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28. Milchtank, Leermeilen und Custom Fahrzeuge

  • Mittwoch, den 29. November 2017:

    Am Dienstag war dann nicht mehr viel bei uns los. Den Abend verbrachten wir dann auf der Couch, bis wir uns dann ins Bett begaben. Keela musste ja am nächsten Morgen wieder früh aufstehen. Dort kuschelten wir dann weiter, bis wir dann einschliefen.

    Am Morgen machte Keela dann den Wecker schnell aus, damit ich an meinem freien Tag weiterschlafen konnte. Sie machte sich dann leise fertig und ging dann um halb Sechs zur Arbeit. Ich drehte mich dann wieder um und schlief wirklich noch weiter, bis ich von selbst wach wurde. Dann machte ich mich in Ruhe fertig. Nachdem ich dann geduscht und gefrühstückt hatte, machte ich mich auf den Weg zu meiner Mom, nach Hause.
    Dort wurde ich dann sehr herzlich begrüßt. Mom hatte ja nicht damit gerechnet, mich so schnell wieder zu sehen. Ich war ja erst vor Kurzem hier. Da sie sich auch mit Dad wieder vertragen hatte, hatte sie eigentlich gute Laune. Diese Chance nutzte ich, um ihr dann schonend beizubringen, dass ich mit Keela zusammenziehen wollte. Sie war natürlich nicht begeistert, dass ich dann als letzter von uns drei Kindern auch noch das elterliche Heim verlassen wollte, konnte es aber andererseits auch verstehen, dass ich mit Keela zusammenziehen wollte. Sie mochte Keela ja auch sehr gerne. Da ich aber auch so nicht allzu oft zu Hause war, brauchte sie sich dann auch nicht mehr allzu sehr umstellen. Wann ich dann genau bei Keela einziehen wollte, stand aber auch noch nicht fest. Vielleicht zum Jahreswechsel hin. Auf jeden Fall war die ganze Sache dann doch einfacher, als ich vorher gedacht hatte. Es war natürlich auch abzusehen gewesen, dass es irgendwann dazu kommen sollte.
    Wo ich dann gerade zu Hause war, packte ich dann auch gleich wieder ein paar Sachen ein. Einige davon sollten noch in den Truck als Arbeitskleidung und einige nahm ich dann gleich mit, um sie bei Keela zu deponieren. So wollte ich das jetzt immer machen und so nach und nach meine Sachen mitnehmen. Möbel brauchten wir sowieso nicht mehr bei Keela. Allenfalls noch einen weiteren Kleiderschrank, um meine Sachen unterzubringen. Da meine Möbel aber farblich nicht zu denen von Keela passten, würde da wohl eher ein neuer Schrank gekauft werden. Nachdem ich dann zu Hause fertig war, fuhr ich zur Firma und räumte meine Sachen in den Truck. Dann nutzte ich noch die Gelegenheit und machte den Truck gleich noch etwas sauber.
    Schließlich hatte ich das alles beendet und konnte mich dann wieder auf den Weg in Keelas Wohnung machen. Auf dem Weg dorthin kaufte ich dann noch etwas ein. So konnte ich wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits füllte ich meine Vorräte zum Mitnehmen auf und andererseits kaufte ich schon mal die Zutaten für das Essen, was ich Keela gleich servieren wollte. Schließlich ging Liebe ja durch den Magen.
    Zu Hause stellte ich mich dann in die Küche und bereitete das Mittagessen für Keela und mich vor. Ich war zwar kein begnadeter Koch, war aber durchaus in der Lage, uns was zu Essen zu bereiten. Heute hatte ich mich dann für Pasta entschieden. Wobei ich die Sauce selbst nach einem Rezept meiner Großmutter zubereitete.

    Keela kam dann auch so pünktlich nach Hause, dass die Nudeln gerade al dente waren. Sie konnte sich dann sofort an den Tisch setzen und wir aßen dann zu Mittag. „Das kannst du gerne so beibehalten.“ Stellte Keela fest, die nun bereits den zweiten Tag nacheinander von mir das Essen serviert bekam. „Das geht schlecht. Ich kann dir das Mittagessen ja schlecht per Email schicken. Wenn ich das dann von weiß Gott wo her hierhinschicke, ist das ja sonst kalt oder schlecht.“ „Okay. Aber wenn du hier bist, kannst du das Kochen gerne übernehmen.“ „Vielleicht mache ich das sogar. Du musst ja dann in Zukunft schon meine Wäsche machen, wenn ich unterwegs bin. Das hat ja bisher meine Mom gemacht.“ „Manche Truckstops haben auch einen Waschsalon dabei.“ „Und wo hänge ich die Wäsche auf? Im Trailer?“ „Nicht wirklich.“ Lachte Keela. „Vor allem, wenn du einen Reefer mithast, sind die Sachen hinterher tiefgekühlt.“ „Das geht vielleicht mal bei zwei, drei T-Shirts. Oder mal bei einer Jeans. Die kriegt man auch im Sleeper aufgehängt.“ „Okay. Ich mache deine Wäsche und du kochst, wenn du hier bist.“ „Du willst wahrscheinlich nur geheim halten, dass du nicht kochen kannst.“ Lachte ich. „Dafür habe ich andere Qualitäten.“ „Surfen? Biken? Und was noch?“ Als Antwort wurde ich in den Arm genommen und lange und zärtlich geküsst.

    Nach dem Essen machten wir es uns auf der Couch gemütlich. Normal hätte ich ins Bett gehen müssen, da ich am späten Abend schon wieder auf Tour musste. Ich wollte aber bei Keela bleiben. So kuschelten wir den Nachmittag und ich schlief dann etwas auf der Couch mit dem Kopf in Keelas Schoß. Das hatte zumindest den Vorteil, dass ich mich ganz und gar fallen lassen konnte.
    Als ich wieder wach wurde, war Keela in der Küche zugange und machte wohl gerade ihr Abendessen fertig. Da ich dann noch etwas Zeit hatte, drehte ich mich noch mal um und schlief noch etwas weiter.

