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[Woche 125 - Montag bis Donnerstag] Alkoholkonsum. Den feta saken. Schneegestöber.


  • [Woche 125 - Montag bis Donnerstag] Alkoholkonsum. Den feta saken. Schneegestöber.





    Montag, A7 bei Schleswig.
    Noch ein paar Kilometer bis ich in Dänemark bin.
    Ich passiere die Ausfahrt Schleswig/Schuby. Ein Kleintransporter kommt die Ausfahrt hoch und bleibt erst einmal hinter mir. Dann überholt er mich im Schneckentempo und setzt sich schließlich vor mich. Es folgt die rote Leuchtschrift BAG. BITTE FOLGEN. Na klar... Man fährt mit drei Europaletten spazieren und die Jungs wollen das sehen.
    Ich folge der Aufforderung und fahre mit auf den Rastplatz Arenholzer See Ost. Den digitalen Wächter stelle ich auf 'sonstige Arbeitszeit'. „Guten Morgen.“ Die Beamten stellen sich kurz vor und fordern dann Führerschein, Zertifikate, Fahrzeugpapiere, Frachtpapiere und einen Ausdruck vom digitalen Tachographen. „Viele Kilometer sind Sie mit dem Zug aber noch nicht gefahren. Womit waren Sie denn letzte Woche unterwegs?“ „Zusammen mit meiner Frau in ihrem Fahrzeug. Der hier ist gerade erst zugelassen.“ „Und der Trailer sieht auch noch jungfräulich aus. Fahren Sie für EISITRANS im Auftrag oder wie passt die Kombination zusammen? Was mich wundert ist, dass Ihre Firma in den Papieren als Halter steht.“ „EISITRANS ist in der Tat ein Kunde von uns. Die Fracht läuft aber im Namen und Rechnung des hansekontor. Die Hamburger Zulassung begründet sich damit, dass wir Trailer verleasen. Und dieser ist gerade entsprechend von uns für den Kunden fertig gemacht worden.“ „Hm, OK.. Ich würde gerne einen Blick auf die Fracht werfen.“ Och manno, haben die lange Weile? Ich öffne die Hecktür. Viel zu sehen gibt es nicht – die drei Europaletten dümpeln ordnungsgemäß gesichert an der Stirnwand vor sich hin. „OK, Sie können wieder zu machen. Haben Sie was getrunken?“ „Ja klar. Kaffee, Wasser...“ „Verarschen Sie mich gerade?“ „Warum sollte ich? Ich habe Ihre Frage beantwortet. Sie dürfen ruhig präziser fragen, wenn Sie den Genuss von Alkohol meinen.“ Ich sehe wie es im Gesicht des jungen Beamten arbeitet. Der Ältere, der sich bisher zurück gehalten hat, hingegen ist sichtlich amüsiert.
    Dieser ist es dann auch, der mir meine Papiere zurück gibt. „Nichts für Ungut Herr Dansör; mein Kollege ist noch nicht so lange dabei. Bei Ihnen ist alles in Ordnung. Gute Fahrt.“ „Danke. Ruhige Nachtschicht.“ Ich steige in mein Fahrerhaus und blicke noch einmal zum BAG-Transporter zurück. Die beiden Beamten diskutieren sichtbar miteinander.
    Inzwischen ist es 02:30 Uhr. Ich starte den V8 und fahre zurück auf die A7.



    ...



    … Wir unterkellern Schleswich-Holstein. Und dann werden die Alpen tapiziert. Oberbayern pinseln wir mit Holzleim. Und das Ruhrgebiet wird asphaltiert. Wir sind die Torfmoorholmer Volkspartei. Unsren Bürgermeister müsst ihr wähl'n. Sonst kommt ihr nie von eure Sorgen frei. Lasst euch von die annern nichts erzähl'n. Wir haben
    die Lösung von das Ganze. Mit uns bekommt ihr noch eine Chance...

    Ist klar... Ich bin mitten in Schleswig-Holstein und der Nachtmoderator legt lokale Musik auf. Torfrock eben...







