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9. Wochenende in Pacifica

  • Samstag, den 26. August 2017, 12:30 p.m. Pacific Standard Time:

    Ich kam dann zu Hause an und war noch nicht ganz zur Tür rein, als mir Mom entgegenkam. „Marc, mein Junge. Schön, dass du wieder da bist. Wie geht es dir?“ „Hallo Mom. Alles Gut.“ „Dann können wir ja gleich zusammen Mittagessen. Dad ist auch gerade gekommen. Der war heute Morgen auch noch unterwegs.“ „Okay. Stell dich aber bitte darauf ein, dass ich am Wochenende auch noch mal weg bin.“ „Wo willst du denn hin? Du bist doch schon die ganze Zeit unterwegs." Ja. Beruflich. Jetzt geht es um was Privates.“ „Wo soll es denn hingehen?“ „Ans Meer.“ „Das klingt schön. Mach das ruhig. Der Sommer wird ja auch nicht ewig dauern.“ „Eben.“
    Ich ging dann erstmal in mein Zimmer und packte meine Wäsche aus, die gewaschen werden musste. Dann packte ich direkt ein paar Sachen zusammen, die ich für das Wochenende brauchte und zog mich um. Mom und Dad wären sicherlich nicht begeistert, wenn ich in Arbeitskleidung zum Essen kam.
    Gegen ein Uhr ging ich dann zum Essen runter. Wir aßen dann in Ruhe zu Mittag, wobei sich unsere Gespräche eher um Belanglosigkeiten und Nachbarschaftstratsch drehten. „Hast du schon was von deinem neuen Truck gehört?“ fragte Dad dann. „Im der Auftragsverfolgung steht jetzt, dass die einzelnen Komponenten in Produktion sind.“ „Dann wirst du ihn ja bald haben.“ „Ich denke schon.“ „Wirst du auch das ORBCOMM System einbauen?“ „Das macht doch Sinn.“ „Auf jeden Fall. Dann werde ich mich mal mit dem Händler in Verbindung setzen, damit wir das Fahrzeug in unser Netzwerk integrieren können.“ „Mach das.“ „Du setzt doch dann auch ein elektronisches Logbuch ein. Oder?“ „Ein ELD System?“ „Richtig. Ich gehe sowieso davon aus, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die Dinger Gesetz werden. Außer dem Verband der Owner Operator spricht doch sonst keiner dagegen.“ „Ich denke auch, dass ich das machen werde.“ „Das erleichtert dir Arbeit. Wenn die Systeme kompatibel sind, können wir dann auch online darauf zugreifen und können bei der Planung sofort berücksichtigen, wie es mit deiner Zeit aussieht.“ „Dann wollt ihr mich mit Sicherheit auch online orten.“ „Das können wir, wenn wir wollen ja jetzt schon. Unsere Trailer sind ja alle mit ORBCOMM ausgerüstet, damit wir auch einen Überblick haben, wo sich die Trailer befinden und was wir wie planen können. Darüber kann ich jetzt schon sehen, wo sich der Trailer befindet und wie schnell er sich gerade fortbewegt. Genauso, wie wir die Einstellungen des Reefers überwachen können.“ „Schön, dass ich das auch mal weiß.“ „Hast du da ein Problem mit?“ „Das nicht. Ich frage mich nur manchmal, warum ich mich dann noch melde.“ „Das musst du ja selbst wissen.“ „Kann ich dich nach dem Essen noch was fragen?“ „Natürlich. Warum auch nicht.“