    Mittwoch, den 29. November 2017, 10:30 pm, Pacific Standard Time:

    Als Keela dann zu Bett gehen wollte, weckte sie mich auf. Ich musste nämlich gleich wieder an die Arbeit. Sie ging dann ins Bett und legte sich hin, ich hingegen ging dann ins Bad und erledigte die Zahnpflege und die Dusche. Anschließend setzte ich mir dann direkt zu Hause noch einen Kaffee auf. Dann brauchte ich das nicht im Truck machen. Dann zog ich mich leise an und gab Keela zum Abschied noch mal einen Kuss. Dann füllte ich meinen Kaffee in die Thermoskanne und holte meine Vorräte aus dem Kühlschrank. Die Sachen, die nicht in den Kühlschrank mussten, waren gleich im Kofferraum meines Ford geblieben.
    Gegen halb Zwölf machte ich mich dann auf den Weg zu meiner Firma, wo ich dann eine Viertelstunde später ankam. Dort stellte ich direkt auf PTI und räumte aber zuerst während der Zeit noch meine Sachen ein. Für die Kontrolle der Zugmaschine brauchte ich ja keine komplette Viertelstunde. Gegen Mitternacht war ich dann wieder startklar und konnte nachschauen, was Danny für mich ins ORBCOMM gesetzt hatte:

    PICKUP: CW-CASA
    TRAILER: TA5773
    FREIGHT: MILK
    WEIGHT: 40,000 LB
    TO: GM-NMAL
    GATE: 11
    REMARKS: -----

    CASA-DSN

    Es gab also nach längerer Zeit mal wieder einen Milchtank zu fahren. Ich hatte schon gedacht, dass sich das Thema mit den Zapfstationen wohl erledigt hatte. Andererseits war das Zielkürzel auch nicht von einem unserer Märkte. NMAL war ja schnell klar. Das war Albuquerque, New Mexico. Bei GM handelte es sich zwar nicht um den großen Automobilkonzern, aber um einen ähnlich großen Konzern. Aus General Motors machen wir in diesem Fall mal General Mills, dann passt die Sache.
    Warum wir als Handelskonzern allerdings einem großen Lebensmittelhersteller einen Tank voll Milch liefern sollten, war mir nicht ganz klar. Entweder hatten wir die Milch selbst über GM bezogen und es gab eine Reklamation, oder es gab irgendwo einen Lieferengpass, der dazu führte, dass wir dort Milch anliefern durften. Da General Mills für seine Produkte aus dem Bereich Backwaren bekannt war, brauchten sie ja normal täglich mehrere Tankwagen voll Milch. Im Prinzip war mir das aber auch egal. Ich hatte den Auftrag, die Milch nach Albuquerque zu bringen. Warum hatte mich eigentlich nicht zu interessieren.
    Ich startete also den Kenworth und fuhr zum Zentrallager rüber. Dort ging ich dann kurz nach Mitternacht ins Büro, um bei Danny die Papiere zu holen. Im Büro fand ich dann einen Danny vor, der trotz seiner Nachtschicht wie ein Honigkuchenpferd strahlte. „Hallo Danny. Was ist denn mit dir los? Ich dachte immer die Nachtschicht wäre nicht so dein Ding.“ „Hallo Marc. Das kann man so nicht unbedingt sagen. Sie hat auch Vorteile. Es ist ein viel ruhigeres Arbeiten, als am Tage. Daher ist das gar nicht so schlimm.“ „Verstehe. Ich glaube Keela sieht das etwas anders.“ „Sie mag das, glaube ich, nicht am Tag zu schlafen. Das ist halt nicht Jedermanns Sache.“ „Du hast aber jetzt nicht nur wegen der Nachtschicht gute Laune. Oder?“ „Das stimmt. Da ist auch sonst noch was.“ „Das klingt so, als ob du auch im Privatleben im Moment gut drauf bist.“ „So kann man das nennen.“ „Gibt es da etwa was Neues in Bezug auf Gina Lion?“ „Kein Kommentar.“ „Komm, stell dich nicht so an. Du hast mich in der Angelegenheit ja auch schon um Rat gefragt.“ „Ich möchte aber nichts sagen, was noch nicht ganz spruchreif ist.“ „Verstehe.“ „Aber deine Tipps haben funktioniert. Es tut sich da langsam was.“ „Das freut mich zu hören. Dann warten wir mal ab, was sich da so entwickelt.“ Danny gab mir dann die Papiere für meine Milchladung. Dann verließ ich wieder das Büro und ging zurück zum Truck.

    An Tor 11 nahm ich dann den Tank auf und erledigte die PTI. Anschließend konnte ich mich dann auf den Weg machen. Da ich aber am Dienstag nicht mehr getankt hatte, weil ich da ja noch nicht wusste, wohin die Reise gehen würde, musste ich jetzt erstmal tanken fahren.
    Ich fuhr dann also durch das nächtliche Sacramento und hielt an einer Tankstelle, die rund um die Uhr geöffnet hatte. Jetzt, wo ich ungefähr wusste, wo ich herfahren würde, konnte ich in etwa abschätzen, wieviel Diesel ich tanken musste. Ich entschied mich dann dafür, 120 Gallonen Diesel zu tanken. Das sollte dann bis Kingman reichen.

    Anschließend machte ich mich dann auf den Weg. Ich fuhr auf die I-5 in Richtung Süden, auf der ich dann bis Stockton blieb. Dort wechselte ich dann auf die CA-99, auf die ich ebenfalls in südlicher Richtung auffuhr. Nun konnte ich erstmal einige Zeit in Ruhe auf dem Highway fahren.
    Gegen viertel vor Fünf machte ich dann auf dem Truckstop in Fresno meine Pause. Dort frühstückte ich erst in aller Ruhe. Da ich aber am vorigen Nachmittag nicht allzu viel Schlaf bekommen hatte, war ich nun recht müde und legte mich nach dem Frühstück noch mal eine gute Stunde ins Bett, um noch ein wenig zu schlafen.

