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Kapitel 6 - Über die Grenzen

  • Der Umzug war am Wochenende glatt über die Bühne gegangen. Ich hatte mir einen Boxvan gemietet und erst einmal wieder Geld ausgegeben. Ich brauchte eine Küche, auch wenn ich mich natürlich für die billigste Lösung mit Standherd und Standschränken anstatt einer Einbauküche entschieden hatte. Einbaukühlschränke waren hier sowieso nur in besseren Kreisen verbreitet. Ich kochte nur ein- bis zweimal in der Woche zu Hause, da reichte eine einfache Ausstattung. Dazu ein kleiner Esstisch.
    Außerdem waren meine dicht im WG-Zimmer gestellten Möbel für ein Wohn- und ein Schlafzimmer trotzdem zu wenig. Der eine oder andere Schrank, ein Wohnzimmertisch und ein Sofa durften es dann auch sein. Bisher hatte ich ja vom Bett ferngesehen.
    Danach ging es nach Mount Moriah und ich räumte meine Sachen zusammen mit Tristan aus dem Zimmer. Außerdem half ich noch Kyle, seine Habseligkeiten in seinen Van zu bekommen. Danach wurde es Zeit, sich von Kyle zu verabschieden, Tristan würde ich weiter regelmäßig sehen, wir blieben ja beide in Philly.
    Tristan fuhr mit mir die halbe Stunde in die Lakeside Avenue, ganz im Norden und nur einen Steinwurf von der Stadtgrenze nach Melrose Park entfernt. Sollte ich mit der Bahn fahren wollen, war Melrose Park Regional mit nur 700 Yards und etwa 5 Minuten Fußweg meine neue Heimatstation. Tristan half mir meine Möbel in die neue Wohnung zu tragen und auf dem Weg zur Autovermietung, wo ich morgens meinen Sonic abgestellt hatte, setzte ich ihn wieder zu Hause ab.

    Am Montag fuhr ich noch mal eine Tagesrunde durch Pennsylvania. Auch wenn ich eigentlich schon seit einer Woche raus gedurft hätte und es auch Tagestouren in Nachbarstaaten gab, war der Dispatch wohl der Meinung, ich könnte ruhig so lange noch innerstaatlich fahren.

    Dienstag dann ging es erst einmal ins Büro. Ich bekam noch einmal einige Dinge erklärt, die sich innerbetrieblich durch den Interstate-Verkehr änderten. Außerdem stellte mir der Fuhrparkleiter die Frage nach dem Lohnmodell:
    "Wie Du vielleicht weißt oder noch nicht, fördern wir unsere Angestellten auf dem Weg zum Owner-Operator. Du kannst Dir vom Gehalt einen Anteil abziehen lassen, der Dir mit dem LKW verrechnet wird. Nach 2 Jahren gehört er dann Dir und Du fährst als exklusiver Vertragspartner für uns. Sollen wir das machen oder willst Du lieber angestellt bleiben und volles Gehalt?" "Ich nehme das volle Gehalt." Ich wollte zwar Owner-Operator werden, aber nicht so einer. Erst mal wollte ich nicht dieses Dingsda selber besitzen, was da unten auf mich wartete. Wer die Musik bestellte, der konnte bestimmen, was gespielt wurde - aber diese Musik würde ich mir selbst nie im Leben bestellen. Außerdem gab es als Owner-Operator viele bessere Geschäftsmodelle als exklusiv für Costco zu fahren. So gut bezahlten die ihre Subs nach meinen Erkenntnissen jetzt auch wieder nicht.