    Nach dem Essen gingen wir dann in Dads Arbeitszimmer. Er hatte dort auch eine Sitzecke, in der wir es uns gemütlich machten. „Willst du was trinken?“ fragte er mich. „Wenn dann nur ein Wasser, ich wollte ja gleich noch ans Meer fahren.“ „Deine Mutter hat sowas angedeutet. Finde ich gut. Unternimm ruhig was in deiner Freizeit.“ „Das finde ich auch.“ „Was kann ich denn jetzt für dich tun?“ „Ich habe immer noch nicht ganz so viel Erfahrung, was Menschenkenntnis angeht, wie du sie hast. Daher wollte ich mal von dir wissen, was du von meinen Dispatchern hältst.“ „Dass mit der Menschenkenntnis ist klar. Das kommt mit der Lebenserfahrung. Um zu deiner Frage zu kommen, von allen Dreierteams, die ich in der Dispatch habe, ist das wohl das beste Team. Sie haben die geringste Fehlerquote und die wenigsten Leermeilen. Daher bin ich auch ganz froh, dass du den Platz von Joe bekommen hast, der von diesem Team eingeteilt wurde.“ „Was du mir jetzt gesagt hast, ist die berufliche Qualifikation. Das habe ich ja selbst schon gemerkt. Mir geht es um die menschlichen Aspekte. Wie kann ich sie einschätzen, was sind sie für Typen und vor allem ist mir wichtig, was du von ihnen hältst.“ Dad runzelte die Stirn. „Ich kann deine Frage einerseits verstehen. Andererseits würde mich aber interessieren, warum du das wissen möchtest. Ich möchte nicht, dass die Dispatcher von dir erfahren, was ihr Boss von ihnen denkt.“ „Ich möchte sie gerne einordnen können. Außerdem kann ich dir versichern, dass ich ihnen nichts davon sagen werde.“ „Das ist zwar eine vage Antwort, ich werde sie aber akzeptieren und mich auf dein Wort verlassen, dass du ihnen nichts sagst.“ „Das kannst du auch.“
    „Fangen wir mit Charlie Saunders an. Auch wenn ich nicht möchte, dass er das erfährt, ist er für mich der nächste Abteilungsleiter der Dispatch, wenn mal wieder eine Beförderung ansteht. Er arbeitet ruhig und durchdacht und ist von seiner Art her, die geborene Führungspersönlichkeit. Er wird mit Sicherheit noch Karriere im Hause Walmart machen. Außerdem ist er grundsolide und ein Familienmensch.“ „Also ein Spießer.“ „Wenn du das so bezeichnen möchtest, dann ja. Aber dann sind deine Mutter und ich auch Spießer.“ Ich schluckte einmal kurz. „Charlie ist ruhig und wird von nichts so schnell aus der Bahn geworfen. Das sind Eigenschaften, die er in seiner weiteren Karriere brauchen wird.“ „Aha.“ „Er gibt auch nichts auf Gerüchte und den üblichen Firmentratsch. Außerdem ist er direkt und geradeheraus. Sachen hinter dem Rücken von anderen zu machen, liegt ihm nicht.“ „Also kann ich davon ausgehen, dass er mir sagt, was er wann von mir will.“ „Mit Sicherheit.“
    „Okay. Was kannst du mir über Danny sagen?“ „Danny ist wieder völlig anders, als Charlie. Er geht die Sachen etwas lockerer und leichtfertiger an, als Charlie. Er ist ziemlich unbekümmert und macht auch mal was auf volles Risiko. Zum Beispiel kann es dir bei Danny passieren, dass du eine eilige Ladung bekommst, die heute noch zugestellt werden muss, obwohl deine Zeit dafür nicht reicht. Da sich unsere Fahrer vertraglich verpflichten, alle Vorschriften einzuhalten, versucht er solche Sachen dann bei Subunternehmern, wie dir. Ihr sollt euch zwar auch an die Vorschriften halten und habt sowas auch im Vertrag stehen. In eurem Fall ist Danny aber kein Vorgesetzter, der euch weisungsgebunden ist. Er weiß aber auch, mit wem er solche Sachen machen kann und mit wem nicht. Bei dir wird er sich vielleicht zurückhalten, weil du mein Sohn bist.“ „Verstehe.“ Rein menschlich ist Danny eher so ein Sonnyboy, der alles etwas lockerer angeht. Manche Leute würden ihn als unsolide bezeichnen. Du würdest jetzt wohl eher sagen, dass er nicht so spießig ist.“ Wir mussten beide kurz lachen. „Außerdem hat er wohl einen ganz schönen Frauenverschleiß. Bei jeder Veranstaltung, die es in unserem Hause gab, wo man mit Partner oder Ehepartner hinkommen durfte, hatte er wieder eine andere Frau an seiner Seite. Er sieht ja wohl auch nicht allzu schlecht aus.“ „Also sollte ich bei Danny etwas vorsichtiger sein.“ „Nur was die Zeiten bei Termingütern angeht. Wenn du eine Frau wärst, würde ich dich allerdings vor ihm warnen.“
    Das waren die ersten Beiden. Nun wurde ich allmählich nervös. Schließlich ging es jetzt um Keela. Ich bekam feuchte Handflächen und ein flaues Gefühl im Magen. „Kommen wir zum Schluss zu unserem Neuzugang. Hier musst du natürlich berücksichtigen, dass ich Miss Ryan auch noch nicht allzu lange kenne.“ Ich nickte. Ich fing noch mehr an zu schwitzen. Hoffentlich merkte Dad das nicht. „Keela Ryan ist ja erst vor ein paar Wochen von Minneapolis zu uns gekommen. Mit den dortigen Kollegen ist sie sehr gut ausgekommen und war in Minneapolis äußerst beliebt. Sie ist wohl nach Kalifornien gekommen, weil sie gerne Surfen wollte. So hat sie mir das im Vorstellungsgespräch gesagt. Da es wohl nichts gab, was näher an der Küste war, hat sie sich dann halt in Sacramento beworben. Was ich bisher von ihr sagen kann, ist in erster Linie beruflich. Da bin ich mit ihr äußerst zufrieden. Sie hat sich innerhalb kürzester Zeit eingearbeitet und macht ihren Job mehr, als nur gut. Auf meinen bisherigen Eindruck hin würde ich sie sowohl beruflich, als auch menschlich in der Mitte zwischen Danny und Charlie ansiedeln.“ „Aha. Was hältst du sonst von ihr?“ „Sie ist eine nette, junge Frau, die vielleicht manchmal etwas vorlaut sein kann. Sonst kann ich nicht viel zu ihr sagen. Allzu hübsch finde ich sie nicht, weil sie so blass ist und dann die kurzen, roten Haare. Mein Geschmack wäre das nicht. Ansonsten weiß ich nicht viel. Sie stammt wohl aus einer Mittelständischen Familie, ihr Vater ist wohl Bauunternehmer oder sowas.“ Der eine Schlag hatte etwas getroffen. Mit ihrem Aussehen konnte Keela bei meinem Dad also nicht punkten. Von ihrer Leistung im Job war er aber überzeugt.
    Auf einmal kam eine Frage, die ich nicht erwartet hatte. „Es gibt da Gerüchte in der Firma, dass da was zwischen Keela Ryan und dir wäre. Bisher habe ich das für Blödsinn gehalten, weil deine anderen Freundinnen immer ein völlig anderer Typ waren. Deine Frage, nach meiner Einschätzung deiner Dispatcher würde allerdings ein klareres Bild ergeben, wenn du auf diese Weise erfahren wolltest, ob ich Keela Ryan als Freundin meines Sohnes akzeptieren würde.“ Volltreffer und versenkt. Dad hatte mich durchschaut. Er kannte mich offensichtlich besser, als ich es vermutet hatte. Aus der Nummer kam ich wohl auch nicht mehr raus. Wie es meine Art war, lief ich jetzt natürlich knallrot an. Wahrscheinlich würde ich jetzt im Dunkeln leuchten.
    Mit der nächsten Reaktion meines Vaters rechnete ich nun überhaupt nicht. Er brach in schallendes Gelächter aus. Er lachte und lachte und ich wusste nicht, was ich da jetzt von halten sollte. Offensichtlich wurde ich ausgelacht. Aber war es, weil ich in Keela verleibt war, oder war einfach mein Versuch, was zu erfahren zu dilettantisch gewesen. Ich musste wohl warten, bis er sich wieder beruhigt hatte.
    „Normal würde ich dir jetzt was Stärkeres zu Trinken anbieten.“ Sagte Dad mit einem Grinsen von einem Ohr zum anderen. „Aber du musst ja noch fahren. Ans Meer. Lass mich raten, du möchtest Miss Ryan beim Surfen zuschauen.“ Da ich wohl wieder rot anlief, begann er wieder herzhaft zu lachen. „Du solltest mal in einen Spiegel schauen. Wie ein schüchterner Schuljunge.“ Lachte er. „Wenn du später mal irgendwo Vertragsverhandlungen machen willst, dann musst du aber vorher noch ein paar Stunden zu mir in die Schule kommen.“ Lachte er. „Du warst ja wie ein offenes Buch. Als wir langsam zu Miss Ryan kamen, wurdest du immer nervöser und kribbeliger. Als ich dann eben ins Schwarze getroffen hatte, bist du dermaßen rot geworden. Wenn ich dich dann vor unsere Tür gestellt hätte, würde ganz Sacramento glauben, ein neues Bordell hätte aufgemacht. Wie eine rote Laterne.“
    Langsam wich meine Verlegenheit und machte etwas Ärger Platz. Ich konnte es auf den Tod nicht ausstehen, wenn man sich auf meine Kosten lustig machte. Nur, wenn Keela über mich lachte, konnte ich es ertragen, weil ich ihr Lachen so gerne hörte. „Hast du dich jetzt genug auf meine Kosten amüsiert?“ fragte ich pikiert. „Da musst du durch. Zum Glück bist du kein Pokerspieler. Bluffen kannst du nicht. Auf jeden Fall nicht bei mir.“ „Na toll. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen, Mister Murdock. Trotzdem bist du mir noch eine Antwort schuldig.“ „Die da wäre?“ „Was du davon halten würdest, wenn Keela und ich ein Paar werden würden.“
    Er wurde wieder ernst. „Du möchtest wirklich mit der Frau zusammen sein?“ fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. „Soweit waren wir doch schon.“ „Du hattest doch früher so einen guten Geschmack. Wenn ich an die Mädchen denke, die du sonst mal mit nach Hause gebracht hast. Die sahen doch immer super aus. Aber sie…“ „Was ist mit ihr?“ unterbrach ich ihn. Weil sie kurze Haare hat und nicht Tonnen von Makeup trägt? Oder ist es ihr heller Teint mit den Sommersprossen? Es gibt auch mehr, als nur Optik.“ Jetzt wurde Dad etwas verlegen. „Naja. Sie ist halt nicht, wie die jungen Frauen hier.“ „Verstehe. Surfen und Motorradfahren passt nicht zu deiner Vorstellung einer Schwiegertochter.“ „Na ja. Wenn du damit klarkommst.“ „Vielleicht fange ich jetzt auch mit Surfen oder Motorradfahren an.“ „Wenn es sein muss. Es gibt auch Hobbys mit weniger Risiko für Gesundheit oder Leben.“ „Du weichst mir aus.“ „Immerhin ist ihr Vater Unternehmer.“ „Dir geht es also auch nur darum, was die anderen Leute von uns denken.“ „Normal nicht. Eigentlich habe ich keine Vorurteile.“ „Nur, wenn es um die eigene Familie geht.“ „Nein. Auch dann nicht.“ Sagte er etwas lauter. „Was wirfst du mir hier eigentlich vor?“ „Das du sie nicht als meine Freundin akzeptieren willst.“ „So ein Blödsinn. Natürlich akzeptieren wir deine Entscheidung. Es war nur so seltsam, weil sie so völlig anders ist, als deine früheren Freundinnen.“ „Vielleicht mag ich ja genau das an ihr.“ „Dann werdet glücklich miteinander.“ „Du legst uns auch keine Steine in den Weg? Nicht, dass du sie nächste Woche versetzt.“ „Bist du verrückt? Die Frau hat Talent in ihrem Job. Charlie erschlägt mich, wenn ich ihm diese Kollegin wieder wegnehme. Ich bin froh, dass ich sie von Minnesota hierhin bekommen habe.“ Nun war ich endgültig erleichtert. „Und ich dachte schon…“ „Dass ich sie versetzen würde, damit keiner glauben kann, dass sie dich bevorzugt?“ „Genau das.“ „Du bist mein Sohn. Wenn es darum gegangen wäre, hättest du gar nicht als Subunternehmer anfangen dürfen. Ich könnte ja Anweisung geben, dass du bevorzugt wirst.“ „Da haben wir auch schon drüber nachgedacht.“ „Dann lasst den Quatsch bleiben. Nicht dass ihr Fehler macht, weil es wichtiger war, etwas vor den Kollegen zu verheimlichen.“ „Und ich dachte immer, dass du nichts auf die Gerüchte in der Firma gibst.“ „Mache ich auch nicht immer. Ich selektiere da schon, ob es Blödsinn ist, oder ob es stimmen könnte. Ein Guter Chef weiß immer, was in seiner Firma vorgeht. Außerdem hört man ja zweimal hin, wenn der Name Murdock in einem Gerücht vorkommt.“ „Danke, Dad.“ „Der Rest liegt an dir. Sie ist eine Nette junge Frau und an ihr Aussehen…“ „Würdest du jetzt bitte mit ihrem Aussehen aufhören.“ „Ist ja gut. Dann sag deiner Mutter aber noch, dass du eine Freundin hast, sonst ist sie beleidigt, dass ihr niemand was gesagt hat. Hoffentlich ist sie nicht die letzte, die es in der Familie erfährt.“ „So gut wie. Jessy weiß es schon eine geraume Zeit.“ „Na toll. Dann ist Mom das ganze Wochenende beleidigt.“ „Meinst du?“ „Ich kenne doch meine Frau.“

