TruckSim Map Bilder Show

hier könnte auch dein Bild stehen ...

38. Der Neubau, ORBCOMM 6.0 und ein neuer Ford

  • Montag, den 26. Februar 2018:

    An diesem Montag sollte ich ja wieder anfangen zu arbeiten. Gegen sechs Uhr sollte ich mich in der Dispatch vom Zentrallager bei Charlie melden. So war ich heute der Jenige, der als erstes aufstehen musste. Nach dem Duschen ging ich in die Küche und setzte Kaffee auf. Dann weckte ich Keela, die ja um viertel vor Sechs auch die Übergabe an Charlie erledigen musste. Auch wenn ich für Kirchturmtouren geplant war, packte ich mir ein paar Sachen zusammen, die ich für alle Fälle in den Truck räumen wollte. Schließlich füllte ich meinen Kaffee in die Thermoskanne und verabschiedete mich anschließend von Keela. Mit dem Savana machte ich mich dann auf den Weg zum Zentrallager.

    Ich räumte schnell meine Sachen in den Truck und erledigte die PTI. Als die erledigt war, ging ich ins Büro. Dort lernte ich dann zum ersten Mal unsere Auszubildende kennen. Ich kam ins Büro und sah, dass Charlie nicht an dem Schreibtisch saß, sondern daneben. Am Schreibtisch saß dann eine junge Frau, die voll meinem Beuteschema entsprach. Sehr schlank, lange dunkle Haare, schwarze Augen, strahlend weiße Zähne und trotz der winterlichen Jahreszeit sonnengebräunte Haut.
    „¡Hola chica!“ entfuhr es mir, als ich sie sah. „¡Hola, chico! ¿que tal?“ antwortete sie ebenfalls auf Spanisch. „Está bien. ¿Y tú?“ „Estoy bien, gracias.“ „Genug mit der Spanisch Stunde.“ Mischte sich jetzt Charlie ein. „Maria ist durchaus in der Lage, unsere Sprache zu sprechen. Das ist übrigens Marc Murdock, der Sohn vom Boss.“ „Freut mich.“ Sagte Maria jetzt auch auf Englisch. „Maria Alejandra Rodriguez.“ Stellte sie sich selbst vor. „Unsere Auszubildende.“ Fügte Charlie hinzu. „Marc ist Owner Operator bei uns und außerdem Keelas Freund.“ Sagte er mit einem strengen Blick, der gegen meine Flirtoffensive gerichtet war. „Das hätte ich schon noch gesagt.“ Meinte ich. „Das glaube ich nicht wirklich.“ „Was habt ihr denn mit mir vor?“ wechselte ich das Thema. „Da du ja aktuell nur noch eine kurze Tour pro Tag fahren möchtest, haben wir einmal Redding und zurück für dich geplant.“ Er wandte sich an Maria: „Druck mal die Papiere für Marc aus. Tour 15, Unternehmer 3761.“ „Okay.“ „Habt ihr denn jetzt alles im Griff?“ fragte er mich dann. „Soweit ja. Keelas Bruder kommt heute mit einem kleinen Trupp Leute hier an. Dann wird zuerst der Schutt abtransportiert und die letzten Reste eingerissen. Dann haben wir hoffentlich auch grünes Licht von der Versicherung, dass wir mit dem Ausschachten beginnen können. Viel muss eh nicht ausgeschachtet werden. Unterkellert wird ja nichts. Dabei geht es nur um die Verlegung von Zu- und Abwasserleitungen, sowie Gas und Strom. Dann muss noch der Ölabscheider unter die Erde und das Fundament muss gegossen werden.“ „Verstehe. Gibt es denn Probleme mit der Versicherung?“ „Wohl nur, was die auszuzahlende Summe betrifft.“ „Dann sollte die Freigabe doch bald kommen.“ „Hoffentlich.“
    Meine Papiere hatte Maria inzwischen auch fertig. Sie gab sie mir und ich hatte irgendwie den Eindruck, dass sie mich ein wenig anhimmelte. „Muchas gracias.“ Bedankte ich mich dann wieder. „¡De nada!“ „¡Hasta luego!“ „Sieh zu, dass du Land gewinnst.“ Kam jetzt von Charlie.

    Ich ging dann wieder zu der Zugmaschine zurück und startete sie. Dann fuhr ich zu meinem Dock und nahm den Trailer auf. Anschließend ging es dann nach Redding. Ich hatte dann heute eine reine Umlagerungs-Tour. Es ging von unserem Zentrallager an das in Redding und wieder von dort aus zurück an unser Lager. Damit war ich dann diesen Vormittag beschäftigt. Zwischendurch bekam ich dann eine WhatsApp von Keela: „Pat und seine Leute sind gelandet. Jetzt kann es losgehen.“ Das stellte mich schon mal zufrieden.
    Gegen Mittag kam ich dann wieder am Zentrallager in Sacramento an. Ich brachte die Papiere ins Büro und gab sie einer Maria, die mich wieder verführerisch anlächelte. Das wurde wieder von Charlie bemerkt, der dabei die Augen verdrehte. Er sagte dazu aber nichts. „Du sollst dich bei deinem Dad melden.“ Sagte er stattdessen. „Er will mit dir zusammen zur Baustelle rüber. Da sind wohl ein paar Sachen mit deinem Schwager zu besprechen.“ „Okay. Ich stelle noch schnell den Trailer an die Rampe.“ Ich verließ das Büro wieder und spürte irgendwie die Blicke von Maria in meinem Rücken.
    Vom Truck aus meldete ich mich eben bei meinem Dad, der mir sagte, dass er dann in ein paar Minuten nach draußen kommen würde. Dann stellte ich zuerst den Trailer ans Dock und dann die Maschine auf den Zugmaschinenplatz. Dort fielen mir zwei Vans mit dem ORBCOMM Logo auf der Seite auf. Ich entdeckte dann auch ein paar Techniker, die in einigen Walmart eigenen Zugmaschinen saßen und dort wohl am On Board System arbeiteten. Offensichtlich wurde bei den ersten Fahrzeugen die neue Software aufgespielt. Ich schloss meine Maschine ab und traf mich dann mit Dad am Haupteingang. Dann gingen wir zu meinem Platz rüber.

