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[KW23/2018, Sonntag bis KW24/2018, Samstag] San Francisco, Beach Boardwalk, Big Sur.

  • [KW23/2018, Sonntag bis KW24/2018, Samstag] San Francisco, Beach Boardwalk, Big Sur.



    Sonntag, 10.06.2018, San Francisco.

    Der Airbus A380 hat pünktlich um 12:55 Uhr Ortszeit aufgesetzt und stoppt soeben an seiner Brückenposition
    am internationalen Terminal. Aus dem Fenster sieht man wie die Kolonne der Flugzeugabfertiger, Caterer und sonstiger Dienstleister sofort nach dem Verstummen der Triebwerke auf das Flugzeug zukommen. Man hört wie die Türen der Frachträume geöffnet werden. Kurz darauf rumpeln die ersten ULD-Container aus dem Flieger heraus.

    Sandra gähnt und steckt mich mit an. Kein Wunder... sind wir doch seit nunmehr über zwanzig Stunden unterwegs. Wir haben zwar einen Teil der Flugzeit verschlafen – aber auch in der BusinessClass ist das nicht so erholsam wie im heimischen Bett – oder eben in unseren LKW.
    Wir verlassen den Flieger und machen uns auf zum Gepäckband um unsere Koffer abzuholen.







    Viel Gepäck haben wir beide nicht. Da die FirstClass und BusinessClass auf unserem Flug kaum belegt waren, diese Koffer aber zuerst übers Gepäckband laufen, konnten wir uns zügig zum Zoll auf machen. Die Abfertigung war kurz und mit ein paar Fragen erledigt.

    Sandra greift nach meiner Hand und wir verlassen das Terminal. Wir gehen zum davor liegendem Taxistand. Ein
    TaxiDispatcher begrüßt uns: „Welcome to San Francisco. Tell me your destination, please.“ „Embarcadero. The Grand Lion.“ Der Dispatch macht eine Eingabe auf seinem Tablet und weist uns eines der gelben Taxis zu. Der Chevrolet Caprice wirkt ziemlich langweilig. Aber was solls – es ist nur Mittel zum Zweck. Der Fahrer verstaut unsere Koffer und wir nehmen auf der Rückbank Platz. Sandra gähnt wieder und kuschelt sich an mich. „Ich bin froh, wenn wir gleich im Hotel sind. Ich brauche dringend eine Dusche.“ „Und eigentlich auch eine Mütze
    Schlaf.“
    „Ja, das auch.“

    Für die etwa fünfzehn Meilen brauch das Taxi etwa eine dreiviertel Stunde. Dann halten wir direkt vor dem Grand Lion. Der Fahrer entlädt unsere Koffer und nimmt von Sandra den Fahrtpreis und ein Trinkgeld entgegen.

    Wir betreten das elegante Hotel und wenden uns an die Rezeption. „Hejda. Sandra Dansör.“ Sie dreht sich und zeigt in meine Richtung. „My husband, Christian.“ „Herzlich willkommen im Grand Lion. Hatten Sie einen angenehmen Flug?“ „An sich schon. Pünktlich und ohne Turbulenzen.“ Nach dem unumgänglichen Papierkram bekommen wir zügig unsere Schlüssel und verschwinden aufs Zimmer und dort unter die Dusche.

    Ich drehe das Wasser ab und wir steigen aus der Dusche. Ich schnappe mir ein Handtuch und reiche ein zweites
    an Sandra weiter. Eigentlich sind wir beide vom Flug her ziemlich müde. Dennoch albern wir umher und es ist nicht daran zu denken schlafen zu gehen – dafür sind wir dann doch wieder zu aufgekratzt. Wir ziehen uns leichte Sommerkleidung an, machen fix einen Kaffee und setzten uns dann auf den Balkon.







    Es ist 19:00 Uhr. Ich werde von einer Reihe Küsse geweckt und blinzele verschlafen. Verflixt eingeschlafen. Sandra lächelt mich an. „Jag är hungrig. Och du?” Die Antwort übernimmt mein Magen indem er hörbar knurrt. Mein Schatz lacht. Dann bekomme ich noch einen Kuss bevor wir uns auf ins Restaurant des Hotels machen.







    Sandra hakt sich bei mir ein und wir machen noch einen kleinen Spaziergang durch die Parkanlagen Ferry Park, Parrot Park und Sue Bierman Park.



