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Kapitel 40 - Wieder vereint

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    nordicgirl84

    Zuhause angekommen, schloss ich die Tür auf und ging ins Haus. Es war verdächtig ruhig und von Dirk weit und breit nix zusehen. Die Suche im ganzen Haus blieb erfolglos. >>Wo steckte er nur? Na ja erstmal das Auto in die Garage schaffen.<< ging es mir durch den Kopf. Zum Glück schien inzwischen wieder die Sonne. Als ich die Garage öffnete war mir klar was los war. Denn die zweite Garage war leer. Der Herr war also mit dem Porsche unterwegs, dabei hatte Ihm der Arzt das Autofahren doch verboten. >>Warum können Männer sich nie an ärztliche Anweisungen halten.<< Ich ging zurück ins Haus um endlich mein Schaumbad zu nehmen. >>Und dann wird er wieder rumjammern, wenn Ihm der Fuß wehtut.<< Obwohl mein entspannendes Bad doch recht viel Zeit in Anspruch genommen hatte, war Dirk immer noch nicht da. Auch ans Handy ging er nicht.

    Ich rief eine Freundin an und verabredete mich mit Ihr. Kurz darauf kam Sie um mich abzuholen und gerade als ich in Ihren Wagen eingestiegen war, kam auch meine bessere Hälfte die Straße hoch gefahren. Also stieg ich wieder aus um wenigstens kurz mit Ihm zu sprechen.
    >>Hi Schatz, du bist schon wieder da.<< >>Schon eine ganze Weile. Aber wo hast du gesteckt?<< >>Hab den Porsche zugelassen und war bei der Versicherung.<< >>Schön, aber du weißt schon was dir der Arzt gesagt hatte?<< Ich war immer noch leicht angefressen. >>Mir gehts gut.<< versuchte er mich zu beruhigen. Aber die Art wie er ins Haus humpelte verriet mir das Gegenteil. >>Tja, wer nicht hören will, muss fühlen.<< meinte Isabell und dann fuhren wir Mädels.

    Spät am Abend kam ich wieder heim. Diesmal hörte ich sofort wo er war und was er tat. Denn das Gejammere beim Versuch seinen Verband zu wechseln war nicht zu überhören. Ich überlegte kurz, ob ich Ihm mit seinem Elend alleine lassen sollte oder nicht. Aber schließlich siegte die Fürsorge und ich verband den Fuß neu.
    >>Hast wohl doch übertrieben.<< konnte ich mir währenddessen eine Spitze nicht verkneifen. Mehr als ein kleinlautes >>Ja<< kam allerdings nicht als Antwort, dafür setzte er seinen Dackelblick auf, so dass ich Ihm kaum noch böse sein konnte.

    Am nächsten Morgen machte ich mich um kurz nach Acht wieder auf den Weg nach Dresden, nicht ohne Dirk zu ermahnen heute keine Extratouren zu veranstalten. Schließlich hatte ich keine Lust ewig die Krankenschwester zu spielen. Denn er schien es zunehmend zu genießen sich verwöhnen zu lassen.

    Wenigstens hatte er gestern noch eine Tour für mich besorgt. Mit 25 Tonnen Stahlcoils sollte es nach Erfurt gehen. Beim Verlader angekommen musste ich ein wenig warten, da alle Büromitarbeiter noch in einer Konferenz waren und damit keiner da war, der mir die Papiere geben konnte. Aber nach knapp 20 Minuten kam ein älterer Mann in das Büro.
    >>Was kann ich für Sie tun?<< >>Ich brauch die Papiere für den Trailer mit den Stahlcoils.<< >>Warum?<< >>Ähh, weil ich den Trailer schlecht ohne Frachtpapiere nach Erfurt bringen kann.<< Er schaute richtig dämlich aus der Wäsche >>Sind Sie etwa der Fahrer?<< >>Nein, die Fahrerin.<< Anscheinend waren LKW-Fahrerinnen etwas, was sein Weltbild mächtig ins wanken brachte. Aber schließlich gab er mir die Papiere und ich konnte verschwinden. Von draußen sah ich Ihn noch am Fenster stehen und mich beim wegfahren beobachten.

    Auf der A4 kam ich an diesem Vormittag gut voran und als ich nochmal an den Typen im Büro dachte musste ich lachen.



    Ich hatte gerade die Autobahn verlassen und befand mich auf den letzten Kilometern zu meinem Ziel, als mein Handy bimmelte.
    >>Ja Chef?<< Damit hatte ich Ihn kurz aus dem Konzept gebracht. >>...Ähh, ja Schatz. Ich hab da eine neue Fracht für dich. Stefan hat die besorgt. Ich schicke dir die Daten aufs Handy.<< >>Okay. Und bist du brav zu hause?<< >>Ja, aber es ist langweilig. Will wieder fahren.<< >>Da musst du dich noch gedulden. Bis dann.<< damit legte ich auf.

    Auf der Landstraße wurde der Verkehr dichter, aber zum Glück ging es abgesehen von einem Ampelstopp doch noch zügig voran.