    Dort rangierte gerade ein Sattelzug mit Container Trailer auf den Hof. Dieser hatte einen Materialcontainer und einen Bürocontainer von Ryan Constructions geladen. Da der Trailer ein Selbstentlader war, konnte der Fahrer dann auf Anweisung von Pat die Container abstellen. Nun entdeckte ich auch noch Keelas Harley und einen, offensichtlich gemieteten 15 Sitzer Van. Schließlich entdeckte ich auch Keela und Pat. Meine Süße begrüßte ich dann mit einer Umarmung und einem Kuss, Pat mit Handschlag. Dann stellte ich meinem Vater noch Keelas Bruder vor. „Ganz der Vater.“ Meinte Dad, nachdem er Pat gemustert hatte. Keela wurde von ihm dann auch umarmt.
    Nach der Begrüßung zeigte uns Pat dann die Pläne, die er von Liam bekommen hatte. „Ich habe auch noch eine 3D Version auf dem Laptop.“ Sagte Pat. „Die zeige ich euch, wenn ich im Container alles soweit angeschlossen habe.“ Man konnte aber auch schon auf der Papierversion einiges gut erkennen. „Ein Problem habe ich aber noch.“ Sagte Pat. „Wir haben jetzt den Van, mit dem ich mobil bin und auch unsere Leute zur Baustelle bekomme. Ich brauche aber auch noch ein Fahrzeug, mit dem ich noch etwas transportieren kann. Wenn ich das mit dem Van mache und da irgendwo drinnen eine Macke dran ist, bekommen wir Ärger, wenn ich den Van wieder abgeben muss. Zu Hause habe ich da meinen GMC für. Kann ich dafür deinen Savana bekommen?“ fragte er Keela. „Nur, wenn du mit deinem Leben schon abgeschlossen hast.“ Sagte Keela. „In meinen Savana kommt kein Baumaterial. Außerdem braucht Marc ja im Moment auch ein Auto.“ „Hast du schon wieder Angst, dass dein Heiligtum eine Schramme abbekommen könnte?“ grinste Pat. „Ich gebe meine Fahrzeuge nicht ab.“ Sagte Keela bestimmt. „Den Savana fährt außer mir auch nur Marc. Und wer an meine Harley geht, spielt eh mit seinem Leben.“ „Dad hat den Savana doch letzte Woche auch noch gefahren.“ Startete Pat einen zweiten Versuch. „Dad hat auch nicht vorgehabt, mit dem Savana Irgendwas zu transportieren. Du hast den Van doch selber mit umgebaut. Du weißt doch wie viel Arbeit da drin steckt. Es ist nun mal kein Transporter mehr, sondern ein Wohnmobil.“ „Wann brauchst du denn das Fahrzeug?“ fragte Dad zur Überraschung aller. „Diese Woche eher nicht. Danach kann es aber schon sein.“ „Vielleicht habe ich eine Lösung für euch. Soll aber eigentlich eine Überraschung für Marc sein.“ „Die da wäre?“ fragte ich. „Das siehst du Ende der Woche.“ Ohne dass ich es wirklich registrierte zwinkerte er Keela zu, die zurück blinzelte.
    Er wechselte dann auch schnell wieder das Thema: „Braucht ihr Marcs Kenworth heute noch?“ „Ich glaube, mit den Transporten fangen wir erst morgen an.“ Sagte Pat. „Kannst du mir dann deine Schlüssel geben?“ wandte er sich an mich. „Was willst du denn mit meiner Zugmaschine?“ fragte ich überrascht. „Keine Sorge. Ich möchte auch kein Baumaterial transportieren.“ Lachte Dad. „Da ich aber vermute, dass es in den nächsten Tagen nicht mehr ganz so gut passt, wäre es gut, wenn die ORBCOMM Leute bei dir heute schon das Upgrade aufspielen können. Du kannst dann zwar erst ab dem 1. März damit arbeiten, die zwei Tage kannst du aber, wie früher per Telefon mit der Dispatch kommunizieren. Sofern nicht sowieso morgens schon alles feststeht.“ „Dann wirklich besser heute, als in den nächsten Tagen.“ Ich gab Dad meine Schlüssel und er verabschiedete sich dann. Wir besprachen dann noch ein paar Sachen mit Pat, dann machten wir uns aber auch auf den Weg.
    Keela musste sich hinlegen, da sie ja diese Woche Nachtschicht hatte und ich hatte für heute noch die Möglichkeit ein, zwei Fahrstunden zu nehmen. Pat wollte sich dann auf der Baustelle noch einrichten und schon mal ein paar kleine Vorarbeiten machen, bevor es dann am nächsten Tag richtig losgehen sollte.

    Dienstag, den 27. Februar 2018:

    Wir hatten es ja eigentlich eher selten, dass Keela Nachtschicht hatte, wenn ich über Nacht zu Hause war. Entsprechend merkwürdig war es für mich. Um halb Fünf war ich dann aber auch wieder aufgestanden und hatte mich in Ruhe fertiggemacht. Eine Stunde später ging ich dann in die Tiefgarage und startete den Savana. Mit dem fuhr ich dann wieder zum Zentrallager. Damit ich nicht zuerst ins Büro musste, nahm ich meine Zweitschlüssel um in meinen Truck zu kommen. Als ich meine Systeme startete, merkte ich dann, dass ORBCOMM 6.0 zwar startete, aber natürlich keine Verbindung bekam, da die Systeme in der Dispatch noch nicht aktiv waren. Ich erledigte meine PTI und machte mich dann auf den Weg ins Büro.
    In der Tür lief mir Keela dann quasi in die Arme. Sie hatte ja jetzt Feierabend. Wir umarmten uns und es gab ein, zwei lange Küsse. Dann wechselten wir noch ein paar Worte. Anschließend machte sich eine todmüde Keela auf den Weg nach Hause. Sie wollte sich dann jetzt auch erst hinlegen und erst am Nachmittag zur Baustelle fahren.
    Im Büro wurde ich dann wieder von Charlie und Maria begrüßt. Dabei stellte ich erstaunt fest, dass Maria nicht, wie gestern lockere Kleidung trug. Heute trug sie einen knappen Minirock, der ihre tollen Beine zur Geltung brachte und ein knappes Top, dass ihren Busen betonte. Sollte das Ganze etwa für mich sein? Ich wollte es eigentlich gar nicht wissen. Meine Freundin hatte das Büro gerade erst verlassen und war auf dem Weg nach Hause.
    Meine Tour sollte mich dann heute mal wieder nach San Francisco führen. Mit einer Ladung verpackter Lebensmittel für 7Eleven sollte es hingehen, mit einer Ladung Importware aus dem Hafen wieder zurück. Von einer Maria, die mich wieder die ganze Zeit anhimmelte, bekam ich dann meine Papiere. Anschließend konnte ich mich auf den Weg machen.

    Gegen Mittag war ich dann wieder von meiner Tour zurück. Nun war ich von Walmart für den Rest meiner Schichtzeit freigestellt und konnte mich meiner zweiten, allerdings privaten Laufbahn, als Baustellentrucker widmen. In Kooperation mit Dave hatte Pat eine Deponie gefunden, die unseren Bauschutt annehmen würde. Wir durften dort auch „gemischten Bauabfall“ loswerden. Das war zwar etwas teurer, als normaler Bauschutt, erlaubte uns aber alles in die Kippmulde zu werfen. Wir brauchten also nicht nach Baustoffen sortieren. Lediglich der Taurus musste, wenn wir ihn ausgegraben hatten, auf einen regulären Schrottplatz gebracht werden. Auch einen Kipp Auflieger hatte uns Dave besorgt. Diesen konnten wir dann auch so lange behalten, wie wir ihn für die Bauarbeiten brauchten. Sollte es notwendig werden, stand bei CAT auch ein Flatbed Trailer für uns bereit. Heute, am ersten Tag, hatte Pat mir versprochen, mit mir zusammen den Schutt wegzufahren, da ich ja auch keine Ahnung von Kippern hatte. Schließlich wollte ich vermeiden, dass mir der ganze Zug umkippte, weil ich was falsch machte. Da wäre ich nämlich nicht der Erste, dem das passieren würde.
    Ich holte Pat an der Baustelle ab und dann fuhren wir zu der Firma, bei der wir den Kipper bekamen. Das Aufsatteln funktionierte eigentlich so wie immer. Auch die Fahrt mit dem leeren Trailer zurück zur Baustelle klappte einwandfrei. An das rückwärts auf den Hof rangieren hatte ich mich bei den Anlieferungen der Baumaschinen ebenfalls schon gewöhnt. Als der Kipper dann in Position stand, begannen Pat und seine Leute damit, den Schutt mit den Radladern in die Kippmulde zu laden. „Wie weißt du denn, wie viel da vom Gewicht rein kann?“ fragte ich Pat. Schließlich wollte ich ja nicht die Achslasten überschreiten. „Erfahrungswerte.“ Sagte Pat. „Außerdem ist das ansonsten so, wie bei deinen Box Vans. Am Achsaggregat ist auch bei dem Kipper ein Manometer für den Achsdruck. Ich denke mal, du hast auch eine Druckanzeige für deine Antriebsachsen.“ „Habe ich.“ „Dann weißt du sicher auch, auf welchen Werten die Manometer bei dir stehen dürfen.“ „Ja.“ „Dann fangen wir erstmal an und dann schauen wir mal.“ Der Kipper wurde dann von den Radladern gleichmäßig gefüllt und als Pat der Meinung war, dass es reichen sollte, schauten wir nach. Es passte tatsächlich. Nun machten wir uns das erste Mal auf den Weg zur Deponie.