    Wir gingen wieder zu Mom, die sich gerade in der Küche aufhielt und die Spülmaschine ausräumte. „Mom, ich habe dir was zu erzählen.“ Begann ich. „Ich weiß schon. Du bist verliebt.“ Überraschte sie Dad und mich. „Wie kommst du darauf?“ fragte ich überrascht. „Ich kenne dich schon fast 22 Jahre, mein Sohn. Das habe ich schon gemerkt. Ich habe mich zwar gewundert, dass du mir noch nichts gesagt hast, aber du wirst wohl deine Gründe gehabt haben.“ „Das ist nur, weil sie bei Walmart arbeitet. Sie ist eine Angestellte von Dad.“ „Wo sollst du auch sonst jemanden kennengelernt haben? Du arbeitest ja Tag und Nacht.“ „Ich wollte halt vorher mit Dad abklären, was er von ihr hält.“ „Und was hältst du von ihr?“ fragte sie dann Dad. „Sie ist eine nette, junge Frau und eine erstklassige Dispatcherin.“ „Dann ist doch alles gut. Endlich mal ein Kind, wo alles richtig läuft. Nicht, wie bei deinen Geschwistern. Wobei es bei Jessica ja noch geht.“ „Ich werde auch auf jeden Fall erstmal hier wohnen bleiben.“ „Wenn du mal da bist. Die ganze Woche mit dem Truck unterwegs und jetzt will er noch ans Meer.“ Sagte Mom kopfschüttelnd. „Weil seine Flamme da zum Surfen ist.“ Grinste Dad. „Ach, du willst zu deiner Freundin?“ fragte Mom. „Richtig.“ „Dann fahr los. Du hast ja so wenig Zeit für sie.“ „Okay. Dann bis morgen.“ „Musst du am Wochenende nicht mehr fahren?“ fragte Dad. „Ich habe doch letzte Woche durchgezogen. Deshalb habe ich diese Woche frei. Ist mit Charlie abgestimmt.“ „Dann passt das. Viel Spaß.“ Ich holte meine Sachen und warf sie in den Taurus. Dann machte ich mich auf den Weg nach Pacifica.

