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41. Kreuz und Quer, Kanada und Kontrollen

  • Sonntag, den 15. Juli 2018, 9:00 pm, Eastern Daylight Time, Raleigh, NC:

    Mein Reset am Wochenende war recht erholsam. Beruflich hatte ich am gestrigen Samstag noch ein paar Rechnungen fertiggemacht, der Rest des Wochenendes war eher privat. Zum Glück hatte ich eine gute Telefonflatrate, die es mir erlaubte, viel mit Keela zu telefonieren, die ja zu Hause bei ihrer Bereitschaft saß. Ansonsten machte ich es mir im klimatisierten Motel Zimmer gemütlich, legte die Beine hoch und schaute ein paar Filme auf meinem Laptop.

    Am Sonntagabend telefonierte ich dann wieder mal mit Keela. Schließlich wurde sie dann beruflich und wandelte sich von meiner Freundin oder Verlobten zu meiner Dispatch: „Leider muss ich dich wieder zur Nachtschicht verdonnern. Falls es dich tröstet, die habe ich ab morgen auch.“ „Das weiß ich. Aber warum muss ich auch Nachtschicht machen? Aus Solidarität?“ „Quatsch. Doch nicht aus Solidarität. In Raleigh steht aber Tafelgeschirr, dass nach Mittelamerika soll. Die Ladung geht in Gulfport aufs Schiff.“ „Verstehe.“ „Du bekommst ein STAA Double, was bis Dienstagmorgen da unten sein muss, weil die Ware noch in Container verladen werden muss und Das Schiff Dienstagabend auslaufen soll.“ „Also mal wieder alles Brandeilig und kurz vor knapp.“ „Genau.“ „Na gut. Wenn es denn sein muss.“ „Ich habe dich für halb Zehn am Außenlager angemeldet.“ Halb Zehn nach meiner oder deiner Zeit?“ „Upps. Halb Eins nach deiner Zeit.“ „Also nach 35 Stunden wieder los.“ „Du willst doch Geld verdienen. Oder?“ „Du hast ja Recht.“
    Ich checkte also so aus dem Motel aus, dass ich um Mitternacht im Truck saß und mit der PTI begann. Nach der kurzen Abfahrtskontrolle des Bobtails hatte ich dann auch meinen Auftrag im System:

    PICKUP: EST-NCRAL
    GATE: 02
    TRAILER: DV28263 / DV28832
    FREIGHT: TABLEWARE
    WEIGHT: 39,500 LB
    DROP: ABQ-MSGUL
    PRIORITY: VERY URGENT
    REMARKS: STAA-DOUBLE DOLLY: (NC)LG-18926

    WAT-CASAC-KRY.

    Ich hatte vorher vermutet, dass Gulfport in Louisiana liegen würde. Tatsächlich war es aber Mississippi. Das änderte für mich aber nichts weiter. Ich startete den Truck und fuhr zum Außenlager, wo ich pünktlich um halb Eins ankam. Natürlich wurde ich bereits erwartet und die Papiere waren inklusive aller Zolldokumente fertig. Aus denen ging hervor, dass ABQ wohl ein Logistiker war, der sich auf die Abfertigung und Verpackung an See- und Flughäfen spezialisiert hatte. Der Sitz war wohl in Albuquerque. Daher hatte man sich das Kürzel genommen.
    Ich sattelte mein Double auf und machte mich gegen viertel vor Eins auf den Weg. Zuerst ging es auf die I-40 in Richtung Osten. Bei Benson wechselte ich dann auf die I-95 in Richtung Süden. Ich verließ Raleigh also auf dem gleichen Weg, auf dem ich am Samstagmorgen auch hingefahren war.

    Gegen drei Uhr, bei mir zu Hause also gegen Mitternacht verließ ich North Carolina und wechselte nach South Carolina. Etwas später wechselte ich bei Florence, SC aber die Route. Diesmal ging es auf der I-20 in Richtung Westen weiter. Ich fuhr nun auf Columbia zu.
    Nachdem ich die Stadt immer noch in der Nacht passiert hatte, blieb ich auf der I-20 über die ich mich nun auf Georgia zubewegte. Als ich den Savannah River überquert hatte, war ich in Augusta und somit in Georgia. Langsam wurde ich aber etwas müde und hatte Hunger. Daher suchte ich mir langsam einen Platz für die kurze Pause. Diesen fand ich dann an der Ausfahrt 138 in Form eines Flying J Travel Centers. Der zugehörige Ort nannte sich Greensboro, GA.

    Eine Stunde später, inzwischen war es acht Uhr am Montagmorgen, machte ich mich wieder auf den Weg gen Westen. Zwei Stunden später erreichte ich mal wieder den Großraum Atlanta. Hier wechselte ich auf die I-285, die quasi als Ring um die Coca-Cola Hauptstadt ging. Ich nahm den Ring in südwestlicher Richtung, da ich auch im Südwesten von Atlanta wieder die Interstate wechseln wollte. Nun ging es auf der I-85 in Richtung Süden weiter.
    Jetzt lief mir mal wieder langsam die Fahrzeit weg. Ich schaffte es zwar noch nach Alabama, In Auburn war dann aber Feierabend. Leider fand ich hier nicht den erhofften Truckstop, so dass ich gezwungen war, auf ein Industriegebiet auszuweichen. Trotzdem fand ich hier zur Mittagszeit einen halbwegs vernünftigen Stellplatz. Da Keela nun vermutlich nicht erreichbar war, verschob ich unser Telefonat auf den Abend und legte mich recht bald schlafen.

    Montag, den 16. Juli 2018, 7:30 pm, Central Daylight Time, Auburn, AL:

    Gegen halb Acht am Abend klingelte mein Wecker wieder. Ich stand in aller Ruhe auf und machte mich fertig. Als Nächstes setzte ich schon mal den Kaffee für meine Nachtschicht auf. Nun öffnete ich die Vorhänge und schaute erstmal, wie es an diesem Abend in dem Industriegebiet aussah. Es war ruhiger, als noch am Tag. Offensichtlich hatten hier viele Firmen keinen Mehrschichtbetrieb. Ich stieg dann aus und verschwand erstmal hinter der nächsten Ecke um meine Blase zu entleeren. Anschließend folgte die Wäsche aus dem Kanister. Bei dem feuchtwarmen Klima hier, wäre mir eine Dusche aber zweifellos lieber gewesen. Ich verschwand daher auch wieder schnell im Tuck wo die Standklimaanlage noch lief. Hier konnte ich erstmal was essen. Ob das jetzt ein Frühstück oder ein Abendessen war, darüber konnte man angesichts der Uhrzeit streiten. Nachdem das Essen vertilgt war, rief ich dann zu Hause an. Während des Telefonats mit Keela konnte ich dann beobachten, wie die Sonne langsam unterging. Der Farbenfrohe Sonnenuntergang passte dann gut zu der romantischen Stimmung, die wir auch am Telefon hatten. Wobei es bei Keela noch zwei Stunden früher war und sie wohl keinen Sonnenuntergang hatte.

    Um viertel nach Neun begann ich dann schließlich mit meiner PTI und um halb Zehn machte ich mich wieder auf den Weg, der mich zuerst noch durch Auburn führte.

    Etwas später erreichte ich die I-85, auf die es laut Beschilderung wieder in südlicher Richtung weiterging, auch wenn die Richtung eigentlich eher West-Südwest war. Jetzt ging es durch den Abend nach Montgomery, der Hauptstadt Alabamas. Hier wechselte ich auf die I-65 in Richtung Süden und vorerst stimmte die Himmelsrichtung dann auch. Im Anschluss ging es weiter nach Mobile, wo der Mobile River in die Mobile Bay mündete. Hier, an der größten Hafenstadt Alabamas erreichte ich die I-10, auf der es dann in Richtung Westen weiterging.

    Nun ging es in der Nähe der Küste zum Golf von Mexico weiter. Kurz darauf erreichte ich Mississippi und etwa eine dreiviertel Stunde später erreichte ich die Abfahrt nach Gulfport. Über die US-49 ging es nun in die Stadt hinein, die nach dem Hurrikan Katrina im Jahre 2005 fast komplett neu aufgebaut werden musste, da sie von Sturm und Wellen fast völlig zerstört worden war. Entsprechend neu wirkte hier jetzt alles.
    Die Uhr schlug Zwei, als ich auf den Hof vom ABQ Cargo Center kam. Hier herrschte selbst mitten in der Nacht reger Betrieb. Ich meldete mich an und durfte mein Double dann an die Seite stellen. Der Shunter Fahrer musste ja auch was zu tun haben. Als ich abgesattelt hatte, stand der nächste Auftrag von Keela im System:

    PICKUP: COW-MSGUL
    GATE: -----
    TRAILER: RE53AST
    FREIGHT: FROZEN FOOD
    WEIGHT: 37,600 LB
    DROP: SUC-NMSRO
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-KRY.

    Nach mehreren Tagen gab es mal wieder einen Reefer. Dieser stand wohl für mich an einem Costco Lager für mich bereit. Inzwischen wunderte ich mich nicht mehr darüber, dass sich die Handelsketten gegenseitig die Waren verkauften und immer noch was daran verdienten. Ich verließ also das Cargo Center und machte mich auf den Weg zum Costco Lager, wo ich eine Viertelstunde später ankam. Dort war dann auch alles für mich fertig und ich konnte sofort den Papierkrieg erledigen und danach aufsatteln. Das Trailer Kürzel hatte dann für einen Reefer von Astral gestanden. Mit dem Carrier hatte ich bisher noch nichts zu tun. Nach der PTI machte ich mich dann auf den Weg und suchte mir als Erstes eine Möglichkeit, Pause zu machen. Diese bot sich dann an einem Truckstop in der Nähe der I-10. Dort machte ich dann ein Stündchen Pause, welche ich im Truckstop verbrachte. Um viertel nach Vier ging es dann weiter in Richtung New Mexico.