    Schließlich gingen wir bei einsetzendem Regen runter und ich bekam meinen im Unternehmen wie alle Trucks nach seinem Kennzeichen geführten "(PA) 7L92961". Es war ein Kenworth T680 mit der 76" Mid Roof Kabine. Unter der Haube werkelte ein Cummins ISX15 mit 450 PS, der seine Kraft über 12 automatisch sortierte Gänge auf die Straße schickte. Viel Plastik und wenig Ausstattung vervollständigten das Bild, sogar eine Sonnenblende war dem Aerodynamik-Diktat zum Opfer gefallen. Wie gesagt - selber würde ich mir so was nie bestellen.
    "Warum haben unsere Trucks eigentlich ein Kennzeichen vorne, wenn sie in Staaten zugelassen sind, wo man das nicht braucht?" "Wir ziehen ja auch Kundentrailer. Und schon ein paar Meilen weiter in Delaware und Maryland erfassen sie die Maut nicht über die EZ-Pass Transponderbox in der Scheibe sondern per Kennzeichenerfassung. Und gerade die großen Logistikkonzerne stellen uns dann, wenn Du mit einem ihrer Trailer erfasst wirst, zusätzlich zur eigentlichen Maut zwischen 5 und 10 $ Bearbeitungsgebühr je Trailerkennzeichen in Rechnung. Mit Frontkennzeichen an der Zugmaschine bleibt uns das erspart, weil immer das vordere für die Maut genommen wird, wenn es eins gibt." Das leuchtete ein, wobei ich bei einem Wochenendausflug nach DC gemerkt hatte, dass Delaware und Maryland mir nur eine von vier Mautgebühren berechnet hatten, weil die Erkennung von hinteren Kennzeichen nur selten funktionierte.




    Ich stieg ein, meldete mich im Qualcomm an und sofort ploppte die erste Aufgabe meines Dispatch auf. Ich wusste nicht mal, wie der Typ hieß, oder ob es überhaupt ein Typ war oder eine "Typin", ob einer oder eine ganze Truppe. Wir kommunizierten ausschließlich über Qualcomm, das für beinahe jede Eventualität eine Funktionstaste besaß, mit der man sich per Knopfdruck und vielleicht noch die Eingabe eines Wertes mitteilen konnte. So bekam ich jetzt also das Kommando:

    Pickup: Dole Food Co. Philadelphia (PA)
    Cargo: 27,500 lb frozen fruit mix
    Drop: Costco Storehouse Norfolk (VA)

    Hinter den Firmierungen standen noch jeweils die Adressen. Es ging also mit tiefgekühlten Mischfrüchten von unserem Zulieferer Dole zu einem unserer Zentrallager.

    Durch die Randlage von Philadelphia im Staat dauerte es nur ein paar Minuten nach dem Aufsatteln, bis ich die erste Staatsgrenze in meiner Truckerkarriere passierte.




    Delaware war ein winziger Bundesstaat und so dauerte es nicht lange, bis ich die nächste Grenze passierte. Inzwischen hatte es sich auch eingeregnet.




    Und noch eine Staatengrenze weiter war auch das Wetter wieder besser geworden. Ich beschloss, mir eine Karte von Nordamerika anzulegen, auf der ich alle Staaten und Provinzen markierte, in denen ich schon mal im Transit oder mit einer Ladestelle gewesen war.




    Norfolk war eine Hafenstadt am Südufer der Chesapeake Bay und um den Hochseeschiffen die Einfahrt in den Hafen zu ermöglichen, hatte man keine durchgehende Brücke gebaut sondern die Fahrstraße untertunnelt, damit die großen Kähne die Straße kreuzen konnten, ohne dass die Straße selbst auf einer Hochbrücke dem hier teilweise sehr starken Wind ausgesetzt war. Wenn man sich überlegte, dass gerade ein Schiff mit tausenden Containern über einem her fuhr, kam man sich winzig vor, auch wenn man im Gegenzug zu den größten auf der Straße gehörte.




    Der Trailer kam an das Kühldock, das zufällig bei dem Standard-Layout am einfachsten zu erreichen war, weil es ganz vorne lag und über die Fahrerseite angefahren wurde. Entsprechend schnell stand der Trailer an Ort und Stelle.
    Im Costco-Lager hatte ich den Vorteil, dass ich nicht wie bei unseren Kunden meistens im Fahrerhaus rum sitzen musste. Ich durfte als Angestellter ganz normal in die Personalräume, konnte mir dort am Automaten oder wenn es eine gab in der Kantine was zu Essen kaufen und so weiter.

