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42. Aus den Südstaaten nach Hause

  • Montag, den 30. Juli 2018, 7:00 am, Central Daylight Time, Huntsville, AL:

    Das Wochenende war abwechslungsreich und verging daher im Flug. Ehe ich mich versah, war es schon wieder Montag. Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Alabama und Kalifornien brauchte ich wenigstens nicht allzu früh aufstehen. Um Sieben Uhr verschwand ich im Bad und nutzte noch mal die Dusche und Toilette des Motel Zimmers aus. Danach packte ich schnell mein Zeug zusammen und checkte aus dem Motel aus. Ich räumte meine Sachen wieder in den Kenworth und erledigte schnell die PTI des Bobtails.
    Pünktlich um acht Uhr schaute ich dann nach meinem nächsten Auftrag. Der stand aber noch nicht im System. Ich nahm also mein Handy und rief meine Süße an. So hatte ich wenigstens einen Grund ihre Stimme zu hören. „Da ist wohl einer ungeduldig.“ Meldete sich Keela. „Das nicht unbedingt. Ich dachte nur, du hättest mich vergessen.“ „Wie könnte ich.“ Lachte sie. Ich bin nur gerade erst fertig geworden.“ „Soll ich schon mal zum Zentrallager von Huntsville fahren?“ „Keine gute Idee. Du bekommst deine Ladung nämlich bei ABQ Logistics. Die haben ein Lager im Cargo Bereich vom Huntsville International Airport.“ „Gut. Dann fahr ich eben zum Flughafen.“ „Mach das. Ich schicke dir den Auftrag gleich rüber. Wundere dich dann nicht über den Auftrag. Das ist mal wieder ein sehr dringender Auftrag. Sonst wäre es wohl keine Luftfracht.“ „Okay Süße. Dann mal bis später.“

    Ich startete den Kenworth und stürzte mich in den Montagmorgen Berufsverkehr, der gerade im vollen Gange war. Während der Fahrt zur I-565, über die es zum Flughafen ging, der im Westen außerhalb der Stadt lag, kam dann die Meldung: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Da Keela schon so betont hatte, ich solle mich nicht über den Auftrag wundern, war ich natürlich neugierig. Ich stand gerade eh im Stau, also konnte ich auch gefahrlos nachschauen:

    PICKUP: ABQ-ALHUN
    GATE: -----
    TRAILER: DV48317
    FREIGHT: DOMESTIC APPLIANCES
    WEIGHT: 44,000 LB
    DROP: UNP-ALTUC
    PRIORITY: EXPRESS
    REMARKS: FREIGHT IS VERY URGENT. LOAD – DELIVER!!!

    WAT-CASAC-KRY.

    Manchmal gibt es halt Sachen, die man nicht verstehen muss. Luftfracht war ja eigentlich immer eilig. Das ich diese mit Express Priorität ausliefern sollte, verstand ich auch. Aber warum ging die dann auf die Bahn? Ich machte mir dann aber keine großen Gedanken darüber. Express Priorität wurde sehr gut bezahlt. Dafür machte ich ja schon fast alles.
    Durch den Berufsverkehr brauchte ich eine geschlagene dreiviertel Stunde, bis ich endlich am Flughafen ankam. In dem Industriegebiet am Airport sah ich dann im Vorbeifahren auch mehrere Werke des LKW Herstellers Navistar.
    Ich erreichte meine Ladestelle, wo erwartungsgemäß alles fertig war. Zu meiner Überraschung bekam ich mal wieder einen Trailer mit dem alten Walmart Logo. Diese hatte ich lange nicht mehr dahinter gehabt. In Kalifornien hatten wir auch so gut wie gar keine mehr davon. Es waren aber immer noch genug Trailer davon im Umlauf. Nun wunderte ich mich auch nicht mehr über die inzwischen unübliche Länge von 48 Fuß des Dry Van. Trotzdem war der Trailer in einem einwandfreien Zustand, wie mir die PTI bestätigte.

    Um neun Uhr konnte ich mich nun auf den Weg nach Tuscaloosa machen, wo die Ladung auf die Bahn sollte. Ich fuhr zurück auf die I-565, auf die ich in Richtung Süden fuhr. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis ich die I-65 erreichte, über die es dann weiter südwärts ging. Kurz darauf überquerte ich dann auch den Tennessee River.
    Bei Birmingham wechselte ich dann auf die I-20 in Richtung Westen. Über diese Interstate ging es direkt nach Tuscaloosa. Meine kurze Pause hatte heute eine geringere Priorität. Ich fuhr daher erstmal bis zu meinem Ziel durch. Am Mittag erreichte ich Tuscaloosa, wo ich die I-20 verließ nun musste ich noch durch die Stadt zum Güterbahnhof.

    Natürlich folgten dann auch die Üblichen Sprachausgaben des ORBCOMM. Gegen viertel vor Eins kam ich am Containerbahnhof an, wo ich auch schon erwartet wurde. Der Zug sollte nämlich um zwei Uhr abfahren und die Ladung musste noch umgeladen werden. Ich brauchte aber nur den Trailer abstellen. Für den Rest waren die Arbeiter der Bahngesellschaft zuständig. Nun schaute ich nach meinem nächsten Auftrag:

    PICKUP: DST-ALTUC
    GATE: 01
    TRAILER: CT53914
    FREIGHT: USED PACKAGING
    WEIGHT: 36,000 LB
    DROP: EST-MSGRE
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-KRY.

    Ich hatte auf eine Ladung direkt am Bahnhof gehofft. Leider war es nicht so. Es gab in Tuscaloosa nicht so viel von Walmart, also blieb mir mal wieder nur die Übernahme von Altverpackungen aus einem Markt.
    Diese standen bei einem Discount Store, wie die Märkte genannt wurden, die größer als Neighborhood Markets waren, aber kleiner als Supercenter. Ich fuhr also zu dem Discount Store, den ich in einer Viertelstunde erreichte. Inzwischen war ich dort natürlich avisiert. Ich konnte dort sofort den Trailer übernehmen und die PTI erledigen.

    Nun wollte ich erstmal wieder aus Tuscaloosa raus. Ich machte mich wieder auf den Weg zur I-20, über die es nun wieder Richtung Osten ging. Dann kam ich an einem Werk des deutschen Automobilherstellers Mercedes-Benz vorbei. Also ist auch dort nicht alles Made in Germany.
    Als ich wieder bei Birmingham war, ging es dieses Mal auf die I-22 in Richtung Westen. Jetzt fuhr ich aber nur noch bis Jasper, AL, wo ich erstmal für meine Pause hielt. Um viertel nach vier machte ich mich dann wieder auf den Weg. Ich konnte noch über vier Stunden fahren. Das sollte locker für die Strecke bis nach Grenada reichen.

