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Und er grinst immer noch!(2)

  • Die Route war klar, das Wetter war Scheiße und wir hatten Spaß. Der Volvo zuckelte gemütlich mit 80 vor sich hin und schluckte so um die 40 Liter auf 100 Kilometer. Alles in allem konnten wir zufrieden sein. Bis das Telefon bimmelte. "Viki, Karen hier. Hör zu! Wenn ihr in Toulouse fertig seid gehts leer nach Marseille. Ich weiß, das sind ne Menge Leerkilometer aber es lohnt sich. Ihr holt dort vom Hafen einen Baggerarm ab. Der muß nach Aalborg. Genaue Ankunft des Schiffes unbekannt. Genaues Gewicht unbekannt, sollte aber im Rahmen eurer Lizenzen und Genehmigungen liegen. Für die Lieferung gibts kein Avis in Aalborg, weil ihr Überhöhe habt und damit in Deutschland nur Nachts fahren dürft. Ihr meldet Euch bitte, wenn ihr von Toulouse wegkommt. Vielleicht habe ich bis dahin auch genauere Zahlen und Zeiten. Die Wegstrecke schicke ich an eure Abladeadresse per Fax oder Mail. Ich hab das mit denen in Toulouse schon abgeklärt. Meldet euch einfach im Büro bei Frau Marceau. Sie spricht auch dänisch und deutsch, also für Euch kein Problem." "Okay, dann sehen wir mal zu. Danke für die Info und nen schönen Tag noch." Ich wollte schon auflegen als das Fräulein am anderen Ende noch einen drauflegte. "Auch wenn ihr kein Avis habt, beeilt euch ein bißchen. Wir haben hier noch etwas stehen, was möglichst schnell weiter muss. Mark wird sich freuen.Tschüß!" Sprachs und legte auf. "Was sollte mich denn an etwas freuen, was auf dem Hof steht? Und warum um alles in der Welt sollen wir uns beeilen?" "Siehste, so gehts mir jeden Tag aufs Neue. Ich bin zwar der Boss, aber so lange ich hier draußen bin, habe ich soviel zu sagen wie der Nachtwächter in einem Altenheim. Nullkommanix!" "Interessant." Ich blickte zum Fahrersitz und da grinste er schon wieder. "Was gibts denn da nun wieder zu grinsen?" "Hätte nie gedacht, das ich mal in einer Firma arbeite, wo der Boss auch nur ein Nachtwächter ist." Und nun lachte er laut los. "Junge, sei froh das du am Lenkrad sitzt, sonst hättest du jetzt ein Problem!" "Ich weiß, sonst hätte ich mir diesen Satz ja auch nur gedacht. Aber du hast gefragt!" Wo er Recht hatte. Wir lachten beide. Und so langsam lachte dann auch mal wieder die Sonne.

    Durch landschaftlich sehr reizvolle Gegenden zu fahren ist immer noch das Schönste an unserem Job, solange man die Zeit hat, diese Aussicht auch zu genießen. Wir schafften gut Kilometer in der ersten Schichthälfte, auch wenn uns die italienischen Mautstationen immer wieder ausbremsten. Als wir am Abend Italien gerade verlassen hatten, hieß es volltanken und Fahrerwechsel. Ich gab Mark nen leichten Klapps auf den Hinterkopf für seinen Nachtwächterspruch. "Rache wird bei uns kalt serviert und als Nachtwächter bezeichne ich mich nur selber klar?" Der rieb sich gespielt den Hinterkopf und murmelte dann grinsend "Tschuldigung. Kommt nicht wieder vor." "Das will ich doch hoffen. So nun wollen wir mal weiter. Oder musste nochmal wohin?" "Ich nutze die Gelegenheit! Bis gleich." Ich rauchte mir noch