    Um sieben Uhr stand ich dann aber wieder auf und machte mich wieder auf den Weg. Es ging dann erstmal wieder auf die CA-99 in Richtung Süden, die ich dann aber bei Bakersfield verließ. Nun ging es über die CA-58 in Richtung Barstow weiter.
    Inzwischen war es auch hell geworden und die Sonne kam sogar zeitweise mal raus. Das sollte aber nicht lange so bleiben. Als ich dann später bei Barstow auf die I-15 in Richtung Norden wechselte, hatte es sich schon wieder eingetrübt. Auf der I-15 blieb ich dann aber auch nicht allzu lange. Hinter Barstow wechselte ich dann auf die I-40 in Richtung Osten.

    Nun ging es bei trübem Wetter durch die Wüste in Richtung Arizona.
    Zur Mittagszeit kam ich dann an der Wiegestation vorbei, die dann natürlich auch geöffnet hatte. Mit etwas über 77.000 Pfund hatte ich aber sogar noch ein wenig Luft nach oben. Nun musste ich mir aber langsam einen Parkplatz für die große Pause suchen. Dazu entschied ich mich dann mal wieder für die Essex Rest Area, auf der ich schon des Öfteren gestanden hatte. Quasi in letzter Minute kam ich hier dann auf den Parkplatz. Am Mittag um viertel vor Zwei war es aber kein Problem, hier einen Parkplatz zu finden. Ich parkte den Truck und machte Feierabend.
    Als Mittag oder Abendessen entschied ich mich dann noch für eine Bohnensuppe aus der Dose, deren Inhalt ich dann in der Mikrowelle warm machte. Nach dem Essen telefonierte ich dann noch ein wenig mit Keela, die inzwischen auch Feierabend hatte und zu Hause angekommen war. Dann legte ich mich aber recht schnell hin. Ich hatte immer noch etwas Schlaf nachzuholen.

    Donnerstag, den 30. November 2017, 10:45 pm, Pacific Standard Time:

    Am späten Abend um viertel vor Elf riss mich der Wecker wieder aus meinen süßen Träumen. Im Traum war ich gerade mit Keela dabei gewesen, ein paar Wellen zu bezwingen, was zumindest im Traum wunderbar geklappt hatte. Nun musste ich dann aber aufstehen und mich wieder um die Arbeit kümmern. Als Erstes setzte ich dann aber einen Kaffee auf. Anschließend nutzte ich dann die Sanitäranlagen der Rest Area für den Toilettengang und eine schnelle Wäsche. Dann ging ich zurück zum Truck, wo dann auch der Kaffee fertig war. Zur gleichen Zeit, wie am Vortag begann ich dann wieder mit der PTI und um Mitternacht konnte ich mich dann wieder auf den Weg in Richtung Osten machen.
    Ich fuhr dann wieder zurück auf die I-40 in Richtung Osten. Dann dauerte es nicht mehr allzu lange, bis mein Navi mir wieder folgendes meldete: „Crossing border – entering Arizona – changing timezone.“ So schnell konnte es dann gehen, dass man auf einmal zwei Uhr hatte. Ich beschleunigte den Lastzug auf 66 mph und stellte den Tempomat ein. Da die Ladung nicht sonderlich eilig war, wollte ich es weiter dabei belassen und dann nur noch 66 auf den Highways außerhalb von Kalifornien fahren. Der durchschnittliche Verbrauch hatte bewiesen, dass die 5 Meilen pro Stunde mehr bei meiner Getriebe- und Achsübersetzung in keinem Verhältnis zur eingesparten Zeit standen. Bei eiligen Ladungen gab es dann auch mehr Geld, da konnte man dann auch mal schneller fahren.

    Es dauerte dann auch nicht mehr allzu lange, bis ich dann Kingman erreichte, wo ich dann zum Tanken anhalten wollte. Der Dieselpreis, der hier nur bei 2,70 $ lag, gab mir recht. In Kalifornien lag der Preis immerhin bei etwa 3,50 $ pro Gallone. 80 Cent pro Gallone sparen machte doch mehr als nur Sinn. Über die Historische Route 66 ging es dann mit vollen Tanks wieder auf die I-40.
    Nun beschleunigte ich wieder auf 66 mph und ließ den Truck dann im Tempomat rollen. Die Strecke war jetzt zwar etwas hügeliger, es lief aber trotzdem gut.

    Es war dann hier auch schon viertel vor Sieben, Mountain Standard Time, als ich dann am Truckstop in Joseph City für meine Pause anhielt. Nach der ausgiebigen Nutzung der Sanitäranlagen und einem guten und reichlichen Frühstück machte ich mich dann um neun Uhr wieder auf den Weg.
    Nun ging es mit großen Schritten auf New Mexico zu. Nach etwas mehr, als einer Stunde überquerte ich dann die Staatsgrenze. Kurz darauf begann mein Transponder in der Scheibe zu piepen. Man wollte mich also heute mal auf der Waage begrüßen. Um halb Elf fuhr ich dann am Gallup Port of Entry über die Waage. Aber auch mit jetzt fast vollen Tanks lag ich noch weit unter den 80.000 Pfund. So konnte ich dann sofort ohne weitere Kontrollen weiterfahren.

    Den weiteren Vormittag und den anbrechenden Mittag verbrachte ich dann auf der I-40 in New Mexico.
    Dann wechselte ich kurz bei Albuquerque auf die I-25, die ich dann kurz darauf an der Anschlussstelle Paseo del Norte wieder verließ. Parallel zur Paseo del Norte, was ja auch die NM-423 war, lief dann die Frontage Road NE, über welche man dann direkt zu General Mills kam.
    Um viertel vor Zwei meldete ich mich dann beim Pförtner des großen Lebensmittelherstellers an.