    Mississippi begrüßte mich dann wieder mit der Aufforderung, mich wiegen zu lassen. Mit 71,807 lb hatte ich aber noch reichlich Luft nach oben. Die Strecke, die ich jetzt fuhr, hatte ich in umgekehrter Richtung vor nicht allzu langer Zeit mit einem Milchtank am Haken schon gefahren. In Tupelo ging es wieder von der I-22 runter. Nun ging es über die US-278 weiter in Richtung Pontotoc. Anschließend ging es über die MS-9 in Richtung Süden weiter nach Calhoun City und von dort über die MS-8 in westlicher Richtung weiter nach Grenada. Das dortige Außenlager erreichte ich gegen halb Acht.
    Der Trailer mit den Altverpackungen musste dann natürlich mal wieder in die hinterste Ecke, wo die Müllpressen standen. Nachdem ich dann abgesattelt hatte, fand ich folgende Anweisung im ORBCOMM vor:

    10 H BREAK

    WAT-CASAC-CSA.

    Charlie schickte mich also erstmal in die Pause. Den recht neuen Truckstop in Grenada kannte ich ja auch schon vom letzten Mal. Ich wusste also direkt, wo ich für meine Pause hinfahren wollte. Dort angekommen, machte ich gegen acht Uhr Feierabend. Ich ging zum Duschen und Abendessen in den Truckstop, anschließend telefonierte ich noch mit Keela. Gegen zehn Uhr legte ich mich dann schlafen.

    Dienstag, den 31. Juli 2018, 5:00 am, Central Daylight Time, Grenada, MS:

    Nach einer angenehmen Nachtruhe stand ich um fünf Uhr wieder auf. Wie immer, wenn ich auf einem Truckstop stand, ging ich zum Duschen und für den ersten Kaffee in den Truckstop. Gegen sechs Uhr stellte ich dann mein System auf PTI. Die Kontrolle der Zugmaschine war dann im Anschluss schnell erledigt. Schließlich war dann auch mein neuer Auftrag im System:

    PICKUP: GMI-MSGRE
    GATE: 08
    TRAILER: RE40UPS
    FREIGHT: COOLED FOOD
    WEIGHT: 34,500 LB
    DROP: NMA-GAATL
    PRIORITY: URGENT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-DSN.

    Mein Auftrag ging mal wieder bei General Mills los. Leider ging der Auftrag in die falsche Richtung. Atlanta lag nicht wirklich auf dem Weg nach Kalifornien. Der Auftrag war aber wieder mal dringend. Um viertel nach Sechs startete ich die Maschine und machte mich auf den Weg zu General Mills. Eine Viertelstunde später kam ich dort an. Beim Pförtner meldete ich mich an. Die Papiere waren fertig und der Trailer stand dort, wo letztens mein Milchtank gestanden hatte. Ich musste also wieder komplett durchs Werk. Nachdem ich aufgesattelt hatte, konnte ich wieder zurück zum Pförtner. Hier gab es direkt eine Waage, was den Vorteil hatte, dass ich hier sofort Gesamtgewicht und Achslasten prüfen konnte. Bei dem kurzen Trailer mit der vergleichsweise leichten Ladung war das alles aber kein Problem.

    Nun ging es wieder mal den gleichen Weg zurück, den ich gestern hier hin gefahren war. Über die MS-8, MS-9 und US-278 ging es wieder nach Tupelo. Dort ging es wieder auf die I-22. Mein Transponder ging dann zwar etwas später an, da ich über die Waage sollte, da das aber alles bei General Mills schon erledigt war, brauchte ich mir keine Gedanken machen.
    Es ging dann zurück nach Alabama. Ich blieb dann bis nach Birmingham auf der I-22 und wechselte dort auf die I-20 in Richtung Osten. Gegen zwölf Uhr mittags machte ich dann in Lincoln, AL meine Pause. Ich besuchte den dortigen Pilot Travel Stop, wo ich erst eine Kleinigkeit aß und dann später noch etwas durch den Shop stöberte. Gegen ein Uhr machte ich mich wieder auf den Weg nach Atlanta.

    Durch den Grenzübertritt nach Georgia kam ich mal wieder in die Eastern Time Zone. So war es dann bereits viertel nach Vier am Nachmittag, als ich den Neighborhood Market in Atlanta erreichte, der die Ware von General Mills bekam. Mit Kühl Ware musste ich natürlich an das erste Tor setzen. Zum Glück hatte ich keinen 53 Fuß Trailer.
    Da es zu Hause noch Mittag war, kam mein nächster Auftrag von Keela:

    PICKUP: EST-GAATL
    GATE: 02
    TRAILER: DV53192
    FREIGHT: SOFT DRINKS
    WEIGHT: 33,157 LB
    DROP: SUC-CASDI
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-KRY.

    Es gab also eine Ladung nach Kalifornien. Wobei SDI für San Diego stand. Viel weiter von zu Hause weg ging es kaum in meinem Heimatstaat. Aber immerhin. Ich machte mich mit dem Bobtail auf den Weg zum Außenlager, wo ich dann gegen viertel vor Fünf ankam. Natürlich war ich avisiert und alles war fertig. Ein Blick auf meine Ladepapiere bestätigte mir meine Annahme. Softdrinks von Atlanta waren natürlich Produkte der Coca-Cola Company. Ich sattelte den recht neuen Trailer auf und zog ihn vom Dock ab. Als ich die Türen schloss, sah ich dann auch die typischen roten Verpackungen.
    Der recht neue Trailer hatte dann sämtliche aerodynamischen Features, einschließlich der „Spoiler“ an den Hecktüren des Trailers. Ob diese noch was brachten, wenn man eine Zugmaschine davor hatte, die die Aerodynamik einer Schrankwand hatte, blieb dann dahingestellt. Gegen fünf Uhr Ortszeit machte ich mich auf den Weg nach Kalifornien.

    Mit noch drei Stunden Restzeit ging ich davon aus, dass ich etwa bis nach Birmingham zurückkommen würde. Ich fuhr also zurück zur I-20 und fuhr jetzt wieder in Richtung Westen. Etwa eine Stunde später hatten wir dann wieder fünf Uhr, da ich die Grenze nach Alabama wieder mal überquerte. Meine Fahrzeit reichte dann wirklich noch bis nach Birmingham. Auch hier war dann heute wieder ein Pilot Truckstop mein Ziel. Dieser lag zwar nicht direkt an meiner Strecke, meine Zeit reichte aber nicht mehr bis zu einem Truckstop, der direkt an meiner Route lag.
    Ich ging zum Duschen und Abendessen in den Truckstop. Zurück im Truck telefonierte ich noch mit Keela. Gegen neun Uhr am Abend legte ich mich dann schlafen.

    Mittwoch, den 1. August 2018, 4:00 am, Central Daylight Time, Birmingham, AL:

    Gerade mal sieben Stunden später, um vier Uhr in der Frühe fängt mein Wecker wieder an zu klingeln. Das erste Mal haue ich dann noch auf die Schlummertaste. Zehn Minuten später wird es dann aber Zeit, langsam aufzustehen. Ich ziehe mir schnell was über und setze meinen Kaffee im Truck auf. Anschließend folgt die übliche Morgenroutine mit Duschen und erstem Kaffee im Truckstop. Gegen fünf Uhr fange ich mit der PTI an. Dabei schaue ich mir mal wieder die Windabweiser im Heck des Trailers an. Meine Meinung zu den Dingern ist sowieso mehr negativ. Bei meiner Maschine werden die wohl sowieso nichts bringen. Außerdem finde ich die Gefahr der Beschädigung doch recht hoch. Außerdem wirkt die Werbung auf den Türen des Reefers gar nicht mehr richtig.
    Um viertel nach Fünf mache ich mich auf den Weg durch das frühmorgendliche Birmingham. Viel ist hier noch nicht los. So komme ich recht schnell wieder zurück zur I-20, auf die ich dann wieder in Richtung Westen auffahre. In den Spiegeln sehe ich, wie dann langsam hinter mir die Sonne aufgeht.