    Dabei merkte ich dann, dass der Kipp Auflieger ziemlich kopflastig war. Die Kippbrücke war aber auch recht hoch montiert und daher lag der Schwerpunkt recht hoch. Entsprechend vorsichtig fuhr ich dann durch die Kurven. So kamen wir dann aber sicher an der Deponie an.
    Nun musste ich zum ersten Mal die neu angebrachte Kipper Pumpe ausprobieren. Rick hatte aber ganze Arbeit geleistet und der Auflieger kippte problemlos ab. Das Ganze wiederholten wir dann an dem Tag noch dreimal, dann war meine Zeit und auch der Tag langsam um.
    Am Nachmittag war Keela dann auch noch auf der Baustelle. Sie kümmerte sich am ersten Tag aber erstmal darum, dass der Bürocontainer von Pat in Betrieb genommen werden konnte. Strom wurde angeschlossen und Der Computer wurde eingerichtet. So konnten wir dann beim Feierabend die 3D Entwürfe von Liam bewundern. Als ich so die ersten Entwürfe der neuen Halle und unseres Hauses, was daran gebaut wurde, sah, stieg die Vorfreude weiter. Die Vorfreude auf die Nacht hatten wir aber wieder mal weniger. Keela musste zur Nachtschicht und ich war dann wieder alleine zu Hause.
    Zuerst fuhren wir aber noch zusammen nach Hause und aßen zu Abend. Pat hatte es aber vorgezogen, mit seinen Jungs im Hotel zusammen zu essen. Das war uns aber recht. So hatten wir noch etwas Zeit für uns. Schließlich wurde es dann Zeit. Keela musste sich auf den Weg zur Arbeit machen und ich wollte dann langsam ins Bett gehen.

    Mittwoch, den 28. Februar 2018:

    Es lief auch an diesem Morgen wieder, wie am Tag zuvor. Ich machte mich in Ruhe fertig und fuhr dann zur Arbeit, wo ich Keela diesmal gerade noch auf dem Parkplatz erwischte. Nachdem wir uns fünf Minuten ausgetauscht hatten, fuhr Keela nach Hause und ich ging ins Büro, wo ich von Maria die Papiere für den heutigen Tag bekam. Heute sollte es dann nach Nevada gehen. Eine Ladung Lebensmittel sollte zum Supercenter in Reno. Mit Altverpackungen ging es dann wieder zurück nach Sacramento. Nachdem ich meine Papiere von einer wieder mal verführerisch lächelnden Maria bekommen hatte, konnte ich meinen Reefer aufnehmen und mich auf den Weg durch die Sierra Nevada machen.

    Es klappte alles wie am Schnürchen. In Reno brauchte ich nur umsatteln, dann konnte ich schon wieder in Richtung Heimat fahren. Natürlich füllte ich noch meine Tanks, bevor ich wieder über die Grenze zurück nach Kalifornien fuhr.
    Nachdem ich abgesattelt hatte, war ich von Charlie wieder freigestellt und konnte mich wieder auf den Weg zur Baustelle machen. Auch heute ging es dann damit weiter, den Schutt abzutransportieren. Heute schaffte ich dann aber nur drei Touren, dann musste ich Feierabend machen.
    Am Abend zu Hause machte sich Keela etwas Sorgen vor ihrer Nachtschicht. Die Leute von ORBCOMM würden in der Nacht das System auf das neue ORBCOMM 6.0 umstellen. Ob das dann reibungslos klappte, stand ja noch in den Sternen. So versuchte ich sie, am Abend noch ein wenig aufzuheitern, bevor sie sich dann auf den Weg machen musste. Als Keela weg war machte ich noch etwas Ordnung, dann legte ich mich anschließend ins Bett.

    Donnerstag, den 1. März 2018:

    Heute sollte es dann soweit sein. Die neue Version von ORBCOMM sollte bei uns ans Netz gehen. Ich war schon gespannt, ob das alles so lief, wie es sollte. Ansonsten lief der Morgen ab, wie die Tage zuvor. Gegen viertel vor Sechs war ich dann am Zentrallager. Ich brachte erst meine Sachen in den Truck und erledigte meine PTI.
    Bei den anderen Systemen war es dann aber eigentlich wie immer. Beim ORBCOMM merkte ich dann auch in erster Linie, dass die Animation beim Hochfahren schon anders war. Das fand ich allerdings nur überflüssige Verschwendung von Speicherplatz. Die normalen Buttons auf der Bedienoberfläche des Touch Screen waren von der Optik leicht anders, damit man sofort die neue Version erkannte, ansonsten tat sich da erstmal nicht viel. Was sollte ich da bei Schichtbeginn auch anderes eingeben, als eben Schichtbeginn und PTI. Die Neuerungen steckten halt eher hinter der Fassade. Als mein erster Auftrag aufpoppte, sah ich dann natürlich schon die Neuerungen:

    PICKUP: CST-CASAC
    GATE: 08
    TRAILER: RE53794
    FREIGHT: FROZEN FOOD
    WEIGHT: 42,500 LB
    DROP: NMA-CASLT
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-MROD.

