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K50- Es geht in die Ferne

  • Donnerstag 27.07.2017
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    Nun war es also so weit, meine erste größere Tour stand an.
    Maniwaki war, wie erwähnt, ca 1300 Meilen entfernt. Laut Navi brauchte ich dafür ca 30 Stunden, bei einer Maximalen Täglichen Fahrzeit von 13 Stunden, waren das ca 2 Tag und 4 Stunden.
    Da der Termin aber erst am Sonntag Vormittag war, brauchte ich nicht unbedingt die vollen 13 Stunden durch fahren, was ich auch nicht wirklich vor hatte.
    Meinen ersten kurzen Stop, legte ich in der nähe von Thunder Bay ein. Man musste zwar keine Pausen machen, das hatte nur meiner Blase noch niemand erklärt.
    Aber warum sollte ich auch Stur durch fahren, ich hatte einen Tag Reserve in meinem Zeitplan.
    Ich suchte mir also einen Truckstop, füllte meinen kaffee vorrat auf, der Truck hier hatte wenigstens einen Wasserkocher.
    Danach gabs noch einen Happen zu essen und ich war wieder Unterwegs.

    Ich brauchte eigentlich immer nur dem Trans canada Highway folgen. Geplantes Ziel für heute war Hearts, damit wären dann 11,5 Stunden Fahrzeit auf der Uhr.
    Die Zeit verging wie im Flug, auch wenn mich einige Berge wieder etwas ins schwitzen brachten. Alles in allem, war es aber trotzdem ein sehr entspanntes fahren.
    Gegen 21:30 Uhr war ich dann in Hearts, Okay nach der neuen Zeitzone war es erst 20:30 aber fürs Logbuch musste ich ja nach CST rechnen, da dort meine Firma saß.
    Hier gab es leider keinen Truckstop, also musste ich im kleinen Industriegebiet meine Vorhänge zuziehen.


    Freitag 28.07.2017
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    Bevor es los ging, stand heute erstmal einkaufen auf meiner Todo liste. Und zwar ganz weit oben.
    Ich hatte zwar gestern meine Sachen zusammengepackt, Lebensmittel hatte ich allerdings vollkommen vergessen.
    So ist das eben wenn man aufgeregt ist.
    Ich suchte mir einen kleinen Supermarkt und deckte mich mit Lebensmitteln für ein paar Tage ein. Dann gab es noch ein kleines Frühstück und gegen 9 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg. Mit erschrecken stellte ich fest, das mein Navi mir jetzt nurnoch etwas über 11 Stunden Fahrzeit anzeigte.
    Das brachte meinen ganzen Plan durcheinander. Somit würde ich heute schon in Maniwaki ankommen und müsste dann 1 Tag rumstehen.
    Ich schickte eine Nachricht an meinen Dispatch, und bekam promt Die Antwort, dass er sich drum kümmert.
    Ich war schnell aus der Stadt raus und die Weiten Kanadas hatten mich wieder.

    nach 5 Stunden musste ich dann allerdings wieder runter von der Bahn und mir dringlichst einen Truckstop oder eine Restarea zu suchen.
    Restareas sind im Prinzip wie Truckstops, nur ohne Tankstelle, ohne Shop, meist ohne Restaurant. Aber an jeder Restarea gab es Toiletten, meist sogar Duschen, und Platz ohne Ende.
    Ich nutzte die kurze Pause gleich um meinen Kaffeebecher aufzufüllen und mir ein paar Toastscheiben zu belegen.
    Danach ging es weiter, Ich hatte zwar Zeit ohne Ende, aber ich war nicht der Typ der gerne rum bummelte.
    Kurz nach Rouyn-Nuranda, war das gemütliche dahingleiten allerdings vorbei. Die Waage war offen und somit musste ich raus.

