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[KW13/2018, Freitag bis KW 14/2018, Mittwoch] Kurzurlaub. Fahrzeitpoker. Pizza XXL.

  • [KW13/2018, Freitag bis KW 14/2018, Mittwoch] Kurzurlaub. Fahrzeitpoker. Pizza XXL.


    KW 13/2018

    Freitag, 30.03.2018, München.
    Sandra zieht einen kleinen Koffer hinter sich her und guckt sich suchend um. „Här är jag.“ Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht. Sie kommt zu mir und begrüßt mich mit einem langen Kuss.







    Es ist 12:00 Uhr. Wir räumen gerade die letzten Sachen fürs Wochenende in den Wohnkoffer vom Kamaz.

    Ich fülle noch den Frischwassertank auf und schließe anschließend das Hallentor. Sandra war noch kurz in der Küche und kommt jetzt gerade mit einer Kanne Kaffee um die Ecke. Ich mustere sie. Sie trägt eine enge, aber bequeme, beige Cargohose und dazu ein Langarmshirt, eine Weste und einen farblich passenden Lederhut. „Wow, Süße. Du schaust sexy aus.“ Ich ernte ein freches Grinsen. „Nur gucken, noch nicht auspacken.“
    Sandra klettert auf den Beifahrersitz und ich starte den Kamaz.





























    KW 14/2018

    Montag, 02.04.2018, München.
    Die Fahrt über die Ostertage nach Venedig war Entspannung pur.
    Während wir Anfangs noch auf den üblichen Straßen unterwegs waren führte uns der weitere Weg später über unbefestigte Routen. An einigen Stellen waren es Passstraßen auf denen uns kein anderes Fahrzeug hätte entgegen kommen dürfen. Der Kamaz mit seinem hoch liegendem Allradfahrwerk und den Ballonreifen war für diese Straßen der ideale Reisebegleiter. Der grüne Wohnkoffer ist mit allem ausgestattet was es für das autarke Reisen bedarf, wodurch uns möglich war die Fahrt ohne die Suche nach einem Campingplatz zu gestalten.

    Es ist 19:00 Uhr. Sandra steuert den Kamaz durch den Kreisverkehr direkt zum Terminal 2 von wo aus ihr Flug nach Arlanda um 20:50 Uhr starten soll.

    Der Kamaz verstummt. Sandra hat ihn vor dem Terminal auf einen Parkplatz vor dem Terminal abgestellt. „Das war ein tolles Wochenende. Hat auch echt Spaß gemacht mal Abseits von asphaltierten Straßen zu fahren.. Aber jetzt muss ich zusehen, dass ich zum Flieger komme.“
    Vor dem Kamaz umarme ich meinen Schatz und gebe ihr einen Kuss. Als ich diesen löse folgt von Sandra prompt „En mer, tack.“ Wie immer kann ich diese Bitte natürlich nicht abschlagen. „Ich liebe dich.“ „Ich dich auch. Komm gut nach Hause und schreibe mir eine Nachricht, wenn du angekommen bist.“ „Mach ich.“ Ich bekomme
    noch einen Kuss, dann schnappt sich Sandra ihren Koffer und verschwindet ins Terminal.

    Für mich geht es im Kamaz jetzt noch einmal gut dreißig Kilometer bis zu meiner Niederlassung.



    Dienstag 03.04.2018, München.
    Punkt 04:00 Uhr schmeißt mich mein Wecker aus dem Bett. Der Alltag hat mich wieder. Also ab ins Bad und anschließend Frühstück essen. Ich kenne viele die mir erzählt haben dass ihnen diese Zeit zu früh wäre um etwas zu essen. Ich sehe das anders. Egal ob ich abends um 23:00 Uhr wieder aufstehe, frühs um 02:00 Uhr oder erst um 09:00 Uhr: Frühstück ist und bleibt die wichtigste Mahlzeit des Tages. Lieber verzichte ich aufs Mittag.

    Bei der Abfahrtskontrolle kann ich keine Mängel feststellen. Abfahrt um kurz vor 05:00 Uhr, knapp eine Dreiviertelstunde bis zum Cargocenter am Flughafen Franz-Josef-Strauß.