    Dann fällt mir aber eine andere Lichtquelle ins Auge, die Tankleuchte. Ich habe doch tatsächlich das Tanken vergessen. Gestern wurde mir die Zeit zu knapp und heute früh habe ich da nicht wirklich drauf geachtet. Ich frage den Bordcomputer nach der voraussichtlichen Reichweite und entscheide mich dafür, in Tuscaloosa noch mal zum Tanken rauszufahren.
    Gegen viertel vor Acht halte ich dort auf einem Truckstop an. Für die normale Pause ist es aber definitiv zu früh. So gibt es nur eben Diesel und DEF für den Kenny und Kaffee für mich. Um acht Uhr bin ich schon wieder auf der Auffahrt zur I-20.

    Es geht weiter in Richtung Westen und etwas später bin ich in Mississippi. Es geht an Meridian vorbei, wo ich auch kürzlich erst war. Auf dem weiteren Weg passiere ich Jackson und Vicksburg, dann überquere ich den Fluss, der den gleichen Namen, wie der Staat trägt und schon ist dieser auch wieder verlassen.

    Inzwischen kann man dann aber doch mal überlegen langsam Pause zu machen. Diese mache ich dann schließlich auf dem Pilot Truckstop in Rayville, Louisiana. Von halb Zwölf bis halb Eins bin ich auf dem Truckstop und esse eine Kleinigkeit und stöbere anschließend noch im Shop. Im Anschluss geht es wieder zurück auf die I-20 in Richtung Westen oder Texas.

    Am Nachmittag ist der Lone Star State dann erreicht. Für meinen Feierabend habe ich mir heute vorgenommen, mal eine Kette von Truckstop Betreibern zu testen, bei denen ich bisher noch keine Pause gemacht habe. Ich mache in Fort Worth, TX auf einem Quick Trip Travel Center Feierabend. Um viertel vor Fünf stelle ich hier den Truck ab und gehe zum Duschen und Abendessen in den Truckstop.

    Gegen halb Sieben bin ich zurück im Truck und rufe dann meine Süße an. „Hallo Schatz, wie ist es denn heute bei dir gelaufen?“ wurde ich von Keela begrüßt. „Hallo Süße. Es geht. Ich bin noch bis nach Fort Worth gefahren, wo ich dann mit 10 Stunden, 15 Minuten Fahrzeit Feierabend gemacht habe. Von der Wochenzeit habe ich schon Halbzeit heute.“ „Ich hoffe, ich sitze das Wochenende nicht wieder alleine zu Hause.“ „Ach, du hast ja Bereitschaft.“ „Genau. Darum wäre ich froh, wenn du auch zu Hause wärst.“ „Das könnte knapp werden. Vielleicht habt ihr mich schon zu viel in den Südstaaten rumgescheucht.“ „Schauen wir mal.“ „Wie war der erste Tag mit Jessy heute?“ „Lustig, aber auch anstrengend. Wir hatten viel zu lachen, du kennst ja deine Schwester. Aber sie in eineinhalb Wochen vom FedEx System auf Walmart umzustellen, wird nicht einfach.“ „Wenn Jessy das auch wirklich will, dass schafft sie das auch. Wenn nicht, wird es schwierig. Sie hat also diese Woche mit dir noch drei Tage Frühschicht, dann nächste Woche mit dir Nachtschicht und soll dann direkt auf ihre erste Nachtschicht alleine gehen?“ „Es sei denn, wir sagen Charlie dann, dass sie noch eine Woche mehr braucht. Dann kann sie vielleicht noch die Spätschicht mit mir zusammen machen.“ „Wann müsst ihr das entscheiden?“ „Irgendwann in der nächsten Woche.“ „Dann warten wir mal ab.“ Unser Gespräch ging dann ins Private über. So telefonierten wir dann noch etwa eine halbe Stunde weiter. Es war dann etwa halb Acht, als wir auflegten. Kurz darauf legte ich mich dann auch in mein Bett.

    Donnerstag, den 2. August 2018, 2:00 am, Central Daylight Time, Fort Worth, TX:

    Gegen zwei Uhr klingelte mein Wecker dann wieder. Ich stand auf und ging, wie immer zum Duschen und für den ersten Kaffee in den Truckstop. Danach zog ich mein Fazit zum Quick Trip. Die Truckstops waren okay. Trotzdem bevorzugte ich andere Ketten. Am liebsten ging ich zu Flying J/Pilot. Dann kamen die Love’s Truckstops und dann die TA und Petro Truckstops. Es gab natürlich auch immer noch welche, die nicht zu irgendwelchen Ketten gehörten. Bei denen war dann von klasse und liebevoll gepflegt bis zu „der letzte Mist“ alles vertreten. Trotzdem war ich froh, dass es die Truckstops gab und man nicht nur auf die normalen Rest Areas angewiesen war.
    Um drei Uhr war meine PTI beendet und ich konnte wieder weiterfahren. Zuerst ging es dazu zurück auf die I-20. Dann ging es stetig auf der I-20 in Richtung Westen weiter. Ich passierte Abilene, Midland und Odessa. Nun bekam ich langsam Hunger und wollte zum Frühstücken fahren. Dazu wählte ich den Love’s Truckstop in Pecos, TX.

    Gegen halb Neun fuhr ich wieder weiter. Ich fuhr die I-20 bis zum Ende bei Fort Davis. Hier wechselte ich auf die I-10, über die es weiter gen Westen gehen sollte. Ich fuhr dann erstmal bis nach El Paso weiter. Hier hielt ich dann aber noch mal an, um den günstigen, texanischen Sprit zu tanken.

    Auf meiner weiteren Fahrt wurde der Diesel nämlich nur noch teurer. Nachdem dann die Tanks wieder gefüllt waren, ging es sofort weiter. Knappe drei Stunden konnte ich nämlich noch fahren. Ich kam an Las Cruces vorbei und blieb dort auf der I-10. Hier war ich ja auf meiner letzten Rücktour aus dem Süden schon vorbeigekommen. Dieses Mal hielt ich hier aber nicht an, sondern fuhr noch weiter.
    Feierabend machte ich dann am Petro Stopping Center, Deming, NM. Gegen halb Zwei am Mittag kam ich hier an. Um diese frühe Zeit war es natürlich kein Problem, einen Parkplatz zu bekommen ich konnte mir den besten aussuchen. Jetzt hatte ich erstmal genug Zeit, duschen zu gehen und noch einen Imbiss zu mir zu nehmen. Gegen kurz nach Drei war ich dann wieder im Truck. Also genau zu der Zeit, wo Keela Feierabend hatte.
    Wir telefonierten dann noch eine ganze Weile. Dann musste ich mich aber hinlegen. Meine Pause würde ja am späten Abend schon wieder enden.