    Nach der 30er Pause sollte ich mit 23,000 lb Tafelgeschirr von diesem Lager zu einem unserer Märkte in Wilmington (NC) fahren. Kein Problem - über mich hatten sich schon im Nahverkehr manche Kollegen aufgeregt. Ich gehörte zu dieser Sorte Mensch, die ihren Stoffwechsel scheinbar deaktivieren konnten. Dann war es kein Problem, mal eben 4 bis 6 Stunden ohne Pause zu fahren und erst in den letzten 20 Minuten vorm Ziel meldete sich mein Körper, dass eine Toilette demnächst mal ganz nett wäre. Und damit versaute man natürlich diesen Durchlauferhitzern, die an jedem Truckstop auf der Route erst mal von der Interstate abfuhren und in die Räume mit dem Strichmännchen auf der Tür rannten, den Tagesschnitt.

    Die Ladung war zwar nicht schwer, aber dennoch in einem großen Trailer, da man die Paletten natürlich nicht stapeln konnte. Hinter einem Pickup, der von der Optik wohl aus den 30er oder 40er Jahren stammte, passierte ich für heute die vierte und letzte Staatsgrenze. Kein schlechter Schnitt, aber so rasend schnell würde es kaum weitergehen.




    In Wilmington war dann zu meiner Überraschung stadteinwärts dicke Luft. Ob es irgendwo einen Unfall gegeben hatte oder was? Jedenfalls stand ich eine Ewigkeit und kam nicht weiter. Also entschied ich mich am Ende auch, den Divided Highway um die Stadt zu nehmen. Der Sub, der mir mit einem klassischen Peterbilt und einem Double Pup von der Autobahn aus entgegen kam, sagte mir über Funk, dass der Ring frei wäre.




    Am Ziel gab es eine Schranke. Mein Transportauftrag hatte eine Nummer, die ich eingab und im Normalfall bekam ich dann im Display ein Tor gezeigt, an das der Trailer sollte. So sparte man einiges an Personal, ein anderer Betrieb hätte mit einem Pförtner und einem Dock Dispatcher schon wieder zwei Leute verbraten. Mir zeigte es nun allerdings an "CONT. WH MANAGER!" So wurde dann das Problem des Marktes zu meinem. Anderswo würde mir jetzt einer sagen, was zu tun war, diesen Jemand durfte ich nun erst mal selber suchen. Also stellte ich den Truck an der Grenzmauer ab und suchte den Warehouse Manager.
    "Hi! Ich suche den Warehouse Manager!" "Gefunden! Ich bin Hector. Hallo!" "Und mein Name ist Brandon. Ich habe 23,000 Pfund Geschirr aus Norfolk drauf. Die Schranke wollte mir kein Tor geben." "Ja, man bekommt nur noch unfähige Schranken! Wo stehst Du gerade?" "An der Mauer neben den Toren zum Kellerlager." Hector sah von der Rampe rüber zu meinem Truck: "Das passt so. Sattel einfach ab, den soll mir dann nachher oder morgen früh ein Day Driver umsetzen an eine Rampe. Wir sind gerade beim Müll verladen." In der Tat waren die meisten Rampen mit Trailern voll, in die Verpackungsabfall oder Leerpaletten geladen wurden. Dazwischen noch eine andere Anlieferung und schon war kein Platz mehr für mich gewesen.

    Ich verabschiedete mich von Hector und fuhr zu einer Rest Area. Die erwies sich nur als geschotterter Platz am Ortsausgang. Aber es gab Duschen und zumindest für das Frühstück einen Donut-Laden gegenüber. Heute Abend allerdings sollte es Dosensuppe vom Campingkocher geben, den ich eingepackt hatte und der mir schon auf der Reise von der Westküste vor inzwischen über 2 Jahren gute Dienste geleistet hatte. Ich stellte Qualcomm auf 10 h break und bekam gleich mal eine Meldung, dass es mit Donuts eng werden könnte. Um 7:13 sollte ich bei einem Walmart-Außenlager 19,500 lb Möbel mit Transportschaden einsammeln. Das bedeutete aber laut Navi, dass ich um 6:45 Uhr hier spätestens los musste.