    Es gab also doch ein paar kleine Neuerungen. Aus dem kurzen „to“ hatte man „drop“ gemacht, weil das manchen wohl zu missverständlich war. Laut dem Leitfaden für ORBCOMM 6.0 stand dann dort bei Unternehmern, die mit eigenen Trailern unterwegs waren auch „DEST“ für Destination. Außerdem hatte man die Kategorie Priorität mit aufgenommen, die in mehreren Stufen die Dringlichkeit der Ladung anzeigte. Es gab neben „Standard“ wohl für die Unternehmer mit eigenen Trailern „Load – Deliver“ und für die Unternehmer mit den gestellten Trailern „Important“, „Urgent“, „Extreme urgent“ und „Express“ In die Bemerkungen kamen immer noch die zusätzlichen Infos der Dispatch. Die Signatur beinhaltete nun auch noch „WAT“ für Walmart Transportation.
    Das nächste, was neu war, merkte ich dann: „Die Route wird berechnet.“ Kam es sofort, ohne dass ich die Daten ins Navi übernehmen musste. Das machte das System nun automatisch. Ob ich es haben wollte, oder nicht. Natürlich konnte ich das Navi dann immer noch ausschalten, oder umprogrammieren. Ich startete dann den Motor und fuhr langsam vom Parkplatz zum Zentrallager rüber. Auf einmal sagte eine elektronische Stimme: „Papiere fertiggestellt. Sie können die Papiere im Versandbüro abholen.“ Offensichtlich hatte das System erkannt, dass ich auf dem Weg zum Lager war und dort entweder dem Dispatcher eine Nachricht geschickt, oder den Druck sogar automatisch ausgelöst.
    Ich ging dann ins Büro, wo mir mal wieder eine verführerisch lächelnde Maria meine Papiere übergab. Keela, die kurz vorher erst mit ihrer Übergabe fertig war, registrierte es und verdrehte die Augen. Um zu zeigen, dass ich die Wahl meiner Freundin bereits getroffen hatte, gab ich Keela vor allen Augen einen langen Kuss. Das wiederum registrierte Maria mit einem enttäuschten Blick. „Na, wie war deine Schicht?“ wandte ich mich auch zuerst an Keela. Die ersten zwei, drei Stunden etwas chaotisch, danach ging es. Wir werden mit Sicherheit in den nächsten Tagen noch Bugs und Abstürze haben, aber da müssen wir halt durch.“ „Ich lasse mich überraschen.“ Keela und ich verließen dann gemeinsam das Büro.
    Als wir vor der Tür waren, fragte sie: „Flirtet sie dich immer so an?“ „Wer?“ fragte ich irritiert. „Unsere kleine Azubine.“ „Ach sie. An die habe ich schon gar nicht mehr gedacht.“ „Tu doch nicht so.“ sagte Keela eifersüchtig. „Die kleine Latina gefällt dir doch.“ „Sie ist schon ganz süß.“ Gab ich zu. „Und sie steht ja ganz offensichtlich auf dich.“ „Na und? Lass sie doch. Ich weiß, zu wem ich gehöre.“ „Das will ich auch hoffen. Meine Familie baut schließlich gerade ein neues Haus für uns beide. Nicht nur eine Firma für dich.“ „Das ist mir wohl bewusst.“ „Wenn du mit der kleinen was anfängst, kannst du dir das alles knicken.“ „Hallo Miss Ryan. Ich liebe dich. Ich setze das doch nicht wegen einem Flirt aufs Spiel.“ Sie beruhigte sich wieder etwas. „Was glaubst du, warum ich dich eben vor ihren Augen so intensiv geküsst habe? Damit sie merkt, dass ich meine Wahl bereits getroffen habe.“ Keela schaute mich lange an. Ihre Augen waren heute Morgen dunkelgrün. Diese Farbe hatten sie meistens, wenn Keela müde oder traurig war. „Okay, ich vertraue dir.“ Sagte sie. „Das kannst du auch.“ Beruhigte ich sie. „Dann fahre ich jetzt nach Hause. Ich bin total kaputt. Wir sehen uns am Mittag auf der Baustelle.“ Wir umarmten uns nochmal und dann ging Keela zu ihrer Harley und machte sich startklar.
    Ich hingegen fuhr zu Tor Acht, wo ich den Reefer aufsattelte, der nach South Lake Tahoe rauf musste. Dafür stand im neuen System nämlich das Kürzel SLT. Die Fahrt über die US Route 50 lief gut und auch in den Bergen der Sierra Nevada ging es ganz gut weiter.

    In South Lake Tahoe angekommen, merkte ich eine weitere Neuerung des Systems. Ich brauchte nicht mehr meinen alten Trick anwenden und kurz vor dem Ziel bereits die Ankunft eingeben. Nachdem ich das Ortsschild von South Lake Tahoe passiert hatte, kam wieder die elektronische Stimme: „Daten für Anschlussladung werden angefordert.“ Zwei Minuten später kam ein Signalton, dann sagte die Stimme: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Da ich gerade an einer Ampel stand, ließ ich mir den Anschluss anzeigen:

    PICKUP: BBU-CASLT
    GATE: 03
    TRAILER: DV53BBU
    FREIGHT: ELECTRIC HOUSEHOLD APLIENCES
    WEIGHT: 36,500 LB
    DROP: EST-CASAC
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-MROD.

    Wie vermutet, gab es eine Rückladung von Best Buy, die ein kleines Lager in South Lake Tahoe hatten. Viele Neuerungen gab es an diesem Auftrag nicht zu sehen. Das neue Kürzel für unser Außenlager war so, wie ich es vermutet hatte. Die größte Neuerung war, dass es jetzt für fremde Trailer wohl ein allgemeines Kürzel gab, wenn die Trailer Nummer nicht bekannt war. DV53BBU stand dann wohl für alle 53 Fuß Koffer Trailer von Best Buy.
    Zuerst musste ich jetzt aber den Reefer, den ich noch angesattelt hatte, beim Neighborhood Market in South Lake Tahoe loswerden. Alleine das war schon eine nicht ganz so leichte Aufgabe, da es dort besonders eng war. Als ich abgesattelt hatte, sagte die elektronische Stimme: „Abholung wird angemeldet.“ Was auch immer das heißen sollte.
    Ich machte mich auf den Weg zum Best Buy Lager, wo ich wenige Minuten später ankam. Ich ging ins Versandbüro und wollte mich gerade melden, da fragte mich der Mann im Büro schon: „Bist du der 3761 von Walmart, Sacramento?“ „Stimmt, bin ich.“ Sagte ich erstaunt. „Wir haben vor ein paar Minuten eine Mail bekommen, dass du jeden Moment hier bist. Ist das neu bei euch?“ „Neue Software.“ Sagte ich zur Erklärung. „Geht wohl jetzt alles automatisch.“ „Verstehe. Ihr seid jetzt auch gläserne Fahrer.“ „Orten konnten die uns ja vorher schon. Nur die Vernetzung ist jetzt noch intensiver. Irgendwann reicht mir der Computer dann wahrscheinlich ein Sandwich, weil er vor mir bereits weiß, dass ich Hunger habe.“ „Das kann natürlich sein.“ Lachte er. Ich bekam dann meine Papiere und konnte dann aufsatteln. Anschließend ging es wieder zurück nach Sacramento. Allerdings zum Außenlager.

    Dort angekommen, konnte ich den Trailer ans Tor stellen und absatteln. Nachdem dies erfolgt war, sagte die Stimme: „Tour beendet.“ Normal hörte man das wohl recht selten. Allenfalls vor einem Reset. In meinem aktuellen Fall hieß das aber, dass ich jetzt wieder für die Baustelle fahren durfte. Heute sollten wir dann wohl den Rest des Schutts wegbringen. Es waren die letzten vier Touren geplant. Was dann noch auf dem Hof stand, gehörte nicht auf eine Deponie für Baustoffe, sondern auf eine Mülldeponie oder einen Schrottplatz. Auch der Taurus war inzwischen ausgegraben worden. Pat schüttelte dabei nur den Kopf. „Diese Karre hast du gefahren?“ „Da sah er aber auch noch besser aus.“ „Viel besser kann das bei dem Typ auch nicht gewesen sein.“ „Du redest ja schon wie deine Schwester.“ „Da hat Kee aber auch recht.“

    Am Abend war dann alles, was Bauabfall war, von meinem Grundstück verschwunden. Für den morgigen Freitag war dann geplant, dass ich noch den Müll und den Schrott mit dem Kipper wegbringen sollte. Danach konnten wir dann mit dem Ausschachten beginnen. Außerdem würden am Freitagnachmittag die Leute aus Patricks Team, die Familie hatten, mit dem Flieger zurück nach Minneapolis fliegen. In der Hinsicht war Angus recht großzügig zu den Leuten und zahlte ihnen die Flüge zum Wochenende. Pat und eine kleine Gruppe seiner Leute blieben aber auch über das Wochenende in Sacramento.
    Für den heutigen Donnerstag war dann erst mal Feierabend. Keela und ich fuhren dann nach Hause. Dort aßen wir dann noch gemeinsam zu Abend. Schließlich wurde es für uns beide Zeit. Keela musste sich auf den Weg zur Arbeit machen und ich konnte mich dann in Ruhe schlafen legen.