    Donnerstag, den 2. August 2018, 8:30 pm, Mountain Daylight Time, Deming, NM:

    Ich hatte zwar gut geschlafen, aber leider etwas kurz. Es waren keine fünf Stunden Schlaf gewesen, die ich bekommen hatte. Ich quälte mich wieder aus der Koje und machte die üblichen Tätigkeiten. Anziehen und Kaffee aufsetzen. Dann ging es in den Petro Truckstop zum Duschen und für den ersten Kaffee der Schicht. Um halb Zehn begann ich mit der PTI und eine Viertelstunde später ging es wieder weiter. Ich fuhr wieder westwärts auf die I-10. Es dauerte dann auch nur noch etwas über eine Stunde, dann hatte ich Arizona erreicht. Ab jetzt hatte ich den Vorteil, dass ich keine Differenz mehr zu meiner Heimatzeit hatte. Ansonsten hatte sich nichts geändert. Die Waage nach der Grenze war geschlossen, so konnte ich direkt durchfahren.

    Ich fuhr jetzt etwa zwei Stunden durch die Nacht, dann kam ich in den Großraum Tucson. Um diese Uhrzeit konnte ich die Stadt problemlos über die I-10 durchqueren. Da ich dann langsam Hunger bekam, entschied ich mich dafür, in Eloy auf dem Truckstop mal wieder für meine Frühstückspause anzuhalten. Gegen viertel nach Drei kam ich hier an und bekam den Parkplatz eines Kollegen, der schon losgefahren war.
    Ich ging in den Truckstop, wo ich in aller Ruhe frühstückte. Um viertel nach Vier fuhr ich dann wieder weiter.

    Ich fuhr dann gar nicht mehr zurück auf die I-10, sondern gleich auf die I-8. Über die ging es nun in Richtung Yuma. Die nächsten dreieinhalb Stunden ging durch den anbrechenden Morgen. Die Fahrt verlief bis dahin ruhig und ohne nennenswerte Ereignisse. Viertel vor Acht erreichte ich Yuma, wo ich dann noch mal zum Tanken rausfuhr.
    Eine Viertelstunde später waren die Tanks wieder gefüllt und ich wieder auf dem Weg. Nun ging es nach Kalifornien weiter. Die erste Zeit lief es dann auch ganz gut. Hinter El Centro stockte dann aber der Verkehr. Die Ursache dafür waren dann gleich zwei heftige Auffahrunfälle.
    So wie es aussah, war erst ein Ford F150 mit ziemlicher Wucht auf einen Honda aufgefahren. Dadurch war dann wohl die rechte Spur blockiert. Der Fahrer mit dem Cadillac, der dahinter war, kam auch rechtzeitig zum Stehen. Der Audi Fahrer dahinter aber offensichtlich nicht. Dieser war nämlich recht heftig in den Cadillac eingeschlagen.

    Nachdem dann alle genug gesehen hatten, ging es auch wieder weiter. Durch den Stau hatte meine Zeitplanung aber einen Fehler. Ich würde zwar noch mit den letzten Minuten rechtzeitig beim Supercenter in San Diego eintreffen, hatte jetzt aber keine Zeit mehr übrig, um noch zu einem Parkplatz zu fahren.
    Gegen kurz nach Elf kam ich dann am Supercenter an. Mir wurde dann noch ein Dock zugewiesen, an das ich den Trailer ansetzen konnte. Gegen halb Zwölf stand der Trailer dann an der Rampe. Nun hatte ich die erste Anweisung von meinem Schwesterchen im System:

    10 H BREAK

    WAT-CASAC-JMU.

    Ich fuhr noch aus dem Anlieferbereich raus und stellte mich dann an den Rand des Parkplatzes. Dort war dann Feierabend. Da Keela noch im Büro war, machte ich es mir sofort im Sleeper gemütlich. Ich legte mich dann auch recht schnell hin.

    Freitag, den 3. August 2018, 8:00 pm, Pacific Daylight Time, San Diego, CA:

    Um acht Uhr am Abend ließ ich mich von meinem Wecker wieder aus meinen Träumen holen. Ich stand auf und setzte zuerst den Kaffee auf. Dann machte ich mich auf den Weg ins Supercenter, wo ich wenigstens eben die Kundentoiletten benutzen wollte. Ob es hier Mitarbeiterduschen gab, wusste ich nicht. Ich hatte aber auch keine Lust mich erst lange durchzufragen.
    Nachdem ich den Toilettengang erledigt hatte, erfolgte noch die Wäsche am Truck aus dem Wasserkanister.

