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25. Absprachen mit Charlie, Berufsverkehr und beleidigte Eltern

  • Mittwoch, den 15. November 2017, 5:00 am Pacific Standard Time:

    In Albuquerque, New Mexico war es dann bereits sechs Uhr, als mein Wecker klingelte. Ich stand dann auf und ging in den Truckstop zum Duschen und Kaffeetrinken. Anschließend ging ich dann zum Truck zurück und machte mir da meinen Kaffee für den Tag. Um sieben Uhr begann ich dann mit meiner PTI. Mit Keela konnte ich leider noch nicht telefonieren, da sie gerade erst Feierabend gemacht hatte und wahrscheinlich noch auf dem Weg nach Hause war.
    Um viertel nach Sieben konnte ich mich dann in den sehr dichten Berufsverkehr hier in Albuquerque einordnen. So dauerte es dann auch eine ganze Weile, bis ich dann wieder an der Auffahrt zur I-25 war. Aber auch auf der Interstate war, solange ich mich im Bereich von der Hauptstadt New Mexicos befand, noch reichlich dichter Verkehr.
    Es war eigentlich gerade mal eine Entfernung von gut 50 Meilen zu meinem Ziel, in der Nähe des Santa Fe Regional Airport. Trotzdem sollte es wohl nicht innerhalb von einer Stunde erreicht werden, wie ich vorher vermutet hatte. Ich war dann bereits eine Stunde unterwegs und befand mich immer noch im Bereich von Albuquerque, weil der Verkehr eben so dicht war.

    Nachdem ich den Großraum verlassen hatte, ging es dann zwar vom Verkehr her besser, dafür ging es jetzt immer stetig leicht bergauf. Mit dem leichten Pup im Schlepp, bremste mich das dann aber nicht allzu sehr ein. Da bremsten mich eher die Tempolimits wieder ein, da ich ein ganzes Stück auf der I-25 hatte, wo die Höchstgeschwindigkeit auf 55 Meilen begrenzt war. In Kalifornien war ich das gewohnt, hier eher nicht.
    An meiner Ausfahrt hätte man dann auch denken können, ich wäre in Europa gelandet. Stand hier doch Madrid und Espanola auf dem Schild.
    :whistling: Nun ging es über die NM599 weiter. Es war dann auch als Truck Route ausgeschildert.

    Allerdings wollte man hier aber auch keinen unnötigen Lärm haben. War hier doch der Einsatz der Motorbremse verboten. Sowas trug in den meisten Fällen den zwar effektiven, aber recht lauten Jakobsbremsen, auch Jake Brake genannt, Rechnung.

    Es ging dann noch ein Stück über die 599, dann ging es links in Richtung Flughafen ab. Von der Paseo Real, wie die Straße jetzt hieß, ging es dann rechts in ein kleines Gewerbegebiet, in dem sich auch das Costco Lager befand. Dort kam ich dann gegen halb Zehn an.
    Ich ging dann ins Büro und meldete mich an. Nach der Abfertigung der Lieferpapiere konnte ich den Trailer dann auch direkt ans Dock setzen.
    Zurück im Truck wunderte ich mich dann. Ich hatte mich zwar im ORBCOMM gemeldet, dass ich an meinem Ziel angekommen war, hatte aber keine Neue Anweisung im System. Ich begann dann erstmal damit den Trailer ans Dock zu setzen. Als ich dann dabei war auszusteigen, um die Türen des Dry Van zu öffnen, hörte ich noch den Signalton, des ORBCOMM. Als ich dann wieder zurück im Truck war, fand ich dann, anstatt einer Ladeanweisung folgende Nachricht im Display vor:

    PLEASE CALL ME IF YOU'RE FINISHED AT COSTCO WHOLESALE.

    CASA-CSA

    Charlie wollte also mit mir sprechen. Das bedeutete meistens nichts Gutes. Bevor ich mich meldete, setzte ich aber erstmal den Trailer ans Dock und sattelte ab. So hatte Charlie das ja auch geschrieben. Ich blieb dann noch vor dem Trailer stehen und rief dann in der Dispatch an. „Hallo Marc. Bist du jetzt in Santa Fe fertig?“ „Richtig. Wenn du schon Redebedarf hast, heißt das meistens nichts Gutes. Sonst gibst du ja einfach die Anweisungen durch.“ „Das stimmt. Aber wir arbeiten ja auch miteinander und nicht gegeneinander.“ „Das heißt, du möchtest den nächsten Auftrag erst mit mir besprechen.“ „Es geht um folgendes. Ich habe zwar Walmart Aufträge in Santa Fe, aber eben nicht in Richtung Heimat. Ich habe da Ladungen nach Montana, nach Iowa und sogar nach Florida. Da könnte ich dir jetzt einfach was von geben. Außer vielleicht Florida, weil da deine Stunden nicht mehr für reichen.“ „Irgendwie warte ich jetzt auf dein ABER.“ „Ich weiß ja, dass Keela nächste Woche Urlaub hat und ich weiß ja auch aus deinen Daten, dass du am kommenden Montag Geburtstag hast. Ich gehe also davon aus, dass ihr diesen zusammen verbringen wollt.“ „Das stimmt.“ „Dann kann ich dir jetzt eine Leerfahrt von etwa 50 Meilen nach Albuquerque anbieten, wo wir eine Ladung nach San Francisco liegen haben.“ „Das klingt natürlich nicht schlecht.“ „Ich kann dir aber nicht einfach so eine Leerfahrt anweisen. Wir haben schließlich Anweisung, die Leermeilen so gering, wie möglich zu halten.“ „Verstehe.“ „Wenn du jetzt aber sagst, dass du lieber die Ladung nach San Francisco haben möchtest, dann ist das mit dir besprochen. Schließlich trägst du die Kosten für eine Leerfahrt alleine.“ „Dann äußere ich jetzt ausdrücklich den Wunsch, dass ich die Ladung nach San Francisco fahren möchte.“ „In Ordnung. Dann mach dich auf den Weg nach Albuquerque. Die Ladungsdaten bekommst du gleich übers ORBCOMM.“ „Bin schon auf dem Weg.“ Wir legten auf und ich startete den Kenworth. Dann machte ich mich auf den Weg nach Albuquerque.