    Wir schlendern so vor uns hin und da die Parks vergleichsweise klein sind stehen wir ziemlich schnell im Bereich der Fähranleger.



    Plötzlich bleibt Sandra stehen und dreht sich zu mir. „Schatz?“ „Hier ist einer.“ „Würdest du den Schritt eigentlich noch einmal machen?“ „Welchen Schritt meinst du, Süße?“ „Naja... wie soll ich es sagen....?“ „Am besten ohne zehn Runden durch den Kreisverkehr.“ Sandra lacht. „Du Spinner. Genau das liebe ich an dir. Aaalso... ich meine, würdest du noch mal auswandern und dich selbstständig machen?“ Ihr Lächeln verschwindet wieder und sie sieht aus als wenn ihr tausendundein Gedanken durch den Kopf gehen. „Schwierig zu sagen ohne eine wirklich konkrete Situation vor Augen. För dig om och om igen.” Ich nehme sie in die Arme and gebe ihr einen langen Kuss. ”Wie kommst du darauf?” ”Das letzte Jahr war ziemlich hart. Und du warst ziemlich viel unterwegs. Mal abgesehen von Weihnachten hast du deine Eltern gar nicht gesehen und auch deine Brüder nur wenig. Da komme ich doch schon hin und wieder ins Grübeln, ob es so wie es ist richtig ist.” ”Wenn es das nicht wäre, würde ich es sagen. Das ich meine Familie wenig gesehen habe ist richtig – aber das ist einfach so. Dafür gibt es zum Glück Internet und Telefon. Viel anstrengender ist es für mich, wenn ich über mehrere Wochen unterwegs bin und dir keinen Kuss geben kann.” Meinem Schatz rollt eine Träne über die Wange, die ich ihr wegküsse. ”Ich liebe dich.” ”Ich dich auch. Und genau deswegen freue ich mich auf die kommenden Wochen hier an der Westküste mit dir. Kom, låt oss gå tillbaka till hotellet.”





    Montag, 11.06.2018, San Francisco.
    Die Zeitverschiebung von neun Stunden hat sich durchaus bemerkbar gemacht – aber durch unsere beruflich bedingten unregelmäßigen Zeiten ist der Jetlag mit seinen Symptomen nicht so extrem wie bei Menschen mit einem geregelten Tagesablauf.

    Wir genießen unser Frühstück auf der Terrasse des Grand Lion. "Mrs Dansör? Mr. Dansör?“ „Ja, bitte?“ „In wenigen Minuten wird sie der Bus für die von ihnen gebuchte Sightseeingtour abholen.“ „Danke, wir sind soweit
    bereit.“
    „Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Tour. Getränke und Verpflegung während der Tour bekommen Sie im Bus.“ „Alles klar.“ Wir verabschieden uns von der Servicekraft des Hotels und warten vor dem Foyer auf den Bus.

    Einen Moment später sitzen wir,zusammen mit Rundfahrtteilnehmern aus anderen Hotels, im kleinen bequemen Bus und werden vom Reiseleiter begrüßt, dann biegen wir auf den Broadway ein und er beginnt mit seinen Ausführungen zu dieser Straße. Über die Golden Gate Bridge geht es gen Norden auf den Highway 101. „Guck mal... hier fahren die auch mit Schwedenblech.“ Uns kommt ein auffällig lackierter Volvo entgegen, verschwindet aber recht zügig wieder aus dem Blickfeld.



    „Konntest du sehen zu welcher Firma der gehört? Wenn ich richtig geguckt habe saß da eine Frau am Steuer.“ „Lion... Wie unser Hotel. Mehr hab ich auf die Rasche nicht erkennen können.“







    Der Bus hält am Muir Woods National Monument Visitor Center. Hier finden sich die letzten verbliebenen Baumriesen des Küstenmammutbaums in der Region. Neben einigen Erklärungen durch den Reiseleiter bleibt uns Zeit diesen Ort auf uns wirken zu lassen und Fotos zu machen.







    Wir sind zurück in San Francisco und die Tour führt uns durch Chinatown zum Coit Tower. An diesem vierundsechzig Meter hohem Turm auf dem Telegraph Hill findet dann der nächste Stop statt. Anschließend geht es immer weiter durch die Stadt und ihre Geschichte. Wir kommen an den berühmten Cablecars vorbei, haben aber keine Möglichkeit damit zu fahren.