    Dazu ging es dann zuerst wieder auf die I-10. Es dauerte dann nicht lange, bis ich Louisiana erreichte. Während die I-10 dann bei Sidell die Schleife nach New Orleans machte, wechselte ich auf die I-12, die dann ohne den Umweg nach Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana führte. Dort wechselte ich dann wieder zurück auf die I-10. Nun ging es via Lafayette und Lake Charles weiter in Richtung Texas. Eigentlich hatte ich vor, bis nach Texas zu fahren und dort zu tanken und Feierabend zu machen. Letztlich wurde ich dabei aber zu nervös. Auch wenn die Anzeige im Armaturenbrett mir noch genug Reichweite bis nach Houston anzeigte, traute ich der Elektronik nicht. Ich fuhr dann bei Vinton, kurz hinter Lake Charles auf einen Love’s Travel Stop um zu tanken. Auch hier war der Diesel schon recht günstig. Da er in Texas aber noch etwas günstiger war, tankte ich erstmal nur 65 Gallonen nach. Nachdem die Tanks gefüllt waren, hatte ich nicht mehr wirklich Lust, mich noch mal für eine Stunde Fahrzeit wieder auf den Weg zu machen. Ich entschied mich dann dafür, hier direkt Feierabend zu machen. Ich suchte mir also einen Parkplatz und machte dann für diese Schicht Schluss.
    Da es in Kalifornien erst kurz vor Sieben war, versuchte ich, ob ich Keela noch erreichte. Sie war tatsächlich noch nicht schlafen gegangen. So telefonierten wir noch eine halbe Stunde, bevor wir und beide schlafen legten.

    Dienstag, den 17. Juli 2018, 6:00 pm, Central Daylight Time, Vinton, LA:

    Dank meiner Standklimaanlage hatte ich ganz gut geschlafen. Es war dann auch schon sechs Uhr, als mich mein Wecker wieder aus den Träumen riss. Das war der späteste Zeitpunkt, an dem ich aufstehen wollte. Ich stand daher sofort auf und ging zum Duschen in den Truckstop. Auch den ersten Kaffee trank ich dann noch wieder hier. Mit Keela brauchte ich jetzt auch noch nicht wieder telefonieren, da wir das ja bereits vor dem Schlafengehen getan hatten. So konnte ich ohne Zeitdruck um viertel vor Sieben mit der PTI beginnen. Um sieben Uhr fuhr ich dann weiter. Der Vorteil war, dass es sogar noch hell war. Auch, wenn sich der Sonnenuntergang langsam andeutete, als ich die Grenze zu Texas passierte.

    Ich fuhr dann weiter in den Sonnenuntergang, bis ich schließlich Houston erreichte. Hier wechselte ich auf die I-45 in Richtung Norden, oder Dallas, je nachdem ob man die Himmelsrichtung oder die nächste große Stadt meinte. Wobei ich jetzt erstmal gar nicht bis nach Dallas durchfuhr.
    Am Pilot Travel Center in Buffalo, TX hielt ich an, um meine Tanks mit dem günstigen, gelb gefärbten Diesel zu füllen. Warum auch immer hier ein Farbstoff beigefügt wurde, der den Diesel aussehen ließ, als hätte jemand in den Tank gepinkelt. Da ich jetzt einmal von der Interstate runter war, entschloss ich mich dann, hier direkt auch meine kurze Pause zu machen und in dem Truckstop was zu essen. Es war dann Mitternacht, als ich wieder weiterfuhr.

    Über die I-45 ging es nun weiter in Richtung Norden, bis ich bei Dallas die I-20 erreichte. Auf diese wechselte ich dann in westliche Richtung und passierte die Stadt, die vielen in Europa durch eine Fernsehserie der 80er ein Begriff geworden war.
    Fort Worth kannte dann aber kaum einer aus dem Fernsehen. Hier wechselte ich auf die I-35 West, aber auch wieder in nördlicher Richtung. Die Teilung der I-35 in West und East erinnerte mich an die Heimat meiner Süßen. Schließlich gab es das in den Twin Cities auch. Ich folgte aber nicht allzu lange der I-35 West. Noch im Stadtgebiet von Fort Worth wechselte ich auf die US-287 in Richtung Decatur und Wichita Falls. Auf dieser US-Route sollte ich nun die nächsten Stunden verbringen. Zunächst ging es bis Wichita Falls durch die Nacht. In der Stadt musste ich dann einmal die Straße wechseln, um nicht in Richtung Oklahoma City weiterzufahren. Die Nummer der Straße blieb aber die gleiche.
    Nun ging es in Richtung Amarillo weiter. An den meisten Städten ging es in der Nacht nur vorbei. Durch Childress ging es aber mitten hindurch.

    Es ging weiter über diese Strecke, bis ich kurz vor Amarillo die I-40 erreichte. Dann ging es in Richtung Westen über die Strecke, die ich nun auch bereits gefahren war und somit kannte. Während es nun langsam zu dämmern begann, wurde ich müde und auch mein E-Log war der Meinung, dass ich mir langsam einen Platz für meinen Feierabend suchen sollte. Diesen fand ich dann am noch recht neuen Pilot Travel Center in Vega, TX. Hier füllte ich meine Tanks noch mal nach, da es nicht mehr weit bis nach New Mexico war. Danach übernahm ich die Parklücke von einem der Kollegen, die bereits losgefahren waren. Da ich ziemlich müde war und Keela noch bei der Arbeit war, legte ich mich dann recht schnell in mein Bett.



    Mittwoch, den 18. Juli 2018, 3:30 pm, Central Daylight Time, Vega, TX:

    Um mit Keela zu telefonieren war das im Moment ein schlechtes Timing. Zu Beginn meiner Pause war sie noch im Büro, jetzt lag sie im Bett und schlief. Ich hingegen stand jetzt auf und ging zum Duschen in den Truckstop. Wie immer gab es dann auch den ersten Kaffee der Schicht dort. Nach Beendigung der PTI rollte ich um halb Fünf am Nachmittag vom Gelände des Pilot Truckstops und fuhr zurück zur I-40. Hier ging es dann wieder in westlicher Richtung weiter.

    Es dauerte nicht mehr allzu lange, bis ich New Mexico erreichte. Nun hatte ich nur noch eine Stunde Zeitunterschied zu Kalifornien. Knapp zwei Stunden nach meiner Abfahrt fuhr ich bei Santa Rosa von der Interstate und wechselte auf die US-84, an der auch das Supercenter lag. Ich stand noch an der Abfahrt an der Ampel, als sich mal wieder die Elektronik zu Wort meldete: „Anschlussfracht wird angefordert.“ Dann konnte ich auch schon weiterfahren. Ich fuhr gerade in die Einfahrt des Supercenters, als die nächste Meldung kam: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Ich stellte den Truck an die Seite, damit ich mich anmelden konnte. Bevor ich aber ins Supercenter ging, schaute ich im Tablet nach dem Anschluss:

    PICKUP: SUC-NMSRO
    GATE: 04
    TRAILER: CT40251
    FREIGHT: EMPTY PALLETS
    WEIGHT: 27,000 LB
    DROP: EST-NMLCR
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-DSN.

    Da es in Santa Rosa nur das Supercenter gab, hatte ich mir sowas schon gedacht. Das nächste Lager wäre in Tucumcari, also etwa 60 Meilen entfernt gewesen. Bevor ich da als Bobtail hingefahren wäre, konnte ich auch eine kurze Fuhre mit Leerpaletten machen. Diese gingen dann aber nicht nach Tucumcari, sondern nach Las Cruces. Aber auch das war kein Problem. Ich meldete mich also an und forderte gleichzeitig die Ladung Leerpaletten ab. Anschließend ging es in den Bereich der Warenannahme, wo ich dann nur umsatteln brauchte. Der Reefer blieb hier. Im Austausch bekam ich dann einen 40 Fuß Curtain Trailer mit. Um halb Sechs ging es dann wieder weiter.

    Ich fuhr wieder unter der I-40 durch, blieb aber auf der historischen Route 66, die hier durch Santa Rosa führte. Am Ortsende ging es dann auf die US-54 in Richtung Süden. Nun ging die Fahrt heute über zweispurige Highways. Nach mehreren Tagen auf Interstates und anderen gut ausgebauten Straßen war das mal eine angenehme Abwechselung. So kam man auch mal durch ein Paar Dörfer und sah etwas mehr von Land und Leuten.
    Bei Vaughn, NM trafen dann mal wieder mehrere Highways aufeinander. Zuerst traf die US-54 auf die US-60 und dann auf die US-285. An dieser Kreuzung schlug mein Transponder an. Ich musste gerade über die 285 drüber auf einen Hof, auf dem sich die öffentliche Waage befand. Mit dem kurzen Trailer und der leichten Ladung brachte ich aber gerade mal 61,404 lb auf die Waage. So ließ man mich sofort wieder weiterfahren.

    Hinter Vaughn trennten sich die Highways wieder und ich folgte wieder weiter der US-54. Als ich dann später Carrizozo passierte, ging dann gerade die Straßenbeleuchtung an. Es wurde also langsam dunkel und die nächste Nachtfahrt stand mir bevor.
    Via Tularosa ging es weiter nach Alamogordo, wo ich vor einigen Monaten schon mal mit dem Truck war. Ab hier kannte ich dann die Strecke wieder. Über die US-70 ging es nun weiter nach Las Cruces.