    Ganz so einfach, wie ich mir das vorgestellt hatte, war es dann aber doch nicht. Ich hatte das Costco Gelände verlassen und wollte dann vom Colony Drive wieder auf die Paseo Real fahren. Auf dieser hatte sich jetzt aber ein langer Stau vor der Ampel gebildet. Um wieder auf den Veterans Memorial Highway zu kommen, musste ich da wohl, oder übel durch. Alles andere wäre ein großer Umweg gewesen. Ich musste mich dann regelrecht in die Schlange reinmogeln, was mir dann aber doch gelang. Ich hatte halt das Recht des Stärkeren.

    Nachdem ich dann auf den Highway abgebogen war, lief das dann auch wieder erheblich besser. So brauchte ich dann für den Rückweg nach Albuquerque nicht annähernd so lange, wie für den Hinweg.
    Ich hatte zwar auch in südlicher Richtung teilweise Geschwindigkeitsbeschränkungen, diese waren dann aber nur bei 65 mph. So war ich dann jetzt gerademal eine gute Stunde unterwegs, bis ich an der Ausfahrt Montgomery Boulevard von der I-25 herunterfahren durfte. Ich bog dann aber nicht links auf den besagten Boulevard ab, sondern rechts auf die Montano Road NE. Dann kam rechterhand ein großes Gewerbegebiet, wo sich dann auch das Zentrallager von Walmart befand. Inzwischen hatte ich ja auch meinen Auftrag im System stehen:

    PICKUP: CW-NMAL
    TRAILER: RE53358
    FREIGHT: HOUSEWARES
    WEIGHT: 37,566 LB
    TO: BB-CASF
    GATE: 01
    REMARKS: URGENT ORDER

    CASA-CSA

    Es war mir zwar ein Rätsel, warum man einen Reefer für die Haushaltswaren nahm, aber lieber einen Reefer als Dry Van nehmen, als umgekehrt. Das wäre sonst nicht so gut.
    ;) Als ich dann um elf Uhr am Zentrallager ankam, war dann, wie erwartet auch alles für meine Übernahme bereit. Ich konnte also sofort den Papierkram machen und dann ebenso schnell den Trailer übernehmen. Eine Viertelstunde später konnte ich mich dann schon wieder auf den Weg machen.
    Ich fuhr dann wieder zurück zur I-25, auf die ich dann wieder in südlicher Richtung auffuhr. Kurz darauf konnte ich dann aber wieder auf die I-40 in Richtung Westen wechseln. Dabei sah ich dann das überwältigende Autobahnkreuz noch mal bei Tageslicht.

    Dann sah ich zu, dass ich aus dem Bereich Albuquerque wieder herauskam. Nachdem ich den Bereich dann verlassen hatte, merkte ich, dass es langsam Mittag war und ich Hunger bekam. Außerdem würde ich für die nächste Zeit den Trailer nicht wechseln. Ich konnte also auch wieder duschen und danach frisch und entspannt weiterarbeiten. Ich überlegte mir also, wo ich denn dann nochmal für eine Pause anhalten konnte.
    Auf dem Hinweg war mir dann bereits das Sky City Travel Center aufgefallen, weil der Truckstop hell beleuchtet mitten in der Dunkelheit lag. Viel gab es da wohl nicht drumherum. Nur den Truckstop und das danebenliegende Casino. Ich beschloss dann hier für meine Pause anzuhalten und den Truckstop mal zu testen.

    Es war dann zwanzig vor Eins, als ich dann an der Ausfahrt 102 die I-40 verließ. Fünf Minuten später hatte ich den Truck dann auf dem weitläufigen Gelände des Truckstops geparkt. Dann ging ich erstmal in Ruhe duschen und anschließend testete ich dann in aller Ruhe das Restaurant. Zufrieden stellte ich fest, dass ich hier bestimmt nicht das letzte Mal gewesen war.

    Da Keela vermutlich noch schlafen würde, schrieb ich ihr nur eine WhatsApp, dass ich wieder auf dem Weg nach Kalifornien war. Dann machte ich mich schließlich um drei Uhr wieder auf den Weg. Ich konnte schließlich noch sechs Stunden fahren.

    Ich fuhr dann wieder zurück auf die I-40 in Richtung Westen. Dann fuhr ich dann in den Nachmittag und später in die untergehende Sonne hinein. Dabei passierte eigentlich nicht wirklich viel. Ich hatte ja auch keine Ballungsräume zu durchqueren.
    In weiten Teilen konnte ich dann mit Tempomat 70 fahren. Ja, ich fuhr dann doch immer noch 70.
    :whistling: Das lag in dieser Woche aber überwiegend an zwei Sachen. Einerseits hatte ich laut Auftrag einen dringenden Auftrag in dem Trailer. Da wollte ich keine unnötige Zeit verschwenden. Andererseits merkte ich auch schon wieder, dass mir meine Arbeitszeit ausging. An diesem Nachmittag überschritt ich schon wieder die von Keela so beliebten 50 Stunden. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich nur noch 20 Stunden für diese Woche übrig. Ich hatte aber auch noch ein ganz schönes Stück zu fahren. Damit ich mit meiner Zeit einigermaßen hinkam, musste ich schon das fahren, was ging.
    Ich merkte dann aber auch, dass es nicht unbedingt die hohe Höchstgeschwindigkeit war, die mir den Verbrauch in die Höhe trieb, sondern eher der Punkt, dass ich häufig, wenn ich auf einen Vordermann auflief, gerade nicht nach links rüberkam. Wenn ich dann endlich ausscheren konnte, musste ich erst wieder hochbeschleunigen. Das kostete immer wieder Zeit und auch Kraftstoff.
    :(
    Natürlich könnte man jetzt im Gegenzug sagen, dass ich ja bei geringerer Höchstgeschwindigkeit vielleicht gar nicht aufgelaufen wäre und daher weder ausscheren, noch hochbeschleunigen müsste. Da war natürlich auch was dran. Das musste ich dann aber ausprobieren, wenn ich mal mehr Zeit übrighatte.

    Es ging dann in den Abend hinein und ich kam dann an Gallup vorbei. Kurz darauf verließ ich dann New Mexico und ich kam wieder nach Arizona. Es ging dann etwas später an Holbrook vorbei und dann mit großen Schritten auf Flagstaff zu. Es war dann schon dunkel, als ich die Stadt passierte.
    Nun musste ich mir aber langsam Gedanken machen, wo ich denn für heute Feierabend machen musste. Zu allem Überfluss ging dann auch noch die Tankleuchte an. In Ash Fork fuhr ich dann von der I-40 herunter und nahm dann aber nicht die AZ89, über die ich ja schon in den Süden gefahren war, sondern fuhr dann in die kleine Ortschaft, in der Hoffnung einen Truckstop zu finden. Leider war es dann nicht so. Ich fand aber immerhin eine Tankstelle, an der ich dann meine Tanks wieder füllen konnte.

