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Neues Jahr, altes Leid

  • Der 1.1. um 4:00, wie immer um 4:00 wurde ich wach. Da alles andere noch schlief, ging ich mich Duschen, anziehen und fuhr dann nach einem Kaffee zur Firma. Hier herrschte einfach nur Chaos. Also räumte ich die Halle leer und fuhr die Trucks auf ihre Plätze. Danach spülte ich das ganze Buffet Zeugs und lud alles in meinen Granada. Das Chaos war beseitigt und die Trucks standen wieder in der Halle, mich ärgerte es meist dass wir an der Einfahrt kein Tor hatten, so kam jeder einfach auf unseren Hof und konnte sich hier umsehen. Aus diesem Grund blieb hinter der Halle weder ein Truck noch ein PKW stehen. Dazu musste mir etwas einfallen (vielleicht mal eine kleine Anregung für die Modder?). Endlich sah die Firma wieder aus wie immer, nichts mehr erinnerte an die Silvesterparty die hier abging letzte Nacht. Ich sah auf die Uhr, noch zu früh um das Buffetzeug weg zu bringen. Also setzte ich mich an die Rechnungen und machte noch einige fertig. Da noch Zeit war ging ich Online unsere Konten kontrollieren. Auf meinem Privaten waren mehrere Eingänge und unter Verwendungszweck konnte ich sehen dass es meist Rückzahlungen von Schulden waren. Also hatte Petra mit meinem Ordner und ihren Briefen viel Erfolg gehabt. Wenn man bedachte, dass der letzte Eintrag in dem Ordner schon über 15 Jahre alt war, war es doch schon fast ein Wunder dass überhaupt jemand zahlte. Also mal einen Blick ins Konto der Kölner Häuser, und mir stockte der Atem. Diese Menge darauf hätte ich nie Erwartet, also konnten die Fassaden der Häuser noch dieses Jahr gemacht werden, vielleicht sogar noch die Dächer. Aber das werde ich mal mit Markus besprechen müssen was Wichtig wäre. Meine Mieter sollten sich in ihren Wohnungen wohl fühlen. Nun sah ich mir meine Mails an und löschte erst mal die ganzen Werbemails, übrig blieben genau 10 Mails und diese las ich der Reihe nach. Die letzte kam von unserem Lackierer in Kopenhagen, darin teilte er mir mit dass er seine Zelte abbricht. Seine Lackiererei hatte er verkauft und in den nächsten Tagen würde ich die 60.000 für die Folienmaschine wieder bekommen. Was sein Nachfolger aus der Lackiererei macht wusste er nicht. Er selbst wollte nun endlich seinen Traum verwirklichen und nach Canada auswandern.


    Shit somit war gesichert dass wir keinen Lackierer mehr hatten. Dann bekamen unsere Trucks eben keine ausgefallenen Lackierungen mehr oder gar unsere Werbung. Mist, aber nicht zu ändern. Bei Scania hatte man unsere Scania Lackierung, aber diese ging nur auf die Standard Trucks, nicht auf meinen. Also konnten wir nur Scania im RJL Design fahren aber nur die normal Version. Die RJL Scanias waren einfach nur Genial, aber für Schwerlasten die Normale Version war mir zu Suspekt. Gut Gerti fuhr damit bis zu 35 Tonnen. Aber was wenn sie mal mehr damit ziehen sollte? Na egal nun noch den Frachtmarkt checken, denn manche Firmen hatten jetzt schon für Morgen Frachten eingestellt. Ok die Ausbeute war mager und ich konnte Bernd eine Tour sichern, diese schickte ich ihm auf sein Handy. Er Antwortete mit einem lachenden Smiley. Also nahm er den Auftrag an. Ich fand für mich auch was Maschinenteile nach Irland. Allerdings erst für die nächste Nacht, also Reservierte ich mir diese Fracht und fand auch noch was für Gerti´s 4 Achser. Danach schaltete ich den Rechner aus und brachte das Buffetzeug zurück.