    Der Mittwoch begann mit einem Rätsel, das ich nicht zu lösen wagte. Es regnete so stark, dass ich nicht erkennen konnte, ob die Donut-Bude offen war. Also beschloss ich, eine Schüssel Mini-Wheats und fürs gute Gewissen eine rein geschnittene Banane zu essen. Dann ging es los zum Konkurrenz-Kunden.

    Nach inzwischen knapp 2 Jahrenhatte ich den Eindruck, dass Costco und Walmart es sich zum Sport gemacht hatten, den anderen mit Werbetrailern zu belästigen. Heute ging es aber nur von einem Lager zu einem anderen, da hielt sich das in Grenzen. Wir hatten da sowieso weniger Ärger mit, denn in den allerseltensten Fällen ging mal was von einem Walmart zu einem unserer Verkaufsläden. Da musste sich schon eine Lieferung Hausmarke in der Tür geirrt haben oder so was in der Richtung. Ich sattelte also den blauen Pup an und war unterwegs.

    Auf dem Weg aus der Stadt wurde es dann richtig peinlich. Diese lahme Automatik kappte dem LKW dermaßen das Temperament, dass ich trotz einer leichten Ladung und einem kurzen Trailer den Ampelsprint gegen einen alten Mack RM Müllwagen verlor.




    Dass die Dinger bei höherem Tempo unruhig liefen war keine neue Erkenntnis mehr für mich und so kam ich mit meinem schwanzwedelnden Welpen sicher in Raleigh an. Es war nun zwar noch früh am Morgen, aber da es eng würde, ohne Pause weiter zu fahren, legte ich ein zweites Frühstück ein und ließ mich mit einem Tee in der Kantine nieder. Der Versuchung, mir einen Donut zu kaufen, widerstand ich mal lieber.

    Dann gab es einen langen Reefer mit Tiefkühlost dran und ich machte mich auf die zweite Etappe des Tages. Und wieder lag eine Staatsgrenze auf meinem Weg.




    Gegen 3 Uhr Nachmittags machte ich dann in Columbia an unserem dortigen Zentrallager eine Kurzwende und nahm einen Fishbone Trailer mit einem Container voll Unterhaltungselektronik mit, den schon ein Day Driver vom Güterbahnhof hier her geholt hatte. Auf dem Rückweg meldete sich dann erstmals auf dieser Tour die Tankuhr. Die hatte ich ganz übersehen, denn sie versteckte sich hinter dem Lenkrad. Das müsste ich heute Abend wohl mal etwas verstellen.
    An einer Tankstelle in Fayetteville füllte ich Diesel nach, DCF war noch 3/4 voll.
    "Kann man hier mit einem Semi übernachten?" "Nein. Wir haben keinen Platz und auch sonst ist es hier eng. Richtung Autobahn gibt es noch ein Motel. Dazu den Parkplatz von einem zweiten, das aber geschlossen ist. Stehen aber auch immer welche." "Dann schaue ich da mal. Danke."

    Das geschlossene Motel war durchaus offen, nämlich waren die Fenster und Glastüren eingeworfen, teilweise die kompletten Türrahmen rausgetreten. Müll und Obdachlosen-Schlafplätze brachten mich dazu, dann doch lieber das geöffnete Motel aufzusuchen und in die Tasche zu greifen.




    Um 6:20 Uhr ging der Diesel aus. Das bedeutete, dass ich ihn Am Donnerstag gegen halb 5 morgens wieder anwerfen konnte und das sollte ich auch tun, denn die Angebotsware wurde erwartet. Im Formationsflug mit einem Kollegen, der eine quasi identische Maschine für ein Bauunternehmen fuhr, verließ ich Fayetteville auf dem Autobahnzubringer. Es war halt eine typische Flottenkonfiguration.