    Freitag, den 2. März 2018:

    Auch heute stand ich wieder gegen halb fünf am Morgen auf. Ich machte mich fertig und fuhr dann eine gute Stunde später zum Zentrallager. Der Ablauf war dann auch fast derselbe, wie am Vortag. Nach der PTI stand dann wieder mein Auftrag im System:
    PICKUP: CST-CASAC
    GATE: 05
    TRAILER: RE48658
    FREIGHT: FROZEN FOOD
    WEIGHT: 38,500 LB
    DROP: 711-CASFR
    PRIORITY: IMPORTANT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-MROD.

    Es ging also mit Tiefkühlware zum 7Eleven in San Francisco, den ich auch bereits öfter besucht hatte. Heute war die Übergabe etwas schneller gegangen, so dass ich Keela bereits auf dem Weg zu ihrer Harley erwischte. Wir gaben uns einen Kuss und wechselten ein paar Worte, dann machte ich mich auf den Weg, meine Papiere zu holen. Dabei merkte ich, dass sich Maria noch nicht geschlagen gab. Heute setzte sie neben einem Minirock eine tief ausgeschnittene Bluse ein. Dabei beugte sie sich, als sie die Papiere aus dem Drucker holte, so geschickt vor, dass mein Blick unmittelbar in ihren Ausschnitt fallen musste. Diese Art der Anmache war mir dann auch bald schon zu plump. Keela hätte sowas mit Sicherheit nie gemacht. Ich ignorierte die Aktion dann einfach. Das war in dieser Situation das Beste.
    Anschließend ging es dann mit dem Reefer im Schlepp auf dem bekannten Weg über die I-80 nach San Francisco.
    Nachdem ich dann dort den Reefer abgestellt hatte, bekam ich folgende Ladung für die Rückfracht:

    PICKUP: POR-CASFR
    PIER: 101
    TRAILER: CO40POR
    FREIGHT: IMPORT GOODS
    WEIGHT: 35,000 LB
    DROP: CST-CASAC
    PRIORITY: URGENT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-MROD.

    Und wieder sah ich eine Neuerung der neuen Software. Statt des sonst immer feststehenden „Gates“ wurde das jetzt je nach Ladestelle angepasst. Im Hafen hatte man halt nicht unbedingt ein Dock, an dem der Trailer stand, sondern nur eine Ladestelle. In diesem Fall stand der Container samt Chassis an Pier 101. Ich fuhr also in den Hafen und forderte meinen Container ab. Mit dem konnte ich mich dann auf den Weg zurück machen. Gegen Mittag war ich dann wieder zurück in Sacramento.

    Als ich dann am Zentrallager ankam, stand vor dem Haupteingang ein Fahrzeug, was ich hier noch nie gesehen hatte. Es handelte sich um einen Ford F-150 Raptor in der sportlichen SVT Variante. Es war ein Doppelkabiner Pickup, der aber über der Ladefläche auch noch den abnehmbaren Aufbau hatte, der ihn quasi zu einem Kombi machte. Das Fahrzeug war weiß und hatte Walmart Beschriftung. Auf dem Dach war ein Warnlichtbalken und an der Front war ein Bügel mit Zusatzscheinwerfern. Als ich näherkam, sah ich dann die Beschriftung auf der Seite genauer. Wie auf meiner Zugmaschine stand dann unter dem Walmart Logo mein Firmenname.

    Vor Schreck hätte ich dann beinahe die Papiere fallen lassen. In diesem Moment kamen dann meine Eltern und Keela aus dem Gebäude. „Alles Gute zum neuen Firmenwagen.“ Sagten Dad und Mom im Chor, während Keela nur schelmisch grinste. „Wie jetzt? Neuer Firmenwagen? Ich habe mir doch gar nichts ausgesucht.“ „Bevor da wieder eine Spießerkarre rausgekommen wäre, haben dein Dad und ich das gemacht.“ Sagte nun Keela lachend. „Ist der nicht ein bisschen groß?“ fragte ich. „Wir waren doch schon mal an dem Punkt, dass sich ein Sportwagen als Geschäftswagen nicht ganz so gut macht.“ Begann Dad. „Eine Limousine wollten ja weder du noch Keela, einen normalen SUV fand Keela auch nicht so wirklich gut. So sind wir beim durchsuchen der Angebote auf diesen hier gekommen. Der lief bei dem Ford Händler in Bentonville, wo unsere Zentrale die Dienstwagen ordert, als Vorführer und du bekommst ihn nun als Geschäftsleasing. Damit das dann bei der Steuer- und Buchprüfung auch passt, haben wir ihn beschriften lassen und den Weihnachtsbaum aufs Dach gemacht. So läuft er dann auch als Servicewagen. Ob du ihn dafür auch nutzt, bleibt ja dir überlassen.“ „In der SVT Variante ist er auch cool.“ Sagte Keela. „Warum ist er auf Arkansas zugelassen und nicht auf Kalifornien?“ „Das Leasing läuft über Walmart. So bekommst du bessere Konditionen. Nach Ablauf der Leasingdauer kannst du ihn dann zurückgeben oder auf dich ummelden.“ „Wann fahren wir los?“ fragte ich dann als nächstes. „Sobald du den Trailer an der Rampe stehen hast.“ Keela brachte dann für mich die Papiere ins Büro und ich setzte den Container ans Dock. Anschließend stellte ich dann den Kenworth auf meine Baustelle, wo Patrick schonmal den Kipper aufsattelte.
    Anschließend ging ich wieder rüber. Mom und Keela waren schon hinten reingeklettert und Dad setzte sich auf den Beifahrersitz. Dann startete ich den Motor und der V8 begann, seinen Sound zu verbreiten. „Cooler Sound.“ Stellte Keela fest. „Das ist die letzte Version des 6,2 Liter V8. Inzwischen gibt es den Raptor nur noch mit dem 3,5 Liter Eco Boost V6.“
    Wir fuhren dann eine Runde durch Sacramento. Dabei staunte ich. Trotz der Abmessungen war der Pickup sehr übersichtlich und ließ sich sehr gut fahren. „Ich freue mich schon auf eine Tour mit dem Auto.“ Sagte Keela. „Ich habe da schon eine Idee.“ Antwortete ich.

    Als wir zurückkamen, fuhren wir mit dem Ford direkt auf die Baustelle. Nachdem Pat den Pickup entdeckt hatte, kam er auf uns zu und sagte: „Perfekt. Ist zwar kein GMC, aber der reicht locker für mich als Baustellenfahrzeug.“ Keela verdrehte die Augen. „Ich weiß gar nicht, ob wir dir den Wagen geben können. Der ist viel zu schade für dich.“ „Stell dich nicht so an, Kee, ich passe schon auf den Wagen auf.“ „Da würde ich dir schon bald lieber den Savana geben.“ Sagte Keela. „Leider müssen wir in dem noch schlafen. Daher müssen wir dir den hier wohl oder übel geben.“ „Dann schmeiß mal die Schlüssel rüber.“ Rief Pat. „Die kannst du dir am Montag bei mir im Büro abholen. Vorher bekommst du den Wagen nicht und bei der ersten Schramme kannst du den Wagen gleich wieder abgeben. Das schwöre ich dir.“ „Ist ja schon gut.“

    Den Nachmittag verbrachten wir dann erstmal damit, dass ich den Schrott und Müll, der noch auf dem Grundstück war, wegfuhr. Nachdem dann alles weg war, machten wir Wochenende. Pat brachte noch seine Leute zum Flughafen, die über das Wochenende nach Hause fuhren und Keela und ich fuhren nach Hause. Dabei mussten wir zweimal fahren, da wir ja jetzt mit drei Fahrzeugen bei Walmart waren. Als wir die Harley weggebracht hatten, wollte Keela dann auch mal mit dem Ford fahren. Auch sie hatte keine Probleme mit der Größe des Pickups. Sie war ja auch den Savana gewöhnt, der etwa die gleichen Abmessungen hatte.
    Den Abend verbrachten wir dann wieder zu Hause. Zur Nachtschicht wollte Keela dann natürlich auch mit dem Ford fahren. Mir war das Recht. Ich musste zwar am Samstag auch noch mal zu einer kurzen Tour los, da konnte ich aber auch mit dem Savana zur Arbeit fahren.

