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[Woche 115, Montag bis Donnerstag] ein Spiegelbild, schwedische Möbel in Delft und ein Käffchen.

  • [Woche 115, Montag bis Donnerstag] ein Spiegelbild, schwedische Möbel in Delft und ein Käffchen.


    Montag,Uppsala.
    Ich gehe die Treppe hoch zum Bürotrakt. Unterwegs kommt mir Tania entgegen. Sie hat gerade das Telefon am Ohr und nickt mir nur lächelnd zu. Ich gehe weiter und betrete Sandras Büro. Sie hat den Bürostuhl vom Schreibtisch weggedreht und guckt aus dem Fenster. Dabei hat auch sie das Telefon am Ohr. Als sie mich im Spiegelbild des Fensters wahrnimmt huscht ihr ein Lächeln übers Gesicht und sie dreht sich um. Ich zeige auf ihre leere Kaffeetasse und male ein Fragezeichen in die Luft. Sie nickt nur. Also fix die Tasse geschnappt und ab in die Küche...
    Mit zwei vollen Tassen gehe ich dann zurück. Sandra legt auf und ich stelle die Tassen ab. Das Telefon klingelt direkt wieder und Sandra verdreht die Augen ein wenig genervt, geht aber trotzdem dran: „hansekontor in Uppsala. Sandra Dansör.“ „...“ „...“ „...“ „Ja, ich kümmer mich drum. Melde mich nachher bei Ihnen gleich noch einmal.“ Sie legt das Telefon erneut zur Seite und kommt um den Schreibtisch herum. Ich umarme sie und bekomme im Gegenzug einen Kuss. „Hi Schatz.“ „Na Süße. Was ist denn hier los? Tania rennt mit Telefon am Ohr rum. Deins glüht auch schon...“ „Hör mir auf. Es geht auf Weihnachten zu und man hat das Gefühl, dass der Einzelhandel mal wieder völlig am Rad dreht. Ich habe vorhin schon mit Mona, Annyka, Vivien und James Telefonkonferenz gemacht. Black Friday und Neueröffnungen noch vor Weihnachten... Und das nicht nur bei einem Kunden, sondern durch die Bank weg.“ „Also der ganz normale Wahnsinn, wie jedes Jahr.“ „Könnte man so sagen. Nur es kommt noch besser...“ „Wieso?“ „Was sagen dir Delft und Ingvar Kamprad?“ „Ersteres ist eine Stadt in den Niederlanden. Nahe Rotterdam, wenn ich nicht ganz irre. Ingvar Kamprad war der Gründer vom großen Köttbullar-Restaurant mit angeschlossenem Billy-Regal-Vertrieb. Nur die Verbindung dazwischen fehlt mir.“ „Der Herr hat neununneunzich Punkte. Der Hundertste wäre gewesen: Delft ist der Sitz der Konzernmutter von IKEA.“ „Ahja. So weit. So gut.“ „Ich machs kurz. Wir sitzen morgen um 08:25 Uhr in einem Flieger von Scandinavian. Wir haben am Nachmittag einen Termin. Ich weiß noch nicht in welche Richtung das gehen wird. Lassen wir es auf uns zukommen.“ „Oha. Dann werde ich mir noch ein bisschen was im Büro an Fakten zu Recht legen.“ Sandra schüttelt nur den Kopf. „Brauchst du nicht.“ Sie zeigt auf eine lederne Aktenmappe. "Alles schon fertig. Du bist seit 22:00 Uhr am arbeiten. Du machst jetzt Feierabend.“







    Ich habe nach unserer Besprechung dann in der Tat die Arbeit ruhen lassen und hab mich ein wenig im Haushalt nützlich gemacht und habe zudem die Küche in eine Backstube verwandelt.

    Es ist 22:00 Uhr als wir das Schlafzimmer betreten. Wir legen uns hin und während Sandra an mich gekuschelt sofort einschläft brauche ich ein paar Minuten.




    Dienstag,Uppsala.
    Unser Wecker hat uns mal wieder zeitig aus dem Bett geworfen. Sandra und ich gehen gemeinsam unter die Dusche, wo wir uns aber nicht lange aufhalten. Nach dem Frühstück ist es dann auch schon Zeit in Richtung Arlanda zu starten.







    „Sehr verehrte Damen und Herren, vielen Dank das Sie mit Scandinavian geflogen sind. Wir wünschen Ihnen einen amüsanten Aufenthalt in Amsterdam.“ tönte der Kapitän über den Bordlautsprecher. Beim Blick durch die Passagierreihen sieht es für mich aber nicht danach aus als wenn hier einer jetzt in Richtung der stadtbekannten
    Amüsiermeile aufbricht – ich sehe ausschließlich geschäftlich Gekleidete mit Aktenmappen und kleinem Handgepäck. Mehr haben wir auch nicht dabei.