    Ich hatte etwa 100 Meilen vor mir, bis ich dann bei Ihr sein würde. Daher rechnete ich mit etwa zwei Stunden, zumal ich durch San Francisco musste. Als ich dann mit dem Taurus auf die Interstate 80 fuhr kam ich mir irgendwie klein und unscheinbar vor. Sonst war ich dort immer mit dem Mack unterwegs und nicht mit dem Ford. Der Vorteil war, dass ich nicht bei 55 Meilen aufhören musste, mit der Beschleunigung. Außerdem war es im Vergleich zum Mack hier sehr angenehm. Der 3,8 Liter V6 schnurrte gemütlich und mit der Viergangautomatik war es ein entspanntes fahren. Ich fand den Taurus eigentlich sehr angenehm. Leider gefiel das Fahrzeug Keela ja gar nicht. Das mit der spießigen Farbe sah ich ja ein, aber sonst war der Wagen eben sehr bequem und hatte für mich genug Platz und Komfort.
    Bei Oakland blieb ich dann auf der Interstate 80, um über die Bay Bridge nach San Francisco zu fahren. Die Stadt wollte ich aber nur schnell durchqueren. Über die Route 101 und die CA 1, die sich an der ganzen Westküste Kaliforniens entlangschlängelte, kam ich dann nach Pacifica.
    Dort angekommen, wusste ich zuerst nicht, wo ich überhaupt hinsollte. Keela hatte dann aber mal was von Rockaway Beach gesagt. Da wollte ich sie dann suchen.
    Zuerst musste ich dort dann aber einen Parkplatz für den Taurus finden. Mitten am Nachmittag war das dann nicht ganz so einfach. Trotzdem war es jetzt wohl eine Zeit, wo dann mehr Leute wegfuhren, als noch neu anzukommen. Daher hatte ich dann Glück und fand schließlich einen Platz für den Ford. Danach schaute ich mich in der Nähe vom Surfstand um und entdeckte Schließlich ihren Savana, der dort parkte.