    Samstag, den 3. März 2018:

    An diesem Samstag musste ich dann genauso früh aufstehen, wie die letzten Tage. Ich machte mich fertig und fuhr dann mit dem Savana zur Arbeit. Da ich hier heute nur mit Keela im Büro rechnen brauchte und nicht mit Maria, ging ich dann auch zuerst ins Büro. Dort begrüßte ich Keela mit einem langen Kuss. „Hast du schon deine PTI gemacht?“ fragte mich Keela dann. „Noch nicht. Warum?“ „Siehst du gleich.“ Sagte sie. „Du kannst schon mal den Reefer an Tor 6 aufsatteln. Die Papiere mache ich dir gleich noch fertig. Ich mache in der Zeit eben die Übergabe mit Charlie.“ Ich wunderte mich etwas, machte aber, was Keela gesagt hatte.
    Nachdem ich aufgesattelt hatte und noch bei der Trailer PTI war, kam meine Süße mit den Papieren zu mir. „Na, Feierabend?“ fragte ich sie dann. Sie nickte. „Daher könnest du mich ja jetzt mitnehmen.“ Sagte sie grinsend. „Das kann ich machen, wenn du das möchtest.“ „Ich möchte einfach in deiner Nähe sein. Wir hatten in der Woche zwar die Abende zusammen, ich möchte in der Zeit, wo du in der Nähe bleibst aber so viel Zeit, wie eben möglich mit dir verbringen. Die Zeit, wo wir uns kaum sehen, kommt früh genug wieder.“ „Stimmt. Wo geht’s eigentlich hin?“ „Schau doch im System. Ich bin eh neugierig, wie das jetzt im Truck aussieht.“ „Wie du willst.“ Ich schaute also im ORBCOMM:

    PICKUP: CST-CASAC
    GATE: 06
    TRAILER: RE53975
    FREIGHT: FROZEN FOOD
    WEIGHT: 37,500 LB
    DROP: NMA-CASCR
    PRIORITY: VERY URGENT
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-KRY.

    „Ob das jetzt besser ist, als vorher, weiß ich aber auch nicht.“ Meinte Keela. „Die Route wird berechnet.“ Mischte sich das Navi ein. „Macht er das jetzt wirklich automatisch?“ Ich nickte. „Dann mal auf nach Santa Cruz.“ Sagte ich. Trotz des Samstagmorgens wollte das Navi über San Francisco fahren. „Schauen wir erstmal, wie sich der Verkehr entwickelt. Die Strecke können wir dann immer noch wechseln.“ Wir fuhren also erstmal über die I-80 in Richtung San Francisco. Da der Verkehr in der Stadt an diesem Morgen aber entspannt blieb, nahmen wir dann weiter die Route über die I-80 und weiter über die Route 101. Da Keela dann wohl doch recht müde war, schlief sie dann irgendwann auf dem Beifahrersitz ein.
    Am frühen Vormittag erreichten wir dann Santa Cruz. Keela wurde dann wach, als das System gerade meldete: „Daten für Anschlussladung werden angefordert.“ „Sind wir schon da?“ fragte sie verwundert. „Fast. Das neue System fordert die Anschlussladung rechtzeitig an, damit man sich nur einmal melden braucht.“ „Auch nicht schlecht.“ „Auf jeden Fall effizient.“ Der Signalton ertönte, dann kam die Meldung: „Neuer Auftrag eingegangen.“ Keela schaute nach:

    PICKUP: EST-CASCR
    GATE: 04
    TRAILER: DV53497
    FREIGHT: REARRANGEMENT HOUSEWARES
    WEIGHT: 40,500 LB
    DROP: EST-CASAC
    PRIORITY: STANDARD
    REMARKS: -----

    WAT-CASAC-CSA.

    „Also eine Umlagerung zu unserem Außenlager.“ Stellte sie fest.Am Neighborhood Market wurden wir auch bereits erwartet. Wahrscheinlich hatte uns das System hier auch bereits avisiert. Trotz des langen Trailers musste ich an das erste Tor ansetzten. Wahrscheinlich, weil es sich um Tiefkühlware handelte. So konnte ich aber meiner Süßen mal wieder beweisen, dass ich ein recht guter Fahrer war. Keela war dann auch wirklich entsprechend beeindruckt.
    Im Anschluss holten wir den Trailer am Außenlager, Santa Cruz ab. Da wir eine normale Priorität hatten, war dann genug Zeit, um eine entsprechende Pause zu machen. Wir fuhren bei dem Mexikanischen Imbiss auf den Parkplatz, wo ich hier schon öfter gestanden hatte. Dort aßen wir dann auch eine Kleinigkeit.

    Anschließend gingen wir noch ein paar Schritte Spazieren. Die Route wählten wir so, dass wir Meerblick hatten. „Gib’s zu. Du wolltest deshalb mit.“ Sagte ich lachend. „Wenn ich mir das schon aussuchen kann, nehme ich eben eine Tour, wo sich das Ziel lohnt.“ „Du möchtest wieder surfen.“ Vermutete ich. „Noch ein paar Wochen, dann geht es wieder los.“ „Verstehe.“ Schließlich gingen wir langsam zum Truck zurück.
    Dort angekommen, beschloss Keela, die sich auf dem Beifahrersitz etwas verlegen hatte, für die Rückfahrt mein Bett im Sleeper zu nehmen. Für die Rückfahrt wählte das Navi dann ebenfalls wieder die Route über San Francisco.

    Zurück in Sacramento, weckte ich dann Keela und wir fuhren nach Hause. Dort erledigten wir dann gemeinsam noch etwas Hausarbeit. Anschließend machten wir uns einen gemütlichen Abend auf der Couch.

    Sonntag, den 4. März 2018:

    Keela und ich hatten an diesem Sonntag mal wieder ausgeschlafen. Das hatten wir auch schon ein paar Tage nicht mehr gemacht. Anschließend gingen wir gemeinsam duschen und machten uns hinterher ein schönes Frühstück. Als das beendet war, machten wir uns fertig, um das Haus zu verlassen. Wir wollten schließlich beide noch den neuen Ford ausprobieren. „Wo fahren wir denn mal hin?“ fragte Keela. „Ich habe schon eine Idee. Lass dich einfach überraschen.“ Das war eigentlich so gar nicht Keelas Stärke. Geduld kannte meine Süße eigentlich gar nicht. Wahrscheinlich war das auch ein Grund, warum wir vor einem dreiviertel Jahr so schnell zusammengekommen waren. Keela hätte das einfach gar nicht lange abwarten können. Dem stand ihre Energie und ihr Temperament im Wege. Am liebsten wäre sie auch gleich gefahren. Da hatte ich aber was gegen. „Du hast mich schon vor vorhandene Tatsachen gestellt und mit Dad zusammen einfach ein Auto für mich ausgesucht. Jetzt muss ich erstmal testen, ob du eine gute Wahl getroffen hast.“ Wir stiegen ein und ich sah mich erstmal um. Die Ausstattung des Pickups gefiel mir auf Anhieb. Sie war modern und für einen Pickup recht sportlich gehalten. Ich startete den Motor und der V8 erwachte zum Leben. Der Sound gefiel mir und ich gab im Stand erstmal ein paar kurze Gas Stöße um den Sound zu genießen. Dann schaltete ich die obligatorische Automatik auf D und wir fuhren gemütlich durch Sacramento.
    Trotz seiner Größe wirkte der Ford recht handlich und er machte mir sogar in der Stadt Spaß, obwohl das mit Sicherheit nicht das bevorzugte Revier des Raptors war. Ich fuhr in Richtung der I-5 und fuhr dann in südlicher Richtung auf den Freeway. Dort beschleunigte ich erstmal aus alter Gewohnheit nur auf 55. „Das ist kein Dreiachser, du kannst ruhig schneller fahren.“ Zog mich Keela dann auf. Ich beschleunigte dann also auf 70 und legte dann aber wieder den Tempomat ein. „Und? Was sagst du?“ fragte mich Keela neugierig. „Da kann ich gut mit leben.“ Sagte ich zufrieden. „Und cool ist die Kiste trotzdem.“ Stellte Keela klar. „Jedenfalls cooler, als dein Savana.“ Sagte ich mit einem Seitenblick auf Keela. Sie verdrehte die Augen. Dann gab sie es aber zu. „Du hast ja recht.“