    Inzwischen ist es früher Abend geworden. Die anderen Tourgäste sind unterwegs an ihren Hotels abgesetzt worden und ich gehe davon aus, dass wir als Letzte ebenfalls am Grand Lion wieder aussteigen werden. Auf der Höhe von Pier 3 stoppt der Bus und der Fahrer wendet sich an uns: „Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.“ Sandra schnappt sich meine Hand und zieht mich aus dem Bus. Wir sind nicht weit weg vom Hotel, nur etwa dreihundert Meter. Auf die Fragezeichen in meinem Gesicht antwortet Sandra zuerst ein mal mit ihrem typischen frechen
    Grinsen, was eben jene Fragezeichen aber nicht wirklich weniger werden lässt. Wieder schnappt sie meine Hand. „Följ mig.” Na da bin ich ja mal gespannt. Wir gehen auf den Pier 3 und steuern auf eine Yacht zu. Wir gehen an Bord. ”Sooo, jetzt kann ich es verraten. Wir werden heute Abend zum Tagesabschluss eine Rundfahrt durch die San Francisco Bay machen. Mit Vier-Gänge-Menü und kalifornischem Wein dazu.”







    Nach einem sehr entspannten Abend, an dem wir die Golden Gate Bridege, Alcatraz, Angel Island und noch viele weitere Sehenswürdigkeiten gesehen haben und schwungvolle rockige Livemusik genießen konnten legt die Yacht
    wieder am Pier an.
    Dieses mal schnappe ich mir Sandras Hand und ich sehe, dass sie den Moment genießt. Umso besser, nachdem sie am gestrigen Abend ja ziemlcih aufgelöst war.
    Wir machen uns auf denkurzen Weg zurück zum Hotel, wo wir uns direkt aufs Zimmer zurückziehen.

    Die Uhr zeigt kurz nach 23:00 Uhr Ortszeit. Mir entfleucht ein Gähnen. Kurz darauf folgt der Gähner bei Sandra, die sich gerade entkleidet. ”Jag tar en dusch. Kommer du?” Was eine Frage...



    ….



    Wir liegen im Bett und mein Schatz schmiegt sich an mich. „Der Tag war toll.“ „Ja, das war er. Die Bootsfahrt heute Abend.. Die Überraschung ist dir voll gelungen. Und was kommt morgen?“ „Låt oss se. Wir erkunden die umliegenden Straßen auf eigene Faust an Und eine Fahrt mit dem Cablecar muss unbedingt sein.“



    Dienstag, 12.06.2018, San Francisco.
    Die Uhr zeigt 10:00 Uhr und wir haben ein ausgiebiges Frühstück auf der Hotelterrasse hinter uns. Ich nehme Sandra in den Arm und gebe ihr einen Kuss. Ihr freches Grinsen huscht ihr übers Gesicht und sie sieht wesentlich entspannter aus als am Sonntagabend. „En mer, tack.“ Sie bekommt einen weiteren Kuss, dann machen wir uns Hand in Hand auf in den neuen Sightseeing-Tag.

    Wir gehen durch den Ferrypark und die Drumm Street bis wir die Kreuzung California Street/Market Street
    erreichen. Kurz darauf sitzen wir im Cable Car der Linie 61 und fahren die California Street entlang.

    Die San Francisco Cable Cars sind eines der wenigen National Historic Landmarks in den USA. Im September 1873 wurde die erste Linie in Betrieb genommen. Die Linie mit der wir gerade fahren kam dann im Jahr 1878 hinzu. Das Erdbeben im April 1906 zerstörte seinerzeit praktisch alle Linien und beim Wiederaufbau wurde dann auf Straßenbahnlinien umgestellt. Nur auf den steilsten Strecken des Netzes blieb es bei den Cable Cars.

    Wir fahren durch den Financial District. Der Blick durch die belebte Schlucht zwischen den Hochhäusern ist aus dem Cable Car heraus noch einmal ein ganz anderer als gestern vom Bus aus. „Wenn ich mir das hier anschaue
    kommt mir Uppsala vergleichsweise klein vor.“
    Ich nicke zustimmend. Die Häuser werden kleiner, die Straße vor und seitlich von uns dafür immer steiler.



