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Kapitel 163 - Eddie Stobart's 12 Days of Christmas, Teil 1

  • Montag, 04.12.2017

    On the first day of Christmas, Eddie gave to me,
    Isotrak instructions for my delivery!


    In den letzten Wochen vor Weihnachten ging der Ernst des Lebens dann auch für mich mal wieder los. Dadurch, dass wir 3 Trucks abgeordnet hatten an Stobart, konnten Philip und Lewis das Büro problemlos alleine schmeißen und ich nahm mir also den alten Volvo FH16, dem Luke ein ziemlich leuchtendes Metallicblau spendiert hatte.
    GPS-Tracker und eine alte Isotrak-OBU mit den 10 Seitentasten und Monochrom-Textdisplay aus einem der DAF hatten es rein geschafft. Also war ich bereit, um für die britische Nummer 1 unter den Logistikdienstleistern zu starten. Mal sehen, wo meine Befehle her kamen.

    PICKUP: UKDES-UNI
    DESTIN: UKPOR-STO
    TRAILER: S-KFL202
    LOAD: TOOTHPASTE
    WEIGHT: 18000
    REMARKS: TRAILER BY SUBCONTRACTOR
    DISPATCH: UKHEY-STO-SAC

    Also war es Heywood nördlich von Manchester geworden. Wer SAC war, wusste ich natürlich nicht. Und auch wenn ich jetzt drauf klickte, könnte ich vermutlich nichts mit dem Namen anfangen, außer es wäre ein Zufallstreffer aus der Fernsehserie. Savanna Chance sagte mir allerdings auch von da her nichts.

    Die Ladung war Zahnpasta aus dem Unilever-Lager hier im Deeside Industrial Park nach Portsmouth ins dortige Stobart-Depot, eine eher unspektakuläre Fuhre. Um 7:10 Uhr war ich unterwegs auf der M6 nach Süden.




    Vor Birmingham wechselte ich auf die M5 nach Süden und Lower Wick Services kurz vor Bristol war meine Mittagspause. Von Bristol nach Southampton musste man die nicht überall ausgebaute A36 fahren. Kurz vor 17 Uhr erreichte ich mein Ziel und machte dann für die Nacht Pause im Depot. Es gab für die Fahrer von Stobart und die offiziellen Subunternehmer Stellplätze am Rand des Geländes und Sozialräume mit Küche, Dusche und WC.


    Dienstag, 05.12.2017

    On the second day of Christmas, Eddie gave to me,
    a country I have never been,
    and Isotrak instructions for my delivery


    Am nächsten Morgen staunte ich dann doch nicht schlecht, als ich die neue Anweisung in Isotrak bekam:

    PICKUP: UKPOR-STO
    DESTIN: ADAND-FED
    TRAILER: TET9905
    LOAD: CANNED FISH
    WEIGHT: 17000
    SUPPLY PORT / BAY: 14
    DISPATCH: UKHEY-STO-SAC

    Nun hieß es also, von unserem KFL-Trailer Abschied zu nehmen, der 4 Docks weiter stand und auf eine neue Aufgabe, höchstwahrscheinlich hinter einer Stobart-Zugmaschine wartete. Diese Ehre wurde nicht allzu vielen Subunternehmern zuteil und schon gar nicht in ihrer ersten Saison.




    Andorra war allerdings ein ziemlich heftiger Ritt. Damit dürfte ich kaum vor Samstag wieder zu Hause sein. Zwar hatte ich, nachdem ich mich mit einem Linkslenker angemeldet hatte, auch zu Touren auf den Kontinent zugestimmt, aber so weit hatte ich nicht erwartet.

    Bei Sonnenaufgang war ich schon auf dem Weg nach Folkestone. Es dauerte aber doch sehr lange, an der Küste entlang zu fahren. Die Fähre von Portsmouth nach Cherbourg wäre deutlich praktischer gewesen, hatte aber einen entscheidenden Haken - sie fuhr nur von April bis Oktober.