    Dann fuhr ich wieder Heim. Petra und die Kinder waren im Keller und ließen die Eisenbahn fahren. Gleich 5 Züge ratterten über die Platte und die kleine sah sich zum X-ten Mal die Platte an und fand immer noch was Neues. Als Petra mich sah kam sie zu mir und gab mir einen Kuss. Ich erwiderte diesen und sagte:“ Morgen Nacht fahre ich nach Irland, kann also etwas dauern bis ich wieder da bin, da es ein Langzug ist. Für den Rückweg habe ich noch nichts gesucht, da ich nicht weiß was es da so gibt. Ich habe auch für Bernd und Gerti Fracht gefunden und gesichert. Die Trucks und Trailer stehen wieder in den Garagen und das Buffetzeug ist auch gespült und wieder weg. Die Firma ist wieder hergestellt und sauber. Ich habe auch einige Rechnungen fertig. Unser Lackierer wandert aus, er hat alles Verkauft und ist bald weg. Die 60.000 Euros überweist er uns auch noch.“ Petra sagte:“ Toll der zweite Lackierer der uns in den Hintern tritt. Gut dass Hansekontor wenigstens unsere Trailer mit Folien bekleben kann, sonst wären wir komplett ohne Werbung auf den Europäischen Straßen.“ Den ersten Feiertag des Jahres verbrachten wir wie wir wollten, die Kinder mit Petra im Keller und ich mit Kaffee und Kippen auf meiner Bank in Gedanken versunken.

    Petra rief mich zum Essen rein und ich ging erst mal ins Bad, denn Kaffee will irgendwann wieder raus. Der Abend kam sehr schnell und ich ging noch was an den Rechner und sah mir das Wetter in England und Irland an. Winter war es da, mit viel Schneefall und Wind. Also Inselwetter.
    Den nächsten Tag verbrachte ich mit dem Auffüllen meiner Vorräte und packte alles in meinen Scania. Es war Saukalt in Dänemark und ich ging mich ab und zu aufwärmen im Büro. Der Werkstattmeister kontrollierte meinen Truck und füllte Öl nach, für den Fall der Fälle stellte ich mir einen Kanister mit Öl in den Werkzeugkasten. Am Abend wollte ich zur Ladestelle fahren und dann dort abklären ab wann ich fahren kann. Ich musste aber über Frankreich fahren, da ab Dänemark kein Platz für die nächsten 2 Wochen war. Also plante ich meine Route über Calais. Hm auf dem Rückweg könnte ich mal schauen ob es in Dublin noch den John gab, den hatte ich ewig nicht gesehen. Na hoffentlich fand ich sein Haus wieder. Wenn ich Fracht hatte dann ging das allerdings nicht.