    Ich fahre über den Kleinen Belt. An der Abfahrt Middelfart/Strib fahre ich von der E20 ab, denn es wird Zeit für die Pause. Da der Burgerbrater vor Ort erst um 10:00 Uhr öffnet und die Tankstelle nur aus ein paar Zapfsäulen besteht mache ich mir den Kaffee im Scania fertig und hole mir einen Jogurt aus meinem Kühlschrank.

    Es ist 05:35 Uhr als ich zurück zur E20 fahre.








    Eine Dreiviertelsunde später verlasse ich den Fynske Motorvej und fahre über den Munkebjergvej und die Niels-Bohrs-Alle in das Gewerbegebiet in dem der Odenser IKEA liegt. Die drei Paletten sind schnell abgeladen und die Papiere unterzeichnet. Ich ziehe den Zug von der Rampe ab und schließe die Türen. Ein paar Minuten später rolle ich mal wieder bei EISITRANS auf den Hof.

    Den Trailer stelle ich vorne im Hof ab und gehe dann ins Büro. Bär ist, wie erwartet, nicht da. „Godmorgon, Petra.“ „Godmorgen, Christian.“ Wie sehr sich Schwedisch und Dänisch in manchen Bereichen der Sprache doch ähneln. „Ich soll von Sandra grüßen und hab euch da was auf'n Hoff gestellt.“ „Danke. Ein liebes Mädel hast du. Ich fand das gut, dass ihr letztens zusammen da wart.“ Ich gebe ihr die Unterlagen für den Trailer rüber. „Einen
    von den Gardinenaufliegern, aha. Sollte der nich nach Bergen? Und was ist mit den Chereau? Ich meine zwei fehlen noch.“
    „Hmm, Bergen? Mir wurde Odense gesagt – ich weiß aber auch nicht was ihr mit Josephine besprochen hattet?“ „Jetzt ist er hier. Den kriegen wir schon da hoch. Bär ist nachher auch gleich im Büro, dann kann er schauen ob er oder einer der Fahrer den mit der nächsten Tour fährt.“ „Gut. Zu den Chereau: da meinst du richtig. Einer steht noch in Hamburg, den machen die Jungs heute fertig und laut Planung müsste Frank damit dann morgen hier aufschlagen. Der andere steht noch in Uppsala.“ „Wann kommt der?“ „Donnerstag, Freitag oder Samstag diese Woche. Ich muss mal gucken, was ich morgen ab Malmö für ne Tour nach Hause habe und wie ich da wieder los komme. Bisher weiß ich nur, das ich zu IKEA darf.“ „Ok. Hast du noch Zeit fürn Kaffee?“ „Klar. Grundnahrungsmittel muss sein.“ „Hätte mich gewundert, wenn du was anderes gesagt hättest. Wie war eure Tour
    nach Italien?“
    „…“

    Ich stelle die leere Kaffeetasse beiseite. „Sooo, ich werd mich denn mal vom Acker machen. Vi ses dagarna.“ „Se dig dagene.“erwidert Petra gleichlautend, nur auf dänisch.
    Ich steige in meinen S730 und mache mich auf den Weg nach Malmö. Es ist 08:30Uhr. Der Verkehr in Richtung E20 hält sich in Grenzen.







    Ich hänge ein wenig meinen Gedanken nach. Der R730 war bei mir einfach immer nur `der V8`, Sandra's Scania `der Hauber`; wie aber würde ich den S730 künftig bezeichnen? Ich komme vorerst jedoch zu keinem Ergebnis.
    Schon mit dem eigentlich leeren Trailer ist der S730 gut vorwärts maschiert. Jetzt im Solobetrieb zeigt die Leistung des V8 ihre Power erst recht. Zügig auf 83 km/h hochziehen. Tempomat rein und einfach laufen lassen.

