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[KW21/2018] Wassersport. She's Got That Light. Last minute.

  • [KW21/2018] Wassersport. She's Got That Light. Last minute.



    Die Tour nach St.Pölten über St.Petersburg hatte es in sich gehabt durch die kurzfristige Änderung im Liefertermin. Pünktlich halb neun am Donnerstagmorgen, eine Stunde vor dem vorverlegten Termin liefen wir in St.Pölten ein. Alleine hätte ich die Tour so nie geschafft. Das Fahren mit Sandra in Doppelbesatzung, das Umladen der Fracht für Berlin am Warschauer Flughafen – um uns den Schlenker in die Bundeshauptstadt zu sparen - und dann freie Bahn mit Marzipan während der Nachtetappe... All das hatte ineinandergegriffen wie ein Uhrwerk.

    Während wir in St.Pölten unsere Schichtpause gemacht hatten waren unsere Mädels aus der Dispo nicht untätig gewesen und so durften wir uns für den Kranich mit einer Luftfrachtersatzfahrt von Linz zum Cargocenter München in Richtung Niederlassung bewegen. Ab Freitagmittag war für Sandra und mich dann Wochenende. Mit dem Kamaz-Expeditionsmobil war es dann zum Starnberger See gegangen – Fahrrad fahren, Kajak fahren, Grillen.





    Am Montag, den 14.05.2018 frühstückten wir mit unseren Fahrern und Fahrerinnen. Zumindest mit denen, die über das Wochenende zu Hause gewesen waren. Dieses gemeinsame Frühstück hatte sich vor langer Zeit schon in der Münchener Niederlassung etabliert und Sandra und ich waren gerne bereit die Kosten dafür zu tragen, da es dem Zusammenhalt enorm förderte. Dieser Zusammenhalt zeigt sich auch darin, dass selbst die Jungs und Mädels aus dem Lager und den kaufmännischen Abteilungen in der Regel am Montag sehr zeitig da waren um das Frühstück mit zu machen. Danach stand in der ersten Wochenhälfte sowohl für mich als auch für Sandra einiges an Büroarbeit auf dem Plan. Unterbrochen wurden wir dabei durch hermyyy, ein Transportunternehmer aus Linz. Durch ihn hatten wir vor kurzem die Leerkilometer nach dem Spezialtransport nach Zadar ordentlich reduzieren können. Da er, wie Sandra und ich, als Unternehmer selbst fährt reichte seine Zeit jedoch nicht für viel mehr als einen Kaffee.

    Am Donnerstag, den 17.05.2018 sind wir dann wieder für den Auftraggeber Lufthansa Cargo unterwegs gewesen. Nach dem Laden in München ging es zu den Cargocentern in Düsseldorf und Hannover. Zudem gab es noch ein
    bisschen Stückgut von verschiedenen Kunden die wir bei TSM-Logistik in Hannover für die weitere Verteilung abliefern mussten.












    KW21/2018
    Montag, 21.05.2018, Hannover.
    Das Pfingstwochenende stand wieder im Zeichen des Wassersport. Bereits zum vierundzwanzigsten Male veranstaltete der Hannoversche Kanuclub sein Drachenbootfestival.









    Sandra und ich sind wieder bei TSM-Logistik auf dem Hof. Sandra zirkelt den Anhänger und anschließend den Motorwagen an zwei nebeneinander liegende Tore während ich im Versandbüro den Papierkram erledige. Ich werfe einen Blick in den Tourenplan: gelber Riese in Hamburg – alles auf dem Anhänger, weil in Hamburg leer machen und für Uppsala wieder füllen. Eisitrans in Kopenhagen. IKEA in Malmö und einiges was wir von Uppsala regional zu verschiedenen Firmen verteilen auf dem Motorwagen.
    Die Paletten sind schnell verladen. Sandra zieht den Scania von der Rampe und ich schließe die Laderraumtüren. Kurz darauf ist der Anhänger angekuppelt und das Spiel mit den Türen wiederholt sich.

    Ich klettere auf der Beifahrerseite in den Scania. Sandra lächelt mich an. „Klar för ett nattflyg?” ”Bereit für den Nachtflug. Und du?” ”Inte än. Jag behöver fortfarande något.” ”Lass mich raten...” Ich gebe ihr einen Kuss. ”Das hat dir noch gefehlt.” Mein Schatz nickt. Dann huscht ihr wieder ihr freches Grinsen übers Gesicht. ”En mer, tack.” Natürlich gibt es einen weiteren Kuss. Dann setze ich mich auf den Beifahrersitz und wir starten in Richtung Autobahn.




    Dienstag, 22.05.2018, Hamburg.

