uns ist kaum einer unterwegs. Den Haag. Rotterdam. Dordrecht. Breda. Über die E19 geht es dann auf belgisches Staatsgebiet. Vorbei an Antwerpen und Brüssel. Wir wechseln auf die E420. Eine halbe Stunde später – es ist kurz vor 05:00 Uhr steht der erste Fahrerwechsel auf dem Plan und mein Schatz fährt auf einen Parkplatz bei Charleroi.



    Vor dem Hauber grinst Sandra mich an und gibt mir dann einen Kuss. „Du bist dran. Der nächste Stau wird Ihnen präsentiert von...“ „Pssst. Nicht so laut. Nachher hört das noch einer. Das lassen wir lieber weg.“ „Hast Recht. Die gefährlichen Ecken wie Antwerpen und Brüssel haben wir zum Glück ja schon weg. So... ab hinters Lenkrad mit dir, sonst kommen wir nicht weiter.“ Mit den Worten umarmt mich Sandra und spitzt den Mund fordernd. Sie bekommt einen Kuss und prompt höre ich „En mer, tack.“ Mein Blick wandert Richtung Fahrerhaus und ich ernte schon wieder ihr freches Grinsen, dann klettert sie auf der Fahrerseite rein und rutscht auf die Beifahrerseite. „Men nu?” ”Ja.” Sie bekommt den Kuss, dann geht es wieder auf die Straße.

    Irgendwo zwischen Charleroi und Saint-Gibrien, dem nächsten Halt für einen Fahrerwechsel, kommt uns ein dunkelroter Volvo mit einem Curtainsider von Krone entgegen. ”Irgendwo habe ich diesen Dreiachser schon mal gesehen, Schatz.” ”Auf dem Fahrerschild stand Viki. Gesehen habe ich den auch schon – irgendwann einmal als ich nahe unserer Niederlassung in Malmö gekreist bin.”





    Die weitere Tour verläuft ereignislos. Den Abschnitt von Saint-Gibrien nach Spoy bei Dijon fährt Sandra, dann bin ich wieder an der Reihe. Das einzig Interessante, abgesehen von der Landschaft die immer bergiger wird, ist ein Schwertransport einer Baumaschine von LIEBHERR.



    Wir sind auf der E15. Es herrscht inzwischen Feierabendverkehr und man merkt deutlich, dass wir uns einer Großstadt nähern. Ich folge der Beschilderung Richtung Grenoble und wechsele auf die A432. Währenddessen klingelt mein Telefon. Da ich es nicht an der Freisprechanlage habe greift Sandra es. ”Sandra Dansör. hansekontor på turné.” ”...” Mein Schatz wechselt sprachlich zu deutsch (was sie neben englisch fließend spricht – nur zu Hause nicht) ”Ja, Vivien. Wir sind jetzt so kurz vor Lyon.” ”...” ”OK. Am Flughafen laden für Luxemburg und Düsseldorf.” ”...” ”Puh... das wird morgen Abend entweder gaaaanz spät oder Mittwoch früh. Auf jeden Fall werden wir in Düsseldorf die große Pause mit einbauen müssen.” ”...” ”Alles klar. Steffy soll uns morgen dann einfach anrufen. Hast du sonst noch was?” ”...” ”Weiß ich Bescheid. Dir einen schönen Feierabend.” ”...” Sandra legt das Telefon zur Seite und ich schaue sie fragend an. ”Stramt program: Am Flughafen den Trailer ausfegen. Laden für Luxemburg und Düsseldorf. Wenn bei Steffy alles klappt übernehmen wir Mittwoch an der Niederlassung von ihr einiges was hoch nach Hamburg muss. Und Freitag gibt es dann in Hamburg beim gelben Riesen im Hafen auf Hohe Schaar den Trailer voll für Stockholm.”







    Ich verlasse den Rond-Point de l'Europe und biege in die Rue d'Irlande ein. Dann sind wir am Cargocenter des Lyoner Flughafen. Die Uhr zeigt 18:22 Uhr an – somit erreichen wir mal wieder einen Kunden überpünktlich.