    Wir verlassen das Flugzeug und schieben uns mit den Menschenmassen in Richtung Ausgang. Da wir kein Gepäck am Band abzuholen haben sind wir ziemlich zügig draußen und kurz darauf, nach einem Stopp am Mietwagenschalter, dann auf dem Weg nach Delft.

    Ich lenke den kleinen Einser-BMW auf die A4 in Richtung Den Haag/Rotterdam. „Schatz, hattest du nicht erzählt du hättest einen Golf reserviert?“ „Eigentlich schon. Als gestern Abend die Bestätigung kam wurde mir mitgeteilt, dass die Golf für heute alle weg seien. Mir wurde der BMW ohne Aufpreis als Alternative benannt. Ich kann da gut mit leben.“ „Ich an sich auch.“

    Am Knooppunt Ypenburg lotst uns das Navi auf A13 in Richtung Rijswijk/Delft/Rotterdam. Diese verlassen wir an der Ausfahrt 9. Ich setze den Blinker links und biege auf den Oostportweg ab. Der IKEA ist nicht zu übersehen.
    Wir suchen uns einen Parkplatz.

    „Hast du alles dabei?“ „Na klar. Und wenn ich jetzt was hab zu Hause liegen lassen, dann ist es eh zu spät. Aber wir haben ja zwei Köpfe zum Denken dabei.“ „Stimmt.“ Ich gebe Sandra einen Kuss. Danach betreten wir den IKEA und melden uns an der Information. „Hallo. Wir sind Sandra und Christian Dansör vom hansekontor. Wir haben einen Termin bei...“ Sandra schaut kurz auf ihre Mappe. „... bei Pieter van Maasdijk.“ „Einen Augenblick bitte.“ Die junge Frau an der Info greift zum Telefon und wählt eine Kurzwahlnummer. „Dansör sagten Sie?“ „Ja.“ „Pieter, ik heb hier een vrouw en mijnheer Dansör van hansekontor.” “...” Sie legt auf und wendet sich dann wieder an uns. “Sie werden gleich abgeholt.”
    Ein paar Minuten später erscheint eine dunkelhäutige Frau mittleren Alters. “Frau Dansör? Herr Dansör?” “Ja, die sind wir.” “Ich bin Lucie Muller. Bitte folgen Sie mir.” Wir werden zu einem großen Besprechungsraum geführt. Lucie Muller zeigt auf einen grauhaarigen Mann im ebenso grauen Anzug. “Pieter van Maasdijk. Ihre weiteren Gesprächspartner sind Gebietsleiter Vertrieb und Logistik.” Sandra und ich betreten den Raum und die Tür wird
    hinter uns geschlossen. “Guten Tag. Sandra und Christian Dansör vom hansekontor.”, stelle ich uns kurz vor. Unsere Gesprächspartner nennen ihre ebenso, aber so schnell kann man sich das kaum merken. Pieter van Maasdijk ergreift das Wort: “Schön, dass Sie zu uns gefunden haben. Wundern Sie sich nicht, dass heute so viele
    Gesprächspartner anwesend sind. Wir haben hier unsere jährliche Tagung der Gebietsleiter. Sie haben Ihr Unternehmen für mehrere Gebiete als Logistikpartner beworben; daher haben wir uns gedacht, dass wir Sie in diesem Rahmen am besten kennen lernen können. Ich möchte Sie bitten kurz ihre Vorstellungen und Vorhaben in Bezug auf IKEA zu definieren."