    Es ist 07:00 Uhr. Ich bin fertig geladen, habe meine Papiere. Ich ziehe den Zug ein Stück vor und schließe dann die Türen vom Auflieger. Man hört das blubbern eines V8. Einen Augenblick später fährt ein Scania R580 mit einer auffälligen Airbrushlackierung um die Ecke. Es ist meine Fahrerin Lilly. Ich gehe kurz zu ihr ans Fahrerhaus „Moin
    Kleene.“
    „Hi Chef. Alles roger? Habt ihr die Ostertage gut rumbekommen?“ „Jo. Bin gerade mit laden fertig und mach mich jetzt gleich auf die Socken. Die Ostertage waren top. Waren ja mit dem Kamaz runter nach Venedig. Mal abseits der Autobahn. Wo geht’s bei dir hin? Hab nicht in die Dispo geguckt.“ „In die Stadt der Liebe. Mal gucken ob man sich da 'nen süßen Franzmann angeln kann.“ „Was Flo wohl dazu sagt...“ „Nix. Rein gar nix. Mein Männe taktet das schon so, dass ich dafür gar keine Zeit finde. Aber kennst mich ja... Einfach mal nen flotten Spruch und so.“ „Klar kenn ich das. Ist auch gut so, dass weder du noch die anderen auf den Mund gefallen seit. In dem Sinne: komm gut durch.“ „Danköööö. Du auch.“







    Ich bin auf der A9 unterwegs und nähere mich der Ausfahrt Berg. Ein bisschen Zeit habe ich noch um die viereinhalb Fahrstunden voll auszunutzen. Na gut, dann flattern wir halt an diesem Autohof vorbei.
    Es geht vorbei an der Abfahrt Schleiz. Der Verkehr wird dichter. Parallel dazu fängt mein Tachograph an zu meckern. Hätte ich doch auf Berg die Pause machen sollen?

    Die Beschilderung weist die Rastanlage Himmelsteiche in eintausend Metern aus und noch rollt der Verkehr.
    Blinker rechts. Ich fahre auf die Rastanlage. Restfahrzeit bis zur Pause:null Minuten. In dem Moment wo ich den Zug abstelle und auf den Wächter auf Pause setzen will springt dieser auf minus eine Minute.
    Gepokert. Verloren.







    Ich bin auf der A9 unterwegs gen Norden als ich über ein Schild lachen muss. Die nächste Abfahrt führt nach... Lederhose, eine Gemeinde im Landkreis Greiz mit nicht einmal dreihundert Einwohnern. Kurz darauf passiere ich das Hermsdorfer Kreuz.

    Es geht vorbei an Weißenfels und Schkeuditz. Rechterhand ist der Flughafen Leipzig zu sehen.

    Ich erreiche das Autobahndreick Potsdam und damit die A10, auch als Berliner Ring bekannt. Am Dreieck Nuthetal wechsele ich auf die A115. Und wieder fängt mein digitaler Wächter das meckern an. Noch mal pokere ich jetzt nicht. Ich wähle die Rufnummer meiner Berliner Niederlassung. „Van Oost, hansekontor in Berlin.“ „Hej Mona.
    Schön dass du noch im Büro bist. Ich hab hier ein Problem.“
    „Tach Chris. Probleme? Du? Gibbet nich. Bei dir gibt’s nur Aktionen, die alternativ gelöst werden müssen.“ „So kann man das auch ausdrücken. In diesem Fall bist du die Alternative.“ „Lass ma kieken. Wie kann ick helfen?“ „Ich bin auf der A115. Fahre jetzt Nuthetal runter und stell mich dort beim Caravanhändler hin. Ich hab heute schon ein mal die Fahrzeit in die Tonne getreten. Dank dem
    Verkehr auf der A9 vorhin würde das jetzt wieder passieren. Dat Zeuch hinten drauf muss aber heute noch ins Cargocenter in Tegel.“
    „Verstehe. Also schwing ick mich in den Sprinter und rette dir den Hintern. Geb mir vierzig Minuten.“ „Neunundreißig.“ „Von mir aus oooch das.“ „Danke. Bist ein Schatz. Bis gleich.“ Ich lege auf und verlasse die Autobahn.

    Es ist 17:10 Uhr als der weiße Sprinter neben meinem rovfågel hält. „Tach ooch. Hat bisschen was gedauert. Die Berliner Clowns haben Feierabend. Und so fahren sie auch.“ „Dachte ich mir. Ist kein Problem.“ „Sooo, ick würd sagen wir tauschen die Autos. Den Trailer bring icke denne ooch direkt ma noch zu Mercedes. Freitagabend fährst du dann von dort aus nach Stockholm damit.“ „Oha, doch mal wieder Richtung nach Hause.“ „Jo. Übrigens... wenn du gleich an der Niederlassung bist wirst du auf Danny treffen.“ „Du meinst unseren Norweger?“ „Mhm. Genau den. Sodenn, bis nachher. Ich hätte dann gerne eene Pizza Diablo.“ „Ruf den Pizzaheini an, wenn du bei Mercedes losdüst. Bestell dir eine und für Danny und mich auch gleich. Dann kommt der mit dir zeitgleich bei uns an.“

    Mona legt ihre Fahrerkarte ein, startet den Scania und macht sich auf den Weg meine Tour zu Ende zu fahren. Ich folge ihr mit dem Sprinter zur Autobahn...