    Mein Handy meldete sich, ich ging ran und es war der Auftraggeber. Er teilte mir mit dass ich in Kiel laden muss da es keinen gab der meine Ladung her bringen konnte. Ich sagte:“ War mir klar, aber kein Problem, ich mache dann gleich los. Bekomme ich die Unterlagen in Kiel oder hier?“ Man versicherte mir dass die Papiere in Kiel waren, also beendete ich das Gespräch und machte mich Abfahrbereit. Leerfahrt nach Kiel, das gefiel mir zwar nicht aber nach Durchsicht des Frachtmarktes gab es auch nichts für Kiel, selbst bei IKEA nicht. Die Fahrt verlief Problemlos und ohne Stau. Nachdem ich bei meiner Ladestelle ankam meldete ich mich im Büro und fragte nach den Unterlagen. Wie sollte es anders sein, die waren nicht zu finden. Somit war ich zum Warten verdonnert. Dreck, das gefiel mir gar nicht so sehr. Ich saß in meinem Truck und wartete darauf wie es nun weiter gehen sollte. Ein Anzugträger kam auf mich zu und sagte:“ Es tut mir leid, aber die Unterlagen liegen in Odense und sie müssten die erst dort abholen.“ Ich lachte und sagte:“ Ihr erwartet jetzt nicht allen Ernstes von mir dass ich drei Leerfahrten mache um eure Dummheit zu Unterstützen. Das könnt ihr ganz schnell vergessen, denn jede Leerfahrt kostet mich mein Geld. Ich bin und bleibe wo ich bin, von mir aus beauftragt einen Kurier oder einen Taxifahrer damit die Papiere zu holen. Wenn ich das mache bin ich vor 3 Uhr diese Nacht nicht wieder auf dem Weg nach hier, und da sollte ich eigentlich auf dem Weg nach Calais sein. Oder lasst euch alles zu faxen dann nehme ich die Faxe mit. Lasst euch was einfallen das günstiger ist als die Idee die ihr gerade hattet.“ Er drehte sich um und ging wieder. Ideen hatten diese Sesselfurzer, die waren fernab jeglicher Realität. Ich rief Petra an und teilte ihr mit was hier in Kiel abging. Petra wetterte rum und sagte:“ Ok das die nicht denken können kann ja keiner ahnen. Und was haben die nun geplant, ich hoffe nur die wissen das du jede Stunde Geld kostest?“ Ich lachte und sagte:“ Das wissen sie noch nicht, diese Überraschung habe ich mir noch aufgehoben. Aber wenn er mit dem Auftraggeber telefoniert, dann weiß er es bald auch.“ Wieder kam ein Krawattenträger auf mich zu, also beendete ich mein Gespräch mit Petra. Der aus dem Büro stellte sich als Leiter der Firma vor und sagte:“ Wir haben ein Problem, die Unterlagen sind weder hier zu finden noch in Odense, nun müssen wir den Zoll darüber Informieren und können nur hoffen dass die neue Unterlagen ausstellen.“ Ich blieb gelassen an meinem Scania gelehnt stehen und sagte:“ Solange die in Irland die Fracht annehmen und ihr meine Wartezeit bezahlt ist mir das egal. Der Zoll braucht aber auch wieder Zeit, denn die werden die Ladung kontrollieren und bestimmt das ein oder andere Reklamieren. Man kennt den Verein zu gut und weiß wie sich einige von denen in den Vordergrund stellen müssen. Aber warten wir mal ab was die zu melden haben.“ Der Chef der Filiale ging und ich war wieder alleine.


    Die Wartezeit zog sich dahin und ich schrieb in der Zeit eine Mail an Mike. Endlich kam ein Wagen vom Zoll auf den Hof und sie kamen gleich zu mir, der ältere der beiden sagte:“ Peter Schiefer von der Zollstelle Hamburg Hafen. Wir sollen hier eine Fracht kontrollieren und neu versiegeln.“ Ich zeigte in Richtung Ladezone und sagte:“ Das Monster müsste da stehen, ich warte nur darauf dass ich anhängen und starten kann.“ Er ging mit seinem Kollegen in Richtung der Trailer und sie sahen sich alles an. Ein Porsche kam auf den Platz, der Fahrer stieg aus und gab mir einen Hefter, dann sagte er:“ Das sind die Unterlagen für ihren Trailer und die Ladung, die sind in Hamburg gelandet.“ Dann stieg er wieder in seinen Porsche und düste ab. Ich ging mit den Unterlagen zu den Zollmeistern und reichte sie ihnen. Die schauten sich alles an und sagten:“ Ok, wir machen eine neue Plombe drauf und tragen die Nummer auf den Papieren ein. Danach können sie dann los.“ Ich bedankte mich, holte meinen Truck und koppelte den Trailer an.

    Dann ging es los auf nach Galway in Irland. Die Fahrt verlief bis Frankreich sehr gut, kein Stau und freie Fahrt. Ab Frankreich allerdings schneite es dann wie verrückt, und das änderte sich auch nicht. Selbst in England und Irland fiel dieser weiße Mist. Nur keiner mit Röhrchen in der Nase zu sehen der das weg saugt. Haha war ein Scherz. Die Engländer fuhren trotz Schnee ihr Vorgeschriebenes Tempo. In Köln klappte das nie, die fuhren dann meist auf Autobahnen nur 50 km/h. Nach 4 Tagen war ich dann endlich in Irland am Ziel. Den Trailer stellte ich auf seinen Platz und ließ mir die Papiere unterschreiben. Fracht gab es keine so fuhr ich meinen Truck an die Seite. Da sah ich mir den Frachtmarkt an und wurde nicht fündig.