    Ich passiere Nyborg. Über die Storebæltsbroen und an Slagelse vorbei in Richtung Kopenhagen. Meinen ØresundBizz-Transponder hatte ich in Hamburg vom V8 in den 'S' umgesiedelt, sodass mich die Überfahrt jetzt nur 67,20€ kostet.

    Es ist 11:40 Uhr als ich auf das Gelände meiner Niederlassung in Malmö fahre.
    „Hej Tjelvar.“ „Oh, Christian. Hej. Mit dir hab ich nicht gerechnet.“ „Hast du was zu verbergen?“ „Neee. Aber auch keinen Kaffee für dich fertig.“ Ich muss lachen. „Da kann ich mit leben. Das lässt sich fix ändern. Wie schauts hier so aus? Alles am laufen?“ „Klar. Die Pärchen und Felicia sind unterwegs. Mit der Wartung der Trailer
    für die Kunden aus der Region hab ich ganz gut zu tun. Du sag mal, haben wir in Hamburg noch zwei von den roten Tiefladern?“
    „Du meinst die von DOLL, wie der auf'm Hof?“ „Nein, die anderen, also die kurzen mit der Auffahrrampe.“ „Ich denke schon. Musst du mal mit Josy telefonieren, die hat da einen besseren Überblick als ich.“ „Mach ich.“ „Gibt's dazu eine Anfrage, oder wieso?“ „Mhm. Ein Bauunternehmen hier aus Malmö will ab März zwei davon und einen Flachbettauflieger für die Sommersaison mieten. Bin mit dem Chef von denen letztens durch Zufall ins Gespräch gekommen.“ „Der Faktor Zufall ist immer gut.“







    Es ist 20:00 Uhr. Am Nachmittag habe ich kurz eine Runde mit meinem AMG gedreht und Einkäufe erledigt. Außerdem ergab ein Telefonat mit Tania den weiteren Verlauf meiner Tour. Ich soll von Malmö aus diverse IKEA-Märkte anfahren und Umlagerungen verteilen. Um einen Trailer brauchte ich mich nicht kümmern – IKEA stellt eine eigene Eurocombi-Einheit, die an der letzten Ladestelle stehen bleiben soll.







    Dienstag,Malmö.
    Der Eurocombi ist fertig beladen. Die Papiere sind auch schon fertig. Die Tour könnte man als klassische Verteilertour bezeichnen. Halt an jeder Milchkanne. Mit anderen Worten: Göteborg, weiter nach Karlstad, Örebrö, Borlänge und dann ab in den Norden nach Sundsvall. Letzte Station der Markt bei uns in Uppsala.



    Es ist 00:45 Uhr als ich vom Hof rolle. 287 Kilometer bis zur ersten Ladestelle.
    Über die Kulthusgatan und zwei Kreisverkehre geht es zum Yttre Ringvägen. Immer Richtung Göteborg. Ich lasse den Trafikplats Petersborg hinter mir und beschleunige auf 83km/h. Tempomat rein und laufen lassen. 'Der Dicke' zieht gut. Ich grübele... auf schwedisch heißt 'das dicke Ding' *den feta saken*. So wirklich gefallen will mir das mit Hinblick auf meine deutschsprachige Herkunft nicht. Liegt irgendwie zu nahe an 'Fettsack', was eher nicht so mobil und agil klingt. Also weiter nach einem Namen suchen.

    Es geht die E6/E20 gen Norden.







    Abfahrt Falkenberg. Ich verlasse die E20, denn die Füllstandanzeige der Dieseltanks zeigt schon einen recht niedrigen Wert an. Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass der Dreiachser wesentlich weniger Kapazität bietet als mein alter V8. Der digitale Tachograph erinnert mich zudem daran, dass eine Unterbrechung der Fahrzeit nicht schaden könnte.