    Um dann zu meiner Entladestelle zu kommen, musste ich dann quasi eine Werksbesichtigung machen, da die direkte Zufahrt zu der Entladestelle zurzeit nicht passierbar war. Normal wären es nur ein paar Yards gewesen. So fuhr ich dann mehrere Minuten um das ganze Werk, bis ich an der Entladestelle ankam. Dort konnte ich dann aber sofort meinen Tank absatteln. Da ich keinen Nebenantrieb hatte, wäre abpumpen eh nicht möglich gewesen.
    Nachdem ich abgesattelt hatte, war dann auch mein nächster Auftrag von Keela ins System gestellt worden:

    PICKUP: CW-NMAL
    TRAILER: CT40686
    FREIGHT: NUTS
    WEIGHT: 26,000 LB
    TO: NM-CASC
    GATE: 11
    REMARKS: -----

    CASA-KRY

    Auch bei uns wurden in der Vorweihnachtszeit gerne mal ein paar Nüsse geknackt. Daher war die Ladung nicht allzu ungewöhnlich. Das Zentrallager von Albuquerque kannte ich ja auch schon von meinem letzten Aufenthalt hier. Ich war also auch schon in der richtigen Ecke von Albuquerque, was die Sache erleichterte. Mit dem Bobtail fuhr ich dann zurück zur I-25, auf die ich dann kurz in südliche Richtung auffuhr. Am Montgomery Blvd. fuhr ich dann aber wieder von der I-25 runter und war dann kurz darauf am Zentrallager.
    Dort konnte ich dann auch sofort meinen Trailer übernehmen. Das war auch gut so, da sich meine Fahr- und Schichtzeit nämlich langsam dem Ende zuneigte. Ich erledigte den Papierkram und sattelte auf. Dann folgte die obligatorische PTI. Um halb drei machte ich mich dann wieder auf den Weg.
    Ich fuhr dann aber nur noch bis zum TA Truckstop, Albuquerque, welcher ja unweit des Kreuzes von I-25 und I-40 lag. Dort machte ich dann um viertel vor drei Feierabend. Dank der Zeitverschiebung war es jetzt eine Stunde später, obwohl es sich um die gleiche Zeit handelte, wie gestern. Der Vorteil dabei war, dass ich dann den dritten Tag in Folge zur gleichen Zeit losfahren konnte.
    Ich ging dann zuerst in den Truckstop und aß noch mein „Abendessen“ am Mittag. Zurück im Truck telefonierte ich dann noch eine ganze Zeit mit Keela, dann legte ich mich schlafen.

    Samstag, den 2. Dezember 2017, 12:00 am, Mountain Standard Time:

    Um Mitternacht stand ich dann wieder auf. Nachdem ich meinen Kaffee aufgesetzt hatte, ging ich dann noch in den Truckstop zum Duschen. Um viertel vor Eins begann ich dann mit meiner PTI und um ein Uhr machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Kalifornien. Dazu musste ich dann aber zuerst einmal wieder auf die Interstate. Ich stellte dann fest, dass ich, wenn ich hier losfuhr, gar nicht mehr auf die I-25 zurückmusste, sondern dann direkt auf die I-40 in Richtung Westen fahren konnte. Zum Glück hatte ich ein Navi, sonst hätte ich mich hier heillos verfahren.
    So kam ich dann aber gut auf die I-40 und konnte dann auch recht schnell Albuquerque verlassen. Bei der Fahrt durch die Nacht passierte dann auch nichts Besonderes.
    Es war dann auch immer noch dunkel, als ich dann wieder zurück nach Arizona kam. Auf die Waage brauchte ich dann auch nicht. So stand dann mein nächster Stopp erst in Joseph City an, wo ich dann zum Frühstücken anhielt. Nachdem ich mich dann gestärkt hatte, legte ich mich dann noch mal für ein Verdauungsschläfchen aufs Ohr.

    Um acht Uhr, Mountain Standard Time, machte ich mich dann wieder auf den Weg. Inzwischen wurde es langsam hell und es zeigte sich, dass der Tag erstmal mit Frühnebel begann. Im Laufe des Vormittags legte dieser sich aber dann und die Sonne kam raus. Als ich dann in Kingman ankam, wo ich auch heute wieder zum Tanken halten wollte, war es dann aber schon Mittag. Nachdem ich dann meine Tanks wieder gefüllt hatte, fuhr ich dann über die historische Route 66 zur I-40 zurück.

    Viel würde ich heute dann aber auch nicht mehr fahren. Ich kam aber zumindest wieder bis nach Kalifornien zurück. Somit hatte ich dann auch wieder meine reguläre Zeit. Auch auf dem Rückweg machte ich dann wieder auf der Essex Rest Area Feierabend. Ich hätte zwar noch etwas Fahrzeit gehabt, wusste aber auf Anhieb nicht, wie weit ich damit noch kommen könnte. Also blieb ich lieber hier stehen. Hier wusste ich, was ich hatte. Es war dann auch erst viertel vor Eins, Pacific Standard Time, als der Truck dann stand.
    Dann telefonierte ich noch eine ganze Zeit mit Keela. Allerdings mussten wir das Telefonat ab und zu zwischendurch unterbrechen, weil Keela ja Bereitschaft hatte und die Kollegen anriefen, um neue Aufträge von Keela zu bekommen. Nachdem wir dann irgendwann aufgelegt hatten, legte ich mich dann auch schnell in die Koje und schlief ein.

    Samstag, den 2. Dezember 2017, 10:00 pm, Pacific Standard Time:

    Nach einer etwas kürzeren Nachtruhe stand ich dann widerwillig wieder auf, als sich der Wecker meldete. Schließlich blieb mir auch nichts anderes übrig, da die Nüsse in den Markt mussten. Da ich mich ja wieder mal auf der Rest Area Essex befand, konnte ich den Sanitärbereich nur zum Toilettengang nutzen. Die Körperpflege erledigte ich dann am Truck aus dem Wasserkanister. Den ersten Kaffee gab es dann auch erst, nachdem der, den ich dann aufgesetzt hatte, durchgelaufen war. Der restliche Kaffee kam dann in die Thermoskanne. Um viertel vor Elf begann ich dann wieder mit der PTI, um elf Uhr ging es dann weiter nach Santa Cruz.