    Bei Stockton verließen wir die Interstate und ich wechselte nach einer kurzen Fahrt durch die Stadt auf die CA-99. Hinter Stockton beschleunigte ich den Raptor dann wieder. „Es geht noch weiter nach Süden?“ fragte Keela neugierig. „Ein Bisschen.“ „Da du aber von der I-5 runtergefahren bist, geht es wohl nicht ans Meer.“ „Da werden wir ja im Sommer schon jedes Wochenende verbringen.“ „Auch wahr.“ Wir fuhren also gemütlich weiter über die CA-99 und ich genoss meinen neuen Wagen.
    Bei Oakdale fuhr ich von der CA-99 ab und wechselte in östliche Richtung auf die CA-120. „Ich glaube, ich ahne was.“ Sagte Keela. „Erinnerst du dich noch an den Weihnachtsmorgen?“ fragte ich sie. Keela errötete leicht. „Ja.“ Sagte sie kleinlaut. „Du hast am Vorabend an meinem Truck Navi rumgespielt und als Folge dessen mussten wir dann mit dem Truck und 53 Fuß Trailer eine Strecke fahren, die wir normal gar nicht hätten fahren dürfen.“ Keela senkte den Blick und nickte nur. „Ich denke mal, heute haben wir ein besseres Fahrzeug für den Yosemite Nationalpark und den Tioga Pass mit.“ Keelas Gesicht hellte sich wieder auf und sie begann zu strahlen. „Das ist eine gute Idee, auch wenn die Tour mit einem Motorrad noch besser wäre.“ „Das müssen wir dann noch mal nachholen, wenn ich den Führerschein habe.“ „Das machen wir.“ An diesem herrlichen Sonntag waren dann zwar einige Fahrzeuge unterwegs und dadurch war es recht voll. Trotzdem konnten wir noch gut fahren.

    Wir fuhren in den Nationalpark und hielten dort auch immer mal wieder an schönen Stellen an. Dann machten wir noch schöne Spaziergänge. Von der Fahrtroute nahmen wir an diesem Tag die gleiche Strecke, wie am Weihnachtsmorgen.

    Wir durchquerten den Nationalpark und fuhren bis ins große Becken. Dann hielten wir uns in Richtung Carson City. Vorher fuhren wir aber wieder links ab, um in Richtung South Lake Tahoe zu fahren. Über die Route 50 ging es dann wieder zurück nach Sacramento.
    Auch beim Fahren wechselten wir uns ab, da Keela auch unbedingt mit dem Ford fahren wollte. Als wir schließlich wieder in Sacramento ankamen, war es dann schon dunkel geworden. Zu Hause ließen wir dann einen wunderschönen Sonntag ausklingen.

    Die nächsten drei Monate standen dann im Zeichen des Neubaus. Im März lief es erstmal weiterhin so, wie es in der ersten Woche, die Pat vor Ort war, begonnen hatte. Es gab dann immer eine Tour, die es mir im Anschluss immer noch erlaubte, mit meinem Truck für die Baustelle zu fahren.
    Auch wenn ich da zuerst nicht mit gerechnet hatte, erlaubte Keela ihrem Bruder tatsächlich, den Pickup zu benutzen. Den Aufbau über der Ladefläche nahmen wir dann für die Zeit ab. Meine Süße kontrollierte das Auto aber wirklich jeden Tag, ob Pat da irgendwo eine Macke oder Schramme reingefahren hatte. Da er aber keinen Streit mit seiner kleinen Schwester wollte, achtete Pat penibel darauf, dass nichts an den Pickup drankam.

    Im März wurde dann erstmal für das Fundament ausgeschachtet und dann das Fundament gegossen. In dieser Zeit hatte ich nachmittags noch viel zu fahren. Ich musste den Aushub wieder zur Deponie bringen, im weiteren Verlauf konnte ich Moniereisen und Baustahlmatten holen. Später holte ich dann auch den Beton.

    Schließlich war das Fundament fertig und der März war schon weit fortgeschritten. Als Nächstes mussten Stahlträger, die das Gerüst der Halle waren, herangeschafft werden. Zu dieser Zeit hatte ich dann auch einen gewissen Termindruck, da zum Abladen und Aufstellen der Träger ein Kran besorgt werden musste. Ende März stand dann auch das Gerüst und man konnte schon ahnen, wie groß die neue Halle werden würde.

    Die Monate April und Mai waren dann die Zeit, in welcher der eigentliche Bau stattfand. Die Wände wurden hochgezogen und man konnte eigentlich täglich den Fortschritt des Baus sehen. Ich sah dann auch, dass die Wände der Halle aus mehreren Lagen bestanden. Innen wurden die Außenwände aus Kalksandsteinen gebaut. Die Innenwände wurden aus Ytong Steinen errichtet. Für die Fassade hatte sich Liam was Besonderes einfallen lassen. Die Fassade wurde aus Natursteinen gemacht, was der Halle ein besonders edles Aussehen gab. Diese musste ich dann aus einem Steinbruch in der Sierra Nevada holen.

    Da ich in diesem Zeitraum in der Regel nur noch die Baustoffe abholen musste, also Steine, Zement und weitere Baustoffe, was aber meist mit durchschnittlich einer Fuhre pro Tag ging, ließen wir den Radius, in dem ich für Walmart fuhr wieder etwas größer werden. Langsam bekam ich auch wieder Fernweh. Es wurde Zeit, dass ich wieder in die Ferne fahren konnte. Keela hingegen genoss es, dass ich so gut wie jeden Abend zu Hause war. Daher lief unsere Beziehung zurzeit auch besser denn je.

    Mitte Mai Hatten wir dann Richtfest. Die Halle und das Wohn- und Bürogebäude standen soweit, nun musste der Bau dicht gemacht werden und anschließend kam dann noch der Innenausbau. Zuerst wurden die Dächer gemacht. Da der Dachdecker sein Material auch selber mitbrachte, hatte ich da wenig mit zu tun. Ebenso wenig hatte ich mit den Fenstern, Türen und Toren zu tun. Auch da hatten wir die entsprechenden Fachleute für. Auch die gesamte Haustechnik, also Strom, Wasser, Heizung wurde alles von den entsprechenden Fachleuten gemacht. Ich durfte aber noch die Fliesen, die Badausstattung, die Innentüren und solche Sachen besorgen.
    Gerade jetzt beim Innenausbau war Keela dann auch täglich mehrere Stunden auf der Baustelle und schlief abends meistens total erschöpft in meinen Armen ein.