    Es ist 04:50 Uhr als ich auf die E6/E20 zurück fahre. Mein Telefon meldet einen eingehenden Anruf. Ich stelle auf Freisprechen und nehme an. „Hej Süße. Guten Morgen. Alles in Ordnung bei dir?“ „Huhu. Ja. Ich wollte deine Stimme hören. Irgendwie ist es komisch jetzt wieder alleine zu fahren.“ „Das stimmt. Du fehlst mir.“ „Du mir doch auch. Die nächste gemeinsame Tour kommt aber bestimmt.“ „Da hast du mehr Einfluss drauf als ich.“ „Eben drum.“ Sandra lacht und ich kann mir ihr freches Grinsen dazu bildlich vorstellen. „Wo bist du gerade?“ „Ich bin gerade wieder auf die Strecke nach Göteborg rauf. Die Pause gerade durch.“ „Mhm. Und wie gefällt dir dein Neuer?“ „Sehr gut. Schön bequem und geht gut vorwärts mit dem Eurocombi am Haken. Nur an den kleinen Tank muss ich mich gewöhnen. Wie weit bist du gekommen?“ „Ich bin kurz vor Stockholm. Ich denke mal noch gut eine halbe Stunde, dann steh ich in Solna beim gelben Riesen. Fahrzeit ist dann auch voll. Tania kommt mit dem BMW runter und fährt den Hauber dann nach Hause.“ „Könntest doch auch im Hauber schlafen und dann nach der Pause
    weiter.“
    „Passt nicht. DHL hat noch etwas für Uppsala, was da so schnell wie möglich hoch muss. Hätten wir auch mit dem Sprinter fahren können, aber wozu, wenn wir eh schon Laderaum vor Ort haben. Und Tania fährt den Hauber auch total gerne. Bin mal gespannt was sie zum neuen Aussehen sagt.“
    Unser Gespräch geht noch ein paar Minuten weiter. Mit einem Schmatzer durch die Leitung verabschiedet sich Sandra dann und legt auf.







    07:20Uhr. Ich bin an der ersten Ladestelle durch; die Entladung der entsprechenden Paletten ist vorhin mit einem Gabelstapler auf der Freifläche vor den Rampen erfolgt. Die Papiere sind unterschrieben und ich bin auf dem Weg zurück zu meinem Scania. Dort angekommen mache ich mir noch rasch einen Kaffee.

    Ich fahre wieder auf die E6 in Richtung Norden. Der Himmel ist trüb und grau... Etwas über fünf Fahrstunden habe ich heute schon hinter mir.







    Ich bin auf Höhe Ljungskile. Bisher war die Strecke frei und ich konnte gleichmäßig meine Bahn ziehen. Der Himmel ist immer noch grau und trüb – Niederschlag gab es bisher aber nicht, worüber ich nicht böse bin.
    Mein Telefon bimmelt. Das Display zeigt die Mobilfunknummer von Tania an. „Hejhej. Christian hier.“ „Hej Christian. Wie läuft es bei dir?“ „So weit ganz gut. Bisher keine Probleme gehabt. Wenn das so bleibt schaffe ich es noch bis Karlstad. Bist du schon unterwegs nach Solna?“ „Ja. Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass Kjell
    mit Donalds R410 so gut wie fertig ist. Zulassung in Rostock ist über unseren üblichen Dienstleister auch schon erledigt.“
    „Sehr gut.“ „Du fährst den nach Rostock runter, oder soll Donald den hier oben abholen?“ „Ich fahr den. Auch wenn's kein V8 ist.“ „Da bist du ja selbst Schuld, du hast den bestellt.“ Ich muss lachen. „Das stimmt wohl. Passt auch so; bin ja damals nicht umsonst den Leihwagen zur Probe gefahren. Auf dem Weg nach Rostock geht dann der Chereau noch zu Bär in Odense. Falls du von dort aus also was im Trailertrucking findest plane das bitte mit rein.“ „Wird gemacht, Chef. Gibt's sonst noch was, was ich mit reinplanen sollte?“ „Erst mal nicht. Tjelvar wollte da noch was mit Josy in Hamburg absprechen.“ Ich verabschiede mich und lege auf. Kurz darauf nehme
    ich die Abfahrt in Richtung Vänersborg/Trollhättan. Der Verkehr läuft recht flüssig, wenn man von zwei Schleichern absieht, die aber zum Glück jeweils nach ein paar Minuten abbiegen.