    Auf dem Gelände in der Andreas-Meyer-Straße in Hamburg herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Es ist 01:30 Uhr und wir sind mit entladen und wieder beladen fertig. Sandra zieht den Zug von der Rampe ab und ich hole die
    Frachtpapiere. Dann geht es wieder auf die Straße. Sandra dreht das Radio auf. Orange Blue aus Hamburg. She's got That Light.







    ”Hej Schatz, aufwachen.” Ich schlage die Augen auf und gähne ausgiebig. Sandra fängt an zu lachen. ”Du siehst niedlich aus, wenn du schläfst.” Ich verziehe ein wenig das Gesicht. ”Wann bin ich denn eingeschlafen? Ich weiß
    noch, dass du das Radio etwas aufgedreht hast...”
    ”Und kurz darauf warst du weg. Wir waren gerade auf die Autobahn rauf.” Sandra stellt den Zug auf die Wartefläche. ”Was machst du für ein Gesicht, Süßer.” ”Naja...” Ich grübele wie ich den Satz weiter führen soll. ”Hej, das ist doch nicht schlimm. Ich werd nachher auch ne Runde die Augen zu machen. Für mich ist das nur ein Zeichen, dass du dich bei mir sicher fühlst, wenn ich fahre.”



    ….



    Es ist kurz nach 05:00 Uhr. Die Fahrerkarten haben die Plätze getauscht und ich fahre den Scania von der Fähre. Jetzt ist es Sandra, die gähnt. Ich ziehe auf den Sydmotorvejen. ”Jag ska sova.” ”Ist ok. Schlaf gut.” Ich bekomme einen Kuss auf die Stirn, dann verzieht Sandra sich aufs Bett.

    Maribo. Udby. Tureby.

    Der Sydmotorvejen, E47, trifft auf den Vestmotorvejen, E20. Immer weiter nach Nordosten. Pünktlich zur morgendlichen Rushhour erreiche ich Kopenhagen. Laut einer Verkehrszählung von 2016 sind hier allerdings mehr Fahrräder als Autos unterwegs.







    Ich bin bei Eisitrans fertig mit Abladen und schließe die Faltwand auf der Fahrerseite während Bär's Lagerist mit der letzten Palette auf dem Gabelstapler ins Gebäude fährt. Für die Papiere gehe ich ins Büro. Ein bisschen Smalltalk und eine Tasse Kaffee später geht es dann wieder zum Scania. Sandra schläft tief und fest. Ich lächele zufrieden und erwecke den V8 zum Leben.

    Ab auf die E20... Ich beschleunige auf 85km/h. Es geht am Kopenhagener Flughafen vorbei in den Drogdentunnel, der mich auf Peberholm, eine künstliche Insel im Øresund, wieder ans Tageslicht lässt. Jetzt geht es auf die Øresundbrücke.
    Da wir für unsere in Schweden zugelassenen Fernverkehrsfahrzeuge mit BroBizz arbeiten kann ich die Mautstation auf der dazugehörigen Spur passieren.

    Ich erreiche den Trafikplats Petersborg. Blinker rechts. Über den Trelleborgsvägen geht es in das Gewerbegebiet in dem der Malmöer IKEA liegt.



    ...



    Mein Telefon klingelt. ”hansekontor. Christian Dansör.” ”Hej hej. Tania här.” ”Guten Morgen, Tania. Wenn du anrufst gibt's Arbeit.” ”Genau so ist es. Sandra kann ich nicht erreichen...” ”Sie hat's Telefon ausgestellt und macht Augenpflege. Ich bin gerade mit mit Abladen fertig.” ”IKEA Malmö?” ”Ja.” ”Ok. Sagt dir k-rauta was?” ”Klar. Das ist eine Baumarktkette. Die Containerfahrer haben da in letzter Zeit öfter angeliefert.” ”Wenn
    du bei IKEA soweit durch bist fahr bitte rüber in die Nomegatan. Wir sollen dort ein paar Umlagerungen für Stockholm, Sundsvall und Umeå abholen. Stockholm muss morgen bis 12:00 Uhr da sein; Sundsvall und Umeå werden bei uns aufm Hof umgeladen. Nimmt Ludvig dann am Montag mit. ”
    ”Alles klar.”


    ...