    Im Privatleben passierte dann allerdings nicht so viel. Die Meiste Zeit hatten wir eben auch mit der Baustelle zu tun. Ich bestand in der Zwischenzeit aber wenigstens die Prüfung zum Motorradführerschein. Keelas Harley durfte ich aber trotzdem nicht fahren. Die fuhr halt keiner, außer ihr selbst. Mit einer Materiallieferung aus Saint Paul, die per Container kam, wurde dann aber auch die Maschine von Liam mitgeschickt, die er mir ja überlassen wollte. Im Gegensatz zu Keelas schwarzer Electra Glide war es eine zweifarbige Ultra Classic, die in den typischen Harley-Davidson Farben war. So konnte ich dann den Führerschein auch nutzen.

    Da Keela in der Woche hinterher bald nur noch arbeitete, entweder im Büro oder eben auf der Baustelle, brauchte sie auch wieder einen entsprechenden Ausgleich. So nutzten wir ab Mai die freien Wochenenden wieder, um nach Pacifica zu fahren. Sobald Keela dann auf ihrem Board war, war der ganze Stress der Woche vergessen und sie konnte das Leben wieder genießen. Auch meine Surfkünste wurden nach und nach besser. Trotzdem mied ich momentan immer noch Rockaway Beach und surfte lieber in Linda Mar. Keela teilte es dann etwas auf. Wenn sie mit mir zusammen surfte, machten wir das in Linda Mar, wenn sie mit ihren Freunden die Wellen bezwang, dann in Rockaway Beach. Dort blieb ich dann am Strand und bewunderte ihre Surfkünste.

    Das Thema Maria Rodriguez war dann auch über einen längeren Zeitraum noch aktuell. Sie gab einfach nicht auf und wollte offensichtlich nicht einfach aufgeben. Daher stand ich jedes Mal, wenn sie Dienst hatte, einer wahren Flirtoffensive gegenüber. Ich musste mich zwar sehr bemühen, da die kleine nun mal genau mein Typ war, ich blieb aber standhaft. Schließlich war ich gerade dabei, für Keela und mich ein neues Heim zu schaffen. Außerdem liebte ich Keela nun mal wirklich. Das Thema erledigte sich dann von selbst, als Maria dann zum 1. Juni wieder die Abteilung wechselte. Als nächstes kam dann auch ein junger Mann als Auszubildender in die Dispatch, so dass dort keine Gefahr mehr für mich herrschte.

    Am Freitag, den 15. Juni 2018 war dann die offizielle Schlüsselübergabe und der Neubau somit abgeschlossen. Die Schlüsselübergabe erledigten wir dann bei einer Feier, die wir am Vormittag machten, da Keela Spätdienst hatte. Ich hatte für den Tag frei bekommen.
    Die Gästeliste war dann auch vergleichsweise lang geworden. Von den Ryans war Patrick mit seinem Bautrupp da. Die Jungs hatten sich die Feier aber auch verdient. Außerdem waren für das Wochenende auch Eireen und Angus Ryan eingeflogen. Sie wurden dann noch von Liam und Alice begleitet, da Liam seiner Liebsten auch die fertige Umsetzung seines Entwurfs zeigen wollte. Nur Ken blieb in Saint Paul und hielt dort die Stellung.
    Meine Familie sollte auch komplett kommen. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte Steve mit Frau und Kind aber separat kommen, wenn Dad nicht anwesend sein würde.

    Dad und Mom erschienen zusammen und freuten sich, nun auch Keelas Mutter kennen zu lernen.
    Jessy und Dave waren natürlich auch da. Dave hatte uns schließlich wichtige Unterstützung mit der zur Verfügung Stellung von den Baumaschinen und Trailern gegeben. Trotzdem wirkte Jessy zurzeit etwas gestresst. Sie hatte den schriftlichen Teil der Prüfung hinter sich. Bisher mit einem Notendurchschnitt von 1,3. Allerdings stand ihr die mündliche Prüfung noch bevor.

    Natürlich waren auch von Walmart mehrere Leute eingeladen. Die Lagermeister gaben sich die Ehre, wobei der Diensthabende nur für eine halbe Stunde kurz reinschaute. Ähnliches galt für Charlie, der mit seiner Frau eingeladen war. Die Kinder waren bei den Großeltern.
    Da Charlie aber Dienst hatte, wirkte er etwas nervös. Er hatte dem neuen Azubi die Verantwortung gegeben, war für ihn aber auf dem Handy erreichbar. Daher blieb auch Charlie nur etwa eine Stunde.
    Danny und Gina waren auch eingeladen. Danny hatte seine Schlafphase dann auf den Nachmittag verschoben und konnte daher kommen. Gina ließ sich dann aber auch nur kurz blicken, als sie gerade in Sacramento war. Sie legte ihre Pause dann so, dass sie dafür Zeit hatte. Da wir aber auch nicht jeden von Walmart Sacramento einladen konnten, hatten wir Leute wie Sheila Miller oder Maria Rodriguez nicht eingeladen.

    Weitere Gäste waren zum Beispiel mein Haus- und Hofschrauber Rick, sowie Leute von meiner Bank oder mein Verkäufer von NorCal Kenworth. Last, but not least kam dann noch als besonderer Ehrengast Joe Henderson vorbei. Er war ganz besonders erstaunt, was jetzt auf seinem früheren Grundstück stand.

    Bis zum späten Mittag war die Feier dann im vollen Gange. Dann mussten sich aber ein paar Leute, unter anderem Keela verabschieden, weil bei Walmart der Schichtwechsel anstand. Für die anderen Gäste ging die Feier noch etwas weiter. Am späten Nachmittag ließen wir die Feier aber langsam ausklingen.

    Am Wochenende begannen wir dann mit dem Umzug. Dazu hatte ich zuerst überlegt, den Kenworth und einen geliehenen Trailer zu nehmen. Ich entschied mich aber dann letztlich dagegen, da es bei unserer alten Wohnung schlecht war, einen großen Truck zu parken. Außerdem wäre dann die Ladefläche doch recht hoch. Bei der Feier hatte ich aber mit dem Verkäufer von Kenworth gesprochen, der uns einen kleinen LKW für eine Woche zur Verfügung stellte. Mit dem sollte das erheblich besser gehen. Da die Ryans am Wochenende noch in Sacramento blieben, hatten wir mit ihnen bereits eine große Gruppe kräftiger Umzugshelfer. So hatten wir am Samstag und Sonntag bereits einiges erledigt.

    In der Woche vom 18. bis 22. Juni wurde ich dann letztmalig im Nahverkehr eingeteilt. Keela hatte in dieser Woche Frühschicht. So konnten wir am Nachmittag noch Behördengänge erledigen und auch in der Wohnung noch die letzten Handgriffe erledigen. Am Freitag hatten wir dann alles soweit erledigt und übergaben die Schlüssel von unserer alten Wohnung an die Nachmieter, die vor dem Einzug noch ein wenig ändern wollten.
    Das nun folgende Wochenende mussten wir, wegen Keelas Bereitschaft zu Hause verbringen. Ein wenig hatten wir aber auch noch zu tun. Außerdem genossen wir dann die letzten gemeinsamen Stunden, bevor ich am Montag wieder in die Ferne starten sollte.
    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    So. Der Zeitsprung ist geschafft und ich bin wieder in der aktuellen Zeit. Ab jetzt geht es wieder mit den gewohnten Ferntouren weiter.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

    483 mal gelesen

Kommentare 21