    Dann fragte ich bei dem Tankwart, ob er hier was wusste, wo ich mich über Nacht hinstellen konnte. Er nannte mir dann den Platz neben der Tankstelle. „Da kannst du bis morgen früh stehenbleiben. Da störst du keinen. Wenn du eine Toilette brauchst, kannst du hierhin kommen. Eine Dusche kann ich dir aber leider nicht anbieten.“ Ich bedankte mich und setzte den Lastzug dann auf den genannten Platz. Zu Hause war es jetzt acht Uhr, so konnte ich dann noch in Ruhe eine ganze Zeit mit Keela telefonieren. Sie freute sich darüber, dass Charlie entsprechend mitgedacht hatte und ich daher wieder auf dem Weg nach Kalifornien war. Sonst gab es von ihr nicht viel Neues zu berichten. Weder im Positiven, noch im Negativen. Letzteres war dann schon mal gut. So konnte ich dann, nachdem wir das Gespräch beendet hatten beruhigt ins Bett gehen und Schlafen.

    Donnerstag, den 16. November 2017, 5:00 am Pacific Standard Time:

    Um sechs Uhr begann mein Wecker dann wieder zu klingeln. Bevor ich dann aber aufstand, dauerte es noch eine Weile. Es war so schön warm und gemütlich in meiner Koje. Schließlich stand ich dann aber doch auf und ging zuerst zur Tankstelle rüber, um dort die Toilette zu nutzen.
    Nachdem die Morgentoilette erledigt war, brauchte ich dann mal wieder den Wasserkanister. Einerseits, wie jeden Morgen, um meine Kaffeemaschine in Betrieb zu setzten, andererseits um dann heute die Körper- und Zahnpflege zu erledigen. Es war dann hier sieben Uhr, als ich dann wieder mit der PTI begann. Eine Viertelstunde später verließ ich dann wieder den kleinen Platz, wo ich freundlicherweise über Nacht stehen durfte.

    Nun ging es zurück auf die I-40 in Richtung Westen. Diesen Highway sollte ich dann heute in Arizona auch nicht mehr verlassen. Den Morgen fuhr ich dann noch durch diesen Staat. Am frühen Vormittag passierte ich dann noch Kingman, wo ich mich dann heute aber dagegen entschied, wieder zu Tanken rauzufahren. So viel war jetzt aus den Tanks auch noch nicht wieder raus. Ich fuhr dann also weiter und kurz darauf passierte ich dann die Grenze zu Kalifornien. Nun hatte es sich dann sowieso mit 70 fahren erledigt. Schließlich durfte ich jetzt nur noch 55 fahren.

    Es war dann viertel nach Zehn, als die Behörden meines Heimatstaates dann auch das Gewicht meines Trucks wissen wollten. Mit 71.684 Pfund war ich dann aber noch weit, von dem maximal erlaubten Gewicht entfernt. Die meisten von den geladenen Haushaltsartikeln waren ja sowieso aus leichtem Kunststoff und dann auch noch gut verpackt. So konnte man dann gar nicht auf das maximale Gewicht kommen.
    Mehr wollte man dann von mir auch nicht sehen. So konnte ich mich dann direkt wieder auf den Weg machen.

    Ich war auch heute gut drauf und hätte wahrscheinlich stundenlang weiterfahren können. Daher hatte ich im Moment auch noch gar keine Lust auf eine Pause. Ich machte mich also erstmal wieder auf den Weg und fuhr weiter. Am frühen Mittag erreichte ich dann das Ende der I-40, wo ich dann in Richtung Süden auf die I-15 wechselte. Dann ging es an Barstow vorbei.
    Anschließend wechselte ich dann auf den Barstow – Bakersfield Highway, die CA58. Über diesen Highway ging es dann in der Mittagszeit durch die Mojave Wüste.

    (Hat da einer ein Motorrad für mich über?)
    :D trucksim-map.com/gallery/index…lbuquerque-San-Francisco/

    Auch wenn ich heute der Meinung war, dass ich eigentlich gar keine Pause brauchen würde, musste ich ja spätestens nach acht Stunden eine machen. Schließlich hielt ich dafür dann noch an einer kleinen Rest Area an. Dort machte ich mir dann noch was aus meinen Vorräten zu Essen.