    Gegen halb zwölf am Abend erreichte ich das dortige Außenlager. Der Trailer musste mal wieder in die hinterste Ecke. Mit einem 40 Fuß Trailer gab es aber schwierigere Übungen, als diese. Der nächste Auftrag stand zwar schon im System, da ich in dieser Schicht aber schon wieder siebeneinhalb Stunden gefahren war, machte ich erst auf dem Hof des Außenlagers meine Pause, bevor ich den Anschluss abforderte. Dass ich mit dem letzten Trailer in die Ecke musste, passte mir daher ganz gut in den Kram. So blieb ich für meine Pause einfach vor dem Trailer stehen. Dann machte ich mir aus meinen Vorräten was zu Essen und trank mir dabei in Ruhe einen Kaffee. Da Keela inzwischen im Büro war, war wieder keine Zeit zum Telefonieren. Wenigstens hatte mir meine Süße den nächsten Auftrag verpasst:

    PICKUP: EST-NMLCR
    GATE: 04
    TRAILER: CT53851
    FREIGHT: FIREWORKS
    WEIGHT: 13,500 LB
    DROP: SUC-NMLVE
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: ADR 1.4

    WAT-CASAC-KRY.

    Es ging also weiter in Richtung Heimat. Allerdings immer noch nicht ganz nach Hause. Erstmal nur mit Feuerwerk nach Vegas. Hier gab es mal wieder kaum eine andere Wahl, da die Ladung nicht viele fahren durften. Entsprechend gut war die Bezahlung selbst bei Standard Transporten. Eine Viertelstunde nach Mitternacht fuhr ich dann zu Tor 4 und nahm den Trailer auf. Um halb Eins ging es zurück on the Road.
    Durch das nächtliche Las Cruces ging es nun zur I-10, auf die es in Richtung Westen ging. Jetzt, wo hier der Donnerstag angebrochen war, blieben mir nur noch knapp drei Stunden Fahrzeit. Diese nutzte ich aber noch, um nach Arizona zu fahren. So hatte ich dann auch wieder die gleiche Zeit, wie zu Hause. Ich nutzte die Fahrzeit dann auch bis aufs Letzte aus. So kam ich dann noch bis zum Love’s Travel Stop in Benson, NM, an der Abfahrt, wo es auch nach Sierra Vista ging. Hier fuhr ich dann todmüde um drei Uhr früh auf den Parkplatz. Zum Glück waren schon wieder ein, zwei Kollegen losgefahren, so dass ich auch noch einen Parkplatz bekam. Da ich so müde war, verzichtete ich auf den Besuch im Truckstop und legte mich sofort schlafen.

    Donnerstag, den 19. Juli 2018, 1:00 pm, Mountain Standard Time, Benson, AZ:

    Am Mittag stand ich wieder auf und ging dann aber zum Duschen und Kaffeetrinken in den Truckstop. Um zwei Uhr war dann meine Pause um und eine Viertelstunde später war die PTI beendet und ich fuhr wieder los.
    Es ging zurück auf die I-10 in Richtung Westen. Es dauerte dann auch nicht lange, bis ich Tucson erreichte. Die Stadt passierte ich aber recht zügig. Nun ging es weiter auf der I-10 in Richtung Phoenix.

    Als ich mich der Stadt näherte, zog sich in meinem Magen alles zusammen. Würde ich mich hier heute wieder verfahren? Das war ungefähr in der Hälfte der Fälle, wo ich Phoenix passierte so. Heute hatte ich aber Glück. Am Spätnachmittag lief der Berufsverkehr in Phoenix aber auch so, dass ich an den Stellen, wo ich sonst falsch abbog, so langsam war, dass ich mich eigentlich gar nicht mehr verfahren konnte. Ich wechselte auf die I-17 in Richtung Flagstaff, fuhr dann aber etwas später auf die US-93 in Richtung Kingman ab. Dann hatte ich den Ballungsraum wieder verlassen und alles lief soweit gut.

    Langsam brach nun der Abend an und die Sonne ging langsam unter. Als ich die I-40 erreichte, war es dann bereits richtig dunkel. Bei Kingman fuhr ich dann wieder von der Interstate. Zuerst fuhr ich dann an meine Stammtankstelle, wo ich die Tanks noch mal nachfüllte. Nach dem Tanken stellte ich mich dann an die Seite und machte meine Pause. Leider hatte ich aber auch heute wieder den Zeitpunkt verpasst, um noch mit Keela zu telefonieren. Ich machte mich aus meinen Vorräten noch was zu essen und genoss das Essen bei der Pause.

    Um halb Zwölf ging es dann weiter. Über die US-93 ging es nun in Richtung Las Vegas weiter. Gegen halb Zwei erreichte ich die Metropole in der Wüste. In dieser Nacht wirkte Las Vegas mal wieder sehr imposant mit den ganzen Lichtern. Bei der Fahrt durch die Stadt genoss ich den Anblick der Sehenswürdigkeiten und die beleuchteten Hotels und Casinos.



    Gegen zwei Uhr erreichte ich dann das Supercenter. Meine Fahrzeit war dann auch ziemlich am Ende. Ich meldete mich an und konnte den Trailer anschließend noch schnell ans Dock setzen. Da ich auf dem Gelände des Supercenters nicht stehenbleiben konnte, fuhr ich ins angrenzende Gewerbegebiet und machte dort Feierabend. Mit Keela konnte ich jetzt wieder nicht telefonieren. Da ich todmüde war, legte ich mich dann sofort in mein Bett und schlief kurz darauf ein.

    Freitag, den 20. Juli 2018, 11:30 am, Pacific Daylight Time, Las Vegas, NV:

    Um halb Zwölf am späten Vormittag stand ich dann wieder auf. Da ich ja nur in einem Industriegebiet stand, musste ich mal wieder hinter der Ecke verschwinden, um meine Blase zu entleeren. Die Körperpflege musste auch mal wieder aus dem Wasserkanister erfolgen. Im Moment vermutete ich Keela im Bett, daher sparte ich mir einen Anruf zu Hause. Stattdessen setzte ich mir einen Kaffee auf. Um viertel nach Zwölf konnte ich wieder mit der PTI anfangen und um halb Eins schaute ich im System nach, wie mein nächster Auftrag lautete:

    PICKUP: BBU-NVLVE
    GATE: 02
    TRAILER: CT53BBU
    FREIGHT: ELECTRICAL APPLIANCES
    WEIGHT: 36,000 LB
    DROP: CST-CASAC
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: TRAILER IS PROVIDED BY BEST BUY

    WAT-CASAC-CSA.

    Zum Glück ging es zum Reset nach Hause. Ich startete die Maschine und fuhr durch Las Vegas zum Best Buy Lager. Da das am anderen Ende der Stadt lag, brauchte ich eine halbe Stunde, bis ich dort war.
    Da mich ORBCOMM bereits avisiert hatte, waren die Papiere fertig, als ich dort ankam. Ich erledigte den Papierkram und sattelte im Anschluss den Trailer auf. Um viertel nach Eins verließ ich das Lager.

    Ich hatte mich dann für die Fahrt nach Hause mal wieder für die Tour quer durchs große Becken entschieden. Über die US-95 ging es dann an Indian Springs vorbei in die Wüste.

    Via Beatty und Goldfield ging es erstmal nach Tonopah, wo ich dann auf die US-6 wechselte. Nun ging es schon wieder langsam in den Abend hinein. Ich folgte der US-6 dann bis Bishop. Hier hielt ich dann für meine Pause an. Dazu ging ich in ein kleines Diner, das an der US-395 lag. Als ich dann mein Essen aufgegessen hatte, telefonierte ich dann noch eine ganze Weile mit Keela.

    Hinterher schaute ich mit einem kurzen Schreck auf die Uhr. Es war schon viertel nach Neun. Ich hatte hier also knapp zwei Stunden Pause gemacht. Nun fuhr ich durch den dunklen Abend in Richtung Norden weiter.
    Irgendwann erreichte ich Gardnerville, wo ich dann in Richtung Lake Tahoe weiterfuhr. Bei Stateline füllte ich dann die Tanks noch mal wieder. Nun folgte der Endspurt über die US-50 nach Sacramento. Meine Fahrzeit wurde mir zum Ende dann richtig knapp. Schließlich hätte ich dann kurz vor Sacramento stehenbleiben müssen. Da hatte ich aber kurz vor meinem Reset keine Lust zu. Ich hielt kurz an und stellte dann das E-Log auf Privatfahrt. Ich ging ganz stark davon aus, dass ich auf den letzten paar Meilen nicht mehr kontrolliert wurde.
    Gegen viertel vor Zwei erreichte ich dann das Zentrallager. Im Büro wurde ich von Keela dann mit einem Kuss empfangen. „Mit dir habe ich ja jetzt gar nicht mehr gerechnet.“ „Ich wollte nicht kurz vor zu Hause noch mal eine große Pause machen, da habe ich auf Privatfahrt gestellt.“ „Verstehe. Dann stell den Trailer nur noch auf die Seite. Den kann der Shunter Fahrer an die Rampe stellen.“ „Okay, Süße.“ „Kommst du nachher mit nach Pacifica?“ „Natürlich. Ich muss aber vorher noch etwas schlafen.“ „Gut. Ich wecke dich dann, wenn ich nach Hause komme.“
    Ich ging wieder raus und sattelte den Trailer ab. Dann fuhr ich zu meiner Halle rüber. Dort ging ich dann recht schnell in unser Schlafzimmer rauf und legte mich hin. Viel mehr als vier Stunden würde mir Keela nicht gönnen.