    In Wilmington lieferte ich direkt das Warehouse, also unseren Verkaufsmarkt an. Großcontainer konnten die am Dock problemlos entladen. Danach holte ich einen Trailer mit Werbeprospekten für Virginia in einer Druckerei ab. Auf dem Weg nach Norfolk überholte ich einen unserer Subunternehmer mit einem Triple Pup. Ich hatte keine Führerscheinerweiterung Klasse T, aber ich wusste, dass sich schon eins von den Dingern nicht benehmen konnte. Wie dann so ein Rudel sich fuhr, wagte ich mir nicht vorzustellen. Aber er ließ es entsprechend gemächlich angehen und ich zog vorbei.




    In Norfolk dann bekam ich im Storehouse einen Dry Van mit "Mixed Goods" für das Warehouse in Washington. Da ich auch Deutsch konnte, fragte ich mich gerade, wie wohl mein damaliger Austauschpartner Christian wohl daran verzweifeln würde, dass bei uns im Konzern das Warehouse, das im Schuldeutsch "Lager" hieß, das Verkaufsgeschäft war, während "Storehouse" zwar ebenfalls mit "Lager" übersetzt werden musste, aber den falschen Freund "Store" enthielt, was ohne das "House" dahinter "Verkaufsgeschäft" bedeutete. Gemeinsam mit einem Subunternehmer, der einen Double Pup zog, verließ ich unser Lager in Norfolk Richtung Autobahn.




    Als ich um 5 Uhr rum in DC eintraf, blieb mir nur noch, nach dem Absatteln einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Auf dem Betriebsgelände übernachten durften wir nämlich nicht. Da ich jetzt Solo war, konnte ich mich aber heute bei einer Tankstelle auf den Parkplatz quetschen. Die war rund um die Uhr auf uns so konnte ich nicht nur dort ein Abendessen bekommen, sondern auch gegen 5 morgens ein Frühstück, um den Freitag einzuläuten.

    Danach fuhr ich zu unserem Großlager und holte einen Trailer Textilien für Walmart in Charleston (WV) ab, also noch ein Staat in der Sammlung. Ohne besondere Vorkommnisse kam ich ans Ziel. Dort bekam ich über Qualcomm das Kommando "Take 30 Minute Break!" Das ging hier aber nicht, denn es durften hinterm Laden aus Versicherungsgründen keine Trucks parken und vorne aus Platzgründen nicht. Ich rollte also durch das Gewerbegebiet und fand schließlich einen Tankstelle, wo mein Truck was in den Tank ich was zu Beißen bekommen konnte.

    Danach schickte mich das Qualcomm zurück zu Walmart, wo ein Trailer voll mit Kühlschränken, die sie von uns bekommen hatten und die der Hersteller jetzt wegen irgendeiner Dichtung, die reißen und das Kältemittel in die Freiheit schicken konnte, darauf wartete, nach Columbus (OH) gebracht zu werden.
    Das schöne Wetter hatte sich nicht gehalten und so kämpfte ich mich durch den Regen aus West Virginia nach Ohio.






    Meine Zeit reichte nicht mehr bis ans Ziel, aber Reklamationsware erwartete ja auch meistens keiner dringend. Also fuhr ich kurz vor Columbus auf eine Rest Area und machte Feierabend. Trotzdem ging es mitten in der Nacht auf Samstag um 03:30 Uhr weiter. Denn die Anschlussfracht wurde da schon eher erwartet. In Pittsburgh hatten sie zu wenig Mehl bestellt, das diese Woche Aktionsware war und nun mussten sie schnell welches nachgeliefert bekommen. Pittsburgh eben - können halt nix! In dem Punkt war ich auch in Philadelphia angekommen. Die Feindschaft mit der Stadt am Westrand des Staates hatte ich schon übernommen.
    Abliefern war schnell erledigt und dann wartete ich bei Dole darauf, dass sie öffneten, um sofort den Trailer mit Mehl zu bekommen. Ich war überrascht, dass die auch so was im Programm hatten. Dole brachte man, weil sie vor allem da mit ihrem Hauptnamen aktiv waren, vor allem mit Südfrüchten in Verbindung.
    Die letzte Staatsgrenze für diese Woche war dann die zurück nach Pennsylvania. Und es war ausgerechnet die gleiche Stelle, über den ich vor mittlerweile zweieinhalb Jahren das erste Mal in Pennsylvania eingereist war.




