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[KW19 - Dienstag bis Donnerstag] Urgent. Komplett ignoriert. Volksmusik.

  • [KW19 - Dienstag bis Donnerstag] Urgent. Komplett ignoriert. Volksmusik.




    Unsere Fahrerin Meja ist auch schon unterwegs.






    KW19
    Dienstag, 08.05.2018, finnisch-russische Grenze.

    Die Fahrt über Turku und Helsinki bis nach Vaalimaa verlief so weit unkompliziert. Trotzdem brauchten wir, bedingt durch Fährüberfahrten, für die knapp sechshundertachtzig Kilometer ordentlich Zeit. Die Abfertigung auf der finnischen Seite ging zügig voran. Die russischen Zöllner hingegen waren nach 18:00 Uhr nur noch bereit
    unsere Anmeldung anzunehmen. Fahrtechnisch war damit also Feierabend für heute.

    Das Abendessen haben wir bereits erledigt.Sandra telefoniert gerade mit Yanaa in St.Petersburg und ich schmeiße einen Blick auf meine Mails und ins Firmensystem. Ich stupse Sandra an. ”Warte mal kurz, Yanaa.” ”...” ”Was gibt's, Schatz?” ”Den Plan, dass du von St.Petersburg aus wieder nach Hause fliegst müssen wir kippen. Die Fracht für St.Pölten ist jetzt plötzlich mit //urgent// markiert.” ”Zeig mal.” Sie wirft einen Blick auf den Laptop und
    flucht leise ”Jävla skit.” ”Hast du deinen Flug nach Arlanda schon gebucht?” ”Nej, noch nicht. Können wir nur hoffen, dass wir morgen zügig nach Russland rein kommen. Ich hab da eine Idee...” Ihre Finger fliegen über die Tastatur. ”Hmmm, gut. … Das sollte passen.” Sandra zeigt im Disposystem auf unsere Fahrerin Wendy. Diese hat am Flughafen Warschau eine Abholung im Plan stehen, sodass wir dort unsere Paletten für Berlin umladen könnten. ”Ja, das könnte was werden. Ich kümmer mich da mal eben drum.” Ich bekomme von Sandra einen Kuss, dann wendet sie sich wieder zum Telefon ”So Yanaa, da bin ich wieder...”

    Ich greife zu meinem Telefon und wähle Wendys Rufnummer.






    An einem entspannten Feierabend war heute irgendwie nicht zu denken. Zig Telefonate gab es für uns beide zu führen und auch Sandra hatte dann noch ihren Laptop hochgefahren um einige betriebliche Vorgänge zu bearbeiten.

    Es ist 22:00 Uhr. Die Gardinen sind zu und Sandra kuschelt sich an mich. ”Sov gott.”Schlaf du auch gut.”




    Mittwoch, 09.05.2018, finnisch-russische Grenze.

    06:00 Uhr. Dong. Dong. Dong. Die Jungs von AC/DC spielen schon wieder auf.

    Wir machen uns fix frisch und bereiten uns das Frühstück.

    Kurz vor 08:00 Uhr kommt ein russischer Zöllner auf uns zu und drückt Sandra die Papiere in die Hände. Mich beachtet er nicht. Einen Augenblick später stiefelt er bereits wieder zurück zu seinem Bürogebäude. ”Was war das jetzt?” ”Keine Ahnung. Aber wir können los, hab alle Papiere und Stempel.” Mein Schatz klettert hinter das Lenkrad und startet den Scania.
    Sandra steuert den Hängerzug auf die E18. ”Das hätten wir. Ging ja vergleichsweise schnell.” ”Da hast du Recht. Mich hat vorhin nur gewundert, dass der Zöllner mich vorhin komplett ignoriert hat.” ”Ja keine Ahnung wieso. Ist mir aber auch egal. Hauptsache es geht voran. Kan du göra mig en kaffe?” ”Na klar mach ich dir einen fertig. Gehört ja zu den Grundnahrungsmitteln."

    Es geht vorbei an Baltiyets, Seleznyovo, Cherkasovo und Maynilo.

    Sandra setzt den Blinker rechts und fährt von der E18 ab auf den Western High-Speed Diameter über den wir direkt nach St.Petersburg kommen.







    Sandra folgt den Schildern in Richtung Novgorod/Tver/Moskau.
    Wir hatten in der Schule noch ein wenig Grundlagen Russisch. Für eine Unterhaltung im eigentlichen Sinne reichen die Kenntnisse nicht – aber zum Schilder lesen reicht es bei uns beiden. Wir rollen auf die M- 10 (E105) und Sandra beschleunigt den Hängerzug wieder. Wir passieren einen McDonalds. Knapp fünf kilometer später meldet unser
    Navi, dass wir erst links abbiegen sollen und unser Ziel dann links liegt.

    Die Paletten für den authoriserten Scania-Händler sind schnell mittels Gabelstapler abgeladen. Die zweite Ladestelle, ein Elektronikfachgeschäft, liegt nur eine Straße weiter. Die Entladung dort erfolgt über die Wareneingangsrampe. Und auch diese Paletten stehen auf dem Anhänger.









    Wir erreichen Pskow über die Leningradskoje Chaussee, die E95. Ich setzte den Blinker links und fahre auf das Gelände der THK-Tankstelle. Es ist kurz vor 18:00 Uhr. „Ich bin mal kurz verschwunden.“ „Was hast du vor?“ „Die
    Blase drückt, der Magen knurrt.“
    „Achso.“









    Der Scania ist vollgetankt und auch ich war noch fix zur Toilette. Wir sind wieder auf der E95. Noch einhundertzehn Kilometer bis Zur Grenze nach Lettland.