    Dann konnte Keela auch nicht mehr weit sein. Ich machte mich auf den Weg zum Strand und schaute den Surfern zu. Ich hatte eigentlich vermutet, dass Keela eine der Wenigen wäre, die mit einem Neoprenanzug surfte, nun erkannte ich, dass es mindestens genauso viele Surfer in solchen Anzügen gab, wie solche die in Shorts oder Bikini surften. Daher war es dann schwer, Keela zu entdecken.
    So ging ich dann etwas am Strand entlang und schaute mir das Treiben an. Es sah echt beeindruckend aus, wie die Leute auf den Wellen dahinglitten. Das war bestimmt eine tolle Sache, wenn man es konnte. Vielleicht war das ja tatsächlich auch was für mich. Ich hatte es bisher einfach nicht versucht.
    Offensichtlich konnte man mich vom Wasser aus besser ausmachen, als ich jemanden vom Strand aus. Auf jeden Fall kam auf einmal eine klatschnasse Keela auf mich zugelaufen. „Hey, da bist du ja.“ Sagte sie und strahlte mich an. Dann fiel sie mir in ihrem nassen Neoprenanzug um den Hals und küsste mich. Dabei schmeckte sie dann doch recht salzig. „Oh.“ Sagte sie dann. „Jetzt habe ich dich ja völlig nass gemacht. Ich glaube, wir müssen dann schnell deine nassen Sachen ausziehen.“ Dabei grinste sie mich schelmisch an und ihre Sommersprossen passten zu ihrem Grinsen. „Das können wir machen.“ Lachte ich. „Ich habe die Badeshorts drunter. Wie wärs, wenn du dann ein bisschen mitmachst?“ Sie zeigte wieder ihr wunderschönes Lachen. „Das wolltest du ja nur.“ „Wer hat denn hier wen nassgemacht?“ „Na gut. Ich habe ja auch den Bikini drunter. Aber nicht zu lange, wegen der Sonne.“ „Kann man den hier schwimmen gehen?“ fragte ich dann. „Ohne Board? Ist glaube ich nicht so gut. Das ist halt ein Surfstrand hier. Außerdem ist der Bereich hier nicht unbedingt für Anfänger. Ein Stück weiter südlich ist der Pacifica State Beach bei Linda Mar. Dort geht das glaube ich eher. Da ist auch der Anfängerbereich für Surfer, wo auch die Kinder surfen lernen. Da geht das schon eher.“
    Ich zog mich bis auf die Badeshorts aus und schaute dann Keela zu, wie sie sich aus dem Neoprenanzug pellte. Nun sah ich sie zum ersten Mal im Bikini. Bisher hatte ich sie ja immer nur in Jeans und T-Shirt bewundern dürfen. Sie hatte eine echt tolle Figur, die davon zeugte, dass sie sehr sportlich war. Nur hatte sie dabei eben diese sehr helle, fast weiße Haut, die nur von ein paar Sommersprossen auf Armen und im Schulterbereich unterbrochen war. Sie holte auch sofort ihre Creme wieder raus und gab sie mir, damit ich sie eincremen konnte. Das war schön, weil ich sie beim Eincremen zärtlich streicheln konnte.
    Natürlich bekam sie von einigen ihrer Freunde, die sie hier in diesem Sommer schon kennengelernt hatte, den einen oder anderen dummen Spruch, die sie aber mit ihrer üblichen Schlagfertigkeit konterte.
    „Schläfst du eigentlich da vorne auf dem Parkplatz, wo dein Van steht?“ „Das geht leider nicht. Da ist das Parken über Nacht verboten. Etwa drei Meilen nördlich von hier ist ein Campingplatz, wo wir dann nachher hinfahren können. Da muss ich dann auch damit leben, dass deine Spießerkarre mit dahinmuss. Du darfst hier ja auch nicht über Nacht parken.“ „Ist da denn noch Platz?“ „Der ist natürlich schon reserviert. Da bin ich im Moment an den Wochenenden Dauergast.“
    Dann kam schon wieder der nächste dumme Spruch. „Hey Keela, bist du nun zum Surfen hier oder zum Kuscheln?“ „Recht hat er ja.“ Lachte sie. „Eigentlich bin ich zum Surfen hier. Zum Kuscheln ist nachher noch Zeit.“