    Während ich dann gerade mein Mittagessen genoss, bekam ich dann eine WhatsApp von meiner Mutter. „Wenn du Zeit hast, dann melde dich bitte mal.“ Da ich ja jetzt gerade Zeit hatte, rief ich sie dann sofort an. „Hallo Marc, schön dass du dich meldest.“ Sagte sie mit einer Stimme, die eigentlich nicht allzu verzweifelt klang. „Hallo Mom, was gibt es denn?“ „Ich durfte heute Vormittag meinen Enkel kennenlernen.“ „Hast du dich mit Steve getroffen?“ „Richtig. Er hat mich die Tage angerufen, weil er sich wohl deinen Rat, den du ihm am Freitag gegeben hast, beherzigt hat. Wir haben uns dann in der Stadt getroffen. Sozusagen an einem neutralen Ort.“ „Aha. Weiß Dad davon?“ „Natürlich nicht. Ich will doch nicht schon wieder Theater im Haus haben.“ „Redet ihr denn inzwischen wieder miteinander?“ „Nur das Nötigste.“ „Das ist nicht gut.“ „Ich lasse mich aber nicht vor meinen Freundinnen von ihm blamieren. Da muss er sich erstmal für entschuldigen.“ „Du kennst doch Dad. Der entschuldigt sich da nicht für.“ „Wenn er wieder im Schlafzimmer übernachten will, sollte er das aber machen.“ „Was willst du denn damit sagen?“ „Dein Vater schläft zurzeit im Gästezimmer.“ „Bist du jetzt etwa genauso nachtragend, wie er?“ „Normal nicht. Aber was er sich da letzten Freitag geleistet hat, das geht einfach nicht. Erst die Szene mit Steven und seiner Familie, die ja dann letztlich wohl alle mitbekommen haben und dann noch die Blamage, dass er sich vor allen betrunken hat. Ich möchte nicht der Inhalt von irgendwelchen Gerüchten oder von Tratsch werden.“ „Ich frage mich nur, ob du die Sache damit nicht noch schlimmer machst.“ „Marc. Ich habe mir jahrelang angesehen, was euer Vater mit euch gemacht hat. Wie er euch seinen Willen aufzwingen wollte. Dadurch habe ich schon meinen älteren Sohn verloren und deine Schwester ist auch ausgezogen. Es scheint ja auch nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis du auch noch ausziehst.“ „Das hätte in diesem Fall aber nichts mit Dad zu tun.“ „Und wenn er Keela doch feuert?“ „Das wäre was anderes.“ „Ich bin ja schon froh, dass ich Jessica und David manchmal sehe und dass die beiden sich nicht völlig von mir losgesagt haben.“ Ich musste mich erstmal wieder innerlich darüber amüsieren, dass meine Mutter immer unbedingt darauf bestand, keine Spitznahmen oder Kurzformen zu verwenden. Ich würde wohl niemals zu meiner Schwester und ihrem Freund Jessica und David sagen. Was würde sie wohl zu der Unsitte der Ryans sagen, sämtliche Namen auf eine Silbe zu verkürzen.
    :D „Falls Keela und ich in absehbarer Zeit zusammenziehen, dann nur, weil wir beisammen sein wollen und nicht, weil ich nicht mehr nach Hause möchte.“ „So meinte ich es doch auch nicht. Ich möchte aber auch den Kontakt zu meinen Kindern behalten. Ich habe Steven so lange nicht mehr sehen können. Wir waren uns vorhin erst einmal richtig fremd. Pamela hatte ich vor Freitag noch nie gesehen und jetzt haben die beiden schon ein Kind zusammen. Der kleine Timothy ist ja auch schon ein halbes Jahr alt.“ Selbst bei dem Baby machte sie keine Ausnahme mit den Namen. :D „Ich kannte Pam auch noch nicht. Sie scheint aber sehr nett zu sein.“ „Ist sie auch.“ „Was machen die drei eigentlich hier. Ist Steve jetzt in der Nähe stationiert?“ „Nein. Steven hat gerade Urlaub und er und seine Familie haben ein paar alte Freunde von Steven besucht. Daher sind sie gerade in Sacramento.“ „Verstehe. Dann kannst du die drei ja auch nicht so oft sehen.“ „Eben. Darum möchte ich es mir von deinem Vater auch nicht verbieten lassen.“ „Wie lange sind die drei noch in Sacramento?“ „Nur noch bis zum Wochenende. Danach fahren sie wieder nach Hause. Thanksgiving verbringen sie bei Pamelas Familie.“ „Dann erzähl doch noch was von eurem Treffen.“
    Mom berichtete mir dann in allen Einzelheiten von dem Treffen. Steve war wohl richtig stolz auf seinen kleinen Sohn und Pam schien wirklich eine sehr nette Frau und eine tolle Mutter zu sein. Der kleine hatte sich dann bei seiner Großmutter auch richtig wohl gefühlt und Mom war auch richtig stolz darauf, Großmutter zu sein.
    Dann berichtete sie mir auch noch mal, wie es jetzt zu Hause zuging. Da war ich recht froh, dass ich nicht zu Hause war.
    So langsam machte ich mir auch Sorgen um nächste Woche. Mein Geburtstag war mir dabei gar nicht so wichtig. Ende der kommenden Woche war aber auch Thanksgiving. Das war bisher immer ein Feiertag gewesen, an dem wir alle zusammen bei unseren Eltern waren. Gut. Steve war in letzter Zeit nicht dabei gewesen, aber immerhin der Rest. Selbst Jessy und Dave kamen dabei zu uns. Auch wenn die beiden den Tag immer ein wenig aufteilten und auch noch bei Daves Familie vorbeimussten.
    „Wenn an Thanksgiving immer noch diese Stimmung ist, kommen Keela und ich bestimmt nicht vorbei. Ich weiß ja sowieso nicht, wo ich dann gerade bin.“ „Musst du nächste Woche fahren?“ „Natürlich. Was glaubst du denn. Wir haben alle Hände voll zu tun.“ Willst du denn noch nicht mal bei Keela sein?“ „Keela hat nächst Woche Urlaub. Sie fährt dann bei mir auf dem Truck mit.“ „Dann seid ihr ja wenigstens zusammen.“ „Vielleicht haben wir ja eine Tour nach Minneapolis. Dann nehme ich die an. Dann verbringen wir Thanksgiving bei Keelas Familie.“ „Dann sag mir aber bitte vorher Bescheid. Vielleicht feiern wir dann hier gar nicht.“ „Wie meinst du das?“ „Dann spreche ich mit Jessica, ob wir nicht bei Davids Familie feiern können. Dann kann dein Vater alleine hier sitzen.“ „Das wird ihm nicht gefallen.“ „Das ist mir klar. Er hat bis dahin die Chance, alles wieder in Ordnung zu bringen. Wenn er das nicht schafft, dann mache ich das so. Erst Recht, wenn ihr auch nicht da seid.“ „Verstehe. Das musst du selbst wissen.“ „Genau. Wenn ihr da seid, dann sieht das anders aus.“ „Wir werden sehen.“ Nach einem Blick auf die Uhr beendete ich das Telefonat. Ich stand nämlich inzwischen schon fast zwei Stunden hier. Um viertel vor Vier machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Es ging dann nun über die CA58 auf Bakersfield zu. Dann musste ich die Stadt im Feierabendverkehr durchqueren. Durch die Ampeln in der Stadt war das dann auch nicht so einfach. Schließlich ließ ich Bakersfield hinter mir. Mein Navi wollte mich aber heute nicht auf die CA99 lotsen. Ich sollte dann weiter auf der CA58 bleiben. Das war für mich zwar ungewohnt, aber ich folgte der Anweisung der Navigation.
    Auf der CA58 blieb ich dann bis Buttonwillow. Am dortigen Truckstop sollte ich dann auf die I-5 in Richtung Norden fahren. Nun wurde es langsam dunkel und ich fuhr in den Abend hinein. Zuerst begann dann aber wieder meine kleine blaue Kiste in der Scheibe zu piepen. Ich sollte zum zweiten Mal heute über die Waage fahren. Da rechnete ich heute eigentlich nicht mit. Jetzt, um sechs Uhr am Abend, war ich natürlich wieder einige Pfund leichter. Schließlich hatte der Kenny über Tag auch fleißig getrunken. 71.382 Pfund sagte die Waage jetzt nur noch. Auf eine umfangreichere Kontrolle verzichtete man aber auch jetzt wieder. So konnte ich dann sofort wieder weiterfahren.
    Viel Fahrzeit hatte ich aber nicht mehr übrig. Weder am heutigen Tag, noch in dieser Woche. So überlegte ich mir dann langsam wieder, wo ich denn meine Pause absolvieren wollte. Normal rechnete ich dann dabei damit, dass der Verkehr wieder langsam weniger würde. Das stellte sich dann aber als Trugschluss heraus. Auf einmal begann sich der Verkehr dann sogar vor mir zu stauen. Das war auf der I-5 in diesem Bereich eigentlich mehr, als nur unüblich. Die Ursache des Staus stellte sich dann aber als Nachtbaustelle heraus, die wohl kurzfristig eingerichtet wurde.