    Samstag, den 21. Juli 2018, 6:15 am, Pacific Daylight Time, Sacramento, CA:

    Ich wurde langsam wieder wach, weil ich zärtlich gestreichelt und zwischendurch geküsst wurde. Als ich die Augen öffnete, sah ich in Keelas grüne Augen. „Guten Morgen, Schlafmütze.“ Sagte sie sanft. „Hallo.“ Murmelte ich verschlafen. „Werde mal wieder wach. Der Pazifik wartet auf uns.“ „Bist du nicht zu müde dafür? Nach der langen Nachtschicht?“ „Das hab ich ja alle drei Wochen. Ich bin das schon gewohnt. Die Fahrt ist dann tödlich, aber wenn ich im Wasser bin, werde ich wieder munter.“ „Die Fahrt werde ich dir aber leider nicht abnehmen können. Wir werden wohl wieder mit zwei Autos fahren müssen.“ „Das ist klar. Ich komme ja erst am Montagvormittag wieder nach Hause.“ „Ich fürchte, Charlie wird mich schon morgen wieder los jagen.“ „Charlie wirst du ja bald los sein. Dann ist er ja kein Dispatcher mehr, sondern mein Abteilungsleiter.“ „Ach ja. Er wird ja zum Abteilungsleiter der Dispatch befördert.“ „Dafür darf dich dann deine kleine Schwester durch die Gegend schicken.“ „Hat Jessy den Job bekommen?“ „Hat sie.“ „Mist, jetzt kann sie mich auch noch rumkommandieren.“ „Gibt es da noch Sachen aus der Kindheit, für die sich Jessy rächen muss?“ Äh… …kann sein… …wahrscheinlich… …bestimmt… …ja.“ Keela fing an zu lachen und ich hörte mal wieder die Lache, die ich so an ihr liebte. „Vielleicht hat sie die Sachen ja schon vergessen.“ „Bestimmt nicht. Jessy kann verdammt nachtragend sein.“ „Dann hast du ein Problem.“ Lachte Keela. „Fehlt nur noch Mom in eurem Team, dann würden mich die drei wichtigsten Frauen in meinem Leben herumscheuchen.“ „Das kriegen Jessy und ich auch gut alleine hin. Danny haben wir auch im Griff. Wenn er nicht macht, was wir wollen, dann schicken wir Gina dahin, wo sie nicht hinwill.“ „Was seid ihr gemein.“ „Ich zeige dir gleich, wie gemein ich werden kann, wenn du nicht langsam aus dem Bett kommst.“ „Habe ich denn noch Zeit zu duschen?“ „Nur wenn du mich mitnimmst.“ „Dann zieh dich aus, sonst gehst du in Jeans duschen.“

    Eine knappe Stunde später fuhren wir den Savana und den Ford aus der Halle und machten uns auf den Weg. Wir mussten allerdings noch schnell an der Tanke vorbei und die Autos noch volltanken. Anschließend ging es auf die I-80 in Richtung San Francisco. Von dort ging es über die CA-1 weiter nach Pacifica.
    Dort angekommen, fuhren wir erst zum Campingplatz, wo wir uns einen großen Stellplatz sicherten, auf dem beide Autos Platz fanden. Den Ford ließen wir dann auch direkt hier stehen.
    Ich übernahm dann das Steuer des Savana und fuhr uns mit dem Van nach Linda Mar, zum Pacifica State Beach. Keela wollte immer noch nicht, dass ich mit ihr am Rockaway Beach surfte, wo es etwas gefährlicher war, als in Linda Mar. Auch wenn hier mehr Anfänger waren, weil in Linda Mar auch das Surf Camp war, wo eben auch Surfunterricht gegeben wurde. Wir fanden mit etwas Glück noch einen guten Parkplatz für den Savana und machten uns dann fürs Surfen fertig.
    Da es jetzt bei mir aber nur zwei Wochen her war, dass ich das letzte Mal auf dem Board war, brauchte ich diesmal nicht allzu viel Zeit mich wieder einzugewöhnen. Keela hatte auch recht. Nachdem wir mit dem recht kalten Wasser des Pazifiks kontakt hatten, war alle Müdigkeit weg. Immerhin hatte das Wasser gerade mal 17 Grad Celsius. Langsam bekam ich auch mehr und mehr Ehrgeiz beim Surfen. Ich wollte endlich soweit sein, dass ich auch mit am Rockaway Beach surfen konnte. Schon alleine, um mich gegen Keelas Surffreunden behaupten zu können. Außerdem bekam ich immer mehr Spaß daran, die Wellen zu bezwingen.

    Am späten Mittag machten wir dann eine Pause. Da wir diesmal nicht vorher eingekauft hatten, gingen wir zum Essen zum Taco Bell, was beim Surf Camp direkt am Strand war. So gab es dann heute mal mexikanisches Fast Food. Nach der Mittagspause ging es dann wieder ins Wasser.

    Keela konnte davon sowieso nie genug bekommen und auch ich hatte immer mehr Spaß daran. Die Belohnungsküsse meiner Süßen, die ich bekam, wenn ich mal wieder besonders gut war, schmeckten aber immer noch recht salzig. Trotzdem waren sie Ansporn, wieder raus zu paddeln und auf die nächste gute Welle zu warten. So verging dann auch der Nachmittag wie im Flug.

    Am Abend fuhren wir dann zum Campingplatz zurück und stellten den Savana so auf den Stellplatz, dass wir, wenn wir vor dem Van saßen einen wunderbaren Blick auf das Meer und die Sonne hatten, die dann als roter Feuerball im Ozean versank. Nach dem Sonnenuntergang zogen wir uns in den Van zurück und genossen noch, dass wir zusammen waren.

    Sonntag, den 22. Juli 2018, 8:00 am, Pacific Daylight Time, Pacifica, CA:

    Da wir nicht den ganzen Tag verschlafen wollten, standen wir um acht Uhr wieder auf. Wir gingen dann erstmal in das Gebäude mit den Sanitäranlagen und nutzen die dort vorhandenen Duschen. Anschließend gingen wir zum Van zurück und machten uns ein Frühstück. Das zog sich aber etwas in die Länge, da wir an diesem Morgen beide die Finger nicht von dem anderen lassen konnten. Keela schnitt mir dann sogar mein Sandwich in mundgerechte Häppchen und wollte mich füttern. „Meinst du nicht, damit solltest du warten, bis wir Kinder haben?“ fragte ich, als ich mal den Mund frei hatte. „Wieso? Ich kann doch schon mal üben.“ Lachte sie. „Wenn du meinst, dass du Übung brauchst.“ Sagte ich und schnappte nach dem nächsten Happen. „Aber nicht in die Finger beißen.“ Lachte sie. „Egal. Du bist überall appetitlich.“ „Die brauche ich aber noch.“ „Um Arbeit für mich in den Computer zu tippen.“ „Das auch. Aber auch zum Streicheln.“ Sagte sie und bewies mir das auch gleich.

    Nach dem Frühstück spülten wir unser Geschirr noch zusammen ab, danach hieß es dann schon fast Abschied nehmen. Keela wollte zum Rockaway Beach und ich musste leider zurück nach Sacramento. Zum Abschied nahm ich Keela nochmal fest in den Arm und gab ihr einen langen Kuss. Danach zeigte sie ein freches Grinsen und sagte: „Noch einen bitte.“ Auch den bekam sie natürlich. Dann half es alles nichts, ich musste wieder los und Keela wollte wieder aufs Board. Ich stieg in den Ford uns startete den V8. Dann fuhr ich langsam über das Gelände des Campingplatzes zur Ausfahrt. Im Spiegel sah ich dann noch wie Keela hinter mir herschaute und winkte.

    Über die CA-1 ging es zurück nach San Francisco und dann durch die Stadt zur I-80. Über diese und somit über die Bay Bridge verließ ich dann wieder die Stadt und blieb dann bis West Sacramento auf der I-80. Zuhause angekommen packte ich dann meine Sachen. Um viertel nach Zwei war ich dann in der Halle. Ich stellte zuerst das E-Log auf PTI, dann räumte ich meine Sachen ein. Anschließend folgte dann wirklich die Abfahrtskontrolle der Zugmaschine. Um halb Drei schaute ich dann im ORBCOMM nach, wie es denn für mich weitergehen sollte:

    PICKUP: EST-CASAC
    GATE: 02
    TRAILER: CT53961
    FREIGHT: FIREWORKS
    WEIGHT: 13,500 LB
    DROP: COW-ONSUD
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: ADR 1.4

    WAT-CASAC-CSA.

    Ich war erstmal überrascht. Das lag aber daran, dass ich von hier aus nicht mit Kanada gerechnet hatte. Aufträge nach Kanada hatte ich bisher immer aus Minneapolis bekommen. Aber noch nicht von zu Hause aus. Der Tarif war, aufgrund des erforderlichen Endorsements, trotz Standard Priorität gut. Ich bestätigte den Auftrag und machte mich auf den Weg zum Außenlager, wo der Trailer an Tor zwei auf mich wartete. Als ich dort ankam, waren die Papiere, einschließlich der erforderlichen Zolldokumente fertig. So konnte ich aufsatteln und die PTI erledigen. Der Trailer wurde dann noch vom Mitarbeiter aus dem Bürocontainer verplombt, dann konnte ich mich auf den Weg machen, der am Anfang auf jeden Fall sehr bekannt war. Ging es doch erstmal in Richtung Minneapolis.

    Ich fuhr heute direkt zur I-80, wo ich dann in Richtung Osten auffuhr. Dann merkte ich den Vorteil der leichten Ladung. Auch wenn die Curtain Trailer nicht so aerodynamisch, wie die Box Vans waren, hatte ich heute ein leichtes Spiel. Anstatt der sonst meist transportierten 40,000 Pfund hatte ich heute ja nur knapp ein Drittel des Gewichts. Entsprechend gut kam ich auch die Berge der Sierra Nevada hinauf. Ich brauchte heute noch nicht einmal den Warnblinker einschalten. Ich wunderte mich dann schon eher, dass auch an diesem Sonntag Tagesbaustellen eingerichtet waren. Die Reparaturen mussten also mehr als nur dringend gewesen sein.