    Wir passieren Ostrov und überqueren den Welikaja. Sandra setzt den Blinker rechts und zieht auf die 58K-306. Was auch immer diese Buchstaben-Zahlenkombination der Straße bedeuten soll.

    Vorbei an Gryzavino, Zadorozh'ye, Shmyki und Vyshgorodok erreichen wir die Grenzstation. Die Uhr zeigt 20:20 Uhr.

    „Geb mir mal die Papiere rüber. Ich geh uns eben fix zur Abfertigung anmelden.“







    Wir sind wieder unterwegs. Ich sitze immer noch auf dem Beifahrersitz. Die Uhr rückt gerade auf 21:00 Uhr vor. „Die Abfertigung ging ja in Rekordzeit über die Bühne.“ „Das haben wir Yanaa zu verdanken. Sie hat an der Grenzstation eine Bekannte sitzen. Mit der hat sie im Vorfeld alles geklärt. Da wir in Petersburg nichts zugeladen haben wurden wir als Transit abgeferigt.“

    Lettlands A13, im Europastraßennetz die E262, verläuft lange Zeit schnurgerade. Sandra hat den Tempomaten auf 74 km/h eingestellt. Während PKW, Motorräder und Transporter/Gespanne bis 3,5t auf den Kraftfahr-, Schnell- bzw. Expressstraßen einhundertzehn fahren dürfen ist für alles was schwerer ist das Limit bei siebzig.

    Im Radio läuft entspannt Bruce Springsteen mit My hometown. Darauf folgt, zwar auch ruhig aber dennoch wesentlich rockiger, der Boomerang von Smash into pieces. Sandra huscht wieder einmal ihr freches Grinsen übers Gesicht. „Hej, musik från hemmet.” ”Das klingt aber nicht nach heimatlicher Volksmusik.” Mein Schatz verschluckt sich fast vor Lachen. ”Ja. Nej. Ist klar. Ich meinte schon die Herkunft der Band. Die Jungs kommen aus Örebro."

    Wir erreichen die Stadt Rēzekne, die von Einwohnerzahl und Fläche mit Trelleborg vergleichbar ist. Um nicht quer durch den Ort zu fahren führt uns das Navi via A12 und A15 ein mal nordwestlich drum herum. An einem Kreisverkehr geht es dann wieder zurück auf die A13 und Sandra beschleunigt wieder.

    Es geht am Flughafen von Daugavpils vorbei. Kurz darauf fängt der digitale Wächter an zu meckern. Es wird also wieder Zeit für einen Fahrerwechsel.

    An einer Tankstelle wechseln wir die Plätze. Inzwischen ist es 23:15 Uhr. Sandra gähnt. ”Schatz, bist du mir böse, wenn ich mich bisschen hin lege?” ”Ne, mach das mal. Willst du nachher noch mal anderthalb Stunden Fahren um auf einen Zehner zu kommen?” ”Ich glaube, das ist keine so gute Idee. Bin voll groggy.” ”Ok.” Ich gebe Sandra einen Kuss. Dann tauschen die Fahrerkarten ihrer Platz.







    Donnerstag, 10.05.2018, Zajazd Graniczny WAMAR
    03:02 Uhr. Der V8 verstummt. Feierabend. Die Nachtfahrt war unkompliziert und kaum Verkehr unterwegs. Auf litauischem Gebiet hatte ich mit 90 km/h zudem auch wesentlich schneller als in Lettland fahren dürfen.
    Sandra liegt in der Koje und schläft tief. Ich gehe noch kurz in den Sanitärtrakt der Raststätte und lege mich dann zu ihr.







    Ich werde langsam wach. Sandra sitzt auf dem Beifahrersitz und hat den Laptop laufen. „Guten Morgen, mein Schatz.“ „Hej Süßer.“ „Wie spät haben wir es?“ „Kurz nach 10:00 Uhr.“ „Dann müssen wir noch drei Stunden stehen bleiben bis wir die Pausenzeit voll haben.“ „Mhm. Gehen wir zusammen Duschen und dann was Essen?“





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    Mit diesem Kapitel wünsche ich euch ein schönes Pfingstwochenende.

    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

    862 mal gelesen

Kommentare 6

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    Werner 1960 -

    Tolles Kapitel mit schönen Fotos.

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    alaskabaer01 -

    Schönes Kapitel und Fotos vom Gliederzug.

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    Sauerlaender -

    Wieder ein sehr schönes Kapitel von dir.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel.

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    Viking1971 -

    Bis zur Neuordnung der Nummerierung der Fernstraßen Russlands ab 2010 trug der Abschnitt Nowgorod – Porchow die Nummer A116. Die A116 verlief von Porchow weiter über Ostrow und vorbei am Pytalowo bis zur Grenze nach Lettland (dort weiter als A13 Richtung Rēzekne – Daugavpils – litauische Grenze). Dieser Teil der ehemaligen A116 trägt heute als Regionalstraße der Oblast Pskow bis Ostrow die Nummer 58A-309, weiter die Nummer 58K-306. Es ist wie mit vielen Straßen. Warum sie welche Nummer haben, kann dir oftmals nur ein Sesselfurzer erklären, der in seinem Büro diesen Mist verzapft hat.

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    loddi51 -

    Schönes Kapitel.