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[KW 31/2018 Dienstag bis Sonntag] Hin und Her. Elefantenrollschuh. Lack und Chrom.

  • [KW 31/2018 Dienstag bis Sonntag] Hin und Her. Elefantenrollschuh. Lack und Chrom.



    Dienstag, 31.07.2018, Malmö.

    Bis wir heute früh im Bett waren stand die Uhr schon auf kurz vor 01:00 Uhr.
    Jetzt, sechs Stunden später, ist es mal wieder Sandras Wecker der uns aus dem Schlaf holt. Dong.Dong.Dong.
    Linkes Auge auf. Rechtes Auge auf. Der Wecker macht immer noch Alarm. Ich stelle ihn ab und gebe meinem Schatz ein paar Küsse. Ihre Augen sind noch geschlossen aber an ihrem größer werdendem Grinsen sehe ich, dass sie den Moment gerade genießt. „En mer, tack.“







    Sandra hat es sich auf dem Beifahrersitz bequem gemacht und den Laptop auf dem Schoß. Wir sind auf der E20 und passieren Køge. Ein paar Minuten später wechsele ich auf den Sydmotorvejen in Richtung Rødby. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir dass es zeitlich knapp wird die geplante Fähre zu erreichen und fluche leise vor mich hin. „Entspann dich, Schatz.“ „Ska du göra mig en kaffe?” Ich ernte Sandras typisch freches Grinsen. ”Självklart.”







    Es ist kurz nach 16:30 Uhr. Wir haben die geplante Fähre tatsächlich erreicht und in den fünfundvierzig Minuten Überfahrt eine Kleinigkeit gegessen. Jetzt sitzt mein Schatz hinter dem Lenkrad. Im Radio läuft wie üblich eine bunte Mischung Rockmusik.
    Wir passieren Lübeck und Hamburg. Die Uhr zeigt 20:50 Uhr als Sandra von der A1 abfährt und einen Moment später auf den Autohof in der Bremer Europaallee rollt.
    Viel Zeit lassen wir uns hier aber nicht. Nur schnell ein Gang zum WC, dann geht es auch schon wieder zurück auf die A1. Die Fahrerkarten, und auch wir beide, haben die Plätze getauscht.

    Der Verkehr ist so mittelprächtig, aber immerhin kann ich den Hauber mit Tempomat auf 83 km/h laufen lassen. Vorbei an Wildeshausen, Vechta und Bramsche. Bei Osnabrück stockt der Verkehr dann baustellenbedingt und ich muss den Tempomaten rausnehmen. Kurz darauf geht es am Kreuz Lotte/Osnabrück dann auch auf die A30 in Richtung Amsterdam. Kurz vor Bad Bentheim bremst uns eine weiter Baustelle etwas aus bevor wir schließlich die Grenze zu den Niederlanden überschreiten.




    Mittwoch, 01.08.2018, A1 – Niederlande.
    Oldenzaal. Hengelo. Azelo. Ich folge der Beschilderung und dem Navi weiter über die A1. Kurz hinter der Abfahrt Markelo ist es Zeit für einen weiteren Fahrerwechsel. Es ist 01:15 Uhr und der Parkplatz ist erwartungsgemäß proppevoll. Ich bleibe auf der Höhe der Tankstelle einfach mitten auf dem Markt stehen und lasse den Hauber laufen. Wir steigen beide aus und vertreten uns beide ein wenig die Beine. Ich werfe dabei routinemäßig kurz einen Blick auf die Zugmaschine und den Trailer finde aber keine Punkte zur Beanstandung. Ich gehe mit den Gedanken beim Fahrzeug zwei Schritte weiter und laufe dabei volle Kanne auf Sandra auf, die ihrerseits scheinbar das gleiche – nur eben in entgegengesetzter Richtung – gemacht hat. Erschrocken ruft sie ”Hej.” und fängt dann lauthals zu lachen an. Auch ich muss lachen. Ich nutze den Moment und umarme meinen Schatz. Als ich sie wieder loslasse kommt prompt die Beschwerde: ”Får jag inte en kyss?” ”Ähm, doch.
    Självklart.”
    Ich gebe ihr einen Kuss, den sie innig erwidert.
    ”Vi borde fortsätta långsamt.” Gesagt, getan. Sandra klettert auf der Fahrerseite ins Fahrerhaus, ich auf der Beifahrerseite. Ich tausche noch die Plätze der Fahrerkarten, dann geht es wieder auf die A1.