    Ich hatte Sandra als operativen Chefin des hansekontor für den Vortrag das Feld überlassen. Weder von den Gebietsleitern noch von Pieter van Maasdijk wurde sie dabei unterbrochen. “Interessant. Ich fasse zusammen: Sie sind ein inhabergeführtes Logistikunternehmen mit diversen Standorten. Sie bieten von der Transportdienstleistung über Lagerhaltung bis hin zum Trailerleasing, samt Service und Fahrzeugbau, ein ziemlich breites Geschäftsfeld. Sie wissen dass IKEA nicht der kleine Möbeltischler von nebenan ist. Das wissen unsere anderen Frachtführer auch. Und wir wissen, dass Sie sich mit Sicherheit nicht für einen Hungerlohn verkaufen werden – schließlich hängen an dem Projekt ja auch Arbeitsplätze.” “Korrekt. Arbeitsplätze, die wir im Zuge unserer Erweiterung auch zum Teil noch neu schaffen.” “Was können Sie uns dabei bieten was weitaus größere Logistikdienstleister nicht können?” “Große Spediteure reagieren in der Regel nach lange eingespielten Verfahren.
    Wenn da mal was ganz anders laufen soll, tut man sich damit schwer. Man hat zwar viel Personal und einen riesen Fuhrpark, aber auch genauso viele Kunden mit genauso vielen Problemen."
    "Wir haben zwar ebenfalls diverse größere und kleinere Kunden wo einige Fahrer und Fahrerinnen fest im Einsatz sind. Wir haben aber auch Fahrpersonal für flexible und kurzfristige Einsätze. Für eilige kleinere Transporte verfügen wir an jeder Niederlassung über Mercedes Sprinter. Zudem ist unser Partner EISITRANS|europe dabei zwischen Düsseldorf und Köln ein großes Logistikzentrum zu bauen, wo wir dann dem Bedarf entsprechend auf Lager- und Logistikfläche
    zurückgreifen können. Das wird im Laufe des Jahres 2018 dann möglich sein, wenn es nicht zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommt.”
    Ich höre wie jemand in der Runde murmelt: ...ist ja nicht
    der Berliner Flughafen...
    “Kurz gesagt: Ich stehe als zentrale Ansprechpartnerin für alle Belange im Büro zur Verfügung und mein Mann und unsere Fahrer kümmern sich um die Umsetzung ihres Bedarfs. Dabei wollen und werden wir keinem der bereits vorhandenen Frachtführer ein fixes Gebiet streitig machen - wir stehen mit unseren dezentralen Niederlassungen für kurzfristige Einsätze und aber natürlich auch gegebenfalls für den planbaren Liniendienst. ”







    Es ist 18:00 Uhr als uns Lucie Muller vom Besprechungsraum in den öffentlichen Teil des IKEA begleitet. Dort angekommen verabschiedet Sie uns .

    „Schatz? Wollen wir noch bei unserem neuen Kunden essen gehen bevor wir zum Hotel fahren?“ „Klar. Bevor wir in Amsterdam nachher noch lange nach etwas suchen...“







    Um 21:00 Uhr geben wir den Mietwagen zurück. Die paar Meter bis zum Hotel gehen wir zu Fuß. Kurz darauf checken wir ein und bestellen gleich noch eine Flasche Rotwein aufs Zimmer.
    Sandra und ich besprechen noch dies und das über den zurückliegenden Verhandlungsnachmittag. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis zufrieden – zum 01. Januar werden wir unseren Mitarbeiterstamm und Fuhrpark also aufstocken müssen.

    Kurz vor Mitternacht legen wir uns schlafen. Von der hektischen Betriebsamkeit, die am Schiphol-Airport auch um diese Zeit noch herrscht bekommen wir dank isolierter Fenster nichts mit.




    Mittwoch, Amsterdam.

    Um 07:00 Uhr werde ich wach, weil ich gerade gekitzelt werde. „Na Schatz. Du bist ja schon gut drauf heute früh.“ „Die Sonne scheint. Der gestrige Tag war erfolreich. Ich hab gut geschlafen und außerdem Hunger.“ „Ach... und dann kommt so was bei raus?“ Sandra gibt mir einen Kuss. „War das gerade eine Beschwerde?“ spielt sie die Beleidigte. „Sag jetzt nicht 'ja' Ich komme gar nicht dazu überhaupt irgendwas zu sagen, weil sie mir das Schlafshirt auszieht und einen weiteren Kuss gibt.







    „Das war gut... komm, lass uns duschen gehen und dann ab zum Frühstück.“
    Gesagt, getan. Wir genießen unseren Morgenkaffee und die frischen Brötchen.

    Es ist kurz vor 10:00 Uhr als wir auschecken und zum Terminal wandern. Am Schalter von Scandinavian verläuft der Checkin für Flug SAS556 problemlos. Wie auf dem Hinflug wird es wieder eine Boeing 737 sein mit der wir uns über die Wolken begeben.







    Donnerstag Uppsala.
    Es ist 03:00 Uhr. Mein Wecker ist der Meinung, dass für mich die Nacht vorbei ist. Und da er scheinbar den Zettel auf meinem Schreibtisch gelesen hat, muss ich ihm Recht geben. Sandra blinzelt mich an. „Schlaf noch ein bisschen Schatz, du hast noch Zeit.“ „Fahr vorsichtig. Ich liebe dich.“ „Ich dich auch.“
    Ich schnappe mir meine Klamotten und verschwinde dann im Bad. Anschließend mache ich mir Kaffee und ein großes Müsli.