    Anschließend rief ich mal zu Hause an. „Hallo Schatz, bist du noch in San Diego?“ „Klar. Meine Pause ist erst um halb Zehn um.“ „Ach so. Stehst du wieder an dem Strand, wo wir damals gestanden haben?“ „So weit konnte ich nicht mehr fahren. Oder ich hätte auf Privatfahrt stellen müssen. Das lohnte sich dann nicht.“ „Es wird ja vermutlich auch nur was vom Supercenter zurückgeben.“ „Das denke ich auch.“ „Schaffst du es denn bis zu deinem Reset nach Hause?“ „Wenn mir Charlie jetzt keinen Strich durch die Rechnung macht.“ „Das kann ich mir bei Charlie nicht vorstellen. Der dreht da lieber noch eine Tour.“ „Was meinst du mit drehen?“ „Wenn da beispielsweise in San Diego Altverpackungen für das Zentrallager in Oxnard stehen, kann Charlie die auch nach Sacramento umleiten. Das kann er aber auch nur in Kalifornien.“ „Ach da habt ihr noch Einfluss drauf?“ „Ich nicht. Charlie als Leiter der Dispo schon. Das geht aber auch nur in Ausnahmefällen.“ „Aha.“ „Also hoffe ich mal, dass du nach Hause kommst.“ „Ich auch. Wie macht sich Jessy denn jetzt?“ „Soweit ganz gut. Ans ORBCOMM hat sie sich inzwischen gewöhnt. Vorher hat sie ja mit Omnitracs gearbeitet. Wir haben das aber nochmal geändert. Sie geht nächste Woche nicht mit auf Nachtschicht, sondern macht mit Charlie zusammen die Frühschicht. Da hat sie mehr von. In der Nacht ist ja doch weniger los. Sie muss hinterher aber auch am Tag klarkommen.“ „Macht Sinn.“ „Wenn sie dann Ende kommender Woche noch der Meinung ist, dass sie noch eine Woche braucht, kann sie noch mal zu mir auf die Spätschicht kommen. Das wäre auch besser, als wenn sie ihren ersten Einzeldienst direkt in der Nachtschicht hat.“ „Wie hat man das denn bei dir gemacht?“ „Anders. Ich kannte das System ja schon. Das war ja genauso, wie in Minnesota. Die Abläufe sind ja bei allen Walmart Lägern gleich. Ich brauchte nur einen Schnellkurs in Geografie, damit ich in Etwa wusste, wo zum Beispiel Redding oder Eureka liegen oder dass man mit einem Truck eine ganze Schicht bis nach San Diego oder LA braucht.“ „Dafür wusstest du vorher im Schlaf, wie weit es von Minneapolis nach Fargo ist, oder nach Green Bay.“ „Das auch. Ich wusste aber auch im Schlaf, wie man Papiere für Kanada ausstellt. Da hat hier kaum einer einen Plan von.“ „Ist ja von hier auch eher selten.“ „Ich hatte gedacht, in Kalifornien wüsste man das, wegen Transporten nach Mexico.“ „Auch eher weniger. Auf jeden Fall von Sacramento aus.“ „Stimmt.“ „Morgen werde ich mal kurz bei Rick anfragen, ob er noch Platz für meine Maschine hat.“ „Ist was kaputt?“ „Das nicht, aber ich habe bei den letzten Wägungen doch gedacht, dass die Kipper Pumpe wieder raus soll. Das Ding kostet mich zu viel Gewicht. Außerdem möchte ich einen Begrenzer einbauen lassen und ein normaler Service sollte auch gemacht werden. Da will ich nicht extra nach NorCal Kenworth für.““Kipper Pumpe sehe ich ein. Service ist auch klar, aber was soll das mit dem Begrenzer?“ „Ich habe doch bei der Expressfahrt nach Minneapolis gemerkt, dass der Truck dann säuft, wie ein Loch. Daher habe ich beschlossen, dass nicht mehr schneller, als 65 oder 66 mph gefahren wird.“ „Da kannst du doch auch einfach den Tempomat drauf stellen und gut ist. Warum muss man da was für einbauen?“ „Wenn der eingebaut ist, reiche ich das bei der Versicherung ein. Bei einem Truck mit Limiter ist der Tarif günstiger. Die Einbaukosten hast du dann schnell wieder raus.“ „Okay. Dann macht das Sinn.“ Ich warf einen Blick auf die Uhr. „Es ist gleich schon so weit, dass die Pause um ist. Ich schalte mal die ganzen Systeme an.“ Ich schaltete die Zündung an, worauf sich auch E-Log und ORBCOMM zum Dienst meldeten. Als es halb Zehn war, stellte ich ORBCOMM auf PTI. Automatisch kam dann auch die Meldung: „Anschlussfracht wird angefordert.“ „Genau.“ Sagte Keela, die die Ansage auch gehört hatte. „Entweder hat Charlie das schon vorbereitet und das System ruft jetzt einfach den vorbereiteten Auftrag ab und schickt ihn rüber, oder Charlie hat jetzt die Meldung auf dem Schirm, dass Unternehmer 3761 in wenigen Minuten einen Auftrag braucht. Letzteres bedeutet, dass man vergessen hat, sich um den Fahrer zu kümmern und noch nichts vorgeplant ist.“ „Das macht ihr aber meistens.“ „Klar. Ich warte doch nicht, bis der Truck leer ist. Dann gerätst du in Stress. Wir planen lieber vor und passen dann hinterher an, wenn was nicht ganz nach Plan läuft.“ „Neuer Auftrag eingegangen.“ Meldete das ORBCOMM. „Du warst auch vorgeplant. So schnell disponiert man keinen Truck. Man muss ja auch die Fahrzeiten im Auge behalten und vor allem auch die Termine, die die Ladungen haben.“ Ich schaute nach, was das System anzeigte:

    PICKUP: SUC-CASDI
    GATE: 04
    TRAILER: CT53895
    FREIGHT: USED PACKAGING
    WEIGHT: 36,000 LB
    DROP: EST-CASAC
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-CSA.

    „Du hattest mit allem Recht. Altverpackungen vom Supercenter hier zu unserem Außenlager.“ „Ob die jetzt gedreht worden sind oder nicht, weiß ich natürlich nicht. Genauso, wie ich nicht weiß, ob bei dir noch ein Umweg über Oxnard drin gewesen wäre.“ „Dann würde es wirklich eng. Denk mal an Weihnachten. Da sind wir doch von San Diego erst nach Oxnard. Auf der Weiterfahrt kamen wir dann nur noch bis nach Oakdale.“ „Ach ja. Danach kam dann die Fahrt durch den Yosemite Nationalpark.“ „Weil du am Navi rumgespielt hast.“ Keela begann zu lachen. „So, Süße. Ich muss jetzt losfahren. Ausnahmsweise trage ich die PTI vom Bobtail mal so ein. Ich mache die gleich noch schnell mit, wenn ich den Trailer kontrolliere.“ „Okay, dann bis morgen. Schöne Nachtschicht wünsche ich dir.“ Wir schickten uns noch Küsse durch die Leitung, dann legten wir auf.

    Ich wendete den Truck und war dann wieder am Supercenter. Trotzdem trug ich eine Viertelstunde Fahrzeit nach. Ich holte dann meine Papiere und fuhr zum Tor 4, wo ich den Curtain Trailer aufsattelte. Um viertel nach Zehn war ich dann auf dem Weg nach Sacramento.
    Ich fuhr auf die I-5 und dann immer in Richtung Norden. Inzwischen war es hier auch ganz dunkel geworden. Als es dann Mitternacht wurde, fuhr ich gerade auf die Skyline von Los Angeles zu. Um diese Zeit war es aber kein Problem, die Millionenstadt zu passieren. Über die I-5 lief es wie geschmiert. So war ich schnell durch das Tal um musste dann den Tejon Pass hochfahren. Dieser war zwar immer noch steil und ich wurde immer noch langsamer, als 40 mph am Berg, im Vergleich zu anderen Bergstrecken, die ich inzwischen kennengelernt hatte, war dieser Pass aber harmlos. Trotzdem hatte er mir bei den ersten Touren mit dem Mack seinerzeit großen Respekt abverlangt.
    Auf der anderen Seite ging es den Berg wieder hinunter. Schließlich erreichte ich die Gabelung, wo sich die I-5 und die CA-99 teilten. Ich blieb wieder auf der Interstate. Die Route war ein wenig kürzer. Kurz nach Drei fuhr ich bei Buttonwillow von der Interstate hinunter. Auf dem dortigen TA Truckstop machte ich meine kurze Pause. Nach einem leckeren Frühstück machte ich mich um viertel nach Vier auf die letzte Etappe nach Hause.