    Mittwoch, 04.04.2018, Berlin.

    Der Dienstagabend war dann zum Abschluss doch recht entspannt gewesen. Wie von Mona angekündigt war Danny mit seinem Volvo bei uns für eine Übernachtung gelandet und es gab einiges zu erzählen.





    Die Pizza war lecker und in XXL. Nach dem Abendessen hatte Mona sich dann auf den Weg nach Hause gemacht. Danny ging zeitig schlafen, da er bereits um 02:00 Uhr wieder los musste. Ich telefonierte dann noch eine Weile mit Sandra und verschwand dann auch im Bett.

    07:00 Uhr. Ich sitze im Büro mit einer Tasse Kaffee und gucke mir die Routenplanung für den Spezialtransport an. „Geb mir mal bitte den Schlüssel vom stora rovfågel.“ „Was hast du vor?“ „Da ist noch 'ne Maier-Flink-Plane aufgesattelt. Den hab ich gestern bei Mercedes gleich noch leer abgezogen. Ich hatte aber gestern keine Lust mehr den noch richtig hinter die Halle zu kullern. Pizza war wichtiger. Außerdem kann ich uns dann gleich schon den Auflieger für den Spezialtransport aufsatteln.“




    Ich reiche ihr den Schlüssel rüber. „Wie meinst du aufsatteln für uns?“ „Du fährst nich alleeen. Den leeren Part nach Tschechien runter fahr icke. Dann kannst du die vierhundertfünfzig Kilometer bis Nürnberg fahren ohne Probleme bei der Lenkzeit zu bekommen. Passt sonst alles nich, wenn was dazwischen kommt.“ „Ich liebe es, wenn jemand mitdenkt. Aber irgendwie hatte Annyka was von Frankfurt/Oder erzählt. Hier steht jetzt aber was von Višňová, unterhalb von Görlitz.“ Mona lacht. „Für die Bayern ist doch alles nördlich vom Weißwurstäquator eins. Martin und Simone haben die Pläne auch per Mail bekommen. Sie wären übrigens gerne selbst die Tour mit dir gefahren, schaffen das aber zeitlich nicht, weil sie noch in Frankreich rum turnen. Aber sie schicken wie besprochen zwei Begleiter, die sich auch in der Ecke wohl ganz gut auskennen. Wenn mich eener sucht, ich bin ma unten.“






    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

    508 mal gelesen

Kommentare 7

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    alaskabaer01 -

    Und wieder ein Spannendes Kapitel mit tollen Fotos.

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    Werner 1960 -

    Schön geschrieben

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel von dir.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Allerdings ein Bisschen Wasser in den Campingwein. Du scheinst schon sehr schwedisch veranlagt zu sein. Südlich der Ostsee gilt das Jedermannrecht aber nicht. Also bitte nur auf Campingplätzen und ausgewiesenen Wohnmobilparkplätzen campen :P Bei einem Kamaz wird ja kein EG-Digitacho drin sein, denn den musst Du sonst mit der Fahrerkarte nutzen und machst Dir Lenkzeit aufs Konto, wenn Du im Urlaub bist.

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      infinity -

      Zum Übernachten: Wo mich keiner sieht... Meine Erfahrung in RL: solange du den Platz hinterlässt als wärst du nie da gewesen wird dir niemand verwehren deine Fahrtauglichkeit wieder herzustellen. Dazu zählt auch der Frühstückskaffee. Der Kamaz ist im übrigen als Sonder-Kfz Wohnmobil zugelassen und zudem als nicht-gewerbliches privates Fahrzeug. Damit entfällt die Aufzeichnungspflicht. (christiansblog.eu/blog/2016/05…n-mit-dem-lkw/#Wohnmobile)

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      TurboStar -

      Zu dem Thema scheint es so viele als Wahrheit deklarierte Aussagen zu geben wie Suchmaschinentreffer :S

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    loddi51 -

    Schönes Kapitel.