    Nachdem ich diese dann hinter mir gelassen hatte, lief der Verkehr dann auch wieder. So wurde es dann mit meiner Fahrzeit hinterher noch ganz schön knapp. Quasi in letzter Minute kam ich dann auf der Hillcrest Travel Plaza in Avenal an. Das war zwar nicht der schönste Truckstop, aber immerhin eine Möglichkeit zum Parken und Duschen. Um viertel nach Sieben stellte ich den Truck dort ab.

    Dann telefonierte ich zuerst eine ganze Zeit mit Keela. Dabei berichtete ich ihr auch von meinem langen Telefonat mit Mom. „Hoffentlich nimmt dein Dad das nicht zum Anlass, um seine Wut an uns auszulassen.“ War dann ihr Kommentar. „In der Situation glaube ich das nicht. Wir können doch nichts für Moms Entscheidungen.“ „Da hast du auch wieder Recht.“ Wir telefonierten dann noch eine ganze Zeit weiter.
    Nachdem wir dann auflegten, weil Keela sich für die Arbeit fertigmachen musste, ging ich dann noch in das Restaurant, um noch eine Kleinigkeit zu essen. Anschließend machte ich mich dann auch schnell fürs Bett fertig und legte mich hin.

    Freitag, den 17. November 2017, 4:30 am Pacific Standard Time:

    Es war zwar noch recht früh am Tag, ich musste aber leider trotzdem schon aufstehen. Meine Haushaltsartikel wollten an ihren Bestimmungsort geliefert werden. Ich quälte mich dann aus dem Bett und ging in den Truckstop. Der Sanitärbereich war hier aber genau, wie der restliche Truckstop aber eher zweite bis dritte Wahl. Ich merkte mir das dann und beschloss, in Zukunft dann in dieser Gegend lieber nach Lost Hills zu fahren. Um viertel nach Fünf war ich dann wieder zurück im Truck und setzte meinen Kaffee für den Tag auf. Anschließend begann ich dann mit meiner PTI. Um halb Sechs machte ich mich dann wieder auf den Weg.

    Die Sonne war noch nicht aufgegangen, so fuhr ich dann noch in der Dunkelheit der langsam endenden Nacht wieder zurück auf die I-5. Hier lief es dann auch um diese frühe Uhrzeit noch sehr gut. Was ich im Moment aber noch nicht wusste, war, dass sich das aber im Laufe des Vormittags noch ändern sollte. Dem West Side Freeway folgte ich dann entspannt bis zur Ausfahrt 403. Dort wechselte ich dann auf die CA152. Das war die Strecke, die ich schon häufiger nach Santa Cruz genommen hatte.
    Der 152 folgte ich dann bis Gilroy, wo ich dann auf die US Route 101 wechselte. Auch das war die bisher bekannte Strecke. Dann fuhr ich aber nicht weiter in Richtung Santa Cruz, sondern blieb auf der Route 101 in Richtung San Francisco.
    Bis San José lief das dann auch noch gut. Als ich die Heimatstadt der Sharks dann aber erreicht hatte, erwischte mich der Berufsverkehr mit aller Macht. Mein Weg führte mich ja jetzt durch das bekannte Silicon Valley nach San Francisco. Den dortigen Berufsverkehr hatte ich jetzt an diesem Freitagmorgen voll erwischt. Entsprechend voll war es nun auf der Route 101. Das hielt mich dann doch sehr auf. Ich kam hier quasi von einem Stau in den nächsten.
    Jetzt war mir auch langsam klar, warum Joe, wenn er von Sacramento nach Santa Cruz fuhr sonst immer den „Umweg“ über die I-5 und die CA152 genommen hatte. Er sparte sich damit diesen Bereich und den entsprechenden Verkehr. Langsam und schleppend kam ich dann nach San Francisco. Auch in der Stadt sah es an diesem Morgen und Vormittag leider nicht anders aus. Auch hier war alles voll und dicht.

    Dazu kamen auf manchen Straßen hier noch die extremen Steigungen. Da mein Kenworth keine Hillhold Funktion hatte, musste ich hier immer klassisch mit der Feststellbremse anfahren. Schönen Gruß von der Kupplung.
    :cursing:

    Während ich mich dann durch San Francisco quälte, klingelte dann auch noch mein Handy und die Nummer der Dispatch wurde mir angezeigt. „Hier bei der Arbeit.“ Meldete ich mich dann. „Hallo Marc. Wo steckst du?“ „Ist deine Ortung kaputt? In San Francisco im Stau.“ „Du weißt schon, dass du bereits deine 70 Stunden überschritten hast?“ „Das musst du mir nicht erzählen. Mein E-Log meckert mich bereits den ganzen Morgen deswegen an. Was soll ich jetzt machen? Fünf Meilen vor meinem Ziel einen 34 Stunden Reset?“ „Mit Sicherheit nicht. Die Ladung ist ja dringend. Die Leute von Best Buy fragen ja auch schon, wo du bleibst.“ „Sag ihnen, sie sollen mal aus dem Fenster gucken. Wenn sie den Verkehr beseitigen können, bin ich in ein paar Minuten da. So dauert es noch länger. Kann sich nur noch um Stunden handeln. Und ich dachte, Black Friday wäre erst nächste Woche.“ „Okay. Ich rufe aber nicht nur deswegen an. Ich wollte wissen, ob du dann deinen Reset in San Francisco machst?“ „In San Francisco? Keine 100 Meilen von zu Hause? Ist das dein Ernst?“ „Das musst du schon selbst entscheiden. Ich kann und darf dir keine Anweisung geben, nach Sacramento zu kommen. Genauso, wie ich dir leider keinen Auftrag geben darf.“ „Weil du dann auch gegen das Gesetz verstößt?“ „Richtig. Mein System lässt mich ja so gar nicht in die Auftragsvergabe. Da sagt mir mein Rechner, dass du die Fahrzeit voll hast.“ „Verstehe. Hättest du denn sonst eine Ladung von San Francisco nach Sacramento?“ „Nein.“ „Dann komme ich mit dem Bobtail nach Hause. Mir jetzt erst was suchen, möchte ich auch nicht.“ „Du kommst noch hierhin?“ „Richtig. Erstens möchte ich meinen Reset zu Hause machen und zweitens fährt Keela nach dem Reset bei mir mit.“ „Keela hat ja Urlaub.“ Stellte Charlie fest. „Dann fährt sie mit?“ „Richtig. Wir wollen meinen Geburtstag und auch Thanksgiving gerne zusammen verbringen. Außerdem wollte Keela mal die andere Seite der Dispatch sehen. Also die Praxis.“ „Schaden kann das nicht, wenn ein Dispatch auch mal im Truck gesessen hat. Dann werde ich mir mal eine schöne Tour für euch aussuchen.“ „Mach das.“ „Gut. Du bist dann für mich raus. Gib mir dann von Sacramento aus nur noch mal eine Meldung, wann du mit dem Reset anfängst, damit ich weiß, wann ich euch los jagen darf.“ „Mach ich.“ Wir legten dann auf.

    Es war dann tatsächlich bereits elf Uhr, als ich dann beim Best Buy auf den Hof fuhr. „Hallo, wo kommst du denn jetzt erst her?“ wurde ich dann begrüßt. Das war normal eine Seltenheit. In der Regel waren die Lieferzeiten ja gut abgestimmt. „Ich wäre ja eher hier gewesen, wenn ich nicht von San José bis hier hin geschlagene drei Stunden gebraucht hätte.“ „Alles gut. Dann stell den Trailer da hinten ab.“ „In Ordnung.“ Da hinten war dann auch in der letzten Ecke vom Hof. Ich musste also auf dem engen Hof drehen und dann über die Blind Side den Trailer in die Ecke rangieren.
    Eine Viertelstunde später hatte ich aber alles erledigt. Den Trailer geparkt, abgesattelt und den Papierkrieg erledigt. Um viertel nach Elf fuhr ich dann also wieder vom Hof.

    In San Francisco war es aber immer noch voll. Ich musste mir also langsam überlegen, wo ich noch eine Pause machte. Ich hatte ja gehofft, dass ich mir die Pause heute hätte sparen können, aufgrund der Staus kam ich heute aber über acht Stunden Fahrzeit. Ich fuhr dann zuerst in den Hafen und wollte dort in der Nähe vom Pier 50, wo wir von Walmart aus auch schon mal hinfuhren, für meine Pause anhalten.
    Bei dem Verkehr brauchte ich aber selbst bis zum Hafen noch mal eine geschlagene Stunde. Dort angekommen wurde ich dann aber wenigstens für die Strapazen des Vormittags mit einem schönen Blick über die Bucht von San Francisco belohnt.

    Aus meinen inzwischen doch deutlich geschrumpften Vorräten machte ich mir dann noch was zu essen. Nachdem ich dann in Ruhe meine Pause verbracht hatte, die ich aber nicht so ausdehnte, wie sonst, machte ich mich dann bereits um ein Uhr auf den Weg nach Sacramento.
    Ich sah dann also zu, dass ich zur Interstate 80 kam und damit auf den direkten Weg nach Hause. Es ging dann auf die Bay Bridge, die ich in dieser Richtung dann aber auf der unteren Etage nehmen musste. Dafür musste man bei der schlechteren Aussicht wenigstens keine Brückenmaut zahlen.
    Ich folgte dann weiter der I-80, bis ich diese dann in West Sacramento verließ.