    Von der Provinz Overijssel ist durch die Dunkelheit nicht viel zu sehen. Das Navi verrät uns aber, dass uns der Fluss Schipbeek (ein sechsundachtzig Kilometer langes Gewässer mit Quelle südlich von Ahaus in Nordrhein-Westfalen und Mündung in der Ijssel bei Deventer) eine ganze Weile begleitet. Wir passieren Appeldoorn. Dazu läuft im Radio wieder Rockmusik – jetzt gerade sweet emotion von Aerosmith. Sandra summt mit und seufzt dann leise. Ein Zeichen dafür, dass ihr irgendwas durch den Kopf geht. ”Was denkst du gerade?” ”Nix.” ”Lass den Quatsch. Dafür kenn ich dich inzwischen zu lange, Süße.” Einen Moment Schweigen. Ich gucke meinen Schatz nur fragend an, was sie trotz der Dunkelheit natürlich merkt. ”Ich mach mir Gedanken über die vielen Waldbrände. Bei uns oben in Schweden. Bei den Griechen. Und Keela hat vorhin kurz geschrieben, dass es in Kalifornien auch brennt. Auch im Yosemite-Nationalpark wo wir erst vor kurzem im Urlaub durch sind. Ich finde es schon heftig. Ich meine letztes Jahr war ziemlich viel Regen. Dieses Jahr genau das Gegenteil davon.” Passend zu Sandras Gedanken setzt im Radio Watch the Fire von W.E.T. ein.

    Wir erreichen den Großraum Amsterdam als sich das Funkgerät bemerkbar macht – es folgt ein kurzer Smalltalk mit unserem Fahrer William, der gerade dabei ist
    einen Container vom Hafen von Amsterdam zu holen.

    Es ist kurz nach 03:00 Uhr. Links von uns liegt der Flughafen Amsterdam-Schipol. Einen Augenblick später wechselt Sandra an der Ausfahrt 3 in Richtung Hoofddorp/Aalsmeer. Weiter geht es dann auf der N201 und in den Schipol Logistics Park wo wir im AMScargocenter die Auflieger tauschen. Eine Stunde nach der Ankunft in Amsterdam sind wir dann auch schon wieder auf dem Weg raus aus Amsterdam.

    Es ist kurz nach 06:00 Uhr. Sandra fährt auf den Parkplatz Struik, Holten. Zeit für Feierabend. Einen Parkplatz zu finden ist jetzt kein Problem – die meisten Kollegen sind schon wieder auf der Bahn. Wir gehen nur noch kurz in die gekachelte Abteilung und verziehen uns dann ins Bett. ”Sov gott.” ”Du också. Jag älskar dig.” Sandra huscht ein Lächeln übers Gesicht. Dann ist sie auch schon eingeschlafen.







    Dong.Dong.Dong.

    Das Intro von Hells Bells ertönt von Sandras Handy. Es ist kurz vor 15:00 Uhr und drückend warm in der Kabine. Wir sind verschwitzt. Dabei haben wir die Bettdecke schon lange zur Seite getan und nur in Unterwäsche geschlafen. Sandra beugt sich zu mir und stupst mich an. ”Hej. Na du. Ausgeschlafen?” ”Geht so. Eigentlich hab ich geschlafen wie ein Stein. Aber tagsüber schlafen ist schon irgendwie anders.”
    Sandra streift den BH ab und sucht sich ein Satz neue Wäsche aus dem Schrank. Meine Unterwäsche kommt mir entgegen geflogen. ”Komm, ab zur Dusche. Und
    dann brauch ich dringend was Essbares."

    Kurz nach 16:00 Uhr sind wir frisch geduscht und gesättigt wieder am Hauber und kümmern uns um die Abfahrtskontrolle. Zwanzig Minuten später setze ich den
    Blinker. Im Rückspiegel sehe ich wie ein Kollege mir Lichthupe gibt und mich in den fließenden Verkehr der A1 einfädeln lässt. Ich ziehe raus. Blinker rechts. Blinker links. Blinker rechts. Blinker aus. Dankeschön. Zügig beschleunige ich den T730 auf 83 km/h und setze den Tempomaten.



    ...



    Fahrerwechsel am Autohof Bremen. Im Anschluss ziemlich dicker Verkehr, sodass es keinen Sinn macht den Tempomaten zu aktivieren. Vorbei an Hamburg und
    Lübeck. Mit der Fähre geht es dann wieder von Puttgarden nach Rødby und von dort weiter bis zu unserer Niederlassung in Malmö.




    Donnerstag, 02.08.2018, Malmö.

    07:10 Uhr. Ich fahre auf den Hof und stelle den Trailer an die Rampe. Unser Lagerist Ron wird diesen dann im Laufe des Tages leer ziehen bevor der von einem Spediteur aus der Nachbarschaft dann wieder für seine Aufträge abgeholt wird.
    ”Ich bin schon mal rein uns einen Kaffee kochen.” ”Mach das. Und ein Käsebrötchen könnte ich auch vertragen.” Sandra gibt mir einen Kuss und grinst mal wieder frech. Da es für uns nachher gleich wieder in Richtung Niederlande gehen soll sattele ich den Hauber noch fix um.



    Freitag, 03.08.2018, Rozenburg.