    Über die I-5 ging es nun in den Anbrechenden Samstagmorgen hinein. Die Fahrt verlief dann ruhig und ohne weitere Probleme. Gegen sieben Uhr nahm ich mein Telefon und rief bei Rick an. „Marc, alte Socke. Lange nichts von dir gehört.“ „Geht mir auch so. Wir haben uns das letzte Mal bei der Einweihung der neuen halle gesehen.“ „Und? Haben dich die Schulden schon aufgefressen?“ „Noch nicht ganz. Meine Freundin hat ja zum Glück vermögende Eltern aus der Baubranche.“ „Mit Keela ist dir auch ein guter Fang gelungen. Auch wenn sie irgendwie anders ist, als die meisten Frauen hier.“ „Aber genau das liebe ich an ihr. Genau wie ihre offene Art.“ „Auf jeden Fall verstellt sie sich nicht. Ich wusste vorher auch gar nicht, dass du auf rothaarige stehst.“ „Tue ich eigentlich auch nicht. Normal waren immer die Latinas mein Ding. Aber bei Keela ist das alles anders. Ich mag einfach ihre Art und ihr Lachen. Außerdem hat sie mich schon zum Surfen und Motorradfahren gebracht, auch wenn ich für letzteres zu wenig Zeit habe.“ „Wer wollte denn unbedingt Fuhrunternehmer werden?“ „Womit wir beim Thema sind. Hast du am Wochenende noch Luft, was an meinem Kenworth zu machen?“ „Wieso ich? Ich denke, du hast einen Wartungsvertrag.“ „Habe ich ja auch. Ich weiß nur nicht, was die mir bei NorCal Kenworth sagen, wenn ich da jetzt anrufe.“ „Du weißt aber, dass ich keine autorisierte Werkstatt bin.“ „Stimmt schon. Kannst du da nicht was machen?“ „Das ist mal wieder typisch Murdock. Du wirst deinem alten Herrn immer ähnlicher. Der käme jetzt mit genau den gleichen Fragen.“ „Und? Wie ist die Antwort?“ „Ja, ich könnte eventuell mit meinem Kumpel Gordon reden. Der ist in der Annahme bei NorCal. Wenn der mir das Scheckheft abstempelt, kann ich das machen. Was hast du denn genau dran?“ „Defekt ist nichts. Es geht nur darum, was auszubauen und was Anderes dafür einzubauen. Außerdem eine kleine Inspektion.“ „Wenn mir Gordon die Inspektion abstempelt, kein Problem. Was muss denn raus und was soll rein?“ „Die Kipper Pumpe muss doch wieder raus. Die klaut mir doch zu viel Nutzlast. Außerdem möchte ich einen Begrenzer drin haben.“ „Haben die dir den nicht direkt beim Verkauf mit angeboten?“ „Das schon. Da wollte ich den aber noch nicht.“ „Wer hat dich bei der Bestellung des Kenworth eigentlich beraten?“ „Einer der Verkäufer. Warum?“ „Und wer sonst? Aus der Branche?“ „Mein Dad hat sich die Bestellung angeschaut.“ „Das war aus finanzieller Sicht nicht schlecht. So hast du immerhin einen Preis bekommen, der Frank Murdock zugesagt hat. Vom Truck hat dein Dad aber keine Ahnung. Das weißt du.“ „Ja, aber…“ „Deshalb hattest du am Anfang nur Stahlfelgen drauf, hast kein komplettes Aeropaket gekauft und so weiter. Du hättest dich da vorher besser beraten lassen sollen. Dein Truck ist nicht schlecht. Ein paar Fehler haben wir ja mit dem Spoiler auf dem Sleeper und den Alufelgen schon wettgemacht. Motor und Triebstrang sind ja auch Standard und in Ordnung. Trotzdem hast du mit dem Truck so schon Geld verbrannt.“ „Warum hast du mir das damals nicht gesagt?“ „Weil du total euphorisch warst. Du lässt mich hier noch mit einem großen Aufstand eine Klimaanlage in deinen Mack einbauen und als du wiederkommst, hast du auf einmal einen W900 gekauft, ohne vorher mit jemandem zu sprechen.“ „Inzwischen weiß ich ja, dass der W900 nicht die beste Wahl war.“ „Der Truck ist okay. Wenn man genug Geld auf der Seite hat, um den Mehrverbrauch zu einem modernen Truck auszugleichen. Wenn du ein Verbrauchswunder haben willst, kaufst du dir auch besser einen Volvo oder einen neuen Cascadia.“ „Volvo weiß ich nicht. Da müsste ich Gina Lion oder ihren Bruder David fragen. Davids Freundin arbeitet ja auch bei Volvo in San Francisco. Deren Mutter gehört der Laden. Den Cascadia habe ich mal getestet. So ein Verbrauchswunder war der auch nicht. Außerdem ist mir das Cockpit zu europäisch. Vom Platz ist der natürlich klasse.“ „Wenn dir der Cascadia zu europäisch ist, dann magst du den Volvo auch nicht. Das kann ich dir so schon sagen. Ich weiß ja nicht, ob Navistar, International oder Mack noch dein Geschmack sind.“ „Es geht.“ „Sonst ist von deiner Marke der T680 gar nicht so verkehrt.“ „Den habe ich schon gefahren. Der ist wirklich nicht schlecht. Jetzt sind wir aber abgeschweift, oder willst du mir jetzt einen Truck verkaufen?“ „Ich habe ja keinen Verkauf. Ich meinte nur, du hättest bei der Bestellung mal mit jemandem reden sollen.“ „Inzwischen habe ich ja auch gut ein Jahr mehr Erfahrung. Ich weiß jetzt viele Dinge, über die ich letztes Jahr gar nicht nachgedacht habe.“ „Ist ja gut. Also die Kipper Pumpe wieder raus und einen Begrenzer rein. Dann noch einen kleinen Service. Das sollte ich am Wochenende noch hinbekommen. Ich spreche in der Zeit mit Gordon, ob der dein Scheckheft stempelt. Wenn nicht, lassen wir den Service weg. Ich muss ja sowieso zu NorCal, weil ich den Begrenzer holen muss.“ „Okay. Dann bis gleich.“ „Wann bist du denn hier?“ „Gegen Zehn.“ „Gut. Dann bis gleich.“ Wir legten auf.

    Ich blieb weiter auf der I-5, bis ich Sacramento erreicht hatte. Als ich von der Interstate runter war, ging es noch durch die Stadt zum Außenlager. Zum Glück hatte vor mir bereits einer seinen Trailer, der ebenfalls Altverpackungen enthielt, in die Ecke drücken müssen. So war dort noch belegt und ich bekam eine bessere Lücke. Als ich den Trailer am Dock stehen hatte, stand auch die offizielle Anweisung für mein Wochenende im System:

    34-H BREAK / RESET

    WAT-CASAC-KRY.

    Ich fuhr dann mit der Zugmaschine zu Rick, der inzwischen alles geklärt hatte.

    „Okay. Die Kipper Pumpe kommt wieder raus. Die Kosten für den Ausbau und den Rückbau der Anschlüsse verrechne ich mit dem Preis für die Pumpe. Das heißt, du bekommst nichts dafür, ich berechne dir aber auch nichts für den Ausbau.“ „Einverstanden. Hauptsache der Truck ist wieder etwas leichter.“ „Für den Service und den Einbau des Begrenzers sind Gordon und ich auf eine gute Idee gekommen. Da bei NorCal sowieso alles voll gewesen wäre, hat mir Gordon offiziell den Auftrag für den Einbau und den Service gegeben. Da du die gleichen Konditionen bei mir hast, aufgrund unserer alten Freundschaft, stelle ich die Rechnung auf NorCal aus und du bezahlst die mir. Gordon stempelt mir das ab und du hast den Begrenzer und den Service offiziell über NorCal bezogen.“ „Okay.“ „Dann bringe ich dich jetzt nach Hause. Auf dem Rückweg fahre ich bei NorCal vorbei und lasse gleich die Sachen abstempeln.“ Ich gab ihm die entsprechenden Unterlagen. „Ich rufe dich dann an, wenn die Maschine fertig ist.“ „Ich mache jetzt sowieso Reset.“ „Okay. Wann willst du wieder los?“ „Keine Ahnung. Frühestens in 34 Stunden.“ „Soll ich langsam machen, damit du länger bei deiner Süßen bist?“ „Keela hat sowieso Bereitschaft. Sie ist es also selber, die mich einteilen muss. Wenn sie das rauszögern kann, macht sie das auch.“ „Auch gut.“ Ich holte meine Sachen aus dem Kenworth, dann brachte mich Rick nach Hause.
    Dort angekommen, wurde ich stürmisch von einer Keela empfangen, die mich wieder mal sehr vermisst hatte.