    Ich erreichte Nevada und passierte Reno. Der Verkehr hielt sich aber sogar hier in der Stadt in Grenzen. So war ich auch schnell wieder aus Reno raus. Die Waage, die dann folgte, hatte entweder geschlossen, oder man wollte mein Gewicht nicht. Der Transponder blieb auf jeden Fall auf Grün. Ich fuhr dann in den Abend hinein und entschloss mich, für die kurze Pause wieder mal in Battle Mountain rauszufahren. Dort stellte ich den Truck gegen viertel nach Neun ab.

    Ich ging in das Lokal, wo ich hier immer zum Essen hinging. Dabei telefonierte ich eine Zeitlang mit Keela, die gerade wieder den Sonnenuntergang vor Pacifica beobachten konnte. Gegen zehn Uhr machte ich mich dann wieder auf den Weg.
    Es ging zurück auf die I-80 in Richtung Osten. Nun passierte ich noch Elko und Wells. Schließlich erreichte ich noch Utah. Damit hatte ich dann auch wieder die nächste Zeitzone erreicht. So war es dann nicht zwei Uhr, sondern bereits drei Uhr, als ich an der Grassy Mountain Rest Area Feierabend machte. Inzwischen war ich todmüde, also legte ich mich dann auch sofort in meinem Sleeper in mein gemütliches Bett.

    Montag, den 23. Juli 2018, 11:30 am, Mountain Daylight Time, Grassy Mountain Rest Area, I-80 Eastbound, UT:

    Gegen halb Zwölf am späten Vormittag stand ich wieder auf. Da es in der Nacht recht angenehm von den Temperaturen gewesen war, hatte ich nicht daran gedacht, die Standklimaanlage anzuschalten. Nun hatte die Sommerhitze die Kabine und den Sleeper richtig aufgeheizt. Ich schmorte quasi im eigenen Saft. Das erinnerte mich an meine Anfangszeit vor einem Jahr, als ich versuchte, die ersten Nächte im Sleeper des alten Mack zu verbringen. Ich stand auf und ging für den Toilettengang in den Sanitärbereich der Rest Area. Die Körperpflege kam aber aus dem Wasserkanister. Ich hatte noch etwas Zeit, bis ich wieder fahren konnte. Da ich aber nicht daran glaubte, dass die Standklima die Temperatur im Truck auf ein erträgliches Maß runterkühlen konnte, startete ich den Motor und nahm die normale Klimaanlage.
    Ich setzte mir einen Kaffee auf und versuchte dann, ob ich Keela erreichte. Sie war dann auch tatsächlich wieder in Sacramento eingetroffen. Sie erzählte noch von ihrem Sonntag und von der Fahrt am heutigen Morgen nach Hause. Schließlich wollte sie sich aber noch vor der Arbeit duschen und fertigmachen. Da es hier inzwischen ein Uhr war, konnte ich auch wieder weitermachen. Nach Beendigung der PTI fuhr ich gegen viertel nach Eins wieder los.

    Salt Lake City passierte ich dann zur Mittagszeit, was dann auch ohne Probleme ging. Kurz darauf erledigte ich am Truckstop in Park City den obligatorischen Tankstopp. Für eine Pause war es definitiv noch zu früh, also fuhr ich nach dem Tanken sofort weiter.
    Den Nachmittag verbrachte ich dann auf der I-80 in den Hügeln von Wyoming. Die Fahrt verlief ohne irgendwelche Besonderheiten. Es war dann bereits abends um Acht, als ich auf dem Petro Truckstop in Laramie, WY für meine kurze Pause anhielt. Der Truckstop war schon gut gefüllt, trotzdem fand ich noch eine Lücke für meinen Truck.
    Ich war gerade ausgestiegen, als ich von hinten eine Stimme hörte: „Nette Maschine.“ Ich drehte mich um und sah in das Gesicht eines Mittdreißigers. Er trug Jeans und T-Shirt, Turnschuhe und ein Basecap der New York Yankees. Zwischen seinem Dreitagebart zeigte er ein freundliches Grinsen. „Hi, ich bin Al.“ „Marc.“ Sagte ich. „Da Walmart keine Klassiker hat vermute ich, dass du Owner Operator bist.“ „Stimmt. Du etwa auch?“ „Ja, aber nicht für Walmart. Ich fahre hier in Wyoming für eine landwirtschaftliche Vereinigung. Mal mit einem Reefer, aber meistens Flatbed.“ „Aha.“ „Wir haben hier heute einen Stammtisch der Owner Operator hier aus der Gegend. Vielleicht willst du ja mitkommen.“ „Ich weiß nicht…“ sagte ich zögerlich. „Eigentlich wollte ich nur was essen und dann weiter. Ich kann noch viereinhalb Stunden fahren.“ „Stell dich nicht so an. Vielleicht gibt es ja auch ein paar Infos für dich, die dich interessieren könnten.“ Ich hatte zwar eigentlich nicht viel Lust, aber ich wollte auch nicht lange bequatscht werden. „Na gut, wenn ich dabei was essen kann.“ „Machen wir alle.“ „Okay.“ Wir gingen in den Truckstop und gingen dort direkt auf einen großen Runden Tisch zu, der wohl der Stammtisch war. „Hallo.“ Rief Al in die Runde und wurde von den Anderen begrüßt. Dann stellte er mich vor: „Das ist Marc aus Kalifornien. Er fährt als Sub für Walmart.“ Die Anderen stellten sich auch nach und nach vor. Dabei stellte ich fest, dass ich mit Abstand der jüngste am Tisch war. Die meisten waren zwischen 40 und 60.
    Außerdem fiel ich in der Runde in meiner Arbeitskleidung regelrecht auf. Ich hatte meine Arbeitskleidung inzwischen an die Fahreruniformen der angestellten Walmart Fahrer angepasst und trug meist dunkelblaue Arbeitshose und weiße oder Hellblaue Hemden, die ich, wie die Walmart Fahrer mit Aufnähern versehen hatte. Wie die eigenen Fahrer aus Sacramento hatte ich da die Sticker am Ärmel, die mich als Fahrer aus Sacramento kennzeichneten. Außerdem hatte ich M.M. Trucking Schriftzüge auf den Kragen Sticken lassen und Meinen Namen auf der Brusttasche. Gegen die anderen Owner Operator wirkte ich wie ein Chauffeur oder Cop. Sie trugen meistens mehr oder weniger dreckige Jeans und karierte Hemden. Dazu Cowboystiefel und ältere Basecaps. Einige hatten sogar Cowboyhüte mit.
    „Du hast dich den Walmart Fahrern aber ganz schön angepasst.“ War dann auch entsprechend ein Kommentar der Anderen. „Vom Truck aber nicht.“ Sagte Al, der mich wohl verteidigen wollte. „Marc ist mit einem W900 hier.“ „Hoffentlich nicht mit Automatik.“ Sagte einer und die Runde begann zu lachen. „Nix Automatik. Ich kann auch noch Fuller fahren.“ Sagte ich. „Ist selten bei den Fahrern in deinem Alter.“ Sagte ein anderer. „Kann sein. Ich habe aber mit einem alten Mack angefangen. Da musste ich das können.“
    Langsam hatte sich die Neugier der Anderen wohl gelegt und ich war nicht mehr im Mittelpunkt. Das war mir wesentlich angenehmer. An den Gesprächen beteiligte ich mich dann am Abend recht wenig. Viele neue Infos gab es dann aber auch nicht für mich. Das meiste was gesprochen wurde, war genau das, was ich befürchtet hatte. Es wurde in erster Linie gejammert und behauptet, dass früher alles besser war. Heute waren die Spritpreise zu hoch, was ich beim Anstieg im letzten halben Jahr durchaus nachvollziehen konnte, außerdem wurde alles Mögliche schlecht gemacht. Die Firmen täten nichts für die Fahrer, die Frachtraten waren zu gering, das E-Log war schlecht und die Kontrollen der DOT waren Schikane. Außerdem könnten die jungen Fahrer alle nichts und würden alles kaputtfahren. Manche Sachen konnte ich zum Teil noch nachvollziehen, vieles fand ich aber übertrieben. Ich kam mir wie ein Fremdkörper zwischen den ewig gestrigen Dinosauriern vor. Ich hatte ja ab und zu schon mal überlegt, der Vereinigung der Owner Operator beizutreten, als ich diese hier aber reden hörte, verwarf ich das gleich wieder. Das war absolut nicht meine Welt. Inzwischen schämte ich mich bald ein wenig, dass ich mit meinem Klassiker auch ein wenig so wirkte, als sei ich auch der Meinung, dass früher alles besser war.

    Als ich gegen viertel vor Zehn wieder in meinem Truck saß und weiterfuhr, sah ich manche Sachen mit anderen Augen. So wie diese Kollegen wollte ich auf keinem Fall werden. Ich liebte meinen Job und ich mochte auch meinen W900, trotzdem wollte ich eine modernere Form des Owner Operator werden. Ich fand es dann auch komisch, dass die meisten von ihnen Flatbed fuhren. Das lag aber vielleicht mehr an der Gegend hier in Wyoming.
    Ich erreichte wenig später Cheyenne und fuhr an der Stadt vorbei. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis ich Nebraska erreichte. Gegen viertel nach Zwei machte ich dann am Flying J Travel Stop in Big Springs, NE Feierabend. Da ich inzwischen doch sehr müde war und keine Lust mehr hatte noch in den Truckstop zu gehen, legte ich mich dann bald hin.