    Mit 30 Tonnen war alles Okay und ich konnte meinen Weg, Gott sei dank ohne weitere Kontrolle, weiter fortsetzen.
    Ich hatte jetzt lediglich noch 200 Meilen vor mir. Die letzten 100 davon, legte ich dann auf einem 2 Spurigem Highway zurück.
    Auch hier zeigte sich wieder, Alle Nordamerikaner waren entweder zu Blöd oder zu Feige zum überholen.
    Ich fuhr jetzt seit 20 Minuten Gerade aus und der Typ hinter mir schaffte es einfach nicht, mich zu überholen. Und nein, es kam kein Gegenverkehr.
    Irgendwann, kurz vor Maniwaki, wurde die Straße wieder 4 Spurig und er traute sich endlich an mir vorbei.
    Gegen 20:30 Uhr, war ich dann in Maniwaki angekommen und fuhr fast komplett einmal durch.
    Ich kam an einem Paketshop vorbei und musste mir das grinsen verkneifen. Wenn man die beiden da so sitzen sah, wunderte man sich nicht mehr, dass die Paketdienste so einen "guten" Ruf hatten was Pünktlichkeit angeht.

    Ich suchte mir einen Stellplatz in der nähe des Kunden und, Oh Wunder, gleich nebenan war ein Truckstop. Ich brauchte nurnoch 10m vor und dann rechts abbiegen und schon stand ich azf dem Hof.
    ich hatte gerade die Bremse gezogen und ließ den Truck noch etwas im Stand trudeln, da kam ein Gelb behelmt und bewestetes Männchen auf meinen Truck zugerannt.
    Na dufte, will der jetzt Meckern weil der Truck noch im Stand läuft ? Ich öffnete die Tür um zu hören was er wollte, der Truck blieb aber erstmal an.
    Are you delivering the car parts from Winnipeg ?
    Yes Sir.
    Thats Wonderfull, we`re need them urgent for them. Your Dispatch tells me allready, that your ariving earlier and i cant belive, but now you are here. We have move your appointment to tomorrow 10 am.
    Wow thanks alot, that saves me to wait the hole day tomorrow.
    Okay, 10 am, Dock 10.
    Okay, thanks have a nice evening.
    Ich machte die Tür zu und griff nach dem Tablet um meiner Dispatch zu schreiben, da sah ich, dass meine Dispatch schneller war. ich hatte vor 2 Stunden eine Nachricht erhalten, dass ich morgen um 10 Uhr morgens einen Vorgezogenen Termin hatte.
    Und wie wollen die 2 20 feet Büchsen übers Dock entladen ?
    Na soll mir wurscht sein. Ich stell die Krücke da hin und warte auf die Dinge die da kommen.

    Jetzt machte ich aber erstmal Feierabend und ging Duschen.

    Samstag 29.07.2017
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    Ich Stand gegen 8 Uhr auf und kontrollierte meine Nachrichten. Bisher gabs aber noch keine neuen Anweisungen, wie es nach der Tour weiterging.
    Ich beschloss erstmal Frühstücken zu gehen. Danach gabs noch eine Dusche für mich und einmal für die Scheiben meines Trucks eine Grundreinigung. Als ich fertig war, machte ich einen Abstecher auf das benachbarte Gelände vom Kunden und holte mir noch mal genau infos ein.
    Ich sollte den Trailer mit den beiden Containern einfach neben das Doc 10 stellen und die würden sich dann um alles kümmern.
    Ich brachte also den Trailer um die Ecke, sattelte ab und brachte die Papiere weg. Dann fuhr ich wieder auf den Truckstop und rief in der Dispo an.
    Meine nächste Tour würde mich in Richtung Heimat führen. Es ging also wieder den ganzen langen Weg zurück, diemsal hatte ich meine erste Große Pause zwischen Hearts und Nakina Ontario geplant.

    Zu meiner Überraschung, passte das sogar und ich war nach 11 Stunden Fahrt dort.
    Wie gesagt, in Kanada konnte man auch 13 Stunden fahren, das ging dann aber wirklich an die Substanz, wenn man das täglich machte. meist lag man hier so zwischen 11 und 12 Stunden. Es sei denn man kommt innerhalb der letzten Stunde
    noch nach hause.Dann zog man natürlich durch.
    Es folgte die obligatorische Dusche und ein kleines Abendessen und danach noch ein etwas längeres Telefonat mit Melanie.