    Am Trafikplats Båberg wechsele ich auf die E45.

    Blinker rechts. Ich fahre auf den Rastplatz Karlsro. Fahrzeit habe ich noch, aber meine Blase meint, dass es besser wäre den Kaffee wieder in die Freiheit zu entlassen. Zum Glück ist um diese Uhrzeit nichts los. Der V8 verstummt und ich flitze zum schwedenrot/weiß gestrichenem Toilettenhäuschen.
    Erleichtert geht es dann wieder zurück hinters Lenkrad.







    Ich melde mich im Wareneingang von IKEA in Karlstad an. „Hej hej. Hansekontor med leverans från Malmö.” Ich reiche die Papiere rüber und der Lagerist wirft einen Blick drauf. ”Fahren Sie mal an Tor 2 bitte.” ”Negativ.” ”Wieso negativ?” ”Mir wurde in Malmö zugesichert, dass die Entladung über die Seite und mit Gabelstapler erfolgt. Das wäre bei Lieferungen mit Eurokombi so abgesprochen.” Der Lagerist schaut noch mal auf die Papiere. ”Oh, tschuldigung. Das hatte ich übersehen.” Er geht zum Schreibtisch und gibt etwas im Computer ein. ”Ich hätte hier noch ne Umlagerung die nach Uppsala muss. Nehmen Sie die mit?” ”Wenn die nicht gestern da sein muss spricht nichts dagegen. Ich hab nur vorher noch Ladestellen in...” ”Ja, das weiß ich – ist auch kein Problem.
    Ich komme dann gleich mit dem Stapler raus.”








    Mittwoch, Hamrångefjärden (Rasta Hagsta).
    Die Tour von Karlstad nach Örebro und weiter nach Borlange war unkompliziert und auch an den Ladestellen lief alles einwandfrei. Kurz nachdem ich dann in Borlange wieder los bin fing es dann an zu schneien, so das ich für die letzten einhundertvierzig Kilometer über drei Stunden Fahrzeit verbraucht habe. Ich entschließe mich, obwohl erst etwas über acht Fahrstunden auf der Uhr, für Feierabend und fahre auf den Rasta Hagsta. Als ich den digitalen Wächter auf Pause stelle zeigt der 14:08 Uhr an. Mein Magen knurrt.







    Am Nachmittag sitze ich vor dem Laptop und kümmere mich ein wenig um aufgelaufene Büroarbeit. Am Abend folgt dann noch ein Telefonat mit Sandra und eine Runde Sport bevor ich mich ziemlich zeitig in die Koje verkrieche.



    Donnerstag, Hamrångefjärden (Rasta Hagsta)
    Es ist kurz nach 02:00 Uhr als mein Wecker mich aus den Träumen holt. Linkes Auge auf. Rechtes Auge auf. Beide wieder zu. Der Wecker lässt sich davon nicht beirren. Na gut...
    Ich gehe in der Raststätte kurz durch die gekachelte Abteilung, dann gibt es ein Brötchen und den obligatorischen Kaffee.

    Ich mache die Abfahrtskontrolle. Alles in Ordnung. Inzwischen hat es wieder angefangen leicht zu schneien. Juckt mich nicht weiter, hier oben in Schweden kommen die Menschen in der Regel damit auch auf der Straße klar.
    Es ist 02:50 Uhr als wieder auf die E4 auffahre.

    Vorbei an Tönnebro und Söderhamn. Auf den Straßen lässt es sich trotz des leichten Schneegestöbers entspannt fahren – den Tempomaten auf glatte 80 km/h. In Deutschland würde ich da wohl ständig überholt werden. Oder auf ängstliche ältere Herren mit Hut auflaufen.

    Die E4 führt immer weiter gen Norden und ich verlasse die Provinz Gävleborgs län in Richtung Provinz Västernorrlandslän.