    Auf der Gegenfahrbahn kommt ein Cable Car entgegen. Es geht vorbei an der Grace Cathedral. Am Straßenrand
    stehen Lieferwagen die die kleinen Geschäfte beschicken und Transporter von Paketdiensten. Der Streckenabschnitt wird wieder flacher, dann erreichen wir die Endhaltestelle an der Van Ness Ave. Wir steigen aus und spazieren nordwärts bis wir am Wasser ankommen.







    Den Nachmittag hatten wir mit ein wenig wandeln durchs Maritime Museum und Madame Tussauds, sowie ein wenig bummeln durch die Shoppingmeile herumbekommen. Am Pier39 haben wir dann zuerst bei Dreyer's gemütlich ein Eis gegessen bevor wir noch einen Blick in den RockShop vom Hardrock Cafe warfen.



    Inzwischen sind die Einkäufe im Hotel gelandet und wir schlendern wieder Hand in Hand durch den sonnigen Abend. Es ist 19:30 Uhr. Wir betreten das Wipeout am Pier39 um zu Abend zu essen. Anschließend wechseln wir zu Wines of California – ebenfalls am Pier39 – und lassen den Abend gemütlich mit Käseplatte und einem Flug durch die kalifornischen Rotweine ausklingen.



    Mittwoch, 13.06.2018, San Francisco.
    Es ist 08:00 Uhr. Wir sitzen noch auf der Hotelterasse. Sandra gießt mir noch einen Kaffee ein. Dann grinst sie mich an. „Wenn wir mit Frühstück fertig sind fährt uns ein Shuttle vom Hotel rüber zum Wohnmobilvermieter.“ „Wo wollen wir zuerst hin?“ „Ich hatte so an San José gedacht und dann später weiter Richtung Santa Cruz.







    Der Papierkram vor Ort beim Vermieter in der Mason Street ist erledigt. Mir wurde der Beifahrersitz
    zugeteilt.
    Sandra biegt nach links auf die Eddy Street. Ein paar Straßen geht es auf den Dwight D. Eisenhower Highway – die
    Interstate 80, die zur CA-101 wird. Richtung Süden vorbei an Silver Terrace, Little Hollywood und Flughafen lassen wir San Francisco hinter uns.




    Es ist Mittagszeit als wir uns San José nähern. „Was meinst du, wollen wir einen Stop einlegen oder weiter fahren?“ „Eigentlich würde ich sagen, lass uns weiter fahren. Stadtgewusel haben wir in den letzten Tagen genug gehabt. Ich wäre dafür ein bisschen Weite zu finden.“ „Jag trodde också samma sak.” ”Nå då. Låt oss fortsätta. Riktning söderut.”
    Sandra steuert den Sprinter auf die Ca-17. Die Straße schlängelt sich gemächlich südwärts und steigt an. Den Patchen Pass passieren wir auf etwa fünfhundertfünfzig Meter Höhe. Kurz darauf setzt Sandra denBlinker und fährt auf einen Parkplatz. ”Na Süße, keine Lust mehr zu fahren?” Sie zieht eine leichte Schnute und meint: ”Hunger.”







    Nach dem Mittag im Summit House haben wir die Plätze getauscht und es geht weiter über die CA-17 durch die grünen Berge. Wir erreichen Santa Cruz. ”Hej Christian, schau mal... Santa Cruz Beach Boardwalk. Von dem
    Freizeitpark hat mein Vati schon mal erzählt. Ich bin neugierig drauf.”








    Es ist kurz nach 20:00 Uhr. Ein amüsanter Nachmittag im wohl ältesten Vergnügungspark Kaliforniens geht zu Ende und wir verlassen diesen fast als die Letzten. Wir klettern ins Wohnmobil und Sandra füttert einen Moment später das Navi – uns wurde ein Campingplatz in Watsonville für die Nacht empfohlen. Um nicht von fixen Zielen und Zeiten abhängig zu sein haben wir im Vorfeld bewusst nirgends gebucht. Heute einen Platz zu bekommen sollte nicht das Problem sein – denn die kalifornischen Sommerferien beginnen erst morgen.