    Sie schlüpfte wieder in den Neoprenanzug und schnappte sich ihr Board. Bis zum Wasser begleitete ich sie dann. Dann sah ich ihr zu, wie sie sich auf das Board legte und herauspaddelte. Draußen wartete sie dann auf eine gute Welle und dann zeigte sie mir, was sie konnte. Dabei merkte man, dass sie das nicht zum ersten Mal machte. Sie surfte schon, wie ein Profi. Ich sah ihr dann die ganze Zeit zu, wie sie das machte und bewunderte und lobte sie.
    Irgendwann quatschte mich dann einer ihrer Surffreunde an. „Hey, Mann, bist du Keelas Freund?“ „Ja, bin ich. Warum? Hast du ein Problem damit?“ „Nein, hab ich nicht. Meine Freundin surft ja auch da vorne. Ich wollte dir nur sagen, dass du ein unheimliches Glück hast. Diese Frau ist einfach einsame Spitze. Sie surft wie ein Profi und sie ist ein total netter Mensch. Wenn du sie unglücklich machst, dann bekommst du allerdings Ärger mit mindestens fünfzig Leuten hier. Das kann ich dir schriftlich geben.“ „Wenn du das sagst.“ „Ehrlich. Wir mögen sie hier alle. Dich kennen wir nicht. Wenn du ihr nicht guttust, dann hast du die ganzen Surfer von Rockaway Beach als Feind.“ „Alles klar. Ich werde sie nicht unglücklich machen.“ „Das will ich dir auch geraten haben.“ Der Typ schnappte sich sein Board und paddelte ebenfalls wieder raus.
    Als Keela dann wieder eine Welle gemeistert hatte, kam sie zu mir. „Was wollte Jeff denn eben von dir?“ „War das der Typ eben?“ „Genau. Der ist hier quasi sowas wie der Boss der Clique, die hier surft.“ „Er hat mir gesagt, dass ich wahnsinniges Glück habe, dich zur Freundin zu haben.“ „Das war alles?“ „Nicht ganz. Er hat mir auch gesagt, dass ich die ganzen Typen hier vom Strand zum Feind habe, wenn ich dich unglücklich mache.“ „Manchmal hat er sie nicht alle.“ Lachte sie. „Ich glaube eher, die wissen hier schon, was du für eine tolle Frau bist.“ „Wenn du das so sagst.“ Lachte sie. „Eine halbe Stunde noch, dann fahren wir zum Campingplatz.“ Sagte sie. „Okay.“
    Ich bewunderte dann noch eine halbe Stunde ihre Surfkünste, dann kam sie aus dem Wasser und wir gingen langsam zu ihrem Savana. Dort verstaute sie zuerst ihr Board, dann trocknete sie sich ab und zog sich eben im Van um. Ich brauchte mir meine Sachen ja nur überziehen, da meine Shorts ja noch trocken waren.
    „Kann man in dem Van denn auch zu zweit schlafen?“ fragte ich sie, nachdem sie wieder draußen war. Sie trocknete dann ihre Haare mit einem Handtuch und fuhr sich hinterher zweimal mit den Fingern durchs feuchte Haar. „So, Styling wieder perfekt.“ Lachte sie. Dann antwortete sie mir. „Klar kann man zu zweit in dem Van schlafen. Mein Bruder und ich haben den selbst umgebaut und das dann auch schon häufig ausprobiert. Und ich denke mal, wir beide brauchen weniger Platz, als mein Bruder und ich.“ „Das ist gut. Ich habe nämlich kein Hotelzimmer hier.“ „Wofür auch. Fahr mir jetzt hinterher und wir sind in ein paar Minuten am Campingplatz.“ Ich ging zu meinem Taurus und dann folgte ich ihr.

    Eine Viertelstunde später hatten wir dann auf dem Campingplatz schon geparkt und ich konnte den Blick auf den Pazifik genießen. Keela hatte ein paar Campingstühle in ihrem Van, die sie jetzt rausholte, dann saßen wir zusammen und genossen den Ausblick. Die Stimmung war einfach perfekt.
    Diese Gelegenheit nutzte ich dann um ihr die Neuigkeiten des Tages zu sagen. „Wir brauchen uns nicht mehr zu verstecken.“ Sagte ich zu ihr. „Wie jetzt?“ fragte sie überrascht. „Ich habe heute Mittag mit meinen Eltern gesprochen. Es ist alles in Ordnung.“ „Das ist nicht wahr.“ „Doch. Das ist es.“ Vor lauter Freude fiel sie mir so um den Hals, dass wir mit den Campingstühlen umkippten. Dann lagen wir da und bekamen uns vor Lachen nicht mehr ein.
    „Erzähl, wie war’s?“ „Ich habe es so gemacht, wie ich es vorher gesagt habe und habe nach seiner Meinung zu euch dreien gefragt. Dann haben wir erst über Charlie und dann über Danny gesprochen. Schließlich sind wir dann zu dir gekommen.“ „Was hat dein Dad denn über uns drei erzählt?“ „Dazu habe ich leider absolute Schweigepflicht. Ich werde dir bestimmt nicht sagen, was euer Boss über deine Kollegen denkt.“ „Und was hat er über mich gesagt?“ bohrte sie weiter. „Er hat deine beruflichen Fähigkeiten über alle Maßen gelobt. Er ist froh, dass du von Minneapolis nach Sacramento gekommen bist. Vor allem möchte er nicht auf dich verzichten. Egal, ob du nun die Freundin von seinem Sohn bist oder nicht.“ „Also hat er doch nur über die beruflichen Fähigkeiten gesprochen.“ „Er hat auch gesagt, dass er dich nicht sonderlich hübsch findet.“ Neckte ich sie. „Das hat er nicht gesagt.“ Beschwerte sie sich. „Kein Kommentar.“ Sagte ich nur. „Außerdem hat er gesagt, dass du völlig anders bist, als meine früheren Freundinnen.“ „Ich bin ja auch ich und nicht jemand anders.“ Sagte sie. „Das habe ich auch gesagt, ich habe gesagt, dass es vielleicht genau das ist, was ich an dir so mag.“ „Weißt du etwa nicht, was du an mir magst?“ neckte sie mich jetzt. „Ich weiß, was ich an dir mag und was ich an dir habe.“ Sagte ich jetzt zu ihr. Als Antwort bekam ich mal wieder einen langen Kuss. „Also bin ich akzeptiert.“ Sagte sie danach. „Aufgrund deiner beruflichen Fähigkeiten und weil dein Vater Unternehmer ist.“ „Ist meine Herkunft etwa auch wichtig?“ fragte sie überrascht. „Einen gewissen Wert legt mein Dad schon auf sowas.“ „Dann sollte er meinen Dad nicht allzu schnell kennenlernen.“ Lachte Keela. „Der ist nämlich mehr Bauarbeiter, als Kaufmann.“ „Das Beste, was er je konstruiert hat, steht hier vor mir.“ „Lass das nicht meine Brüder hören.“ Lachte Keela. „Die sehen sich als Krönung der Schöpfung.“ „Das kann gar nicht sein. So toll, wie du können die gar nicht sein.“ „Ich werde dir nicht widersprechen. Aber langsam habe ich Hunger. Grillen wir, oder gehen wir essen?“ „Ich wäre gerne mit dir essen gegangen. Ich habe mich aber an deinen Dresscode gehalten. Wo kann ich denn mit Jeans und T-Shirt essen gehen?“ „Erstens ist das ein Urlaubsort und zweitens müssen wir ja nicht in ein Vier Sterne Restaurant. Das wirst du hier in der Nähe auch weniger finden.“ „Okay. Ich richte mich da ganz nach dir.“