    Dafür ging es dann zuerst zurück auf die I-40 in Richtung Westen, der ich dann bis kurz vor Barstow folgte. Dann wechselte ich auf die I-15 in Richtung Süden, wo ich dann aber nur bis kurz hinter Barstow drauf blieb, wo dann der erneute Wechsel auf die CA-58 in Richtung Bakersfield kam. Inzwischen war dann der Samstag um und der Sonntag war angebrochen. So ging es in der Nacht dem Morgen und der Küste entgegen.
    Bakersfield erreichte ich dann am noch sehr frühen Morgen, wo dann aber trotzdem schon recht viel Verkehr war. Wo die anderen Autofahrer alle herkamen oder hinwollten, ließ sich aber nicht ergründen.

    Trotzdem kam ich dann einigermaßen durch Bakersfield und blieb auch nach der Ortsdurchfahrt erstmal weiter auf der CA-58. Bei Buttonwillow fuhr ich dann aber auf den bekannten TA Truckstop.
    Dort holte ich dann erstmal die Dusche nach, die ich ja bei Schichtbeginn mangels Duschgelegenheit nicht erledigen konnte. Anschließend ging ich dann noch in aller Ruhe frühstücken. Als ich mich dann wieder auf den Weg machte, war es dann auch schon sieben Uhr am Sonntagmorgen.

    Nun fuhr ich dann in nördlicher Richtung auf die I-5. Dort wurde es dann auch langsam hell. Wobei das bei dem erst auftretenden Frühnebel auch eine Übertreibung war. Richtig hell wurde es dann erst am Vormittag, wo ich dann von der I-5 auf die CA-152 in Richtung Westen wechselte.
    Bevor ich dann Santa Cruz erreichte, musste ich dann noch einmal den Highway wechseln und auf die US-101 fahren. Gegen elf Uhr erreichte ich dann die ersten Häuser von Santa Cruz. Um viertel nach Elf kam ich dann auch am Neighborhood Market an.
    Dabei kam mir die Erinnerung, dass das mein erstes Fahrziel war, was ich überhaupt für Walmart angesteuert hatte. Genau wie damals durfte ich dann wieder den Trailer an das erste Tor stellen.
    Nachdem ich dann abgesattelt hatte, bekam ich dann von Keela eine Anweisung, mit der ich nicht gerechnet hatte.

    10 H BREAK

    CASA-KRY

    Keela schickte mich wirklich in die Pause. Mir fiel dann wieder der mexikanische Imbiss ein, bei dem auch einige LKW Parkplätze waren. Von dort war es dann auch nicht sonderlich weit bis zum Meer. Ich fuhr mit der Zugmaschine zu dem Imbiss, wo dann auch genug Parkplätze frei waren, dass man hier auch mit mehreren Lastzügen hätte parken können.
    Dann telefonierte ich erstmal mit meiner Süßen. „Wie kommt es, dass du mich in die Pause schickst?“ fragte ich sie erstaunt. „Erstens hatten die gerade nichts Vernünftiges beim Außenlager und zweitens hast du doch sowieso maximal noch eine Stunde Fahrzeit gehabt.“ „Stimmt auch wieder.“ Wir telefonierten dann noch eine ganze Weile weiter, bis Keela dann wieder die Kollegen bedienen musste.
    Dann machte ich noch einen schönen Spaziergang mit Meerblick. Anschließend ging ich bei dem Mexikaner noch was essen. Danach musste ich mich aber auch wieder hinlegen. Am Abend konnte es dann wohl schon wieder weitergehen.

    Sonntag, den 3. Dezember 2017, 9:00 pm, Pacific Standard Time:

    Am Abend um neun Uhr klingelte mein Wecker dann wieder und riss mich aus meinen Träumen. Leider musste ich dann schon wieder aufstehen. Ich nutzte die Toiletten in dem mexikanischen Imbiss für meinen Toilettengang. Die Körperpflege musste ich dann aber wieder aus dem Wasserkanister erledigen. Dann setzte ich mir einen Kaffee auf und telefonierte kurz mit Keela, die um diese Zeit wohl noch wach war. „Ich musste heute bei deiner Disposition ein wenig basteln.“ Sagte sie mir dann nachdem wir uns begrüßt hatten. „Das heißt was?“ „Du wirst heute eine längere Leerfahrt dazwischen haben. Geht leider nicht anders.“ „Dann erzähl mal.“ „Zuerst bekommst du einen Pup von Santa Cruz nach San Francisco. Dort habe ich aber keinen Anschluss, den ich dir geben kann, weil deine Restfahrzeit dafür nicht mehr reicht. Also ziehe ich dich dann leer nach Sacramento, weil auch in Oakland oder San Rafael nichts für uns liegt.“ „Und dann Reset?“ „Das würde zwar so eben gehen, weil du dann knapp über die 50 Stunden bist, aber ich schicke dich noch mal nach Oxnard. Dann hoffe ich, dass ich auch wieder was nach Hause bekomme.“ „Und wenn nicht?„Dann müsstest du wohl oder übel in Oxnard resetten. Ich arbeite aber noch daran.“ „Gut. Dann weiß ich erstmal Bescheid.“ Nachdem wir dann noch ein paar private Worte gewechselt hatten, legten wir dann wieder auf und ich begann mit meiner PTI.

    Um zehn Uhr konnte ich dann zum Außenlager, Santa Cruz fahren, wo mich der Pup für San Francisco erwartete. Nachdem ich diesen aufgesattelt hatte und die PTI erledigt war, machte ich mich dann auf den Weg in die Heimatstadt der Lions.
    Dazu nahm ich dann mal wieder die CA-1, welche mich an Pacifica vorbeiführte. So konnte ich auch immer mal wieder ein paar Blicke auf den nächtlichen Stillen Ozean werfen. Es war dann auch schon nach Mitternacht, als ich dann in San Francisco ankam. Die Großstadt schlief dann aber erwartungsgemäß noch nicht. Hier war immer noch einiges los, obwohl es jetzt schon Montag war.

    Gegen viertel nach Eins erreichte ich den 7Eleven Supermarkt, wo ich dann den Pup hinten in die Ecke setzen durfte. Dann konnte ich mich mit dem Bobtail auf den Weg nach Sacramento machen. Dazu ging es, wie gewohnt über die I-80.

