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[Woche 7 - Montag bis Mittwoch] im Doppel gen Norden und Yachten brauchen Wasser

  • [Woche 7 - Montag bis Mittwoch] im Doppel gen Norden und Yachten brauchen Wasser

    Montag, Berlin.
    Ich mache die Augen auf und frage mich, wie spät es eigentlich gerade ist. Unseren Wecker hatte ich ursprünglich auf 07:00 Uhr gestellt. Gehört habe ich ihn nicht. Da Sandra nicht mehr neben mir liegt befürchte ich, dass ich meinen Wecker stumpf überhört habe. Der Blick auf die Uhr bestätigt das. Es ist 09:50 Uhr. Total verpennt also. Da Hektik eh nichts bringt mache ich mich in Ruhe mit Dusche und Rasur fertig. Anschließend hole ich mir aus der Küche einen Kaffee und gehe rüber ins Büro, wo Sandra bereits wieder am Telefon aktiv ist. Vivien ist noch nicht
    da – wahrscheinlich ist sie noch irgendwo im ICE auf dem Weg Richtung Berlin. Als Sandra den Telefonhörer beiseite legt grinst sie mich frech an. „Na du Murmeltier.“ „Guten Morgen Schatz. Das ist ja mal eine freundliche Begrüßung am Montagmittag.“ Gespielt übertrieben erwidert Sandra: „Guten Morgen, du mein süßer Langschläfer.“ Sie kommt um den Schreibtisch herum und gibt mir einen Kuss. „Schon besser.“ Ich muss jetzt selbst grinsen. „Unser Wecker hat vorhin um 07:00 Uhr geklingelt. Du hast aber aber nur gebrummt und dich umgedreht. Da hab ich dann entschieden, dass ich dich einfach lasse – du fährst ja nachher als Erster von uns.“ „Schon OK. Ich hab mich nur eben beim Blick auf die Uhr ein bisschen erschrocken.“ „Das glaub ich. Ich war heute früh schon fleißig... Die Tour mit der Yacht nach Lille weisst du ja bereits. Tania ist damit gerade in Grisslehamn zur Zentrale gestartet.“ „Das ist gut. Dann läuft das ja schon mal nach Plan.“ „Genau. Du startest damit am Mittwoch früh um 04:00 Uhr. Freitagabend müsstest du dann damit beim Kunden ankommen. Anschließend geht’s leer nach Liege in Belgien. Dort bekommst du ein Maschinenhaus für ein Windrad was nach Jönköping muss.“ „Das klingt gut – geht da also direkt gen Heimat.“ „Ja. Aber freu dich nicht zu früh. Du wirst auf der Tour echt Zeitdruck bekommen.“ „Wieso?“ „Du musst nächste Woche Montag vor 23:00 Uhr mit dem Maschinenhaus beim Kunden ankommen. Und ich kann die Tour nicht mitfahren. Mit Doppelbesatzung wäre es zwar besser, aber es muss so gehen.“ „Puuuuhu... das heißt bis Samstag ultimo fahren und Sonntag 22:00 Uhr wieder losreiten. Was soll's, wird schon gehen. Wie schaut es bei den anderen aus?“