    Ich passiere Kvissleby und mein Navi meldet, dass ich bald das gewünschte Ziel erreicht habe. Ein Blick auf die Uhr. Bisher knapp drei Fahrstunden. Ein paar Minuten später erreiche ich den IKEA. Dort ist in der Warenannahme gerade Dienstbeginn.
    Nach einem Kaffee ist man dann bereit die Paletten vom Auflieger zu pflücken.

    Den Stop in Sundsvall nutze ich dann auch noch als Pausenzeit. Bis Uppsala stehen noch etwas über dreihundert Kilometer auf dem Plan, die ich notfalls auch mit einem Zehner für den heutigen Tag, also etwas unter sieben verbleibende Fahrstunden, abreißen will.
    Es ist 07:10 Uhr als ich das IKEA-Gelände hinter mir lasse. Es geht wieder auf die E4, jetzt gen Süden.



    ...



    Am Rasta Hagsta fahre ich ab und bin wieder da, wo ich am Morgen gestartet bin. Ich habe zwar wieder nur knapp drei Stunden Fahrtzeit weg, aber da sich ein leichtes Hungergefühl breit macht ist es Zeit für eine Pause.








    Es ist 13:15 Uhr. Ich stelle den Eurocombi bei IKEA Uppsala auf dem Hof an die Seite, sattele ab und gehe dann ins Büro, wo man mich schon lange kennt, da wir schon vor dem festen Vertrag mit IKEA für diese Filiale immer mal wieder gefahren sind. „Hejda.“ „Christian, bist du auch mal wieder da?“ „Lässt sich nicht verhindern.“ „Is klar. Sollst du was holen?“ „Nej, ich hab euch nen Eurocombi hingestellt. Da sind Umlagerungen aus Malmö und Karlstad drauf.“ Ich reiche die Papiere zu meinem Gegenüber. Ein kurzer Blick über den Rand seiner Brille und er nickt, zeichnet die Papiere unter Vorbehalt ab. „Laden wir später ab, der Combi bleibt ja eh hier. Geht's bei dir heute noch weiter?“ „Nur noch bis zum Hof.“ „Na denn, schönen Feierabend.“ „Vi ses.“
    Ein paar Minuten später bin ich an meiner Niederlassung. Tanken. Abkärchern. Dann setze ich den Dreiachser rückwärts in die Halle.
    Ich gehe hoch in den Bürotrakt. Zuerst komme ich an Tanias Büro vorbei, die das Telefon am Ohr hat und daher nur einmal zu mir rüberwinkt. Sandra hingegen ist so in die Arbeit vertieft, dass sie mich gar nicht bemerkt. Ich kann es mir nicht verkneifen und halte ihr von hinten flux die Augen zu. „Eyyyyyy. Was soll das?“ Sie schubst meine Hände weg und dreht sich um. „Ach, du bist das.“ Sie zieht eine Schnute. Und ich gebe ihr einen langen Kuss.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

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Kommentare 10

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    alaskabaer01 -

    Schönes Kapitel. Da war der Eibär einfach nicht anwesend? Könnte daran liegen dass er in Düsseldorf Unterwegs ist. Das LZ benötigt ja noch einige Entscheidungen. ;)

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      infinity -

      Wer weiß schon was Petra mit "nachher auch gleich im Brüro" meinte... Solange ich nicht ohne Kaffee wieder von dannen ziehe geht das alles. Und ich bin ja auch selten im Büro anzutreffen.

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    Tomlaker -

    Sandra. Der Name weckt bei mir auch Erinnerungen. Schönes Kapitel. Gefällt mir, dein Stil.

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    Sauerlaender -

    Wieder ein schönes Kapitel von dir.

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    Werner 1960 -

    Schön zu lesendes Kapitel.

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    loddi51 -

    Klasse geschrieben infinity.

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    Viking1971 -

    Fängst du jetzt auch an das BAG zu ärgern? :D

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel - und ich musste erst mal googlen was "Schwedenrot" ist.