    Also machte ich meine Pause. Erst mal suchte ich mir ein Restaurant um etwas zu essen, und fand auch eines. Die Karte bot meist nur Isländische Gerichte, meist Fisch und Schaf. Also bestellte ich mir etwas mit Fisch. Gut war es und nach dem Essen noch einen Kaffee. Die Farbe erinnerte so ziemlich an Kaffee, aber der Geschmack eher nicht so ganz. Anschließend bezahlte ich und ging, in einem kleinen Lebensmittelladen holte ich mir noch ein paar Kleinigkeiten und ging zu meinem Truck zurück. Einer der Arbeiter kam auf mich zu und teilte mir mit dass man eine Fracht nach Schweden für mich hatte. Ein Bagger von Volvo musste zu Volvo Stockholm. Also nahm ich die Fracht an. Erst verstaute ich was ich gekauft hatte und dann wollte ich meinen Scania starten. Aber er wollte nicht, es gab einen Knall und dann war Ruhe. Dreck das fehlte mir nun noch. Ich ging ins Büro und fragte nach einer Werkstatt für Scania, der vom Büro teilte mir mit dass es hier nur eine Iveco Filiale mit Werkstatt gab. Er rief da an und ich konnte nur noch warten. Etwa zwei Stunden später kam ein Werkstattwagen von Iveco. Mein Führerhaus war nach vorne gekippt und der Mechaniker fand den Fehler auch gleich. Mein Monster brauchte neue Teile und laut Scania Stockholm können diese nicht vor 4 Wochen hier sein.

    Ein anderer Fahrer kam zu uns und sagte:“ Das Gerät ist der Hammer. Sowas suche ich für meine Firma, denn ich brauche den für einen Vertrag, der einen Schwerlasttruck erfordert. Ich hatte ja einen in Dublin bei Volvo gesehen, aber der ist mir zu teuer, und Gebrauchte findet man hier in Irland nicht. Würdest du mir den Scania Verkaufen?“ Ich sah ihn an und sagte:“ Wäre nicht das Problem, denn 4 Wochen hier warten will und kann ich nicht. Das Problem ist nur dass ich dann Fußgänger bin. Macht sich als Transportunternehmer nicht gut.“ Der Fahrer sah mich an und sagte:“ Also ich könnte dich nach Dublin mitnehmen, da kannst du dann zu Volvo und dir einen Leihtruck holen. Oder du kannst von dort aus nach Hause fliegen. Nenne mir aber erst den Preis für den Scania, und die Ersatzteile zahle ich dann auch.“ Ich nannte ihm den Neupreis, sein Alter und dann meinen Preis, er nickte und ging mit mir in die einzigste Bank in der Stadt und er Überwies mir das Geld für den Scania. Danach fuhren wir dann nach Dublin.

    Da es schon zu spät war um bei Volvo noch was zu erreichen, suchte ich mir ein Zimmer für die Nacht und fand auch eins. Wie immer öffneten sich um 4:00 meine Augen und ich stand auf. Duschen, rasieren und dann anziehen, danach dann runter. Um 8:00 machte die Volvo Filiale auf und ich war der erste Kunde. Ich fragte nach einem Leihtruck, aber sowas gab es hier nicht mehr, also sah ich mir hinter dem Gebäude einige Trucks an.