    In Pittsburgh warteten sie so sehnsüchtig auf meine Lieferung, dass sie mich sogar ans Kühldock fahren ließen, weil kein anderes frei war. Und auch hier sollte ich danach wieder zu einer Dole-Niederlassung. Mit gefrorenen Beeren machte ich mich auf den letzten Teil der ersten Woche als Long Haul Driver.
    Auf dem Pennsylvania Turnpike waren die Appalachen kein nennenswertes Problem. Die Wasserscheide wurde durch einen Tunnel unterquert und danach folgte die Straße einfach den Durchbrüchen des Juniata River durch die hohen Ketten. Wenn der nach Norden abknickt, sind nur noch ein paar Hügelketten übrig.




    Samstag um 3:20 PM bog ich wieder dorthin ein, wo die Woche am Montag gegen 6 Uhr begonnen hatte. Wenn der Gegenverkehr nicht so dicht gewesen wäre, hätte es durchaus 2 Minuten früher sein können. Wenigstens ein Kollege hatte irgendwann ein Einsehen und ließ mich durch.




    Danach brachte ich den Kenworth rüber zu unserem Fahrzeughof, setzte mich in meinen Sonic und fuhr nach Hause. Und der Brief, der mich dort erwartete, verwunderte mich extrem. Denn er war von einer Behörde, von der ich nie im Leben Post erwartet hätte.

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    Am Ende ist es gar nicht so wenig Text wie ich befürchtet hatte. Dafür aber so viele Bilder wie meines Wissens in noch keinem Kapitel auf irgendeiner Seite des Atlantiks. Weil die Schilder mit den Staatsgrenzen hier so ziemlich das einzige sind, was an erwähnenswerten Landmarks auf der C2C Map zu finden ist, kommen sie auch entsprechend oft vor, wobei ich sie immer nur dann fotografieren werde, wenn ich einen Staat zum ersten Mal befahre.

    520 mal gelesen

Kommentare 16

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    infinity -

    Als 'Gute-Nacht-Geschichte' hab ich mir heute dein Kapitel gegönnt, nachdem ich die von Manni und Mark heute auch endlich mal "abgearbeitet" hab. Was soll ich sagen... Nach den Action-Kapiteln der letzten Zeit war es jetzt mal verglichen ruhig zum Ausgleich. Aber allemal lesenswert. :)

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    elwime -

    Brief von einer Behörde extrem verwundert, was hast verbrochen

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      TurboStar -

      "Ich" - also Brandon - wurde geboren. Soll aber nicht noch mal vorkommen :D

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    manni_112 -

    Klasse Kapitel wiedermal, Endlich darf er aus dem Staat ausbrechen :D Welche behörde schreibt dir denn nun schon wieder liebesbriefe ?

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      TurboStar -

      Da der "Spoiler" die Spannung bis zum nächsten Kapitel eher erhöht denn reduziert: The United States District Court for the Southern District of California - oder auf deutsch das "Amtsgericht" Kalifornien Süd

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      manni_112 -

      ui, uiui, ich ahne was :D

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    alaskabaer01 -

    Tolles Kapitel, mit vielen schönen Bildern. Viel Spass und Glück bei deinen Staatenwechsel. Pass gut auf die Nase von deinem T680 auf, mir haben se meine mal abgefahren in Nevada. ;)

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Das ist ja fast ein Bildertagebuch. ;) Viel Erfolg als Long Haul Driver.

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      TurboStar -

      Danke. Habe schon einiges an Bildern verworfen. Aber bei der hiesigen Motivarmut lassen die sich wohl noch mal umsetzen, wenn die Anzahl der unbekannten Staatsgrenzenschilder sinkt.

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      Biker3976 -

      Echt schönes Kapitel....liest sich gut. Eine Frage hätte ich da...wo hast du denn die aktuelle C2C Map her? Bei meiner Version (2.0.2.) stürzt mein Spiel immer ab. Gruß aus Bayern :)

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      Sauerlaender -

      Ich habe auch nur die 2.1. Versuch die mal atsmods.lt/coast-to-coast-map-v-2-1-released/