    Einer Eingebung folgend fuhr ich dann noch schnell zu Ricks Werkstatt. Dort angekommen, traf ich meinen alten Sandkastenkumpel mal nicht schraubenderweise in der Halle, sondern mal in seinem Büro.
    Als ich dort eintrat, schaute mich Rick erstmal verwundert an. „Marc, du alter Trucker. Was kann ich für dich tun? Wenn dein Kenworth kaputt wäre, würdest du ja wohl in der Garantiezeit zur Vertragswerkstatt fahren.“ „Das stimmt. Ich wollte dich mal um Rat fragen.“ Worum geht’s?“ „Der Kenny ist mir augenblicklich immer noch etwas zu durstig. Das ist zwar schon besser geworden, seitdem du mir den Flügel auf das Dach geschraubt hast, aber immer noch nicht gut.“ „Wenn du einen sparsamen Klasse 8 Kenworth hättest haben wollen, dann hättest du besser einen T680 gekauft. Auch wenn der W900 zweifellos besser aussieht.“ „So schlau bin ich inzwischen auch. Ich habe die Maschine aber jetzt nun mal und werde sie nicht aus diesem Grund auswechseln. Dann würde ich viel zu viel Geld verbrennen.“ „Das stimmt wohl.“ Bestätigte Rick. „Dein Antriebsstrang ist eigentlich soweit okay, mit dem 455 PS Paccar und dem 13 Gang Fuller Getriebe. Wobei ich an deiner Stelle bei der Kombination mit der Handschaltung, die ich selber auch der Automatik vorziehen würde, die 18 Gang Variante genommen hätte. Da ist der höchste Gang noch länger übersetzt und somit hast du bei höheren Geschwindigkeiten auch geringere Drehzahlen. So ist das, glaube ich ein Direktganggetriebe, bei der 18 Gang Variante eine Overdrive Version.“ „Ich kann doch nicht nach knapp 30.000 Meilen das Getriebe tauschen. Zumal ich eines mit Retarder habe.“ „Also können wir weder an der Aerodynamik, noch am Antriebsstrang viel machen.“ „Was schlägst du sonst noch vor?“ „Fahr außerhalb von Kalifornien langsamer, als bisher. Viele große Firmen lassen sich inzwischen schon Begrenzer in die Trucks bauen, damit die Fahrer nur noch 65 fahren können.“ „Solange man keine Terminfracht hat, kann man das machen.“ „Ansonsten bleiben nur noch Räder und Reifen. Mach Alufelgen auf den Truck. Das spart neben der besseren Optik noch Gewicht und reduziert die ungefederten Massen. Dann nimmst du am besten noch Energiesparreifen. Die Hersteller haben da ja auch extra für den Fernverkehr spezielle Reifen entwickelt, bei denen man auch richtig was an Sprit sparen kann.“ „Und wie fahren sich die im Winter?“ „Das sind, ja genau wie deine Serienbereifung Allwetterreifen. Ein Sattelzug ist im Winter sowieso nicht gerade das Traktionswunder. Von der Fahrweise im Winter ist das aber zweitrangig, ob du jetzt deine Serienbereifung oder die Energiesparreifen draufhast. Richtig für den Einsatz im Winter solltest du sowieso Schneeketten mitführen. Hast du einen 6x2 oder einen 6x4?“ „Einen 6x2.“ Dann brauchtest du für das vernünftige Fahren im Winter drei Satz Ketten. Einen für die Antriebsachse, einen für die Vorderachse und einen für eine Trailer Achse.“ Ich rechnete im Kopf nach, was mich das kosten würde. Dann sagte ich zu Rick: „Okay. Dann machen wir das. Stell bitte meine Zugmaschine auf Alufelgen mit Energiesparreifen und bestelle mir bitte die drei Sätze Ketten. Vielleicht hast du ja auch noch einen Staukasten, den du mir für die Ketten an die Maschine bauen kannst. Bekommst du die Stahlfelgen mit den Serienreifen verkauft?“ Rick dachte kurz nach. „Du hast am Montag Geburtstag, richtig?“ „Ja warum?“ „Dann mache ich dir jetzt ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk. Du bekommst von mir einen Sonderrabatt für die Reifen und Felgen. Ich habe da gerade einen Sonderposten hier. Keine Sorge. Keine Gebrauchten, sondern neue. Einen Staukasten habe ich noch hier. In Edelstahl. Der ist aber gebraucht, sieht man aber nicht. Also. Sonderrabatt auf Reifen und Felgen und den Staukasten und die Schneeketten bekommst du von mir als Geburtstagsgeschenk. Die Stahlfelgen mit den Serienreifen kaufe ich dir ab. Ich kenne da jemanden, dem ich die verkaufen kann.“ „Wow. Danke, Rick.“ „Sowas nennt man Kundenbindung, Mister Murdock.“ „Wie schnell bekommst du das hin?“ „Kannst du die Maschine direkt hierlassen?“ „Kein Problem.“ „Dann ist er morgen Abend fertig.“ „Deal.“ Ich gab ihm die Hand drauf.
    Dann ging ich raus und stellte die Maschine auf den Parkplatz. Im ORBCOMM gab ich dann noch ein, dass ich mit dem Reset begonnen hatte. Anschließend packte ich schnell meine Sachen zusammen, die ich mitnehmen wollte, dann brachte ich Rick den Schlüssel rein.
    Rick ließ mich dann von einem Auszubildenden zu meiner Halle bringen. Dort angekommen, räumte ich meine Sachen in meinen Ford und machte mich dann auf den Weg zu Keela.

    Es war dann etwa fünf Uhr, als ich leise in ihre Wohnung kam. Gut, dass mir Keela einen Schlüssel gegeben hatte. Dann ging ich schnell ins Bad und wusch mich ein wenig. Anschließend ging ich leise in Keelas Schlafzimmer und kletterte leise zu ihr ins Bett. Dann begann ich, Keela sanft durch Streicheln und Küssen zu wecken. „Hallo mein Schatz.“ Murmelte sie schlaftrunken. Schön, dass du bei mir bist."
    Wir blieben dann noch zusammen im Bett und kuschelten, bis Keela dann langsam aufstehen wollte. Anschließend gingen wir zusammen duschen.

    Nachdem wir dann frisch und sauber waren, gingen wir in die Küche und machten uns was zu essen. Für mich war es jetzt das Abendessen, für Keela, die ja gleich zur Nachtschicht musste, war es eher das Frühstück. „Noch einmal arbeiten gehen, dann hast du Urlaub.“ Stellte ich fest. „Hoffentlich geht das gut.“ Lachte sie. „Wir sind dann das erste Mal, seit wir zusammen sind, eine Woche am Stück zusammen.“ „Warum sollte das nicht gut gehen?“ „Viele Paare zoffen sich im Urlaub, weil sie das nicht verkraften.“ „Aber wir doch nicht.“ Lachte ich. „Außerdem hast ja nur du Urlaub. So ist die Gefahr ja schon um 50 Prozent geringer.“ „Ach so siehst du das.“ Lachte sie. „Klar. Ich habe ja dann keinen Urlaubsstress.“
    Nachdem wir dann unser Essen beendet hatten, konnten wir uns schon langsam auf den Weg machen. Keela musste arbeiten und ich wollte in dieser Nacht dann nach Hause fahren. „Wie schläfst du denn dann morgen?“ „Das hängt davon ab, wann du deinen Reset beendet hast und wir entsprechend losmüssen.“ „Sonntag früh, viertel vor Drei PTI und um drei Uhr Abfahrt.“ „Dann bleibe ich ja am besten gleich im Nachtschicht Rhythmus.“ „Wieso? Du kannst dich ja im Truck dann erstmal wieder hinlegen und dann aufstehen, wenn es hell ist. Dann siehst du auch mehr.“ „Ich möchte aber dann wach sein, wenn du es auch bist. Und wenn das mitten in der Nacht ist, auch egal.“ „In Ordnung.“ Entsprechend entschloss ich mich dann, morgen auch erstmal auszuschlafen und dann am späten Nachmittag wieder zu Keela zu kommen. Wir verließen dann Keelas Wohnung. Keela nahm den Savana und fuhr damit zur Arbeit und ich fuhr mit meinem Ford nach Hause.