    Der Zug steht wieder im AMScargocenter. Sandra ist gerade ins Büro um die Anlieferpapiere fertig zu machen. Kurz darauf ist sie zurück. Wir können, wie im Vorfeld abgesprochen, den Scania hier stehen lassen und ins Wochenende starten – freitags um 12:30 Uhr.

    Wir waren gestern früh gegen 09:30Uhr wieder in Malmö los und sind noch bis nach Rødby zur Fähre bevor es Zeit für neun Stunden Pause wurde. Auf- und Abfahren auf die Fähre wurden als Serviceleistung von einem Scandlines-Mitarbeiter übernommen. Gegen Aufpreis versteht sich. Es ging von Puttgarden zur Niederlassung Hamburg noch etwas für Lyon zuladen und dann wieder über den bereits einmal diese Woche abgefahrenen Weg via Bremen und Holten gen Westen.

    Der vorbestellte Mietwagen, ein Elefantenrollschuh aus dem Hause Smart, wurde uns schon am vormittag am Cargocenter bereitgestellt. Sandra schnappt sich den Schlüssel und kommt damit zum Hauber, wo wir noch fix das Wochenendgepäck und eine kleine Elektrokühlbox einladen.
    Über die A4 geht s bis zur Abfahrt Zoeterwoude-Rijndijk und von dort über die N11 bis runter nach Bodegraven zur A12, die wir aber einen Moment später wieder verlassen. Sandra und ich fahren eigentlich alles was Räder hat und von unseren Fahrerlaubnissen abgedeckt ist. Der Smart mit seinen zweieinhalb Metern ist uns beiden dann aber doch irgendwie eine Nummer zu klein und wir beschließen beim nächsten mal doch wieder eine Fahrzeugklasse höher zu buchen. Aber für dieses Wochenende wirds schon gehen.
    In Oudewater halten wir am Supermarkt und kaufen ein wenig ein was wir fürs Wochenende und die weitere Tour so brauchen. Sandra schließt die Kühlbox und hält
    mir dann eine Milchschnitte vor die Nase. In der anderen Hand hat sie noch eine. Frech grinsend meint sie dann: ”Die passen nicht mehr in
    die Kühlbox.”
    Ich packe meine Milchschnitte aus und halte sie dann Sandra aus Jux vor die Nase. Sie beißt rein und ein Drittel verschwindet in ihrem Mund. Ich beschwere mich gespielt mit einem ”ÖÖÖÖÖÖ” Schwupp habe ich Sandras Milchschnitte vor der Nase und sie schaut mich mit ihren tollen Augen an. Happs – weg ist
    ein Drittel ihrer Milchschnitte. Das Ganze wiederholen wir noch bis der süße Snack weg ist.

    Weiter geht’s an der Hollandsen Ijssel entlang durch Oudewater. Einmal durch Polsbroek, dann erreichen wir Lopik. Dort angekommen stellen wir den Smart auf dem Parkplatz vom Motel ab, checken ein und schließen die Kühlbox am Stromnetz an und machen uns dann auf zu einem Spaziergang.




    Sonntag, 05.08.2018, Lopik.

    Es ist 13:00 Uhr und wir sind gerade wieder im Motel angekommen. Der Elefantenrollschuh steht noch dort, wo Sandra ihn am Freitag hingestellt hat. Hinter uns liegt ein interessantes Wochenende beim NOG HARDER. Einige Fahrzeuge die an diesem Wochenende beim Treffen zu sehen waren habe ich bei meinen Touren schon mal im Vorbeifahren gesehen – die meisten jedoch nicht. Überall gab es glänzenden Lack und Chrom zu sehen.
    Wir waren auch nicht die einzigen ohne eigenen Truck vor Ort: Marc Mulder von Mulder Logistiek samt Begleitung, die er uns als Katrijn vorstellte, war ebenfalls dort.



    Wir verschwinden gemeinsam unter die Dusche und legen uns dann ins Bett – schließlich müssen wir am Abend noch wieder nach Amsterdam und dann wieder auf die Bahn.

    Frankreich ruft.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

    138 mal gelesen

Kommentare 6

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    loddi51 -

    Klasse Kapitel und schönes Video.

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      infinity -

      Danke. Das Video ist jedoch nicht meine Arbeit - ich wäre gerne real hingefahren aber es hat zeitlich nicht gepasst.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel, auch wenn ein paar Bilder mehr nett gewesen wären ;)

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      infinity -

      Bilder hab ich auf der Tour irgendwie so gar nicht hinbekommen. Es war ja viel Nachtetappe dabei und man hat eh nix gesehen.

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    Sauerlaender -

    Ach deshalb konnte ich Marc Mulder an dem Wochenende nicht erreichen. :D Schönes Kapitel. Freut mich auch zu lesen, dass Sandra und Keela weiter in Kontakt bleiben. :)

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    Werner 1960 -

    Schön geschrieben.