    So ging es schon auf Mittag zu, bis ich schließlich auf dem Zug stand und der halbe Arbeitstag war rum. Auch einen Telepeage-Transponder gab es in diesem Truck, denn im Sommer hatte ich ja noch geplant, damit regelmäßig Urlaubsvertretung zu fahren und da wäre Frankreich ganz bestimmt drin vorgekommen.

    Der größte Haken an Frankreich war Paris. In diesem Land ging man ja davon aus, dass es nicht möglich wäre, etwas an Paris vorbei zu erledigen. Also führten auch alle Straßen konsequent dort hin und wer vom Ärmelkanal in die Pyrenäen wollte, musste eben über die Peripherique, wo aber auch die Leute lang mussten, die aus der Bretagne in die Alpen oder von Deutschland nach Bordeaux wollten. Wenigstens war es noch gut vor dem Berufsverkehr am Nachmittag und die Strecke war ziemlich frei. Ich kannte diese Stadt auch anders.




    Viertel nach vier war mir zu früh für Feierabend. Also beschloss ich spontan, nur 45 Minuten hinter einer Mautstation stehen zu bleiben und dann noch auf einen 10er zu fahren. Das reichte bis zum Rastplatz Bois de Bailly, wo ich erst einmal tankte und dann auf die Parkplätze fuhr. Die Tankstelle war auch noch eine BP, also konnte ich mit der Routex-Karte bezahlen und den Kundenbonus einstreichen. So konnte man Frankreich ja glatt lieben. Aber leider würde sich das schon wieder ändern, wenn ich gleich versuchte, mir im Rasthaus Essen zu bestellen und mich nicht mit dem Personal auf eine Amtssprache würde einigen können.

    Als ich vom Abendessen zurückkam, gab es ein Subunternehmer-Treffen der Generationen. Neben meinem Volvo FH16 Classic mit einem älteren und schon etwas ausgeblichenen Curtainsider stand ein aktueller FH16 mit einem neuen Kofferaufbau. Er war auf dem Weg von Bristol zu Airbus nach Toulouse. Ich ging mit ihm zurück ins Rasthaus auf einen Cider, den zum Glück auch die Franzosen in guter Qualität herstellen konnten.




    Mittwoch, 06.12.2017

    On the third day of Christmas, Eddie gave to me,
    landscape views of France,
    and Isotrak instructions for my delivery


    Der Kollege musste noch über 2 Stunden stehen, als ich mich auf den Weg machte. Als die Morgendämmerung einsetzte, war ich schon ein gutes Stück weiter und das Licht brachte eine schöne Landschaft hervor. Frankreich könnte eigentlich ein schönes Land sein, aber es leben entschieden zu viele Franzosen dort.




    Dank der frühen Startzeit hatte ich schon vor dem großen Andrang meine Mittagspause. Heute würde ich allerdings schon den zweiten 10er verheizen müssen, wollte ich rechtzeitig da sein.

    Schließlich wurde es bergiger, die Ausläufer der Pyrenäen waren erreicht.




    Noch ziemlich am Fuß machte ich in einem Dorf die zweite Pause und nachdem ich den Fraß auf dem Rastplatz vorhin verschmäht hatte, ging ich hier in ein Bistro und genoss ein Ofenbaguette, was natürlich etwas komplett anderes war, als diese billigen Nachbauten, die sich so in deutschen Tiefkühltruhen fanden.

    Nach einigem Bergauf war es geschafft und ich erreichte den Zwergstaat, um den ich bisher im Wortsinne drum herum gekommen war. Blieben, den unwahrscheinlichen Fall, dass es auch Aufträge in den Vatikan geben konnte, mal ausgenommen aber immer noch mit San Marino, Monaco und Liechtenstein drei Zwerge übrig.