    Am Abladeort angekommen, parkte ich den Trailer.



    Hoffentlich schauten die mich hier im Büro nicht auch wieder an wie einen Alien. Wieder aus dem Büro heraus schaute ich erstmal auf die E-Mail mit den Daten des nächsten Auftrages und wurde blass. Von einem Schwertransport hatte dieser Mistkerl am Telefon aber nix gesagt.

    Ziemlich angesäuert machte ich mich auf den Weg zu der Firma, wo das Riesenbaby stand.



    Unterwegs versuchte ich Dirk anzurufen, aber er ging nicht ran. Wahrscheinlich wusste er schon warum. Eine halbe Stunde später hing der Trailer mit der Ramme drauf am Actros und ich hatte die Papiere in der Hand. Bevor ich einstieg wählte ich nochmals Dirk's Nummer, aber >>Der gewünschte Gesprächsteilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar<< war alles was ich zu hören bekam. Auf dem Privathandy war es dasselbe.

    Mit einer Mischung aus Wut und einem mulmigen Gefühl startete ich zu meinem ersten Schwertransport.



    Aus der Stadt heraus kam ich noch ziemlich problemlos, aber schon beim Auffahren auf die Autobahn machte mir das weit ausschwenkende Heck Probleme.



    Dafür verlief die Fahrt auf der Autobahn ohne Schwierigkeiten. Ich konnte es mir sogar erlauben einen langsameren Ungarn zu überholen.



    Plötzlich klingelte mein Handy und ich ging ran.
    >>Noch sauer?<< fragte er. >>Wirst du schon sehen, wenn ich wieder zuhause bin.<< >>Darum geht's grad. Stefan hat angerufen. Er hat eine dringende Fracht mit Stahlcoils nach Wroclaw, die heute noch raus muss.<< >>Und du hast zugesagt?<< >>Ja.<< >>Willst mich wohl nicht zuhause haben? Schick mir die Daten.<< Jetzt musste ich aber auflegen, denn es war an der Zeit die Autobahn zu verlassen und mit einem Schwertransport in der Stadt, da telefoniert es sich nicht besonders gut. Zumal in der City gerade Berufsverkehr war.



    Als das Navi dann auch noch >>Sie haben Ihr Ziel erreicht<< krähte, war ich restlos bedient. Bisher hatte ich noch gar nicht für voll genommen, dass diese Tour zu Arcese ging. Aber jetzt stand ich mit einem überlangen Schwertransport mitten im Berufsverkehr vor dieser engen Einfahrt. Ich hätte am liebsten losgeheult, nur um im Anschluss meinen Mann zu vierteilen.

    Zum Glück fiel mir wieder ein wie Dirk mir erklärt hatte, wie man am besten durch dieses Tor kommt. Auch die Autofahrer hinter mir schienen von der geduldigeren Sorte zu sein. Vielleicht hatten sie aber auch einfach nur Angst um ihre Autos. Schließlich schaffte ich es zwar ganz langsam aber doch in einem Zug hinein.



    Anscheinend waren Dirks Tipps doch zu etwas zu gebrauchen. Trotzdem wollte ich Ihn immer noch umbringen und die Gelegenheit sollte sich schneller bieten als ich dachte. Denn gerade als ich den Trailer abgesattelt hatte und mit den Papieren ins Büro gehen wollte, kam er aus Diesem heraus. Als er ganz dicht vor mir stand überlegte ich ob ich Ihm eine knallen soll. Aber er kam mir zuvor, indem er mich küsste
    >>War beeindruckend dir beim rangieren zu zusehen. Wie ein alter Hase.<< >>Hättest mir trotzdem eher was sagen können.<< Ich wusste noch nicht so recht ob ich noch sauer auf Ihn sein sollte. >>Was machst du überhaupt hier.<< >>Der neue Auftrag, Du kannst gleich aufsatteln.<< Damit gab er mir die Papiere, welche er in der Hand hielt und nahm mir die des Schwertransportes ab.

    Gerade als ich mit aufsatteln fertig war, kam er auch schon wieder aus dem Büro gehumpelt und kletterte wie selbstverständlich zu mir ins Führerhaus. Auf meinen fragenden Blick meinte er
    >>Zuhause ist mir zu langweilig.<< >>Wie wär's wenn du dann die Buchhaltung machen würdest.<< >>Hab ich alles schon gemacht.<< >>Aber jammer mir nicht die Ohren voll, wenn dir wieder der Fuß wehtut.<< >>Versprochen<< Damit rollte ich vom Hof und durch die Stadt in Richtung Autobahn.



    Die Fahrt nach Osten verlief ohne besondere Vorkommnisse und auch mein angeschlagener Beifahrer ließ nichts von sich hören. Erst hatte er noch ein wenig am Laptop gearbeitet und sich dann in die Koje gelegt.

    Am frühen Abend, die Sonne stand schon ziemlich tief, verließ ich die Autobahn und nahm die letzten Kilometer nach Wroclaw in Angriff.