    Wir gingen dann gemütlich Hand in Hand zum Essen und genossen dabei den Ausblick auf den Pazifik. Das war dann wirklich Entspannung pur. Ich konnte Keela schon verstehen, dass sie die Wochenenden gerne an der Küste verbrachte. Die meisten Lokale hier im Ort waren dann auch typisch amerikanisch. Also gab es halt entsprechen viel „schnelle Küche“ Der Vorteil dabei war, dass es wirklich zwanglos zuging und wir in Jeans und T-Shirt nicht wirklich unpassend gekleidet waren. Nach dem Essen gingen wir dann noch lange spazieren und genossen den Blick auf den wirklich schönen und romantischen Sonnenuntergang, den wir hier hatten.

    Als die Sonne dann im Meer verschwunden war, gingen wir langsam zurück zum Savana. Hier stand uns dann unsere erste gemeinsame Nacht bevor.
    Wir machten es uns dann im Van gemütlich und kuschelten den weiteren Abend. Dabei tauschten wir dann auch einige Zärtlichkeiten aus. Es war dann noch ein wunderschöner Abend, an den wir noch lange zurückdenken würden. Irgendwann schliefen wir dann aneinander gekuschelt ein.

    Sonntag, den 27. August 2017:

    Am nächsten Morgen waren wir dann auch schon wieder um sieben Uhr auf den Beinen. Wir wollten ja nicht den ganzen Tag verschlafen. Wir gingen dann kurz zum Waschen in das Hauptgebäude des Campingplatzes und besorgten uns in dem kleinen Shop dort auch was zum Frühstücken. Dann setzten wir uns neben den Savana in die Sonne und frühstückten.
    Keela blickte mich aus ihren grünen Augen unternehmungslustig an und sagte: „Ich habe mir für heute was vorgenommen.“ Ich zog die Augenbrauen hoch. „Was denn?“ „Du bekommst heute deine ersten Surflektionen von mir.“ „Ist das dein ernst?“ „Klar. Wenn das schon Kinder lernen können, wirst du das auch schaffen.“ „Dann werde ich dich bestimmt heute wieder blamieren.“ „So ein Quatsch. Jeder fängt mal an. Das sieht zwar erst etwas bescheuert aus, wenn man die ersten Gleichgewichtsübungen am Strand macht, aber hinterher geht’s.“ „Aber ich habe doch gar kein Board.“ Versuchte ich einen letzten Ausweg. „Ich kenne hier inzwischen genug Leute die sowas auch verleihen.“ „Hast du nicht gestern gesagt, dass es dort, wo du surfst nur für Fortgeschrittene ist?“ „Wir fahren heute auch nicht nach Rockaway Beach, sondern nach Linda Mar. Das ist nur ein kleines Stück weiter, da kann man aber auch als Anfänger surfen.“ „Na gut.“ „Keine Sorge. Das wird dir schon Spaß machen.“ „Wenn du das sagst.“ Ich war noch nicht so wirklich überzeugt. Ich wollte aber auch mit ihr zusammen sein. Daher willigte ich schließlich ein.

    Nach dem Frühstück packten wir dann zusammen. Dann sprach Keela noch mit dem Betreiber des Campingplatzes, dass wir den Taurus über Tag hier stehenlassen konnten. Anschließend stiegen wir in den Savana und fuhren zum Strand von Linda Mar. Der lag dann wirklich nur ein paar Yards weiter südlich, als Rockaway Beach, war aber wohl besser für Anfänger geeignet. Wir parkten den Savana und zogen uns schon mal um. Dann besorgte Keela tatsächlich ein Leih Board für mich. Zum Glück war es jetzt noch früh und daher noch nicht ganz so voll. So bekam ich dann meine ersten Lektionen am Strand noch mit recht wenig Zuschauern. Während der Strand sich dann langsam füllte, ging es dann auch langsam ins Wasser und ich machte mich langsam mit dem Board vertraut. Keela war aber eine echt gute Lehrerin.

    Sie brachte mir die ersten Übungen so bei, dass ich dabei auch Spaß bekam. Ich war zwar am Anfang dann mehr im Wasser, als auf dem Board, da ich aber über mich selbst auch mal gut lachen konnte, hatten wir viel Spaß dabei.
    Ab dem späten Vormittag wurde es dann auch langsam voll. Ich lernte aber recht schnell, so dass ich auch gute Fortschritte machte. Trotzdem sagte Keela irgendwann zu mir. „Weißt du jetzt, warum ich sonst da hinten surfe? Bei schönem Wetter ist hier der Teufel los. Da drüben sind bei weitem nicht so viele Leute und vor allem keine Idioten, die mehr versuchen, als sie können.“ „Willst du aufhören und da rüber zum Surfen?“ „So schnell kommst du mir nicht davon.“ Lachte Keela. „Du machst das echt gut. Da geben wir doch jetzt nicht auf.“ „Das hatte ich nicht vor. Ich hatte dabei nur an dich gedacht.“ „Ich möchte das genauso, wie du. Vielleicht sogar mehr. Da nehme ich auch die vielen Leute in Kauf.“ Wir machten also weiter und hatten dabei viel Spaß.