    Gegen viertel nach Vier erreichte ich dann das Außenlager in Sacramento, wo dann der Trailer für Oxnard auf mich wartete. Gegen halb Fünf hatte ich den Trailer aufgesattelt und die PTI erledigt. Nun konnte ich mich wieder auf den Weg machen.
    Weit ging mein Weg fürs Erste aber nicht. Ich fuhr nur bis zu mir auf den Platz. Dort setzte ich den Ford aus der Halle, damit ich den Truck wenden konnte. Dann stellte ich den Truck neben die Halle und machte mich mit dem Ford auf den Weg nach Hause, was für mich ja inzwischen Keelas Wohnung war.

    Als ich dort ankam, war Keela noch am Schlafen. Ich zog mich also leise aus und ging erstmal ins Bad zu Duschen und rasieren. Während ich noch unter der Dusche war, kam Keela dann ins Bad. „Oh, habe ich dich geweckt?“ fragte ich mit einem schlechten Gewissen. „Da waren auf einmal Geräusche im Bad. Das ist sonst nicht.“ Sagte Keela etwas verschlafen. „Dann habe ich ja Glück gehabt, dass du mich nicht direkt erschossen hast.“ Sagte ich lachend. „Nein. Ich schaue erstmal nach, wen ich da erschießen würde. Vielleicht lohnt es sich, ja den Einbrecher leben zu lassen.“ „Dann habe ich ja Glück gehabt.“ „Ich gehe erstmal Frühstück machen.“ Sagte Keela und ließ mich etwas enttäuscht zurück. Ich hatte gehofft, dass sie zu mir unter die Dusche gekommen wäre.
    Als ich dann aus dem Bad kam und mir wieder was angezogen hatte, war dann auch das Frühstück fertig. Wir gaben uns einen Begrüßungskuss, dann fragte Keela: „Hast du etwa deine Fahrzeit schon um?“ „Natürlich nicht. Ich mache nur meine Pause da, wo sie Spaß macht.“ „Dann geht es ja. Ich dachte schon, ich hätte mich jetzt so verkalkuliert, dass du gar nicht mehr von Oxnard zurückkommen kannst.“ „Ich komme heute sowieso nicht mehr bis Oxnard. Mein gesetztes Tagesziel heißt Buttonwillow.“ „Verstehe.“ „Dann schaffe ich es gerade eben morgen wieder bis nach Hause.“ „Hoffentlich bekommen wir auch eine Ladung.“ „Du hast doch Nachtdienst, oder?“ „Stimmt.“ „Dann liegt es ja in deiner Hand.“ „Ich kann dir aber auch nur eine Ladung nach Hause geben, wenn es eine gibt.“ „Das stimmt auch wieder.“ „Wir müssen also abwarten.“
    Bevor wir uns dann weiter unterhalten konnten, musste Keela aber erstmal die Übergabe an Charlie vornehmen. Es war nämlich inzwischen viertel vor Sechs. Danach konnten wir dann wieder weiter zusammen frühstücken, bis ich dann leider wieder losmusste.

    Ich fuhr dann wieder zurück zu meiner Halle und stellte den Ford wieder hinein. Dann machte ich mich wieder auf den Weg. Es ging dann erst durch den Montagmorgenverkehr von Sacramento und dann auf die I-5. Dort fuhr ich dann wieder in südlicher Richtung auf. Nun konnte ich in den Montagmorgen hineinfahren, der dann erst grau begann. Schließlich kam dann aber für kurze Zeit die Sonne raus, bevor sie sich am späteren Vormittag dann wieder hinter den Wolken versteckte.
    Die Fahrt verlief dann ohne besondere Zwischenfälle. Die größte Abwechselung war dann mal wieder der Zwischenstopp auf der Waage.

    Mit meinen letzten Minuten Fahrzeit kam ich dann genau bis zum Truckstop Buttonwillow, wo ich dann um Zwölf Uhr mittags Feierabend machen konnte. Nach einem Mittagessen im Truckstop und einem anschließenden Verdauungsspaziergang, bei dem ich mit Keela telefonierte, legte ich mich dann am späten Mittag in mein gemütliches Bett und schlief dann auch recht schnell ein.

    Montag, den 4. Dezember 2017, 9:00 pm, Pacific Standard Time:

    Nachdem dann am Abend mein Wecker wieder mal klingelte, stand ich dann gegen neun Uhr auf und machte mich dann auf den Weg in den Truckstop zum Duschen und für den ersten Kaffee der Schicht. Gegen zehn Uhr begann ich dann mit der PTI und eine Viertelstunde später war ich dann wieder auf dem Weg nach Oxnard.
    Es ging dann erstmal wieder zurück auf die I-5 in Richtung Süden. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis ich dann über den Tejon Pass fuhr. Nachdem ich den Pass überwunden hatte, wechselte ich dann auf die CA-126 in Richtung Westen. So ging es dann in Richtung Oxnard, wo ich dann schon ein ganzes Stück vor dem Ort an der Costco Niederlassung ankam.
    Es war dann viertel nach Eins in der Nacht, als ich mich dort meldete. Nachdem ich dann den Trailer abgestellt hatte, war dann auch der nächste Einsatz im System:

    PICKUP: CW-CAOX
    TRAILER: CT53573
    FREIGHT: CEREALS
    WEIGHT: 43,000 LB
    TO: CO-AZKI
    GATE: 08
    REMARKS: URGENT ORDER

    CASA-KRY

    Das war dann wohl nichts mit dem Heimatschuss. Kurz darauf, ich war schon wieder losgefahren, kam dann noch eine WhatsApp von Keela. „Sorry Schatz. Gegen Dringende Ladungen bin ich machtlos. Gut, dass du am Morgen noch zu Hause warst, so haben wir uns wenigstens noch kurz gesehen. Gute Fahrt. Keela.“ Ich las die Nachricht und musste Keela rechtgeben. Gut, dass wir uns am vergangenen Morgen noch kurz gesehen hatten.
    Ich fuhr dann weiter zum Zentrallager in Oxnard, was dann wirklich recht zentral im Ort lag. Dort bekam ich dann wieder einen Planen Trailer mit dem Getreide für Kingman. Um halb Drei am Morgen hatte ich dann den Trailer aufgenommen und war nun wieder auf dem Weg.