    Sonntag 30.07.2017
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    Da es gestern recht spät geworden war, fuhr ich heute auch etwas später los. Ich startete also wieder gegen 10 Uhr und Riss die restlichen Meilen, es waren ja schließlich nurnoch 600, Richtung Heimat runter.
    Unterwegs bekam ich dann von der Dispatch die Meldung, dass ich den Trailer auf dem Hof abstellen und den Truck in die Halle fahren sollte.
    Das wars dann wohl erstmal mit dem Ausflug in die Weite Welt der großen Touren.
    Unterwegs gab es dann wieder die Üblichen Aufreger von den Straßen des Amerikanischen Kontinents. Denn wer meint, dass nur die Deutschen das Einfädeln und das Auffahren auf die Autobahnen nicht konnten, der hatte sich arg getäuscht.
    Die Amerikaner hatten das nämlich noch weiter perfektioniert.
    Aber auch heute schafften wir es wieder, dass ganze ohne Tobsuchtsanfall zu überstehen, in Duetschland hätte ich sicherlich schon 180 Puls gehabt.
    Nach insgesamt 10 Stunden, war ich dann endlich wieder in Winnipeg und hatte den Trailer geparkt, Ich saugte den Truck noch schnell aus und warf die Schlüssel samt meiner Papiere in den Briefkasten
    In meiner Box lag noch ein Zettel mit dem Hinweis "2 days Break, See you on Wednesday." Jetzt hieß es also Wochenende.
    Zuhause angekommen, gabs noch ein kleines Abendessen mit Melanie.
    Na wie war dein erster größerer Tripp.
    Super, auch wenn man manchmal ziemlich allein auf der Straße war. Dafür ist es größtenteils ein entspanntes fahren.
    Und weißt du schon wies weiter geht ?
    Das fragt die, die an der Quelle sitzt. Erstmal hab ich 2 Tage frei.
    Diesmal weiß ichs wirklich nicht, aber vieleicht kann ich dir morgen was sagen.
    Achso, dachte du hast morgen auch frei.
    Ne muss morgen nochmal nen halben Tag.
    Dann kann ich ja morgen mal nach nem Motorad suchen gehen.
    Du und dein Motorrad. Dann mach du mal morgen, aber denke dran, morgen abend sind wir eingeladen.
    Alzheimer habe ich aber noch nicht.

    Montag 31.07.2017
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    Ich machte mich also auf den Weg, um ein wenig die Motoradhändler abzuklappern.
    Meine geliebte 1200 Intruder hatte ich ja in Deutschland verkauft.
    Jetzt stand ich allerdings vor der Wahl, Wieder einen Japaner, standesgemäß für Nordamerika eine Harley, oder ein Custom Bike.
    Die Preise hier, waren mit denen in Deutschland allerdings garnicht vergleichbar. Eine Harley Davidson, bekam man hier schon fast für ein drittel weniger als bei uns.
    Ich holte mir diverse angebote und machte eine Probefahrt mit einer Sportster. Danach fuhr ich nach hause und war in meiner Entscheidung eher noch einen Schritt rückwärts gegangen.
    Bei der Auswahl hier, war das auch alles garnicht so einfach.
    Ich machte auf dem Weg nach hause noch einige Besorgungen, schließlich ging man nicht mit leeren Händen zu einem Barbecue.
    Am Nachmittag brachte ich Melanie dann noch zum Friseur, man konnte ja schließlich nicht weg gehen, wenn man keine neu Frisur hatte, nichtmal zu den Nachbarn.
    Es war innerhalb unseres ersten Monats hier, unser 10. Barbecue. Wir wurden hier wirklich von den meisten Nachbarn sehr herzlich empfangen.
    Heute war unser Freund und Unterstützer Maik allerdings nicht dabei, er war von seiner Tour nach Texas noch nicht zurück.