ne Kleine und dachte mal wieder nach. Was sollte ich mit ihm anstellen? Der Kerl ist eigentlich zu gut für uns. Hätte ich seine Auffassungsgabe, wäre ich nie im Lkw gelandet. Für den Linienverkehr ist er zu schade. Der ist zwar auch sehr anspruchsvoll und keinesfalls, wie die Bezeichnung vielleicht vermuten lässt, ein Kinderspiel. Aber so ein Kerlchen wie Mark erinnerte mich eher an mich in jungen Jahren. Warum sein Vater so gar nichts von ihm hielt, wollte mir nicht in den Kopf. Der Junge ließ sich was einfallen, hatte das Herz am rechten Fleck und ein sehr -sagen wir mal- sonniges Gemüt. Unerschütterlich in seinem Frohsinn konnte der noch lachen, wenn der griechische Zoll mal wieder streikte und er zwei Wochen fest hing. Mal sehen wie er sich so in Russland anstellt. Vielleicht kann ich ihn alleine rüberschicken. Er hats drauf, das steht außer Frage. Da waren Einfallsreichtum und Geschick gefragt. Mal sehen wann sich dafür ne Gelegenheit bot. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, das sich die Möglichkeit schneller bot, als uns beiden lieb sein konnte. Na gut ihm war ja alles recht, Hauptsache nen Trailer und nen Lkw hatte es. Mark kam vom WC zurück und machte es sich auf dem Beifahrersitz gemütlich. Er kramte nen USB-Stick raus und plötzlich erklangen aus dem Fenrir die Celtic Woman. "Wenn schon nen Wikinger, dann aber mit passender Musik. Können wir?" Ich mußte grinsen. "Aber klar doch Junge." Während Lisa ihr Caledonia sang, zuckelte unser Zug auf eine aalglatte französische Autobahn um dort auf 80 zu beschleunigen. Es gab an diesem Abend nichts auszusetzen und so erreichten wir am nächsten Morgen den letzte Rastplatz vor Toulouse. Schichtzeitende kurz vorm Kunden ist sicherlich ärgerlich, aber ein notwendiges Übel.

    Am frühen Abend waren dann die 9 Stunden rum und wir machten uns auf dem Weg zum Kunden. Die Rushhour war vorbei und wir kamen ohne größere Probleme zur Abladestelle. Dort wartete dann auch wieder die rheinische Frohnatur namens Peter Katzer. Diesmal fragte er gar nicht erst nach irgendwelchen Geschichten sondern löste zusammen mit uns die Ketten der Landungssicherung. Noch bevor er runter fuhr unterzeichnete er die Papiere im Auftrag seiner Firma. "Die haben hier nichts damit zu tun. Die wollen nur die schweren Träger da drüben an Ort und Stelle gehoben haben. Meinem Kleinen gehts gut, es iss nix kaputt und so soll das sein." Sprachs und kletterte in sein Fahrerhaus um den Kran runter zu fahren. "Machts gut und gute Fahrt. Bis zum nächsten Mal." Schon machte er sich auf den Weg zu seinem Stellplatz und wir verstauten unsere Sachen. Ich ging ins Büro und holte mal die Papiere für unseren nächsten Auftrag. Wichtig war mir, der Dame hinterm Tresen auch ein paar Euro für die Kaffeekasse da zu lassen. Mit einem Packen Papiere im Aktenkoffer machte ich mich auf dem Weg zum Lkw. Mark tippte noch kurz die Abfahrt ins Tablet und dann gings auf zum Hafen von Marseille. Wir spulten an diesem Abend noch den ganzen Weg nach Marseille runter. Bei Sonnenaufgang war dann auch Marseille nicht mehr weit.