    Ein Goldener FH hatte es mir angetan, also fragte ich nach seinem Preis. Der Herr nannte mir den Preis und sagte auch noch dass dieser Volvo etwas mehr als die üblichen 750PS hat. Da ich vor dem Truck stand ging ich zur Fahrerseite und sah nach den Zahlen die mir die Kraft des Truckherzens verrieten. Da stand allen Ernstes 999 an der Seite. Ok bei 5 Achsen und einem Kran hinter dem Führerhaus sicher von Vorteil. Er hatte sogar Linkslenkung, was mir sehr entgegen kam. Also kaufte ich ihn. Als ich im Truck saß ging mein Handy, es war Herbert, und er hörte sich sehr Ungewöhnlich an, so als hätte er sehr große Sorgen. Ich grüßte ihn zurück und fragte was er denn hätte, er sagte:“ Wir haben lange nichts von dir gehört, und so wollte ich mal nachhören was los ist.“ Ich sagte:“ Ich bin in Dublin und musste mir einen neuen Truck holen da mein Scania innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal krepiert ist, das war zweimal zu viel. Also hab ich ihn hier Verkauft und mir einen neuen geholt. Nun fahre ich einen 5 Achser Volvo mit 999 PS. Mal sehen ob der besser ist.“ Herbert sagte:“ Mist dass du so weit weg bist, ich wollte mal mit dir oder euch sprechen. Aber das kann warten. Such dir eine Fracht nach Köln und schau dann mal bei uns rein. Gute Fahrt mein Freund.“ Ich bedankte mich und schaute in den Frachtmarkt. Bei Herbert war irgendwas das meine Alarmglocken ganz laut Schrillen ließ. Immerhin kannte ich ihn schon viele Jahre und merkte wenn es ihm nicht gut ging. Wieder klingelte mein Handy, diesmal war Petra dran. Sie sang erst Happy Birthday im Chor mit den Kindern und der Belegschaft im Büro, dann riefen alle:“ Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“ Ich bedankte mich und Petra fragte:“ Wo bist du den im Moment Unterwegs?“ Ich sagte:“ In Dublin Irland, es gab hier kleinere Probleme, aber ich suche mir eine Rück Tour über Köln. Herbert fragte ob ich das einrichten kann. Also kann es etwas dauern bis ich wieder in Odense bin. Falls du es Vergessen haben solltest, mein Geburtstag ist schon vorbei, der war am fünften.“ Petra sagte:“ Ok Schatz dann essen wir jetzt deine Torte und du bekommst eine wenn du wieder hier bist.“ Ich sagte nur ok und beendete das Gespräch. Dann sah ich wieder in den Frachtmarkt, nach Deutschland gab es keine Fracht, maximal bis Felixstowe, Dover oder gar Esbjerg kam ich. Hm bis Hull wäre Günstig, von da dann über Holland nach Deutschland. Also nahm ich einen Trailer der Luxusklasse mit 3 Tonnen Grünzeug. Der musste nach Felixstowe. Sah sicher lustig aus, 5 Achsen und Kran aber einen Standard Trailer im Heck. Egal ich musste so schnell es ging nach Köln. Auf der Fahrt zum Absender, gingen mir Gedanken durch den Kopf die sich nur um Kathi und Herbert drehten. Ob sie pleite waren? Oder ging es ihrer Tochter nicht so gut? War was mit Kathi oder Herbert? Ich musste auf einen Parkplatz und eine rauchen, ich musste den Kopf frei bekommen. Aber es brachte nichts, also machte ich mir einen Kaffee. Ich bekam eine Nachricht aufs Handy und sah nach, sie kam von Mike. Er schrieb: Ich habe vor 3 Tagen Herbert in Frechen getroffen, er sieht echt Fertig aus. Mir hat er auch nur ausweichend geantwortet, aber nie was mit ihm los ist. Kümmer dich darum zu erfahren was los ist. Ich hoffe es ist nichts Schlimmes, lass es mich wissen, wenn ich helfen kann dann tue ich das. Ich schrieb ihm zurück dass ich mit Herbert telefoniert hatte und dass er mit mir reden will. Aber ich bin noch in Dublin unterwegs und suche nach Fracht damit ich nach Köln komme, eine Leerfahrt von hier ist mir zu teuer. Von Mike kam ein Ok zurück und so fuhr ich weiter zum Absender meiner Fracht. Die Fracht war weg, und so fuhr ich leer nach Rotterdam. Seit ich vor über einer Woche in Odense gestartet war schneite es, und das machte schlechte Laune.