    Donald war vorhin unterwegs zu Krüger+Voigt in Parchim. Jetzt steht sein Scania in Rostock in der Niederlassung, fährt morgen früh dann für Liebherr nach Österreich. Donnerstag holt er bei Jonny in Salzburg Granitplatten,
    die nach München gehen. Freitag hat Annyka ihm was im Münchener Nahverkehr gegeben.
    Kim fährt von Paris nach Dublin für Lufthansa, Mittwoch und Donnerstag dann für den Staplervermieter auf der Insel und Freitag noch für DHL nach London. Ist Samstagfrüh dann zu Hause.
    Ida ist gerade ebenfalls auf dem Weg nach Dublin. Für DHL. Bei Guiness bekommt sie morgen früh den Trailer voll für Rewe-Zentralläger in Köln, Lehrte und Oranienburg. Freitag läd sie noch am Flughafen Tegel und steht übers Wochenende hier in Berlin.
    Maria flattert gen Süden. Lufthansa hat da was von München nach Athen. Und von dort was nach Skopje.
    Lilly hat in der ersten Woche nach dem Urlaub Nahverkehr in und um München.
    Bei Anna geht das Lufthansa-Spiel weiter...“
    Sandra guckt auf die Uhr. „... fährt jetzt gerade auf die Fähre nach Barcelona. Dort lädt sie für Wien, wo es dann noch was für München gibt.“ Ich überschlage im Kopf... „Sie ist
    also auch bis Samstag spät unterwegs.“
    „Ja. Aber dann immerhin zu Hause.
    Steffy ist auch am Samstag erst zu Hause. Bei ihr geht’s von Hamburg mit neuen Staplern nach Grimsby. Beim Staplerhändler bekommt sie dann Sachen für das Lager in Rostock. Der Vertriebsleiter von denen hat mich heute früh angerufen. Er meinte, dass ihr da vertragsmäßig noch nix eingetütet habt, aber seine Techniker brauchen da dringend was für den Hafen in Rostock.“
    „Mhm. Soll nicht das Problem sein. Dann muss denen nur einer vom
    Sicherheitsdienst aufsperren, wenn die an die Sachen ran müssen. Bei Tom ist alles im Plan?“
    „Bisher hab ich nichts gegenteiliges gehört. Annyka plant bei ihm derzeit so, dass er eine Woche hoch und dann wieder eine Woche runter fährt. Sie sagt, dass ihr Roman bei den Touren bisher so ganz gut mit dem Zeitplan hinkam. Und solange Maier-Flink nicht auf die Sanduhr drückt planen wir das auch weiter mit Zeitpuffer. Sowohl für Tom als auch für Roman – dann hat Anny ihn wenigstens alle 2 Wochen in München. Wenn Tom jetzt runter fährt bleibt Roman auch erst mal eine Woche in Petersburg um dort ne Urlaubsvertretung zu fahren, sagte Yanaa. Passt dann ja auch um dann später die Wechsel in der Linie drin zu haben. Hab ich noch wen vergessen in meiner Aufzählung?“ „Ja; Katie. Lucy ist ja mit Urlaub außen vor.“ „Oh. Hihi. Wie konnte ich die Gute vergessen... Katie fährt querbeet Nahverkehr. ...
    DHL, Rewe, Lufthansa. Gehst du unsere Sachen einladen und machst Mittag?“
    Kaum hat hat Sandra den Satz
    ausgesprochen klingelt das Telefon schon wieder. Ich nicke ihr also nur zu und kümmere mich um Gepäck und Mittagessen.







    Um 14:00 Uhr, wir sind gerade fertig mit dem Essen, schneit Vivien rein. „Hallöle.“ „Hallo Vivien.“ antworten Sandra und ich unisono. „Wie lange seit ihr noch da? Gibt's irgendwas wichtiges?“ „Bis 14:30 Uhr.“ „Das normale
    Tagesgeschäft. Dispo ist bei allen für die ganze Woche soweit schon durch. Wenn also nichts aus dem Rahmen fällt hast du ne ruhige Woche.“


    Sandra räumt den Tisch ab und fährt im Büro ihren Rechner runter. Ich mache mich auf zum V8 um die Abfahrtskontrolle abzuhaken.

    Pünktlich verlassen wir den Hof und machen uns auf den Weg in Richtung Rostock. Die Route haben wir beim
    Mittag vorhin besprochen: Heute bis nach Rostock. Dort auf die Fähre nach Trelleborg. Den ersten Törn von 4,5 Stunden in Schweden fährt morgen Sandra, den zweiten ich und den dritten wieder Sandra. Das heißt mein V8 wird ab Trelleborg 13,5 Stunden am Stück, nur unterbrochen vom Abladen bei Scania, durchrollen. Und auch wenn ich den letzten Abschnitt Beifahrer bin muss ich danach eine Pause von mindestens 9 Stunden einlegen.






    Dienstag, Trelleborg
    Wie geplant verlassen wir pünktlich die Fähre mit Sandra am Steuer. Ihr Handy klingelt. „Geh mal ran, bitte.“ Ich gucke aufs Display. Eine Hamburger Rufnummer, die mir aber im ersten Moment nichts sagt: „hansekontor. Christian hier.“ „Moin. hansekontor Trailerrental. Josephine. Christian? Eigentlich wollte ich die Chefin sprechen.“ „Die fährt gerade; du musst mit dem Chef vorlieb nehmen. Was gibt’s denn?“ „Ich hab hier einen Kunden mit einem Chereau-Schaustellertrailer. Er sagt er war letzte Woche hier und hätte mit Sandra besprochen was gemacht werden soll. Ich find dazu aber nichts.“ „Moment... Sandra, bei Josy steht ein Kunde mit Chereau-Schaustellertrailer, sie findet dazu aber nichts was du mit dem Kunden besprochen hast?!“ „Oh, der Hannoveraner. Sie soll ihn zu den Jungs vom Service drüben in der Werkstatt schicken. Die haben den Auftrag schon liegen, einmal Service, Chrom aufarbeiten und Lackieren mit Airbrush.“ „Josy?“ „Ja?“ „Schick ihn zu den Jungs in die Werkstatt rüber. Sandra sagt, die wissen Bescheid.“ „Ok. Mach ich.“ „Ich bin wohl Samstagabend vor Ort und gucke mir das Ergebnis an.“







    Ohne weitere Ereignisse führt uns derWeg über die E4 nach Södertälje zu Scania.