    Wir fuhren zum Hafen und dort tat sich dann erstmal gar nichts. So ist es ja immer, wenn man es eilig hat. Es passiert nichts und davon ziemlich viel. Ein Anruf bei der Reederei brachte Klarheit. Der Dampfer hatte zwei Tage Verspätung, weil es am Suezkanal mal wieder Probleme gab. Der Kapitän würde aber versuchen, so schnell als möglich sein Ziel zu erreichen. Also hieß es warten. Marseille ist zwar eine schöne Stadt und es gab sicher auch so manches zu sehen, aber so langsam rannte uns die Zeit davon. Mit Grauen dachte ich an meinen letzten Geburtstag zurück. Und wenn ich Karen richtig interpretierte war auch diesmal nicht daran zu denken, diesen zu Hause zu feiern. Als der Dampfer nach anderthalb Tagen anlegte musste dann wieder alles ganz schnell gehen. Der Kranführer lotste uns zu einem für seine Tätigkeit geeigneten Platz. Dann hievte er den riesigen Baggerarm aus den Laderäumen des Schiffes auf unseren Tieflader. Für die Ladungssicherung wurden wir etwas zur Seite gelotst. So konnte weiter entladen werden und wir standen dem Ganzen nicht im Weg. Man übergab uns die Ladepapiere und die nötigen Zertifikate. Damit gings zur Zollabfertigung und dort hatten wir dann wieder jede Menge Zeit. Aber nach nur 6 Stunden Warterei, etlichen Flirtereien von Mark mit den weiblichen Angestellten der Speditionen und einem aberwitzigen Bearbeitungsentgelt der Behörden gings dann endlich los. Es war zum Verzweifeln mit dem Bengel. Immer wenn ich dachte, nun hab ich ihn durchschaut packt er neue Rätsel aus. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Immerhin schaffte er es, den Zug ohne Rempler auf die Straße und dann in Richtung Dänemark zu zirkeln. Während wir uns also erstmal in Richtung Genua hielten, telefonierte ich erstmal mit Kopenhagen. Es gab von Karen keine schlechten Nachrichten, dafür gab es aber Neuigkeiten zum Folgeauftrag. "Mark, du darfst in der nächsten Pause dann schon mal dein Schulrussisch auf Vordermann bringen. Nächstes Ziel von Kopenhagen aus ist dann ein Nest hinter Stalin... ääh Wolgograd. Und da du ja hier das Sprachgenie bist, möchte ich sehen und hören wie du in Russland klar kommst." "Dacht ich mirs doch. Kaum sagt man mal die Wahrheit, ist man auch schon dran. Aber ich lerne ja gerne dazu. Mal sehen, ob ich meine Russischunterlagen dabei habe." Und er grinste wieder.

    In Anbetracht dieser Tatsache war er immer noch ganz locker drauf. Den erschüttert irgendwie gar nichts. Ich bekam Magengrummeln, wieder mal ein Geburtstag fernab der Heimat. Ich bin es zwar gewohnt, draußen rumzudümpeln während andere feiern. Aber so langsam gings mir auf den Zeiger. Klar gabs keine Möglichkeit die Touren umzuplanen, aber es muß doch möglich sein mal mit der Familie zu feiern. Andere konnten das schließlich auch. Na gut, es gab halt wieder ein YES-Torty oder sowas in der Art mit ner Kerze drauf oder auch nicht. Man muss diesen Job schon lieben, so oft wie wir die wichtigsten Tage des Jahres draußen verbringen. Während ich so vor mich hingrübelte pfiff Mark leise vor sich hin. Das er dabei nicht immer ganz den Ton traf, machte mir im Gegensatz zu früher nichts mehr aus. Er ist halt, wie er ist. Ein lustiges Kerlchen mit einem Vater, der diese Bezeichnung nicht verdient hat und einer Mutter die sich wohl zu oft unterbuttern lässt. Und dennoch hat er gute Laune. Wie er das macht, bleibt wohl für immer ein Rätsel. In aller Ruhe zuckelte Mark mit 80 vor sich hin. "Irgendwie schade, das wir nicht schneller dürfen. Der Zug hätte es drauf." "Der Zug vielleicht, aber die Reifen am Trailer können das nicht ab. So man dem Hersteller der Schlappen glauben darf führt eine dauerhafte Überbelastung zu Schäden am Reifen. Und die müssen es ja wissen." "Ich weiß. Manchmal vermisse ich die Zeiten, als wir hier mit nem ganz normalen