    Ich durfte einen unserer Profiliner ziehen. Endlich mal was eigenes im Heck. Ich fand eine Fahrt nach Düsseldorf, also nahm ich die. Es war sogar einer unserer Profiliner. Von Düsseldorf aus war es dann nicht mehr weit bis Köln. Also ankoppeln und ab nach Düsseldorf. Mist, ab der Grenze ging es meist sehr langsam weiter, so kam ich erst nach 9:00 nach dem abkuppeln in Köln an. Ich fuhr gleich hinter die Garage von Herbert und rauchte noch eine bevor ich ins Büro ging. Kathi sah mich und kam aus dem Büro, sie sah sehr schlecht aus. Ich Umarmte sie und sagte:“ Hallo Schwesterchen, siehst schlecht aus. Was ist hier los?“ Herbert kam zu uns und begrüßte mich. Er sagte:“ Wir haben hier große Probleme seit November, viele Kunden sind abgesprungen weil sie Pleite sind und fahren mit billigen Trucks ihr Zeug selber. Wir haben noch 3 Stammkunden die aber auch nicht täglich Aufträge für uns haben. Unsere kleine hat ihren LKW Schein in Angriff genommen, will aber die Firma nicht übernehmen. Von unseren ehemaligen Fahrern ist uns nur Martin geblieben und der ist meist Zuhause, da uns die Aufträge fehlen. Wenn es so weitergeht können wir zu machen.“ Ich machte mir eine Kippe an und ließ seine Worte erst mal sacken. Was sollte ich dazu sagen? Es tat mir tief in der Seele weh, also sagte ich:“ Es ist Schlimm und ich mag euch beide, also werde ich euch helfen.“ Ich telefonierte mit verschiedenen Firmen in Köln, Düsseldorf, Bochum und auch Dortmund. Danach sagte ich im Büro zu beiden:“ Ihr bekommt neue Verträge mit anderen Firmen. Allerdings außerhalb von Köln, aber ihr habt immer genug Zeit um die Ladung zu holen, und ich werde euch Geld überweisen damit ihr eure Rechnungen zahlen könnt und die Trucks betanken. Wie viel glaubt ihr braucht ihr um euch über Wasser zu halten?“ Kathi heulte und sagte:“ Ich denke mal dass etwa 20.000€ reichen müssten.“ Dann fiel sie mir um den Hals und schluchzte. Wir waren so viele Jahre schon Freunde, seit unserer Schulzeit und echten Freunden hilft man immer. Ich setzte mich an Kathis Rechner und tätigte eine Überweisung von meinem Notfallkonto von 30.000€ und sagte:“ So habt ihr ein kleines Reserve Polster. Und Herbert sollte seine Firmenmails mal durchsehen, denn darauf gehen die Angebote der Firmen. Solltet ihr nochmal so in Not geraten dann bitte sofort melden und nicht erst Monate später. Ich muss nun nach Hause, ich bin schon seit weit über einer Woche auf Achse, und meinen Geburtstag habe ich in Irland verbracht, anstatt Zuhause, aber wir kennen das nicht anders. So ihr lieben, ich fahre dann mal, grüßt alle lieb von mir und sagt eurer kleinen dass ich es schade finde dass sie die Firma nicht übernimmt.“ Ich ging raus und rauchte auf dem Weg zum Truck noch eine, der Werkstattchef stand an meinem Monster und sagte:“ Tach Bär, war mir irgendwie klar dass dies deiner ist, du hast ja eine Vorliebe für solche Monster. Hat der wirklich 999 PS?“ Ich lachte und sagte:“ Stimmt diese Vorliebe habe ich, und ja er hat 999 PS für den letzten PS war kein Platz mehr im Motor, darum diese krumme Zahl.“ Wir lachten beide und sprachen noch ein wenig über dies und das, dann fuhr ich los. Herbert stand mit Kathi an der Ausfahrt und sahen auf mein Monster. Kathi sagte:“ Du wieder mit Volvo, hätte ich jetzt nicht gedacht." Ich erklärte ihnen warum ich einen Volvo mit Englischem Nummernschild fuhr und Herbert sagte:“ Schon Mist wenn einem die Karre in der Ferne krepiert. Ich müsste dann mit Flieger zurück, denn so viel Polster haben wir nicht mehr. War bei uns auch mal anders.“ Ich startete und fuhr vom Hof. Der Frachtmarkt gab noch nichts her das mich Richtung Heimat brachte. Also fuhr ich nach Dortmund, wenn ich schon mal in NRW verweilte dann musste ich zu Mike. Also auf nach Dortmund sehen was Mike so trieb. Ich kam günstig, denn Mike fuhr vor mir mit seinem Benz SLS auf seinen Hof. Ich fuhr wie immer vor Halle 6 und stieg aus. Nach unserer Begrüßung fragte Mike:“ Was war nun los mit Herbert und Kathi?