    Aus der Chestnutstreet kommen fahren wir geradeaus auf den Cabrillo Highway und folgen dem Verlauf der CA-1. An der Ausfahrt 432 halten wir uns in Richtung Seascape. Ein paar Minuten später verlassen wir die San Andreas Road und biegen in die Spring Valley Road. Nach der Anmeldung beim Campingplatz fahren wir zum zugewiesenen Stellplatz. Da wir nur eine Nacht hier bleiben wollen bauen wir nichts weiter auf.
    Im Eingangsbereich war ein Pool und eine BBQ-Ecke zu sehen, wo noch reger Betrieb herrscht. Ich greife Sandras Hand und wir schlendern dort hin.



    Donnerstag, 14.06.2018, Watsonville.

    Es ist 06:00 Uhr und ich werde langsam wach. Sandra dreht sich im Schlaf etwas und schiebt die Bettdecke dabei
    weg. Das stört aber nicht, da es nicht kalt ist. Eigentlich ist meine Blase der Meinung, dass ich mich mal zum WC aufmachen sollte, aber solange mein Schatz bei mir angekuschelt ist bekomme ich mich noch nicht dazu motiviert. Ich genieße lieber den Anblick meiner schlafenden Frau – außerhalb des Urlaubs bleibt dafür selten
    genug Zeit. Kurz vor 07:00 Uhr dreht sich Sandra und blinzelt verschlafen. Dabei huscht ihr ein Lächeln übers Gesicht. ”God morgon min älskling.” ”Hej sötnos.” Sie beugt sich über mich und gibt mir einen Kuss. ”Sov bra?”
    ”Ja, und du?” ”Voll entspannt. Erst Duschen oder erst Frühstück essen?” ”Duschen. Ich vernasch dich.” ”Aha!?” Wir müssen beide lachen; dann machen wir uns auf zum Duschhaus.







    Es ist kurz nach 11:00 Uhr und wir sind wieder auf der CA-1 in Richtung Süden. Wir passieren Moss Landing. ”Halt. Stop!” Ich trete auf die Bremse. Dann gucke ich zu Sandra. ”Was ist los? Alles in Ordnung bei dir?” ”Ja. Nichts schlimmes. Fahr mal bitte ein Stück zurück. Ich hätte jetzt Lust ne Runde aufs Wasser zu gehen.” Ich setze zurück. Den Kajakhandel und – verleih hatte ich tatsächlich übersehen. ”Gute Idee, Süße.” Ich stelle den Sprinter auf dem Parkplatz ab und wir betreten den Laden.



    ”Hi. What can I do for you?”
    ”We'd like to rent a kayak for today. Just want to spend some time on the water in a double.” ”OK. Come on...” Es folgt ein bisschen Papierkram und Smalltalk bei dem wir über unsere Paddelkenntnisse Auskunft geben. Da wir uns sowieso noch neue Neoprenanzüge und Rettungswesten kaufen wollten nehmen wir das jetzt in diesem Zuge gleich mit. Dann bekommen wir ein closed-deck-Kajak. Ein paar Erläuterungen zur Umgebung dann starten wir unsere Paddeltour durch das Elkhorn Slough State Marine Reserve.







    Die Paddeltour hat Spaß gemacht. Das Wetter war bestens und hat uns schöne Ausblicke vom Wasser aus gegeben – unter anderem auf die dort lebenden Seeotter.

    Es ist kurz nach 16:00 Uhr als wir zurück auf den Cabrillo Highway fahren. Wir folgen der Küstenlinie, die ab Carmel als Big Sur bekannt ist. Im vergangenen Jahr gab es in dieser Region einen Erdrutsch, der die CA-1 südlich von Gorda unpassierbar gemacht hat.
    Nach einem kurzen Fotostop an der Bixby Creek Bridge sind wir vorbei am Hurricane Point bis zum Point Sur wo seit 1889 ein Leuchtturm den Seefahrern den Weg weist.
    Wir fahren weiter die Küste entlang. Kurz vor dem Cape San Martin steuere ich das Wohnmobil auf einen Parkplatz am Willow Creek, wo wir auch den Rest des Abends bleiben.





    Freitag, 15.06.2018, Willow Creek Beach.

    Ich bereite leise das Frühstück vor dem Wohnmobil vor und genieße die salzige Luft.