    Dienstag, den 24. Juli 2018, 11:00 am, Central Daylight Time, Big Springs, NE:

    Um elf Uhr am Vormittag stand ich wieder auf und machte mich fertig. Heute konnte ich dann auch mal wieder zum Duschen in einen Truckstop gehen. Auch den ersten Kaffee gab es, wie üblich, hier. Zurück im Truck setzte ich den Kaffee für den weiteren Tag auf, dann rief ich Keela an, die ich mitten beim Hausputz erwischte. Sie war aber dankbar für die Unterbrechung, also telefonierten wir erstmal.
    Dabei berichtete ich ihr von dem Stammtisch am vergangen Abend. „Wahnsinn, das sind ja voll die Klischees.“ Amüsierte sich Keela über die Beschreibung, die ich ihr von den Kollegen und den Themen am Stammtisch gab. „Ich dachte gar nicht, dass es sowas noch gibt.“ „In Wyoming offensichtlich doch.“ Lachte ich. „Die sind ja noch schlimmer, als die Rednecks in Iowa und Nebraska.“ Lachte Keela. „Ich hab mich hinterher fast geschämt, in meinen W900 zu steigen. Da wird man ja bald für so einen gehalten.“ „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass deren Trucks so gepflegt, wie deiner sind.“ „Okay. 1:0 für dich.“ „Ich finde den Truck immer noch cool. Ich mag aber auch das Retro Design. Ist ja ähnlich, wie bei unseren Bikes.“ „Okay. Ich habe noch nie einen Truck mit einer Harley verglichen.“ „Ich weiß, der Vergleich hinkt ein wenig.“ Lachte sie. „Trotzdem muss der nächste Truck ein moderner werden. Du kennst die Bedingungen von deinem Arbeitgeber.“ „Stimmt schon.“ „Gibt es sonst noch was Neues?“ „Nur eine Frage. Soll ich dich bei meiner Family anmelden? Du kommst doch an Saint Paul vorbei.“ „Nicht wirklich. Ich kann ja nicht jedes Mal, wenn ich da bin, deine Family um Diesel anschnorren.“ „Also nicht?“ „Ich werde gar nicht in die Twin Cities reinfahren. Ich werde den Ring drumherum nehmen.“ „Okay. Dann lassen wir das. Tank aber trotzdem, bevor du nach Kanada kommst.“ „Natürlich. Ich habe auch keine Dollars zu verschenken.“ „Dann lass mich hier mal weitermachen, sonst haben wir ein halb geputztes Bad.“ „Okay, Süße. Ich liebe dich und schicke dir viele Küsse durch die Leitung.“ „Angekommen. Küsse zurück.“ Wir legten auf und ich begann kurz darauf mit der PTI. Um halb Eins sah ich zu, dass ich weiterkam.

    Es ging wieder in Richtung Osten auf die I-80. So ging es jetzt durch den Mittag und die Weiten von Nebraska. Inzwischen hatte ich auf dieser Route schon Stamm Truckstops, die ich wohl immer anfuhr. So machte ich auch heute wieder meine kurze Pause bei Shoemaker’s in Lincoln, NE. Dort blieb ich heute aber auch nur auf einen Snack. So fuhr ich genau nach der vorgeschriebenen halben Stunde wieder weiter. Am Nachmittag passierte ich dann Omaha. Das lief aber trotz der Uhrzeit gut und ich war, ehe ich mich versah in Iowa.
    Den Spätnachmittag und den anbrechenden Abend legte ich nun weiter auf der I-80 zurück. Am Abend erreichte ich dann Des Moines, wo ich, wie gewohnt auf die I-35 in Richtung Norden wechselte.

    Morgen musste ich aufpassen, dass ich nicht automatisch nach Minneapolis fuhr. Heute Abend verließ ich aber bei anbrechender Dunkelheit Des Moines und fuhr nun genau auf Keelas Heimatstadt zu. Gegen zehn Uhr am Abend fuhr ich dann in Clear Lake, IA auf den dortigen Pilot Truckstop. Ich hatte zwar noch etwas Fahrzeit, auf meiner Strecke kam jetzt aber nichts mehr, wo ich hätte stehen bleiben wollen. Bis nach Saint Paul reichte meine Fahrzeit aber nicht mehr. Da konnte man besser etwas früher stehenbleiben und die Fahrzeit an einem anderen Tag noch nutzen. Da Keela noch im Büro war, ging ich erstmal zum Duschen und Abendessen in den Truckstop. Als ich dann zurück war, hatte Keela auch Feierabend. Wir telefonierten noch eine halbe Stunde, dann legten wir beide uns schlafen.

    Mittwoch, den 25. Juli 2018, 7:30 am, Central Daylight Time, Clear Lake, IA:

    Gegen halb Acht am nächsten Morgen klingelte der Wecker wieder und ich musste wieder aufstehen. Heute stand für mich mal wieder ein wenig Neuland an. Es gab wieder neue Strecken zu entdecken. Zu Beginn des Tages ging es aber erstmal in den bereits bekannten Truckstop, wo ich duschen konnte und mich dann der erste Kaffee des Tages erwartete. Zurück im Truck wurde dann der Kaffee für den Rest des Tages gekocht. Anschließend folgte die tägliche PTI. Gegen viertel vor Neun ging es dann weiter.

    Zuerst ging es aber noch auf die Heimatstadt meiner Süßen zu. Noch an diesem Vormittag erreichte ich Saint Paul, was ich dieses Mal aber nur über die I-35 East und die I-494 passierte. Im Osten von Saint Paul ging es dann auf die I-94. Kurz darauf hatte ich Minnesota bereits wieder verlassen und befand mich in Wisconsin. Nun folgte ich bis nach Eau Claire der I-94. Hier wechselte ich kurzzeitig auf die US-53 in Richtung Norden. Kurz darauf wechselte ich bei Lake Hallie auf die WI-29 die in Richtung Green Bay führte.
    Den restlichen Vormittag und den Mittag ging es nun östlich über diesen Highway auf die „Grüne Bucht“ zu. Da es die letzte Großstadt vor Kanada auf meiner Route war, hielt ich hier noch mal zum Tanken. In Richtung Grenze würde der Diesel dann eher teurer, als günstiger werden.
    Nachdem ich getankt hatte, machte ich mich auf den Weg zur US-Route 41. Auf dem Weg dahin fand ich eine Parkmöglichkeit in der Nähe des Sees. Hier hielt ich dann für meine kurze Pause an. Ich ging ein wenig spazieren und gönnte mir einen Hot Dog mit Blick auf die Bucht. Anschließend gab es dann auch noch ein Eis.

    Gegen viertel vor Vier machte ich mich dann wieder auf den Weg. Über die US-41 ging es nun quasi nördlich an der Green Bay und später am Lake Michigan vorbei. Das Ganze mal näher am Ufer, mal auch weiter weg.
    Zwischen Marinette und Menominee überquerte ich den Menominee River und kam so nach Michigan. In diesem Teil des Staates galt aber noch Central Daylight Time, so dass sich in dieser Hinsicht noch nichts für mich änderte. Nun ging die Straßenführung wieder vom See weg, geradewegs in Richtung Norden. Im Dörfchen Powers, MI traf die US-41 dann auf die US-2, der ich dann weiter folgte.
    Nun lief mir mal wieder die Zeit weg. Ich hatte vermutet, dass ich noch die Grenze zu Kanada erreichen würde. Dem war aber nicht so. dafür waren die Straßen hier zu klein, so dass ich nicht so schnell vorankam, wie ich gehofft hatte. Im weiteren Verlauf wechselte dann doch noch die Zeitzone und ich kam in die Eastern Daylight Time. So war es auf einmal noch eine Stunde später.
    Die Route führte nun in Richtung Osten und ich kam an das Nordufer des Lake Michigan. In einem kleinen Dörfchen namens Gulliver machte ich dann an einer kleinen Tankstelle Feierabend. Als ich hier den Spritpreis sah, war ich froh, dass ich bereits in Green Bay getankt hatte. Hier war es dann bereits viertel vor Zehn, zu Hause erst viertel vor Sieben, als ich den Motor abstellte. Keela war also noch am Arbeiten. Daher beschloss ich, heute nicht mehr mit ihr zu telefonieren. Ich legte mich dann auch kurz darauf in mein Bett und schlief fast augenblicklich ein.

    Donnerstag, den 26. Juli 2018, 7:00 am, Eastern Daylight Time, Gulliver, MI:

    Um sieben Uhr am Morgen klingelte mein Wecker wieder. Ich hatte sehr gut geschlafen und war daher schnell munter. Ich stand auf und zog mich an. Als Nächstes setzte ich den Kaffee auf. Während der durchlief ging ich zu der kleinen Tankstelle, wo ich wenigstens die Toilette benutzen durfte. Ein separater Waschraum war aber nicht vorhanden. So ging ich zurück zu Truck und wusch mich aus dem Kanister. Gegen viertel vor Acht war meine Pause um und ich konnte mit der PTI beginnen. Pünktlich um acht Uhr fuhr ich dann wieder los.

    Über die US-2 und die I-75 fuhr ich nach Sault Ste. Marie. Der Ort lag auf beiden Seiten der Grenze, in den Staaten in Michigan und in Kanada in Ontario. Beide Teile waren durch einen Fluss getrennt und über eine Brücke verbunden. Auf der Seite von Michigan ging die Abfertigung dann auch reibungslos, zumal an dieser Grenze auch nicht so viel los war. Der Beamte sah die Papiere durch und war zufrieden. Ich bekam meine Stempel und konnte aus der USA ausreisen. Die Einreise nach Kanada gestaltete sich heute Morgen aber schwieriger.
    Ich geriet an einen kanadischen Zollbeamten, dem die Beschilderung meines Trailers wohl gar nicht schmeckte. Er zog sich jedenfalls an der Ladung Gefahrgut regelrecht hoch. Ich musste auf den Zollhof fahren und wurde dann regelrecht auseinandergenommen. Der Beamte wollte alles sehen. Sämtliche Genehmigungen und Bescheinigungen. Meine Fahrerlaubnis, meine Endorsements, vor allem das für den Transport von Gefahrgütern. Dann kontrollierte er meine Gefahrgutausrüstung. Schließlich las er auch noch das E-Log aus. Die leichte Überschreitung vom vergangenem Samstag fiel ihm aber gar nicht auf, da er wohl nach kanadischen Richtlinien prüfte, bei denen ich mehr Zeit gehabt hätte. Dann wollte er die Ladung sehen. Als er aber sah, dass der Trailer verplombt war, verzichtete er dann doch noch darauf. Schließlich stand ich eineinhalb Stunden auf dem Zollhof, bevor ich wieder fahren konnte.