    Dienstag, 07.08.2018, Lyon.

    Am gestrigen Abend haben wir nach dem Abladen noch direkt die Paletten für Luxemburg und Düsseldorf bekommen. Zusätzlich gab es fast einen Lachanfall, denn die vier Europaletten hätte man auch locker mit einem Sprinter weg bekommen. Ein kurzer Anruf bei Vivien ergab dann aber, dass das so schon seine Richtigkeit hat und wir das selbe Geld bekommen als wenn wir den ganzen Zug voll mit Leerpaletten durch die Gegend fahren. Mir soll es recht sein.

    Die ersten viereinhalb Stunden des Tages fährt Sandra. Wie gestern auch ist auf Höhe Spoy dann wieder Fahrerwechsel angesagt. Von dort aus geht es über die A31 in
    Richtung Nancy und Metz.
    In Luxemburg liefern wir dann eine Palette ab, wobei sich der Papierkram dafür über eine Stunde hinzieht. Sandra kommt entsprechend leicht genervt aus dem Versandbüro. „Jag är hungrig och jag behöver en kaffe.” ”Klar hab ich Kaffee. Und ich hab uns fix ein paar Brötchen belegt.” ”Du är en älskling.” Da wir den Zug schon vorhin gleich wieder von der Rampe abgezogen haben kann es jetzt direkt weiter gehen. Sandra klettert hinter das Lenkrad. Als sie den V8 zum Leben erweckt meldet dieser ein leichtes Hungergefühl welches wir an der ESSO an der Rue du Golf recht schnell wieder beseitigen. Dann geht es wieder auf die A1, die ab der deutschen Grenze zur A64 wird. Diese verlassen wir kurz vor Trier und wechseln auf die B51. An der Anschlußstelle Bitburg fährt Sandra auf die A 60 nach Norden auf. Bei Prim geht es dann wieder auf die B51 bis zur Anschlußstelle Blankenheim wo wir auf die A1 wechseln. Vorbei an Mechernich und Euskirchen. Rastplatz 'Oberste Heide'. Es ist 20:45 Uhr. Der Rastplatz ist rappelvoll. Auf Höhe des Toilettenhäuschen stellt sie den Hauber einfach mitten auf dem Markt ab und springt aus dem Fahrerhaus. Als sie ein paar Minuten später wieder zurück ist sieht sie erleichtert aus. ”Schatz, ich hab nur noch dreißig Minuten für diesen Block. Fahr du am besten gleich weiter.”






    Mittwoch, 08.08.2018, Düsseldorf.

    Der gestrige Abend hatte sich nach dem Fahrerwechsel dann noch ganz schön hingezogen – zweieinhalb Stunden für neunzig Kilometer – die A57 war kurz vor dem Kreuz Meerbusch völlig dicht. Dafür ging die Ablieferung der drei Paletten am DUScargocenter vergleichsweise schnell. Kurz vor Mitternacht war dann Feierabend gewesen.

    Jetzt ist es 09:00 Uhr. Wir sitzen, frisch geduscht, noch am Frühstückstisch. Sandras Telefon klingelt. „Hej Steffy.“ „...“ „Das ist gut. Wir sind gerade mit
    Frühstück fertig. Dann können wir gleich umladen.“
    „...“ „Ja, bis gleich.“ Sie legt das Telefon beiseite, steht auf und umarmt mich dann von hinten. „Steffy ist in etwa einer Viertelstunde da. Ich bin eben im Büro.“ „Ok. Ich spiel mit ihr dann gleich Palettentetris.“ „Denk aber bitte dran, dass der weiße Schmitz hier bleibt und wir den grauen Chereau mitnehmen.“