Trailer und 90 Sachen über die Bahn flogen." "Junge. du tust ja so als wäre das 100 Jahre her. Wann war es denn nun wirklich das letzte Mal?" "Na so vor 3 Monaten! Also schon eeeewig lang." Ich musste lachen. "Du machst mir Spaß. In zehn Jahren redest du dann von den guten alten Zeiten oder was?" "Ja warum denn nicht. Alte Zeiten sind alle vergangenen Tage, also auch gestern und vorgestern und ... " "Vorvorgestern nicht zu vergessen. Du machst mir Spaß." "Ach komm, so schlimm kann es ja nicht werden. Wir fahren jetzt in aller Ruhe nach Aalborg, laden dort ab und dann gehts erstmal aufn Hof. Und dann sehen wir weiter." "Ja so ungefähr läuft das ab." Ich machte mir nun keine Gedanken mehr. Mark war unerschütterlich in seiner positiven Einstellung. Wenn das so bleibt, wird er mal ein ganz Besonderer bei uns im Laden. Immer davon ausgehend das er auch bei uns blieb. Vielleicht wird es ihm ja irgendwann zu langweilig. "Fahren wir dann mit dem Wikinger?" "Ja, warum fragst du?" "Wie mache ich das dann? Muss ich mich verkleiden und ne Perücke aufsetzen?" "Was?" "Na die Lackierung sagt doch eindeutig ein Mann und ne Frau sind an Bord. Da muss ich doch..." Ich prustete laut los. "Du bist doch nicht ganz dicht. Also du kommst auf Ideen, das schafft sonst keiner." Wir lachten beide. "Ich hab gesehn, das du zu sehr grübelst. Irgendwie muss man dich ja auf andere Gedanken bringen." "Na das ist dir gelungen. Jetzt hab ich ganz dolle Kopfkino." Wir frotzelten noch ne ganze Weile. Irgendwann wurde es aber ruhig. Nur aus dem Radio klang leise Musik, unterbrochen von Verkehrsmeldungen auf französisch. Wenn man schon so ein Sprachgenie neben sich sitzen hat, kann der auch die Verkehrsnachrichten übersetzen. "Alles grün. Ich würde sagen, wir wechseln auf dem nächsten Parkplatz." "Alles klar." Nach dem Wechsel blieb es bei uns ruhig. Jeder hing so seinen Gedanken nach und so erreichten wir im Morgengrauen Deutschland. Damit endete diese Schicht. Die Genehmigung untersagte eine zügige Weiterfahrt und so waren wir gezwungen unseren Zug in zweiter Reihe zu parken.

    Nach der vorgeschriebenen Unterbrechung bis 22 Uhr ging es dann wieder zügig weiter. Mark hatte sich diesmal für das Gold-Album von ABBA entschieden. Also lassen wir die Band mal aufspielen. Dem Volvo gefiel die Mucke wohl ganz gut und er zog wie es sich für ein starkes Zugtier gehört. Na gut, die erste Etappe war ja auch schön flach. Es ging die A5 in Richtung Frankfurt. Einzig das Überholverbot machte wohl so manchem zu schaffen. Und die machten ihrem Ärger über Funk Luft. Dabei ging es nicht mal um den Speed, einzig die Rundumleuchten waren der Stein des Anstosses. Klar ist sowas auf Dauer nervig, aber abstellen geht nun mal nicht. Das Schlimme ist, das die Kollegen das genau wussten. Aber so ist das halt heutzutage. Irgendwer ist immer an irgendetwas schuld. Manchmal ging mir das auf den Nerv. Also bölkte ich in den Funk. "Was glaubt ihr eigentlich, wem diese Funzeln am meisten auf den Sack gehen. Also reißt euch zusammen. Wir müssen es auch." Danach machte ich den Funk aus. Da hier eh keine vernünftigen Informationen zu erwarten waren, war das auch kein herber Rückschlag. Als wir an Frankfurt vorbei waren ging es dann weiter in Richtung Norden. Nach Ablauf seiner Arbeitszeit wechselte Mark auf den Beifahrersitz und ich gondelte noch ein Stück über die A7. Als wir an einer Notfallspur vorbeikamen stellte er eine eigentlich sehr interessante Frage. "Meinst du, die würden uns aus so einer Spur rausziehen ohne Schaden zu verursachen?" "Ich hab keine Ahnung aber ich glaube, das geht nie ohne Blessuren ab." "Also besser nicht ausprobieren wenn es sich vermeiden lässt." "Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann rein damit. Menschenleben sind mehr wert als alles andere."