    Dienstag 01.08.2017
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    Irgendwie kamen wir heute noch nicht so richtig in die Gänge. Es war gestern oder besser heute etwas später geworden und wir waren erst gegen 3 Uhr zu hause.
    Daher machten wir heute, außer den Tag auf den Sonnenligen zu verbringen, nicht viel.
    Gegen 15 uhr machten wir dann einen kleinen Spaziergang. Erst zur Firma, damit ich mir meine Order für morgen abholen konnte und dann wollten wir noch etwas essen gehen.
    In der Firma gab es erstmal eine kleine Überraschung, Ich bekam wieder den Kenworth mit Schlafkabine den ich bei der letzten Tour gefahren hatte und durfte mich auf den weg Nach Oklahoma machen. Genauer gesagt, es ging nach Tusla
    Oklahoma.
    Maik, der inzwischen auch wieder eingetroffen war und jetzt sein Wochenende begann, erklärte mir noch ein paar Kleinigkeiten.
    Wenn du an der Grenze zur USA bist, musst du erstmal eine Art Visum beantragen, das dauert allerdings von 30 Minuten bis zu ein paar Stunden.
    Na Prima, wieder warten angesagt, Hauptsache es dauert nicht zu lange, nicht dass ich zu spät zum Kunden komme.
    Das wird schon passen, die Touren sind hier immer ganz locker geplant.
    Und das mach ich nur ein mal oder jedes mal wenn ich in die Staaten fahre ?
    Jain, das gild 3 Monate. Wichtig ist auch, schreib dir auf oder merk dir, wie lange du in den Staaten warst, wenn du zurück nach Kanada kommst. Das wollen die an der Grenze immer wissen.
    Alles klar, hab eh immer son kleines Büchlein bei, wo ich mir aufschreibe wann ich wo war.
    Na dann sollte ja alles laufen.
    Maik schloss sich unserem kleinen Restaurantbesuch noch an und gemeinsam ließen wir den Tag dann ausklingen. Für mich diesmal ohne Alkohol, morgen um 7 Uhr sollte es ja wieder weiter gehen.

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    Anmerkung der Redaktion.
    Der Einfachheit halber, werde ich in Zukunft nur alle kurzen Gespräche in English und den Rest in Deutsch schreiben (außer ihr wollt, dass ich sie komplet im Deutschen Schreibe)
    Auch die Gewichtsangaben werde ich in Zukunft in Lbs machen.
    In Kanda herscht zwar das Metrische System aber beim LKW Gewicht gibt es beides.
    Und da der großteil in den USA ablaufen wird, bleib ich bei Lbs und bei der Geschwindigkeit bei Meilen.

    Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung

    Meine WOT Seite World of Trucks | manni_112's profile

    366 mal gelesen

Kommentare 13

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    loddi51 -

    Klasse Kapitel.

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    alaskabaer01 -

    Meilen und Lbs gehören zu Amerika wie Jim Beam. Also bleib dabei. Englisch war schon zu Schulzeiten nicht so ganz meins, also brauche ich meist länger um da durch zu steigen, und was ich nicht mehr weiss (Schulende vor 41 Jahren) wird Ignoriert. Zuletzt wirklich Englisch gebraucht habe ich vor 25 Jahren, da habe ich einem Japaner erklärt wie er zum Kölner Dom kommt, der nur 2 Strassen weiter war. :)

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    Sauerlaender -

    Schönes Kapitel. Weiter so.

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    infinity -

    Schreib zweisprachig. Das macht das ganze durchaus authentisch. Englisch ist soweit gängig, dass es zum Alltag gehört. Bei Schwedisch oder Russisch wäre das was anderes denke ich. Und dass die Strecken- und Gewichtseinheiten nach dem amerikanischen System geschrieben werden gehört da dann aus meiner Sicht auch zu.

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      manni_112 -

      das wollte ich hören :D

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      Sauerlaender -

      Also ich werde jetzt nicht anfangen, alle Dialoge in Englisch zu schreiben. :D Mit den Angaben in Pound und Meilen kann ich mich aber durchaus anfreunden. ;)

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      manni_112 -

      Geht ja nicht um alle :) nur um die kurzen also an der Ladestelle oder so. längere gespräche mit der Dispatch oder mit anderen Fahrern, werde ich natürlich in deutsch schreiben