    Nun ging es auf kanadischer Seite durch Sault Ste. Marie. Schließlich kam ich auf den Trans-Canada-Highway Nummer 17, über den es nach Sudbury gehen sollte. Als ich die Stadt hinter mir gelassen hatte, wurde der Highway wieder zweispurig. Es war also nicht viel mit schnell fahren. Das Tempolimit lag bei 100 Km/h, also etwa 62 mph. An den meisten Stellen konnte ich das aber gar nicht fahren. Der Verkehr war eigentlich nicht dicht, aber immer noch dicht genug, dass ich mit einem Sattelzug keine Chance hatte, jemanden zu überholen. So zog sich die Fahrt wie Kaugummi.
    Etwa dreieinhalb Stunden, nachdem ich an der Grenze wieder losgefahren war, erreichte ich dann endlich Sudbury. Kaum war ich in die Stadt eingefahren, meldete sich mein ORBCOMM: „Anschlussfracht wird angefordert.“ Als ich die Einfahrt vom Costco Lager erreicht hatte, meldete das System: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Ich blieb vor dem Tor stehen und schaute zuerst im Tablet, was ich denn bekommen sollte:

    PICKUP: COW-ONSUD
    GATE: -----
    TRAILER: DV53COW
    FREIGHT: NON FOOD GOODS
    WEIGHT: 42,500 LB
    DROP: CST-ALHUN
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: TRAILER IS PROVIDED BY COSTCO WHOLESALE.

    WAT-CASAC-DSN.

    Meinen Anschluss gab es also direkt vor Ort. Ich atmete auf, dass ich Non Food Ware bekam. Das würde an der Grenze wohl am einfachsten gehen. Dafür war der Trailer wieder gut ausgeladen. Den Ziel Code kannte ich noch von vorletzter Woche. Er erinnerte mich an einen Umweg mit einem Milchtank und an Donald Duck.
    Ich nahm meine Papiere und mein Tablet und ging ins Büro, um mich anzumelden. Im Gegensatz zur Grenze war der Papierkrieg hier die reinste Erholung. Ich bekam meine Unterschriften und konnte im Gegenzug auch sofort die Papiere für meine Ladung nach Huntsville, Alabama unterschreiben. Anschließend konnte ich auf den Hof fahren und die Trailer tauschen. Nach der PTI des kanadischen Trailers ging es dann gegen drei Uhr am Nachmittag wieder weiter.

    Der Rückweg in die USA war laut meinem Navi dann ein anderer, als mein Hinweg. Über den Trans-Canada-Highway Nummer 69 ging es jetzt am Ostufer der Georgian Bay, einem Teil des Lake Huron weiter Richtung Süden. Ab Parry Sound ging es dann über die ON-400 in Richtung Barrie, ON weiter südwärts.

    Als ich schließlich Barrie erreichte, bekam ich zwei Probleme. Nach dem langen Stopp an der Grenze hatte ich nur noch in Sudbury zum Umsatteln gehalten. In Kanada kein Problem, in den USA fehlte mir aber die kurze Pause. Außerdem näherte ich mich nun dem Großraum Toronto, von dem ich gehört hatte, dass es dort verhältnismäßig wenig Parkplätze für Trucks gab. Aus diesem Grund entschied ich mich dafür, heute früher Feierabend zu machen.
    Bei Innisfil, ON gab es dann etwas, was in Europa normal war, in Nordamerika aber eher eine Seltenheit war. Eine Autobahnraststätte. Die ONroute genannte Rest Area mit Tankstelle und Restaurant lag direkt an der Autobahn und nicht, wie ein Truckstop an einer Ausfahrt. Im Vergleich zu einem Truckstop gab es zwar nur wenig Plätze für Trucks, ich bekam aber um sieben Uhr am Abend noch einen.

    Nachdem ich Feierabend gemacht hatte, schaute ich mir meine Route nach Alabama noch weiter an. Mit einem leichten Schrecken stellte ich fest, dass sie durch Kentucky führte. Ich hatte aber keine KYU Nummer. Eigentlich wollte ich Keela heute nicht anrufen, weil die Roaming gebühren nicht außer Acht zu lassen waren. In diesem Fall wählte ich aber ihre Büronummer. „Hallo Schatz. Ist der Anruf beruflich oder privat?“ meldete sie sich. „Hallo Süße. Der Anruf ist schon beruflich, aber irgendwie betrifft es nur M.M. Trucking.“ „Verstehe ich nicht.“ Sagte Keela. „Ich möchte von hier aus nicht unbedingt ins Internet. Wegen der Roaming Gebühren. Ich muss aber morgen durch Kentucky fahren.“ „Du brauchst eine KYU Nummer.“ Stöhnte Keela. „Richtig. Aber nur eine Genehmigung für eine Fahrt. Nicht wie für New Mexico und Oregon.“ „Wobei du Oregon dieses Jahr noch nicht mal gebraucht hast.“ Sagte Keela spitz. „Sag das meinen Dispatchern.“ Konterte ich. „Das kann ich aber nicht hier aus dem Büro machen.“ Sagte Keela. „Dann stell den Antrag aber möglichst noch heute Abend. Ich melde mich dann morgen, wenn ich wieder in den Staaten bin.“ „Was tut man nicht alles für seinen Lebensgefährten.“ Beschwerte sie sich. „Denk daran, du bist auch an der Firma beteiligt.“ „Ja, ich weiß.“ Sagte sie. „Die Belohnungsküsse gibt es, wenn ich wieder zu Hause bin.“ „Na gut. Auf die Aussicht hin, mache ich das. Dann bis morgen. Schlaf gut.“ „Du auch nachher.“ Wir legten auf.
    Ich ging dann noch zum Duschen in das Rasthaus. Nachdem ich die Duschräume wieder verlassen hatte, ging ich zum Abendessen noch in den Burger King, der hier mit drin war. Zurück im Truck machte ich es mir dann im Sleeper gemütlich.

    Freitag, den 27. Juli 2018, 4:00 am, Eastern Daylight Time, Innisfil, ON:

    Gegen vier Uhr klingelte mein Wecker. Ich drückte erst einmal die Schlummertaste, zehn Minuten später stand ich dann auf. Auch hier ging ich erst duschen. Dann besuchte ich den Starbucks in der Raststätte, wo ich den ersten Kaffee des Tages trank. Um fünf Uhr begann ich mit meiner PTI und eine Viertelstunde später fuhr ich wieder los.
    Über die ON-400 fuhr ich auf Toronto zu. Hinter der Stadt ging dann über dem Ontario See die Sonne auf. Dadurch sah die Skyline von Toronto wie ein Scherenschnitt aus. Ich wechselte auf die ON-401, die in Richtung Südwesten weiterführte. Eine Zeit später wechselte ich bei London, ON auf die ON-402 in Richtung US-Grenze. Um viertel vor Neun erreichte ich den Grenzübergang zwischen Sarnia, ON und Lake Huron, MI.
    An diesem Grenzübergang war aber mehr los, als gestern an dem anderen. So musste ich erst etwas warten, bis ich abfertigen konnte. Gegen zehn Uhr konnte ich dann aber in die USA einreisen.

    Über die I-69 und I-94 ging es dann in Richtung Detroit weiter. Im Bereich der Autostadt folgte dann der Wechsel auf die I-75 in Richtung Süden. Bei Toledo ging es dann über die Grenze nach Ohio. Dann klingelte mein Telefon. Keelas Nummer wurde angezeigt. „Hallo Süße, wie sieht’s aus?“ „Hallo Schatz, gut sieht’s aus. Mein Eilantrag auf eine Einzelfahrterlaubnis für Kentucky ist gerade genehmigt worden. Ich leite dir die Mail mit den angehängten Dokumenten gleich weiter. Deinen Drucker hast du ja mit, oder?“ „Natürlich.“ „Dann scheint ja alles zu klappen.“ „Falls mir nicht vorher die Zeit ausgeht.“ „Meinst du, das kann passieren?“ „Das wird knapp.“ „Lieferst du denn noch aus?“ „Natürlich. Zur Not muss ich etwas über die 70 Stunden gehen.“ „Heute können wir aber bestimmt nicht mehr telefonieren.“ „Wahrscheinlich nicht.“ „Dann müssen wir morgen telefonieren.“ „Fährst du nach Pacifica?“ „Selbstverständlich.“ „Dann ruf du mich an. Ich weiß ja nicht, wann du Zeit hast.“ „Okay.“ Wir legten auf.
    Ich war ja die ganze Zeit weitergefahren und fuhr nun via Dayton nach Cincinnati. Dort überquerte ich den Ohio River und kam somit nach Kentucky.