    Es ist kurz nach 10:00 Uhr. Ich klettere wieder ins Fahrerhaus und lege die Frachtpapiere in die Mappe. Ich vernehme Sandras Stimme: ”Älskling, jag älskar dig.” Ich drehe mich zum Bett und sehe wie sie mich noch leicht verschlafen anlächelt. Ich gebe ihr einen Kuss. ”Ich liebe dich auch. Ausgeschlafen?” ”Naja, eher abgebrochen. Bei dem Geschaukel. Wo sind wir?” ”Bei k-rauta in Malmö. Das Geschaukel war der Beladevorgang.” ”Oh, schon in Malmö. Dann bin ich ja wieder dran mit Fahren. Vorher muss ich aber noch zur Toilette.” ”Mach das.” ”Ska du göra mig en kaffe?” ”Na klar. Ich brauche ja auch einen.”

    Ein paar Minuten später ist Sandra zurück und der Kaffee fertig. Ich tausche die Fahrerkarten und mache es mir auf dem Beifahrersitz bequem. Mein Schatz zieht nach rechts in die Nomegatan. Durch zwei Kreisverkehre geht es auf den Trelleborgsvägen und dann direkt auf den YttreRingvägen. Damit sind wir wieder auf der E20, die sich in
    diesem Bereich die Trasse mit der E6 teilt. Sandra beschleunigt und stellt den Tempomaten auf 85 km/h. Am Trafikplats Fredriksberg kommen zwei schwarz-weiße Scania R360 mit Containerchassis die Auffahrt hoch – unsere Fahrerpärchen Linn & Carl, sowie Hanna & Kian. Über Funk gibt es ein bisschen Smalltalk. Im Dreierpack geht
    es jetzt in Richtung Helsingborg, wo die Pärchen in Richtung Hafen abfahren.

    Für Sandra und mich geht es über die E4 weiter gen Nordosten. Vorbei an Skånes-Fagerhult, Ljungby und Skillingaryd.

    Am Trafikplats Hyltena fährt Sandra ab – an der nahe gelegenen CircleK-Tankstelle gibt es für uns etwas zu Essen und für den Scania ein Tankfüllung.

    Die Sonne scheint und wir beschließen die Pause noch ein bisschen auszudehnen um kurz am Lovsjön spazieren zu gehen. Vom nahe gelegenen Campingplatz hört man Kinder herumtoben.







    Sandra sitzt auf dem Beifahrersitz und tippt auf dem Laptop umher. ”Älskling?” ”Ja?” ”Letztes Jahr der Urlaub in
    Kalifornien... irgendwie war der zu kurz, oder?”
    ”Ja. Aber schön war er.” ”Was hälst du davon wieder rüber zu fliegen?” ”Keine Einwände. So richtig geplant haben wir bisher ja noch nichts bisher.” ”Eben. Meinst du wir können es uns erlauben für vier Wochen die Firma alleine zu lassen?” ”Klar. Ich hab volles Vertrauen in unsere Angestellten. Wieso fragst du?” ”Weil ich vom letztjährigen Reiseanbieter gerade ein Last-Minute-Angebot bekommen habe. Flug am 10. Juni von Arlanda über Frankfurt nach San Francisco. Zurück dann am 06. Juli. Allerdings wäre das Wohnmobil etwas kleiner als wie letztes Jahr.” ”Was für eins bieten sie uns an?” ”Freightliner Sprinter Coachmen Prism. Ein Alkovenaufbau.” ”Reicht vollkommen aus.”
    Sandra tippt und klickt etwas auf dem Laptop.

    ”Nå, nu är det för sent.” ”Was ist zu spät?” ”Für umentscheiden ist es zu spät. Ich habe gerade die Buchung rausgeschickt.” Ich muss lachen. ”Alles klar. Ich freu mich schon drauf.” ”Jag också.”







    Wir passieren den Trafikplats Hölö. Ein paar Minuten später setze ich den Blinker und fahre von der E4 ab.
    Ich rolle auf das Gelände von der CirkleK-Tankstelle in Järna. Es ist inzwischen nach 20:00 Uhr. Ein langer Arbeitstag neigt sich dem Ende zu.

    Der Scania steht, der V8 verstummt.
    Wir schnappen uns Waschtasche und Badelatschen und machen uns auf zum Duschen.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

    542 mal gelesen

Kommentare 8

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    alaskabaer01 -

    Toll geschrieben und klasse Fotos. Viel Spaß in Amerika. Huch ich bin ja auch bald da, bei Jack. :D

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      infinity -

      Dauert noch. Es steht noch ne Runde durch Norwegen und ein bisschen Regionalverkehr aus bis es los geht. Aber die Wochen rennen wie Butter bei Sommertemperatur.

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    Werner 1960 -

    Klasse geschrieben.

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    loddi51 -

    Schönes Kapitel.

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Ich wünsche dann viel Spaß in der Heimat von Marc, Keela und all den anderen.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Ich denke, der Iceman könnte ein Hotel empfehlen für die Nächte zwischen Flug und Wohnmobilübergabe :)