    Ich stellte meinen Trailer bei FedEx, die hier als regionaler Verteiler für Stobart arbeiteten, an die Rampe und bekam das Angebot, die Zugmaschine dran zu lassen und auf dem Gelände zu übernachten. Duschen und Toiletten gab es auch, allerdings keine Kantine. Damit konnte ich leben und mir im Fahrerhaus was machen.


    Donnerstag, 07.12.2017

    On the fourth day of Christmas, Eddie gave to me,
    a steep drive downhill,
    and Isotrak instructions for my delivery


    Nun war ich gespannt, wo es nun hin gehen sollte.

    PICKUP: ADAND-FED
    DESTIN: FRLIL-HEI
    TRAILER: TET9905
    LOAD: HERBS
    WEIGHT: 14000
    DISPATCH: UKHEY-STO-SHP

    Nun ging es also mit Kräutern weiter und das Ziel war die Heineken-Brauerei in Lille. Wo das Reinheitsgebot nicht galt, war es ja üblich, Bier mit Kräutern oder Früchten zu aromatisieren. Natürlich war es wieder dunkel, als ich mich wieder auf den Weg machte. Und nördlich des Hauptkamms war es dann auch immer noch dämmrig, als ich den Pass wieder runter fuhr.




    Zurück im Tal war es zumindest ziemlich neblig.




    Auf der weiteren Fahrt rief Luke an und wollte wissen, wo ich war und wann ich zu Hause sein würde. Ich hatte durchgerechnet, dass ich mit einer direkten Tour von Lille nach Hause nicht vor Samstagabend ankommen würde und außerdem die zulässigen 56 Stunden ziemlich verbrauchen würde. Immerhin konnte es dann nächste Woche maximal dreieinhalb Tage lang gehen, um in der Zweiwochenzeit zu bleiben.

    Ansonsten war es ein unspektakulärer Tag und mangels Rastplätzen fuhr ich von der Autobahn ab und übernachtete auf einem Tankstellengelände in Issoudun bei Bourges.


    Freitag, 08.12.2018

    On the fifth day of Christmas, Eddie gave to me,
    the lights of Orleans,
    and Isotrak instructions for my delivery


    Um 3 Uhr ging es weiter, auch wenn das hochgerechnet nicht ideal mit Paris sein würde. Ideal war dafür, dass ich die Loire noch in der Dunkelheit überquerte, aber dafür schon die Leute sich auf den Tag vorbereiteten und aufgestanden waren. Und so leuchtete Orleans am Ufer entlang in die Dunkelheit.




    Der Norden Frankreichs hatte nicht so viel Landschaft zu bieten und ich hatte ihn so oft durchquert, also ging es ohne besondere Ereignisse weiter. Besonders war allenfalls, dass Paris zwar voll war, aber der große Stau ausblieb. Es ging mit niedrigem Tempo aber einigermaßen flüssig weiter.

    Der Kalendertag war gerade mal zur Hälfte rum, als mein Arbeitstag um 12:20 Uhr dafür komplett rum war. Ich fuhr von Heineken Solo zu einem Parkplatz im Gewerbegebiet, wo sich um die Uhrzeit nur ein weiterer Truck für eine Pause hin verirrt hatte.




    Als ich wach wurde, schaute ich mal nach, ob schon ein neuer Auftrag da war. Er war da und es ging wieder von Heineken nach Hause, mit Abladestelle in Chester, also fast zu Hause.

    PICKUP: FRLIL-HEI
    DESTIN: UKCHE-TES
    TRAILER: SMT1212
    LOAD: BEER
    WEIGHT: 25000
    DISPATCH: UKHEY-STO-BRP

    Um 21:30 Uhr hatte ich aufgesattelt und holte meine Papiere. Genau Mitternacht kam ich am Zugterminal in Calais an. Dort war ich in bester Gesellschaft, denn ein anderer Subunternehmer war mit einem Kühler da und wollte auch zurück auf die Insel. Allerdings war er einen Zug nach mir dran.