“ Ich berichtete ihm was ich in Erfahrung gebracht hatte und sagte ihm auch dass ich Geld an ihr Konto geschickt hatte, aber nannte nicht den Betrag, denn auch ein guter Freund darf alles essen muss aber nicht alles wissen. Mike sagte:“ Mist ich hätte nie gedacht dass es auch mal die zwei erwischen könnte. Aber ich glaube davor ist keine Firma sicher. Mal schauen was sich machen lässt, dann trete ich ihm Aufträge ab.“ Wir machten uns jeder eine Kippe an und ich sagte:“ Ich habe mit Kunden von mir telefoniert, sie werden mit ihm Verträge schließen und ihm Aufträge zuschieben.“ Mike nickte und sah nun meinen Volvo und sagte:“ Ein goldener Volvo? Was ist mit deinem Scania?“ Ich berichtete ihm was in Irland passierte und sagte:“ Der da ist nun mein neuer, also für Scania kann ich selbst nun nicht mehr fahren, aber das kam eh nur sehr selten vor. Das Monster da hat 999 PS und zieht ganz gut.“ Mike telefoniert etwa abseits, als er wieder kam gingen wir einen Kaffee in seinem Büro trinken. Dabei sagte er zu mir:“ Ich habe dir eine Fracht nach Odense bei Ceva zurechtstellen lassen. Ist ein Waren mix für Collicare. In einer Stunde ist er fertig, so müssen dann Montag nicht 2 von meinen Fahrern an 2 Ladestellen mit halbvollen Trailern los nach Odense.“ Wir tranken in Ruhe den Kaffee aus und dann fuhr ich los, als ich raus fuhr kam Jupp gerade zurück und er winkte wie Verrückt. Ich hupte und winkte zurück aber fuhr weiter. Ich musste noch vor 22:00 aus Deutschland raus, sonst saß ich hier 24 Stunden fest. Aber ich hatte eine Sondergenehmigung die ich jedes Jahr durch Markus erneuern ließ. Mir war jetzt aber nicht klar ob auch Lebensmittel jeglicher Art zu meiner Ladung gehörten. Also weiter und bei der nächsten Pause einfach mal nachsehen. Es waren keine Lebensmittel in meinem Heck, also zack zack aus Deutschland raus. Es klappte und genau 21:50 fuhr ich über die Grenze nach Dänemark, also gönnte ich mir eine Pause. Eine Raststätte kam in Sicht und ich setzte den rechten Blinker. Erst mal eine rauchen und danach ins Restaurant was essen. Danach ging es mir wieder gut und ich trank meinen Kaffee aus. Als erstes sah ich mal nach was die anderen so trieben. Francesco fuhr Schwerlast. Bernd wartete in Stockholm bei Scania auf seine Ladung, er hatte einen unserer Planentrailer im Heck. Gerda fuhr einen unserer Frostbeulen nach Finnland. Björk fuhr einen Grizzly nach Köln, also kam er nicht rechtzeitig wieder zurück. Also machte ich mein Laptop zu und rauchte erst mal eine, danach fuhr ich dann weiter. Ganz in Gedanken fuhr ich weiter. Nach einer gefühlte Ewigkeit kam die Ausfahrt Odense und ich nahm sie, fuhr zu Collicare und setzte den Trailer ab. Danach dann zur Firma, dort noch kurz ins Büro meinen Granadaschlüssel holen und ab Richtung Heim. Es war schon nach 00:00 und so legte ich mich gleich aufs Sofa. Um 4:00 wurde ich wach und ging hoch ins Bad, dann zog ich mich an und ging in die Küche. Nach meinem Kaffee fuhr ich in die Firma. Erst mal ins Büro und an den Rechner, die Rechnung für meine Fahrt Kiel nach Galway schreiben. Da es kein Stammkunde war, gab es die Rechnung nach getaner Arbeit. Alles schön aufgelistet mit Datum und Uhrzeit, von Wartezeiten bis zum Abladen beim Empfänger. Als Petra kam war ich fertig. Erst mal gab es einen langen und innigen Kuss mit sehr langer Umarmung. Als die Witwe kam, wurde ich wieder Umarmt. Dann gab mir Petra einen Umschlag mit den Worten:“ Dies ist dein Geburtstagsgeschenk, die Kinder und ich hoffen dass du dich drüber freust.“ Ich öffnete die Schleife, danach vorsichtig das Geschenkpapier und wie Vermutet war es ein Umschlag, diesen öffnete ich und nahm seinen Inhalt raus. Es war ein Flugticket nach Amerika, abflug in 4 Wochen für 4 Wochen. Wow ich war sowas von erfreut. Petra sagte:“ Du hast es Jack schon so oft Versprochen, und nun fliegst du in 4 Wochen, nur du. Ich muss hier bleiben, die Kinder haben Schule und im Büro ist auch viel zu tun.“ Ich sah auf die Uhr und fragte:“ Was macht ihr denn an einem Sonntag hier?“ Petra sagte:“ Die restlichen Rechnungen schreiben und in die Umschläge stecken, die müssen Morgen raus.“
    Ich ging in die Halle meinen Volvo säubern, mit Musik und Kaffee klappte das echt gut. Von meinem Laptop aus schickte ich mein Ticket als Mail an Jack.