    Ich fuhr dann durch Oxnard zur Route 101, dem Ventura Freeway, über den es dann nach Los Angeles ging. Dort wechselte ich dann noch mal kurz auf die I-5, um dann etwas später auf die I-10 in Richtung Osten zu wechseln. Zum Glück war an dem frühen Morgen in LA noch nicht wirklich viel los, so kam ich hier dann gut durch.
    Nachdem ich LA dann passiert hatte, wechselte ich noch mal auf die I-15 in Richtung Norden, über die ich dann nach Barstow fahren wollte. Nun ging es nochmal über die Berge und ich merkte, dass der Lastzug mit den 43.000 Pfund schon recht vollgeladen war. Bis hierhin hatte ich noch einen Durchschnittsverbrauch von 5,9 Meilen pro Gallone gehabt. Jetzt ging er wieder auf 5,8 hoch.
    Irgendwann hatte ich die Berge aber überwunden und ich konnte dann an der Lenwood Road im Süden von Barstow abfahren, um auf dem Truckstop meine Pause zu absolvieren. Dort hielt ich dann zum Duschen und Frühstücken an. Etwa zwei Stunden später um halb Neun machte ich mich dann wieder auf den restlichen Weg nach Kingman.

    Erst ging es dann wieder auf die I-15 zurück, dann ging es mal wieder auf die I-40 in Richtung Osten, die ich inzwischen auch schon fast im Schlaf fahren konnte. So oft, wie ich hier in der letzten Zeit hergefahren war. Die weitere Fahrt verlief dann recht ruhig. Ich musste mit dem vollen Lastzug zwar auf die Waage, aber da die Planen Trailer dann doch recht leicht waren, hatte ich, trotz der schweren Ladung mit 43.000 Pfund nur ein Gesamtgewicht von 78.155 Pfund. Das Ganze allerdings auch bei recht leeren Tanks.
    Anschließend kam dann der Wettlauf gegen die Uhr. Am Mittag liefen meine Fahrzeit und meine Wochenfahrzeit aus. Wenn ich es nicht schaffte, bis dahin in Kingman zu sein, müsste ich 34 Stunden stehen bleiben, ohne dass ich was machen konnte. Ich musste also wohl oder übel abladen. Dabei wollte ich dann natürlich so wenig, wie möglich überziehen. Es ging dann hinterher auch schon stark auf zwölf Uhr zu, als ich dann den Colorado River überquerte und somit Arizona erreichte.

    Nun legte ich noch mal einen Endspurt ein. Ausnahmsweise stellte ich meinen Tempomat auf die erlaubten 70 mph, um jetzt jede Minute herauszuholen. Um Punkt ein Uhr Mountain Standard Time stand ich dann am Tor von Costco. Das entsprach dann genau 12 Uhr, kalifornischer Zeit.
    Dort bekam ich dann auch sofort mein Tor zugewiesen. Die Nachricht im Display hätte jetzt laut Keelas Informationen gar nicht anders lauten können:

    35 H BREAK

    CASA-CSA.

    Ich machte mich dann auf den Weg zu dem Motel an der historischen Route 66, wo ich am Tag der Sonnenfinsternis schon mal meinen Reset gemacht hatte. Nun würde ich hier meinen zweiten Reset in Kingman machen.

    Um halb Zwei stellte ich dann hier meinen Truck ab. Die Berechnungen des E-Log ergaben dann, dass ich am heutigen Tag genau 11 Stunden Fahrzeit und in der Woche genau 69,5 Stunden voll hatte. Das nennt man dann wohl gutes Ausnutzen der Fahrzeiten.
    Als Nächstes checkte ich in das Motel ein und machte erstmal ein kleines Schläfchen. Ich war ja bereits seit dem vorigen Abend unterwegs gewesen.

    Dienstag, den 5. Dezember 2017, nachmittags:

    Nachdem ich dann ein, zwei Stündchen geschlafen hatte, stand ich noch mal auf. Da ich ja in der Nacht nicht wieder losmusste, konnte ich mich in Kingman noch ein wenig umsehen. Ich hatte schon das letzte Mal die ganze Zeit im Zimmer verbracht und dort vor dem Fernseher und Computer gesessen. Es gab zwar nicht allzu viel in der kleinen Stadt an der Grenze zu Kalifornien zu sehen, aber gerade und besonders an der historischen Route 66 hatten sich dann mehrere Firmen und Geschäfte angesiedelt, die sich auf den Tourismus spezialisiert hatten, der die Route 66 zum Ziel hatte.
    Neben stylischen Cafés und Restaurants waren das viele Firmen die sich auf Motorräder und auf Hot Rods spezialisiert hatten. Für viele Leute, die die Route 66 besuchten, war der „American Way of Drive“ besonders wichtig. Es gab viele Firmen dort, die sich auf das „Auf Pimpen“ von Autos und Motorrädern spezialisiert hatten und einige Läden, die dann die passende Bekleidung dazu anboten. Dort schaute ich mich etwas um und wusste langsam, was meine motorisierte Zukunft sein sollte.
    Beim Motorrad würde ich dann auch lieber den klassischen Tourer nehmen, ähnlich wie Keelas Electra Glide. Mit den Choppern konnte ich nicht wirklich viel anfangen und auch die Enduros waren nicht meine Welt. Rennmaschinen fand ich in einem Land, wie der USA, wo man meistens nur 75 oder 80 mph fahren konnte ebenfalls etwas unsinnig.
    Beim Auto würde ich wahrscheinlich genau so klassisch bleiben, wie ich es schon bei meinem Geschmack von Truck und Motorrad bewiesen hatte. Es sollte definitiv in die Richtung eines amerikanischen Muscle Cars gehen. Da war ich aber auf keine Marke fixiert. Es sollte entweder ein klassischer Mustang, Camaro oder Challenger werden, auch eine Corvette Stingray konnte ich mir durchaus vorstellen.
    Falls der Klassiker an meiner geringen Zeit zu Schrauben und zu Basteln scheitern sollte, könnte ich mir auch die gut gestalteten modernen Versionen von Mustang oder Camaro vorstellen. Dieses Retro Design gefiel mir dann doch wirklich gut. Es sollte aber definitiv was Amerikanisches sein und kein BMW oder Mercedes. Vielleicht könnte man, wenn es ein Klassiker wird, diesen sogar auch noch etwas auf Pimpen. Die Fahrzeuge, die hier so über die Route 66 fuhren, gefielen mir wirklich gut.
    Ein Cabrio musste es nicht unbedingt sein. Für schönes Wetter sollte dann ja auch das Motorrad gehen. Das Coupé sollte dann aber auf jeden Fall eine Klimaanlage haben.