    So eilig hatten wir es aber nicht, die Zugmaschine im Kiesbett zu versenken. Deshalb hielten wir den Zug bergab so bei etwa 60 km/h. Für viele Nachfolgende war das wohl unverständlich, denn so mancher zog mit lautstarkem Gehupe an uns vorbei. Aber sobald der erste vor uns einscherte und plötzlich bremste machte sich diese Vorsichtsmaßnahme bezahlt. Es ist immer wieder beängstigend, wie wenig Rücksicht heute im Straßenverkehr herrscht. Scheiß auf Paragraph 1 der StVO, der vor langer Zeit verlangte sich mit Vorsicht und gegenseitiger Rücksicht durch den Verkehr zu bewegen. Gerade diese beiden Punkte scheinen nirgends mehr sonderlich befolgt zu werden. Manchmal war man geneigt die Augen zuzumachen und zu beten. Wir kamen aber gut durch die Nacht und stellten den Zug am Morgen vor Hannover auf einem Rastplatz ab. Die nächste Etappe war dann rein rechnerisch auch die Letzte dieser Tour. Die Grenzen, die uns die Genehmigung für Deutschland setzte, waren für Dänemark wieder irrelevant. Die einzige Schwierigkeit auf dem Weg nach Dänemark war jetzt nur noch die Köhlbrandbrücke. Da konnte man sich schon mal drauf einstellen, das der Zoll ein Auge auf den Lkw wirft. Deshalb sortierten wir nochmal die Papiere und Genehmigungen. Danach gings noch unter die Duschen und frühstücken. Nach der Ruhepause machten wir uns wieder auf die Socken. Vorsichtig fuhr Mark den Zug auf eine zu diesem Zeitpunkt noch sehr stark frequentierte A7. Danach gabs freie Fahrt für uns. Wider Erwarten passierten wir auch Hamburg dann ohne größere Problem. Lediglich eine kleine Kontrolle der örtlichen Behörden und des Zolls sorgte für eine kurze Unterbrechung. So kam es das wir am Grenzübergang zu Dänemark dann unsere Plätze wechselten. Dabei rauchte ich noch eine während Mark sich die Beine vertrat und dabei mit seiner Mutter telefonierte. Ich hörte gar nicht erst hin. Erst als Mark ein "Echt jetzt?" rausbrüllte wurde ich hellhörig. "Das freut mich ehrlich. Den Rest schaffst du jetzt auch noch. Wenn du Hilfe brauchst ruf Marie an. Die ist in Sachen Scheidungsrecht die beste Anwältin. Wenn ich helfen kann, dann gib Bescheid. Gut die Pause ist vorbei. Wir müssen weiter. Morgen bin ich zu Hause, wenn wohl auch nur kurz." "..." "Geht nach Russland." "..." "Opa war der beste Lehrer. Wir sehen uns morgen bei Viki aufm Hof." Hat sie also doch die Kurve gekriegt und den Idioten verlassen. So konnte sich Mark dann wohl noch besser konzentrieren als bisher. Wobei ich zweifelte, ob das überhaupt möglich war. Mir kam eine Idee. Ich stiefelte zum Lkw und holte mein Handy aus der Ablage. Karens Nummer war eingespeichert, also Kurzwahl und schon hatte ich sie an der Strippe. "Viki, was verschafft mir das Vergnügen?" "Wir sind heute Nachmittag in Aalborg. Mal ne Frage, haben wir eigentlich schon Bewerbungen für die Büroarbeiten bekommen?" "Leider nicht. Es nimmt langsam Überhand mit dem ganzen Papierkrieg." "Ich hab da mal ne Frage. Wie schwierig ist es für eine gelernte Speditionskauffrau sich nach sagen wir mal 5 Jahren wieder reinzufinden?" "Willst du umschulen?" "Und mich umoperieren lassen? Das fragst du doch nicht im Ernst. Nun mal ehrlich!" "Das sollte ganz gut klappen. Es sind zwar etlich Vorschriften und Gesetze dazu gekommen, aber das Grundprinzip bleibt das Selbe. Die Person kann hier in Kopenhagen auch noch die Nachhilfe zur Rückkehr in den Beruf in Anspruch nehmen. Dazu braucht sie dann nur einen Praktikumsplatz um das Theoretische ins Praktische umzusetzen. Das würde alles in allem so circa 6 Wochen dauern, je nachdem wie sich die Person anstellt." "Wenn sie auch nur einen Teil von seiner Auffassungsgabe hat, seh ich da kein Problem." "Von wem redest