    Wir hatten gerade unser Mittagessen verdrückt und wollten es uns auf unserer Couch gemütlich machen, als es an der Tür klingelte. Jessy kam dann die Treppe hoch und wunderte sich erstmal, dass ich da war. „Marc, du bist ja zu Hause.“ „Was dagegen?“ grinste ich. „Nicht wirklich. Ich wollte Keela besuchen und ihr noch etwas über die Schulter schauen. Demnächst muss ich ja auch die Bereitschaft machen.“ „Komm rein. Wo hast du denn Dave gelassen.“ „Der hat Sonderschicht. CAT hat sich bereiterklärt, den Hilfskräften bei den Waldbränden zu helfen. Alles was irgendwie nach Planierraupe oder Radlader ausschaut und verfügbar ist, wird in die Wälder geschafft. Die wollen irgendwie Erdwälle machen oder das Feuer mit Erde ersticken. Irgendwas hat er auch von Feuerschneisen gesagt.“ „Verstehe. Da geben die bei CAT neue Maschinen für raus?“ „Wohl erstmal die Gebrauchten. Wenn das nicht reichen sollte, dann vielleicht auch neue. Die müssen dann aber hinterher wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt werden.“ „Das ist echt schrecklich mit den Waldbränden.“ Sagte Keela. „Vor allem, weil das ja alles um die Ecke hier ist. Da muss man ja Angst haben, dass einem das neue Haus hier abbrennt.“ „Zum Glück sind Mendocino und Redding noch ein paar Meilen weg. Aber südlich von uns brennt es ja auch. Ich habe gehört, dass der Yosemite Nationalpark im Moment gesperrt ist.“ „Das stimmt.“ Sagte Jessy. „Wegen der Rauchentwicklung. Du bist doch von San Diego hochgekommen. Hast du noch was gesehen?“ „In der Nähe von Kettleman City an der I-5 war auch viel Rauch. Da muss es auch wo gebrannt haben. Den Rest habe ich auch nur im Radio gehört.“ „Sind wir dagegen denn versichert?“ fragte mich Keela mit einem besorgten Gesichtsausdruck. „Natürlich. Ich habe die Versicherungen alle auf das neue Gebäude angepasst. Wir sind gegen alle Elementarschäden abgesichert. Feuer, Erdbeben, selbst gegen Hochwasser, falls uns hier einer der Flüsse erwischt.“ „Dann bin ich ja beruhigt.“
    Keela und Jessy setzten sich jetzt an den Firmenlaptop und Keela zeigte Jessy noch einiges. Ich nahm dann meinen eigenen Laptop und schrieb noch ein paar Rechnungen und schloss den Juli ab.
    Dann konnte ich ein erstes Fazit über mein erstes Geschäftsjahr ziehen. Im Großen und Ganzen war ich zufrieden. Meine Tätigkeit hatte sich so entwickelt, wie ich es mir erhofft hatte. Ich fuhr in der kompletten USA umher von Küste zu Küste. Ab und zu kam dann auch mal Kanada dazu. Die Zahlen sahen zwar etwas schlechter aus, als mein Gefühl war, das lag aber in erster Linie an dem Erdbeben, Anfang des Jahres und der damit verbundenen Kosten, die nicht einkalkuliert waren. Dafür hatten wir jetzt aber ein schönes, neues Haus, in dem Keela und ich uns wohlfühlten.
    Dass der W900 aus ökonomischer Sicht ein Fehlkauf gewesen war, wusste ich zwar vorher, ich hatte das aber auch nicht in dieser Höhe vermutet. Durch den deutlichen Anstieg der Dieselpreise im vergangenen Jahr hatte sich das aber auch stärker ausgewirkt, als vermutet. So war ich ja auch immer noch glücklich und zufrieden mit dem Truck. Eben abgesehen vom Verbrauch. Die Optik mit dem vielen Chrom gefiel mir immer noch sehr und der Antriebsstrang war okay. Vom Verbrauch blieb der Truck aber auch besser in Kalifornien. Dort wirkte sich das nicht so extrem aus, wie in den Staaten, in denen man schneller fuhr.
    Ansonsten konnte das aber alles gerne so weiter gehen. Der Job machte mir Spaß und Keela schien damit auch einigermaßen leben zu können. Es war für sie auch am Schlimmsten, wenn ich an den Bereitschaftswochenenden, wie diesem, nicht zu Hause war. An den anderen Wochenenden hatte sie ihre Freunde in Pacifica und ihr Surfboard. In der Woche hatte sie der Job fest im Griff und nach Feierabend gab es für sie dann die eine oder andere Motorradtour. Nur, wenn sie bei Ihrer Bereitschaft alleine zu Hause war, nervte sie das eben. Sie ist halt ein geselliger Mensch und braucht die Leute um sich.

    Den weiteren Nachmittag verbrachten wir dann zu Dritt. Keela und Jessy hatten sich inzwischen auch so gut angefreundet, dass Keela sich nicht mehr sicher war, ob nun Jessy oder Stella in Minneapolis ihre beste Freundin war. Sie nahm dann eben die, die gerade verfügbar war und das war hier in Sacramento ohne Zweifel Jessy. Ich war glücklich damit, dass sich meine Freundin und meine Schwester so gut verstanden. So brauchte ich mich nicht zwischen Keela und meiner Familie zu entscheiden.
    Solange Keela nichts am Laptop machen musste, machten wir uns dann einen schönen Nachmittag. Wir machten ein paar Spiele und alberten ein bisschen rum. So verging der Nachmittag wie im Flug.
    Irgendwann gingen die Mädels dann in die Küche und machten das Abendessen, zu dem dann auch irgendwann Dave erschien, der müde und gestresst von der Arbeit kam. Wir schafften es aber, ihn wieder auf andere Gedanken zu bringen.
    Auch der Abend verging dann wie im Flug. Irgendwann merkte ich dann selber, dass ich inzwischen auch bereits 24 Stunden auf den Beinen war. Als sich Jessy und Dave dann verabschiedet hatten, gingen Keela und ich dann auch müde ins Schlafzimmer hoch.

    Sonntag, den 5. August 2018, Sacramento, CA:

    Als Keela sich am frühen Morgen wieder aus dem Bett begab, blieb ich erstmal noch eine ganze Zeit liegen. Sie hatte nun mal Bereitschaft, ich hatte frei, also konnte ich ruhig noch etwas schlafen. Einige Zeit später wurde ich dann aber doch von meiner Süßen wachgeküsst und gestreichelt. „Willst du eigentlich den ganzen Tag verschlafen?“ fragte sie mich mit einem Lächeln. „Wenn ich jetzt länger schlafe, dann muss ich heute Nachmittag nicht mehr ins Bett.“ Gab ich zur Antwort. „Warum solltest du das müssen?“ „Weil am Abend mein Reset um ist.“ „Dann werde ich dir jetzt den Druck nehmen.“ „Wie denn das?“ „Ich verlängere deinen Reset bis morgen früh. Wenn ich dann um viertel vor Sechs die Übergabe mache, dann erledigst du deine PTI.“ „Dann habe ich ein Problem.“ „Welches?“ „Dann steht unser Auto bei Rick auf dem Hof. Die Maschine ist doch noch da.“ „Gut. Dann stehen wir morgen etwas früher auf und ich bringe dich erst zu Rick und fahre dann wieder nach Hause und mache die Übergabe.“ „Das klingt nach nem Plan.“ Dann steh jetzt auf, du fauler Kerl.“ Lachte Keela.
    Wir gingen dann runter, wo Keela bereits den Frühstückstisch gedeckt hatte.