    Ich ging dann noch in eines der stylischen Restaurants zum Abendessen, danach ging ich dann langsam wieder zu meinem Motel zurück. Dort telefonierte ich dann noch etwas mit Keela, bevor ich mich dann wieder ins Bett legte.

    Mittwoch, den 6. Dezember 2017:

    Der heutige Tag ist dann in zwei Teile geteilt. Am Vormittag mache ich mich nach dem Frühstück im Motel noch mal auf den Weg zu einigen der Auto- und Motorradhändler, die ich am Vortag schon gesehen habe. Dort lasse ich mir dann auch entsprechende Angebote erstellen. Letztlich kann ich dann, nachdem ich mir die Angebote näher angeschaut habe ein paar Sachen für mich ausschließen.
    Als erstes steht für mich fest, dass ich in Kingman schon mal kein Fahrzeug kaufe, weil die Preise hier offensichtlich sowas wie einen „Route66 Zuschlag“ haben.
    Die aufgemotzten Fahrzeuge hier, egal ob Bike oder PKW sind dann auch etwas too much für den Spießer in mir. Wahrscheinlich würde sich Keela über die Selbsterkenntnis vor Lachen nicht mehr ein bekommen.
    Die nächste Erkenntnis, die ich gewonnen habe, ist die, dass ich besser bei den Retro Varianten bleibe, als mir ein Original zuzulegen. Dazu habe ich einfach zu wenig Zeit und zu wenig Ahnung vom Schrauben. Abgesehen davon sind die Originale auch teurer. Wobei man dabei natürlich auch keinen Wert mehr verliert, sondern der Wert mit der Zeit eher steigt. Aber gerade aus diesem Grund sind die auch nicht unbedingt als Fahrzeug für jeden Tag geeignet. Also doch eine Retro Variante. Da gibt es ja inzwischen auch genug Gebrauchte von.
    Der Mustang der fünften Generation, also der, der diese Retro Welle bei den Muscle Cars eingeleitet hat, ist ja seit 2005 auf dem Markt und der Camaro oder der Dodge Challenger inzwischen seit 2009. Da sollte ja auch was Vernünftiges zu einem guten Preis zu finden sein.
    Bei den Motorrädern sieht die Sache wieder anders aus. Da sollte ich mich schon nach einer neuen Electra Glide erkundigen. Die Händler haben mir geraten, da besser keine Gebrauchten zu nehmen, wenn ich selbst nicht schrauben kann, da viele von den Bikes dann schon verbastelt sein können und ich das dann nicht beheben kann. Da weiß ich ja dann jetzt, worauf ich sparen muss.

    Am Nachmittag setzte ich mich dann noch mal an den Laptop und erledigte den Bürokram. Nachdem der erledigt war, machte ich es mir noch mal in dem Motel Zimmer gemütlich und legte mich noch mal hin. Am Abend würde es ja dann wieder mit einer neuen Tour in die nächste Woche für mich gehen.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

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Kommentare 26

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    tomahawk47 -

    Super Story. 28 Kapitel in 3 Tagen. Sehr gut geschrieben. Da warte ich mit Spannung auf mehr.

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    alaskabaer01 -

    Klasse Story.

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    infinity -

    Schön zu lesende Story. Hab wieder ein Weilchen dafür gebraucht um im Kopf mitzufahren. Kleine Kritik: die inflationäre Nutzung der "dann's" würde ich persönlich der Überwachungsbehörde mal melden :D

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    loddi51 -

    Wieder ein klasse geschriebenes Kapitel.

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    Viking1971 -

    12:00 am ist also Mitternacht? :D Ein schönes Kapitel!

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      TurboStar -

      Klingt komisch, ist aber so. 12:00 ist in beide Richtungen gleich weit weg. Aber ab 12:01 (in Europa 00:01) gerechnet ist der Weg über den Vormittag zum Sonnenhöchststand kürzer als über den Nachmittag. Dafür ist 12:01 mittags ja nach dem Sonnenhöchststand (der als genau 12 Uhr mittags definiert wurde). Deshalb ist Mitternacht 12:00 AM und Mittag 12:00 PM ;)

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      Sauerlaender -

      So isses.

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      alaskabaer01 -

      am = Am Morgen. So merke ich mir das.

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    merlinita -

    Schönes Kapitel, hab deinen Wechsel nach USA gar ned mitbekommen, hab ich ja nun einiges nachzuholen^^

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Nur wenn auf dem "Milchtrailer" das spiegelverkehrte Logo der Tankstelle ist, an der man gerade steht, sollte man einen anderen Winkel fürs Foto suchen ;)

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      Sauerlaender -

      Danke. Ist das nicht normal, dass sich auf dem Chromtank was spiegelt? Der Trailer hatte so keine Logos. Welche Leuchtreklame sich da aber jetzt gespiegelt hat, kann ich dir nicht mehr sagen.

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      TurboStar -

      Auch wahr. Habe nicht erkannt, dass das Ende verchromt ist und es für eine fehlerhafte Textur gehalten. Der Tank scheint ja an der Seite eher Edelstahl zu sein, denn bei den Tagfotos von vorne spiegelt sich nichts. Das hat mich wohl verwirrt. Das gespiegelte Objekt wird die Preistafel der Tankstelle sein.

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    elwime -

    Schöne Geschichte wie immer

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    Werner 1960 -

    Wieder toll geschrieben.