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Kommentare 15

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Aber Zollabfertigung für einen Transport innerhalb der EU? Noch ist das Vereinigte Königreich ja nicht draußen und Irland ist ja sogar Eurozone.

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      alaskabaer01 -

      Da die Papiere ja nicht aufgetaucht waren mussten neue her. Mir fiel dazu der Zoll ein, da mein Cousi vor vielen Jahren auch so ein Problem hatte nur musste er von D nach Portugal und die Papiere konnten nicht gefunden werden. Als er dann in Portugal ankam waren die Papiere schon da nur die Ladung kam mit neuen Papieren nach. War ein Fehler im Büro gewesen denn die Unterlagen landeten in der ausgehenden Post.

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      TurboStar -

      Vor vielen Jahren wurde auch noch verzollt ;)

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    infinity -

    Leben ist das was um die Planung drum herum passiert. Schon blöd, wenn der zweite Lackierer abhaut. Und hat Scania dir im Vertrag festgeschrieben, dass nur mit Scania zu ziehen hast? DAF war bei marc damals nicht so hart. Und mich lässt der Pförtner auch mit den anderen Fahrzeugen aufn Hof, solange der Trailer dazu passt. Nur den Düsseldorfer Renull wollen se nich sehen.

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      alaskabaer01 -

      Hab doch eh genug mit allem anderen zu tun, und bisher hat es Stockholm auch alleine geschafft ausser 2 Frachten die ich mal ziehen musste. Allerdings hatte ich da auch Trailer zu ihnen geschafft.

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Aber Engländer, die besser als Kölner im Schnee fahren? Da drüben bricht das öffentliche Leben bei Schnee mit einem noch lauteren Knall zusammen als hier.

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      alaskabaer01 -

      Kölner können im Schnee fahren nur die Durchreisenden mit BM. SU, BN und D auf dem Nummernschild haben da so ihre Probleme . :D

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      TurboStar -

      Das merke ich mir :evil: Aber als gebürtiger Sauerländer habe ich gegenüber meinen Mit-BM-ern vielleicht gewisse Vorteile.

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      infinity -

      :D Zumindest was die Jungs mit dem D und DU auf dem Nummernschild angeht kann ich die Kombination Schneeflocke = Chaos bestätigen; eigene Erfahrung von 2008 bis 2012...

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    loddi51 -

    Schön geschrieben alaskabaer01

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    Werner 1960 -

    Gut geschriebenes Kapitel.