    Samstag, 09.12.2017

    On the sixth day of Christmas, Eddie gave to me,
    a sleep break close to home,
    and Isotrak instructions for my delivery


    Der große Vorteil, um 1:00 Uhr in Folkestone loszufahren war, dass man noch mitten in der Nacht um London herum kam. Mit meiner Fahrzeit kam ich bis Coventry, machte 45 Minuten Pause und dann ging mir wie befürchtet bei Stoke-on-Trent die Tagesfahrzeit aus. Also musste ich 9 Stunden Pause machen und versuchte, wenigstens ein Bisschen tagsüber zu schlafen. Immerhin war ich schon seit vor 21 Uhr wieder wach.

    Am Ende waren es noch knapp 2 Stunden bis nach Hause, wo ich einen Stobart-Trailer mit hingenommen hatte, der bei Tesco im Regionallager bereit stand. Luke empfing mich mit einem selbst gekochten Abendessen, was sich für mich mehr nach Mittag anfühlte. Was eine Woche. So krass hatte ich es mir nicht vorgestellt, als Subunternehmer zu fahren.

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    "12 Days of Christmas" ist ein englisches Weihnachtslied für Kinder, bei dem in der Urfassung jede Strophe im Stil des deutschen Reisespiels "Ich packe meinen Koffer" etwas dazu kommt, das der Sänger von seinem Liebchen geschenkt bekommt. Dabei wird an sich auch in jeder Strophe das neue Teil so oft wie der Tag ist hinzugefügt, also 6 am sechsten Tag.
    Vor einigen Jahren sangen für einen guten Zweck die aus der Fernsehserie "Eddie Stobart Trucks & Trailers" bekannten Fahrer eine Version, bei denen Eddie (Stobart) ihnen für ihre Arbeit etwas gibt, was hier auch als Anregung diente. Wie bei vielen kommerziellen Aufnahmen wird dann nicht jede Strophe alles wiederholt, sondern nur das neue und das erste, das sich auf "me" reimen muss. Daher wird nicht an jedem Tag in meinem Tagebuch eine Anweisung über Isotrak kommen. Das ist nur die Reimzeile auf "gave to me".

    Wen es interessiert - hier ist das Video der Stobart-Fahrer:

    746 mal gelesen

Kommentare 13

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Dann sollten wir beide mal sehen, dass wir das virtuelle Weihnachten rumbekommen. ;)

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    loddi51 -

    Wieder ein klasse geschriebenes Kapitel.

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    infinity -

    Rumtreiber. Bei den Wallnusssalmi-Produzenten mit der Baskenmütze war ich auch schon lange nicht mehr.

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      TurboStar -

      Tja, passte nicht so ganz in die Story, aber war zu verlockend, es nicht zu fahren.

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    DanNHG -

    Koff dich endlich ma nen Scania :D

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      TurboStar -

      Machen die auch Schreibtischstühle? :D Bei den Angestellten gibt es schon einen Scania R490 Streamline, Ricky fährt was da ist - in dem Fall war das der Youngtimer Volvo. Ich komme mit Scania nicht klar, ist einfach nicht meine Marke.

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      infinity -

      Jeder fährt das was bei ihm auf'm Hof steht. Im RL gibt's auch einige die mir den Lada partout ausreden wollen, weil Vauweh ja so viel besser sei und ich das unbedingt fahren müsste. In dem Sinne :P :P

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      Sauerlaender -

      Mein aktueller Chef, der ja nicht nur den Versandbereich betreibt, bei dem ich bin, sondern auch eine Spedition, hat da eine recht bunte Mischung. (was sich aber nur auf die Marken der Zugmaschinen bezieht. Sonst sind die Maschinen weiß und ziehen Kögel Trailer mit grüner Plane) Wir haben tatsächlich MAN, Volvo, Scania, DAF und Mercedes im Fuhrpark. (Aufzählung nach der Häufigkeit gestaffelt). Da gibt es fast für jeden LKW Fan das passende Fahrzeug.