    Den ganzen Sonntag über genossen wir dann die Zweisamkeit. Wir waren dann auch froh, dass Dave heute Zeit für seine Freundin hatte. Ich liebte meine Schwester ja wirklich, aber wenn man nur so wenig Zeit für seine Freundin hat, möchte man diese nicht auch noch mit Jessy teilen. Wir verbrachten viel Zeit auf der Couch, wo Keela in meinen Armen lag und sich von mir streicheln ließ. Insgesamt hatte ich dann sowieso beschlossen, meine Süße die ja leider nebenbei arbeiten musste, zu verwöhnen. Also stellte ich mich dann auch in die Küche und machte das Essen.
    Wir waren dann einfach froh, dass wir den Tag zusammen waren. Man musste nicht immer was unternehmen oder surfen gehen. Ab und zu tut einem auch mal die Ruhe am Wochenende ganz gut. Aber leider war dann auch der schönste Sonntag irgendwann vorbei.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

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Kommentare 15

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Irgendein neuer Hersteller ist laut SCS ja in der Schwebe. Lassen wir uns überraschen. Es wurden Freightliner auf Screenshots gesehen, aber der Vorstand von Navistar hofiert. Entweder also für Marc oder für Brandon - aber einer kriegt seine Alternative.

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    loddi51 -

    Schön geschriebenes Kapitel.

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    Werner 1960 -

    Klasse geschrieben ( Ein Volvo wäre nicht schlecht mal was anderes)

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      Sauerlaender -

      Wieso? Das fährt Firma Lion Trucking doch schon. ;) Wie ich unten schon geschrieben habe, sind Volvo VNL und Freightliner Cascadia im Moment meiner Meinung nach die beiden modernsten Trucks in Nordamerika. Persönlich gefallen sie mir von der Optik auch sehr gut. Ich habe halt nur keine Lust, einen Mod Truck zu kaufen, der dann vielleicht in ein, zwei Patches nicht mehr funktioniert.

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    infinity -

    Frühstückslektüre- Yippie :D // Die Waldbrände sind schon echt übel. Bei dir in Kalifornien und bei mir in Schweden (wobei ich davon aktuell nix mehr in den Nachrichten finden kann...)

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      Sauerlaender -

      Man hört ja aktuell auch nicht mehr ganz so viel von den Waldbränden hier im Sauerland. Trotzdem brennt es immer mal wieder hier. In Kalifornien ist das aber schon richtig heftig. Man spricht ja schon von den größten Waldbränden in der Geschichte von Kalifornien. Da die Brandherde dann auch nicht allzu weit von Sacramento entfernt sind, habe ich das als Anlass genommen, die aktuelle Situation mit ins Tagebuch einzubauen.

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    Iceman684 -

    Gina und David werden dir die Ohren voll schwärmen und sobald du einmal auf dem Hof von Bay Truck Sales warst, lässt dich Julie sowieso nicht mehr vom Haken. ;)

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      Sauerlaender -

      Der Volvo, insbesondere der neue VNL sieht ja nicht schlecht aus. Der ist in Nordamerika meiner Meinung nach der größte Konkurrent zum Cascadia. Die beiden ähneln sich von der Optik und gehen beide vom Interior in Richtung der Europäischen Trucks. Was nicht umsonst daher kommt, dass Volvo in Schweden sitzt und Freightliner Daimler als Mutterkonzern hat. Aktuell sind sie dem recht konservativen Marc Murdock aber "zu Europäisch". :D Ansonsten gilt für beide (Volvo und Freightliner) was ich unten bereits beim Navistar geschrieben habe. Die kommen eigentlich nur in Frage, wenn SCS die Marke offiziell in den ATS aufnimmt.

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      Iceman684 -

      Kann ich verstehen, deshalb scheue ich derzeit auch noch den aktuellsten Patch. Da mein Mod doch schon recht lange nicht mehr aktualisiert wurde. Derzeit scheint nur der Mod des aktuellen Volvos halbwegs regelmäßig aktualisiert zu werden. Bei dem wäre aber das Problem, dass ich irgendwie erklären müsste, woher die Lions die Kohle für neue Trucks haben.

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    elwime -

    der Navistar sieht nicht schlecht aus, ist sowas wie ein kenyPete oder PeteKeny

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      Sauerlaender -

      Das ist ja zum Glück Geschmackssache. Der 9900 ist sowieso raus. (lt. meinem Vertrag gibt es ja keinen neuen Klassiker) Beim Lonestar weiß ich nicht wirklich, ob er mir gefallen soll oder nicht. ;) Da scheiden sich sicher auch die Geister dran. Bleiben also noch LT Series oder Prostar. Die sehen auch beide nicht schlecht aus. Da ich mit Mod Trucks aber im ETS schon schlechte Erfahrungen gemacht habe, (nicht bei den Mods selbst, sondern bei der Lebensdauer mit der Patchpolitik von SCS ) wäre das nur eine Alternative, falls SCS International / Navistar als weitere Marke ins Spiel bringen würde.

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      TurboStar -

      Der Prostar ist ebenso wie der 9900 ein Auslaufmodell, neu werden beide nicht mehr gebaut und nur noch Bestände abverkauft. Der LT ist der Nachfolger vom Prostar. Inwiefern man den Lonestar als Nachfolger der 9000er-Serie sehen soll, weiß ich nicht. Auch muss man sich überlegen, ob er trotz seiner progressiven Formensprache als Classic und nicht als Streamlined einzustufen wäre, was die Aerodynamik angeht. Manches sieht recht windschnittig aus, andere Merkmale sind wieder typisch Classic. Was ich jedenfalls inzwischen gefunden habe sind einige sehr interessante Bilder, wo Owner Operator die hässlichen Knopfaugen und den Gefängnisfenster-Kühlergrill mit Zubehörteilen ersetzt haben und so aus dem hässlichen Entlein einen sehr schönen Schwan hinbekommen haben. Diese beiden Bauteile sind zumindest das, was mich am Lonestar stört. Die Haube finde ich an sich erst mal von der Form sehr interessant, sie erinnert mich an die klassischen Stromlinendieselloks, eine Mischung aus den frühen EA und TA von EMD mit der schrägen, aber glatten Stirfläche und der steilen, aber mit Edelstahl, Chrom oder Aluminium verkleideten Fairbanks-Morse Erie-Series. Wenn es einen guten Tuningmod mit anderen Grills und Scheinwerfern gäbe, könnte ich mir sogar einen Lonestar vorstellen. Navistar-affin bin ich sowieso.