du denn eigentlich?" "Von Marks Mutter. Die wartet morgen auf ihren Sprössling. Wart mal kurz. Mark! Sag deiner Mam, das wir um 9 Uhr aufm Hof sind. So muss sie nicht so lange warten." "Mach ich, aber das schaffen wir..." "Klappe, sags ihr einfach!" "Du bist der Boss." "Okay Karen, du sprichst morgen mal mit ihr und unterbreitest ihr den Vorschlag. So schlagen wir vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe." "Mach ich. Also bis morgen. Und wann seid ihr nun wirklich zurück? Olaf schaut nochmal über den Wikinger und braucht dafür natürlich ein Zeitfenster." "Er hat morgen den ganzen Tag Zeit. Wir fahren erst übermorgen los. Bis dahin sollte er es wohl geschafft haben." "Ich richte es ihm aus." "Gut, dann bis morgen!" Ich legte auf und auch Mark hatte sein Gespräch beendet. Aufgeregt wie ein kleiner Junge seppelte er zum Lkw und wollte schon auf den Fahrersitz klettern. "Eyh, was hast du denn vor?" "Wieso?" "Du bist jetzt nicht dran. Ab auf die andere Seite Kerl. Wasn bei dir los. Du bist doch sonst nicht so durcheinander." "Meine Mam hat ihn endlich in den Wind geschossen, ihre Klamotten gepackt und ist zu ihrer Schwester gezogen. Keine Dauerlösung aber immerhin mal etwas. Können wir dann weiterfahren?" "Klar doch, aber nun beruhige dich mal. Bis Aalborg ist noch ein Stück und vor Morgen früh sind wir eh nicht zu Hause." "Ja ich weiß."

    Wir zuckelten dann mal weiter. Und dann sprudelte es aus ihm raus. "Ich muss ihr irgendwie helfen, wieder selbstständiger zu werden. Von meinem Erzeuger hat sie nichts zu erwarten." "Junge, darum kümmern wir uns morgen. Du kannst heute nichts ausrichten und ich brauch dich nachher noch mit klarem Kopf ist das klar?" "Ist klar. Ich bin nur so aufgeregt, weil sie sich tatsächlich nach all den Jahren endlich von ihm losgesagt hat. Das gibt unserer Familie eine ganz neue Richtung." "Das verstehe ich nur zu gut. Du musst dich aber dennoch auf eine Sache konzentrieren. Bis jetzt hast du das ganz gut gemacht und ich möchte, das es auch so bleibt. Deine Mam schafft das, wenn sie nur halb soviel auf der Pfanne hat, wie du. Und irgendwoher musst du es ja haben. Wir helfen ihr so gut wir können und glaub mir, da ist auch schon was im Gange. Aber das soll sie morgen selbst entscheiden. Denkste ich lasse deine Mam mal eben ne Stunde bei uns aufm Hof rumstehen?" "Nee, ich hab mich schon gewundert. Soll sie etwa bei uns anfangen?" "Ja warum denn nicht? Aber das liegt bei ihr. Wir bieten nur an, ob das Angebot angenommen wird ist ne andere Sache." "Du hast also nen Plan? Warum sagst du das nicht gleich?" "Weil es nur ein Plan ist." Damit ließ ich es gut sein. Mark machte sich weiter so seine Gedanken, aber die behielt er für sich. Als wir am späten Mittag dann Aalborg erreichten, war Mark aber wieder voll bei der Sache. Wir stellten den Zug in Position und warteten auf den Kran.

    Nach erfolgreicher Ablieferung des Baggerarms stellten wir den Zug an die Seite und machten Feierabend. Ich gab noch kurz zu Hause Bescheid und bestätigte unsere Ankunftszeit. Dann telefonierte ich noch privat mit Corinna und Nina. Und dann war Schicht im Schacht. Um 5 Uhr früh gings dann los. Mark musste sich sichtlich zusammenreißen, nicht voll aufs Gas zu latschen. Immerhin blieb er bei der Sache. Und so schafften wir es unbeschadet auf den Hof, den wir dann kurz nach 10 Uhr erreichten. Corinna kam auf mich zu und knutschte mich erstmal ab. Und auch Mark konnte sich nicht verstecken. Seine Mam hatte ihn fest in den Armen. Karen kam rübergeschlendert und teilte mir das Ergebnis der Gespräche mit Frau Sörensen mit.
    Mit freundlichem Gruß Viking1971
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