    Um kurz vor 04:00 Uhr bin ich mit der Abfahrtskontrolle am V8 fertig und mache mich solo auf den Weg zum Chassisporten um einen vorgeladenen Trailer mit Ersatzteilen für Scania-Werkstätten in Helsingborg, Malmö und Berlin aufzusatteln.



    ..



    Es ist 05:30 Uhr als ich mich beim Pförtner anmelde.



    „Guten Morgen.“ „Guten Morgen. Kommst du was holen?“ „Ja. Einer meiner Trailer wurde von der Nachtschicht fertig gemacht für Helsingborg, Malmö und Berlin. Hoffe ich doch zumindest.“ "Na dann fahr mal rauf. Magnus ist im Büro und hat die Papiere. Der sagt dir dann auch welchen Trailer du hast – stehen ja mehrere von euch hier rum.“ „Und werden hoffentlich beladen. Vom Rumstehen bringen die mir kein Geld.“
    Ich fahre aufs Gelände und melde mich dann im Büro bei Magnus. „Hej Magnus." "Hej Chris. Käffchen?“ „Bingo.“ Mir wird eine dampfende Tasse hingestellt. „Hast du den 'S' schon Probe gefahren? Du hattest letztens davon erzählt, dass du das noch vor hattest.“ „Nö. Hat sich noch nicht ergeben. Ich war letztens in Hamburg in
    der Niederlassung, da war der Vorführer gerade nicht da.“
    „Bist also umsonst da gewesen?!“ Ich schüttele den Kopf. „Ich hab mir einen S730 bestellt. Frau Anderslöv konnte mir aber nicht sagen, wann genau er da sein wird. Hab da ein paar Sonderwünsche gehabt.“ „Na da bin ich dann mal gespannt was du draus machst. Und dein
    jetziger? Wird verkauft?“
    „Eher nicht. Der wird als Reservefahrzeug bleiben. Ab Januar brauchen wir eh noch ein paar Fahrzeuge mehr. Aber da kümmern sich Sandra. Und Vivien drum.“ „Wie ich dich kenne willst du eh lieber auf der Straße als im Büro sein.“ „Wie man es nimmt. Wenn's unterm Hintern nicht brummt bin ich krank. Mal ne Woche Büro ist auszuhalten, weil ich dann auch mal meine Frau sehe. Aber dauerhaft? Nöö... das wäre mir nix.“ In der Zwischenzeit hat Magnus mir die Papiere rüber gereicht und der Kaffee hat sich verflüchtigt. „Ich mach mich vom Acker. Vi ses..“ „Dein Trailer steht an Tor 4. Ha det bra..“

    Zehn Minuten später befinde ich mich mal wieder auf der E4 in Richtung Südwest...


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!


    TSM+RusMap+ZaregonNorthMap

    Windows7 Professional, 64-bit // IntelCore2Duo E8400 @ 3GHz // 8GB RAM // NVIDIA GeForce405

    568 mal gelesen

Kommentare 8

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    alaskabaer01 -

    Wieder ein klasse Kapitel. Danke dass du Eisitrans bei IKEA erwähnt hast. Ob es was bringt werden wir sehen. :)

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      infinity -

      Man tut was man kann. Bisschen Werbung fürs Logistikzentrum muss ja schließlich sein.

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    TurboStar -

    Wieder ein schönes Kapitel, auch ein Bisschen inspirierend für mich. Ich schaue ja auch so langsam wieder mal auf diese Seite vom Atlantik. Es weihnachtet sehr, also wird es Zeit für die Weihnachtsfolge...

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      infinity -

      Das freut, wenn man Inspiration transportiert bekommt. UNd auch wenn ich das so noch nicht erwähnt habe... man nimmt aus jedem Tagebuch ein Stück davon mit. Sei es bei der Zusammenarbeit oder einfach nur bei den Ideen, Weihnachtskapitel habe ich mir eigentlich auch vorgenommen. Mal gucken ob ich's hin schaffe. Aktuell hänge ich ein bisschen hintendran...

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    infinity -

    Danke euch. Stecken wieder etliche Stunden an Ideenfindung drin. Eigentlich wollte ich 2 Wochen zusammenschreiben - und plötzlich war es dann mit 4 Tagen schon viel Stoff :D

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    Werner 1960 -

    Gut geschrieben.

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    Sauerlaender -

    Wieder mal ein schönes Kapitel von dir.

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    loddi51 -

    Klasse Kapitel.