    Als ich dort ankam, traf ich dann meine Mom alleine im Wohnzimmer an. Dad hatte sich wohl in sein Arbeitszimmer zurückgezogen. Zwischen den Beiden herrschte immer noch Funkstille. Ich fand das dann zwar etwas übertrieben, dass man dann eine Woche, nachdem der Vorfall bei der Familienfeier war, immer noch nicht wieder miteinander redete, wollte mich aber auch nicht zwischen die Fronten begeben. Den Abend verbrachte ich dann aber mit Mom. Aber auch wir redeten den Abend nicht viel. Das lag, was mich betraf aber eher daran, dass ich ziemlich müde war. Daher blieb ich dann auch nicht mehr allzu lange bei Mom, sondern ging dann irgendwann nach oben in mein Zimmer. Dort legte ich mich dann auch bald hin.

    Samstag, den 18. November 2017, 11:30 am Pacific Standard Time:

    Da ich mir keinen Wecker gestellt hatte und mich auch keiner wecken wollte, hatte ich dann tatsächlich bis halb Zwölf geschlafen. Das hatte dann aber mal richtig gutgetan. Dann stand ich erstmal auf und ging, bevor ich mich fertigmachte, erstmal in die Küche, wo ich mir dann in Ruhe mit Mom einen Kaffee trank. Dad war dann ins Büro gefahren, weil er angeblich noch Arbeit dort liegen hatte. Ich vermutete eher, dass er dem Konflikt aus dem Weg ging. Das war zwar eigentlich nicht seine Art, aber wir hatten auch noch nie so lange diese Situation im Hause gehabt. Früher war Mom dann immer auf Dads Seite gewesen und es hatte daher gar nicht so weit kommen können. Nun setzte sie zum ersten Mal ihre eigene Meinung durch, weil sie eben ihren Enkel kennenlernen wollte und nicht immer nur auf Dad hören wollte. Das war für ihn eine neue Situation, mit der er wohl nicht wirklich umgehen konnte.
    Bis jetzt stand für mich ja auch nur fest, dass ich an meinem Geburtstag nicht zu Hause sein würde, wie das an Thanksgiving aussah, wusste ich selber noch nicht.
    Nach dem Kaffeetrinken ging ich erstmal wieder hoch und machte mich fertig. Nachdem ich dann geduscht und angezogen war, packte ich dann schon mal meine Sachen zusammen, die ich mitnehmen wollte. Dieses Mal packte ich dann auch ein paar gute Sachen ein, da ich ja nicht wusste, wo ich mich an Thanksgiving befinden würde. Schließlich ging ich dann wieder runter.
    Es war zwar Mittag schon durch, da aber sonst keiner zu Hause war, hatte meine Mutter auf mich gewartet und wir aßen jetzt etwas später zu Mittag. Danach saßen wir dann noch eine halbe Stunde zusammen und unterhielten uns.
    Anschließend nahm ich dann meine Sachen und verstaute sie im Ford. Dann verabschiedete ich mich von meiner Mom und machte mich auf den Weg zu Keela.

    Als ich dann bei ihr ankam, schlief sie noch. Ich machte es dann wie gestern und kam leise in ihr Bett und weckte sie dann zärtlich. Nachdem Keela dann wach war, machten wir es uns bei ihr im Wohnzimmer gemütlich. Dabei kuschelten wir dann auf ihrer Couch weiter.
    Am Abend klingelte dann mein Handy und die Nummer des Diensthandys wurde mir angezeigt. „Guten Abend, Charlie.“ Begrüßte ich ihn. „Hallo Marc. Bleibt es dabei, dass du zusammen mit Keela auf Tour gehst?“ „Selbstverständlich. Soll ich sie dir geben, dann kann sie dir das selber beantworten.“ „Nicht nötig. Ich glaube euch das auch so. Ich denke mal, ich habe eine Tour reinbekommen, die dann genau das Richtige für euch ist.“

    Fortsetzung folgt…
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

    294 mal gelesen

Kommentare 23

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    alaskabaer01 -

    Schönes Kapitel und wieder sehr tolle Fotos. Die Autobahnkreuze sind der Hammer, für so ein Kreuz müssten hier ganze Städte weichen.

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      Sauerlaender -

      Danke. Wobei man da auch aufpassen muss, dass man nicht falsch abbiegt. :D

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      alaskabaer01 -

      Stimmt auffallend. Warum er meinen Kommentar nun zweimal zeigt weiß ich nun nicht. Weiß nur dass mein Firefox neuerdings nur noch Rumspinnt.

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      Sauerlaender -

      Das könnte eventuell mit dem Forenproblem Mitte dieser Woche zusammenhängen.

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    alaskabaer01 -

    Schönes Kapitel und wieder sehr tolle Fotos. Die Autobahnkreuze sind der Hammer, für so ein Kreuz müssten hier ganze Städte weichen.

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    elwime -

    Jetzt bin ich aber neugierig wo es hin geht

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    loddi51 -

    Wieder ein schön zu lesendes Kapitel.

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    infinity -

    Es bleibt spannend. Und Frank Murdock anscheinend grummelig.

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    Iceman684 -

    Da war das doch dein Kenny, den ich da in Frisco gesehen habe. ;)

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      Sauerlaender -

      Da hattest du doch genug Zeit, genau nachzuschauen. Der stand doch im Stau. :D

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      Iceman684 -

      Hab den ja bloß im Hafen parken sehen.

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      Sauerlaender -

      Ach da war das. Habe dich leider nicht gesehen. Wenn es der Truck von deiner Schwester gewesen wäre, wäre mir das sicherlich aufgefallen. :D

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    TurboStar -

    Schönes Kapitel. Und viele Handlungsstränge, die spannend bleiben. Bobtail kannst Du ja eine Privatfahrt ins Log schreiben lassen, siehe Video von heute Morgen "Mirco auf Achse" ;)

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      Sauerlaender -

      Als Mirco heute morgen das Video hochgeladen hatte, war das Kapitel schon fertig geschrieben. :D Da wollte ich das auch nicht mehr ändern. Ich weiß nur nicht, ob die Fahrt mit dem Bobtail mit über 90 Meilen (laut Google Maps 99 Meilen) nicht ein wenig lang ist, für eine Privatfahrt. ;)

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      TurboStar -

      Wenn Portage firmenintern bei 70 deckelt, scheinen 100 nicht so weit weg

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    Werner 1960 -

    Dann warten wir mal auf die Fortsetzung. (Gut geschrieben)

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    Biker3976 -

    Schön geschrieben...bin gespannt, wo er euch hinschickt