    Das Abladen dort geht wie gewohnt zügig. Der Staplerfahrer dort kennt uns beide: „Ihr zwei mal
    zusammen auf'm Bock? Ich kenne euch immer nur einzeln unterwegs.“
    „Das ist im Normalfall auch so. Ist Magnus noch da?“ „Nein, der hat schon um 14:00 Uhr den Abflug gemacht.“







    Um 19:00 Uhr erreichen wir den Firmenhof in Uppsala, wo gut sichtbar mein Actros mit der Yacht auf
    dem DOLL steht. „Ich habe Hunger.“ „Ich auch. Pizza von `Ken's`?“ „Oh ja. Ich park inzwischen den Trailer, tanke und stell den V8 in die Halle.“ Ich schnappe mir den BMW und mache mich auf den Weg. Eine halbe Stunde später bin ich mit 2 Pizzen und einer Flasche Wein wieder zurück. „Du musst doch morgen früh fahren?“ „Klar. Deswegen ist es alkoholfrei, sozusagen Traubensaft.“

    Um 22:00 Uhr gehen wir schlafen. Ich stelle meinen Wecker auf 03:00 Uhr. Sandra schnappt ihn sich und stellt ihn auf 03:30 Uhr. Als sie die Fragezeichen in meinem Gesicht sieht sagt sie: „Kein Sorge, du fährst schon pünktlich um 04:00 Uhr los. Deine Brötchen sind schon vorgeschmiert. Der Kaffee macht sich über Zeitschaltuhr selbst. Ob du allein in der Küche sitzt oder im Truck, ist doch egal. Ich brauch dich 'ne halbe Stunde länger neben mir.“ Sie kuschelt sich an mich und wir schlafen zügig ein.



    Mittwoch, Uppsala.

    03:30 Uhr klingelt mein Wecker. Sandra wird davon auch wach und steht mit mir auf. Während ich mir fix die
    Zähne putze füllt sie meinen Kaffee in eine Thermoskanne um. Die Tasche für die Woche hatte ich am Abend schon in den Actros gebracht, sodass ich jetzt nur die Frühstücksbrötchen und den Kaffee in der Hand habe. Sandra kommt im Schlafanzug und Bademantel mit raus. Sie beobachtet mich bei der Abfahrtskontrolle.
    Eine innige Umarmung und einen Kuss später fahre ich um 04:00 Uhr mit der Yacht im Schlepp vom Hof. Auch wenn ich schon länger keine Schwerlast mehr gefahren bin gewöhne ich mich schnell an die Abmaße.



    Die Strecke die wir gestern gen Norden gefahren sind geht es jetzt wieder südwärts – die E4 in Richtung Trelleborg. Allerdings begleitet mich den ganzen Vormittag ein Wolkenbruch nach dem anderen – vermutlich braucht die Yacht Wasser
    um zu schwimmen.











    Im Verkehrsfunk kommt die Meldung, dass sich in Höhe Hamneda ein schwerer Unfall mit einem Bus ereignet hat
    und die E4 daher in beide Richtungen auf unbestimmte Zeit gesperrt ist. So eine Meldung möchte man eigentlich niemals hören – zum einen ist bei einem schweren Busunfall immer mit vielen Verletzten, wenn nicht gar Toten, zu rechnen; zum anderen würde mir eine mehrstündige Sperrung den Zeitplan vollkommen zerschießen. Die Meldung kommt gerade rechtzeitig um am Trafikplats Ljungby Södra auf den Helsingborgvägen, auch Route 25, abzubiegen. Ich beschließe dann in Mellbystrand die große Pause einzulegen. Dort komme ich kurz vor 13:45 Uhr an.


    Gruß Christian
    hansekontor

    Das Wasser ist nicht tief. Es geht den Enten nur bis zum Bauch!

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Kommentare 3

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    alaskabaer01 -

    Schönes Kepitel. Machste fein, den Stau umfahren bevor es zu spät dafür ist. Aber Yacht und Schwerlast? Klar brauchen Yachten Wasser, aber nicht innen. :D

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    Sauerlaender -

    Bei einem Schwertransport einfach mal so die Route wechseln??? Lass dich nicht erwischen. ;)

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      infinity -

      Ist ne Leichtbauyacht :D Erwischen lassen? Nööö. das kost ja bloß Zeit.