    Dirk war inzwischen wieder nach vorn gekommen und suchte derweil nach einem Hotel, da meine Lenkzeit ziemlich genau mit dem Abstellen des Trailers enden würde. Während ich den Auflieger abstellte, humpelte er in Richtung Büro und ich war beeindruckt. Er hatte sich daran gehalten und die ganze Fahrt über nicht einmal gejammert.

    Allerdings standen wir jetzt vor einem Problem. Denn laut Digitacho hatte ich lediglich noch zwei Minuten Restfahrzeit. Zum Hotel brauchten wir aber mindestens zehn Minuten. Und hier stehen lassen konnten wir den LKW aber auch nicht.
    >>Dann werd ich wohl fahren müssen.<< Und obwohl ich bei dieser Idee kein gutes Gefühl hatte, blieb uns nichts anderes übrig.

    Nach einer viertel Stunde kamen wir am Hotel an. Und auch jetzt war von Ihm kein Klagen zu hören, obwohl ich Ihm während der Fahrt die Schmerzen angesehen hatte. Er biss die Zähne zusammen.
    >>Hoffentlich ist die Naht nicht wieder aufgerissen.<< dachte ich noch, als wir das Hotel betraten.

    Unser erster Weg führte in Restaurant, aber dann im Zimmer angekommen fiel ich erst einmal ins Bett. Ich war müde und der Nacken tat mir ziemlich weh. Dirk stand noch am Fenster und warf für heute einen letzten Blick auf den Truck.



    Dann kam er zu mir und nachdem wir uns gegenseitig versorgt hatten, Ich mit einem Verbandswechsel bei Ihm und er mit einer sanften Massage bei mir, schliefen aneinandergekuschelt ein. Jetzt war ich froh, dass er hier war und ich nicht allein im Hotel sein musste.

    Früh am nächsten Morgen riss uns der Wecker aus den Träumen und mahnte zum Aufstehen, denn wir hatten am letzten Abend noch einen passenden Auftrag gefunden. Und dieser Trailer wartete nun auf seine Abholung.

    Durch die leeren Straßen Wroclaws fuhren wir bald darauf zum Kunden.



    Und wieder dieselbe Arbeitsteilung wie am Tag zuvor. Ich sattelte auf und Dirk humpelte ins Büro um den Papierkrieg zu führen. Als er wiederkam, warf ich einen Blick auf die Papiere, um zu erfahren wohin wir eigentlich mussten. Nach Prag sollte die Ladung Milchpulver also.

    Über die staubige Zufahrt ging es wieder zurück zur Hauptstraße.



    Dort angekommen, hielt ich an der nächst besten Tankstelle um die Pferdchen des Actros mit ein paar hundert Litern Diesel zu füttern.



    Währenddessen tranken wir einen Kaffee. Jedenfalls wurde behauptet, dass es sich bei dem Hexengebräu um Kaffee handelte.

    Warum hatten die hier keinen Latte Macchiato.
    :thumbdown:

    Kurz darauf bremste eine Baustelle unseren Vorwärtsdrang etwas ein. Natürlich war weit und breit kein Bauarbeiter zu sehen.



    Die weitere Fahrt verlief ruhig und erst in Prag schnellte der Blutdruck beim Anblick der Abladestelle wieder in die Höhe.



    Aber auch diesmal schaffte ich es in zwei Zügen den Lastzug korrekt zu parken. Nachdem wir uns in dem Supermarkt noch mit einigen Vorräten versorgt hatten, machten wir uns auf den Weg zum nächsten Auftrag. Dirk hatte eine Ladung Möbel nach Brünn rausgesucht. Also weiter nach Südosten.

    Die Fahrt über die Tschechischen Landstraßen ging zügig von statten. Hier durfte man wenigstens 80 fahren und musste nicht so schleichen wie in Deutschland. Und so erreichten wir Brünn kurz nach Mittag. Zum Glück fand Dirk im Büro einen Mitarbeiter, der keine Mittagspause machte, so dass wir nicht ewig warten mussten. Währenddessen konnte ich den neuen Trailer, welcher direkt neben dem Alten stand aufsatteln.



    Und kurz darauf ging es in zügigem Tempo heraus aus der Stadt und in Richtung Slowakei.



    Während wir uns dem Ziel näherten, suchte Dirk im Internet die genaue Route zum Kunden in Bratislava. Außerdem versuchte er auch noch einen Folgeauftrag zu finden. Wozu? Das wusste ich nicht. Denn meine Fahrzeit würde bald zu Ende sein. Und er wollte ja wohl nicht selbst fahren.

    Auch in Bratislava begann die neue Tour bei der Firma, wo die Alte aufgehört hatte.
    >>Und wo geht's hin?<< fragte ich Dirk als er aus dem Büro kam. >>Zuwara.<< >>Und wo soll das sein?<< >>Lybien<< >>Dann wird das ja eine lange Tour. Wann müssen wir dort sein?<< >>Morgen früh, so gegen zwei.<< war seine trockene Antwort und ich schaute Ihn entgeistert an. >>Jetzt spinnt er völlig.<< 8|

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