    Ich hatte bisher aber immer noch nicht angehalten, um mir die Unterlagen auszudrucken. Auch jetzt hatte ich da nicht wirklich Lust zu. Daher fuhr ich weiter und hoffte, dass ich heute nicht mehr kontrolliert wurde.
    Natürlich kam es wieder anders, als ich gehofft hatte. Die Crittenden Weigh Station hatte natürlich geöffnet und mein Transponder begann zu piepen. Ich musste also auf die Waage. Vom Gewicht hatte ich, aufgrund meiner recht leeren Tanks überhaupt kein Problem. Trotzdem sagte eine Stimme aus dem Lautsprecher, dass ich mich mit allen Papieren im Office zu melden hatte.
    Ich fuhr auf den Parkbereich und stellte den Motor ab. Dann fuhr ich den Laptop hoch und steckte meinen Internet Stick ein. In der Zeit wo die Verbindung aufgebaut wurde, schloss ich den kleinen Drucker an. Nun musste ich warten, bis die Verbindung da war und dann warten, bis mein Outlook die Mail von Keela hatte.
    Als ich gerade die Belege ausdrucken wollte, klopfte es an der Tür und ein Polizist stand davor. „Wir haben Sie doch aufgefordert, ins Office zu kommen.“ Sagte er etwas unwirsch. „Sorry, ich muss die Weight Distance Genehmigung noch ausdrucken.“ „Haben Sie denn eine?“ „Die hat mir mein Büro heute zugemailt.“ „Dann drucken Sie alles aus und kommen dann umgehend rein.“ „In Ordnung.“ Der Beamte ging wieder. Zwei Minuten später folgte ich ihm mit allen Unterlagen ins Office. Auch mein Tablet nahm ich mit, damit die Beamten mein E-Log auslesen konnten.
    Man bestätigte mir dann auch, dass man mich in erster Linie rausgezogen hatte, weil keine KYU Nummer auf dem Truck stand. Die Umfassende Kontrolle meiner Papiere und des E-Log dauerte dann etwa eine halbe Stunde. Anschließend konnte ich weiterfahren.
    Ich kam mit meiner Fahrzeit dann noch bis zum Pilot Travel Center in Georgetown, nördlich von Lexington. Dort machte ich gegen sechs Uhr Feierabend. Ich ging dann noch zum Duschen und Abendessen in den Truckstop. Als ich dann gegen halb Acht zurück im Truck war, legte ich mich dann sofort schlafen.

    Samstag, den 28. Juli 2018, 3:00 am, Eastern Daylight Time, Georgetown, KY:

    Um drei Uhr am frühen Morgen klingelte mein Wecker wieder. Nachdem ich einmal die Schlummertaste genutzt hatte, stand ich dann auf und ging zum Duschen in den Truckstop. Anschließend gab es, wie immer den ersten Kaffee des Tages im Truckstop. Um vier Uhr war meine Pause um und ich begann mit der PTI. Eine Viertelstunde später fuhr ich los.

    Dabei vergaß ich glatt, dass ich am Morgen noch tanken wollte. Ich fuhr also erstmal los und verschob das Tanken auf später. Bei Lexington, der „Pferde-Hauptstadt der Welt“ wechselte ich auf die I-64 in Richtung Westen. Ich fuhr dann erstmal bis nach Louisville, wo ich dann nochmal zum Tanken anhielt. Nachdem die Tanks dann gefüllt waren, fuhr ich erstmal weiter. Ich wechselte dann wieder die Interstate. Über die I-65 sollte ich ja fast bis zu meinem Ziel kommen. Es ging also wieder in Richtung Süden weiter. Gegen viertel nach Neun hielt ich dann in Franklin, KY auf einem der zahlreich vertretenen Truckstops an, um meine Frühstückspause zu machen.

    Ich hatte dann gerade im Restaurant Platz genommen und blätterte durch die Karte, um mir mein Frühstück auszusuchen, als mein Handy klingelte. Die Nummer des Bereitschaftshandys stand auf dem Display. „Wer stört?“ meldete ich mich knapp. „Hallo Marc, Danny hier.“ „Hi Danny, am frühen Samstag schon auf?“ „Muss ich ja. Ich habe vor einer halben Stunde die Übergabe mit Charlie erledigt.“ „Und dann hast du nichts Besseres zu tun, als mich beim Frühstück zu stören?“ „Sorry Marc, aber bei deinen Daten habe ich Angst, dass du zwei Stunden vor dem Ziel deinen Reset machst.“ „Mein E-Log ist der Meinung, dass ich das hier machen sollte.“ „Das sehe ich auch. Und was machen wir jetzt? Deine Ladung hat immerhin den Status Wichtig.“ „Hab ich dich jemals hängen lassen?“ „Das zwar nicht, aber bei Charlie beschwert hast du dich schon.“ „Das ist aber lange her. Trotzdem, die Tour hast du mir ja verpasst.“ „Weil ich nichts anderes hatte. Eine Tour innerhalb Kanadas konnte ich dir ja schlecht geben.“ „Jetzt krieg mal keine Panik. Dass du in Kanada keine große Auswahl hattest, weiß ich selbst.“ „Was machen wir denn jetzt?“ „Jetzt lass mich mal in Ruhe frühstücken, danach fahre ich auch noch nach Huntsville.“ „Okay, Danke. Als Ausgleich lasse ich dich den Reset bis Montagmorgen ausdehnen. Melde dich gegen sechs Uhr bei deiner Keela.“ „Also sechs Uhr kalifornischer Zeit.“ „Natürlich. Sonst wäre Keela ja noch gar nicht im Dienst.“ „In Ordnung.“ Wir legten auf und ich konnte endlich mein Frühstück bestellen. Kurz vor Zehn machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Eine knappe Stunde später erreichte ich die Grenze nach Tennessee. Etwas später kam ich dann an Nashville, der Music City vorbei. Ich blieb aber auf der I-65, über die es weiter nach Alabama ging. Nach dem Passieren der Grenze kam ich dann am Alabama Welcome Center, mit der von Weitem sichtbaren Rakete vorbei. Um mir diese anzuschauen, hatte ich aber keine Zeit. Die Rakete brachte mich aber auf die Idee, was ich mir am Wochenende in Huntsville auf jeden Fall anschauen sollte.

    Kurz darauf erreichte ich Athens, wo ich mal wieder auf die US-72 in Richtung Huntsville wechselte. Die Strecke kannte ich ja schon von meinem letzten Mal, wo ich in Huntsville war. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis ich in Huntsville ankam.

    Ich fuhr zum Zentrallager, wo ich kurz darauf ankam. Ich stellte den Truck an die Seite und meldete mich beim Lagermeister. Nach der Begrüßung sagte er zu mir: „Du bist schon ziemlich über die Zeit.“ „Stimmt.“ „Dann sattle den Trailer an der Seite ab. Der Shunter Fahrer kann den an die Rampe stellen.“ „Okay, danke.“ Nachdem ich den Trailer abgesattelt hatte, fuhr ich dann zu dem Motel, welches ich mir vorher schon für das Wochenende ausgesucht hatte. Dabei stellte ich das E-Log schon auf „Privatfahrt“.
    Eine Viertelstunde später kam ich dort an. Ich checkte ein und bezog dann mein Zimmer, das zum Glück klimatisiert war. Dann ging ich erstmal duschen.

    Nachdem ich geduscht war und auch frische Klamotten anhatte, machte ich mich zu meinem heutigen Ziel auf den Weg. An diesem Nachmittag besuchte ich das U.S. Veterans Memorial Museum.

    U.S. Veterans Memorial Museum


    Das wäre wahrscheinlich nichts für Keela gewesen, aber mit Sicherheit was für meinen Bruder Steve. Auch ich fand die Ausstellung sehr interessant. Trotzdem sollte ich das am morgigen Sonntag noch toppen.

    Am Abend telefonierte ich von meinem Zimmer aus eine ganze Zeit mit Keela, die natürlich wieder in Pacifica war und dort die Wellen bezwang. Anschließend ging ich noch was essen, bevor ich den Abend vor dem Fernseher ausklingen ließ.

    Sonntag, den 29. Juli 2018, Huntsville, AL:

    Auch an dem Sonntag stand ich dann wieder zeitig auf. Mein heutiges Ziel hatte noch mehr zu bieten, als das gestrige. Da das U.S. Veterans Memorial Museum aber am Sonntag geschlossen hatte, wäre es andersrum gar nicht möglich gewesen.
    Heute kam dann das, wozu mich die Rakete am Alabama Welcome Center zu inspiriert hatte. Ich besuchte nämlich das U.S. Space and Rocket Center.

    U.S. Space & Rocket Center |



    Damit hatte ich dann das Highlight des Wochenendes für mich gefunden. Ich genoss den Tag und machte, wie gestern einige Bilder mit meinem Handy. So verging das Wochenende wie im Flug. Am Montagmorgen ging es dann wieder mit dem Alltag weiter.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

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Kommentare 13

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    alaskabaer01 -

    Klasse geschrieben und tolle Fotos.

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    elwime -

    Wie immer eine schöne Geschichte

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    infinity -

    Wie gewohnt wieder recht lange zum lesen gebraucht. Jetzt juckt es mir schon wieder in den Pfoten selbst weiter zu schreiben (bin ich diese Woche noch nicht zu gekommen - und wird wohl vor Sonntagabend auch erstmal keine Zeit für sein.)

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      Sauerlaender -

      Du weißt ja, das RL geht vor.

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      infinity -

      Auf jeden Fall. Sollte das Projekt was da gerade kocht zum Kaufvertrag kommen wird meine Freizeit noch knapper. Das Schreiben und ETS/ATS würden dann zwar sicher weniger Zeit abbekommen, aber nicht aufgegeben. Da ich dieses Hobby in erster Linie für mich mache und niemand mit nem Knüppel in der Ecke steht wirds schon passen (*sichverunsichertumgucktobdanichtdocheinknüppelrumsteht*)

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    Werner 1960 -

    Klasse geschrieben mit tollen Foto´s.

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    loddi51 -

    Schön geschriebenes Kapitel und klasse Fotos.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Und wir haben uns auf diesem Riesenkontinent nur um einen halben Tag verpasst. Am 23. bin ich nach dem Reset in Salt Lake City gen New Mexico aufgebrochen.