    Gegen Mittag machten wir dann eine Pause und gingen zum Savana zurück. Dort holten wir den Grill raus und machten in der Mittagspause ein kleines Barbecue. Während der Pause durfte ich dann auch wieder den Anblick von Keela im Bikini genießen, während sie vorher die ganze Zeit in Neopren gehüllt war. Sie hingegen konnte den ganzen Tag schon mehr von mir sehen. Mangels Surfanzug blieb ich ja den ganzen Tag in Badeshorts.

    Nach unserer Mittagspause ging Keelas Surf Kurs für mich weiter. Es war zwar inzwischen ganz gut was los, das machte mir inzwischen aber nicht mehr viel aus, da ich gute Fortschritte machte. Trotzdem lag ich immer noch mehr im Wasser, als dass ich auf dem Board war. Manchmal bekam sich Keela dabei vor Lachen aber auch nicht mehr ein, so dass sie dann auch im Wasser landete. Dabei hatten wir aber richtig viel Spaß und genossen die Zeit, die wir zusammen sein konnten. Zum Ende des Tages meisterte ich dann auch meine ersten guten Wellen, was den Funfaktor dann natürlich immens erhöhte.

    Jedes Erfolgserlebnis feuerte mich wieder an. Außerdem gab es zur Belohnung dann auch immer die etwas salzigen Küsse von Keela. Leider verging dabei die Zeit wie im Flug und der Abend kam unaufhaltsam näher.

    Am späten Nachmittag gaben wir das Leih Board wieder ab und saßen zum Abschluss noch mal bei ihrem Van und genossen den Ausblick auf den Pazifik. „Wann musst du fahren?“ fragte Keela auf einmal. „Gegen Abend. Ich soll morgen gegen Acht wieder am Start sein. Bleibst du noch über Nacht?“ „Ich weiß noch nicht. Ich habe zwar keine Lust gleich noch nach Sacramento zu fahren, aber morgen früh durch San Francisco ist auch nicht so prickelnd.“ „Ich hätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen sollen. Dann könnte ich dich nachher nach Hause fahren.“ „Dann wärst du gestern aber eine Ewigkeit unterwegs gewesen.“ „Stimmt.“ „Ich glaube, ich bleibe noch eine Nacht hier und fahre morgen. Dann kann ich hier nachher noch den Sonnenuntergang genießen. Obwohl, ohne dich ist er dann nur halb so schön.“ Ich nahm sie in den Arm und küsste sie. „Das hast du schön gesagt.“ „Ich habe es auch so gemeint.“ „Wir müssen damit leben, dass wir viel voneinander getrennt sein werden. Das hat aber auch einen Vorteil. Wir haben immer wieder die Vorfreude auf den Anderen. Das ist so ähnlich, wie beim Urlaub. Da freut man sich auch immer schon Wochen vorher auf die paar Tage, die man dann letztlich hat.“ „Hatte ich schon gesagt, dass ich Fernbeziehungen hasse?“ „Schon. Aber was sollen wir daran ändern? Du hast gesagt, wenn mir der Job Spaß macht, soll ich ihn weitermachen.“ „Das werde ich dir auch nicht ausreden. Sonst bin ich hinterher schuld, wenn du in deinem Berufsleben nicht glücklich bist.“ „Du kannst ja den Truckführerschein machen und wir fahren dann zusammen.“ „Aber sonst geht’s dir gut. Das vergiss mal schnell wieder. Außerdem ist dein Dad dann sauer, weil du mich abgeworben hast.“ „Stimmt und Charlie und Danny auch.“ „Dann bekämen wir nur noch blöde Touren. Das lassen wir lieber sein.“ „Na gut. Dann musst du mit der Fernbeziehung leben, oder dir einen anderen Geliebten suchen.“ „Ich kann mir ja noch einen Zweitfreund zulegen. Für die Zeit wo du nicht da bist.“ Lachte sie. „Habe ich dir schon gesagt, dass ich rasen eifersüchtig werden kann? Das würde der Zweitfreund nicht lange überleben.“ „Na gut. Dann eben doch die Fernbeziehung.“ Lachte sie.

    Wir packten dann langsam zusammen und fuhren zurück zum Campingplatz. Ich wagte dann noch einen Versuch, ob wir denn nicht zusammen den Weg nach Sacramento antreten sollten. Da Keela aber absolut keine Lust mehr hatte, heute noch zwei Stunden zu fahren, mussten wir uns dann langsam voneinander verabschieden. Wir konnten uns aber irgendwie voneinander lösen. So fuhr ich dann schließlich eine halbe Stunde später, als ich es vorgehabt hatte.

    Über San Francisco und die Interstate 80 ging es dann wieder zurück nach Sacramento. Dort kam ich dann am Abend gegen zehn Uhr an.
    Natürlich musste ich dort dann noch meinen Eltern von dem Wochenende erzählen. Dabei beschränkte ich mich aber auf das Wesentliche. Dabei waren meine Eltern dann aber sehr erstaunt, das ich surfen lernte. Das hatten sie mir wohl nicht zugetraut.
    Schließlich ging ich in mein Zimmer. Dort druckte ich dann noch schnell die letzten Rechnungen aus, damit ich sie am Montag mitnehmen konnte. Anschließend legte ich mich hin. Dabei kreisten meine Gedanken um den Tag und um Keela.
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    Mal ein kurzes Kapitel von mir, wo mal nicht mit dem Truck gefahren wird. Das Kapitel war aber sehr wichtig für die Handlung. Da es sehr umfangreich geworden ist, habe ich dann das Wochenende in ein separates Kapitel gepackt. Die Bilder dazu musste ich mir dann aus dem Internet ziehen.
    Schöne Grüße aus dem Sauerland

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