    Es ist 16:00 Uhr. Sandra fährt von der A1 ab auf den Autohof. Auch wenn sie noch eine halbe Stunde Lenkzeit frei gehabt hätte ist es besser jetzt zu tauschen. Für die verbleibenden knapp zweihundert Kilometer sollten mir theoretisch etwas über drei Stunden Fahrzeit reichen. Im Rückspiegel sehe ich einen Actros von Terratrans. „Ich glaube wir werden verfolgt.“ „Wieso?“ „Wenn mich nicht alles täuscht ist der Stern hinter uns Tommy.“ „Ja, du hast Recht. Also Kaffeepause statt nur Sitzplatzwechsel?“ Sandra wartet meine Antwort gar nicht erst ab und zieht auf einen freien Parkplatz. Der Actros hält direkt neben uns. Es ist tatsächlich Tommy, den wir seit einer ganzen Weile nicht gesehen haben. Da er genauso wenig Lust auf das Rasthaus hat wie wir machen wir es uns vor den Trucks mit einem
    selbst gekochten Kaffee gemütlich.











    Es ist kurz nach 20:00 Uhr. Der Trailer steht in Norderstedt bei Jungheinrich zur Entladung. Einer unserer Fahrer vom Trailerservice zieht den morgen zu DHL von wo aus wir am Freitag wieder starten. Ich stelle den Hauber auf unserem Werkstattgelände ab und der V8 verstummt.
    Wir drehen noch eine kleine Runde über unser Firmengelände, dann ruft erst die Couch und später das Bett.



    ...
    ...



    Samstag, 11.08.2018, Uppsala.
    Den Donnerstag haben wir in Hamburg damit verbracht einiges an Papierkram für die Niederlassung zu erledigen. Zudem haben wir das monatliche Meeting mit unseren Verkäufern Josy, Anja, Susanne und Antonio - was wir oftmals per Telefonkonferenz machen – abgehalten. Am Donnerstagabend sind wir dann noch gemütlich in der Stadt etwas Essen gewesen.

    Es ist kurz nach 02:00 Uhr. Wir sind wieder zu Hause. Das Hallentor öffnet sich per Druck auf die Fernbedienung und Sandra zirkelt den Hauber samt Auflieger gekonnt auf seinen Stellplatz in der Halle. Das Blubbern des V8 verstummt. Das Hallentor schließt sich wieder.
    Statt eines Grinsen kommt von Sandra ein großes Gähnen. „Kom igen, tid för sängen.” Wir lassen unsere Taschen und den Kühlschrankinhalt wo sie sind und verschwinden nach zweiundzwanzig Stunden auf den Beinen ins Bett. Sandra kuschelt sich an mich und bekommt den Gute-Nacht-Kuss schon nicht mehr mit.











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    Dieses Mal hat's etwas länger gedauert und auch das nächste Kapitel wird etwas auf sich warten lassen...
    Ich war jetzt gerade eine Woche für den Drachenbootsport unterwegs - European Nations Championchip in Brandenburg/Havel. Meine erste internationale Regatta als RaceOfficial. Ein tolles Gefühl über den Sport so viele Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen.

    Eine kurze Zusammenfassung in Bildern:
    European Nations Championchip 2018 Brandenburg/Havel - YouTube



    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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Kommentare 9

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    alaskabaer01 -

    Klasse Geschichte und wieder super Bilder von meinem Lieblingstruck.

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    Sauerlaender -

    Wieder mal ein schönes Kapitel von dir. Zum Real Life haben die Anderen ja schon alles geschrieben.

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    Werner 1960 -

    Schön geschrieben. und wie in den anderen Komentaren das Reale Leben geht immer vor.

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    loddi51 -

    Schön geschriebenes Kapitel.

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    Viking1971 -

    Schönes Kapitel. Wie ich immer zu sagen pflege: Reallife vor Spiel. ;)

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Macht nichts, wenn es kürzer ausfällt und länger dauert. Real Life ist wichtiger ;)

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    Iceman684 -

    Tommy, kenn ich auch, fährt bei mir aber Scania und seine Liebste fährt Actros. Sind aber sehr viel in Schweden/Skandinavien unterwegs. ;)

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      infinity -

      Dann meinst du einen anderen Tommy... der hier kreist überwiegend um Bremen. :)

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      Iceman684 -

      Meiner is Schwede mit eigener Firma in der Nähe von Södertälje.