    Sandra guckt leicht verschlafen aus der Tür. „Ach, hier bist du. Ich hab mich schon gewundert.“ Ich stehe aus dem Campingstuhl auf und gehe ein paar Schritte auf meinen Schatz zu. „Grattis på födelsedagen min älskling.” Das Grinsen in ihrem Gesicht vertreibt die Restmüdigkeit. Sie springt mir entgegen und fällt mir um den Hals. Im Gegenzug gebe ich ihr einen langen Kuss. Dann sieht sie die Kerzen auf dem Tisch. ”So will ich meinen Geburtstag
    immer beginnen, mit dir an meiner Seite irgendwo in der Welt.”
    ”Kein Problem – müssen wir nur so planen.” Sie legt mir einen Finger auf die Lippen. ”Horch mal. Ich glaube die Wellen spielen uns eine Melodie.”







    Wir sind mit dem Frühstück fertig und schließen das Wohnmobil ab. Wir machen uns auf die Socken den Willow Creek Trail zu erkunden. Angel Falls und Devil's Slide rufen.

    ...

    Am Abend sind wir wieder zuürck am Wohnmobil. Zum Abendessen gab es Gegrilltes und kalifornischen Rotwein.
    Wir liegen kaum im Bett als Sandra schon eingeschlafen ist. Ich lege den Arm um sie und schlafe ebenfalls ein.



    Samstag, 16.06.18, Willow Creek Beach.
    Nach dem Ausschlafen gönnten wir uns auch heute wieder Frühstück mit Meerblick. Wir räumen unsere Sachen in den Sprinter.
    „Ska du ge mig nyckeln till bilen?” Ich gebe ihr den Schlüssel. Und einen Kuss. ”En mer, tack.” Da ist es wieder... das freche Grinsen was ich so liebe. Den zweiten Kuss bekommt Sandra natürlich. Dann mache ich es mir auf dem Beifahrersitz bequem.
    Auf der CA-1 geht es erst einmal wieder gen Norden. Nach Süden ist der Weg durch die Baustelle nach dem Erdrutsch noch gesperrt. Die Wiedereröffnung wird auf den späten Sommer dieses Jahres geschätzt. Aber dann sind wir schon wieder in Europa unterwegs.

    Blinker rechts. Sandra steuert den Sprinter auf die Nacimento-Fergusson Road, eine sehr kurvenreiche und enge Straße durch die Berge. Schnell kommen wir nicht voran, bekommen dafür aber unendlich viele interessante
    Ausblicke.



    ”Gut, dass wir ein recht kleines Wohnmobil bekommen haben. Mit den großen Schlachtschiffen würden wir hier nur rangieren wie die Weltmeister.” Bei dem Gedanken daran muss ich lachen.
    Das Navi schickt uns auf die San Miguelto Loop Road. Ein wenig später kommen wir durch eine Mobilheimsiedlung wie man sie aus US-Filmen kennt. Wir haben das Radio laufen und AC/DC begleitet uns mit Thunderstruck.
    Der Straßenname im Navi wechselt auf Gabilan Road.






    Das Navi lotst uns über die Van Gordon Creek Road. Und die San Simeon–Monterey Road zurück zum Cabrillo Highway auf den wir wieder in Richtung Norden fahren. Vorbei am Gorgeous Beach. Wir passieren San Simeon und etwas später Elephant Seal Vista Point. Unser Ziel jedoch ist die Piedras Blancas Light Station.







    Wir sind die CA-1 wieder gen Süden zurück gefahren und bei San Louis auf die CA-101 gewechselt. Den Abend haben wir in Santa Maria verbracht. Jetzt sitzen wir noch auf dem Campingplatz vor dem Wohnmobil und lauschen
    den Klängen von Pink Floyd.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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Kommentare 6

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Und eine gute Idee, den Urlaub mal nicht nur als Zeitsprung zu nutzen sondernausführlich zu beschreiben.

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    loddi51 -

    Schönes Kapitel.

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    Werner 1960 -

    Klasse geschrieben. (so schön kann Urlaub sein)

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      infinity -

      Oh ja. Ich hab ja recht viel auf google, googlemaps und wikipedia usw. dazu rumgeforscht - irgendwie hätte ich Lust mir das live anzusehen. Aber bis das mal Realität wird, wird noch dauern. Mal gucken was mich in den kommenden 3 Urlaubswochen beim schreiben noch so überraschen wird...

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Es ist auch mal interessant, die Gegend, wo man sonst mit dem Truck unterwegs ist, aus Touristensicht zu sehen. ;)

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    Iceman684 -

    Schönes Kapitel, auf die Straße im letzten Bild hat mich mein Navi mal geschickt.